Diagnostik an der Universität Bochum

CitySTADT: Bochum

CountryLAND: Deutschland

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Definition von Diagnostik

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Welche sind die wichtigsten Aufgaben der klinisch-psychologischen Diagnostik?

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Wieso gab es die Revision von DSM-IV zu DSM-5 (Welche Probleme gab es mit DSM-IV) und was waren die ursprünglichen Ziele und Wunschvorstellungen von DSM-5?

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Welche Probleme gibt es bei der Klassifikation abweichenden Verhaltens? Erklären sie eines genauer

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Was sind die Grundannahmen und Domänen des RDoC-Ansatzes

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Was ist das Ziel vom ambulatorischen Assessment? Beschreiben Sie eine klinische Studie

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Was sind nicht-sprachliche Persönlichkeitstests?

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Welche Arten von Verhaltensbeobachtung kann man unterscheiden? / Welche Charakteristika haben verschiedene Arten von Verhaltensbeobachtungen?

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Wie ist der Spitzname von Rohrschacht?

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Beschreiben Sie eine Beispielstudie für den RDoC-Ansatz

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Was für Strategien von ambulatorischem Assessment gibt es?

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Was verspricht man sich von Experience Sampling?

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Diagnostik

Definition von Diagnostik
  • Teildisziplin der Psychologie
  • Deint der Beantwortung von Fragestellungen zur Beschreibung, Klassifikation, Erklärung und Vorhersage menschlichen Verhaltens und Erlebens
  • Beinhaltet die gezielte Erhebung von Informationen über das Verhalten und Erleben eines oder mehrerer Menschen sowie deren relevanter Bedingungen
  • Interpretation der Informationen anhand der Fragestellung
  • von psychologischem Wissen geleitet
  • mit Methoden, die wissenschaftlichen Standards genügen

Diagnostik

Welche sind die wichtigsten Aufgaben der klinisch-psychologischen Diagnostik?

Zentrale Ziel-/Aufgabenstellung: Beantwortung der Frage, welche Intervention für welche Person mit welchem Problem zu welcher Zeit durch welchen Therapeuten am ehesten zu den gewünschten Veränderungen führt

1.Qualitative und quantitative Beschreibung der vorliegenden psychischen Problematik

2.Klassifikation der Störung

3.Exploration von besonderen lebensgeschichtlichen Bedingungen bei Entstehung und Verlauf der Störung

4.Beobachtung des Verlaufs der Intervention und der Veränderung der Symptomatik (adaptive Diagnostik, Prozessdiagnostik)

5.Überprüfung des Therapieerfolgs (Qualitätssicherung)

Diagnostik

Wieso gab es die Revision von DSM-IV zu DSM-5 (Welche Probleme gab es mit DSM-IV) und was waren die ursprünglichen Ziele und Wunschvorstellungen von DSM-5?

Warum?

  1. keine klare Trennung zwischen Störungen (-> häufiges gemeinsames Auftreten von Symptomen unterschiedlicher diagnostischer Kategorien)
  2. heterogener Mix innerhalb von Kategorien
  3. kategoriales System
  4. basiert auf Selbstauskunft über Probleme/Erlebnisse und der Verhaltensbeobachtung durch den Therapeuten

ursprüngliche Ziele und Wunschvorstellungen:

  • Es sollte ein Wechsel von einer Symptom-basierten, deskriptiv definierten Diagnostik mit Gruppierung anhand von phänomenologischen Beobachtungen (DSM-IV) hin zu einer Gruppierung an Hand von zu Grunde liegenden pathophysiologischen Ähnlichkeiten und somit zu ätiologisch-orientierten Ordnungskriterien (DSM-5). Um dies zu realisieren, sollten auch zusätzlich Biomarker in DSM-5 aufgenommen werden.

Diagnostik

Welche Probleme gibt es bei der Klassifikation abweichenden Verhaltens? Erklären sie eines genauer
  1. Informationsverlust
  2. Stigmatisierung
  3. Kategoriale vs. dimensionale Klassifikation
  4. Komplexitätsproblem
  5. Heterogenität innerhalb der Gruppen
  6. Reliabilität und Validität
  7. Kulturelle Besonderheiten

Komplexitätsproblem

  • keine singuläre Störung, sondern komplexes Muster verschiedener gleichzeitig bestehender Problemstellungen und Multimorbidität
  • keine klare Trennung zwischen Störungen, häufiges gemeinsames Auftreten von Symptomen unterschiedlicher diagnostischer Kategorien

Diagnostik

Was sind die Grundannahmen und Domänen des RDoC-Ansatzes

Grundannahmen:

  • Der RDoC-Ansatz versteht psychische Erkrankungen als Erkrankungen des Gehirns. Der Fokus liegt auf gestörten funktionellen neuronalen Netzwerken (neural circuits)
  • Dysfunktionen in neuralen Netzwerken können mit neurowissenschaftlichen Methoden objektiviert werden (EEG, fMRI)
  • Genetische und physiologische Maße (Biosignaturen) können bei der Diagnosenstellung und Auswahl der Therapie helfen

Domänen (neurobehaviorale Systeme, die den motivatonalen und adaptiven Funktionen des Organismus zu Grunde liegen)

  1. Negativer Affekt
  2. Positiver Affekt
  3. Kognition
  4. Soziale Prozesse
  5. Regulatorische Systeme

Diagnostik

Was ist das Ziel vom ambulatorischen Assessment? Beschreiben Sie eine klinische Studie

Ziel:

  • menschliches Erleben und Verhalten nicht nur im Labor, sondern auch im Alltag erfassen
  • erfasst: Selbstberichte, Verhaltensweisen oder physiologische Messwerte mit computergestützten Methoden während die Patienten ihrem normalen Tagesverlauf nachgehen

klinische Beispielstudie: Stimmungsverlauf über den Tag bei Depression (Peeters et al., 2006)

  • verspäteter Anstieg im positiven Affekt bei Depressiven im Vergleich zur Kontrollgruppe
  • höhere negative Affektivität und mehr Variabilität bei Depressiven im Vergleich zur Kontrollgruppe

Diagnostik

Was sind nicht-sprachliche Persönlichkeitstests?
  • Verwenden Bilder anstatt Worte, um eine Situation und ein Verhalten zu beschreiben
  • Der Proband gibt an, ob er sich so verhalten würde, wie es auf dem Bild zu sehen ist
  • [haben weder in Forschung noch Praxi große Bedeutung erlangt]
  • Geeignet für z.B. interkulturelle Vergleiche, Analphabeten

Diagnostik

Welche Arten von Verhaltensbeobachtung kann man unterscheiden? / Welche Charakteristika haben verschiedene Arten von Verhaltensbeobachtungen?
  1. frei oder systematisch (gebunden)
  2. direkt oder indirekt (z.B. anhand von Aufzeichnungen)
  3. in natürlicher Umgebung (Feld) oder in Situationen, die vom Beobachter geschaffen wurden
  4. verdeckt oder offen
  5. wenn offen: teilnehmend oder nicht teilnehmend
  6. Selbst- oder Fremdbeobachtung

Diagnostik

Wie ist der Spitzname von Rohrschacht?

Klecks

Diagnostik

Beschreiben Sie eine Beispielstudie für den RDoC-Ansatz

ADHS-Subtypisierung auf Basis von Temperamentseigenschaften:

  • Kinder mit und ohne ADHS (Input: Elternbericht: Temperament in Middle Childhood Questionaire)
  • Temperamentseigenschaften haben eine starke neurobiologische Basis und entsprechende Korrelate
  • externe Validierung: kardiovaskuläre Maße, resting State fMRI, klinisches Bild nach 1-Jahres-Follow-Up
  • ergab 3 neue ADHS-Typen
    • mild (normative Emotionsregulationsfähigkeit)
    • surgent (aufbrausend, extremer Grad an Annäherungsmotivation)
    • irritable (gereizt, extremer Grad an negativer Emotionalität/Ärger
  • Typen hatten bessere diagnostische Vorhersagekraft

Diagnostik

Was für Strategien von ambulatorischem Assessment gibt es?
  1. kontinuierliches Monitoring
  2. zeit- und ereignisabhängiges Monitoring
  3. kontrolliertes Monitoring
  4. Feld-Diagnostik
  5. Interaktives Monitoring
  6. Symptom-Monitoring und Selbstmanagement

Diagnostik

Was verspricht man sich von Experience Sampling?
  • besseres Verständnis der Phänomenologie, Mechanismen und Ätiologie, psychologischen Modelle und biologischen Mechanismen psychischer Erkrankungen
  • auslösende und aufrechterhaltende Faktoren identifizieren, insbesondere, wenn die psychopathologischen Mechanismen eine veränderte Reaktivität auf bestimmte Situationen oder Umwelteinflüsse beinhalten
  • Erfassung subtiler Interaktionen zwischen Personen und Umwelt, über die sich der Patient nicht zwingend bewusst sein muss (-> Aufdeckung unbewusster Prozesse)
Gradient

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