Grundlagen und Methoden der empirischen Sozialforschung an der Universität Jena

Karteikarten und Zusammenfassungen für Grundlagen und Methoden der empirischen Sozialforschung an der Universität Jena

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Welchen Beitrag leisten die Frühformen für die Entwicklung der quantitativen Sozialforschung?

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Welchen Beitrag leisteten die politische Arithmetik, die Moralstatistik und die
Sozialenqueten für die Entwicklung der quantitativen Sozialforschung?

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Wie definieren sich Variablen und Hypothesen?

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Was beinhaltet das Theorem nach Thomas und Thomas?

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Was ist die Chicagoer Schule?

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Was ist eine Theorie und aus welchen Bestandteilen besteht sie?

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Was bedeutet es, zu operationalisieren?

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Welche Ziele kann die empirische Sozialforschung verfolgen?

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Was macht man bei der Konzeptspezifikation?

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Was sind operationalistische Operationalisierungen?

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Was ist Repräsentativität und wie kann sie erreicht werden?

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Was sind die fünf Prinzipien der Grounded Theory?

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Beispielhafte Karteikarten für Grundlagen und Methoden der empirischen Sozialforschung an der Universität Jena auf StudySmarter:

Grundlagen und Methoden der empirischen Sozialforschung

Welchen Beitrag leisten die Frühformen für die Entwicklung der quantitativen Sozialforschung?

Zählen und Entdecken, noch keine systematische Analyse von Regelmäßigkeiten oder Zusammenhängen

Grundlagen und Methoden der empirischen Sozialforschung

Welchen Beitrag leisteten die politische Arithmetik, die Moralstatistik und die
Sozialenqueten für die Entwicklung der quantitativen Sozialforschung?

Politische Arithmetik: John Graunt wendet als erster eine Methode der repräsentativen Stichprobenziehung an, um auf die Gesamtbevölkerung zu schließen

Moralstatistik: 

A. Quetelet versucht erstmals, subjektiv-psychologische Eigenschaften zu messen 

• wendet Gauß‘sche Normalverteilung auf Daten der Sozialstatistik an
• Entwickelt die Kunstfigur des „homme moyen“ („mittlerer Mensch“) --> frühe Form der statistischen Varianzanalyse

Sozialenqueten:

Frühes 19. Jh.: erste Auseinandersetzungen mit den sozialen Konsequenzen von Kapitalismus und Industrialisierung
•Einrichtung von „Statistical Societies“ mit dem Ziel, quantitative  Daten über Arbeitsleben, Wohnsituation, Gesundheitsprobleme und die „moralische Ausstattung“ der Arbeiterschaft zu erheben
•Suche nach Ursachen für soziale Probleme: Verstädterung, nicht das Fabriksystem
•Routinisierungstaatlicher Datenerhebungen -->Sozialberichterstattung
•Basis für Sozialenqueten des britischen Parlaments -->Politikberatung

Grundlagen und Methoden der empirischen Sozialforschung

Wie definieren sich Variablen und Hypothesen?

Hypothese = empirische Aussage, die eine Beziehung zwischen mind. zwei Variablen (Merkmalen) postuliert, kann vorläufig bestätigt oder abgelehnt werden
• leitet sich aus Begriffen und Mechanismen logisch ab



Variablen (Merkmale) = eine Menge von (mindestens zwei) Merkmalsausprägungen, die Objekten (Merkmalsträgern) zugeschrieben werden können

Grundlagen und Methoden der empirischen Sozialforschung

Was beinhaltet das Theorem nach Thomas und Thomas?

“Wenn Menschen eine Situation als real definieren, dann hat sie reale Konsequenzen.”

Grundlagen und Methoden der empirischen Sozialforschung

Was ist die Chicagoer Schule?

• Loses Netzwerk von Forschenden mit gleicher theoretischer Grundüberzeugung
• Entwickelt sich aus den Social Surveys mit Beginn des 20. Jh.
• Noch keine Trennung von qualitativer und quantitativer Forschung
•  Aus der Retrospektive gilt die Chicagoer Schule als „Wiege“ der qualitativen Sozialforschung

• "The Polish Peasant in Europe and America" Studie

Grundlagen und Methoden der empirischen Sozialforschung

Was ist eine Theorie und aus welchen Bestandteilen besteht sie?

Ziel von Theorien:
• Versuch, ein wissenschaftliches
Problem zu lösen --> Erklärung
• Erkenntnisgewinn durch Reduktion von Komplexität in der gesellschaftlichen Wirklichkeit
• Definition: Eine Menge logisch miteinander verknüpfter Aussagen, von denen sich mindestens eine auf einen empirisch prüfbaren Zusammenhang bezieht (Hypothese)

Bestandteile

Definitionen der grundlegenden Begriffe
Mechanismen: theoretische Zusammenhänge zwischen Begriffen
Hypothesen: empirische Aussage, die Beziehung zwischen mindestens zwei Variablen postuliert

Grundlagen und Methoden der empirischen Sozialforschung

Was bedeutet es, zu operationalisieren?

(Messbarmachung): Zuordnung
beobachtbarer Sachverhalte
(Indikatoren) auf theoretische
Konstrukte nach bestimmten
Regeln --> Messtheorie

Grundlagen und Methoden der empirischen Sozialforschung

Welche Ziele kann die empirische Sozialforschung verfolgen?

1. Explorative Untersuchungen

2. Deskriptive Untersuchungen

3. Untersuchungen zur Prüfung von Hypothesen und Theorien

4. Evaluationsstudien

Grundlagen und Methoden der empirischen Sozialforschung

Was macht man bei der Konzeptspezifikation?

Präzisierung der in der Theorie verwendeten Konzepte/Begriffe
(Dimensionalität)

Grundlagen und Methoden der empirischen Sozialforschung

Was sind operationalistische Operationalisierungen?

Operationalismus: theoretisches Konstrukt wird durch Indikatoren definiert bzw. ihnen gleichgesetzt.

• Arbeitslos ist, wer sich selbst als arbeitslos bezeichnet.
• Gering gebildet ist, wer keinen mittleren Schulabschluss hat.


• Vorteile: einfach festzulegen, zu messen, zu kommunizieren


• Probleme: • ggf. zu einfach (Bedeutungsbreite des Konstrukts nicht erfasst) • Untersuchungen, die mit dem gleichen theoretischen Konstrukt arbeiten, können
etwas völlig Verschiedenes operationalisiert haben – kein Vergleich möglich


• Eignung: (begrenzt) für manifeste (direkt beobachtbare) Konstrukte

Grundlagen und Methoden der empirischen Sozialforschung

Was ist Repräsentativität und wie kann sie erreicht werden?

Eine Stichprobe ist repräsentativ, wenn sie ein verkleinertes
Abbild der Grundgesamtheit
hinsichtlich der Heterogenität der Elemente und der
Ausprägungen der für Untersuchung relevanten Variablen ist.


Bedingungen:
1. Elemente der Stichprobe sind definiert
2. Grundgesamtheit ist angebbar und empirisch definierbar
3. Auswahlverfahren ist angebbar und nicht systematisch verzerrt


Je größer die Stichprobe desto kleiner der Stichprobenfehler.

Faustregeln:
• Erst ab 30 Fällen = Stichprobe
• Ab 1000 Fällen: Stichprobenfehler verringert sich mit höherer Anzahl Fällen nur unwesentlich, unabhängig von Größe der GG

Grundlagen und Methoden der empirischen Sozialforschung

Was sind die fünf Prinzipien der Grounded Theory?

1. Wechselprozess von Datenerhebung und Auswertung – Theoretisches Sampling

2. Theorieorientiertes Kodieren

3. Ständiges Vergleichen

4. Das Schreiben theoretischer Memos

5. Relationierung von Datenerhebung, Kodieren und Memoschreiben im gesamten Forschungsprozess

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