klinische Pharmakologie an der Universität Giessen

Karteikarten und Zusammenfassungen für klinische Pharmakologie an der Universität Giessen

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unselektive beta-Blocker

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Rheumatoide Arthritis - Therapie

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Serotinerges Syndrom 
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MAO-Hemmer 

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Melatonin-Analoga 

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Johanniskraut 

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präsynaptische alpha-Blocker / Tetrazyklische Antidepressiva 
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Lithium 

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Benzodiazepine 

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Benzodiazepin-ähnliche Substanzen

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Benzodiazepine/Benzodiazepin-ähnliche Substanzen - Kontraindikationen 
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Glucocorticoide - Indikation, Kontraindikation 

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klinische Pharmakologie

unselektive beta-Blocker
  • sind zur Therapie der art Hypertonie weniger geeignet!
  • Wirkstoffe
    • Propranolol
      • Thyreotoxische Krise
      • akute Aufregung + Unruhe
      • portale Hypertension
      • essentieller Tremor
    • Carvedilol
      • Hybrid-Blockade
        • alpha 1: periphere Vasodilatation
        • beta 1: neg inotrope Wirkung am Herzen
    • Sotalol
      • zusätzliche Blockierung von K+-Kanälen
      • früher bei HRST, heutzutage nicht mehr
    • Timolol
      • chron Glaukom
  • Wirkung
    • neg inotrop, dromotrop, chronotrop >> Senkung des RR
    • antiischämisch
    • Hemmung der Reninfreisetzung >> Senkung des RR
    • Hemmung der Lipolyse 
    • Hemmung der Dilatation der glatten Muskulatur der peripheren Gefäße
    • Hemmung der Glykogenolyse
    • Hemmung der Insulinsekretion
Hypo- und Hyperglykämieneigung: Da sowohl die Glykogenolyse, die Lipolyse als auch die sympathische Gegenregulation (Maskierung der Hypoglykämie-Symptome) einerseits und die Inuslinsekretion andererseits gehemmt werden, kann es zu Hypoglykämien + Hyperglykämien kommen! Klinisch bedeutsamer ist die Gefahr der symptomarmen Hypoglykämie!
  • NW
    • Hypotension
    • Zunahme der Herzinsuff
    • Sinusknoten-/AV-Block
    • Bradykardie
    • geringe renale Perfusion
    • Sedation, Kopfschmerz, Albträume
    • depressive Verstimmung 
    • Hemmung der Dilatation der glatten Muskulatur >> Minderperfusion in der Peripherie
      • kalte Extremitäten
      • Potenzstörungen
      • Raynaud-Syndrom
    • Hypoglykämie
    • gesteigerte Lipoproteine + Triglyceride
    • Bronchokonstriktion
    • Hemmung der Insulinsekretion
  • Kontraindikationen + Dosisempfehlung wie beta-1-Blocker

klinische Pharmakologie

Rheumatoide Arthritis - Therapie
  • Physikalisch
    • im akuten Schub: Kälteanwendungen
    • Bewegungstherapie
    • Lagerung von Extremitäten in Funktionsstellungen
  • Medikamentös
    • akut
      • Glucocorticoide
      • NSAR + Coxibe
        • PPI
    • langfristig
      • Basistherapeutika: DMARD (Disease-Modifying Anti-Rheumatic Drugs)
        • Wirkung nach Wochen-Monaten
        • Immunsupression
        • Methotrexat (MTX)
          • zeitversetzte Einnahme von Folsäure vermindert die NW
          • keine Einnahme von NSAR am Tag der MTX-Einnahme > sonst NW hoch
        • Leflunomid
        • Sulfasalazin
        • Hydroxychloroquin, Azathioprin, Cyclophosphamid, Ciclosporin A
    • Januskinasehemmer 
      • Monotherapie, als auch in Kombination mit MTX
    • Biologicals 
      • monoklonale Antikörper > Hemmstoffe des Tumornekrosefaktors-alpha
      • nur zur Basistherapie > Ergänzung der Basistherapie
      • Adalimumab, Infliximab, Etanercept
      • NW
        • schwere Infektionen inkl Reaktivierung einer latenten Tuberkulose 
  • Interventionell
    • Radiosynoviorthese 
      • beta-strahelnde Isotope werden in die bteroffenen Gelenke injiziert > Wachstumshemmung + Fibrosierung der Synovialis
    • Synovektomie 
      • offene oder arthroskopische Entfernung der erkrankten Synovialis
Der frühe Beginn mit der Behandlung mit DMARD (Basistherapeutika) ist prognosebestimmend! „Hit hard and early!“

klinische Pharmakologie

Serotinerges Syndrom 
  • lebensbedrohliche serotonerge Überaktivität
  • Symptome
    • Fieber
    • Hypertonie
    • Hyperreflexie, Tremor, Ataxie
    • Delir, motorische Unruhe
    • Übelkeit, Erbrechen
  • Auslöser: meistens Tranylcypromin in Kombination mit anderen Antidepressiva (v.a SSRI oder Clomipramin)
  • Antidepressiva deshalb immer nur als Monotherapie
  • Umstellung > HWZ beachten!
Die Kombination von Tranylcypromin + SSRI ist streng kontraindiziert! 

klinische Pharmakologie

MAO-Hemmer 
  • Erhöhung des Serotoninspiegels durch Hemmung des Serotonin- + Noradrenalin-Abbaus durch die Monoaminooxidase (MAO)
    • irreversibel (MAO A+B)
      • Tranylcypromin 
        • nur bei therapierefraktären, stark antriebsgeminderter Depression
        • Cheese-Effekt! (hypertensive Krise)
    • reversibel (v.a MAO A)
      • Moclobemid 

klinische Pharmakologie

Melatonin-Analoga 
  • eher Mittel der 2. Wahl bei schweren Depressionen  (ggf in Kombination)
  • Agonismus an MT1- + MT2-Rezeptoren (Nucleus suprachiasmaticus) > Beeinflussung der zirkadianen Rhythmik > Verringerung von Schlafstörungen 
  • Agonismus an 5-HT2C-Rezeptoren > indirekte Erhöhung der Noradrenalin- + Dopaminspiegel 
  • Zusammenspiel beider Mechanismen wirkt antidepressiv 
  • Substanz
    • Agomelatin
  • NW
    • akute Leberschäden bis hin zur Leberinsuff
    • Kopfschmerzen, Schwindel
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Sedierung 

klinische Pharmakologie

Johanniskraut 
  • bei leichten depressiven Episoden 
  • NW
    • ausgeprägte CYP3A4-, CYP2C9 + CYP2C19-Induktion > viele Wechselwirkungen 
      • zB Wirkabschwächung
        • Kontrazeptiva
        • Benzodiazepinen
        • Immunsuppressiva 

klinische Pharmakologie

präsynaptische alpha-Blocker / Tetrazyklische Antidepressiva 
  • Stimmungsaufhellende Wirkung durch indirekte Erhöhung des Serotonin- und Noradrenalinspiegels durch präsynaptische alpha2-Blockade 
  • sedierende Wirkung durch Blockade von Histamin-H1-Rezeptoren > Gabe zur Nacht! 
  • bei nicht antriebsgeminderten depressiven Episoden
  • Substanzen
    • Mirtazapin
    • Mianserin
  • NW
    • ausgeprägte Gewichtszunahme durch Appetitsteigerung
    • Sedierung 
    • QT-Zeit-Verlängerung
    • Agranulozytose (Mianserin)

klinische Pharmakologie

Lithium 
  • Therapie psychischer Störungen
    • Mittel der ersten Wahl in der Akuttherapie + Phasenprophylaxe von bipolaren affektiven Störungen
    • antimanisch + Reduktion von suizidalen Handlungen bei depressiven Pat 
  • zahlreiche NW
    • häufig feinschlägiger Tremor
    • Hyperreflexie
    • hohes Epileptogenes Potential 
    • Gewichtszunahme 
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Diarrhö
    • abdominale Schmerzen 
    • Struma
    • Hypothyreose
    • Lithium-Nephropathie: nephrogener Diabetes insipidus
    • chron Nierenversagen
    • EKG-Veränderungen 
      • Arrhythmien
      • Bradykardie 
    • Haut
      • Lithiumakne
      • Triggerung + Exazerbation einer Psoriasis
Lithium hat nur eine geringe therapeutische Breite! 
  • Lithiumintoxikation
    • ab >1,5-2,0 mmol/L
    • Ursachen
      • Überdosierung
      • Natriummangel-Zustände 
        • natriumarme Diät
        • vermehrten Schwitzen
        • Durchfall
        • Diuretikatherapie 
          • Schleifendiuretika
          • Thiaziden
      • Nierenfunktionsstörungen 
    • Symptome
      • Fazikulationen 
      • Nausea, Erbrechen, Durchfall, Inappetenz
      • Schwindel
      • verwaschene Sprache
      • Ataxie, Tremor
      • Nystagmus
      • Somnolenz, Apathie, psychomotorische Verlangsamung 
      • schwerer Verlauf
        • zusätzlich Rigor, Hyperreflexie, generalisierte Krampfanfälle, Herzrhythmusstörungen
        • Oligurie mit Niereninsuff
    • Therapie
      • Magenspülung
      • Hämodialyse
      • Ausgleich Dehydratation + Hyponatriämie
      • keine Diuretikagabe!
Wenn bei einer bipolaren Störung eine Phasenprophylaxe notwendig ist, aber Kontraindikationen bzw Unverträglichkeiten gegenüber Lithium vorliegen, ist eine Umstellung auf Antikonvulsiva (wie zB Lamotrigin) indiziert! 

klinische Pharmakologie

Benzodiazepine 
  • Wirkmechanismus 
    • GABA = inhibitorischer ZNS-Transmitter
      • alpha-Untereinheit des GABA-A-Rezeptors  wird von Bezodiazepinen gebunden  > verstärkte GABA-Wirkung = Reduktion der neuronalen Erregbarkeit 
  • Wirkung
    • anxiolytisch 
      • Angst- + Panikattacken
      • Spannungszustände
      • akute paranoide Episoden (zB Schizophrenie)
    • sedierend
      • Prämedikation (Midazolam)
      • schwere Schlafstörungen
      • Soannung- + Unruhezustände
    • amnestisch 
      • Prämedikation (Midazolam)
      • Analgosedierung bei interventionellen Maßnahmen 
    • zentral muskelrelaxierend 
      • Spastik
      • Muskelverspannungen
    • antikonvulsiv
      • epileptische Anfälle 
  • Wirkstoffe
    • kurz > sehr hohes Abhängigkeitspotential
      • Midazolam
      • Triazolam
    • mittellang > hohes/sehr hohes Abhängigkeitspotential 
      • Oxazepam
      • Temazepam
      • Lormetazepam
      • FLunitrazepam 
    • lang > hohes Abhängigkeitspotential 
      • Lorazepam
      • Diazepam
      • Clonazepam
      • Bromazepam
      • Chloridiazepoxid
Im Prinzip gibt es keine Indikation für eine langfristige Therapie mit Benzodiazepinen. Über einen längeren Zeitraum sollten sie nur in Ausnahmefällen und nach individueller Abwägung verordnet werden! 

  • NW
    • Affektabflachung 
    • Hang-over am Folgetag
    • Atemdepression
      • v.a in Verbindung zB mit Alkohol
    • Muskelschwäche > Sturzrisiko
    • Amnesie
    • paradoxe Erregung 
    • Appetitsteigerung
    • Libidoverlust 
Bereits nach wenigen Wochen kann es zu einer Benzodiazepin-Abhängigkeit kommen, sodass jede Indikation streng gestellt werden muss. 

klinische Pharmakologie

Benzodiazepin-ähnliche Substanzen
  • haben andere strukturchemische Eigenschaften, binden jedoch an eine vergleichbare Benzodiazepin-Bindungsstelle des GABA-A-Rezeptors 
  • ausgeprägte sedative Wirkung bei geringerem Abhängigkeitspotential 
    • gering antikonvulsive + anxiolytische Wirkung 
  • v.a bei Schlafstörungen, insb Einschlafstörungen
  • Substanzen
    • Zolpidem 
    • Zopiclon
    • Zaleplon
  • NW
    • Toleranz- + Abhängigkeitsentwicklung 
      • ausschleichend absetzen!
    • Medikamentenüberhang + Rebount-Effekte seltener als bei Benzos

klinische Pharmakologie

Benzodiazepine/Benzodiazepin-ähnliche Substanzen - Kontraindikationen 
  • neuromuskuläre Erkrankungen
    • Myasthenia gravis 
  • Ataxie
  • Engwinkelglaukom
  • Schwangerschaft
  • Atemdepression
    • COPD, resp Insuff
    • Schlafapnoe-Syndrom
    • akute Vergiftungen
  • bekannte Abhängigkeit 

klinische Pharmakologie

Glucocorticoide - Indikation, Kontraindikation 
Indikation 
  • NNRinsuffizienz (Morbus Addison)
  • adrenogenitales Syndrom
  • Akut
    • allergische Reaktion + anaphylaktischer Schock
    • antiemetisch 
    • akuter Asthmaanfall
    • toxisches Lungenödem
    • akuter Schub autoimmunogenen Erkrankungen
    • Hirnödem
  • langfristig
    • chron entzündliche Erkrankungen
      • Asthma bronchiale
      • COPD
    • rheumatologische Erkrankungen 
    • endokrine Obitopathien bei Morbus Basedow
  • Schwangerschaft
    • Betamethason-Therapie zur fetalen Lungenreife-Induktion 
      • ausnahmsweise intramuskuläre Gabe!

Kontraindikation
  • in der Akuttherapie keine!
  • gastroduodenale Ulkuskrankheit
  • Osteoporose
  • Infektionskrankheiten
  • Glaukom
  • Schwangerschaft
    • seltene Fälle im 1. Trimenon: Mund-Kiefer-Gaumenspaltbildung
    • Frühgeburtlichkeit
    • Nebenniereninsuff bei Neugeborenen
  • Thromboseneigung

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