Klinische Psychologie an der Universität Jena

Karteikarten und Zusammenfassungen für Klinische Psychologie an der Universität Jena

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Wie hoch ist die Prävalenz von Behinderungen?

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*V Was sind nach der WHO die Kriterien für eine geistige Behinderung?

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*V Welche Kriterien gelten nach dem ICD-10 für die Diagnose von Demenzen?

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*V Wie ist Intelligenzminderung nach dem ICD-10 definiert und welche Probleme hängen mit dieser Definition von Intelligenzminderung zusammen?

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Was gilt es bei Interventionen für Intelligenzgeminderte zu bedenken und welche Interventionsmöglichkeiten gibt es?

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*V Wie häufig sind Demenzen im Vergleich zu anderen Krankheiten im Alter (qualitativ)? Wird die gesellschaftliche Bedeutung von Demenz in der Zukunft abnehmen?

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Welche Demenzarten werden nach ICD-10 am gröbsten unterschieden und wie werden sie gekennzeichnet?

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*V Welche ätiologischen Ursachen gibt es für Demenzen? (nicht Risikofaktoren, sondern das, was "kaputt" ist und die psychischen Symptome verursacht)

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Mit welchen Zielen werden Demenzen medikamentös behandelt?

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*V Was sind soziale Folgeschäden von Alkoholmissbrauch? 


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Welche (allgemeiner gefassten) Lernziele verfolgt das TEK?

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*V Welche Prognose gibt es für das Asperger-Syndrom?

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Klinische Psychologie

Wie hoch ist die Prävalenz von Behinderungen?

  • Gesamtprävalenz in Deutschland = 0,6%
  • 7,8 Millionen Menschen mit einer Schwerbehinderung

Klinische Psychologie

*V Was sind nach der WHO die Kriterien für eine geistige Behinderung?

  1. Fähigkeit zur selbstständigen Lebensbewältigung beeinträchtigt

  2. Störung entsteht in Kindheit und Jugend und beeinträchtigt die gesamte Entwicklung besonders


Klinische Psychologie

*V Welche Kriterien gelten nach dem ICD-10 für die Diagnose von Demenzen?

G1. (1) Abnahme des Gedächtnisses beim Lernen neuer Information, in schwereren Fällen auch bei der Erinnerung früher erlernter Informationen (verbales und nonverbales Material, objektiv verifiziert, Fremdanamnese, neuropsychologische Untersuchung, quantifizierte kognitive Verfahren)

Schweregrade:

  • Leicht = Gedächtnisverlust betr. tägliche Aktivitäten, Lernen neuen Materials, Aufnahme, Speichern und Wiedergeben von alltäglichen Dingen, z.B. wo etwas hingelegt wurde, soziale Verabredungen oder kürzlich von Familienmitgliedern mitgeteilte Informationen.
  • Mittel= Gedächtnisstörung verursacht eine ernste Behinderung für ein unabhängiges
    Leben. Neue Informationen werden nur gelegentlich und sehr kurz behalten, Verlust
    grundlegender Informationen, wo sie leben, was sie vor kurzem getan haben, Namen
    vertrauter Personen.
  • Schwer = vollständige Unfähigkeit neue Informationen zu behalten, Fragmente von früher Gelerntem, kein Erkennen enger Verwandter.

+ (2) Eine Abnahme mind. 1 anderen kognitiven Fähigkeit:

  • Urteilsfähigkeit
  • Denkvermögen
  • Fähigkeit zu planen, organisieren
  • Informationsverarbeitung 

Die Verminderung der früher höheren Leistungsfähigkeit sollte nachgewiesen werden.

Schweregrade:

  • Leicht = Abnahme kognitiver Fähigkeiten beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit im
    täglichen Leben, noch nicht von anderen abhängig. Komplizierte tägliche Aufgaben
    oder Freizeitbeschäftigungen können nicht ausgeführt werden.
  • Mittelgradig = Abnahme der kognitiven Fähigkeiten führt Abhängigkeit von Hilfe
    anderer im täglichen; Einkäufen, Umgang mit Geld, Zuhause werden nur einfache
    Tätigkeiten beibehalten.
  • Schwere = kognitive Abbau ist durch das Fehlen oder das so gut wie vollständige
    Fehlen nachvollziehbarer Gedankengänge charakterisiert.

G2. die Wahrnehmung der Umgebung muss ausreichend lange erhalten geblieben sein (d. h. Fehlen einer Bewusstseinstrübung)

G3. Die Verminderung der Affektkontrolle und des Antriebs oder eine
Veränderung des Sozialverhaltens
manifestiert sich in mindestens einem der
folgenden Merkmale:

  1. emotionale Labilität
  2. Reizbarkeit
  3. Apathie
  4. Vergröberung des Sozialverhaltens

G4. G1 mindestens sechs Monate

Kommentar: Die Diagnose wird außerdem durch den Nachweis eines Abbaus
weiterer höherer kortikaler Funktionen wie Aphasie, Agnosie und Apraxie
gestützt.

Klinische Psychologie

*V Wie ist Intelligenzminderung nach dem ICD-10 definiert und welche Probleme hängen mit dieser Definition von Intelligenzminderung zusammen?

Definiton:

  • besondere Beeinträchtigung von Fertigkeiten, die zum Intelligenzniveau beitragen, v.a. kognitive Fähigkeiten und soziale Kompetenzen, aber auch Sprache und motorische Fähigkeiten
  • stehengebliebene oder unvollständige Entwicklung der geistigen Fähigkeiten

Probleme:

  • kognitive Fähigkeiten und soziale Kompetenzen sind oft deutlich sozial und kulturell beeinflusst
  • es werden im ICD-10 keine detaillierten klinischen Kriterien spezifiziert -> IQ-Wert ausschlaggebend für Klassifikation 

Klinische Psychologie

Was gilt es bei Interventionen für Intelligenzgeminderte zu bedenken und welche Interventionsmöglichkeiten gibt es?

Allgemeine Prinzipien für Therapien

  • Lerngeschwindigkeit anpassen
  • Sprache anpassen
  • körperbezogene Elemente
  • systemische Sichtweisen
  • individualisierte Kombinationen
  • heilpädagogische Ansätze
  • Bezugspersonen einbeziehen

Ansätze

  • heilpädagogische Ansätze: basale Stimulation der Sinnesempfindungen,
    Körperkontakt ->Selbsterfahrung, Beziehungsgestaltung
  • Training lebenspraktischer Fertigkeiten:
    Verhaltensmodifikation und Eltern/Mediatorentraining
  • soziotherapeutische Intervention: integrative
    Kindertagesstätte, Diagnoseförderklassen, Förderschulen
  • weitere Therapiearten möglich

(Fettes am wichtigsten für Klausur)

Klinische Psychologie

*V Wie häufig sind Demenzen im Vergleich zu anderen Krankheiten im Alter (qualitativ)? Wird die gesellschaftliche Bedeutung von Demenz in der Zukunft abnehmen?

  • mit kardiovaskulären Erkrankungen häufigste Krankheit im Alter
  • alternde Gesellschaft (relativer Anteil alter Menschen wird sich in nächsten 10 Jahren möglicherweise auf das Doppelte vergrößern)

Klinische Psychologie

Welche Demenzarten werden nach ICD-10 am gröbsten unterschieden und wie werden sie gekennzeichnet?

F00 Demenz bei Alzheimer Krankheit

F01 vaskuläre Demenz

F02 Demenz bei sonstigen andernorts klassifizierten Krankheiten

F03 nicht näher bezeichnete Demenz

Klinische Psychologie

*V Welche ätiologischen Ursachen gibt es für Demenzen? (nicht Risikofaktoren, sondern das, was "kaputt" ist und die psychischen Symptome verursacht)

Primäre Schädigung des Gehirns 

  • durch zerebrale Erkrankungen

Sekundäre Schädigung als Folgen 

  • einer anderen körperlichen (systemischen) Erkrankung
  • durch psychotrope Substanzen induziert -> Klassifikation in F1
  • Schädigung durch Noxen 


Beispiele: 

  • Toxisch: Zerebral wirksame Arzneimittel (z. B. Alkohol, L-Dopa, Amphetamine,
    Steroide, Antihypertensiva, Antimalariamittel)
  • Nutritiv: Vitamin-B 12-Mangel (perniziöse Anämie)
  • Entzündlich: (Meningo-) Enzephalitiden bei Infektions- und parasitären Erkrankungen, Neurosyphilis, progressive Paralyse, systemischer Lupus erythematodes, Multiple Sklerose, paraneoplastische limbische Enzephalitis, Neuroborreliose, Herpes-simplex-Enzephalitis, HIV-Enzephalopathie
  • Degenerativ: Alzheimer-, Huntington-, Parkinson-Krankheit
  • Traumatisch: Schädel-Hirn-Trauma
  • Mechanisch: Primäre Hirntumore Metastasen bei extrakraniell gelegenen
    Primärtumoren, Normaldruckhydrozephalus

  • Systemisch/ metabolisch- endokrin: Morbus Cushing (ACTH-Überproduktion, in
    der Folge Cortisolüberschuss), Hypo- und Hyperthyreose, Hyperkalzämie, Leber-, Niereninsuffizienz, Hypoglykämie, Porphyrie (gestörte Blutfarbstoffbildung),Hypoxie

  • kardio-vaskulär: Herzinsuffizienz, Arrhythmien Hypertonus

  • Vaskulär (Gehirn): Vaskulitiden multipler Genese, Arteriosklerose

  • Genetisch: Hepatolentikuläre Degeneration (Morbus Wilson=
    Kupferspeicherkrankheit, Zerebrale Lipidstoffwechselstörungen

Klinische Psychologie

Mit welchen Zielen werden Demenzen medikamentös behandelt?

  • Stabilisierung der geislgen Leistungsfähigkeit /Alltagsbewällgung
  • Milderung von Verhaltensstörungen
  • Verhinderung weiterer Schädigungen des Gehirns

Klinische Psychologie

*V Was sind soziale Folgeschäden von Alkoholmissbrauch? 


  • Trennung/Scheidung 
  • Schulden 
  • Konflikte am Arbeitsplatz
  • Partnerschaftskoflikte
  • Arbeitsplatzverlust
  • Verlust der Fahrerlaubnis
  • Straftaten/Hadtstrafen
  • Wohnungsverlust
  • Verwahrlosung
  • Rückzug von Freunden

Klinische Psychologie

Welche (allgemeiner gefassten) Lernziele verfolgt das TEK?

  • konstruktive Strategien zur Bewältigung eines dysfunktional erhöhten Erregungsniveaus
  • negative Emotionen als Herausforderungen sehen
  • emotionsbezogene Selbstwirksamkeitsüberzeugung
  • eigene innerliche Unterstützung
  • sich emotionsrelevanten Situationen aussetzen
  • emotionale Reaktionen bewusst wahrnehmen
  • eigenes Erleben positiv beeinflussen können

Klinische Psychologie

*V Welche Prognose gibt es für das Asperger-Syndrom?

  • im Erwachsenenalter eingeschränkte Beziehungs‐ und Bindungsfähigkeit
  • akzentuierte Persönlichkeitszüge im Sinne von sonderlingshaften Interessen und Aktivitäten
  • wenige entwickeln schizophrene Psychosen

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