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Welche geistigen Bewegungen unterscheidet Nohl und was sieht er als "Einheit der Jugendwohlfahrtspflege?

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geistige Bewegungen

  1. Arbeiterbewegung --> Entstanden aus der Solidarität
  2. innere Mission --> Entstanden aus der Caritas
  3. Frauenbewegung --> Entstanden aus der geistigen Mütterlichkeit
  4. sozialpolitische Bewegung --> Entstanden aus dem staatsbürgerlichen Bewusstsein
  5. Jugendbewegung/sozialpädagogische Bewegung --> Entstanden aus der Gemeinschaftskraft jugendlicher Bewegungen

"Einheit der Jugendwohlfahrtspflege":

  • Formel für die Jugendwohlfahrtsarbeit: Jugendwohlfahrtsarbeit = spannungsreiches System der geistigen Energien, die die Lebensnot der Zeit, insbesondere der Jugend aufgeweckt hat
  • vielfältige Grundbewegungen lassen sich trotz Unterschiedlichkeit und Antinomie vereinen durch Arbeit an der Not + gemeinsame Grundlage der geistigen Energien
  • gemeinsame Aufgabe: Mensch in Gemeinschaft einbinden (denn Not = Auflösung aller Bindungen + Mensch ohne Bindung = komplett wertlos), aber Aufgabe wird in jeder geistigen Energie anders bewältigt
  • pädagogische Grundidee:
    • Pädagogischer Ethos (ist auf die Höherbildung des Menschen gerichtet)
    • Pädagogischer Eros (Liebe, die auf das fremde Menschentum gerichtet ist)
    • Pädagogischer Bezug (Bestimmung für das erzieherische Verhalten)
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Welche spezifische Deutung der Sozialpädagogik hat Klaus Mollenhauer?

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  • das Sozialpädagogische als eine Weise pädagogischen Sehens, Denkens und Handelns
  • Sozialpädagogik als pädagogische Reaktion auf pädagogische Konfliktstellen, die an bestimmte Erziehungseinrichtung gebunden sind, aber auch besonders nachdrücklich mit dem sozial-erzieherischen Aspekt zu tun haben
  • Sozialpädagogik als Theorie der Kinder- und Jugendhilfe
  • Sozialpädagogik als Verhältnis von problematischem Sachverhalt und gesellschaftlicher Reaktion 
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Was ist mit der "Sache selbst" gemeint nach Mollenhauer

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Jugendfürsorge, Jugendwohlfahrtsarbeit, Kinder- und Jugendhilfe

=> institutionalisiertes Feld pädagogischer Tätigkeiten 

ABER: diese Bestimmung keineswegs konsensfähig, da manche Autoren andere Definitionen haben/interpretieren das Feld nicht mal primär unter pädagogische Konzepte 

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Wie grenzt Mollenhauer sozialpädagogische von schulpädagogischen Überlegungen ab?

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  1. Anlass aller Maßnahmen = keine gesellschaftlich objektive Leistungsanforderung, sondern ein Konflikt 
  2. Gegenstand der Erziehungstätigkeit = kein kanonisierbares Wissen, sondern die subjektive Erfahrungs- und Schicksalslage eines Einzelnen
  3. Erziehungsgeschehen hat nicht die Struktur der kollektiven Lehre, sondern, aus der Struktur der Beratung sich entwickelnd, jede beliebige Form annehmen kann, ja gerade durch die Vielfalt und den methodisch eingesetzten Kombinationsreichtum ausgezeichnet ist
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Welche Probleme bzgl der stellvertretenden Besinnung nennen Thiersch/Rauschenbach in ihrem Artikel 1984?

Welche Lösungen schlagen sie vor?

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Problembeschreibung:
  • skeptisch-gleichgültige Öffentlichkeit
  • unwillig-abweisende Praxis
  • kritisch-konkurrierende Nachbardisziplinen
  • Selbsterfüllende Prophezeiung
  • Rand-/Rückständigkeit der Theorie

(Probleme erklärbar durch Außenbedingungen (ideologische Tendenzwende durch wirtschaftliche Rezession))

Problemlösung:

  • Reflexion der äußeren Bedingungen der eigenen Arbeitsfelder
  • Entfaltung einer Theorie der Institutionen und Handlungsformen
  • Reflexion der eigenen Wissenschaftlichkeit (sowohl auf theoretischem und empirischem Niveau als auch und vor allem in der Abgrenzung von anderen Disziplinen durch eine spezifische, eigene Fragestellung)
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Welche Konsequenzen ergeben sich aus dem Zerfall der Wohnstube für Pestalozzi und Fröbel?

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Pestalozzi:

  • Gründung von Erziehungsanstalten, um den Mägden und Knechten die fehlenden elementaren sozialen und inhaltlichen Grundlagen zur Verfügung zu stellen => Arbeitsfähigkeit!)
  • Schulen, zur Ausbildung von Erziehern, die in seinem Sinne unterrichtet wurden, damit sie in seinem Sinne erziehen konnten
  • Heimerziehung = Reaktion auf das Unvermögen der Familien, die Kinder zu erziehen (laut Pestalozzi) 

Fröbel:

  • Familienunterstützung: Gründung von Kindergärten zur Ausweitung des sozialen Raums, als Alternative für kindliche Erziehung (nicht familien-gleich, aber familien-ähnlich!)
  • gute pädagogische Bedingungen für die Entwicklung
  • Kinder vollziehen ihr Leben spielend: Fröbel nimmt 2 Phasen der Entwicklung in den Blick: körperliche und kognitive
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Was bedeutet das Konzept der Lebensaneignung bei Fröbel und wie ist der doppelte Prozess der Bildung zu verstehen?

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Lebensaneignung:

= menschliche Auseinandersetzung mit der Welt göttlicher Gesetze => harmonische Einigung des menschlichen Lebens mit der göttlichen Ordnung (= Ziel des Bildungsprozesses)


doppelter Prozess der Bildung: 

  • in Aneignung von Welt erkennt der Mensch das darin waltende göttliche Gesetz
  • durch das Erkennen des waltenden göttlichen Gesetzes erkennt der Mensch sich selbst
  • dabei wird die Welt dem Menschen in der Tat anschaulich (= Tatanschuung), d.h. bestimmt durch tätiges Auseinandersetzen (nicht nur sinnliches Aufnehmen!)
  • dabei ist Anschauung nicht nur auf den ästhetischen Bereich, sondern auch auf kognitive und soziale Bereiche bezogen


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Was sind die Typen des sozialpädagogischen Problems und warum reicht Mollenhauer eine pädagogische Reaktion auf ein sozialpädagogisches Problem nicht aus?

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1. Typen des sozialpädagogischen Problems:

  • Normalitätsbalancen
  • Generationenkonflikte
  • 2 Typen der Verwahrlosung (Mandel der Bewahrung - personale Fehlentwicklung) werden zusammengefasst:
    • Probleme der Gesundheit, Gefährdung und Verwahrlosung

2. bloße pädagogische Reaktion auf ein sozialpädagogisches Problem reicht nicht aus, da sozialpolitische Veränderung der gegebenen Verhältnisse genauso relevant wie die Orientierung der Pädagogik an subjektiven Kompetenzen


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Wie vollziehen sich bei Fröbel Tatanschauung und genetisches Prinzip?

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Prozess: von der Tatanschauung angetrieben, durch die frühen Kindesahnungen, das Entgegengesetztgleiche bis zur Lebenseinigung

Tatanschauung: 

  • die Welt wird dem Menschen durch Taten ( = tätiges Auseinandersetzen) anschaulich ( = nicht nur ästhetischer Bereich, sondern auch kognitive und soziale Bereiche), d.h. nicht nur durch sinnliches Aufnehmen

frühe Kindesahnungen:

  • Drängen zur Auseinandersetzung mit der Welt
  • sind als erstes Aufdämmern des Bewusstseins der Wesensgesetze von Dingen und Menschen die Antriebskraft der Genese => Kind folgt dem genetischen Prinzip ( = Allgemeines im Besonderen bereits angelegt, wird in Folge weiterer Differenzierung erschlossen => Erschließung erfolgt als Erkennen des Allgemeinen im Besonderen auf einen Schlag (Abduktion))

Entgegengesetztgleiches:

  • Bewahren der ursprünglichen Einsicht durch spezifische kontrastierende Form des Vergleichs
  • Entgegengesetztes beinhaltet sowohl gleiche wie auch entgegengesetzte Aspekte
  • im Entgegengesetzten ist die Neuartigkeit gegeben, im Gleichen die Möglichkeit des Vergleichs, d.h. es ist nicht vollkommen neu, sondern ist auf Basis des Wissens, das das Kind schon hat, durch es selbst anzueignen
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Warum ist die Wohnstube zentral bei Pestalozzi?

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- Orientierung am einfachen Volk, d.h.  Zusammenlegung von Arbeits- und Lebensstätte in der Wohnstube = die gängige Wohnform 

- Leben und Bildung in der Wohnstube angelegt, durch Vereinigung von Produktions- und Lebensstätte + Einheit von sittlichen, geistigen und handwerklich-körperlichen Tätigkeiten (Kopf, Herz und Hand)

=> Wohnstube = Fundament für jegliche weitere menschliche Gemeinschaften

- Wohnstubenerziehung ermöglicht Einheit in der Persönlichkeitsentwicklung

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Was sind die zentralen Aspekte des Bildungsprozesses nach Pestalozzi?

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- Entwicklung von Kopf, Herz und Hand in ihrer Einheit (= Bedingung und Ziel von Erziehung)

- Bildungsprozess vollzieht sich durch die Auseinandersetzung mit der sozio-kulturellen Umwelt 

- kindliche Entwicklung in 3 unterschiedlichen sozialen Kontexten (Mutter-Kind-Dyade, Wohnstube, schulisch-politische Gemeinschaften)

- zentral: liebende Beziehung zwischen Mutter und Kind (= Voraussetzung und Anlage der Beziehungsfähigkeit + Bedingung für jegliche Erziehung)

- Ziel "sozialer Pädagogik" = Bereitstellung einer für die kindliche Entwicklung förderliche sozial-kulturelle Umwelt

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Warum sind die 1970er-Jahre als Konsolidierung zu bezeichnen?

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  • 1973: Überlegungen zu einer offensiven SP/SA, die im Rückgriff auf sozialwissenschaftliche Theorieangebote die Praxis konkreter in den Blick nimmt
  • Ende 1960er: Heimkampagne (Protest der Heimkinder ggü. der Bedingungen der Heimerziehung => weitreichende Reform dieses Bereichs)
  • Ende 1960er: Bildungsreform (Etablierung der Studiengänge für EWS mit Schwerpunkt SP an Unis und Etablierung von FH
  • Besetzung der Professuren für SP auch durch Soziologen und Psychologen => rege Diskussion, die zersplitterte 
  • neomarxistische Kritik an der Praxis der SP/SA, die v.a. den Kontrollaspekt ggü. der Hilfe betont
  • Rückgriff auf sozialwissenschaftliche Konzepte und die darin eingelagerte Weiterentwicklung der sozialpädagogischen Theoriebildung
    • v.a. labeling approach: abweichendes Verhalten entsteht im Sinne einer selbsterfüllenden Prophezeiung (mit Erwartungen erzeugt man Bedingungen für das, was man erwartet, sodass es passiert)
    • in institutionelle Strukturen ist die Furcht vor den Jugendlichen, die Probleme machen, als Interpretationsmuster verankert => institutionalisierte Angebote der Disziplinierung/Kontrolle der Abweichung und Stigmatisierung der Adressaten
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  • 46861 Karteikarten
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Q:

Welche geistigen Bewegungen unterscheidet Nohl und was sieht er als "Einheit der Jugendwohlfahrtspflege?

A:

geistige Bewegungen

  1. Arbeiterbewegung --> Entstanden aus der Solidarität
  2. innere Mission --> Entstanden aus der Caritas
  3. Frauenbewegung --> Entstanden aus der geistigen Mütterlichkeit
  4. sozialpolitische Bewegung --> Entstanden aus dem staatsbürgerlichen Bewusstsein
  5. Jugendbewegung/sozialpädagogische Bewegung --> Entstanden aus der Gemeinschaftskraft jugendlicher Bewegungen

"Einheit der Jugendwohlfahrtspflege":

  • Formel für die Jugendwohlfahrtsarbeit: Jugendwohlfahrtsarbeit = spannungsreiches System der geistigen Energien, die die Lebensnot der Zeit, insbesondere der Jugend aufgeweckt hat
  • vielfältige Grundbewegungen lassen sich trotz Unterschiedlichkeit und Antinomie vereinen durch Arbeit an der Not + gemeinsame Grundlage der geistigen Energien
  • gemeinsame Aufgabe: Mensch in Gemeinschaft einbinden (denn Not = Auflösung aller Bindungen + Mensch ohne Bindung = komplett wertlos), aber Aufgabe wird in jeder geistigen Energie anders bewältigt
  • pädagogische Grundidee:
    • Pädagogischer Ethos (ist auf die Höherbildung des Menschen gerichtet)
    • Pädagogischer Eros (Liebe, die auf das fremde Menschentum gerichtet ist)
    • Pädagogischer Bezug (Bestimmung für das erzieherische Verhalten)
Q:

Welche spezifische Deutung der Sozialpädagogik hat Klaus Mollenhauer?

A:
  • das Sozialpädagogische als eine Weise pädagogischen Sehens, Denkens und Handelns
  • Sozialpädagogik als pädagogische Reaktion auf pädagogische Konfliktstellen, die an bestimmte Erziehungseinrichtung gebunden sind, aber auch besonders nachdrücklich mit dem sozial-erzieherischen Aspekt zu tun haben
  • Sozialpädagogik als Theorie der Kinder- und Jugendhilfe
  • Sozialpädagogik als Verhältnis von problematischem Sachverhalt und gesellschaftlicher Reaktion 
Q:

Was ist mit der "Sache selbst" gemeint nach Mollenhauer

A:

Jugendfürsorge, Jugendwohlfahrtsarbeit, Kinder- und Jugendhilfe

=> institutionalisiertes Feld pädagogischer Tätigkeiten 

ABER: diese Bestimmung keineswegs konsensfähig, da manche Autoren andere Definitionen haben/interpretieren das Feld nicht mal primär unter pädagogische Konzepte 

Q:

Wie grenzt Mollenhauer sozialpädagogische von schulpädagogischen Überlegungen ab?

A:
  1. Anlass aller Maßnahmen = keine gesellschaftlich objektive Leistungsanforderung, sondern ein Konflikt 
  2. Gegenstand der Erziehungstätigkeit = kein kanonisierbares Wissen, sondern die subjektive Erfahrungs- und Schicksalslage eines Einzelnen
  3. Erziehungsgeschehen hat nicht die Struktur der kollektiven Lehre, sondern, aus der Struktur der Beratung sich entwickelnd, jede beliebige Form annehmen kann, ja gerade durch die Vielfalt und den methodisch eingesetzten Kombinationsreichtum ausgezeichnet ist
Q:

Welche Probleme bzgl der stellvertretenden Besinnung nennen Thiersch/Rauschenbach in ihrem Artikel 1984?

Welche Lösungen schlagen sie vor?

A:
Problembeschreibung:
  • skeptisch-gleichgültige Öffentlichkeit
  • unwillig-abweisende Praxis
  • kritisch-konkurrierende Nachbardisziplinen
  • Selbsterfüllende Prophezeiung
  • Rand-/Rückständigkeit der Theorie

(Probleme erklärbar durch Außenbedingungen (ideologische Tendenzwende durch wirtschaftliche Rezession))

Problemlösung:

  • Reflexion der äußeren Bedingungen der eigenen Arbeitsfelder
  • Entfaltung einer Theorie der Institutionen und Handlungsformen
  • Reflexion der eigenen Wissenschaftlichkeit (sowohl auf theoretischem und empirischem Niveau als auch und vor allem in der Abgrenzung von anderen Disziplinen durch eine spezifische, eigene Fragestellung)
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Q:

Welche Konsequenzen ergeben sich aus dem Zerfall der Wohnstube für Pestalozzi und Fröbel?

A:

Pestalozzi:

  • Gründung von Erziehungsanstalten, um den Mägden und Knechten die fehlenden elementaren sozialen und inhaltlichen Grundlagen zur Verfügung zu stellen => Arbeitsfähigkeit!)
  • Schulen, zur Ausbildung von Erziehern, die in seinem Sinne unterrichtet wurden, damit sie in seinem Sinne erziehen konnten
  • Heimerziehung = Reaktion auf das Unvermögen der Familien, die Kinder zu erziehen (laut Pestalozzi) 

Fröbel:

  • Familienunterstützung: Gründung von Kindergärten zur Ausweitung des sozialen Raums, als Alternative für kindliche Erziehung (nicht familien-gleich, aber familien-ähnlich!)
  • gute pädagogische Bedingungen für die Entwicklung
  • Kinder vollziehen ihr Leben spielend: Fröbel nimmt 2 Phasen der Entwicklung in den Blick: körperliche und kognitive
Q:

Was bedeutet das Konzept der Lebensaneignung bei Fröbel und wie ist der doppelte Prozess der Bildung zu verstehen?

A:

Lebensaneignung:

= menschliche Auseinandersetzung mit der Welt göttlicher Gesetze => harmonische Einigung des menschlichen Lebens mit der göttlichen Ordnung (= Ziel des Bildungsprozesses)


doppelter Prozess der Bildung: 

  • in Aneignung von Welt erkennt der Mensch das darin waltende göttliche Gesetz
  • durch das Erkennen des waltenden göttlichen Gesetzes erkennt der Mensch sich selbst
  • dabei wird die Welt dem Menschen in der Tat anschaulich (= Tatanschuung), d.h. bestimmt durch tätiges Auseinandersetzen (nicht nur sinnliches Aufnehmen!)
  • dabei ist Anschauung nicht nur auf den ästhetischen Bereich, sondern auch auf kognitive und soziale Bereiche bezogen


Q:

Was sind die Typen des sozialpädagogischen Problems und warum reicht Mollenhauer eine pädagogische Reaktion auf ein sozialpädagogisches Problem nicht aus?

A:

1. Typen des sozialpädagogischen Problems:

  • Normalitätsbalancen
  • Generationenkonflikte
  • 2 Typen der Verwahrlosung (Mandel der Bewahrung - personale Fehlentwicklung) werden zusammengefasst:
    • Probleme der Gesundheit, Gefährdung und Verwahrlosung

2. bloße pädagogische Reaktion auf ein sozialpädagogisches Problem reicht nicht aus, da sozialpolitische Veränderung der gegebenen Verhältnisse genauso relevant wie die Orientierung der Pädagogik an subjektiven Kompetenzen


Q:

Wie vollziehen sich bei Fröbel Tatanschauung und genetisches Prinzip?

A:

Prozess: von der Tatanschauung angetrieben, durch die frühen Kindesahnungen, das Entgegengesetztgleiche bis zur Lebenseinigung

Tatanschauung: 

  • die Welt wird dem Menschen durch Taten ( = tätiges Auseinandersetzen) anschaulich ( = nicht nur ästhetischer Bereich, sondern auch kognitive und soziale Bereiche), d.h. nicht nur durch sinnliches Aufnehmen

frühe Kindesahnungen:

  • Drängen zur Auseinandersetzung mit der Welt
  • sind als erstes Aufdämmern des Bewusstseins der Wesensgesetze von Dingen und Menschen die Antriebskraft der Genese => Kind folgt dem genetischen Prinzip ( = Allgemeines im Besonderen bereits angelegt, wird in Folge weiterer Differenzierung erschlossen => Erschließung erfolgt als Erkennen des Allgemeinen im Besonderen auf einen Schlag (Abduktion))

Entgegengesetztgleiches:

  • Bewahren der ursprünglichen Einsicht durch spezifische kontrastierende Form des Vergleichs
  • Entgegengesetztes beinhaltet sowohl gleiche wie auch entgegengesetzte Aspekte
  • im Entgegengesetzten ist die Neuartigkeit gegeben, im Gleichen die Möglichkeit des Vergleichs, d.h. es ist nicht vollkommen neu, sondern ist auf Basis des Wissens, das das Kind schon hat, durch es selbst anzueignen
Q:

Warum ist die Wohnstube zentral bei Pestalozzi?

A:

- Orientierung am einfachen Volk, d.h.  Zusammenlegung von Arbeits- und Lebensstätte in der Wohnstube = die gängige Wohnform 

- Leben und Bildung in der Wohnstube angelegt, durch Vereinigung von Produktions- und Lebensstätte + Einheit von sittlichen, geistigen und handwerklich-körperlichen Tätigkeiten (Kopf, Herz und Hand)

=> Wohnstube = Fundament für jegliche weitere menschliche Gemeinschaften

- Wohnstubenerziehung ermöglicht Einheit in der Persönlichkeitsentwicklung

Q:

Was sind die zentralen Aspekte des Bildungsprozesses nach Pestalozzi?

A:

- Entwicklung von Kopf, Herz und Hand in ihrer Einheit (= Bedingung und Ziel von Erziehung)

- Bildungsprozess vollzieht sich durch die Auseinandersetzung mit der sozio-kulturellen Umwelt 

- kindliche Entwicklung in 3 unterschiedlichen sozialen Kontexten (Mutter-Kind-Dyade, Wohnstube, schulisch-politische Gemeinschaften)

- zentral: liebende Beziehung zwischen Mutter und Kind (= Voraussetzung und Anlage der Beziehungsfähigkeit + Bedingung für jegliche Erziehung)

- Ziel "sozialer Pädagogik" = Bereitstellung einer für die kindliche Entwicklung förderliche sozial-kulturelle Umwelt

Q:

Warum sind die 1970er-Jahre als Konsolidierung zu bezeichnen?

A:
  • 1973: Überlegungen zu einer offensiven SP/SA, die im Rückgriff auf sozialwissenschaftliche Theorieangebote die Praxis konkreter in den Blick nimmt
  • Ende 1960er: Heimkampagne (Protest der Heimkinder ggü. der Bedingungen der Heimerziehung => weitreichende Reform dieses Bereichs)
  • Ende 1960er: Bildungsreform (Etablierung der Studiengänge für EWS mit Schwerpunkt SP an Unis und Etablierung von FH
  • Besetzung der Professuren für SP auch durch Soziologen und Psychologen => rege Diskussion, die zersplitterte 
  • neomarxistische Kritik an der Praxis der SP/SA, die v.a. den Kontrollaspekt ggü. der Hilfe betont
  • Rückgriff auf sozialwissenschaftliche Konzepte und die darin eingelagerte Weiterentwicklung der sozialpädagogischen Theoriebildung
    • v.a. labeling approach: abweichendes Verhalten entsteht im Sinne einer selbsterfüllenden Prophezeiung (mit Erwartungen erzeugt man Bedingungen für das, was man erwartet, sodass es passiert)
    • in institutionelle Strukturen ist die Furcht vor den Jugendlichen, die Probleme machen, als Interpretationsmuster verankert => institutionalisierte Angebote der Disziplinierung/Kontrolle der Abweichung und Stigmatisierung der Adressaten
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