Select your language

Suggested languages for you:
Login Anmelden

Lernmaterialien für Pädagogik Vorlesung an der Universität Hildesheim

Greife auf kostenlose Karteikarten, Zusammenfassungen, Übungsaufgaben und Altklausuren für deinen Pädagogik Vorlesung Kurs an der Universität Hildesheim zu.

TESTE DEIN WISSEN

Erläutere die Grundidee der Gesamtschule sowie die Gründe für deren Scheitern.

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

Grundidee: 

  • Abbau sozialer schranken und Chancengleichheit
  • bessere Förderung der SuS durch innere Differenzierung (nicht nach Schultypen)
  • Abbau sozialer Ungleichheiten
  • soziales Lernen
  • Integration


Gründe fürs Scheitern:

  • Befürchtung des Absenkens des allgemeines Bildungs- und Leistungsniveaus
  • flächendeckende Einführung von Gesamtschule war politisch nicht durchsetzbar


Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Was ist mit der "Schulstrukturfrage" in der bildungspolitischen und öffentlichen Diskussion in Deutschland gemeint?

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN
  • Schulstrukturdiskussion hat in Deutschland eine lange Geschichte und ist vielfach ideologisch aufgeladen 
  • Frage nach der ‚richtigen‘ Schulstruktur lässt sich nicht über die internationalen empirischen Leistungsvergleichsstudien und deren Ergebnisse beantworten
  • Erziehungswissenschaft/ Pädagogik liefert Argumente für integrierte Schulsysteme
  • ‚durchwachsene Befundlage‘
  • Frage ist in erster Linie politisch zu entscheiden
Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Welche verschiedenen Maßnahmen wurden in der Phase der Bildungsreform seit Mitte der 1960er im Schulsystem eingeführt?

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN
  • Einrichtung von Gesamtschule
  • Auflösung der Volksschule und Bildung einer organisatorisch eigenständigen Grundschule und einer neun bzw. zehn Jahre umfassenden Hauptschule
  • stärkere Wissenschaftsorientierung im Fachunterricht in allen Schulformen der Sek I und in der gymnasialen Oberstufe
  • Erhöhung der Durchlässigkeit des Schulwesens
  • Reform der Gymnasialen Oberstufe
  • Einführung der Orientierungsstufe
Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Erläutere die in der Vorlesung genannten Vorstellungen von Chancengleichheit in Bildungssystem.

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

Vorstellung einer Gleichheit von Bildungserfolgen

  • Chancengleichheit liegt vor, wenn jedes Kind die gleichen Bildungserfolge erzielt (Ergebnisgleichheit)


Proportionale Chancengleichheit (statistisches Proporzmodell)

  • Vergleich der Anteile von gesellschaftlichen Gruppen auf den verschiedenen Ebenen der Bildungsinstitutionen mit ihren Anteilen an der Gesamtbevölkerung (z.B. gibt es insgesamt 20,4% SuS deren Eltern ein Hauptschulabschluss haben, aber nur insgesamt 9,2% der Gymnasiasten haben Eltern mit Hauptschulabschluss)
  • Proportionale Chancengleichheit liegt vor, wenn jede soziale Gruppe entsprechend ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung in weiterführenden Bildungseinrichtungen vertreten ist


Leistungsbezogene, formale Chancengleichheit (meritokratisches Modell)

  • Chancengleichheit orientiert sich am Leistungsprinzip: Alle Individuen haben entsprechend ihrer Fähigkeit und Leistungen die gleiche Chance zum Erwerb von Bildungsabschlüssen
  • Bildungserfolg wird unabhängig von leistungsfremden Merkmalen realisiert


Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Erläutere den Unterschied zwischen dem Ausländerkonzept und dem Migrationskonzept.

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

Ausländerkonzept

  • Ausländer = ausländische Staatsangehörige (sowie Staatenlose und Personen mit ungeklärter Staatsangehörigkeit)

Probleme des Merkmals „Staatsangehörigkeit“

  • erfasst nur eine Dimension von Migration
  • Aussiedler haben die deutsche Staatsangehörigkeit
  • Eingebürgerte bleiben unberücksichtigt (von 1990 bis 2012 haben sich mehr als 4,4 Millionen Ausländer*innen in Deutschland einbürgern lassen)
  • Migrant*innen der zweiten bzw. dritten Generation werden nicht erfasst


Migrationskonzept

  • Differenzierte Erfassung des Merkmals Migration (Staatsangehörigkeit, Geburtsland, Zuzugsjahr, Informationen zur Einbürgerung)
  • Erfassung der Migrationserfahrung in der Herkunftsfamilie
  • Vielfalt von Zuwanderungskonstellationen nach individueller und familialer Migrationserfahrung


Eine Person hat einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch Geburt besitzt.


Diese Definition umfasst folgende Personengruppen:

  • zugewanderte und nicht zugewanderte Ausländerinnen und Ausländer,
  • zugewanderte und nicht zugewanderte Eingebürgerte,
  • Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler,
  • Personen, die die deutsche Staatsangehörigkeit durch Adoption durch einen deutschen Elternteil erhalten haben,
  • mit deutscher Staatsangehörigkeit geborene Kinder der vier zuvor genannten Gruppen“ 


Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Vorlesung 8


Benenne und erläutere Ursachen für den Bedeutungsverlust der Hauptschule und ihre Strukturprobleme.

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

Demographischer Wandel

  • Rückgang der Schülerzahlen in den 1990er- und 2000er Jahren: Notwendigkeit von Schulschließungen bzw. der Reduzierung des Schulangebots
  • Schulen mit mehreren Bildungsgängen erhöhen die Anpassungsflexibilität bei sinkenden Schülerzahlen


Hauptschule als schichtspezifische Schule und problematisches Lern- und Entwicklungsmilieu

  • Soziale Segregation nach Sozialschichtzugehörigkeit und Migrationshintergrund an Hauptschulen
  • soziale Entmischung der Hauptschule: fehlendes Anregungspotential und Verringerung der Kompensationsmöglichkeiten über Mitschüler
  • problematische Lern- und Entwicklungsmilieus
  • Doppelte Bildungsbenachteiligung: die durch die soziale Herkunft bedingten Nachteile werden institutionell verstärkt


Konkurrenz mit der Gesamtschule 

  • problematische Hauptschulmilieus vielfach in Regionen, in denen die Hauptschule in einem viergliedrigen Schulsystem in Konkurrenz zur Gesamtschule steht


Hauptschule als Auffangbecken für die in höheren Bildungsgängen Gescheiterten

  • Laut PISA-Studien haben knapp 64% der Schüler an Hauptschulen in ihrer Schulkarriere mindestens einen schulischen Misserfolg erfahren (z.B. Klassenwiederholung, Abstufung in niedrigere Schulform)


Schülerklientel

  • Kinder und Jugendliche, die zum Teil unter erschwerten sozialen Bedingungen aufwachsen und wenig häusliche Unterstützung erfahren
  • geringeres Selbstkonzept und Selbstwertgefühl
  • Perspektivlosigkeit


Veränderungen auf dem Ausbildungsmarkt

  • Ansehensverlust des Hauptschulabschlusses und Verdrängungswettbewerb auf dem Ausbildungsmarkt
  • zunehmende Verhinderung des direkten Zugangs zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt (Übergangssystem)
  • auch mit an Hauptschulen erworbenen höherwertigen Abschlüssen (Entkopplung von Schulform und Bildungsabschluss) ist die Einmündung in attraktive Ausbildungsberufe weit ungünstiger als für Absolventen von Realschulen und Gymnasien


Elterliches Schulwahlverhalten

  • höhere Bildungsaspirationen bei Schüler*innen und Eltern
  • größere Nachfrage nach höher qualifizierenden Schulabschlüssen


Prestigeverlust der Hauptschule

  • Hauptschule als „Restschule“
  • Stigmatisierung von „Hauptschüler_innen“


schulforminterne Probleme

  • vielfach fachfremder Unterricht (Klassenlehrerprinzip)
  • geringes Anspruchsniveau im Unterricht
  • Aufbewahrung und Beschäftigung der Schüler
  • höheres Gewaltpotential an Schulen und Schulverweigerung


Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Wie lassen sich die Begriffe "verbindliche Schulempfehlung" und "Elternrecht"  voneinander abgrenzen?

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

verbindliche Schulempfehlung

  • Schule erteilt verbindliche Empfehlung auf Grund des Notendurchschnitts
  • per Aufnahmeprüfung oder erfolgreicher Teilnahme am Probeunterricht ist die verbindliche Empfehlung "überwindbar"


Elternrecht

  • Grundschulen geben Empfehlung, letztendlich entscheiden aber die Eltern



Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Erläutere die Unterschiede zwischen dem höheren und des niederen Schulwesens in Preußen sowie die Gründe für den Ausbau eines mittleren Schulwesens.

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

niedere Schulen 

  • ("gemeine" Schulen) sind dem ersten Unterricht der Jugend gewidmet
  • volkstümliche Bildung ("Untertanenerziehung"), zementiert Ungleichheit in der Gesellschaft
  • Ausrichtung des Unterrichts an elementaren Kulturtechniken und Religion ("Bildungsbegrenzung")
  • einklassig, höchstens dreijährige Schulbesuchszeit
  • ("niederes Lehramt") seminaristische Lehrerausbildung mit politischer Gesinnungskontrolle und religöser Unterweisung

höhere Schulen

  • ("Gymnasia") bereiten die Jugend (nur Jungen) zur höheren Wissenschaft, oder auch zu Künsten und bürgerlichen Gewerbe vor
  • Abiturreglement (Abitur berechtigt zum Studium)
  • Durchsetzung des Leistungsprinzips
  • ("höheres Lehramt") Fachstudium an Universität mit staatlicher Prüfung


Gründe für den Ausbau eines mittleren Schulwesens:

  • wachsende Nachfrage an bestimmten Fähigkeiten/Fertigkeiten im Beschäftigungssystem in der Phase der Industrialisierung
  • ein auf Anwendbarkeit und Nützlichkeit ausgerichtetes Bildungsverständnis (höher Anteil an Mathematik, Mechanik, Ökonomie und moderne Fremdsprachen) zur Vorbereitung auf nichtakademische Berufe


Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Nenne zentrale Befunde der PISA-Studien.

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

PISA 2000: 

  • Leseleistungen der deutschen SuS waren unterdurchschnittlich
  • enge Koppelung zwischen sozialer Herkunft der SuS und Kompetenzerwerb


PISA 2018:

  • sehr stark ausgeprägter Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft der SuS und ihrer Lesekompetenz
  • keine signifikante Veränderung der Lesekompetenz der SuS mit Zuwanderungshintergrund seit 2009
  • Zuwanderungshintergrund ist stärker als in anderen Staaten mit dem sozialen Status verknüpft
  • Mädchen sind im Lesen kompetenter als Jungen
  • Vorsprung der Jungen gegenüber den Mädchen in Mathematik hat sich verkleinert, in Naturwissenschaften sind jetzt beide Geschlechter gleich kompetent
Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Erläutere, welche Veränderungen der Schulstruktur es in der Phase des Nationalsozialismus gab, und nenne Beispiele für die Ideologisierung von Schule und Unterricht.

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN
  • Beibehaltung der Schulstruktur
  • Ergänzung um zwei Schultypen (Nationalpolitische Erziehungsanstalten (Napola) und Adolf-Hitler-Schulen)
  • Ideologische Indienstnahme der Schule durch neue Inhalte und Aufwertung bestimmter Fächer (z.B. Biologie mit Rassenkunde)
  • Bildungsbegrenzungen für Mädchen und Rückführung der Mädchenerziehung auf hausfrauliche Fertigkeiten (Nur jeder zehnte Student durfte weiblich sein)
  • Spezifische Auswahlkriterien für Schülerauslese an höheren Schule (Rassendiskriminierung --> Juden dürfen keine deutschen Schulen besuchen)
  • Aufbau der Hitlerjugend
Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Vorlesung 4


Benenne und erläutere gemeinsame Strukturelemente des deutschen Schulsystems.


Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

Schulpflicht

  • 9-10 Jahre Schulpflicht an allgemeinbildenden Schulen und 2-3 Jahre Teilzeitschulen im beruflichen Schulwesen oder in Vollzeitschulen im allgemein bildenden oder im beruflichen Schulwesen


gemeinsame vierjährige Grundschule (in Berlin und Brandenburg 6 Jahre)

  •  im Kontext der Weimarer Republik sollte die Schule von allen SuS gemeinsam quer über alle sozialen Schichten hinweg besucht werden


paralleles System von Förderschulen

  • verschiedene Förderschwerpunkte: emotionale und soziale Entwicklung, geistige Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung, Lernen, Sehen, Hören, Sprache


Zwei-, Drei- bzw. Mehrgliedrigkeit des Schulsystems

  • klassische Dreigliedrigkeit: Hauptschule, Realschule, Gymnasium
  • Gesamtschulen/ Schulen mit mehreren Bildungsgängen als weitere Schulformen parallel zum Gymnasium


Ganztagsangebot

  • größtenteils offenen Ganztagsangebot


Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Erläutere Argumente für und gegen ein integriertes Schulsystem.

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

Das gegliederte Schulsystem sortiert nicht leistungsgerecht!

  • es gibt eine erhebliche Leistungsstreuung und damit breite Überlappungen (die 10% der besten Hauptschüler würden im Gymnasium zum mittleren Leistungsbereich gehören


Frühe Selektion in institutionell getrennte Bildungsgänge begünstigt die soziale Segregation der Schüler

  • Integrierte Systeme können die ‚Vererbung‘ sozialer Lagen abschwächen


Schulen des gegliederten Systems bilden spezifische Lern- und Entwicklungsmilieus aus und blockieren damit die Potentialentfaltung der Schüler

  • integrierte Systeme führen eher zu vergleichbaren Lern- und Entwicklungsmilieus und können damit allen Schülern ähnliche Chancen der Leistungsentwicklung bieten


Das Lernen in heterogenen Lerngruppen erweist sich als erfolgreich

  • ungünstige Effekte auf Unterricht und Schülerleistungen treten auf, wenn sich in Schulklassen eine größere Anzahl von Schüler_innen mit Verhaltens-, Erziehungs- und/oder Lernproblemen findet
  • ‚durchwachsene Befundlage‘
  • aber gute Lernleistungen in heterogenen Gruppen, wenn der Unterricht hinreichend differenziert angelegt ist
Lösung ausblenden
  • 38319 Karteikarten
  • 1140 Studierende
  • 77 Lernmaterialien

Beispielhafte Karteikarten für deinen Pädagogik Vorlesung Kurs an der Universität Hildesheim - von Kommilitonen auf StudySmarter erstellt!

Q:

Erläutere die Grundidee der Gesamtschule sowie die Gründe für deren Scheitern.

A:

Grundidee: 

  • Abbau sozialer schranken und Chancengleichheit
  • bessere Förderung der SuS durch innere Differenzierung (nicht nach Schultypen)
  • Abbau sozialer Ungleichheiten
  • soziales Lernen
  • Integration


Gründe fürs Scheitern:

  • Befürchtung des Absenkens des allgemeines Bildungs- und Leistungsniveaus
  • flächendeckende Einführung von Gesamtschule war politisch nicht durchsetzbar


Q:

Was ist mit der "Schulstrukturfrage" in der bildungspolitischen und öffentlichen Diskussion in Deutschland gemeint?

A:
  • Schulstrukturdiskussion hat in Deutschland eine lange Geschichte und ist vielfach ideologisch aufgeladen 
  • Frage nach der ‚richtigen‘ Schulstruktur lässt sich nicht über die internationalen empirischen Leistungsvergleichsstudien und deren Ergebnisse beantworten
  • Erziehungswissenschaft/ Pädagogik liefert Argumente für integrierte Schulsysteme
  • ‚durchwachsene Befundlage‘
  • Frage ist in erster Linie politisch zu entscheiden
Q:

Welche verschiedenen Maßnahmen wurden in der Phase der Bildungsreform seit Mitte der 1960er im Schulsystem eingeführt?

A:
  • Einrichtung von Gesamtschule
  • Auflösung der Volksschule und Bildung einer organisatorisch eigenständigen Grundschule und einer neun bzw. zehn Jahre umfassenden Hauptschule
  • stärkere Wissenschaftsorientierung im Fachunterricht in allen Schulformen der Sek I und in der gymnasialen Oberstufe
  • Erhöhung der Durchlässigkeit des Schulwesens
  • Reform der Gymnasialen Oberstufe
  • Einführung der Orientierungsstufe
Q:

Erläutere die in der Vorlesung genannten Vorstellungen von Chancengleichheit in Bildungssystem.

A:

Vorstellung einer Gleichheit von Bildungserfolgen

  • Chancengleichheit liegt vor, wenn jedes Kind die gleichen Bildungserfolge erzielt (Ergebnisgleichheit)


Proportionale Chancengleichheit (statistisches Proporzmodell)

  • Vergleich der Anteile von gesellschaftlichen Gruppen auf den verschiedenen Ebenen der Bildungsinstitutionen mit ihren Anteilen an der Gesamtbevölkerung (z.B. gibt es insgesamt 20,4% SuS deren Eltern ein Hauptschulabschluss haben, aber nur insgesamt 9,2% der Gymnasiasten haben Eltern mit Hauptschulabschluss)
  • Proportionale Chancengleichheit liegt vor, wenn jede soziale Gruppe entsprechend ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung in weiterführenden Bildungseinrichtungen vertreten ist


Leistungsbezogene, formale Chancengleichheit (meritokratisches Modell)

  • Chancengleichheit orientiert sich am Leistungsprinzip: Alle Individuen haben entsprechend ihrer Fähigkeit und Leistungen die gleiche Chance zum Erwerb von Bildungsabschlüssen
  • Bildungserfolg wird unabhängig von leistungsfremden Merkmalen realisiert


Q:

Erläutere den Unterschied zwischen dem Ausländerkonzept und dem Migrationskonzept.

A:

Ausländerkonzept

  • Ausländer = ausländische Staatsangehörige (sowie Staatenlose und Personen mit ungeklärter Staatsangehörigkeit)

Probleme des Merkmals „Staatsangehörigkeit“

  • erfasst nur eine Dimension von Migration
  • Aussiedler haben die deutsche Staatsangehörigkeit
  • Eingebürgerte bleiben unberücksichtigt (von 1990 bis 2012 haben sich mehr als 4,4 Millionen Ausländer*innen in Deutschland einbürgern lassen)
  • Migrant*innen der zweiten bzw. dritten Generation werden nicht erfasst


Migrationskonzept

  • Differenzierte Erfassung des Merkmals Migration (Staatsangehörigkeit, Geburtsland, Zuzugsjahr, Informationen zur Einbürgerung)
  • Erfassung der Migrationserfahrung in der Herkunftsfamilie
  • Vielfalt von Zuwanderungskonstellationen nach individueller und familialer Migrationserfahrung


Eine Person hat einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch Geburt besitzt.


Diese Definition umfasst folgende Personengruppen:

  • zugewanderte und nicht zugewanderte Ausländerinnen und Ausländer,
  • zugewanderte und nicht zugewanderte Eingebürgerte,
  • Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler,
  • Personen, die die deutsche Staatsangehörigkeit durch Adoption durch einen deutschen Elternteil erhalten haben,
  • mit deutscher Staatsangehörigkeit geborene Kinder der vier zuvor genannten Gruppen“ 


Mehr Karteikarten anzeigen
Q:

Vorlesung 8


Benenne und erläutere Ursachen für den Bedeutungsverlust der Hauptschule und ihre Strukturprobleme.

A:

Demographischer Wandel

  • Rückgang der Schülerzahlen in den 1990er- und 2000er Jahren: Notwendigkeit von Schulschließungen bzw. der Reduzierung des Schulangebots
  • Schulen mit mehreren Bildungsgängen erhöhen die Anpassungsflexibilität bei sinkenden Schülerzahlen


Hauptschule als schichtspezifische Schule und problematisches Lern- und Entwicklungsmilieu

  • Soziale Segregation nach Sozialschichtzugehörigkeit und Migrationshintergrund an Hauptschulen
  • soziale Entmischung der Hauptschule: fehlendes Anregungspotential und Verringerung der Kompensationsmöglichkeiten über Mitschüler
  • problematische Lern- und Entwicklungsmilieus
  • Doppelte Bildungsbenachteiligung: die durch die soziale Herkunft bedingten Nachteile werden institutionell verstärkt


Konkurrenz mit der Gesamtschule 

  • problematische Hauptschulmilieus vielfach in Regionen, in denen die Hauptschule in einem viergliedrigen Schulsystem in Konkurrenz zur Gesamtschule steht


Hauptschule als Auffangbecken für die in höheren Bildungsgängen Gescheiterten

  • Laut PISA-Studien haben knapp 64% der Schüler an Hauptschulen in ihrer Schulkarriere mindestens einen schulischen Misserfolg erfahren (z.B. Klassenwiederholung, Abstufung in niedrigere Schulform)


Schülerklientel

  • Kinder und Jugendliche, die zum Teil unter erschwerten sozialen Bedingungen aufwachsen und wenig häusliche Unterstützung erfahren
  • geringeres Selbstkonzept und Selbstwertgefühl
  • Perspektivlosigkeit


Veränderungen auf dem Ausbildungsmarkt

  • Ansehensverlust des Hauptschulabschlusses und Verdrängungswettbewerb auf dem Ausbildungsmarkt
  • zunehmende Verhinderung des direkten Zugangs zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt (Übergangssystem)
  • auch mit an Hauptschulen erworbenen höherwertigen Abschlüssen (Entkopplung von Schulform und Bildungsabschluss) ist die Einmündung in attraktive Ausbildungsberufe weit ungünstiger als für Absolventen von Realschulen und Gymnasien


Elterliches Schulwahlverhalten

  • höhere Bildungsaspirationen bei Schüler*innen und Eltern
  • größere Nachfrage nach höher qualifizierenden Schulabschlüssen


Prestigeverlust der Hauptschule

  • Hauptschule als „Restschule“
  • Stigmatisierung von „Hauptschüler_innen“


schulforminterne Probleme

  • vielfach fachfremder Unterricht (Klassenlehrerprinzip)
  • geringes Anspruchsniveau im Unterricht
  • Aufbewahrung und Beschäftigung der Schüler
  • höheres Gewaltpotential an Schulen und Schulverweigerung


Q:

Wie lassen sich die Begriffe "verbindliche Schulempfehlung" und "Elternrecht"  voneinander abgrenzen?

A:

verbindliche Schulempfehlung

  • Schule erteilt verbindliche Empfehlung auf Grund des Notendurchschnitts
  • per Aufnahmeprüfung oder erfolgreicher Teilnahme am Probeunterricht ist die verbindliche Empfehlung "überwindbar"


Elternrecht

  • Grundschulen geben Empfehlung, letztendlich entscheiden aber die Eltern



Q:

Erläutere die Unterschiede zwischen dem höheren und des niederen Schulwesens in Preußen sowie die Gründe für den Ausbau eines mittleren Schulwesens.

A:

niedere Schulen 

  • ("gemeine" Schulen) sind dem ersten Unterricht der Jugend gewidmet
  • volkstümliche Bildung ("Untertanenerziehung"), zementiert Ungleichheit in der Gesellschaft
  • Ausrichtung des Unterrichts an elementaren Kulturtechniken und Religion ("Bildungsbegrenzung")
  • einklassig, höchstens dreijährige Schulbesuchszeit
  • ("niederes Lehramt") seminaristische Lehrerausbildung mit politischer Gesinnungskontrolle und religöser Unterweisung

höhere Schulen

  • ("Gymnasia") bereiten die Jugend (nur Jungen) zur höheren Wissenschaft, oder auch zu Künsten und bürgerlichen Gewerbe vor
  • Abiturreglement (Abitur berechtigt zum Studium)
  • Durchsetzung des Leistungsprinzips
  • ("höheres Lehramt") Fachstudium an Universität mit staatlicher Prüfung


Gründe für den Ausbau eines mittleren Schulwesens:

  • wachsende Nachfrage an bestimmten Fähigkeiten/Fertigkeiten im Beschäftigungssystem in der Phase der Industrialisierung
  • ein auf Anwendbarkeit und Nützlichkeit ausgerichtetes Bildungsverständnis (höher Anteil an Mathematik, Mechanik, Ökonomie und moderne Fremdsprachen) zur Vorbereitung auf nichtakademische Berufe


Q:

Nenne zentrale Befunde der PISA-Studien.

A:

PISA 2000: 

  • Leseleistungen der deutschen SuS waren unterdurchschnittlich
  • enge Koppelung zwischen sozialer Herkunft der SuS und Kompetenzerwerb


PISA 2018:

  • sehr stark ausgeprägter Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft der SuS und ihrer Lesekompetenz
  • keine signifikante Veränderung der Lesekompetenz der SuS mit Zuwanderungshintergrund seit 2009
  • Zuwanderungshintergrund ist stärker als in anderen Staaten mit dem sozialen Status verknüpft
  • Mädchen sind im Lesen kompetenter als Jungen
  • Vorsprung der Jungen gegenüber den Mädchen in Mathematik hat sich verkleinert, in Naturwissenschaften sind jetzt beide Geschlechter gleich kompetent
Q:

Erläutere, welche Veränderungen der Schulstruktur es in der Phase des Nationalsozialismus gab, und nenne Beispiele für die Ideologisierung von Schule und Unterricht.

A:
  • Beibehaltung der Schulstruktur
  • Ergänzung um zwei Schultypen (Nationalpolitische Erziehungsanstalten (Napola) und Adolf-Hitler-Schulen)
  • Ideologische Indienstnahme der Schule durch neue Inhalte und Aufwertung bestimmter Fächer (z.B. Biologie mit Rassenkunde)
  • Bildungsbegrenzungen für Mädchen und Rückführung der Mädchenerziehung auf hausfrauliche Fertigkeiten (Nur jeder zehnte Student durfte weiblich sein)
  • Spezifische Auswahlkriterien für Schülerauslese an höheren Schule (Rassendiskriminierung --> Juden dürfen keine deutschen Schulen besuchen)
  • Aufbau der Hitlerjugend
Q:

Vorlesung 4


Benenne und erläutere gemeinsame Strukturelemente des deutschen Schulsystems.


A:

Schulpflicht

  • 9-10 Jahre Schulpflicht an allgemeinbildenden Schulen und 2-3 Jahre Teilzeitschulen im beruflichen Schulwesen oder in Vollzeitschulen im allgemein bildenden oder im beruflichen Schulwesen


gemeinsame vierjährige Grundschule (in Berlin und Brandenburg 6 Jahre)

  •  im Kontext der Weimarer Republik sollte die Schule von allen SuS gemeinsam quer über alle sozialen Schichten hinweg besucht werden


paralleles System von Förderschulen

  • verschiedene Förderschwerpunkte: emotionale und soziale Entwicklung, geistige Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung, Lernen, Sehen, Hören, Sprache


Zwei-, Drei- bzw. Mehrgliedrigkeit des Schulsystems

  • klassische Dreigliedrigkeit: Hauptschule, Realschule, Gymnasium
  • Gesamtschulen/ Schulen mit mehreren Bildungsgängen als weitere Schulformen parallel zum Gymnasium


Ganztagsangebot

  • größtenteils offenen Ganztagsangebot


Q:

Erläutere Argumente für und gegen ein integriertes Schulsystem.

A:

Das gegliederte Schulsystem sortiert nicht leistungsgerecht!

  • es gibt eine erhebliche Leistungsstreuung und damit breite Überlappungen (die 10% der besten Hauptschüler würden im Gymnasium zum mittleren Leistungsbereich gehören


Frühe Selektion in institutionell getrennte Bildungsgänge begünstigt die soziale Segregation der Schüler

  • Integrierte Systeme können die ‚Vererbung‘ sozialer Lagen abschwächen


Schulen des gegliederten Systems bilden spezifische Lern- und Entwicklungsmilieus aus und blockieren damit die Potentialentfaltung der Schüler

  • integrierte Systeme führen eher zu vergleichbaren Lern- und Entwicklungsmilieus und können damit allen Schülern ähnliche Chancen der Leistungsentwicklung bieten


Das Lernen in heterogenen Lerngruppen erweist sich als erfolgreich

  • ungünstige Effekte auf Unterricht und Schülerleistungen treten auf, wenn sich in Schulklassen eine größere Anzahl von Schüler_innen mit Verhaltens-, Erziehungs- und/oder Lernproblemen findet
  • ‚durchwachsene Befundlage‘
  • aber gute Lernleistungen in heterogenen Gruppen, wenn der Unterricht hinreichend differenziert angelegt ist
Pädagogik Vorlesung

Erstelle und finde Lernmaterialien auf StudySmarter.

Greife kostenlos auf tausende geteilte Karteikarten, Zusammenfassungen, Altklausuren und mehr zu.

Jetzt loslegen

Das sind die beliebtesten Pädagogik Vorlesung Kurse im gesamten StudySmarter Universum

Pädagogische Psychologie Vorlesung

Universität Regensburg

Zum Kurs

Die all-in-one Lernapp für Studierende

Greife auf Millionen geteilter Lernmaterialien der StudySmarter Community zu
Kostenlos anmelden Pädagogik Vorlesung
Erstelle Karteikarten und Zusammenfassungen mit den StudySmarter Tools
Kostenlos loslegen Pädagogik Vorlesung