D2: Diagnostik an der Universität Mannheim

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Definitionen von Diagnostik

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Wovon wird die psychologische Diagnostik laut dem diagnostischen Dreieck von Hossiep & Wottawa beeinflusst? (3x4)

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Sechs Definitionskriterien psychologischer Diagnostik
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Warum ist es wichtig, den historischen Hintergrund der Diagnostik zu kennen? (4 Punkte)

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Diagnostische Auswahlverfahren im Westen (1832, 1855, ab 1917, ca. 1925-1942)

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Stellenwert der Diagnostik in der Praxis
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Anfänge der Persönlichkeitsdiagnostik: Erste Persönlichkeitstests (Lankes und Woodworth)

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Anfänge der Persönlichkeitsdiagnostik: Ansätze von Guilford&Guilford, Allport&Odbert und Eysenck

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Welche großen historischen Kontroversen gab es? Krise der psychiatrischen Diagnostik (um 1930)

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Welche großen historischen Kontroversen gab es? Ideographie vs. Nomothetik (1940)
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D2: Diagnostik

Definitionen von Diagnostik
Diagnostik = theoretisch begründetes System von Regeln und Methoden zur Gewinnung und zur Analyse von Kennwerten zu inter- und intraindividuellen Merkmalsunterschieden. Verbunden mit der Festelgung von Fragestellungen, der Erhebung diagnostischer Daten und der Integration zu Diagnosen sowie der Festlegung von Prognosen

D2: Diagnostik

Wovon wird die psychologische Diagnostik laut dem diagnostischen Dreieck von Hossiep & Wottawa beeinflusst? (3x4)
direkt beenflusst von: Methoden (wie wir an Daten gelangen) Grundlagen (Wissen um das, was wir messen wollen) Anwendungen (z.B. A&O, Forensiche Psy, Klinische, Päda) weitergehend indirekt beeinflusst durch: Wirtschaftliche Rahmenbedingungen (Kosten vs. Nutzen) Technische Rahmenbedingungen (Möglichkeiten der Testgenerierung) Soziale Rahmenbedingungen Kulturelle Rahmenbedingungen (gesellschaftliche Akzeptanz der Erfassungsmethoden)

D2: Diagnostik

Sechs Definitionskriterien psychologischer Diagnostik
- Theoretische Grundlagen - Methodische Fundierung - Merkmalsausprägungen und -unterschiede (inter- und intraindividuell) - Praktische Relevanz - Klassifikation, Prognose, Selektion (Auswahl von Personen) und Modifikation/ Intervention - Untersuchungseinheiten (Individuum, Gruppe, Institution, Situation, Gegenstand)

D2: Diagnostik

Relevanz von Diagnostik
hohe Relevanz, da einer der wichtigsten Beiträge der Verhaltenswissenschaften zur Gesellschaft Teilweise bessere Zusammenhänge zwischen psychologischen Konstrukten gefunden als in der Medizin oder in anderen Bereichen (z.B. Neuropsychologische Tests und Differenzierung zw. Demenzpatienten und Kontrollpatienten: r=0.68)

D2: Diagnostik

Warum ist es wichtig, den historischen Hintergrund der Diagnostik zu kennen? (4 Punkte)
- Beitrag zur Persönlichkeitsbildung durch Erweiterung des eigenen Horizonts und teilweiser Relativierung eigener Vorstellungen - Ordungsfunktion für viele Ansätze, Theorien und Methoden - Vermeidung von Fehlern - Heuristische Funktion durch Anregung aktueller Forschung durch frühere Ansätze

D2: Diagnostik

Diagnostische Auswahlverfahren im Westen (1832, 1855, ab 1917, ca. 1925-1942)
1832: modifizierte Form der Personalauswahl bei der East India Company 1855: Übernahme eines ähnlichen Systems beim britischen Staatsdienst, später auch beim amerikanischen ab 1917: "Army Alpha" (Intelligenztest für die US-Army ca. 1925-1942: Vorläufer der heutigen Assessment-Center in der deutschen Wehrmacht zur Untersuchung von Offiziersanwärter

D2: Diagnostik

Stellenwert der Diagnostik in der Praxis
Diagnostik spielt große Rolle im Berufsalltag (z.B. bis zu 45% bei Forensischer oder Verkehrspsychologie)

D2: Diagnostik

Anfänge der Persönlichkeitsdiagnostik: Erste Persönlichkeitstests (Lankes und Woodworth)
Lankes: Fragebogen zur Perseverationstendenz (Tendenz der Beharrlichkeit) Woodworth: "Psychoneurotic Inventory" für den Militärbereich zur Messung der Emotionalen Stabilität (Gegenteil: Neurotizismus) später Erweiterung zu "Colgate Mental Hygiene Test" zur Messung von Neurotizismus, Intro- und Extraversion

D2: Diagnostik

Anfänge der Persönlichkeitsdiagnostik: Ansätze von Guilford&Guilford, Allport&Odbert und Eysenck
Guilford&Guilford: Such nach "Primäreigenschaft" mit Hilfe der Faktorenanalyse Allport&Odbert: Lexikalischer Ansatz => für alle relevanten Persönlichkeitseigenschaften muss es ein passendes Adjektiv geben => 4500 Trait-Ausdrücke => Systematisiertung Cattrell fand später faktorenanalytisch 12, später 16 Traitfaktoren Tupes&Christal 1961 erstmals 5 Faktoren (Big Five!) Eysenck: Faktorenanalyse von Persönlichkeitsitems aus dem klinischen Kontext => Zwei Dimensionen: Neurotizismus und Extraversion Später noch Psychotizismus (Neigung zu aggressivem, impulsivem Verhalten)

D2: Diagnostik

Welche großen historischen Kontroversen gab es? Krise der psychiatrischen Diagnostik (um 1930)
Unzuverlässlichkeit von Diagnosen => Psychatrie als Saktion? Zwei Probleme: - Labelling Approach: Zuweisung einer psychiatrischen Störung kann die Krankheit verstärken - Kontinuum- Modell psychischer Störungen der Psychoanalyse Psychiatrie überwand die Probleme mit der Verwendung psychologischer Methodik (=> heute standardisierte Klassifikation mit ICD oder DSM)

D2: Diagnostik

Welche großen historischen Kontroversen gab es? Ideographie vs. Nomothetik (1940)
Missverständliche Begriffe, gemeint war/ist: geisteswissenschaftlich (das Individuum verstehen wollend z.B. Psychoanalyse) vs. naturwissenschaftlich (an einer Normgruppe orientierend)

D2: Diagnostik

Welche großen historischen Kontroversen gab es? Klinische vs. statistische Urteilsbildung (ab ca. 1920)
Unklarheit bei Datenerhebung und Datenintegration, durch die Verwendung verschiedener Methoden => gelöst: für Datenerhebung besser standardisierte Tests statt klinischer Interviews, für Datenintegration besser mathematische Algorithmen statt klinischer Urteile => Formale/ statistische Methoden besser

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