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Lernmaterialien für Kunstgeschichte an der RWTH Aachen

Greife auf kostenlose Karteikarten, Zusammenfassungen, Übungsaufgaben und Altklausuren für deinen Kunstgeschichte Kurs an der RWTH Aachen zu.

TESTE DEIN WISSEN
Zu den mit architektonischen Motiven operierenden Stiftungen an den Aachener Dom
gehört neben dem elfenbeinernen Weihwassergefäß des 10. Jahrhunderts der so
genannte Barbarossaleuchter von etwa 1165. Diskutieren Sie dessen Gestalt und
Grundform zum einen vor dem Hintergrund der biblischen Textstelle, auf die er sich
bezieht, zum anderen im Hinblick auf die Inschrift, die er trägt.
Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN
Der Barbarossaleuchter hat die Grundform eines Achtecks und ist somit an die Form des Doms
angepasst, was jedoch abweichend ist von der beschriebenen Stadt in der biblischen Textstelle. Der
Zahlensymbolik nach zu schließen, ist die Zahl acht stellvertretend für einen neuen Anfang, obwohl
dieser trotzdem noch mit der Schöpfung verbunden ist.
Der Leuchter symbolisiert die Stadtmauer des Himmlischen Jerusalems. In der Inschrift wird der
Blick auf die neue Stadt beschrieben. Es wird von Gold und Edelsteinen geschrieben und die Stadt
schwebt den gestirnten Himmel herab. Als Symbol für die Stadtmauer des Himmlischen Jerusalems
visualisiert der Leuchter in seiner Gestaltung die Inschrift.
Die biblische Textstelle aus der Offenbarung des Johannes beschreibt jedoch eine quadratische Stadt
mit zwölf Toren, die jeweils aus einer Perle sind, zwölf Grundsteinen mit edlen Steinen
geschmückt, einer 144-Ellen-hoher Mauer aus Japsis gebaut, während die Stadt aus reinem Gold
und Glas ist.
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TESTE DEIN WISSEN

Worin unterscheidet sich der Palazzo di Parte Guelfa von den typischen
Renaissancepalästen in Florenz?

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TESTE DEIN WISSEN
Florenz, Palazzo di Guelfa, um 1430, Filippo Brunelle-schi (1377-1446)

➢ Nicht wie damals üblich „Familienpalast“, sondern Palast einer politischen Institution („Partei Guelfa“)

keine Belle-etage, sondern die beiden oberen Stockwerke zu einem zusammengefasst

➢ öffnet die Fassade großzügig durch Rundfenster und gliedert sie lediglich durch rahmende kolossale Pilaster.

➢ „Der Bruch mit der Tradition, die Sparsamkeit der architektonischen Formen und die schiere Größe markieren die Sonderstellung des Baus…“
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TESTE DEIN WISSEN
Vor allem die Westfassade der bedeutenden gotischen Kathedralen Frankreichs
besitzen eine unverwechselbare Physiognomie. Was sind die „Grundelemente“ dieser
Physiognomie? Woran ist ihre Unverwechselbarkeit festzumachen? Welche
Funktionen besitzen diese „Grundelemente“, was zeichnet sie aus?
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TESTE DEIN WISSEN
Portale, Rosenfenster, Königsgalerien, Labyrinthe, Wasserspeier sind Grundelemente und gliedern
die französischen Westfassaden.
Die Wasserspeier kombinieren Tiere, Fabelwesen, Menschen und Dämonen und wehren Unheil ab.
Zudem bieten sie dem Mauer- und Glaswerk Schutz vor Wassermassen, da sie diese vom Gebäude
ableiten. Oft haben sie eine Verjüngung am Ende der Wasserrinne, sodass das Wasser an
Geschwindigkeit gewinnt.
Labyrinthe sind Sinnbilder des Lebensweges und univial.
Rosenfenster zeichnen eine Ordnung durch die Kombination von geometrischen Formen aus die
sich auch überlagern.
Portale sind mit Inschriften versehen, die oft den Schutz der im Tympanon aufgesetzten Figuren
betont.
Königsgalerien reihen monumentale Königsplastiken, welche typisch für die französische Gotik
sind und geschichtlichen Hintergrund anschaulich machen.
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Was ist „besser“ an Santo Spirito im Vergleich zu San Lorenzo?

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TESTE DEIN WISSEN
Florenz, San Lorenzo (Alte Sakristei), ab 1419, Santo Spirito, 1428 - 1482, Filippo Brunelleschi (1377-1446)

- ganzzahliges Proportionsschema -> Anlehnung an Grundrissschema nach Bernhardinischen Plan-> viel höherer Grad an Perfektion

- Blick wird nicht nur in die Richtung des Chorhaupts gelenkt -> Bau rechnet mit Betrachter, der sich in der Kirche bewegt und so das Raumerlebnis aufnimmt

- er wollte sich im Baum verewigen lassen Bauherr wurde gleichzeitig als Architekt erwähnt

-kontinuierliche Säulenordnung -> Gleichmäßigkeit

-er übernimmt antike Formensprache
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TESTE DEIN WISSEN
Was passiert in der Planungs- und Baugeschichte von Neu-St.-Peter in Rom zwischen 18.4.1506 und 1547?
Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN
- 18. April 1506: Papst Julius 2. legt Grundstein für Neubau

- Vor 1506: Pergamentplan UA1 zu Neubau St. Peter von Donato Bramante
➢ zeigt nur einen Teil; sehr großes Bauvorhaben = dem Anspruch St. Peter
gerecht werden

- Zeitraum von Planungen, jedoch keine Baumaßnahmen; Alt- und Neu- St. Peter verkommen zu „Ruinen“

- Unter anderem: St. Peter Plan von Guilliano da Sangallo (UA9)

- Ca. 1515: Baldassare Peruzzi: Plan von St. Peter als Axonometrie (=1. 3-dimensionaler Architekturplan)

- 1540: Sebastiano Serlio; baut auf Plänen Sangallos auf und publiziert Entwürfe
eines longitudinalen Baus anstelle eines Zentralbaus

- großer Geldaufwand zur Förderung von Planzeichnungen & Entwurfsmodellen

- Sangallo d.J. (Neffe von G. da Sangallo) arbeitet bis zu seinem Tod 1547 an einem übergroßen Modell seines Entwurfes

- 1547 Michelangelo Buonaretti übernimmt Bauleitung
➢ motiviert zum Baubeginn
➢ Nimmt Grundrissplan UA1 von Bramanti als Zentralbau auf
➢ wandelt jedoch in Kolossalbau um
➢ Initiiert den Kuppelbau, erlebt die Fertigstellung nicht mehr
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TESTE DEIN WISSEN
Was sind die praktischen, was die theoretischen Rechtfertigungen für den Stolz und das Selbstbewusstsein des Kathedralbaumeisters? In welcher Weise spiegeln sich diese Rechtfertigungen in den Zeichnungen des so genannten Bauhüttenbuches Villard de Honnecourts von etwa 1235?
Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN
Die praktische Rechtfertigung der Architekten war, dass sie viele Qualifikationen und Kompetenzen
in einem besaßen mussten und somit die Hauptverantwortung des Baus übernahmen. Sie waren Maschinenbauingenieure, Wissenschaftler und Generaldirektore in einem.
Als theoretische Rechtfertigung lässt sie die Klassifizierung des mittelalterlichen Wissenschafts- und Kunstverständnisses nennen. Unter anderem die Gesamtheit der mechanisch- technischen Künste (auch Malerei und Bildhauerei, artes mechanicae), und die sieben freien Künste (Quadrivium: Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie und Trivium: Grammatik, Rhetorik, Dialektik). Im Bauhüttenbuch werden sämtliche Zeichnungen und Figuren, Tiere und Menschen in geometrische Formen eingeteilt und geometrischen Verhältnisse und somit dessen Verständnis verdeutlicht.
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TESTE DEIN WISSEN

Wie geht Brunelleschi mit architektonischen Vorbildern um?

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN
Filippo Brunelleschi (1377-1446)

-die Bauten des antiken Roms und der toskanischen Romanik waren Vorbilder für seine Werke bzw. Bauten
-> großen Wert auf technisch-funktionale Formen
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TESTE DEIN WISSEN

Nennen Sie jeweils ein Beispiel für die Darstellung des Himmlischen Jerusalems aus
der Buchmalerei, der Skulptur und dem Kunsthandwerk des Mittelalters. Warum ist
dieses Motiv in der Kunst dieser Zeit allgegenwärtig?

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

Buchmalerei: Apokalypse Kommentar des Beatus von Liébana (um 776), Mitte 10. Jh., New York
Skulptur: Kirchenskulptur, Christus über Löwe und Drache, Amiens, Notre-Dame, Westportal 1220-
1235
Kunsthandwerk des Mittelalters: Elfenbeinsitula kurz vor 1000, Stiftung Ottos. III.
Im Mittelalter waren die Menschen, besonders das Mönchtum davon überzeugt, dass das Leben in
einer von Gott erschaffenen Stadt besser ist als in einer irdischen Stadt, was das Himmlische
Jerusalem zu einem Hoffnungsträger machte.

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TESTE DEIN WISSEN
Erklären Sie die These des Kunsthistoriker Bruno Reudenbach, der sag, dass es bei
Reliquiaren um eine „Dichotomie von Diesseits und Jenseits“ ginge und dass erst der
Reliquiar die Reliquie erschaffe?
Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN
Reliquien selber hatten nicht den Anschein als besäßen sie himmlische Wunder- und Heilkraft. Es
fehlte die anschauliche Vermittlung der himmlischen Qualitäten der Reliquien, welche durch die
Reliquiare als Behältnisse zum Ausdruck gebracht wurden.
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TESTE DEIN WISSEN
Benennen Sie einige der Etappen der Baugeschichte/der Entwurfs- und
Planungsgeschichte von St. Peter
Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN
- Frühchristlicher St. Peterbau (319-22 bis 329 n. Chr.) im Auftrag von Kaiser Konstantin
➢ klassisches Schema; frühchristliche Basilika;
➢ außen schmucklos; Innen prunkvoll dekoriert mit Marmor usw.
➢ 2 Seitenschiffe pro Seite (getrennt mit Säulengang) = Ausdruck von
wirstchaftl. Investition und Aufwand zur Darstellung der Besonderheit des
Ortes

- Forderung nach Neu-/Umbau unter Papst Nikolaus 5.; ca. 1450
➢ von Nikolaus’ Plänen wird nur ein Chor am Querhaus realisiert (=Ausgangspkt. Für spätere Veränderungen)

- Bau der Vierungspfeiler (Fertigstellung 1450)

- 1503 Beginn von Abtragungen an Alt St. Peter

- 18. April 1506: Papst Julius 2. legt Grundstein für Neubau

- Vor 1506: Pergamentplan UA1 zu Neubau St. Peter von Donato Bramante
➢ zeigt nur einen Teil; sehr großes Bauvorhaben = dem Anspruch St. Peter
gerecht werden

- Zeitraum von Planungen, jedoch keine Baumaßnahmen; Alt- und Neu- St. Peter
verkommen zu „Ruinen“

- Unter anderem: St. Peter Plan von Guilliano da Sangallo (UA9)

- Ca. 1515: Baldassare Peruzzi: Plan von St. Peter als Axonometrie (=1. 3-
dimensionaler Architekturplan)

- 1540: Sebastiano Serlio; baut auf Plänen Sangallos auf und publiziert Entwürfe
eines longitudinalen Baus anstelle eines Zentralbaus

- großer Geldaufwand zur Förderung von Planzeichnungen & Entwurfsmodellen

- Sangallo d.J. (Neffe von G. da Sangallo) arbeitet bis zu seinem Tod 1547 an
einem übergroßen Modell seines Entwurfes

- 1547 Michelangelo Buonaretti übernimmt Bauleitung
➢ motiviert zum Baubeginn
➢ Nimmt Grundrissplan UA1 von Bramanti als Zentralbau auf
➢ wandelt jedoch in Kolossalbau um
➢ Initiiert den Kuppelbau, erlebt die Fertigstellung nicht mehr

- ab 1603 Carlo Modamo: unter ihm entstehen Langhaus & Fassade
➢ zeigt in Unterbrechung des rhythmischen Traveés im Langhaus, wo der von Michelangelo geplante Zentralbau geendet hätte
Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN
Warum ist es für Studierende der Architektur auch heute noch sinnvoll, sich mit der Kunst des Mittelalters zu beschäftigen?
Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN
Die Kunst des Mittelalters birgt viele Vorbilder der heute gebauten Architektur und hat deren Geschichte stark geprägt. Um deren Zusammenhänge zu verstehen und diese eventuell in der Zukunft oder Gegenwart auf die Architektur anzuwenden, ist es wichtig sich mit Kunstgeschichte auseinanderzusetzten. Außerdem lernt man die damaligen Lebensweisen, Traditionen, Religionen,
Werte und, Absichten
zu verstehen.
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TESTE DEIN WISSEN
Woher stammt die Idee des hausförmigen Reliquienschreines? Warum sind diese oftmals mit Edelsteinen, geschnittenen Steinen aus der Antike und antikisch anmutenden Figuren besetzt? Warum dominiert das Material Gold ihr Erscheinungsbild?
Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN
Die Form eines Hauses als Reliquienschrein kann für das irdische sowie das himmlische Haus der
Toten
stehen und hat den spätantiken, frühchristlichen Sakrophag als Vorbild. Somit sind auch antike Applikationen wie Säulenreihen und Arkaden und die Form des Deckels als Dach herzuleiten. Mit einer Reliquie im Gotteshaus und in ihrer Nähe hofften die Menschen auf ein besseres Darstehen nach dem Tod.
Man war von Überzeugung, dass die Verwendung von Gold und anderen kostbaren Verzierungen in Kombination mit den Reliquien, Heiligkeit hervorruft, sodass direkt der Zustand der Erlösung eintritt.
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  • 316 Lernmaterialien

Beispielhafte Karteikarten für deinen Kunstgeschichte Kurs an der RWTH Aachen - von Kommilitonen auf StudySmarter erstellt!

Q:
Zu den mit architektonischen Motiven operierenden Stiftungen an den Aachener Dom
gehört neben dem elfenbeinernen Weihwassergefäß des 10. Jahrhunderts der so
genannte Barbarossaleuchter von etwa 1165. Diskutieren Sie dessen Gestalt und
Grundform zum einen vor dem Hintergrund der biblischen Textstelle, auf die er sich
bezieht, zum anderen im Hinblick auf die Inschrift, die er trägt.
A:
Der Barbarossaleuchter hat die Grundform eines Achtecks und ist somit an die Form des Doms
angepasst, was jedoch abweichend ist von der beschriebenen Stadt in der biblischen Textstelle. Der
Zahlensymbolik nach zu schließen, ist die Zahl acht stellvertretend für einen neuen Anfang, obwohl
dieser trotzdem noch mit der Schöpfung verbunden ist.
Der Leuchter symbolisiert die Stadtmauer des Himmlischen Jerusalems. In der Inschrift wird der
Blick auf die neue Stadt beschrieben. Es wird von Gold und Edelsteinen geschrieben und die Stadt
schwebt den gestirnten Himmel herab. Als Symbol für die Stadtmauer des Himmlischen Jerusalems
visualisiert der Leuchter in seiner Gestaltung die Inschrift.
Die biblische Textstelle aus der Offenbarung des Johannes beschreibt jedoch eine quadratische Stadt
mit zwölf Toren, die jeweils aus einer Perle sind, zwölf Grundsteinen mit edlen Steinen
geschmückt, einer 144-Ellen-hoher Mauer aus Japsis gebaut, während die Stadt aus reinem Gold
und Glas ist.
Q:

Worin unterscheidet sich der Palazzo di Parte Guelfa von den typischen
Renaissancepalästen in Florenz?

A:
Florenz, Palazzo di Guelfa, um 1430, Filippo Brunelle-schi (1377-1446)

➢ Nicht wie damals üblich „Familienpalast“, sondern Palast einer politischen Institution („Partei Guelfa“)

keine Belle-etage, sondern die beiden oberen Stockwerke zu einem zusammengefasst

➢ öffnet die Fassade großzügig durch Rundfenster und gliedert sie lediglich durch rahmende kolossale Pilaster.

➢ „Der Bruch mit der Tradition, die Sparsamkeit der architektonischen Formen und die schiere Größe markieren die Sonderstellung des Baus…“
Q:
Vor allem die Westfassade der bedeutenden gotischen Kathedralen Frankreichs
besitzen eine unverwechselbare Physiognomie. Was sind die „Grundelemente“ dieser
Physiognomie? Woran ist ihre Unverwechselbarkeit festzumachen? Welche
Funktionen besitzen diese „Grundelemente“, was zeichnet sie aus?
A:
Portale, Rosenfenster, Königsgalerien, Labyrinthe, Wasserspeier sind Grundelemente und gliedern
die französischen Westfassaden.
Die Wasserspeier kombinieren Tiere, Fabelwesen, Menschen und Dämonen und wehren Unheil ab.
Zudem bieten sie dem Mauer- und Glaswerk Schutz vor Wassermassen, da sie diese vom Gebäude
ableiten. Oft haben sie eine Verjüngung am Ende der Wasserrinne, sodass das Wasser an
Geschwindigkeit gewinnt.
Labyrinthe sind Sinnbilder des Lebensweges und univial.
Rosenfenster zeichnen eine Ordnung durch die Kombination von geometrischen Formen aus die
sich auch überlagern.
Portale sind mit Inschriften versehen, die oft den Schutz der im Tympanon aufgesetzten Figuren
betont.
Königsgalerien reihen monumentale Königsplastiken, welche typisch für die französische Gotik
sind und geschichtlichen Hintergrund anschaulich machen.
Q:

Was ist „besser“ an Santo Spirito im Vergleich zu San Lorenzo?

A:
Florenz, San Lorenzo (Alte Sakristei), ab 1419, Santo Spirito, 1428 - 1482, Filippo Brunelleschi (1377-1446)

- ganzzahliges Proportionsschema -> Anlehnung an Grundrissschema nach Bernhardinischen Plan-> viel höherer Grad an Perfektion

- Blick wird nicht nur in die Richtung des Chorhaupts gelenkt -> Bau rechnet mit Betrachter, der sich in der Kirche bewegt und so das Raumerlebnis aufnimmt

- er wollte sich im Baum verewigen lassen Bauherr wurde gleichzeitig als Architekt erwähnt

-kontinuierliche Säulenordnung -> Gleichmäßigkeit

-er übernimmt antike Formensprache
Q:
Was passiert in der Planungs- und Baugeschichte von Neu-St.-Peter in Rom zwischen 18.4.1506 und 1547?
A:
- 18. April 1506: Papst Julius 2. legt Grundstein für Neubau

- Vor 1506: Pergamentplan UA1 zu Neubau St. Peter von Donato Bramante
➢ zeigt nur einen Teil; sehr großes Bauvorhaben = dem Anspruch St. Peter
gerecht werden

- Zeitraum von Planungen, jedoch keine Baumaßnahmen; Alt- und Neu- St. Peter verkommen zu „Ruinen“

- Unter anderem: St. Peter Plan von Guilliano da Sangallo (UA9)

- Ca. 1515: Baldassare Peruzzi: Plan von St. Peter als Axonometrie (=1. 3-dimensionaler Architekturplan)

- 1540: Sebastiano Serlio; baut auf Plänen Sangallos auf und publiziert Entwürfe
eines longitudinalen Baus anstelle eines Zentralbaus

- großer Geldaufwand zur Förderung von Planzeichnungen & Entwurfsmodellen

- Sangallo d.J. (Neffe von G. da Sangallo) arbeitet bis zu seinem Tod 1547 an einem übergroßen Modell seines Entwurfes

- 1547 Michelangelo Buonaretti übernimmt Bauleitung
➢ motiviert zum Baubeginn
➢ Nimmt Grundrissplan UA1 von Bramanti als Zentralbau auf
➢ wandelt jedoch in Kolossalbau um
➢ Initiiert den Kuppelbau, erlebt die Fertigstellung nicht mehr
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Q:
Was sind die praktischen, was die theoretischen Rechtfertigungen für den Stolz und das Selbstbewusstsein des Kathedralbaumeisters? In welcher Weise spiegeln sich diese Rechtfertigungen in den Zeichnungen des so genannten Bauhüttenbuches Villard de Honnecourts von etwa 1235?
A:
Die praktische Rechtfertigung der Architekten war, dass sie viele Qualifikationen und Kompetenzen
in einem besaßen mussten und somit die Hauptverantwortung des Baus übernahmen. Sie waren Maschinenbauingenieure, Wissenschaftler und Generaldirektore in einem.
Als theoretische Rechtfertigung lässt sie die Klassifizierung des mittelalterlichen Wissenschafts- und Kunstverständnisses nennen. Unter anderem die Gesamtheit der mechanisch- technischen Künste (auch Malerei und Bildhauerei, artes mechanicae), und die sieben freien Künste (Quadrivium: Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie und Trivium: Grammatik, Rhetorik, Dialektik). Im Bauhüttenbuch werden sämtliche Zeichnungen und Figuren, Tiere und Menschen in geometrische Formen eingeteilt und geometrischen Verhältnisse und somit dessen Verständnis verdeutlicht.
Q:

Wie geht Brunelleschi mit architektonischen Vorbildern um?

A:
Filippo Brunelleschi (1377-1446)

-die Bauten des antiken Roms und der toskanischen Romanik waren Vorbilder für seine Werke bzw. Bauten
-> großen Wert auf technisch-funktionale Formen
Q:

Nennen Sie jeweils ein Beispiel für die Darstellung des Himmlischen Jerusalems aus
der Buchmalerei, der Skulptur und dem Kunsthandwerk des Mittelalters. Warum ist
dieses Motiv in der Kunst dieser Zeit allgegenwärtig?

A:

Buchmalerei: Apokalypse Kommentar des Beatus von Liébana (um 776), Mitte 10. Jh., New York
Skulptur: Kirchenskulptur, Christus über Löwe und Drache, Amiens, Notre-Dame, Westportal 1220-
1235
Kunsthandwerk des Mittelalters: Elfenbeinsitula kurz vor 1000, Stiftung Ottos. III.
Im Mittelalter waren die Menschen, besonders das Mönchtum davon überzeugt, dass das Leben in
einer von Gott erschaffenen Stadt besser ist als in einer irdischen Stadt, was das Himmlische
Jerusalem zu einem Hoffnungsträger machte.

Q:
Erklären Sie die These des Kunsthistoriker Bruno Reudenbach, der sag, dass es bei
Reliquiaren um eine „Dichotomie von Diesseits und Jenseits“ ginge und dass erst der
Reliquiar die Reliquie erschaffe?
A:
Reliquien selber hatten nicht den Anschein als besäßen sie himmlische Wunder- und Heilkraft. Es
fehlte die anschauliche Vermittlung der himmlischen Qualitäten der Reliquien, welche durch die
Reliquiare als Behältnisse zum Ausdruck gebracht wurden.
Q:
Benennen Sie einige der Etappen der Baugeschichte/der Entwurfs- und
Planungsgeschichte von St. Peter
A:
- Frühchristlicher St. Peterbau (319-22 bis 329 n. Chr.) im Auftrag von Kaiser Konstantin
➢ klassisches Schema; frühchristliche Basilika;
➢ außen schmucklos; Innen prunkvoll dekoriert mit Marmor usw.
➢ 2 Seitenschiffe pro Seite (getrennt mit Säulengang) = Ausdruck von
wirstchaftl. Investition und Aufwand zur Darstellung der Besonderheit des
Ortes

- Forderung nach Neu-/Umbau unter Papst Nikolaus 5.; ca. 1450
➢ von Nikolaus’ Plänen wird nur ein Chor am Querhaus realisiert (=Ausgangspkt. Für spätere Veränderungen)

- Bau der Vierungspfeiler (Fertigstellung 1450)

- 1503 Beginn von Abtragungen an Alt St. Peter

- 18. April 1506: Papst Julius 2. legt Grundstein für Neubau

- Vor 1506: Pergamentplan UA1 zu Neubau St. Peter von Donato Bramante
➢ zeigt nur einen Teil; sehr großes Bauvorhaben = dem Anspruch St. Peter
gerecht werden

- Zeitraum von Planungen, jedoch keine Baumaßnahmen; Alt- und Neu- St. Peter
verkommen zu „Ruinen“

- Unter anderem: St. Peter Plan von Guilliano da Sangallo (UA9)

- Ca. 1515: Baldassare Peruzzi: Plan von St. Peter als Axonometrie (=1. 3-
dimensionaler Architekturplan)

- 1540: Sebastiano Serlio; baut auf Plänen Sangallos auf und publiziert Entwürfe
eines longitudinalen Baus anstelle eines Zentralbaus

- großer Geldaufwand zur Förderung von Planzeichnungen & Entwurfsmodellen

- Sangallo d.J. (Neffe von G. da Sangallo) arbeitet bis zu seinem Tod 1547 an
einem übergroßen Modell seines Entwurfes

- 1547 Michelangelo Buonaretti übernimmt Bauleitung
➢ motiviert zum Baubeginn
➢ Nimmt Grundrissplan UA1 von Bramanti als Zentralbau auf
➢ wandelt jedoch in Kolossalbau um
➢ Initiiert den Kuppelbau, erlebt die Fertigstellung nicht mehr

- ab 1603 Carlo Modamo: unter ihm entstehen Langhaus & Fassade
➢ zeigt in Unterbrechung des rhythmischen Traveés im Langhaus, wo der von Michelangelo geplante Zentralbau geendet hätte
Q:
Warum ist es für Studierende der Architektur auch heute noch sinnvoll, sich mit der Kunst des Mittelalters zu beschäftigen?
A:
Die Kunst des Mittelalters birgt viele Vorbilder der heute gebauten Architektur und hat deren Geschichte stark geprägt. Um deren Zusammenhänge zu verstehen und diese eventuell in der Zukunft oder Gegenwart auf die Architektur anzuwenden, ist es wichtig sich mit Kunstgeschichte auseinanderzusetzten. Außerdem lernt man die damaligen Lebensweisen, Traditionen, Religionen,
Werte und, Absichten
zu verstehen.
Q:
Woher stammt die Idee des hausförmigen Reliquienschreines? Warum sind diese oftmals mit Edelsteinen, geschnittenen Steinen aus der Antike und antikisch anmutenden Figuren besetzt? Warum dominiert das Material Gold ihr Erscheinungsbild?
A:
Die Form eines Hauses als Reliquienschrein kann für das irdische sowie das himmlische Haus der
Toten
stehen und hat den spätantiken, frühchristlichen Sakrophag als Vorbild. Somit sind auch antike Applikationen wie Säulenreihen und Arkaden und die Form des Deckels als Dach herzuleiten. Mit einer Reliquie im Gotteshaus und in ihrer Nähe hofften die Menschen auf ein besseres Darstehen nach dem Tod.
Man war von Überzeugung, dass die Verwendung von Gold und anderen kostbaren Verzierungen in Kombination mit den Reliquien, Heiligkeit hervorruft, sodass direkt der Zustand der Erlösung eintritt.
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