Intertextualität und Weltliteratur an der Universität Innsbruck

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1d) Inwiefern stellt dies ein Beispiel für Weltliteratur dar & welchem Beispieltyp (1a) ließe
sich der Fall de Bruyn zuordnen?

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27c) Welche qualitativen Kriterien der Intensität intertextueller Beziehungen entwickelt
Pfister? Veranschaulichen Sie diese jeweils anhand eines Beispiels aus der Vorlesung.

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27a) Welche zwei intertextualitätstheoretischen Konzepte stellt Pfister einander gegenüber?

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26b) Welche Formen der Transtextualität unterscheidet Genette? Veranschaulichen Sie die Kategorie jeweils anhand eines Beispiels aus der Vorlesung.

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25a) Warum konnte sich um Helene Hegemanns Roman eine Art ‚intertextueller Skandal‘ entwickeln?

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24c) Welche zwei Denksysteme stellt Kristeva einander gegenüber, & wie bewertet sie sie?

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24b) Wie ist die Formulierung zu verstehen, dass jeder Text nur ein „Mosaik von Zitaten“ sei?

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24a) In welcher Weise entwickelte Julia Kristeva das Konzept der „Dialogizität“ von Bachtin weiter, & welchen Begriff prägte sie dafür?

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23c) Worauf bezieht sich Bachtin mit dem Gegensatzpaar ‚monologisch‘ vs. ‚dialogisch‘?

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23a) Was versteht Michail Bachtin unter ‚Metalinguistik‘?

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22a) Aus welchem Anlass bekannte sich Brecht zu seiner „grundsätzlichen Laxheit in Fragen
geistigen Eigentums“?

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Welche unterschiedlichen Typen von Beispielen gibt es und inwiefern unterscheiden sie sich in Bezug auf die Relation zwischen dem Beispiel und dem Allgemeinen, wofür es steht, sowie im Hinbilck auf Anspruch und Funktion bzw. Leistungsfähigkeit?

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Beispielhafte Karteikarten für Intertextualität und Weltliteratur an der Universität Innsbruck auf StudySmarter:

Intertextualität und Weltliteratur

1d) Inwiefern stellt dies ein Beispiel für Weltliteratur dar & welchem Beispieltyp (1a) ließe
sich der Fall de Bruyn zuordnen?

Beispiel für Weltliteratur: Ein Gedicht (bzw. ein Ausschnitt eines Gedichts) wird aufgegriffen &
weitertransportiert → Beispiel für wiederholte Spiegelungen
exemplarisches Beispiel

Intertextualität und Weltliteratur

27c) Welche qualitativen Kriterien der Intensität intertextueller Beziehungen entwickelt
Pfister? Veranschaulichen Sie diese jeweils anhand eines Beispiels aus der Vorlesung.

1. Referentialität: Grad der Thematisierung des Bezugtextes → in welchem Grad wird auf den
Verweis aufmerksam gemacht
1. hohe Intensität: erkennbarer Verweis markiert, z.B. durch Motto mit
Herkunftsangaben & formal abgehoben
2. niedrige Intensität: in Text Formulierungen eines anderen Werkes, das nicht sofort
als Zitat intensiviert wird
2. Kommunikativität: Grad der Bewusstheit des intertextuellen Bezugs beim Autor wie beim
Rezipienten → abhängig vom Kontext → Intensität ist Schwankungen unterworfen:
historisch, Bildung → z.B. Kälbermarsch → früher kannte jeder den Bezugstext, heute
vergessen → Literaturwissenschaft muss rekonstruieren
3. Autoreflexivität: Grad der Thematisierung des intertextuellen Bezugs zu Prätexten →
Auseinandersetzung muss erfolgen → z.B. Neumann: Daumenlutscher, Paratext zu Beginn
reflektiert über die beiden nachfolgenden Texte
4. Strukturalität: Grad der syntagmatischen Integration der Prätexte in den Zieltext → in
welchem Ausmaß ist die Struktur relevant für den Zieltext
1. niedrig: anzitiert
2. hoch: Prätext als Folie für späteren Text → z.B. Eichendorff: „Abschied vom
Walde“ & Folgetexte → Struktur & Formulierungen übernommen → oder:
Übersetzungen: möglichst große Originaltreue der Struktur (Länge, Reim,...)
5. Selektivität: Grad der Prägnanz der intertextuellen Verweisung → Wie pointiert wurde
ausgewählt und herausgestellt? Komplementäres Verhältnis zur Referentialität → Wie
verhält sich der Ausschnitt aus Prätext zum Kontext?
1. Hoch: „Kälbermarsch“ → repräsentative Zeilen wurden übernommen
6. Dialogizität: Grad der Spannung zwischen ursprünglichem & neuem Zusammenhang →
direkt von Bachtin übernommen
1. niedrig: Extremübersetzung Humboldt, Versuch Spannung auf 0 zu reduzieren
2. hoch: Brechts „Kälbermarsch“ → konträre Position

Intertextualität und Weltliteratur

27a) Welche zwei intertextualitätstheoretischen Konzepte stellt Pfister einander gegenüber?

Globales Modell: jeder Text als Bestandteil eines großen Textes/ universalen Intertexts
strukturalistisches Modell: bewusste & markierte Bezüge auf andere Texte, so wird Begriff der
Intertextualität eingeengt

Intertextualität und Weltliteratur

26b) Welche Formen der Transtextualität unterscheidet Genette? Veranschaulichen Sie die Kategorie jeweils anhand eines Beispiels aus der Vorlesung.

5 Kategorien:
1. Intertextualität: „effektive Präsenz eines Textes in einem anderen Text“ → Zitat, Plagiat, Cento, direkte Übernahmen → z.B. Plagiat in „Axolotl Roadkill“
2. Paratextualität: „Beziehung zwischen dem eigentlichen Text & Randtexten“ → z.B. wird die
Perspektive auf den Roman durch die Verlagsnotiz geändert, die auf die Übernahmen
hinweist → die Verlagsnotiz steht auf dem Prüfstand: Ist das vielleicht doch nur ein Mangel
an Kreativität?
3. Metatextualität: „Beziehung zwischen einem Text & einem anderen, der sich mit ihm in
Form eines Kommentars auseinandersetzt“ → Axolotl wurde hochgelobt → Rückwirkung
auf Roman durch Kritik, Kritik als Teil der Leseerfahrung → Kritik hat sich als kompetent
oder eben nicht herausgestellt
4. Architextualität: „Beziehung zwischen einem Einzeltext & der Gattung, der er zugehört“ →
Gattung ist Schwankungen unterworfen → Hinweis auf Gattungszugehörigkeit kann
Lektüre steuern → z.B. Charms „Sonett → Erwartung: Gedicht mit 14 Zeilen & speziellen
Reimschema, ist aber ein fortlaufender Text → müssen Teile in Verhältnis bringen →
partielle Ähnlichkeit (Aufbau in 2 Quartette & 2 Terzette, 14 Sätze,...) wird sichtbar → Titel
regt uns dazu an, so eine Einteilung zu versuchen → andere Lektüre durch den Titel
5. Hypertextualität: „Beziehung zwischen einem Ausgangstext A (Hypotext) & einem
Folgetext B (Hypertext) → Hypertext überlagert Hypotext in gewisser Form →
unterscheidet zwei Arten:
1. einfache Transformation: Handlungen-/Beziehungsschemate übernommen, dasselbe
anders sagen → z.B. Abgeänderter Daumenlutscher/literarische Variationen →
traditionelle Parodie, besondere Travestie
2. indirekte Transformation/Nachahmung: Stil übernommen, etwas anderes auf dieselbe
Weise sagen → Sonett von Opitz/schöne Tynderik → verkehrte Edelsteine ändern Stil
der Petracisten

Intertextualität und Weltliteratur

25a) Warum konnte sich um Helene Hegemanns Roman eine Art ‚intertextueller Skandal‘ entwickeln?

Buch groß gefeiert, starke Übernahmen aus unterschiedlichen Quellen, die nicht gekennzeichnet
wurden (Plagiat!)
Neuauflage mit Verlagsnotiz: „Dieser Roman folgt in Passagen dem ästhetischen Prinzip der
Intertextualität & kann daher weitere Zitate beinhalten.“
Plagiat oder Intertextualität?

Intertextualität und Weltliteratur

24c) Welche zwei Denksysteme stellt Kristeva einander gegenüber, & wie bewertet sie sie?

Monologismus: Identität, Kausalität, Substanz, klare Definitionen
Dialogismus: Analogien, Relationen, Opposition
Bewegung zwischen den beiden Polen → bettet das in philosophische Perspektive ein → gibt zu
bedenken, dass der Beobachter aber immer auch auf die Beobachtung einwirkt („quantische
Vertauschung“)

Intertextualität und Weltliteratur

24b) Wie ist die Formulierung zu verstehen, dass jeder Text nur ein „Mosaik von Zitaten“ sei?

Texte entstehen durch Absorption & Transformation von anderen Texten
Kristeva: Originalität unmöglich, alles bezieht sich aufeinander
Zitat: nicht unbedingt gedruckt/literarisch → Textbegriff wurde erweitert, auch Geschichte &
Gesellschaft als Text → Universum der Texte & Diskurse → unmittelbare Kommunikation
zwischen Sender & Empfänger
Verabschiedung des Autors als wesentliche sinnstiftende Distanz, Werke sind unabschließbar &
offen
Pendelbewegung möglich: Autoreninstanz vs. Offener Text, Vieldeutigkeit von Texten → nicht nur
ein richtiger Sinn
poetische Sprache als doppelte zu lesen, denn andere Texte schwingen immer mit

Intertextualität und Weltliteratur

24a) In welcher Weise entwickelte Julia Kristeva das Konzept der „Dialogizität“ von Bachtin weiter, & welchen Begriff prägte sie dafür?

Dialogizität als Ausgangspunkt
Textbegriff erweitert, Geschichte & Gesellschaft miteinbezogen → Schriftsteller liest darin → Text
orientiert sich an dem, was vorausgegangen ist
Begriff der Intertextualität

Intertextualität und Weltliteratur

23c) Worauf bezieht sich Bachtin mit dem Gegensatzpaar ‚monologisch‘ vs. ‚dialogisch‘?

Aus linguistischer Betrachtung, betrifft Sprache, Kunst, Gesellschaft
monologisch = zentripetale Kräfte → Homogenisierung der Hochsprache im Zentrum, z.B. durch
den Duden oder die Tatsache, dass im Isländischen versucht wird, Fremdworte zu begrenzen
dialogisch = zentrifugale Kräfte → Auffächerung in Ideolekte, Soziolekte usw. wird
wahrgenommen & wertgeschätzt

Intertextualität und Weltliteratur

23a) Was versteht Michail Bachtin unter ‚Metalinguistik‘?

Metalinguistik: neue Perspektive auf sprachlich Phänomene, Begrenzung auf die Sprache/rein
linguistische Betrachtung überschritten, Wort eingerückt in Kommunikation, Kontext spielt Rolle,
Sprache ist jetzt ein Kommunikationsmittel

Intertextualität und Weltliteratur

22a) Aus welchem Anlass bekannte sich Brecht zu seiner „grundsätzlichen Laxheit in Fragen
geistigen Eigentums“?

Skandal: Dreigroschenoper ist eigentlich nur eine Adaption der „Beggar's Opera“. Massive
Bezugnahme, übersetzte Songs eines spätmittelalterlichen Dichters übernommen → Übernahme
nicht gekennzeichnet → Plagiatsvorwurf
Brechts Reaktion: „grundsätzliche Laxheit in Fragen geistigen Eigentums“

Intertextualität und Weltliteratur

Welche unterschiedlichen Typen von Beispielen gibt es und inwiefern unterscheiden sie sich in Bezug auf die Relation zwischen dem Beispiel und dem Allgemeinen, wofür es steht, sowie im Hinbilck auf Anspruch und Funktion bzw. Leistungsfähigkeit?

• Repräsentativ:
◦ Stichprobe stimmt im Hinblick auf die wesentliche Merkmale mit dem Allgemeinen
überein
◦ zuverlässige Rückschlüsse auf das repräsentierte Allgemeine möglich
◦ extrem selten

typisch:
◦ Übereinstimmung zwischen Einzelfall & Allgemeinem betrifft einige wesentlichen
Merkmale (aber nicht alle)
◦ Beispiel vermittelt einigermaßen zuverlässigen Eindruck des Allgemeinen
• exemplarisch:
◦ punktuelle Übereinstimmung zwischen Einzelfall & Allgemeinen
◦ im Vordergrund steht die Eignung des Beispiels, einzelne Aspekte des Allgemeinen zu
veranschaulichen, nachvollziehbar zu machen

illustrativ:
◦ klar untergeordnete Funktion des Beispiels im Verhältnis zum Allgemeinen
◦ Verwendungszweck des Beispiels besteht in einem (zusätzlichen) Angebot zur
Veranschaulichung

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