Mediation an der Sigmund Freud Universität Wien | Karteikarten & Zusammenfassungen

Lernmaterialien für mediation an der Sigmund Freud Universität Wien

Greife auf kostenlose Karteikarten, Zusammenfassungen, Übungsaufgaben und Altklausuren für deinen mediation Kurs an der Sigmund Freud Universität Wien zu.

TESTE DEIN WISSEN

Nennen Sie die Möglichkeiten des Einsatzes von Moderationstechniken in der Gruppenmediation?

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TESTE DEIN WISSEN


Phasen in der Gruppenmediation:

Den sicheren Rahmen schaffen 

  • Vertraulichkeitsfrage inklusive der Bereiche klären, die nicht vertraulich behandelt werden können
  • Diverse Kennenlernmethoden: z. B. Soziometrie (Fragen zur Person, zur Motivation, am Prozess teilzunehmen, Skalierungen, zum Konflikt), den Raum nutzen 
  • Transparenz über bisherigen Prozess herstellen 

Übung »Ich bin hier, weil …« 


Vorbereitete Aussagen, zu denen man sich positionieren kann, z. B.: 

  • weil die anderen auch da sind
  • weil ich die Mediation für die Teamentwicklung wichtig finde
  • weil ich Interesse daran habe, Dinge zu klären
  • weil es angeordnet wurde

 

Die Themen erheben

  • Bilder malen: die Situation in unserer Gruppe/unserem Team: Unser Team als Schiff, als Westernstadt, als menschlicher Körper
  • Gruppenbiografie
  • Die Feedback-Zwiebel oder Speed Clearing
  • Finde ein Symbol/eine Karte für eure Situation
  • Hidden-Agenda-Übung: Worum geht es eigentlich?

 

Die Themen priorisieren

  • Punkte vergeben
  • Systemisch konsensieren
  • Soziometrie

 

Die Sichtweise darstellen und erhellen 

  • Kontrollierter Dialog: wer etwas sagen will, fasst zunächst das Gesagte der/des Vorredner zusammen
  • Skalierungsaufstellungen
  • Inversionsübung (auch Kopfstandmethode): Was muss passieren, damit das Konflikthafte gut weitergedeihen kann?
  • Fish Bowl

 

Lösungen entwickeln 

  • Brainstorming
  • Kopfstandmethode
  • Chancen-Risiken/Zweifel – Realistische Vorschläge
  • Dynamic Facilitation

 

Vereinbarungen treffen

  • Welche Form ist hier üblich/notwendig?
  • Wer ist abschlussbefugt – sind alle da?
  • Was muss nach außen dringen?
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TESTE DEIN WISSEN

Welche kreativitätsfördernden Tools kennen Sie und welche davon lassen sich in der Mediation einsetzen?

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TESTE DEIN WISSEN
Mit Bildern arbeiten
Bildkarten
Fragekarten
Aufstellungen


Brainstorming:
- Die Teilnehmer nennen spontan Ideen zur Lösungsfindung, wobei sie sich im optimalen Fall gegenseitig inspirieren und untereinander Gesichtspunkte in neue Lösungsansätze und Ideen einfließen lassen. 
- Die Ideen werden protokolliert.
- Alle Teilnehmenden sollen ohne jede Einschränkung Ideen produzieren und mit anderen Ideen kombinieren.
- Auch sollte die Phase in einem Zeitrahmen um die 30 bis 45 Minuten liegen.
- Die Gruppe sollte in eine möglichst produktive und erfindungsreiche Stimmung versetzt werden.

- Nach einer Pause werden nun sämtliche Ideen (von der Gruppenleitung) vorgelesen und von den Teilnehmern bewertet und sortiert.

- Hierbei geht es zunächst nur um bloße thematische Zugehörigkeit und das Aussortieren von problemfernen Ideen. 

- Die Bewertung und Auswertung kann in derselben Diskussion durch dieselben Teilnehmer erfolgen oder von anderen Fachleuten getrennt vorgenommen werden.


Brainwalking:

ist eine Kreativitätsmethode, bei welcher angeregt durch Brainstorming und Brainwriting Flipp Charts im Gebäude bis hin zum Parkplatz aufgehängt werden. 

Auf den großen Papierbögen ist dann eine Fragestellung zum Hauptproblem notiert, das eine Gruppe von Brainwalker lösen soll. Die TeilnehmerInnen gehen in beliebiger Reihenfolge zu den Flipp Charts und füllen die Bögen, die ein wachsendes Anregungspotential darstellen.


Die sechs Denkhüte (Eduard de Bono)
Diese Methode basiert auf 6 sogenannter „Denkhüte“. Jeder dieser Hüte hat eine andere Farbe. Die unterschiedlichen Farben symbolisieren bestimmte Denkrichtungen, beispielsweise optimistisch, kritisch, analytisch etc.

Vorgang:

  • Nehmen Sie einen Notizblock zur Hand und notieren Sie darin auf einem Blatt die Problemstellung bzw. die Entscheidungsfrage. 
  • Ziehen Sie eine beliebige Karte – außer die blaue. Die Reihenfolge der „Denkhüte“ spielt dabei keine Rolle. Nur der blaue Hut ist immer der letzte. Legen Sie also diese blaue Karte am besten vorab zur Seite.
  • Schreiben Sie dann jeweils auf einem Notizblatt in Abhängigkeit der gewählten Perspektive (Denkhut) alle Punkte, die Ihnen hierzu einfallen.


Der gelbe Hut: 
Notieren Sie nun zum Problem bzw. zur Entscheidungssituation alle positiven Aspekte, die Ihnen dazu in den Sinn kommen.
Wo liegen Chancen, welche positiven Auswirkungen könnte Ihre Entscheidung haben, was würde sich für Sie zum Besseren ändern?
Der grüne Hut:
Nehmen Sie nun eine neues Notizblatt und beispielsweise die grüne Karte zur Hand. Bei der grünen Karte lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf. 
Notieren Sie auch verrückte, unrealistische Lösungen bzw. Entscheidungen. Suchen Sie Alternativen ohne sie vorab zu werten.
Der rote Hut:
Die rote Karte: Hier kommt Ihr Bauchgefühl zum Einsatz. Wie würden Sie entscheiden bzw. welche Lösung bevorzugen, wenn es nur nach Ihrem Bauchgefühl geht, ohne die Fakten zu betrachten, also wider jeder Logik. 
Der schwarze Hut:
Wie die Farbe schon erahnen lässt, kommt hier das Negative ins Spiel. Notieren Sie auf einem neuen Blatt alle negativen Aspekte, alle Nachteile und Zweifel, jede Kritik und sämtliche negativen Folgen, die aus der Entscheidung resultieren können. 
Der weiße Hut:

Mit der weißen Karte in der Hand gehen Sie alle Fakten durch. Neutral und objektiv! Sammeln Sie Daten, Zahlen und Fakten. 

Der blaue Hut:

Die blaue Karte bildet den Abschluss. Mit Blau begeben Sie sich in die Überblick-Perspektive. Fassen Sie alle gesammelten „Farb-Argumente“ auf einem eigenen Notizblatt in Stichworten zusammen.

Die drei Denkstühle (Walt Disney Methode):

Walt Disney wählte verschiedene Stühle, mit denen er sich zielgerichtet in jeweils in eine unterschiedliche Denkart versetzte.

- Die Denkarten bringen Struktur und Ordnung in den kreativen Prozess und helfen, nicht zu sehr in einzelne Visionen abzudriften.

- Die Bewertung der Ideen und die Vorbereitung der Umsetzung sind Teil der Methode.

- Die Technik ist sehr einfach und leicht anwendbar.

- Die Methode ist für Teams oder einzelne Personen geeignet.

Der Träumer: 

Mit dieser Denkart ist alles ohne Kritik und Prüfung auf Machbarkeit möglich. Visionen und Luftschlösser können ausgeschmückt werden.

Die zentralen Fragen sind: 

- Was ist der ideale Zustand?

- Was könnte erreicht werden? 

- Welche Möglichkeiten liegen in dem Vorhaben?

Der Realist: 

Der Realist geht mit Logik, Realismus und gesunden Menschenverstand ans Werk, um das Projekt zu realisieren. 

Ziel sollen konkrete Schritte für die Verwirklichung sein:

- Wie könnte man die Idee in die Tat umsetzen?

- Was muss getan werden?

- Welche Schritte sind konkret notwendig

Der Kritiker: 
Der Kritiker muss die positiven und negativen Punkte beleuchten und die Schwachstellen ans Licht zerren:
- Was muss verbessert werden, damit es gelingt?
- Welche Risiken treten auf, wie können diese abgemildert werden?
- Was passiert im schlimmsten Fall?
- Was sind die Vorteile und die Nachteile?


Die Umkehrmethode
Mindmapping
„Was wäre das Schlimmste…“
„Konflikttagebuch“
Ressourcenaktivierung


Fish bowl (Gruppenmediation):

- Bei der Fishbowl-Methode diskutiert eine kleine Gruppe von Teilnehmern im Innenkreis (im „Goldfisch-Glas“) das Thema, während die übrigen Teilnehmer in einem Außenkreis die Diskussion beobachten.

- Möchte ein Teilnehmer aus dem Außenkreis zur Diskussion beitragen, gibt es verschiedene Formen:

-> Bei der Methode mit dem „Gast-Stuhl“ steht im Innenkreis ein freier Stuhl. 

-> Ein Teilnehmer aus dem Außenkreis kann darauf Platz nehmen und mitdiskutieren, bis er alles gesagt hat oder bis ein weiterer Teilnehmer aus dem Außenkreis auf dem Gast-Stuhl Platz nehmen will. 

-> Oder ein Teilnehmer aus dem Innenkreis kann seinen Platz freimachen, um einem Teilnehmer aus dem Außenkreis die Mitarbeit im Innenkreis zu ermöglichen.

-> In einer anderen Form der Methode dürfen Teilnehmer aus dem Außenkreis ein Mitglied des Innenkreises „abklopfen“. Dieses darf dann noch seinen Satz fertig sprechen und macht dann seinen Platz für den Teilnehmer aus dem Außenkreis frei. Diese Form erfordert eine hohe Achtsamkeit und soziale Kompetenz der Teilnehmer, weil alle gleichermaßen den Ablauf steuern müssen.

- Oft wird der Ablauf durch einen Moderator unterstützt. 

- Die Arbeit des Innenkreises kann am Ende mit der gesamten Gruppe besprochen werden.


Mut zur Stille
Bewegung


unterschiedliche Visualisierungsarten:

Oberflächen:

 

Flipchart- und Whiteboard-Stifte jeder Art und Farbe:

Schreibkarten, Pin-Nadeln, Scheren, ....



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Beschreiben Sie einige schwierige Gesprächssituationen, die in einer Mediation auftreten können – wie gehen Sie mit diesen um?

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TESTE DEIN WISSEN

Schwierige Gesprächssituationen entstehen dort, wo die gewohnten Verhandlungsmuster nicht hilfreich bzw. nicht kompatibel sind. 

In der Mediation können Interventionen dann hilfreich sein, wenn dysfunktionale Störungen in der Kommunikation beseitigt werden. 


Das gelingt meist schon durch 

  • Aktives Zuhören, 
  • Normalisieren, 
  • Paraphrasieren, 
  • Refraiming,
  • die Bereitschaft, sich auf das Gegenüber einzulassen, 
  • die Partei verstehen zu wollen, was nicht gleich zu setzen ist, mit dieser Partei recht zu geben.


Dem Einhalten der Gesprächsregeln und einem respektvollen Umgang kommt in jeder Phase der Mediation große Bedeutung zu. 


Wirkungsvolle Maßnahmen in schwierigen Gesprächssituationen oder bei Blockaden sind unter anderem:

  • Bewusster Einsatz von Fragen
    • Offene Fragen
    • Geschlossene Fragen
    • Nachfragen
    • Fragen nach Alternativen und Unterschieden
    • Hypothetische Fragen
    • Zirkuläre Fragen
    • Wunderfrage
    • Skalierungsfragen
  • Pausen
  • Einzelgespräche
  • Moderationstechniken
  • Interventionstechniken
  • Reflexion des eigenen Verhaltens
  • Nochmaliges Erklären der (Gesprächs-) Regeln der Mediation 
  • Supervision und Intervision


  • Widerstände:
    • Streitparteien fangen in ihrer Argumentation immer wieder von vorne an und können nicht zum Punkt kommen
    • Verhandlungsbereitschaft sinkt (z.B. dadurch, dass sich eine Konfliktpartei weigert, von ihrem Standpunkt abzuweichen)
    • Schreien
    • Äußerung von Ungeduld und Unmut (zuerst meist mittels Körpersprache...)
    • Bereits vereinbarte Punkte werden - scheinbar willkürlich - wieder zur Diskussion gestellt
    • Erzählen alter Geschichten
    • was tue ich dagegen als Mediator?
      • Ich-Botschaften darüber senden, wie schwer es ist, einen Konflikt zu bearbeiten. Hoffnung äußern, dass alle Beteiligten die Geduld und Energie aufbringen können und sich weiterhin um ein konstruktives Gesprächsklima bemühen werden
      • Würdigung der zutage tretenden starken Gefühle, z.B.: „Ich merke, dass Sie das sehr betroffen gemacht hat ...“
      • Gesprochenes umformulieren, Neutralisieren der negativen Inhalte
      • Normalisieren, dabei aber nicht abwerten, z.B.: „Es ist normal, wenn Sie das in so einer schwierigen Situation nicht loslässt."
      • Gemeinsamkeiten (Synthese) herstellen
      • Auf Körpersprache achten
      • Das Augenmerk auf die Zukunft lenken (fokussieren); z.B. „Für eine Lösung Ihrer Schwierigkeiten   ist   es   notwendig,   dass   wir   daran arbeiten, was das Beste für Sie beide für die Zukunft ist. Ich denke, von dem, was eine konstruktive Lösungsfindung bisher schwierig gemacht hat, haben wir gerade einen Eindruck bekommen, lassen Sie uns jetzt an einer Lösung arbeiten.“
      • Pause einlegen -Schweigeminute -Auszeit für alle
      • Überprüfen der eigenen "Allparteilichkeit", des eigenen Wertesystems
      • Gemeinsam fantasieren, was passieren würde, wenn die Gespräche abgebrochen werden
      • Einzelgespräche ansetzen
      • Psychohygiene für Konfliktvermittler - beispielsweise durch Supervision, Teambesprechungen


  • Killerphrasen:
    • Killerphrasen sind Redewendungen und Scheinargumente, aber auch nonverbale Signale, die
      • das Gespräch blockieren
      • den Diskussionspartner keine gleichwertige Gegenposition belassen, sondern in die Position des Unterlegenen bringen
      • zu sinnlosen Diskussionen führen
      • Killerphrasensind Hindernisse für ein konstruktives Gespräch
    • was tue ich dagegen als Mediator?
      • auf die Gesprächshindernisse aufmerksam macht: „Ich stelle mir die Frage, ob möglicherweise alte Gesprächsmuster aktiviert wurden und es jetzt vielmehr um die Frage geht Recht zu behalten und nicht mehr darum, sich um eine gute Beziehung zu bemühen.
      • das Gesagte in einer Ich-Botschaft zu formulieren z.B. Darf  ich  Ihnen  dabei  helfen?“
      • Gefühle  ansprechen,  die  sich  hinter  der  Aussage  verbergen  bzw.  die  diese Aussage beim anderen auslösen
      • klärende Fragestellungen sein, die dazu beitragen, die Intention, die zu der Aussage geführt hat, herauszuarbeiten und dadurch Bewusstsein zu schaffen
      • beim „Chunking“ werden verallgemeinerte oder ungenaue Aussagen der Konfliktparteien durch Nachfragen verkleinert und in konkrete Teile zerlegt (chunks).   Die Botschaft wird dadurch klarer, verständlicher, Missverständnisse werden sichtbar und allgemeine Ziele können leichter bearbeitet werden. z.B. Partei: „Ich kann das nicht.“ Mediator: „Wie würden Sie das beschreiben, was Ihnen schwerfällt?“
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Mit welchen Berufsgruppen werden Sie enger zusammenarbeiten und weshalb?

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Psychologen und Therapeuten:

  • wenn die Medianden nicht mehr in Eigenverantwortung handeln können bzw. eine therapeutische Unterstützung benötigen z.B. Psychologisch, dann können wir entweder anbieten dem Mediand jemanden vorzuschlagen. 
  • Zu diesem Zweck muss die Mediation über den Zeitraum der externen Unterstützung unterbrochen werden.


Anwälte, Rechtsanwälte und Juristen:

  • sollte eine Mediation nicht mehr ausreichen oder sinnvoll sein
  • Mediatoren dürfen keine rechtliche / juristische Beratung geben


Mediatoren:

  • für Co-Mediation
  • wenn man die Neutralität und Allparteilichkeit verliert
  • wenn man sich dem Fall aus irgend einem Grund nicht gewachsen fühlt
  • Abbruch der Mediation
  • wenn man bei der Mediation nicht mehr darauf kommt, dass man Dinge mit den eigenen Vorstellungen/Werten nicht mehr vereinbaren kann.
  • bei geförderter Mediation (muss ein eingetragener Mediator sein, 5 Jahre Erfahrung)


Sprach- und Gebärdendolmetschens:

Eine weitere Profession, mit welchen Mediation eng zusammenarbeitet, ist beispielsweise

jene des Sprach- und Gebärdendolmetschens. 

Wichtig, dass im Übersetzungsvorgang die Feinheiten meditativer Kommunikation beherrscht und somit richtig übersetzt werden.

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Mediationstechniken im Setup

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  • Sesselauseinander rücken oder auseinander drehen um mehr Abstand zu haben oder das direkte Ansehen zu vermeiden


  • versetztes Aufstellen der Sessel - TANDEM - um Blickkontakt zu vermeiden und zum aktuell über seine Sicht sprechende Person eine räumliche Nähe zum Mediator aufzubauen. D.h. der nicht sprechende sitzt weiter hinten.


  • Caucus - Einzelgespräche mit dem Mediator der Konfliktgeschichte oder heikler Teile (bei hocheskalierten Konflikten) - es wird auch vereinbart welche Möglichkeiten es gibt die Themen in der großen Runde zu besprechen.


  • Pendelmediation - alternierende Einzelgespräche z.B. bei Fällen betreffend Kindesbetreuung.


  • gemischtes Doppel


  • Doppel


  • Reflecting Team
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Wann ist eine Mediation zwingend vorgeschrieben?

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Lehrlingsmediation

Mediation im Nachbarrecht bei behaupteten Entzug von Licht oder Luft

Nachbarrechte

Mediation bei Menschen mit Behinderung

§ 79 m GTG (Mediation im Bereich Gentechnik) 

§ 16 (2) UVP-G (Umweltmediation)



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Begriff Gefühle?

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Vor allem im Kontext der Transaktionsanalyse werden vier Grundgefühle benannt, auf denen weitere, die oben kurz benannten sozialen oder komplexen Gefühle aufbauen.

Die vier Grundgefühle sind

  • Angst,
  • Ärger,
  • Trauer und
  • Freude.


Angst bzw. Furcht dazu dient, Kräfte und Energien zu mobilisieren, um Gefahren aus dem Weg zugehen

Ärger bzw. Wut funktional dazu, Hindernisse aus dem Weg zu räumen.
Trauer ermöglicht ihrerseits Liebgewordenes loszulassen und Verluste zu „verarbeiten“. Gemeinsame Funktion dieser Gefühle ist es, das Problem der Anpassung an die veränderte Umwelt zu bewältigen.
Freude ihrerseits stellt sich als Gefühl ein, wenn 
  • Problemfreiheit besteht, 
  • die seltenen Momente, in denen gespürt wird, dass der Druck der Anpassung an die Umwelt nicht spürbar ist, 
  • die Momente des Loslassenkönnens bzw. Losgelöstseins, 
  • die Zielmotivation jedweder Meditation, 
  • obschon die Vorstellung eines Ziels gerade den Anpassungsdruck als „Sichbewegen- und anstrengenmüssens“ die Freude geradewegs verhindert.


Jeder, der sich auf diesen WEG DES NICHTGEHENS erlebt diese Paradoxie.


So lassen sich die Grundgefühle nicht nur mit den Anlasssituationen in Zusammenhang stellen, sondern auch ihre zeitlichen Bezüge sowie Funktionsweisen.


Gefühle !?... 

  1. Erzeugen Verständnis & helfen sich in den anderen hineinzuversetzen
    • Wie ist es dir dabei gegangen?
    • Wie hast du dich gefühlt?
    • Was hat das mit dir gemacht?
  2. Oft kommt man über das Gefühl zum Bedürfnis


 
  • Nach Gefühlen fragen (Vorsicht beim Anbieten)
  • Nach Bedürfnissen Fragen (& anbieten)
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Nennen Sie die Möglichkeiten des Einsatzes von Moderationstechniken in der klassischen Mediation.

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....

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Welche Arten von Moderationen kennen Sie - und wer legt fest welche davon eingesetzt werden?

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Was ist die Aufgabe eines Moderators? 


Er ist Organisator, Kommunikator, Vermittler, Zeitwächter, Spielmacher, Motivator und Steuermann

in einer Person. 

Als Moderator bringt der Mediator Ordnung in das Chaos und schafft eine produktive Arbeitsatmosphäre. 

Wichtiger als Fachwissen ist es, dass Sie sich gut in ein Thema hineindenken können.



Um ein guter Moderator zu sein, sollten Sie die folgenden Voraussetzungen erfüllen: 

  • Organisationstalent
  • Neutralität
  • Durchsetzungsvermögen
  • Empathie
  • Konzentrationsfähigkeit


Zu Beginn um den Teilnehmern einen Überblick zu geben kommen die Informationen mit einer Willkommensfloskel, dem Ziel, der Zeitvorgaben und Pausen und dem geplanten Ablauf auf ein Flipchart, Pinnwand oder ein Plakat.


Moderationstechniken:

Skalierungen im Raum:


wozu:

  • um aktuelle Stimmungen und /oder Gruppenprozesse für alle sichtbar zu machen
  • Um die Gruppe in Bewegung zu bringen
  • damit Teilnehmer selbst die Verantwortung für Gruppenatmosphäre oder Situation  übernehmen
  • für die Rückkoppelung an den Moderator
  • Zustimmung oder Ablehnung sichtbar zu machen


Zurufabfrage:


  • Zurufabfrage, wenn viele Beiträge zu erwarten sind
  • Zurufabfragen erfordern schnelles Schreiben (falls notwendig zu zweit oder um Langsamkeit bitten)
  • Beiträge sind nur sehr schwer oder gar nicht zu ordnen
  • Aufpassen, dass  „Redelöwen“ nicht dominieren(„Was meinen die anderen?“)
  • eignet sich nur wenn keine Anonymität gefordert ist

wozu:

  •  Zum spontanen Sammeln von Ideen, Problemen, Meinungen, Lösungen
  • Um Assoziationen anzuregen
  • Damit nicht sofort nach der ersten Idee bewertet wird
  • Um die Gruppe in kurzer Zeit zu aktivieren-Damit keine Idee verloren geht-Um Mehrfachnennungen zu vermeiden
  • Kreativität der Gruppe wird gefördert
  • haben einen Brainstorm-Effekt.

Wie:

  • Mediator stellt eine offene Frage
  • Mediator erklärt, dass zuerst gesammelt und dann diskutiert wird
  • Schreibt die Zurufe in Stichworten untereinander
  • Ohne zu ordnen oder zu bewerten
  • Anschließend lässt er die Stichworte sofort bepunkten,- Prioritäten setzen oder diskutiert die einzelnen Punkte mit der Gruppe


Einpunkt Abfragen:


  • Punktabfragen können auch anonymisiert erhoben werden und hernach vom Moderator veröffentlicht werden
  • Ungeübten Gruppen muss ein Beispiel für die Technik der Beantwortung gegeben werden

 wozu:

  • Um Vielfalt und Widersprüche in einer Gruppe sichtbar zu machen
  • Um Meinungsführer zu bremsen und anderen Teilnehmer mehr Platz zu geben
  • Um Diskussion (v.a. in der Startphase) auszulösen-Um Ja/ Nein Entscheidungen zu vermeiden
  • Um Stimmungen und Gefühle deutlich zu machen-Um Hauptsächliches von Nebensächlichen zu trennen

wie: 

  • Moderator formuliert die Frage und schreibt sie an die Flipchart
  • Ergänzt diese mit einem Koordinatenfeld oder einer Skala
  • Moderator erläutert die Frage und verteilt einen Punkt pro Teilnehmer
  • M. lässt eine kurze Bedenkzeit und bittet sie gleichzeitig zu punkten
  • M. bittet die Gruppe um Interpretation des Ergebnisses (Was sagt Ihnen das Bild? ) und schreibt Antworten stichwortartig unter das Punktbild


z.B.



Kartenabfrage:

 

  • Kartenzahl nicht begrenzen
  • Beim Vorlesen keine Wertung der Beiträge durch den Moderator
  • Keine Karten übersehen
  • Nicht nach Kartenurheber fahnden(Gruppe um Interpretation bitten)
  • Doppelnennungen untereinander heften
  • Unverständliches an den Rand picken

Allgemeiner Ablauf:

  1.  Karten werden zur Fragestellung oder zum Thema anonym gesammelt
  2. Karten werden umgedreht und inhaltlich für alle hör-und sichtbar gelesen
  3. Karten werden nach inhaltlicher Ähnlichkeit oder Übereinstimmung zusammengelegt Wichtig: keine Quantifizierung
  4. Finden des verbindenden Überthemas (Cluster)

wozu:

  • Zur Sammlung von Ideen, Meinungen, Erwartungen, Vorschlägen
  • Um alle zu Wortkommen zu lassen
  • Um Meinungsvielfaltsichtbar zu machen
  • Damit auch kritische oder zurückhaltende Meinungen zu Wort kommen
  • Um die Gruppe zu aktivieren (Redelöwen zu bremsen)
  • Beiträge zusammenfassen und zu systematisieren

wie:

  • Frage an der Flip
  • Erklären: pro Vorschlag eine Karte
  • Zeit zum Nachdenken geben
  • Wenn alle fertig sind-einsammeln
  • Einzeln vorlesen und in Cluster zusammenlegen
  • Oberbegriffe (Cluster) gemeinsam mit der Gruppe finden


Themenspeicher:


wozu:

  • Damit alle an der Themenfindung beteiligt sind
  • Damit kein Thema vergessen wird
  • Damit „Meinungsmacher“ den Gruppenwillen annehmen
  • Damit Generalthema  in Unterthemen gegliedert wird

wie:

  • Moderator bereitet Themenspeichergerüst vor
  • Themenspeicher wird gefüllt aus
  • Zuruf Fragen
  • Kartenabfragen (nach Cluster)


Mehrpunkt Frage:


  • Die Fragemuss wieder aufgeschriebenwerden
  • Bei mehr als 10 Teilnehmer: halb so viele Klebepunkte wie Teilnehmer
  • Das Punkten soll schnell von statten gehen, aber die Teilnehmer sollen Bedenkzeit haben
  • Ausgezählt werden alle Punkte,-
  • Mit einer Rangfolgenummer werden nur die ersten 33% versehen

wozu:

  • Um Schwerpunkte, Prioritäten und zeitliche Reihenfolge durch die Gruppe zu setzen
  • Damit roter Faden in der Diskussion nicht verlorengeht
  • Damit das Thema nicht mit Nebenschauplätzen überfrachtet wird
  • Um u.U. zu akzeptablen Mehrheitsentscheidungen zu kommen
  • Um Gruppe an der Planung des Verlauf zu beteiligen 

wie:

  • Voraussetzung: dass bereits Alternativen, Themen, Aspekte eines Problems von der Gruppe erarbeitet wurden
  • Teilnehmer erhalten halb so viele Klebepunkte pro Person wie Aspekte zur Auswahl stehen
  • M. erklärt nochmals das Kriterium des Punktens
  • M. gibt Zeit für Nachdenkpause und bittet sodann gleichzeitig zu punkten
  • Auszählen und reihen


IST-SOLL Raster:


  • Raum für Ergänzungen in den Feldern lassen
  • Raster sollte nicht mehr als 6 Felder haben
  • Moderatoren dürfen nicht bestimmen, was richtig oder falsch ist
  • Widersprüchliche Meinungen notieren und  kennzeichnen
  • Zeit lassen! Falls Plakat nicht reicht, ein neues anfertigen!

wozu:

  • Um Themen systematisch zu bearbeiten
  • Um verschiedene Seiten eines Sachverhalts zu berücksichtigen
  • Damit die Gruppe Folgen und Konsequenzen mit bedenkt
  • Um Kleingruppenarbeiten und Ergebnisse für Plenum und Außenstehende verständlich zu visualisieren

wie: 

  • Moderator skizziert Raster und erklärt Sinn und Vorgehensweise
  • Moderator fordert Gruppe auf sich mit Ist Zustand zu beschäftigen
  • Moderator notiert in Stichworten untereinander das Diskussionsergebnis 
  • und nummeriert durch bevor er/sie zur  nächsten Spalte vorgeht und w.o. vorgeht
  • Moderator passt auf, dass jedem Punkt im Ist Zustand ein Punkt in den anderen Spalten zugeordnet wird


Aktionsplan:


  • Keinen Teilnehmer zur Übernahme von Aufgaben zwingen
  • Mehr als 20 Unternehmungen deuten auf Selbstüberschätzung hin
  • Keine Abwesenden verpflichten
  • Wer informiert Abwesende
  • Keine Tätigkeiten die als Dauertätigkeiten wahrzunehmen sind in die Tabelle eintragen
  • Zeitfenster 3 Monate

wozu:

  • Um Folgeaktivitäten am Ende der Gruppenarbeit festzulegen
  • Um zu gewährleisten, dass gefundene Ergebnisse in der Praxis umgesetzt werden
  • Um die Verbindlichkeit und die Verantwortung gg. der Gruppe zu erhöhen
  • Damit Teilnehmer die Verantwortung übernehmen und der Moderator entlastet wird

wie: 

  • Moderator bereitet das Gerüst vor
  • Moderator fragt die Gruppe nach der Reihenfolge („nächste Schritte“, „Wer macht was bis wann mit wem mit welchen Erfolgsschlüssel?“
  • Moderator trägt jede Aktivität in eine Spalte des Aktionsplans ein


Stimmungsparameter:

 

  • Gemeinsam kleben lassen
  • Anonymität wahren
  • Niemand muss sagen wie er gepunktet hat
  • Stimmungsbarometer am Ende der Sitzung
  • Durchschnittskurve einzeichnen
  • Sinn und Handhabung deutlich erklären

wozu:

  • Stimmung und Gruppenprozesse für alle sichtbar zu machen
  • mit Teilnehmer selbst die Verantwortung für Gruppenatmosphäre übernehmen
  • für die Rückkoppelung an den Moderator

wie: 

  • Vorbereiten des Thermometers
  • Vermittlung des Sinns
  • Je ein Klebepunkt pro Teilnehmer
  • Kleben
  • Bei auffälligen Ergebnissen: Diskussion anschließen


Moderationstechniken: Aufgaben, 21 Techniken + Tipps für Moderatoren (karrierebibel.de/moderationstechniken/) 


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Wo liegt die Grenze zwischen Rechtsberatung, Psychotherapie und Mediation?

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Wichtig ist es für Mediatoren nicht nur aus gewerbe- und standesrechtlichen Überlegungen heraus, ganz klar die Grenzen zu den anderen Professionen zu beachten, welche ebenfalls in Konfliktsituationen ihre Dienste anbieten.

Am deutlichsten wird dies im Verhältnis zur Rechtsanwaltschaft, zur psychosozialen Beratung

und zu den therapeutischen Berufen: eine Mediation ersetzt weder die Rechtsberatung,

noch eine Therapie, wenngleich von beiden Professionen Basis Wissen mit einfließt in eine

professionelle Leitung einer Mediation: als Hüterin beziehungsweise Hüter des Verfahrens ist

nämlich ein Mediator beziehungsweise eine Mediatorin unter anderem dafür verantwortlich,

dass unverhandelbare Normen außer Streit gestellt werden und Zuwiderlaufendes nicht

Bestandteil einer gefundenen Mediationsvereinbarung sein darf: als Extrembeispiel sei hier

genannt, dass die biblische Aufteilung eines Kindes durch ein teilen in zwei Hälften nicht

vereinbart werden darf.


Dass diese Grenze jedenfalls zu wahren ist bedeutet jedoch nicht, dass allenfalls bestehender

Beratungs- oder Therapiebedarf, der augenscheinlich wird, ausgeklammert werden darf.

Vielmehr ist gegebenenfalls darauf hinzuweisen, dass entsprechende Hilfestellungen

eigenverantwortlich gesucht werden müssen. Im Extremfall, in welchem die

eigenverantwortliche Teilnahme am Prozess überhaupt fraglich ist, ist sogar ein Abbruch

der Mediation durch den Mediator beziehungsweise die Mediatorin vorzunehmen;

alternativ kann, mit Zustimmung aller Parteien, in einem solchen Fall auch eine

Schutzengelmediation durchgeführt werden: hier wird jener Person, welche

entsprechender über die Zuwendung des Mediators beziehungsweise der Mediatorin

hinausgehende Unterstützung bedarf, ein Therapeut beziehungsweise eine Therapeutin zur

Seite gestellt.


Besonders im Bereich der Wirtschaftsmediation ist es üblich, dass die beiden Seiten auch ihre

rechtsfreundliche Vertretung zu den Mediationssitzungen mitnehmen. Hier ist es

von enormer Bedeutung für den Mediationsprozess, dass die Rollen ganz klar abgesteckt

werden: selbstverständlich steht es den Medianden jederzeit offen, sich in

Rechtsfragen beim eigenen Anwalt beziehungsweise der eigenen Anwältin rückzuversichern,

die Leitung des Prozesses erfolgt allerdings durch die Mediatorin beziehungsweise den

Mediator mit den Konfliktparteien selbst, während die anwaltliche Vertretung im Hintergrund

wirkt.


Sprach- und Gebärdendolmetschens

Eine weitere Profession, mit welchen Mediation eng zusammenarbeitet, ist beispielsweise

jene des Sprach- und Gebärdendolmetschens. Hier ist es besonders wichtig, dass im

Übersetzungsvorgang die Feinheiten meditativer Kommunikation beherrscht und somit richtig

übersetzt werden.

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  • 6898 Karteikarten
  • 133 Studierende
  • 3 Lernmaterialien

Beispielhafte Karteikarten für deinen mediation Kurs an der Sigmund Freud Universität Wien - von Kommilitonen auf StudySmarter erstellt!

Q:

Nennen Sie die Möglichkeiten des Einsatzes von Moderationstechniken in der Gruppenmediation?

A:


Phasen in der Gruppenmediation:

Den sicheren Rahmen schaffen 

  • Vertraulichkeitsfrage inklusive der Bereiche klären, die nicht vertraulich behandelt werden können
  • Diverse Kennenlernmethoden: z. B. Soziometrie (Fragen zur Person, zur Motivation, am Prozess teilzunehmen, Skalierungen, zum Konflikt), den Raum nutzen 
  • Transparenz über bisherigen Prozess herstellen 

Übung »Ich bin hier, weil …« 


Vorbereitete Aussagen, zu denen man sich positionieren kann, z. B.: 

  • weil die anderen auch da sind
  • weil ich die Mediation für die Teamentwicklung wichtig finde
  • weil ich Interesse daran habe, Dinge zu klären
  • weil es angeordnet wurde

 

Die Themen erheben

  • Bilder malen: die Situation in unserer Gruppe/unserem Team: Unser Team als Schiff, als Westernstadt, als menschlicher Körper
  • Gruppenbiografie
  • Die Feedback-Zwiebel oder Speed Clearing
  • Finde ein Symbol/eine Karte für eure Situation
  • Hidden-Agenda-Übung: Worum geht es eigentlich?

 

Die Themen priorisieren

  • Punkte vergeben
  • Systemisch konsensieren
  • Soziometrie

 

Die Sichtweise darstellen und erhellen 

  • Kontrollierter Dialog: wer etwas sagen will, fasst zunächst das Gesagte der/des Vorredner zusammen
  • Skalierungsaufstellungen
  • Inversionsübung (auch Kopfstandmethode): Was muss passieren, damit das Konflikthafte gut weitergedeihen kann?
  • Fish Bowl

 

Lösungen entwickeln 

  • Brainstorming
  • Kopfstandmethode
  • Chancen-Risiken/Zweifel – Realistische Vorschläge
  • Dynamic Facilitation

 

Vereinbarungen treffen

  • Welche Form ist hier üblich/notwendig?
  • Wer ist abschlussbefugt – sind alle da?
  • Was muss nach außen dringen?
Q:

Welche kreativitätsfördernden Tools kennen Sie und welche davon lassen sich in der Mediation einsetzen?

A:
Mit Bildern arbeiten
Bildkarten
Fragekarten
Aufstellungen


Brainstorming:
- Die Teilnehmer nennen spontan Ideen zur Lösungsfindung, wobei sie sich im optimalen Fall gegenseitig inspirieren und untereinander Gesichtspunkte in neue Lösungsansätze und Ideen einfließen lassen. 
- Die Ideen werden protokolliert.
- Alle Teilnehmenden sollen ohne jede Einschränkung Ideen produzieren und mit anderen Ideen kombinieren.
- Auch sollte die Phase in einem Zeitrahmen um die 30 bis 45 Minuten liegen.
- Die Gruppe sollte in eine möglichst produktive und erfindungsreiche Stimmung versetzt werden.

- Nach einer Pause werden nun sämtliche Ideen (von der Gruppenleitung) vorgelesen und von den Teilnehmern bewertet und sortiert.

- Hierbei geht es zunächst nur um bloße thematische Zugehörigkeit und das Aussortieren von problemfernen Ideen. 

- Die Bewertung und Auswertung kann in derselben Diskussion durch dieselben Teilnehmer erfolgen oder von anderen Fachleuten getrennt vorgenommen werden.


Brainwalking:

ist eine Kreativitätsmethode, bei welcher angeregt durch Brainstorming und Brainwriting Flipp Charts im Gebäude bis hin zum Parkplatz aufgehängt werden. 

Auf den großen Papierbögen ist dann eine Fragestellung zum Hauptproblem notiert, das eine Gruppe von Brainwalker lösen soll. Die TeilnehmerInnen gehen in beliebiger Reihenfolge zu den Flipp Charts und füllen die Bögen, die ein wachsendes Anregungspotential darstellen.


Die sechs Denkhüte (Eduard de Bono)
Diese Methode basiert auf 6 sogenannter „Denkhüte“. Jeder dieser Hüte hat eine andere Farbe. Die unterschiedlichen Farben symbolisieren bestimmte Denkrichtungen, beispielsweise optimistisch, kritisch, analytisch etc.

Vorgang:

  • Nehmen Sie einen Notizblock zur Hand und notieren Sie darin auf einem Blatt die Problemstellung bzw. die Entscheidungsfrage. 
  • Ziehen Sie eine beliebige Karte – außer die blaue. Die Reihenfolge der „Denkhüte“ spielt dabei keine Rolle. Nur der blaue Hut ist immer der letzte. Legen Sie also diese blaue Karte am besten vorab zur Seite.
  • Schreiben Sie dann jeweils auf einem Notizblatt in Abhängigkeit der gewählten Perspektive (Denkhut) alle Punkte, die Ihnen hierzu einfallen.


Der gelbe Hut: 
Notieren Sie nun zum Problem bzw. zur Entscheidungssituation alle positiven Aspekte, die Ihnen dazu in den Sinn kommen.
Wo liegen Chancen, welche positiven Auswirkungen könnte Ihre Entscheidung haben, was würde sich für Sie zum Besseren ändern?
Der grüne Hut:
Nehmen Sie nun eine neues Notizblatt und beispielsweise die grüne Karte zur Hand. Bei der grünen Karte lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf. 
Notieren Sie auch verrückte, unrealistische Lösungen bzw. Entscheidungen. Suchen Sie Alternativen ohne sie vorab zu werten.
Der rote Hut:
Die rote Karte: Hier kommt Ihr Bauchgefühl zum Einsatz. Wie würden Sie entscheiden bzw. welche Lösung bevorzugen, wenn es nur nach Ihrem Bauchgefühl geht, ohne die Fakten zu betrachten, also wider jeder Logik. 
Der schwarze Hut:
Wie die Farbe schon erahnen lässt, kommt hier das Negative ins Spiel. Notieren Sie auf einem neuen Blatt alle negativen Aspekte, alle Nachteile und Zweifel, jede Kritik und sämtliche negativen Folgen, die aus der Entscheidung resultieren können. 
Der weiße Hut:

Mit der weißen Karte in der Hand gehen Sie alle Fakten durch. Neutral und objektiv! Sammeln Sie Daten, Zahlen und Fakten. 

Der blaue Hut:

Die blaue Karte bildet den Abschluss. Mit Blau begeben Sie sich in die Überblick-Perspektive. Fassen Sie alle gesammelten „Farb-Argumente“ auf einem eigenen Notizblatt in Stichworten zusammen.

Die drei Denkstühle (Walt Disney Methode):

Walt Disney wählte verschiedene Stühle, mit denen er sich zielgerichtet in jeweils in eine unterschiedliche Denkart versetzte.

- Die Denkarten bringen Struktur und Ordnung in den kreativen Prozess und helfen, nicht zu sehr in einzelne Visionen abzudriften.

- Die Bewertung der Ideen und die Vorbereitung der Umsetzung sind Teil der Methode.

- Die Technik ist sehr einfach und leicht anwendbar.

- Die Methode ist für Teams oder einzelne Personen geeignet.

Der Träumer: 

Mit dieser Denkart ist alles ohne Kritik und Prüfung auf Machbarkeit möglich. Visionen und Luftschlösser können ausgeschmückt werden.

Die zentralen Fragen sind: 

- Was ist der ideale Zustand?

- Was könnte erreicht werden? 

- Welche Möglichkeiten liegen in dem Vorhaben?

Der Realist: 

Der Realist geht mit Logik, Realismus und gesunden Menschenverstand ans Werk, um das Projekt zu realisieren. 

Ziel sollen konkrete Schritte für die Verwirklichung sein:

- Wie könnte man die Idee in die Tat umsetzen?

- Was muss getan werden?

- Welche Schritte sind konkret notwendig

Der Kritiker: 
Der Kritiker muss die positiven und negativen Punkte beleuchten und die Schwachstellen ans Licht zerren:
- Was muss verbessert werden, damit es gelingt?
- Welche Risiken treten auf, wie können diese abgemildert werden?
- Was passiert im schlimmsten Fall?
- Was sind die Vorteile und die Nachteile?


Die Umkehrmethode
Mindmapping
„Was wäre das Schlimmste…“
„Konflikttagebuch“
Ressourcenaktivierung


Fish bowl (Gruppenmediation):

- Bei der Fishbowl-Methode diskutiert eine kleine Gruppe von Teilnehmern im Innenkreis (im „Goldfisch-Glas“) das Thema, während die übrigen Teilnehmer in einem Außenkreis die Diskussion beobachten.

- Möchte ein Teilnehmer aus dem Außenkreis zur Diskussion beitragen, gibt es verschiedene Formen:

-> Bei der Methode mit dem „Gast-Stuhl“ steht im Innenkreis ein freier Stuhl. 

-> Ein Teilnehmer aus dem Außenkreis kann darauf Platz nehmen und mitdiskutieren, bis er alles gesagt hat oder bis ein weiterer Teilnehmer aus dem Außenkreis auf dem Gast-Stuhl Platz nehmen will. 

-> Oder ein Teilnehmer aus dem Innenkreis kann seinen Platz freimachen, um einem Teilnehmer aus dem Außenkreis die Mitarbeit im Innenkreis zu ermöglichen.

-> In einer anderen Form der Methode dürfen Teilnehmer aus dem Außenkreis ein Mitglied des Innenkreises „abklopfen“. Dieses darf dann noch seinen Satz fertig sprechen und macht dann seinen Platz für den Teilnehmer aus dem Außenkreis frei. Diese Form erfordert eine hohe Achtsamkeit und soziale Kompetenz der Teilnehmer, weil alle gleichermaßen den Ablauf steuern müssen.

- Oft wird der Ablauf durch einen Moderator unterstützt. 

- Die Arbeit des Innenkreises kann am Ende mit der gesamten Gruppe besprochen werden.


Mut zur Stille
Bewegung


unterschiedliche Visualisierungsarten:

Oberflächen:

 

Flipchart- und Whiteboard-Stifte jeder Art und Farbe:

Schreibkarten, Pin-Nadeln, Scheren, ....



Q:

Beschreiben Sie einige schwierige Gesprächssituationen, die in einer Mediation auftreten können – wie gehen Sie mit diesen um?

A:

Schwierige Gesprächssituationen entstehen dort, wo die gewohnten Verhandlungsmuster nicht hilfreich bzw. nicht kompatibel sind. 

In der Mediation können Interventionen dann hilfreich sein, wenn dysfunktionale Störungen in der Kommunikation beseitigt werden. 


Das gelingt meist schon durch 

  • Aktives Zuhören, 
  • Normalisieren, 
  • Paraphrasieren, 
  • Refraiming,
  • die Bereitschaft, sich auf das Gegenüber einzulassen, 
  • die Partei verstehen zu wollen, was nicht gleich zu setzen ist, mit dieser Partei recht zu geben.


Dem Einhalten der Gesprächsregeln und einem respektvollen Umgang kommt in jeder Phase der Mediation große Bedeutung zu. 


Wirkungsvolle Maßnahmen in schwierigen Gesprächssituationen oder bei Blockaden sind unter anderem:

  • Bewusster Einsatz von Fragen
    • Offene Fragen
    • Geschlossene Fragen
    • Nachfragen
    • Fragen nach Alternativen und Unterschieden
    • Hypothetische Fragen
    • Zirkuläre Fragen
    • Wunderfrage
    • Skalierungsfragen
  • Pausen
  • Einzelgespräche
  • Moderationstechniken
  • Interventionstechniken
  • Reflexion des eigenen Verhaltens
  • Nochmaliges Erklären der (Gesprächs-) Regeln der Mediation 
  • Supervision und Intervision


  • Widerstände:
    • Streitparteien fangen in ihrer Argumentation immer wieder von vorne an und können nicht zum Punkt kommen
    • Verhandlungsbereitschaft sinkt (z.B. dadurch, dass sich eine Konfliktpartei weigert, von ihrem Standpunkt abzuweichen)
    • Schreien
    • Äußerung von Ungeduld und Unmut (zuerst meist mittels Körpersprache...)
    • Bereits vereinbarte Punkte werden - scheinbar willkürlich - wieder zur Diskussion gestellt
    • Erzählen alter Geschichten
    • was tue ich dagegen als Mediator?
      • Ich-Botschaften darüber senden, wie schwer es ist, einen Konflikt zu bearbeiten. Hoffnung äußern, dass alle Beteiligten die Geduld und Energie aufbringen können und sich weiterhin um ein konstruktives Gesprächsklima bemühen werden
      • Würdigung der zutage tretenden starken Gefühle, z.B.: „Ich merke, dass Sie das sehr betroffen gemacht hat ...“
      • Gesprochenes umformulieren, Neutralisieren der negativen Inhalte
      • Normalisieren, dabei aber nicht abwerten, z.B.: „Es ist normal, wenn Sie das in so einer schwierigen Situation nicht loslässt."
      • Gemeinsamkeiten (Synthese) herstellen
      • Auf Körpersprache achten
      • Das Augenmerk auf die Zukunft lenken (fokussieren); z.B. „Für eine Lösung Ihrer Schwierigkeiten   ist   es   notwendig,   dass   wir   daran arbeiten, was das Beste für Sie beide für die Zukunft ist. Ich denke, von dem, was eine konstruktive Lösungsfindung bisher schwierig gemacht hat, haben wir gerade einen Eindruck bekommen, lassen Sie uns jetzt an einer Lösung arbeiten.“
      • Pause einlegen -Schweigeminute -Auszeit für alle
      • Überprüfen der eigenen "Allparteilichkeit", des eigenen Wertesystems
      • Gemeinsam fantasieren, was passieren würde, wenn die Gespräche abgebrochen werden
      • Einzelgespräche ansetzen
      • Psychohygiene für Konfliktvermittler - beispielsweise durch Supervision, Teambesprechungen


  • Killerphrasen:
    • Killerphrasen sind Redewendungen und Scheinargumente, aber auch nonverbale Signale, die
      • das Gespräch blockieren
      • den Diskussionspartner keine gleichwertige Gegenposition belassen, sondern in die Position des Unterlegenen bringen
      • zu sinnlosen Diskussionen führen
      • Killerphrasensind Hindernisse für ein konstruktives Gespräch
    • was tue ich dagegen als Mediator?
      • auf die Gesprächshindernisse aufmerksam macht: „Ich stelle mir die Frage, ob möglicherweise alte Gesprächsmuster aktiviert wurden und es jetzt vielmehr um die Frage geht Recht zu behalten und nicht mehr darum, sich um eine gute Beziehung zu bemühen.
      • das Gesagte in einer Ich-Botschaft zu formulieren z.B. Darf  ich  Ihnen  dabei  helfen?“
      • Gefühle  ansprechen,  die  sich  hinter  der  Aussage  verbergen  bzw.  die  diese Aussage beim anderen auslösen
      • klärende Fragestellungen sein, die dazu beitragen, die Intention, die zu der Aussage geführt hat, herauszuarbeiten und dadurch Bewusstsein zu schaffen
      • beim „Chunking“ werden verallgemeinerte oder ungenaue Aussagen der Konfliktparteien durch Nachfragen verkleinert und in konkrete Teile zerlegt (chunks).   Die Botschaft wird dadurch klarer, verständlicher, Missverständnisse werden sichtbar und allgemeine Ziele können leichter bearbeitet werden. z.B. Partei: „Ich kann das nicht.“ Mediator: „Wie würden Sie das beschreiben, was Ihnen schwerfällt?“
Q:

Mit welchen Berufsgruppen werden Sie enger zusammenarbeiten und weshalb?

A:

Psychologen und Therapeuten:

  • wenn die Medianden nicht mehr in Eigenverantwortung handeln können bzw. eine therapeutische Unterstützung benötigen z.B. Psychologisch, dann können wir entweder anbieten dem Mediand jemanden vorzuschlagen. 
  • Zu diesem Zweck muss die Mediation über den Zeitraum der externen Unterstützung unterbrochen werden.


Anwälte, Rechtsanwälte und Juristen:

  • sollte eine Mediation nicht mehr ausreichen oder sinnvoll sein
  • Mediatoren dürfen keine rechtliche / juristische Beratung geben


Mediatoren:

  • für Co-Mediation
  • wenn man die Neutralität und Allparteilichkeit verliert
  • wenn man sich dem Fall aus irgend einem Grund nicht gewachsen fühlt
  • Abbruch der Mediation
  • wenn man bei der Mediation nicht mehr darauf kommt, dass man Dinge mit den eigenen Vorstellungen/Werten nicht mehr vereinbaren kann.
  • bei geförderter Mediation (muss ein eingetragener Mediator sein, 5 Jahre Erfahrung)


Sprach- und Gebärdendolmetschens:

Eine weitere Profession, mit welchen Mediation eng zusammenarbeitet, ist beispielsweise

jene des Sprach- und Gebärdendolmetschens. 

Wichtig, dass im Übersetzungsvorgang die Feinheiten meditativer Kommunikation beherrscht und somit richtig übersetzt werden.

Q:

Mediationstechniken im Setup

A:
  • Sesselauseinander rücken oder auseinander drehen um mehr Abstand zu haben oder das direkte Ansehen zu vermeiden


  • versetztes Aufstellen der Sessel - TANDEM - um Blickkontakt zu vermeiden und zum aktuell über seine Sicht sprechende Person eine räumliche Nähe zum Mediator aufzubauen. D.h. der nicht sprechende sitzt weiter hinten.


  • Caucus - Einzelgespräche mit dem Mediator der Konfliktgeschichte oder heikler Teile (bei hocheskalierten Konflikten) - es wird auch vereinbart welche Möglichkeiten es gibt die Themen in der großen Runde zu besprechen.


  • Pendelmediation - alternierende Einzelgespräche z.B. bei Fällen betreffend Kindesbetreuung.


  • gemischtes Doppel


  • Doppel


  • Reflecting Team
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Q:

Wann ist eine Mediation zwingend vorgeschrieben?

A:

Lehrlingsmediation

Mediation im Nachbarrecht bei behaupteten Entzug von Licht oder Luft

Nachbarrechte

Mediation bei Menschen mit Behinderung

§ 79 m GTG (Mediation im Bereich Gentechnik) 

§ 16 (2) UVP-G (Umweltmediation)



Q:

Begriff Gefühle?

A:

Vor allem im Kontext der Transaktionsanalyse werden vier Grundgefühle benannt, auf denen weitere, die oben kurz benannten sozialen oder komplexen Gefühle aufbauen.

Die vier Grundgefühle sind

  • Angst,
  • Ärger,
  • Trauer und
  • Freude.


Angst bzw. Furcht dazu dient, Kräfte und Energien zu mobilisieren, um Gefahren aus dem Weg zugehen

Ärger bzw. Wut funktional dazu, Hindernisse aus dem Weg zu räumen.
Trauer ermöglicht ihrerseits Liebgewordenes loszulassen und Verluste zu „verarbeiten“. Gemeinsame Funktion dieser Gefühle ist es, das Problem der Anpassung an die veränderte Umwelt zu bewältigen.
Freude ihrerseits stellt sich als Gefühl ein, wenn 
  • Problemfreiheit besteht, 
  • die seltenen Momente, in denen gespürt wird, dass der Druck der Anpassung an die Umwelt nicht spürbar ist, 
  • die Momente des Loslassenkönnens bzw. Losgelöstseins, 
  • die Zielmotivation jedweder Meditation, 
  • obschon die Vorstellung eines Ziels gerade den Anpassungsdruck als „Sichbewegen- und anstrengenmüssens“ die Freude geradewegs verhindert.


Jeder, der sich auf diesen WEG DES NICHTGEHENS erlebt diese Paradoxie.


So lassen sich die Grundgefühle nicht nur mit den Anlasssituationen in Zusammenhang stellen, sondern auch ihre zeitlichen Bezüge sowie Funktionsweisen.


Gefühle !?... 

  1. Erzeugen Verständnis & helfen sich in den anderen hineinzuversetzen
    • Wie ist es dir dabei gegangen?
    • Wie hast du dich gefühlt?
    • Was hat das mit dir gemacht?
  2. Oft kommt man über das Gefühl zum Bedürfnis


 
  • Nach Gefühlen fragen (Vorsicht beim Anbieten)
  • Nach Bedürfnissen Fragen (& anbieten)
Q:

Nennen Sie die Möglichkeiten des Einsatzes von Moderationstechniken in der klassischen Mediation.

A:

....

Q:

Welche Arten von Moderationen kennen Sie - und wer legt fest welche davon eingesetzt werden?

A:

Was ist die Aufgabe eines Moderators? 


Er ist Organisator, Kommunikator, Vermittler, Zeitwächter, Spielmacher, Motivator und Steuermann

in einer Person. 

Als Moderator bringt der Mediator Ordnung in das Chaos und schafft eine produktive Arbeitsatmosphäre. 

Wichtiger als Fachwissen ist es, dass Sie sich gut in ein Thema hineindenken können.



Um ein guter Moderator zu sein, sollten Sie die folgenden Voraussetzungen erfüllen: 

  • Organisationstalent
  • Neutralität
  • Durchsetzungsvermögen
  • Empathie
  • Konzentrationsfähigkeit


Zu Beginn um den Teilnehmern einen Überblick zu geben kommen die Informationen mit einer Willkommensfloskel, dem Ziel, der Zeitvorgaben und Pausen und dem geplanten Ablauf auf ein Flipchart, Pinnwand oder ein Plakat.


Moderationstechniken:

Skalierungen im Raum:


wozu:

  • um aktuelle Stimmungen und /oder Gruppenprozesse für alle sichtbar zu machen
  • Um die Gruppe in Bewegung zu bringen
  • damit Teilnehmer selbst die Verantwortung für Gruppenatmosphäre oder Situation  übernehmen
  • für die Rückkoppelung an den Moderator
  • Zustimmung oder Ablehnung sichtbar zu machen


Zurufabfrage:


  • Zurufabfrage, wenn viele Beiträge zu erwarten sind
  • Zurufabfragen erfordern schnelles Schreiben (falls notwendig zu zweit oder um Langsamkeit bitten)
  • Beiträge sind nur sehr schwer oder gar nicht zu ordnen
  • Aufpassen, dass  „Redelöwen“ nicht dominieren(„Was meinen die anderen?“)
  • eignet sich nur wenn keine Anonymität gefordert ist

wozu:

  •  Zum spontanen Sammeln von Ideen, Problemen, Meinungen, Lösungen
  • Um Assoziationen anzuregen
  • Damit nicht sofort nach der ersten Idee bewertet wird
  • Um die Gruppe in kurzer Zeit zu aktivieren-Damit keine Idee verloren geht-Um Mehrfachnennungen zu vermeiden
  • Kreativität der Gruppe wird gefördert
  • haben einen Brainstorm-Effekt.

Wie:

  • Mediator stellt eine offene Frage
  • Mediator erklärt, dass zuerst gesammelt und dann diskutiert wird
  • Schreibt die Zurufe in Stichworten untereinander
  • Ohne zu ordnen oder zu bewerten
  • Anschließend lässt er die Stichworte sofort bepunkten,- Prioritäten setzen oder diskutiert die einzelnen Punkte mit der Gruppe


Einpunkt Abfragen:


  • Punktabfragen können auch anonymisiert erhoben werden und hernach vom Moderator veröffentlicht werden
  • Ungeübten Gruppen muss ein Beispiel für die Technik der Beantwortung gegeben werden

 wozu:

  • Um Vielfalt und Widersprüche in einer Gruppe sichtbar zu machen
  • Um Meinungsführer zu bremsen und anderen Teilnehmer mehr Platz zu geben
  • Um Diskussion (v.a. in der Startphase) auszulösen-Um Ja/ Nein Entscheidungen zu vermeiden
  • Um Stimmungen und Gefühle deutlich zu machen-Um Hauptsächliches von Nebensächlichen zu trennen

wie: 

  • Moderator formuliert die Frage und schreibt sie an die Flipchart
  • Ergänzt diese mit einem Koordinatenfeld oder einer Skala
  • Moderator erläutert die Frage und verteilt einen Punkt pro Teilnehmer
  • M. lässt eine kurze Bedenkzeit und bittet sie gleichzeitig zu punkten
  • M. bittet die Gruppe um Interpretation des Ergebnisses (Was sagt Ihnen das Bild? ) und schreibt Antworten stichwortartig unter das Punktbild


z.B.



Kartenabfrage:

 

  • Kartenzahl nicht begrenzen
  • Beim Vorlesen keine Wertung der Beiträge durch den Moderator
  • Keine Karten übersehen
  • Nicht nach Kartenurheber fahnden(Gruppe um Interpretation bitten)
  • Doppelnennungen untereinander heften
  • Unverständliches an den Rand picken

Allgemeiner Ablauf:

  1.  Karten werden zur Fragestellung oder zum Thema anonym gesammelt
  2. Karten werden umgedreht und inhaltlich für alle hör-und sichtbar gelesen
  3. Karten werden nach inhaltlicher Ähnlichkeit oder Übereinstimmung zusammengelegt Wichtig: keine Quantifizierung
  4. Finden des verbindenden Überthemas (Cluster)

wozu:

  • Zur Sammlung von Ideen, Meinungen, Erwartungen, Vorschlägen
  • Um alle zu Wortkommen zu lassen
  • Um Meinungsvielfaltsichtbar zu machen
  • Damit auch kritische oder zurückhaltende Meinungen zu Wort kommen
  • Um die Gruppe zu aktivieren (Redelöwen zu bremsen)
  • Beiträge zusammenfassen und zu systematisieren

wie:

  • Frage an der Flip
  • Erklären: pro Vorschlag eine Karte
  • Zeit zum Nachdenken geben
  • Wenn alle fertig sind-einsammeln
  • Einzeln vorlesen und in Cluster zusammenlegen
  • Oberbegriffe (Cluster) gemeinsam mit der Gruppe finden


Themenspeicher:


wozu:

  • Damit alle an der Themenfindung beteiligt sind
  • Damit kein Thema vergessen wird
  • Damit „Meinungsmacher“ den Gruppenwillen annehmen
  • Damit Generalthema  in Unterthemen gegliedert wird

wie:

  • Moderator bereitet Themenspeichergerüst vor
  • Themenspeicher wird gefüllt aus
  • Zuruf Fragen
  • Kartenabfragen (nach Cluster)


Mehrpunkt Frage:


  • Die Fragemuss wieder aufgeschriebenwerden
  • Bei mehr als 10 Teilnehmer: halb so viele Klebepunkte wie Teilnehmer
  • Das Punkten soll schnell von statten gehen, aber die Teilnehmer sollen Bedenkzeit haben
  • Ausgezählt werden alle Punkte,-
  • Mit einer Rangfolgenummer werden nur die ersten 33% versehen

wozu:

  • Um Schwerpunkte, Prioritäten und zeitliche Reihenfolge durch die Gruppe zu setzen
  • Damit roter Faden in der Diskussion nicht verlorengeht
  • Damit das Thema nicht mit Nebenschauplätzen überfrachtet wird
  • Um u.U. zu akzeptablen Mehrheitsentscheidungen zu kommen
  • Um Gruppe an der Planung des Verlauf zu beteiligen 

wie:

  • Voraussetzung: dass bereits Alternativen, Themen, Aspekte eines Problems von der Gruppe erarbeitet wurden
  • Teilnehmer erhalten halb so viele Klebepunkte pro Person wie Aspekte zur Auswahl stehen
  • M. erklärt nochmals das Kriterium des Punktens
  • M. gibt Zeit für Nachdenkpause und bittet sodann gleichzeitig zu punkten
  • Auszählen und reihen


IST-SOLL Raster:


  • Raum für Ergänzungen in den Feldern lassen
  • Raster sollte nicht mehr als 6 Felder haben
  • Moderatoren dürfen nicht bestimmen, was richtig oder falsch ist
  • Widersprüchliche Meinungen notieren und  kennzeichnen
  • Zeit lassen! Falls Plakat nicht reicht, ein neues anfertigen!

wozu:

  • Um Themen systematisch zu bearbeiten
  • Um verschiedene Seiten eines Sachverhalts zu berücksichtigen
  • Damit die Gruppe Folgen und Konsequenzen mit bedenkt
  • Um Kleingruppenarbeiten und Ergebnisse für Plenum und Außenstehende verständlich zu visualisieren

wie: 

  • Moderator skizziert Raster und erklärt Sinn und Vorgehensweise
  • Moderator fordert Gruppe auf sich mit Ist Zustand zu beschäftigen
  • Moderator notiert in Stichworten untereinander das Diskussionsergebnis 
  • und nummeriert durch bevor er/sie zur  nächsten Spalte vorgeht und w.o. vorgeht
  • Moderator passt auf, dass jedem Punkt im Ist Zustand ein Punkt in den anderen Spalten zugeordnet wird


Aktionsplan:


  • Keinen Teilnehmer zur Übernahme von Aufgaben zwingen
  • Mehr als 20 Unternehmungen deuten auf Selbstüberschätzung hin
  • Keine Abwesenden verpflichten
  • Wer informiert Abwesende
  • Keine Tätigkeiten die als Dauertätigkeiten wahrzunehmen sind in die Tabelle eintragen
  • Zeitfenster 3 Monate

wozu:

  • Um Folgeaktivitäten am Ende der Gruppenarbeit festzulegen
  • Um zu gewährleisten, dass gefundene Ergebnisse in der Praxis umgesetzt werden
  • Um die Verbindlichkeit und die Verantwortung gg. der Gruppe zu erhöhen
  • Damit Teilnehmer die Verantwortung übernehmen und der Moderator entlastet wird

wie: 

  • Moderator bereitet das Gerüst vor
  • Moderator fragt die Gruppe nach der Reihenfolge („nächste Schritte“, „Wer macht was bis wann mit wem mit welchen Erfolgsschlüssel?“
  • Moderator trägt jede Aktivität in eine Spalte des Aktionsplans ein


Stimmungsparameter:

 

  • Gemeinsam kleben lassen
  • Anonymität wahren
  • Niemand muss sagen wie er gepunktet hat
  • Stimmungsbarometer am Ende der Sitzung
  • Durchschnittskurve einzeichnen
  • Sinn und Handhabung deutlich erklären

wozu:

  • Stimmung und Gruppenprozesse für alle sichtbar zu machen
  • mit Teilnehmer selbst die Verantwortung für Gruppenatmosphäre übernehmen
  • für die Rückkoppelung an den Moderator

wie: 

  • Vorbereiten des Thermometers
  • Vermittlung des Sinns
  • Je ein Klebepunkt pro Teilnehmer
  • Kleben
  • Bei auffälligen Ergebnissen: Diskussion anschließen


Moderationstechniken: Aufgaben, 21 Techniken + Tipps für Moderatoren (karrierebibel.de/moderationstechniken/) 


Q:

Wo liegt die Grenze zwischen Rechtsberatung, Psychotherapie und Mediation?

A:

Wichtig ist es für Mediatoren nicht nur aus gewerbe- und standesrechtlichen Überlegungen heraus, ganz klar die Grenzen zu den anderen Professionen zu beachten, welche ebenfalls in Konfliktsituationen ihre Dienste anbieten.

Am deutlichsten wird dies im Verhältnis zur Rechtsanwaltschaft, zur psychosozialen Beratung

und zu den therapeutischen Berufen: eine Mediation ersetzt weder die Rechtsberatung,

noch eine Therapie, wenngleich von beiden Professionen Basis Wissen mit einfließt in eine

professionelle Leitung einer Mediation: als Hüterin beziehungsweise Hüter des Verfahrens ist

nämlich ein Mediator beziehungsweise eine Mediatorin unter anderem dafür verantwortlich,

dass unverhandelbare Normen außer Streit gestellt werden und Zuwiderlaufendes nicht

Bestandteil einer gefundenen Mediationsvereinbarung sein darf: als Extrembeispiel sei hier

genannt, dass die biblische Aufteilung eines Kindes durch ein teilen in zwei Hälften nicht

vereinbart werden darf.


Dass diese Grenze jedenfalls zu wahren ist bedeutet jedoch nicht, dass allenfalls bestehender

Beratungs- oder Therapiebedarf, der augenscheinlich wird, ausgeklammert werden darf.

Vielmehr ist gegebenenfalls darauf hinzuweisen, dass entsprechende Hilfestellungen

eigenverantwortlich gesucht werden müssen. Im Extremfall, in welchem die

eigenverantwortliche Teilnahme am Prozess überhaupt fraglich ist, ist sogar ein Abbruch

der Mediation durch den Mediator beziehungsweise die Mediatorin vorzunehmen;

alternativ kann, mit Zustimmung aller Parteien, in einem solchen Fall auch eine

Schutzengelmediation durchgeführt werden: hier wird jener Person, welche

entsprechender über die Zuwendung des Mediators beziehungsweise der Mediatorin

hinausgehende Unterstützung bedarf, ein Therapeut beziehungsweise eine Therapeutin zur

Seite gestellt.


Besonders im Bereich der Wirtschaftsmediation ist es üblich, dass die beiden Seiten auch ihre

rechtsfreundliche Vertretung zu den Mediationssitzungen mitnehmen. Hier ist es

von enormer Bedeutung für den Mediationsprozess, dass die Rollen ganz klar abgesteckt

werden: selbstverständlich steht es den Medianden jederzeit offen, sich in

Rechtsfragen beim eigenen Anwalt beziehungsweise der eigenen Anwältin rückzuversichern,

die Leitung des Prozesses erfolgt allerdings durch die Mediatorin beziehungsweise den

Mediator mit den Konfliktparteien selbst, während die anwaltliche Vertretung im Hintergrund

wirkt.


Sprach- und Gebärdendolmetschens

Eine weitere Profession, mit welchen Mediation eng zusammenarbeitet, ist beispielsweise

jene des Sprach- und Gebärdendolmetschens. Hier ist es besonders wichtig, dass im

Übersetzungsvorgang die Feinheiten meditativer Kommunikation beherrscht und somit richtig

übersetzt werden.

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