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Lernmaterialien für Ökonomie des Staates SoSe21 an der Universität Erfurt

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Kritik Pigou, Vorschlag Coase

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Hierbei haben wir, ähnlich wie beim Monopol, das Problem, dass der Staat oft nicht den genauen Kurvenverlauf kennt, die Wohlfahrtsteigerung also ungewiss ist. Dies kann zu politischen Auseinandersetzungen führen, wobei der Preis dann politisch und nicht ökonomisch festgelegt wird (Informations- und Motivationsproblem).

Ein weiteres Problem ist, dass die sozialen Grenzkosten oft nicht ausreichend quantifizierbar sind, um eine Steuer zu erheben (Lärm, Feinstaub, CO2). Deshalb werden Obergrenzen festgelegt, die eine Kosten-Nutzen-Abwägung der Belastungsreduktion vernachlässigen. Hinzukommt, dass Politiker*innen bei der Pigousteuer ein Eigeninteresse an Steuern entwickeln, wobei die Lenkungsfunktion der Steuer außer Kraft gesetzt wird. Deshalb sollte die Pigousteuer an die Bürger zurücktransferiert werden.

Ronald Coase hat deshalb die Pigousteuer ein wenig modifiziert. Er hat das Ausgangsproblem weniger strikt formuliert. Er weißt darauf hin, dass Schädiger und Geschädigte ein Gemeingut (commons, Allmende) unentgeltlich (über)nutzen. Er schlägt daher einen Emissionshandel vor, in dem jedem eine Emissionsmenge zugestanden wird und die er verkaufen kann, wenn er sie nicht erreicht. Der Staat wird dadurch entlastet.

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Was sind die drei Unterscheidungskriterien für politische Ordnungen

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Kompetenz und Mandat: Wer besitzt die Entscheidungsbefugnis über Grundfragen und wird die Befugnis beschränkt? Dürfen die Entscheider eigenen Zielen folgen oder müssen sie Fremdziele verfolgen.

 

Koordination und Information: Mit welchem Informationssystem werden Pläne aufeinander abgestimmt?

 

Sanktion und Kontrolle: Wer haftet für ökonomische Schäden bzw. die Konsequenzen ökonomischer Entscheidungen? Der Verursacher, der Staat oder die Gesellschaft?

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Was ist die klassisch liberale Vorstellung von Wirtschaftspolitik und was ist in der Realität oft anders?

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Vordererst ist es die Aufgabe des Staates die Wohlfahrt einer Volkswirtschaft in größtmöglicher Weise zu steigern. Die Wohlfahrt betrifft dabei das Gemeinwesen als Ganzes, wobei sich die Wohlfahrt des Gemeinwesens in der Wohlfahrt des Einzelnen äußert, der seine Wohlfahrt selbst definiert. Es ist dabei auch wichtig, dass der Staat in der Wohlfahrtssteigerung keine Gruppen privilegiert, dass er neutral bleibt. Dies rührt daher, dass der Liberalismus staatlichen Eingriffen sehr kritisch gegenübersteht, Paternalismus ablehnt. Denn Liberale sind davon überzeugt, dass jedes Individuum grundsätzlich kompetent ist seine Wohlfahrt zu steigern und Kriterien für seine Wohlfahrt festzulegen. Jeder könne auch selbst am besten über sich urteilen. Deshalb benötige es Freiheiten, die die Selbstverwirklichung des Individuums erlauben. Sollte dann der Staat, unter Berücksichtigung der vorigen Punkte, doch in das Wirtschaftsleben eingreifen, so gilt es das der Staat eher Geldleistungen fordern kann oder bereitstellen kann. Sachleistungen der Bevölkerung wie Wehrdienst bedürfen einer besonderen Rechtfertigung.

In der Praxis wird ökonomisches Handeln oft mit öffentlichen Zwecken verbunden, wie der Pflicht zur gesetzlichen Krankenkasse, Beitrittszwang zu Kammern oder Mindestlohn. Dies wären ordnungsverändernde Eingriffe.

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Information und Koordination in der Marktwirtschaft

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In der Marktwirtschaft herrscht das Prinzip der Selbstkoordination. D.h. Marktteilnehmer bestimmen selbst wie Sie handeln. Um wirtschaftlich erfolgreich zu sein, muss man allerdings die anderen Marktteilnehmer beobachten bzw. deren Planungen in seine eigenen Planungen miteinbeziehen. Man reagiert also immer wechselseitig auf die Planungen der anderen, was iterative ex-post Koordination genannt wird. Um auf die Planungen der anderen und das Marktgeschehen generell reagieren zu können, bedarf es gewisser Signale, die es in Marktwirtschaften vor allem in Form von Preisen gibt.

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Nennen Sie die Funktionen von Preisen

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(1) Die Ausgleichsfunktion, die Angebot und Nachfrage durch Markträumung ausgleicht

(2) Die Informationsfunktion über relative Knappheiten. Die relative Kanppheit erreicht man indem man verschiedene Güter über ihren Preis in Verbindung setzt. Mit P1/P2 kann man den wert eiens Guten in der Einheit eines anderen ausdrücken.

(3) Die Zuteilungsfunktion, die es erlaubt Produkte über Preise an zahlungswillige Abnehmer zu vermitteln.  Die, die bereit sind hohe Preise zu zahlen, bekommen am eheste ein Produkt zugeteilt.

(4) Die Selektionsfunktion, die Wirtschaftsteilnehmer, die es nicht schaffen zum markträumenden Preis zu produzieren, vom Markt zu verdrängen

(5) Die Lenkungsfunktion, die die Verteilung von Ressourcen und ihren alternativen Verwendungen auf evtl. lohnenswerteren Märkten erlaubt.

(6) Die Verteilungsfunktion; Die Verteilung von Kaufkraft wird auch über Preise geregelt, die ihrerseits wieder über das Verhältnis von Angebot und Nachfrage zustande kommt.

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Sanktion und Kontrolle in Marktwirtschaft

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In der Marktwirtschaft sind Entscheidungen und Entscheidungsfolgen miteinander verknüpft. Das bedeutet, dass der Verursacher den eigenen Misserfolg tragen muss, allerdings im Falle von Erfolg auch den Gewinn einstreichen kann. Die Folgen von Wirtschaftsentscheidungen werden nicht ausgelagert.

 

Aus der Haftung für das eigene Handeln und auch den anderen institutionellen Voraussetzungen folgt, dass in einer Marktwirtschaft Wettbewerb zwischen den Wirtschaftsteilnehmern herrscht. Da man sich auf Märkten selbst organisieren muss, und zwar die anderen Teilnehmer kontrolliert, aber selbst auch kontrolliert wird, hat man den Anreiz neue Möglichkeiten der Knappheitsminderung zu finden. Im herrschenden Leistungswettbewerb kann der Prämien gewinnen, der neue und oder qualitativ hochwertigere Produkte dort herstellt für die es Zahlungsbereitschaft gibt; der Produktionsmittel einsparen kann und durch Effizienzgewinne Knappheit reduziert; der Faktoren dort abzieht, wo sie entbehrlich sind und dort anbietet wo Preise eine Verknappung anbieten.

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Kompetenz und Mandat in der Marktwirtschaft

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: In der Marktwirtschaft sind Wirtschaftseinheiten unabhängig vom Staat und vor dessen Eingriffen geschützt. Untereinander sind sie rechtlich formal gleichrangig, außer es werden freiwilliger Weise Weisungskompetenzen übertragen. Aus dieser wirtschaftlichen Freiheit folgt der Zwang zur Kooperation mit anderen Wirtschaftsteilnehmern, die vertraglich geregelt werden (Kontraktgesellschaft, bürgerlicher Zustand). Die Konsequenzen für ökonomischen Handeln werden in der Regel von den Entscheidungsträgern getragen, nicht vom Staat oder gar der Gesellschaft.

Konstitutiv für eine Marktwirtschaft und der Freiheit ihrer Teilnehmer*innen sind verschiedene Freiheitsrechte, die vom Staat garantiert werden müssen:

  • Privateigentum
  • Vertragsfreiheit
  • Freizügigkeit
  • Niederlassungsfreiheit
  • Gewerbe- und Berufsfreiheit
  • Koalitions- und Vereinigungsfreiheit

Damit diese Rechte notfalls eingeklagt werden können ist Rechtsstaatlichkeit eine elementare Voraussetzung für eine Marktwirtschaft. Rechtsstaatlichkeit zeichnet sich durch einen unparteiischen, handlungsfähigen und sich selbst bindenden Staat aus. Das bedeutet, dass ein Staat keine gesellschaftlichen Gruppen bevorzugen bzw. andere diskriminieren darf oder im Dienste gewisser Interessensgruppen steht, sein Machtmonopol effektiv durchsetzen muss und sich selbst an die eigenen geschlossenen Verträge (z.B. Kreditvereinbarungen) hält.  

Auch wenn es in einer Marktwirtschaft ein hohes Maß an Freiheit gibt, so sind Eingriffe in die Privatautonomie systemkonform, wenn sie das Individuum sowie die Gesellschaft schützen und die allgemeine Freiheit schützen. Bespiele sind bestimmte Qualifikationsnachweise für spezielle Berufe, Einschränkungen in der Vereinigungsfreiheit bei Kartellen etc.

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Was ist der protective state?

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Der protective state gewährt Rechtssicherheit und ist die Voraussetzung für selbstdefinierte Wohlfahrt. Nur in einem funktionierenden Rechtsstaat können Waren frei unter Wirtschaftsteilnehmern getauscht werden. Der Markt als Ort, auf dem Wirtschaftsteilnehmer kooperieren, tauschen und ihre Wohlfahrt steigern, muss vom Staat gewährleistet und geschützt werden. Das bedeutet, dass Gewalt sanktioniert werden muss und Freiheits- und Eigentumsrecht gelten müssen.

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Was ist der productive state?

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In der Rolle des productive state wird der Staat selbst als Anbieter von Leistungen aktiv. Da ein Markt in der Regel keine öffentlichen Güter wie Straßen, Krankenhäuser oder Feuerwachen bereitstellt, muss dies der Staat tun, indem er Steuern erhebt. Die Bereitstellung öffentlicher Güter stellt eine Steigerung der Wohlfahrt dar. Niemand kann von öffentlichen Gütern ausgeschlossen werden, selbst wenn nichts bezahlt wird. Generell tritt der Staat immer dann als Leistungsanbieter auf, wenn die Schaffung von Wohlfahrt auf Märkten unzulänglich ist, und somit eine Unterversorgung an (öffentlichen) Gütern besteht.

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Was ist der regulative state?

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Wenn es Informationsdefizite gibt, oder es zu Drittwirkungen kommt, tritt der Staat als regulating state auf. In der Theorie tragen nur die Teilnehmer von Wirtschaftsinteraktionen die Konsequenzen ihrer Handlungen. Dies ist allerdings in der Realität oft nicht so, weshalb der Staat eingreifen muss. Wenn es der Wohlfahrt dient, kann ein Staat Wirtschaftstätigkeiten gezielt besteuern oder subventionieren, Produktionstätigkeiten verbieten oder mit Auflagen versehen, sowie Informations- und Kennzeichnungspflichten erlassen.

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Was ist Wettbewerbspolitik als Ergänzung des protective state

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Da sich im Laufe der Wirtschaftsgeschichte herausgestellt hat, dass nicht nur staatliche, sondern auch wirtschaftliche Macht in Form von Monopolen freiheitseinschränkend wirken kann, wurde der protective state um die Wettbewerbspolitik ergänzt. Instrumente der Wettbewerbspolitik können Fusionskontrolle, Entflechtung bestehender Unternehmen, Preiskontrollen und das Kartellverbot sein. Solche Eingriffe in die Wirtschaftliche Freiheit sind gerechtfertigt, wenn es dem Schutz der allgemeinen wirtschaftlichen Freiheit dient.

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Mit was befassen sich Ordnungsfragen?

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Hierbei geht es um ökonomische Grundsatzfragen, um die Gestaltung der Wirtschaftsordnung, das Regelsystem der Wirtschaft. Ein Staat muss sich entscheiden, ob und, wenn ja, von wem in welchem Maße und anhand welcher Kriterien in das wirtschaftliche Geschehen eingegriffen wird. Hierbei gibt es einerseits Vorstellungen von einem Primat der Politik über die Wirtschaft, die den Staat in einer starken Lenkrolle sehen, was bis zu Sozialismus geht. Andererseits gibt es eher liberalere Vorstellungen, die die Rolle des Staates eher klein halten wollen.

Neben der großen, klassischen Entscheidung zwischen Sozialismus und Marktwirtschaft gibt es auch innerhalb einer Marktwirtschaft ordnungspolitische Fragen wie über den Umfang und die Aktivität von Staatsunternehmen, den Arbeitnehmer- und Wettbewerbsschutz und Eingriffe in die Vertragsfreiheit.

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  • 31635 Karteikarten
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  • 80 Lernmaterialien

Beispielhafte Karteikarten für deinen Ökonomie des Staates SoSe21 Kurs an der Universität Erfurt - von Kommilitonen auf StudySmarter erstellt!

Q:

Kritik Pigou, Vorschlag Coase

A:

Hierbei haben wir, ähnlich wie beim Monopol, das Problem, dass der Staat oft nicht den genauen Kurvenverlauf kennt, die Wohlfahrtsteigerung also ungewiss ist. Dies kann zu politischen Auseinandersetzungen führen, wobei der Preis dann politisch und nicht ökonomisch festgelegt wird (Informations- und Motivationsproblem).

Ein weiteres Problem ist, dass die sozialen Grenzkosten oft nicht ausreichend quantifizierbar sind, um eine Steuer zu erheben (Lärm, Feinstaub, CO2). Deshalb werden Obergrenzen festgelegt, die eine Kosten-Nutzen-Abwägung der Belastungsreduktion vernachlässigen. Hinzukommt, dass Politiker*innen bei der Pigousteuer ein Eigeninteresse an Steuern entwickeln, wobei die Lenkungsfunktion der Steuer außer Kraft gesetzt wird. Deshalb sollte die Pigousteuer an die Bürger zurücktransferiert werden.

Ronald Coase hat deshalb die Pigousteuer ein wenig modifiziert. Er hat das Ausgangsproblem weniger strikt formuliert. Er weißt darauf hin, dass Schädiger und Geschädigte ein Gemeingut (commons, Allmende) unentgeltlich (über)nutzen. Er schlägt daher einen Emissionshandel vor, in dem jedem eine Emissionsmenge zugestanden wird und die er verkaufen kann, wenn er sie nicht erreicht. Der Staat wird dadurch entlastet.

Q:

Was sind die drei Unterscheidungskriterien für politische Ordnungen

A:

Kompetenz und Mandat: Wer besitzt die Entscheidungsbefugnis über Grundfragen und wird die Befugnis beschränkt? Dürfen die Entscheider eigenen Zielen folgen oder müssen sie Fremdziele verfolgen.

 

Koordination und Information: Mit welchem Informationssystem werden Pläne aufeinander abgestimmt?

 

Sanktion und Kontrolle: Wer haftet für ökonomische Schäden bzw. die Konsequenzen ökonomischer Entscheidungen? Der Verursacher, der Staat oder die Gesellschaft?

Q:

Was ist die klassisch liberale Vorstellung von Wirtschaftspolitik und was ist in der Realität oft anders?

A:

Vordererst ist es die Aufgabe des Staates die Wohlfahrt einer Volkswirtschaft in größtmöglicher Weise zu steigern. Die Wohlfahrt betrifft dabei das Gemeinwesen als Ganzes, wobei sich die Wohlfahrt des Gemeinwesens in der Wohlfahrt des Einzelnen äußert, der seine Wohlfahrt selbst definiert. Es ist dabei auch wichtig, dass der Staat in der Wohlfahrtssteigerung keine Gruppen privilegiert, dass er neutral bleibt. Dies rührt daher, dass der Liberalismus staatlichen Eingriffen sehr kritisch gegenübersteht, Paternalismus ablehnt. Denn Liberale sind davon überzeugt, dass jedes Individuum grundsätzlich kompetent ist seine Wohlfahrt zu steigern und Kriterien für seine Wohlfahrt festzulegen. Jeder könne auch selbst am besten über sich urteilen. Deshalb benötige es Freiheiten, die die Selbstverwirklichung des Individuums erlauben. Sollte dann der Staat, unter Berücksichtigung der vorigen Punkte, doch in das Wirtschaftsleben eingreifen, so gilt es das der Staat eher Geldleistungen fordern kann oder bereitstellen kann. Sachleistungen der Bevölkerung wie Wehrdienst bedürfen einer besonderen Rechtfertigung.

In der Praxis wird ökonomisches Handeln oft mit öffentlichen Zwecken verbunden, wie der Pflicht zur gesetzlichen Krankenkasse, Beitrittszwang zu Kammern oder Mindestlohn. Dies wären ordnungsverändernde Eingriffe.

Q:

Information und Koordination in der Marktwirtschaft

A:

In der Marktwirtschaft herrscht das Prinzip der Selbstkoordination. D.h. Marktteilnehmer bestimmen selbst wie Sie handeln. Um wirtschaftlich erfolgreich zu sein, muss man allerdings die anderen Marktteilnehmer beobachten bzw. deren Planungen in seine eigenen Planungen miteinbeziehen. Man reagiert also immer wechselseitig auf die Planungen der anderen, was iterative ex-post Koordination genannt wird. Um auf die Planungen der anderen und das Marktgeschehen generell reagieren zu können, bedarf es gewisser Signale, die es in Marktwirtschaften vor allem in Form von Preisen gibt.

Q:

Nennen Sie die Funktionen von Preisen

A:

(1) Die Ausgleichsfunktion, die Angebot und Nachfrage durch Markträumung ausgleicht

(2) Die Informationsfunktion über relative Knappheiten. Die relative Kanppheit erreicht man indem man verschiedene Güter über ihren Preis in Verbindung setzt. Mit P1/P2 kann man den wert eiens Guten in der Einheit eines anderen ausdrücken.

(3) Die Zuteilungsfunktion, die es erlaubt Produkte über Preise an zahlungswillige Abnehmer zu vermitteln.  Die, die bereit sind hohe Preise zu zahlen, bekommen am eheste ein Produkt zugeteilt.

(4) Die Selektionsfunktion, die Wirtschaftsteilnehmer, die es nicht schaffen zum markträumenden Preis zu produzieren, vom Markt zu verdrängen

(5) Die Lenkungsfunktion, die die Verteilung von Ressourcen und ihren alternativen Verwendungen auf evtl. lohnenswerteren Märkten erlaubt.

(6) Die Verteilungsfunktion; Die Verteilung von Kaufkraft wird auch über Preise geregelt, die ihrerseits wieder über das Verhältnis von Angebot und Nachfrage zustande kommt.

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Q:

Sanktion und Kontrolle in Marktwirtschaft

A:

In der Marktwirtschaft sind Entscheidungen und Entscheidungsfolgen miteinander verknüpft. Das bedeutet, dass der Verursacher den eigenen Misserfolg tragen muss, allerdings im Falle von Erfolg auch den Gewinn einstreichen kann. Die Folgen von Wirtschaftsentscheidungen werden nicht ausgelagert.

 

Aus der Haftung für das eigene Handeln und auch den anderen institutionellen Voraussetzungen folgt, dass in einer Marktwirtschaft Wettbewerb zwischen den Wirtschaftsteilnehmern herrscht. Da man sich auf Märkten selbst organisieren muss, und zwar die anderen Teilnehmer kontrolliert, aber selbst auch kontrolliert wird, hat man den Anreiz neue Möglichkeiten der Knappheitsminderung zu finden. Im herrschenden Leistungswettbewerb kann der Prämien gewinnen, der neue und oder qualitativ hochwertigere Produkte dort herstellt für die es Zahlungsbereitschaft gibt; der Produktionsmittel einsparen kann und durch Effizienzgewinne Knappheit reduziert; der Faktoren dort abzieht, wo sie entbehrlich sind und dort anbietet wo Preise eine Verknappung anbieten.

Q:

Kompetenz und Mandat in der Marktwirtschaft

A:

: In der Marktwirtschaft sind Wirtschaftseinheiten unabhängig vom Staat und vor dessen Eingriffen geschützt. Untereinander sind sie rechtlich formal gleichrangig, außer es werden freiwilliger Weise Weisungskompetenzen übertragen. Aus dieser wirtschaftlichen Freiheit folgt der Zwang zur Kooperation mit anderen Wirtschaftsteilnehmern, die vertraglich geregelt werden (Kontraktgesellschaft, bürgerlicher Zustand). Die Konsequenzen für ökonomischen Handeln werden in der Regel von den Entscheidungsträgern getragen, nicht vom Staat oder gar der Gesellschaft.

Konstitutiv für eine Marktwirtschaft und der Freiheit ihrer Teilnehmer*innen sind verschiedene Freiheitsrechte, die vom Staat garantiert werden müssen:

  • Privateigentum
  • Vertragsfreiheit
  • Freizügigkeit
  • Niederlassungsfreiheit
  • Gewerbe- und Berufsfreiheit
  • Koalitions- und Vereinigungsfreiheit

Damit diese Rechte notfalls eingeklagt werden können ist Rechtsstaatlichkeit eine elementare Voraussetzung für eine Marktwirtschaft. Rechtsstaatlichkeit zeichnet sich durch einen unparteiischen, handlungsfähigen und sich selbst bindenden Staat aus. Das bedeutet, dass ein Staat keine gesellschaftlichen Gruppen bevorzugen bzw. andere diskriminieren darf oder im Dienste gewisser Interessensgruppen steht, sein Machtmonopol effektiv durchsetzen muss und sich selbst an die eigenen geschlossenen Verträge (z.B. Kreditvereinbarungen) hält.  

Auch wenn es in einer Marktwirtschaft ein hohes Maß an Freiheit gibt, so sind Eingriffe in die Privatautonomie systemkonform, wenn sie das Individuum sowie die Gesellschaft schützen und die allgemeine Freiheit schützen. Bespiele sind bestimmte Qualifikationsnachweise für spezielle Berufe, Einschränkungen in der Vereinigungsfreiheit bei Kartellen etc.

Q:

Was ist der protective state?

A:

Der protective state gewährt Rechtssicherheit und ist die Voraussetzung für selbstdefinierte Wohlfahrt. Nur in einem funktionierenden Rechtsstaat können Waren frei unter Wirtschaftsteilnehmern getauscht werden. Der Markt als Ort, auf dem Wirtschaftsteilnehmer kooperieren, tauschen und ihre Wohlfahrt steigern, muss vom Staat gewährleistet und geschützt werden. Das bedeutet, dass Gewalt sanktioniert werden muss und Freiheits- und Eigentumsrecht gelten müssen.

Q:

Was ist der productive state?

A:

In der Rolle des productive state wird der Staat selbst als Anbieter von Leistungen aktiv. Da ein Markt in der Regel keine öffentlichen Güter wie Straßen, Krankenhäuser oder Feuerwachen bereitstellt, muss dies der Staat tun, indem er Steuern erhebt. Die Bereitstellung öffentlicher Güter stellt eine Steigerung der Wohlfahrt dar. Niemand kann von öffentlichen Gütern ausgeschlossen werden, selbst wenn nichts bezahlt wird. Generell tritt der Staat immer dann als Leistungsanbieter auf, wenn die Schaffung von Wohlfahrt auf Märkten unzulänglich ist, und somit eine Unterversorgung an (öffentlichen) Gütern besteht.

Q:

Was ist der regulative state?

A:

Wenn es Informationsdefizite gibt, oder es zu Drittwirkungen kommt, tritt der Staat als regulating state auf. In der Theorie tragen nur die Teilnehmer von Wirtschaftsinteraktionen die Konsequenzen ihrer Handlungen. Dies ist allerdings in der Realität oft nicht so, weshalb der Staat eingreifen muss. Wenn es der Wohlfahrt dient, kann ein Staat Wirtschaftstätigkeiten gezielt besteuern oder subventionieren, Produktionstätigkeiten verbieten oder mit Auflagen versehen, sowie Informations- und Kennzeichnungspflichten erlassen.

Q:

Was ist Wettbewerbspolitik als Ergänzung des protective state

A:

Da sich im Laufe der Wirtschaftsgeschichte herausgestellt hat, dass nicht nur staatliche, sondern auch wirtschaftliche Macht in Form von Monopolen freiheitseinschränkend wirken kann, wurde der protective state um die Wettbewerbspolitik ergänzt. Instrumente der Wettbewerbspolitik können Fusionskontrolle, Entflechtung bestehender Unternehmen, Preiskontrollen und das Kartellverbot sein. Solche Eingriffe in die Wirtschaftliche Freiheit sind gerechtfertigt, wenn es dem Schutz der allgemeinen wirtschaftlichen Freiheit dient.

Q:

Mit was befassen sich Ordnungsfragen?

A:

Hierbei geht es um ökonomische Grundsatzfragen, um die Gestaltung der Wirtschaftsordnung, das Regelsystem der Wirtschaft. Ein Staat muss sich entscheiden, ob und, wenn ja, von wem in welchem Maße und anhand welcher Kriterien in das wirtschaftliche Geschehen eingegriffen wird. Hierbei gibt es einerseits Vorstellungen von einem Primat der Politik über die Wirtschaft, die den Staat in einer starken Lenkrolle sehen, was bis zu Sozialismus geht. Andererseits gibt es eher liberalere Vorstellungen, die die Rolle des Staates eher klein halten wollen.

Neben der großen, klassischen Entscheidung zwischen Sozialismus und Marktwirtschaft gibt es auch innerhalb einer Marktwirtschaft ordnungspolitische Fragen wie über den Umfang und die Aktivität von Staatsunternehmen, den Arbeitnehmer- und Wettbewerbsschutz und Eingriffe in die Vertragsfreiheit.

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