Mediävistik an der Universität Bochum

Karteikarten und Zusammenfassungen für Mediävistik im Germanistik Studiengang an der Universität Bochum in Bochum

CitySTADT: Bochum

CountryLAND: Deutschland

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Beispielhafte Karteikarten für Mediävistik an der Universität Bochum auf StudySmarter:

  • Beschreiben Sie am Beispiel der folgenden Strophe des Camen Buranum „Ich was ein chint so wolgetan“ (CB 185) die Funktion der lateinischen Verse im Gedicht. (6 Punkte)

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  • Nennen und erläutern Sie kurz die Ihnen bekannte formalen und inhaltlichen Charakteristika des Minnesanges. (3 Punkte)

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  • Als Kriemhild ein letztes Mal Hagen gegenüber steht, spricht sie ihn mit folgendem Satz an: „ welt ir mir geben widere, daz ir mir habt genomen, sô muget ir wol lebende heim zen Burgonden komen.“ Zeigen Sie an diesem oder einem selbst gewählten anderen Beispiel, was Jan-Dirk Müller unter „kalkulierter Unbestimmtheit“ versteht. Ist dieses „Erzählprinzip“ (Müller) in allen Fassungen präsent? (6 Punkte)

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  • Erläutern Sie kurz den Ausdruck ‚unfester Ausdruck‘ nach Bumke. (3 Punkte)

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  • Nenne und erklären Sie typische Kennzeichen der heldenepischen Poetik anhand selbst gewählter Beispiele.

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  • Erläutern Sie an selbst gewählten Beispielen den Gegenstandsbereich der Germanistischen Mediävistik?

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  • Erläutern Sie am Beispiel des Iwein-Prolog die Besonderheiten artusepischen Erzählens. (6 Punkte) 

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Welche Relation bestehen jeweils zwischen den folgenden Bedeutungen:

mhd. sper Speer, Lanze -> Speerlänge ->?

mhd. âventiure Herausforderung-> ritterliche Heldentat ->?

mhd. arebeit Not-> Liebeskummer ->?





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Zeigen Sie an zwei Beispielen, wie bei starken Verben und schwachen Verben die Zeitstufe Präteritum markiert ist.

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  • Beschreiben Sie Typen der Varianz an Beispielen aus der Parzival-Überlieferung und skizzieren Sie dabei deren Bedeutung für die Literaturwissenschaft. (6 Punkte)

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  • In einem Deutschbuch der Klasse 6 wird unter der Überschrift „Das Nibelungenlied im Original“ die Prologstrophen des Nibelungenliedes abgedruckt. Erläutern Sie, warum der Ausdruck „Original“ für das Nibelungenlied (und die meisten anderen mhd. Werke) problematisch ist und welcher Ausdruck sich stattdessen anbietet. (3 Punkte)

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  • Womit beschäftigt sich die Germanistische Mediävistik?

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Mediävistik

  • Beschreiben Sie am Beispiel der folgenden Strophe des Camen Buranum „Ich was ein chint so wolgetan“ (CB 185) die Funktion der lateinischen Verse im Gedicht. (6 Punkte)
  • die lateinischen Verse verkürzen das ganze Gedicht 

-> Bsp. ‚dixit: „sedeamus“‘ -> ‚sagte er: „Setzen wir uns“‘ 

  • mit nur einem Wort wird ein ganzer Satz ausgedrückt und dieser wird zu dieser Zeit von jedem verstanden
  • schnelle Ausdrucksweise
  • Beispiel für die Sprachmischung von Deutsch und Latein
  • Formaler Wechsel und ab Strophe 7 auch Rollenwechsel 

Mediävistik

  • Nennen und erläutern Sie kurz die Ihnen bekannte formalen und inhaltlichen Charakteristika des Minnesanges. (3 Punkte)
  • „Minnesang“ ist eine ritterlich-höfische Liebeslyrik und beschreibt die Auseinandersetzung der Adelsgesellschaft mit Frage der Liebe
  • Minnelieder sind meistens in Sammelschriften überliefert worden 
  • Minnelieder haben sich im Laufe der vielen Jahre weiterentwickelt 

inhaltlich

formal

  • Grundthemen sind Werbung, Sehnsucht, Scheiden, Fremdsein und Verzicht
  • die edle Dame wird zu einer schönen, klugen, gütigen Frau àdominierende Person
  •  
  • Langzeilenstrophen, Halbreime, überwiegend einstrophige Lieder
  • Mehrstrophigkeit -> einstrophige Lieder treten zurück
  • Vollreim
  • Frühphase
  • erste Hochphase
  • zweite Hochphase

Mediävistik

  • Als Kriemhild ein letztes Mal Hagen gegenüber steht, spricht sie ihn mit folgendem Satz an: „ welt ir mir geben widere, daz ir mir habt genomen, sô muget ir wol lebende heim zen Burgonden komen.“ Zeigen Sie an diesem oder einem selbst gewählten anderen Beispiel, was Jan-Dirk Müller unter „kalkulierter Unbestimmtheit“ versteht. Ist dieses „Erzählprinzip“ (Müller) in allen Fassungen präsent? (6 Punkte)
  • Kriemhild sagt zu den Brüdern, dass sie ihr das wiedergeben sollen was sie ihr weggenommen haben und dann kommen sie lebend zurück 
  • Kriemhild sagt, dass sie Hagen leben lassen wird, wobei sie vorher immer das Gegenteil behauptet hat 
  • da Kriemhild nie genau gesagt hat was sie will, muss Hagen in ihre Aussagen selbst interpretieren -> daran lässt sich die „präzise Unschärfe“ erkennen, da etwas bewusst nicht ausformuliert wird 
  • kalkulierte Unbestimmtheit = eine ungenaue Frage mit einem bestimmten Ziel
  • kalkulierte Unbestimmtheit kommt genau da vor, wo man eine genaue Beschreibung gebraucht wird -> es geht um ein Leben, aber dennoch verrät Kriemhild ihre Forderungen nicht 
  • durch eine kalkulierte Unbestimmtheit lässt man viel Interpretationsfreiheit -> zwei Möglichkeiten wie es enden kann gut oder schlecht -> Doppeldeutigkeit

Mediävistik

  • Erläutern Sie kurz den Ausdruck ‚unfester Ausdruck‘ nach Bumke. (3 Punkte)
  • epische Variation ist schon ein Anzeichen für prinzipielle Unfestigkeit 
  • mittelalterliche Texte sind unfeste Texte, denn sie können sich verändert, aber diese Veränderung darf nicht als ein Fehler gezählt werden

-> denn der Text gilt von Anfang an als eine veränderliche Größe

  • in unfestigen Texten manifestieren sich Formulierungsvarianten und Motivvarianten
  • im mhd. war es wichtig die visuellen Kräfte auch wahrzunehmen 
  • sinnliche Wahrnehmung von großer Bedeutung 
  • neue Sicht auf Überlieferungsgeschichten 

Mediävistik

  • Nenne und erklären Sie typische Kennzeichen der heldenepischen Poetik anhand selbst gewählter Beispiele.
  • Bsp. Nibelungenlied
  • fingierte Mündlichkeit ->  im Lied wurde etwas hinzugefügt, was es davor so nicht gab
  • Anonymität -> Autor ist nicht bekannt, damit soll Etablierung der Erzählung im Fokus stehen, so dass sich die Erzählung weitererzählt wird und somit ein Gemeinschaftsgefühl entsteht
  • archaisierende Sprache -> veraltet, versteht nicht jeder 
  • außerdem ist das Nibelungenlied in Strophen verfasst und somit ist es einfach zu verstehen
  • Wiederholungen werden eingebaut damit die Leser sich das Lied leichter merken können

Mediävistik

  • Erläutern Sie an selbst gewählten Beispielen den Gegenstandsbereich der Germanistischen Mediävistik?
  • Gegenstandsbereich = deutschsprachige Schriftlichkeit vom 8. Jahrhundert bis zum 16. Jahrhundert -> literatur-, sprach-, und kulturgeschichtliche Erscheinungsformen
  • es handelt sich um einen sehr weiten Literaturbegriff, denn zur Literatur wurde alles schriftliche was auf deutsch geschrieben wurde gezählt 
  • Literatur wurde bis zum 15. Jahrhundert auf Pergament verschriftlicht 
  • die Mediävistik beschäftigt sich mit der Entwicklung, die innerhalb der acht Jahrhunderte geschehen ist von Althochdeutsch bis zur Frühneuhochdeutschen Sprache

Mediävistik

  • Erläutern Sie am Beispiel des Iwein-Prolog die Besonderheiten artusepischen Erzählens. (6 Punkte) 
  • der Autor selbst wird nochmal genannt ->  Hartman
  • roter Faden zu den anderen Artusromanen, sie werden kurt erwähnt ->  verweis auf schriftliche Quelle 
  • es werden Reime verwendet 

Mediävistik

Welche Relation bestehen jeweils zwischen den folgenden Bedeutungen:

mhd. sper Speer, Lanze -> Speerlänge ->?

mhd. âventiure Herausforderung-> ritterliche Heldentat ->?

mhd. arebeit Not-> Liebeskummer ->?





Generalisierung

Metapher

Metonymie

Mediävistik

Zeigen Sie an zwei Beispielen, wie bei starken Verben und schwachen Verben die Zeitstufe Präteritum markiert ist.

  • schwaches Verb: 

Präsens

Präteritum

  • ich lobe
  • ich lobete
  • starkes Verb:

Präsens

Präteritum

  • ich rîte
  • ich reit

 

-> bei den schwachen Verben, wird nur die Endung verändert: die Endung (e)t, das Dentalsuffix, wird hinzugefügt

-> bei starken Verben verändert sich der Vokal und die Endung sind von Verb zu Verb immer anders

Mediävistik

  • Beschreiben Sie Typen der Varianz an Beispielen aus der Parzival-Überlieferung und skizzieren Sie dabei deren Bedeutung für die Literaturwissenschaft. (6 Punkte)
  • stilistische (syntaktische) Varianz: ir was ein nebel div sunne / ein nebel was ir div sunne (interessant zu untersuchen)
  • Varianz der Schreibung: floch / vloch; wunne/ wnne (Weniger Relevant für die Literaturwissenschaft)
  • Varianz der Lautung/Metrik: werlde / werelde
  • Varianz der Lexik (Synonyme): wuoste – wüste / waste
  • Varianz der Wortform: 

    ir herze niht wan iamers phlach

    (‚Ihr Herz hatte nichts außer Leid‘).

    ir herze niht iamers phalc (‚Ihr Herz hatte kein Leid‘)

Mediävistik

  • In einem Deutschbuch der Klasse 6 wird unter der Überschrift „Das Nibelungenlied im Original“ die Prologstrophen des Nibelungenliedes abgedruckt. Erläutern Sie, warum der Ausdruck „Original“ für das Nibelungenlied (und die meisten anderen mhd. Werke) problematisch ist und welcher Ausdruck sich stattdessen anbietet. (3 Punkte)
  • die meisten mhd. Werke sind keine originalen Fassungen, denn um Werke zu duplizieren konnte man sie nur nochmal abschreiben
  • so hatte jeder die Möglichkeit etwas nach seinem Belieben hinzuzufügen
  • das entstandene Werk ist dann die Summe aller Handschriften
  • anstatt „Original“ lieber „Edition“ verwenden

Mediävistik

  • Womit beschäftigt sich die Germanistische Mediävistik?
  • mit der deutschen Sprache und Literatur zwischen dem 8. und 16. Jahrhundert
  • nimmt Bezug zur historisch – synchronen Sprachbetrachtung 
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