Rechtspsychologie an der Universität Mainz

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Kritik an CQT


 

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Suggestionshypothese

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Relapse Prävention erklären und Effektstärke angeben


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Behandlung - Psychopathie 

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KVT - Bestandteile und Inhalte

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RNR Erklären

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Einsichts- & Steuerungsfähigkeit

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ozialtherapeutische Einrichtung/Anstalt

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Gutachtung Schuldfähigkeit (an Bsp. erklären wie der Ablauf ist).


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Prototypischer Aufbau eines Schuldfähigkeitsgutachtens 


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Kann man am Verhalten sehen, ob jmd. lügt?


 

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Was ist die zugrundeliegende Idee des Tatwissentests? Vor- und Nachteile


 

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Rechtspsychologie

Kritik an CQT


 


  • Jeder kann Angst vor relevanten Fragen haben, unabh. davon, ob schuldig oder nicht; 
  • Verdächtige müssen an Genauigkeit des Tests glauben bzw. dürfen nicht zu informiert sein - 12-23% „Falsch Positive“;
  • Verdächtige müssen belogen werden - es werden Informationen gegeben, die nicht korrekt sind; 
  • Sehr abhängig vom Befragenden; 
  • Verfälschung möglich: man kann versuchen künstlich ein unschuldiges Muster herzustellen; 
  • Lerneffekte; 
  • Personen mit antisoziale Persönlichkeitsstörung können nicht erregt werden; 
  • Mangelnde bis gar keine Standardisierung (Ablauf und Auswertung) ; 
  • Keine zugrundeliegende psychologische Theorie; 
  • Keine spezifische Lügenresponse, der Test misst nur unspezifisches Arousal - Viele alternative Erklärungen für dieses Arousal; 
  • Unterschiede zwischen Forschung und tatsächlichem Gebrauch; 
  • Methodische Mängel der empirischen Bewährung (kein verlässliches Außenkriterium; 
  • Verzerrung der Trefferquoten; Beliebigkeit der Auswahl von Kontrollfragen); 
  • Wer sollte den Beweis bringen müssen? (Meijer et al., 2009);

 

Falsche Geständnisse und Nutzen in Fällen, wo sehr wenige Beweise gibt – Anwählte raten oft zu gestehen, um Strafe zu mindern.

Rechtspsychologie

Suggestionshypothese

Zwei Arten der Entstehung: Autosuggestion vs. Fremdsuggestion


 Autosuggestion: Fließende Übergang

  • Ausgangspunkt häufig: schlechtes psychisches Befinden der Betroffenen z. B. Psychische Erkrankung
  • Suche nach Erklärungen Intensive Beschäftigung, Geschichte von anderen. Quellen Verwechselung 
  • Durch intensive Beschäftigung mit der Thematik (Geschichten anderer Betroffener, Visualisierungen...) >> Generieren einer Ereignisrepräsentation und Quellenverwechslungen

 

Fremdsuggestion 

  • Ausgangspunkt: Annahme der befragenden Person - confirmation bias 
  • „Techniken“:   wiederholte Befragung; Verstärkung erwünschter (erwartungskonformer) Antworten; soziale Isolierung von Personen mit anderer Auffassung; Konformitätsdruck (z. B. in Gruppentherapien; in klinischen, sozialtherapeutisch, pädagogisch Settings oder in Vernehmungen durch Polizisten
  • Falsche Erinnerungen können auch Gründe von falschen Geständnissen sein

 

>>Problem für Begutachtung:

  • Realkennzeichen NICHT hilfreich! -  In Studien keine Unterschiede zwischen wahren und suggerierten Aussagen 
  • suggerierte Aussagen erfüllen z.T. sogar mehr Kriterien (Crotteau, 1994; Erdmann et al., 2001; 2004; Blandón-Gitlin et al., 2009)
  • Besonders problematisch, je nach Aussage-Genese:
    1. wenn vor der Aussage bei der Person selbst (oder im relevanten Umfeld) die Annahme bestand, bislang nicht bekannte Erfahrungen müssten vorliegen -   Wenn z. B. „ich war bei meinem Therapeut und er war von Anfang an der Meinung, dass ein Missbrauch…
    2. wenn mit / ohne therapeutische Unterstützung explizite Bemühungen vorgenommen wurden, an nicht zugängliche Erlebnisse zu erinnern / bislang negiertes oder nicht berichtetes zu berichten „wir haben intensiv in der Therapie versucht, dass mir wieder zugänglich zu machen“ – „ich habe ein Buch gekauft, womit man lern, wie man sich besser merken kann“
    3. wenn Erinnerungen erst im Laufe wiederholter Erinnerungsbemühungen entstanden / Aussagen erst im Laufe wiederholter Befragungen gemacht wurden Es wird immer detaiierte und mehr ausgeschmückt. 
  • Es ist schwer das valide zu bestimmen, weil alle diese Sachen heißen nicht unbedingt, dass Erinnerung nicht erlebnisbasiert ist. 
  • Besonders problematisch: 
    1.  wenn Ereignisse aus den ersten 2-3 Lebensjahren erinnert werden 
    2. wenn im Laufe der Zeit immer mehr Erlebnisse berichtet werden 
    3.  wenn Personen besonders anfällig für Suggestionen sind (z. B. Kinder, geistig/psych Beeintächtigt-Schwer, weil diese Gruppen oft tatsächlich Opfer sind)

 

>>Viele empirische Belege und Forschung im Bereich:  False memory syndrome, False confessions Oft falsche Urteile deswegen, Aber sehr schwer zu ermitteln

 


  1. Was ist die zugrundeliegende Idee des Kontrollfragentests?


 

  • Es geht um Fragentechnik für polygraphische Untersuchungen
  • Ein Polygraph kann verschiedene psychophysiologische Maße reliabel und valid messen
  • Diese Parameter sind allerdings keine spezifischen Kennzeichen für Lügen – Sie werden je nach Fragen- und Auswertungstechnik interpretiert. 

Kontrollfragentest (CQT,1947) Control/ Comparation Questions Test 

 

  • Weiter verbreitet, oft in der Medien – Mögliche Situationen: Forensik, kriminale Ermittlung, Personalauswahl, Einstellungsgespräch (je nach den Vorschriften des Landes 
  • Im Test gibt es i. d. R.  3 Arten von Fragen: relevante Fragen „haben sie Frau F. getötet?“, Kontrollfragen „Haben sie jemals jmd. Weh getan?“ und irrelevante Fragen „Ist heute Montag?“
  • Unschuldige sollten weniger Reaktion auf relevante Frage als bei Kontrollfrage, weil da gelogen wird
  • Ablauf: Pre-test: Manipulation der Überzeugung von der Test-Genauigkeit und Wichtigkeit der Kontrollfragen; Test; Post-test Interview Darstellung der Ergebniskurve – evtl. Geständnis

 


  • Was müsste gegeben sein: 


 

1. Lügen führen zu höherem körperlichem Arousal als die Wahrheit

2. Verdächtige müssen auf Kontrollfragen lügen oder sich zumindest Sorgen machen

3. Arousal RF-Lügner > KF > RF-Nicht-Lügner

Rechtspsychologie

Relapse Prävention erklären und Effektstärke angeben


    Das Relapse Präventionsmodell wurde von der Suchtforschung übertragen und fokussiert auf Aspekte der internalen Regulation


    Prävention erfolgt durch die Befähigung des Täters, einen sich anbahnenden Rückfall frühzeitig zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren 


    Hochrisikosituationen werden oft von scheinbar unwichtigen Entscheidungen vorausgegangen. Bei dieser kann man adäquat reagieren und abstinent bleiben oder inadequat regieren und eine lapse erfahren (also prädeliktisches Problemverhalten) Dieses führt zu abstinence violation effekt und kann je nach Coping zu dem Rückfall oder Abstinenz führen,


    Lapses - also Fast-Rückfälle - sind nicht als ultimatives Scheitern zu verstehen, sondern als lebenslange Herausforderung zu begreifen - sie gehen typische Hochrisikosituationen voraus – also Situationen in denen die Selbstkontrolle des Taters auf die Probe gestellt wird


    Neben konkreten Risikosituationen (Pädophiler allein mit einem Kind) - auch Situationen, die mit negativen emotionalen Zuständen (Trauer, Angst, Frustration) verbunden sind, weil Täter häufig auf sexualisierte Copingstrategien zurückgreifen (wie eben die das Fantasieren devianter Sexualität) 


    geling angemessene Bewältigungsstrategie, so lässt sich der Rückfallprozess bereits an dieser Stelle unterbrechen. 


    Jedes Mal, dass man schafft, adäquates Coping zu verwenden und Abstinent zu bleiben Erhöhung der Selbstwirksamkeitserwartung über die Situation hinaus


    Abstinence Violation Effect: AVE= internale und stabile Attribuition, man verliert den Glauben an seine Selbstkontrollfähigkeiten. Der Lapse kann darüber hinaus Schuldgefühle hervorrufen, sie als negativer emotionaler Zustand aus sich heraus weiterem Risikoverhalten führen können. 


 Erhöhte WK für Rückfall – Durch AVE Reduktion von angemessenen Copingstrategien.


    Das Modell enthält eine Stufe, die den Hochrisikosituation vorgelagert ist – die Scheinbar unwichtige Entscheidung SUD – Diese scheinen nichts mit Rückfall zu tun haben, aber WK für Hochrisikosituation wird dadurch erhöht. Z. B. Pädophiler wählt zufällig einen Weg, bei dem einen Spielplatz steht. – SUD ist nicht alle Risikosituationen vorausgegangen, aber oft


Kritik: 

 Modell sollte allg. gültig sein (one size fit all) 

 Lapse/Relapse und AVE nicht genau wie in der Suchtforschung zu verstehen

 Fast nur Abwehr-Reaktionen
 Deviantes Verhalten stets als verführerische Handlungsoption

 Veränderungsmotivation fehlt. Täter bekommen die Idee vermittelt, dass die Devianz unüberwindbar ist 

Senkung der Selbstwirksamkeit. 

 Oft kostet die Identifikation von Risiko-Konstellationen viel Zeit

wenig übrig für Fertigkeiten und dynamischen Risikofaktoren#


Evaluation: Wirksamkeit: (bislang) keine nachgewiesene positive Wirkung für sich allein genommen (Marques et al., 2005) Nur das ist zu wenig! + KVT moderat positive Effekte


Rechtspsychologie

Behandlung - Psychopathie 

+Ausgangsbedingungen: Ich-Syntonie, kaum Problemeinsicht, Behandlungsmotivation eher vordergründig, um zumeist haftbezogene Ziele zu erreichen (Bewährung, Entlassung)

 

+ Unklarer Nutzen von Behandlungsprogrammen 

– speziell wenn diese auf Empathie, Gewissensbildung und interpersonelle Skills abzielen (Hobson et al., 2000)

 – Teilweise gesteigerte Rückfallraten nach Behandlung (Rice et al., 1992; Seto & Barbaree, 1999) >>aber Behandlung hier nicht lege artis nach heutigen Standards 

– Bisher kein RCT-bewährtes Behandlungsprogramm 


+Neuere Behandlungsprogramme fokussieren auf antisoziale Facette und weniger auf affektiv-interpersonale Probleme (Wong & Olver, 2015) 


– hochstrukturierte kognitiv–behaviorale Ansätze (Bonta & Andrews, 2016) 

– die einen starken Fokus auf Kosten/Nutzen-Aspekte des gezeigten Verhaltens legen 

– Erste Wirkhinweise (Review: Wong & Olver, 2015)

Rechtspsychologie

KVT - Bestandteile und Inhalte

KVT

  • Ansatz versucht durch kognitive Prozesse deviante Verhalten zu ändern.
  • Ziel: Entwicklung konkrete Fertigkeiten
  • Es wird nahe am Delikt gearbeitet- keine allgemeine Persönlichkeitsveränderung wird angestrebt, sondern spezifische Modifikation von tatbegünstigenden Faktoren.
  •  Kompetenzen und Welthaltungen werden Gegenstand der Behandlung insoweit sie für die Delinquenz maßgeblich erscheinen 
  •  Tatspezifische und Tatverbundene Inhalte werden unterschieden (Marschall, 2006)

 

Zu den Behandlungsinhalte zählen: 1. Konditionierungstechniken (wobei diese eher historische Bedeutung haben); 2. Kognitive Restrukturierung; 3. Förderung von Empathie und ebenfalls eine 4. Deliktrekonstruktion z. B. mithilfe dem RPM

 

1.Konditionierungstechniken >>haben stark an Bedeutung verloren v. a. wg. Geringe Nachhaltigkeit (Bsp. Behandlung von Sexualstraftäter: Aversionsmethoden (z. B. Ammoniak nach deviantem Impuls); Masturbatorische Sättigung (Verbalisierung + wiederholte Masturbation).

 

2. Kognitive Restrukturierung
+Restrukturierung von Einstellungen, die das deviante Verhalten legitimieren, von Bagatellisierung und Leugnung der Tat „dass sexuelle Erfahrungen von Kindern mit Erwachsenen hilfreich für die Entwicklung sind“
+Methode: Sokratische Dialoge; Diskussionen in der Gruppentherapie; 

+4- stufiges Vorgehen – Kognitive Restrukturierung (Murphy, 1990): Verdeutlichung der deliktförderliche Funktion; Konkrete Darstellung der Inhalte; Unterstützung bei der Identifikation der individuellen Verzerrungen; Konfrontation
 

3. Förderung von Empathie 

 

+Defizite scheinen nicht generell vorzuliegen, sondern eher spezifisch auf eigene Opfer. 

+Wichtig – Täter Innen nicht zu viktimisieren; ungeeignet für sadistische Personen 

 

+4 Stufen nach Marschal für Entwicklung einer empathischen Reaktion:

a-Wahrnehmung der Emotionen des Gegenübers; 

b-Übernahme der Perspektive des Gegenübers

c-emotionales Nachempfinden und 

d- Versuch, das Leiden des Gegenübers zu mildern

+Bsp. von Übungen: Videoaufnahmen oder Erzählung von Belastung (in der Gruppe);  Emotionen zu beobachten; hypothetischen Brief an die Opfer zu verfassen; Rollenspiele 

 

4. Deliktszenario: Auch Deliktrekonstruktion 

+Die Tat in einem breiteren Kontext zu stellen und sie nicht als singuläres Ereignis zu begreifen, sondern als Folge von Entscheidungen +Vorauslaufenden Ereignissen, Gefühlen, Fantasien u. a. werden betrachtet
 +Verhaltensanalyse, die Ansatzpunkte für die zu bearbeitenden Problembereiche anzeigt. 

+Vorteil: Therapie bliebt eng am Delikt orientiert.  Bsp.: RPM 

 

Allgemeine Bewertung

• Ca. d = .20 (ca. Reduzierung der Rückfallrate für Sexualstraftaten von 15% auf 11%) Schwache Effekt, aber besser als andere Interventionen). Warum? Stimmt überein mit RNR-Prinzipien

Rechtspsychologie

RNR Erklären

RNR-Modell oder RNR-Prinzipien sind allgemeine Prinzipien erfolgreicher Straftäterbehandlung


Behandlung ist erfolgreich, wenn sie den gesamten Problembereich (multimodal) umfasst,  hochstrukturiert ist und i. d. R. kognitiv-behaviorale orientiert ist

-Zudem müssen sie RNR folgen:

R steht für – Risikoprinzip - Behandlungsintensität soll proportional zum Rückfallrisiko & Rückfallgefahr sein. Bei hohen Gefährdungspotenzial und Rückfallrisiko sind eingriffsintensive therapeutische Maßnahmen Indiziert

N steht für Need – Bedürfnisprinzip - Behandlung muss individuell auf die Veränderung kriminogener Risikofaktoren zugeschnitten sein (Bspw. Verminderung negativer Peer-Kontakt, Reduktion von Substanzabhängigkeit,  Ausbildung von Problemlösekompetenzen) - Je nach den, was die Person braucht).


 R steht für Responsivity – das Ansprechbarkeitsprinzip - Therapiemethoden nach Fähigkeiten und Vorlieben und Zielerreichung der Klienten auswählen -  Sie sollen bei der Zielerreichung a- ) Eigenheiten des Deliktes berücksichtigen und b-) und angemessene Lernmethode für die Zielgruppe erhalten. 


- Prinzipien sind durch Forschung stark unterstützt, werden aber in der Praxis häufig unsystematisch angewendet

Rechtspsychologie

Einsichts- & Steuerungsfähigkeit

• Einsichtsfähigkeit: 

– Fähigkeit, das Unrecht der Tat einzusehen, setzt Verständnis und Wissen um die Normen gesellschaftlichen Zusammenlebens voraus 

– vorhanden vs. nicht vorhanden 

– z. B durch akut psychotische Zustände oder Intelligenzminderung beeinträchtigt

 

• Steuerungsfähigkeit (nur prüfen wenn Einsichtsfähigkeit gegeben)

 – Auf handlungstheoretische (Motivation, Volition) Komponenten der Tat ausgerichtet ( =Selbstkontrolle, Selbstregulation, Hemmfähigkeit) 

– Fähigkeit, motivationale Impulse zu kontrollieren, sich für/gegen etwas entscheiden zu können 


Unterscheidung zw.:

 

àExekutive Steuerungsfähigkeit: Fähigkeit, eine Handlung regelgerecht, situationsadäquat und zielführend auszuführen (funktionale top-down-Regulation). Z. B. Stark berauschter Täter mit deutlichen Orientierungsstörungen, lallender Aussprache und Perseverationsneigung – Keine Planung – wenige Handlungsschritte.

àMotivationale Steuerungsfähigkeit: Fähigkeit, eigenes Handeln auch bei starker Beeinflussung durch Wünsche, Bedürfnisse und Stimmungen kontrollieren zu können (Abschirmen gegen bottom-up Prozesse). Z. B.: Paranoid Persönlichkeitsstörung handelt in Funktion wahrgenommene Bedrohung

 

Beide Begriffe wurden als Hilfskonstrukte bezeichnet und sind nicht empirisch

Rechtspsychologie

ozialtherapeutische Einrichtung/Anstalt

•    Sozialtherapeutische Einrichtung/Anstalt = Sonderform des Strafvollzuges, die sich mit besonderen therapeutischen Mitteln und sozialen Hilfen rückfallgefährdeten Straftätern widmet

•    Ausgestaltung: heterogen: Sexualstraftäter Innen müssen dort verlegt werden -  gemäß der Gesetzänderung von 1998 im Strafvollzugsgesetzt § 9 Verlegung in eine sozialtherapeutische Anstalt – Bei anderen Delikte: werden Haftlinge mit eigener Zustimmung (und der Einrichtung) verlegt


•Konzept der Integrativen Sozialtherapie

•    Wohngruppen 

•    soziales Lernen im gemeinschaftlichen Zusammenleben 

•    Zunehmende Übertragung von Verantwortung (eig. + Gruppe) 

•    Konfrontation mit und Diskussion über erwünschtes und unerwünschtes Verhalten

 

• Prinzipien:

-Permissivität: Gefühle und Gedanken frei äußern; 

- Demokratie Chance in der Gemeinschaft teilzuhaben und mitzugestalten; 

-Gemeinschaftlichkeit miteinander Leben und für einander verantwortlich sein; 

-ausreichende Möglichkeit für Zugehörigkeits- und Gemeinschaftsgefühl; 

- Realitätsnähe; 

- Rückmeldung ü Verhalten und Fremdwahrnehmung.


Phase 1: Vertraut werden, Aufstellung des Behandlungsplan

Phase 2: Umfassendes Behandlungsangebot von Psychologen, Pädagogen & Sozialarbeitern… 

•    Zusätzlich: 

•    - Aus-/Weiterbildungsmaßnahmen

•     - Einzel- & Gruppengespräche 

•    - Themenzentrierte Gruppen 

•    - Sozialtrainingskurse 

Phase 3: 10-6 Monate vor Entlassung 

•    Stufenweise Lockerung (insbes. Ausgang)

•    Umfassende Nachsorge


*Insassen Innen mit fehlender Therapiemotivation, starke Substanzabhängigkeit oder schwerwiegende psychischen Störungen gelten als ungeeignet für die Sozialtherapie


Effektivität: • MA von Lösel, et al. (1987/1996) d = .10 (≈ 10% weniger Rückfälle als im Regelvollzug) 

• MA von Egg, et al. (2001): d = .12 


Rechtspsychologie

Gutachtung Schuldfähigkeit (an Bsp. erklären wie der Ablauf ist).


 Vorlesungs-Beispiel: Eine Person, die an Schizophrenie leidet, befindet sich in einer psychotischen Episode, fühlt sich verfolgt und tötet eine Person. Dann sieht er, dass der Verkäufer eines Kiosks abwesend ist und stiehlt eine Schachtel Zigaretten.  

 

  1. Klinische Diagnosestellung – Psychische Störung liegt bei dem Tatzeitpunkt – Person war symptomatisch (innerhalb psychotischen Schubs)
  2. Zuordnung zu einem / mehreren der vier Eingangsmerkmalen der §20 des Strafgesetzbuchs: Krankhafte seelische Störung – endogene Psychose

 

  1. Entwicklung einer Hypothese über die störungsbedingte Funktionsbeeinträchtigung - Auswirkungen auf die Einsichts- und Steuerungsfähigkeit? z. B. durch akute Psychose ist die Fähigkeit, das Unrecht der Tat einzusehen nicht vorhanden - keine Verständnis und Wissen ü gesellschaftliche Normen. - Steuerungsfähigkeit ist nur zu prüfen wenn Einsichtsfähigkeit gegeben
  2.  Quantifizierung der rechtsrelevanten Funktionsbeeinträchtigung (Einsichts-/ Steuerungsfähigkeit) z. B. bei einer Intoxikation die Menge im Blut (Steureungsfähigkeit) – Bei Störung Schwergradbeurteilung anhand Symptome
  3.  Benennung der Wahrscheinlichkeit mit welcher die klinische Hypothese zutrifft: z. B. sehr Wahrscheinlich für das Tötungsdelikt – unwahrscheinlich nicht für das Diebstahl.

Rechtspsychologie

Prototypischer Aufbau eines Schuldfähigkeitsgutachtens 


• Dokumentation Aufklärung des Probanden 

 

(Informationen ü die Person)

• Aktenanalyse 

• Angaben des Probanden 

– Biographische Anamnese 

– Aktuelle Situation / Zukunftspläne 

– Psychopathologische Anamnese inkl. Drogen 

– Sexualanamnese (ausführlich, wenn für Fragestellung relevant) 

– Deliktanamnese 

 

(Tatbezogene Informationen)

• Tatvorgeschichte 

• Tatanlauf 

• Tatgeschehen 

• Nachtatgeschehen 

 

(Diagnostische Informationen)

• Zusätzliche Untersuchungen 

– Testpsychologie, Klinische Interviews, computergestützte Verfahren, externe Zusatzuntersuchungen (medizinische Fragestellungen), etc. 

• Fremdanamnestische Angaben 

 

(Schlußfolgerungen)

• Befunde 

– Persönlichkeitsauffälligkeiten 

– Diagnose nach ICD-10 / DSM-IV-TR aktuell und zum Tatzeitpunkt 

• Zusammenfassung und Beantwortung der Schuldfähigkeitsfragestellung 

– Schweregradeinschätzung sowie tatrelevante Funktionsbeeinträchtigungen unter Differenzierung zwischen Einsichts- und Steuerungsfähigkeit 

– evtl. Aussagen zu Maßregeln der Besserung und Sicherung 

– evtl. psychotherapeutische Empfehlungen / Notwendigkeiten spezifizieren

Rechtspsychologie

Kann man am Verhalten sehen, ob jmd. lügt?


 


  • Kein Verhaltenshinweis ist konsistent anwesend beim Lügen - Die Nase von Pinocchio gibt es nicht!
  • Annahmen über solche Verhaltenshinweise sind oft falsch! - Standardbeispiel: Augenkontakt 
  • Meta-analyse Bond & DePaulo (2006) Akkuratheit leicht über dem Zufallsniveau - 54% (Experten genauso schlecht wie Laien) 
  • Multi-Faktor Model (Zuckerman, De Paulo, & Rosenthal, 1981) erklärt Verhaltensänderungen durch 3 (bzw. 4) mögliche Faktoren: Emotion/Erregung ; Kognition; Kontrolle

 

  • Es gibt ein paar signifikante Gruppenunterschiede, aber diese sind sehr klein (kleine Effektstärken!)
  •  Heterogenität weist auf Unterschiede zwischen 

 

•Personen, z.B. Kultur, Geschlecht, Alter, Persönlichkeit, Übung, etc. 

•Situationen, z.B. Komplexität und mgl. Konsequenzen der Lüge, Motivation, Befragungstechnik und Atmosphäre

 

  • Meta-analyse Hartwig & Bond, 2011 

 

• Intuitive Ideen / Kriterien scheinen akkurater zu sein als explizite Kenntnis 

•Geringe Akkuratheit eher durch Abwesenheit valider und reliabler Hinweise

•Kleine Effektstärke.

Rechtspsychologie

Was ist die zugrundeliegende Idee des Tatwissentests? Vor- und Nachteile


 


  • Tatwissenstest (CIT, Lykken, 1959 Consil-Information) 
  • seltener -aber von der Wissenschaft besser unterstütz
  • Zugrundeliegende psychologische Theorie: Orientierungsreaktion (Bezeichnet durch Verlangsamung von Atmungskurven und Herzraten, sowie Erhöhung der Hautleitfähigkeit)
  • Es wird beobachtet, wie sich psychophysiologische Parameter ändern, während tatrelevante und -irrelevante Alternative angezeigt werden. 
  • Wenn eine Person unschuldig ist, soll weniger oder zu minderst unsystematische Reaktion auf die Verschiedene Items gezeigt werden. Bsp.: Was wurde gestohlen? Ein Ring, ein Handy, Geld, Kunst oder Dokumente
  • Man soll den Test nicht überbewerten. Er sagt nichts ü Schuld, sondern ü Wissen. Die Hinweise haben keine genaue Richtung - Aber wenn es herauskommt, dass eine Person wissen zu haben schein, dann kann man im Interview weiter ermitteln 

 

Vorteile 

• Akkuratheit (vor allem für Unschuldige!)  - weniger falsche Positive

• Standardisierte Methode außer Itemsauswahl

• Empirisch unterstütze wissenschaftliche Theorie Orientierungsresponse - Entwicklung durch Wissenschaftler (im Gegensatz zur CQT – von Praktikern entwickelt) >>A Tremor In The Blood 1998 - David T. Lykken

•Gemischte empirische Evidenz, aber gute Studienqualität, weniger Diskrepanz zw. Labor und Feld,

•Variante: Searching CIT: z. B. Bedrohung Terroranschlag, wo eine Bombe versteckt ist. (Welche Bundesland; Stadt; Ort)

 

Nachteile 

• Nicht immer anwendbar 

• Schwierigkeiten der Itemauswahl - nicht immer möglich plausible und unterschiedbare Alternativen zu finden

• Leakage of information (25-75% Falsch Positive, Bradley & Barefoot, 2010) -  Je mehr Info in der Öffentlichkeit, desto mehr falsche Positive

• Gegenmaßnahmen – Möglich aber nicht leicht. Entspannen ist schwer. Bei allem erregt zu sein ist leichter, aber immer noch schwer. Man kann auch weitere Parameter erheben ohne, dass die Person weiß, aber unethisch.

• Wie gut ist Gedächtnis unter Extrembedigungen? 

• Test sagt nichts ü Schuld, sondern ü Wissen. Augenzeugen wissen alles - Früher (Guilty Knowledge Test, GKT) 

 •Weitere (Feld)-Forschung nötig
 

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