Tonmineralogie an der RWTH Aachen

Karteikarten und Zusammenfassungen für Tonmineralogie an der RWTH Aachen

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Beispielhafte Karteikarten für Tonmineralogie an der RWTH Aachen auf StudySmarter:

Bei welcher Korngröße liegt in Deutschland die Grenze zur Tonfraktion und wie wird diese weiter unterteilt (mit Größenangaben)?

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Manche Tonminerale werden als dioktaedrisch bezeichnet, manche dagegen als trioktaedrisch. Worin liegt der Unterschied?

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Welche strukturellen Baueinheiten finden sich quasi in allen Tonmineralen wieder und welche Elemente kommen in diesen Baueinheiten vor?

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Zwischen welchen Strukturtypen unterscheidet man je nach Anordnung der einzelnen Baueinheiten der Tonminerale?

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Was sind Wechsellagerungstonminerale? Was sind Faserstruktur-Tonminerale?

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Zwischen welchen Tonmineralgruppen wird unterschieden?

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Welche Vorteile haben in der Röntgenbeugungsanalyse Texturpräparate gegenüber Pulverpräparaten? Welche Nachteile haben sie jedoch?

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Welche Verfahren zur Bestimmung der Kationenaustauschskapazität gibt es?

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Wie funktioniert das Mehlich-Verfahren zur Bestimmung der Kationenaustauschskapazität?

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Wie funktioniert das Cu-Triethylentetramin-Verfahren zur Bestimmung der Kationenaustauschskapazität?

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Aus einem industriellen Abwasser soll Cu2+ entfernt werden. Welche Tonminerale würden Sie zur Filterung einsetzen? Welche Ausgangskationenbelegung wäre dafür am besten geeignet?

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Woran erkennen Sie di- oder trioktaedrische Tonminerale im Diffraktogramm und welche Präparationsart wählen Sie?

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Tonmineralogie

Bei welcher Korngröße liegt in Deutschland die Grenze zur Tonfraktion und wie wird diese weiter unterteilt (mit Größenangaben)?
Die Tonfraktion beginnt ab einer Korngröße von weniger als 2 µm. Für die weitere Unterteilung in Fein-, Mittel- und Grobton gilt:
  • Grobton: 0, 63 ≤ d < 2 µm; 
  • Mittelton: 0, 2 ≤ d < 0, 63 µm; 
  • Feinton: d < 0, 2 µm. 

Tonmineralogie

Manche Tonminerale werden als dioktaedrisch bezeichnet, manche dagegen als trioktaedrisch. Worin liegt der Unterschied?
Die Tonminerale gehören zu den sogenannten Schichtsilikaten, welche aus SiO4- Tetraederschichten und damit alternierenden nicht-Tetraederschichten bestehen. Letztere sind entweder Oktaederschichten oder sogenannte Interlayerschichten. Bzgl. der Oktaederschichten unterscheidet man zwischen den dioktaedrischen und trioktaedrischen Schichtsilikaten.
Es gilt:
  • dioktaedrisch: zwei der drei Oktaederlücken werden mit dreiwertigen Katio- nen besetzt, z.B. Kaolinit;
  • trioktaedrisch: alle drei Oktaederlücken werden mit zweiwertigen Kationen besetzt, z.B. Chrysotil. 

Tonmineralogie

Welche strukturellen Baueinheiten finden sich quasi in allen Tonmineralen wieder und welche Elemente kommen in diesen Baueinheiten vor?
Die Tonminerale gehören zu den sogenannten Schichtsilikaten und bestehen aus folgenden drei strukturellen Baueinheiten:
  • Tetraederschichten (T) → i. Allg. aus SiO4-Tetraedern 
  • Oktaederschichten (O) → i. Allg. aus Al(OH)6-Oktaedern
  • Interlayerschichten (I)→ i. Allg. größere Kationen wie K, Na, Ca oder NH4 +.
In den Tetraederschichten (T) kann das Si teilweise durch Al substituiert werden. In den Oktaederschichten (O) kann das Al teilweise durch Mg substituiert werden.

Tonmineralogie

Zwischen welchen Strukturtypen unterscheidet man je nach Anordnung der einzelnen Baueinheiten der Tonminerale?
Je nach Anordnung der Tetraeder- und Oktaederschichten unterscheidet man zwischen folgenden Strukturtypen:
  • Zweischicht-Tonminerale (1:1)
  • Dreischicht-Tonminerale (2:1)
  • Vierschicht-Tonminerale (2:1:1). 
Darüber hinaus kann man zwischen
  • Wechsellagerungstonmineralen und 
  • Faserstruktur-Tonmineralen
unterscheiden.

Tonmineralogie

Was sind Wechsellagerungstonminerale? Was sind Faserstruktur-Tonminerale?
  • Wechsellagerungstonminerale: Auftreten von strukturell unterschiedlichen Schichten (Kaolinit/Smectit) oder strukturell ähnlichen Schichten (Illit/Smectit). 
  • Faserstruktur-Tonminerale: Auftreten von leistenförmigen Strukturen aus Dreischicht-Tonmineralen. 

Tonmineralogie

Zwischen welchen Tonmineralgruppen wird unterschieden?
Man unterscheidet zwischen folgenden Tonmineralgruppen:
  • Kaolinit-Serpentin-Gruppe
  • Talk-Pyrophyllit-Gruppe
  • Illit-Glimmer-Gruppe
  • Chlorit-Gruppe
  • Vermiculit-Smectit-Gruppe. 

Tonmineralogie

Welche Vorteile haben in der Röntgenbeugungsanalyse Texturpräparate gegenüber Pulverpräparaten? Welche Nachteile haben sie jedoch?
Vorteile von Texturpräparaten gegenüber Pulverpräparaten:
  • Verstärkung der Basisreflexe durch parallele Sedimentation der blättchenartigen Schichtsilikate
  • einzelne Tonminerale lassen sich meist nur mittels Texturpräparaten nachwei- sen
  • mehrere diagnostische Untersuchungsverfahren sind nacheinander möglich. 
Nachteile von Texturpräparaten gegenüber Pulverpräparaten:
  • höherer Aufwand bei der Präparatherstellung, da deutlich kleinere Korngrößen (< 2 µm) realisiert werden müssen im Vergleich zu Pulverpräparaten (< 63 µm), welche zeitintensiv im Probenträger sedimentiert werden müssen
  • nicht immer sind Texturierungseffekte erwünscht, z.B. um eine statistische Unabhängigkeit der Messwerte zu gewährleisten. 

Tonmineralogie

Welche Verfahren zur Bestimmung der Kationenaustauschskapazität gibt es?
Methoden zur Bestimmung der Kationenaustauschskapazität:
  • Mehlich-Verfahren
  • Ammoniumacetat-Verfahren
  • Methylenblau-Verfahren
  • Ag-Thioharnstoff-Verfahren
  • Cu-Triethylentetramin-Verfahren
  • Co-Hexamin-Verfahren. 

Tonmineralogie

Wie funktioniert das Mehlich-Verfahren zur Bestimmung der Kationenaustauschskapazität?
Bestimmung der Kationenaustauschskapazität nach Mehlich: 
  1. Einfüllen der Tonmineralprobe in eine Perkolationsröhre (Filtergerüstordnung beachten!)
  2. Hintausch: 
           Hinzufügen einer gepufferten BaCl2-Lösung bei einem pH-Wert von 8,1
              Perkolation der Filterprobe (dabei Austausch der Probenkationen durch Ba2+-Kationen)
     Bestimmung der Kationenkonzentrationen. 
  • Auswaschen der Filterprobe mit Wasser, bis diese BaCl2-frei ist
  • Rücktausch:
                   Hinzufügen einer MgCl2-Lösung
               Perkolation der Filterprobe (dabei Austausch der
Ba2+-Kationen durch Mg2+-Kationen)
        Bestimmung der Kationenkonzentrationen.
  • Summe der Ba-Ionenäquivalente entspricht der KAK. 

Tonmineralogie

Wie funktioniert das Cu-Triethylentetramin-Verfahren zur Bestimmung der Kationenaustauschskapazität?
Bestimmung der Kationenaustauschskapazität mittels Cu-Trien-Verfahren:
  1.  Einfüllen der Tonmineralprobe in ein Zentrifugendöschen
  2. Hinzufügen von 50 ml Wasser und 10 ml Cu-Trien-Lösung
  3. etwa 1-stündiges Schütteln des Zentrifugendöschens
  4. Zentrifugation des Behälters
  5. Analyse der klaren, überstehenden Lösung mittels VIS oder ICP bzgl. Cu2+ und weiterer Kationen
  6. Summe der Ladungen pro Gramm liefert die KAK. 

Tonmineralogie

Aus einem industriellen Abwasser soll Cu2+ entfernt werden. Welche Tonminerale würden Sie zur Filterung einsetzen? Welche Ausgangskationenbelegung wäre dafür am besten geeignet?
Für die Filterung des kontaminierten Abwassers bieten sich die sogenannten Smektite an, also quellfähige Schichtsilikate mit einer Dreischicht-Struktur (T-O-T). Gute Ausgangskationen sind Al3+, Mg2+ und Fe2+ sowie Fe3+.

Tonmineralogie

Woran erkennen Sie di- oder trioktaedrische Tonminerale im Diffraktogramm und welche Präparationsart wählen Sie?
Di- und trioktaedrische Minerale unterscheiden sich kristallographisch u.a. hinsichtlich der Größe ihrer Elementarzelle. Die Information über die Elementarzellengröße kann mit Hilfe eines Diffraktogramms bestimmt werden. Zur Verstärkung der Basisreflexe bietet es sich an, auf Texturpräparate zurückzugreifen.

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