Audiologie an der RWTH Aachen | Karteikarten & Zusammenfassungen

Lernmaterialien für Audiologie an der RWTH Aachen

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TESTE DEIN WISSEN

Genauere: Was sind Knochenleitungsgeräte?

Vor- und Nachteile, Anwendung

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TESTE DEIN WISSEN

= auf eine Titanschraube am Mastoid wird ein Mikrophon angeklemmt. Die Schallweiterleitung erfolgt über Knochenleitung.
Vorteile:
• einsetzbar bei Patienten, bei denen kein Ohrpassstück gesetzt werden kann (anatomische Fehlbildungen)
Nachteile:
• größere Verstärkung notwendig – oft Kopplung mit Kastengerät
• Verzerrung des Schalls bei verschiedenen Frequenzen
Anwendung:
• bei Patienten mit Dysplasien (Missbildungen) des Gehörgangs
• wenn kein Gehörgang vorhanden ist

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TESTE DEIN WISSEN

diagnostische Möglichkeiten durch otoakustische Emissionen

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TESTE DEIN WISSEN

• Überprüfung der Funktionsfähigkeit der äußeren Haarzellen (häufig als Screening-Verfahren bei Neugeborenen
=> ab dem 2. bis 3. Tag nach der Geburt ist eine gute Messung der OAE möglich
• Differentialdiagnostik zur Lokalisation einer Hörstörung
• wenn OAE messbar sind, kann zu 99% davon ausgegangen werden, dass ein normales Hörvermögen auf Haarzellenniveau
vorhanden ist (hohe Validität erreicht)
• Ausnahmefall: auditorische Neuropathie (Schädigung der Synapsen)
• Prophylaxe für Verpassen der sensiblen Phasen der Hörbahnreifung: bei peripheren Hörstörungen kann eine Versorgung mit
Hörgeräten stattfinden (ab dem Alter von 3-6 Monaten), um die normale Hör- und Sprachentwicklung zu unterstützen


Zusatz:

auditorische Neuropathie
→ OEA normal
retrocochleäre Hörstörung
→ OEA normal
➔ Testung doch nicht völlig zuverlässig!!!

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TESTE DEIN WISSEN

Funktionsweise eines CI


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TESTE DEIN WISSEN

Funktion:
► Das Mikrophon, das wie ein Hörgerät hinter dem Ohr sitzt oder in die Sendespule integriert ist, empfängt den Schall und leitet ihn
durch ein Kabel an den Sprachprozessor weiter.
► Der Sprachprozessor wandelt den Schall in einen elektrischen Code um, der speziell für die Geräusch- und Sprachverarbeitung
des Gehirns geeignet ist.
► Die kodierten Signale werden über ein Kabel zur Sendespule transportiert. Diese ist durch einen Magneten am Kopf des Patienten
fixiert.
► Von der Sendespule gelangen die kodierten Signale drahtlos, wie Funkwellen durch die Haut zum Implantat (Empfänger).
► Das Implantat (der Empfänger) entschlüsselt die Signale und leitet sie an die tief in die Cochlea eingeführten Elektroden weiter.
► Die Elektroden (in der Regel 16, können aber bis zu 22 sein) stimulieren den Hörnerv elektrisch, der entsprechende Signale ins
Hörzentrum des Gehirns sendet.
► Das Gehirn interpretiert die Signale als Höreindruck.
→ CI ermöglicht einen Dynamikbereich von 40 dB
→ diese Spannweite kann jedoch durch Empfindlichkeitsregulierung des Mikrophons auf unterschiedliche Pegelbereiche angewandt
werden
► Ein CI „ersetzt“ quasi die Funktion der geschädigten Haarzellen im Innenohr
=> durch die Elektrode in der Cochlea gehen einzelne kleine Kabel-Adern, die die 22 Kontaktringe (je nach Modell auch mehr oder
weniger) aus Platin je nach Frequenz ansteuern (hohe Frequenzen = vordere Kontaktringe, tiefe Frequenzen = hintere Kontaktringe).
→ die frequenzspezifisch abgegebenen Impulse werden vom Hörnerv als Aktionspotentiale wahrgenommen und zum Gehirn
weitergeleitet
→ hier werden sie als akustische Signale interpretiert und verarbeitet.
► Ein CI verarbeitet die Schallwellen und wandelt sie in elektrische Signale um, die der Hörnerv weiterverarbeiten kann
(Schalltransformation).
► Ein CI bildet dabei die Funktion des Innenohrs nach.

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Genauere: Was sind HdO-Geräte? 

Vor- und Nachteile, Anwendung

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TESTE DEIN WISSEN

= werden hinter dem Ohr getragen und sind über einen Kunststoffschlauch mit dem Ohrpassstück (Otoplastik) verbunden, über den
die Schallzufuhr erfolgt. Normalerweise sind sie nicht mit einem Richtmikrophon ausgestattet, da die Träger den Klang, der sehr dünn
und hoch klingt, nicht akzeptieren.
Vorteile:
• gute Rückkopplungsunterdrückung
• relativ geringe Auffälligkeit
• Schallaufnahme nahe der Ohrmuschel
• wenig Störschall
• Möglichkeit hoher und breitbandiger Verstärkung
• relativ geringe Stoßempfindlichkeit
Nachteile:
• Verzerrungen des Schalls durch den Verbindungsschlauch (Dämpfung der hohen Frequenzen)
• Einschränkung des Richtungshörens bei Geräten, bei denen der Schall außerhalb der Ohrmuschel aufgenommen wird
Anwendung:
• Standardgerät bei leichten bis mittelgradigen Hörstörungen

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TESTE DEIN WISSEN

Welche Begrenzungssysteme gibt es bei Hörgeräten? (Beschreibung, Wirkung, Anwendung)

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TESTE DEIN WISSEN

Die Verstärkung eines Hörgeräts muss begrenzt sein. Die Unbehaglichkeitsgrenze darf nicht überschritten werden.
1. Peak-Clipping (PC):
= System kappt den Ausgangsschallpegel des Hörgerätes ab einem festgelegten Grenzwert
→ System arbeitet trägheitslos (d.h. ohne Verzögerung)
Wirkung:
▪ verhindert, dass bei plötzlichen Schalldruckspitzen die Unbehaglichkeitsschwelle des Patienten überschritten wird
▪ diese Begrenzung hat jedoch starke Verzerrungen zur Folge
Anwendung:
▪ besonders zur Ergänzung der AGC (= automatischen Verstärkungsregelung)
▪ auch zur Begrenzung länger anhaltender hoher Pegel
→ hierbei wird die Verzerrung meistens als störend empfunden
2. automatische Verstärkungsregelung (AGC):
= bewirkt eine pegelabhängige Verstärkung des Signals
= bei niedrigen Schallpegeln wird mehr verstärkt als bei hohen
→ es besteht eine Verzögerungszeit von 10 – 200 ms, bis die Verstärkung an veränderte Pegel angepasst ist
=> plötzliche Schalldruckspitzen werden noch kurzzeitig stark verstärkt
Wirkung:
▪ automatische Anpassung bei einem eingeschränkten Dynamikbereich
▪ Verstärkung in Anpassung an die Wirkung des Recruitments bei cochleärer Hörstörung
Anwendung:
▪ Bei Patienten mit Recruitment
▪ Bei Patienten mit eingeschränktem Dynamikbereich
▪ Immer in Verbindung mit einem PC-System, um die Verzögerungszeit (s.o.) zu überbrücken

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TESTE DEIN WISSEN

Was sind OAEs?

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TESTE DEIN WISSEN

OAE:
= otoakustische Emissionen sind Schall, der in der Cochlea entsteht, über Mittelohr und Trommelfell-Gehörknöchelchen-Apparat in
den äußeren Gehörgang übertragen wird und dort gemessen werden kann
--> sie werden durch normal funktionsfähige äußere Haarzellen erzeugt und sind Ausdruck eines aktiven biomechanischen Vorgangs
im Innenohr (rückläufige Welle)

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Genauere Reinigungsfunktion (Außenohr)

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TESTE DEIN WISSEN

Reinigungsfunktion:
= die im Gehörgang liegenden Drüsen produzieren den Ohrenschmalz (das Cerumen), das eine desinfizierende Wirkung hat und zur
selbstständigen Reinigung des Gehörgangs dient
→ eingedrungene Fremdkörper und Schmutz werden im Cerumen gebunden durch kleine Härchen, das sogenannte Flimmerepithel
nach außen transportiert und somit entfernt

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TESTE DEIN WISSEN

Aufbau eines CI Systems

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  1. Mikrophon – Sendeeinheit:              = befindet sich entweder am Bügel hinter dem Ohr oder direkt auf der äußeren Spule, die auf dem Mastoid fixiert ist
  2. Sprachprozessor:                               = meist mit Batterie zusammen im Gehäuse untergebracht, das in der Tasche mitgeführt wird und über ein Kabel mit Stecker / Spule am Mastoid verbunden ist → digitalisiert das Signal des Mikrophons und legt dabei die Elektrode, Gegenelektrode, Dauer und Stromstärke für den Impuls fest
  3. äußere / innere Spule oder Stecker: transcutante Übertragung = Platzierung einer Übertragungsspule (außen) a und einer Empfängerspule (innen) am Mastoid                                       percutante Übertragung = Installation einer Buchse am Mastoid, auf die von außen ein Stecker gesteckt wird → durch die bleibende Hautdurchtrittstelle ist dieses System sehr viel anfälliger für Verletzungen und Entzündungen
  4. intrakochleäre Anordnung der Elektroden:                                     Ein Kabel mit 22 Kontaktringen aus Platin (Anzahl variiert bei den unterschiedlichen Modellen) wird an der Gehörknöchelchenkette vorbei durch ein Loch in die Scala tympani der Cochlea eingeschoben und an der Innenwand entlang geführt (=> gute Nähe zum Hörnerv).                                     Nachteil: Cochlea muss eröffnet werden => möglicher Entzündungsweg zum Liquorraum. (Gehörgang und Trommelfell werden nicht beschädigt).
  5. extrakochleäre Anordnung der Elektroden:                                         Die Elektroden führen im Bereich des Promontoriums bis dicht an die Cochlea heran, diese wird aber nicht eröffnet.                                 Nachteil:Die gehörten Signale sind eher global und undifferenziert, weil pro Elektrode mehr Nervenfasern mitgereizt werden. Außerdem können unbeabsichtigt andere Nerven (z.B. N. facialis) mitgereizt werden.
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TESTE DEIN WISSEN

Einteilung akustisch evozierter Potentiale

- Bedeutunng der Wellen

- versch. Verfahren

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TESTE DEIN WISSEN

Einteilung der akustisch evozierten Potentiale
Man unterscheidet zwischen
• frühen akustisch evozierten Potentialen (FAEP) (Latenzzeit 0 bis 10 ms)
• mittleren akustisch evozierten Potentialen (MAEP) (Latenzzeit 10 bis 50 ms)
• späten akustisch evozierten Potentialen (SAEP) (Latenzzeit ab ca. 100 ms)
Die elektrischen Antworten auf einen akustischen Reiz sind gekennzeichnet durch:
Latenzzeit (ms):
= Zeit zwischen Reiz und Antwort ist von grundlegender Bedeutung für die Bewertung der akustisch evozierten Potentiale
Amplitude (μV):
= Größe der auf den Reiz hin auftretenden Spannung
→ dem Amplitudenverhalten kommt nur ein begrenzter Stellenwert zu
Die AEP entstehen in örtlich-zeitlicher Reihenfolge entlang der Hörbahn ab den Haarzellen in der Cochlea bis zur Hörrinde, spiegeln
Teilfunktionen des Hörvorganges wieder und können bestimmten anatomischen Strukturen zugeordnet werden:

• Welle I: ausschließlich distaler Anteil des N. cochlearis
• Welle II: überwiegend proximaler Anteil des N. cochlearis
• Welle III: überwiegend Nucleus cochlearis
• Welle IV: Neurone vorwiegend aus dem Bereich der oberen Olive
• Welle V: Colliculus inferior im Mittelhirnbereich

► Bei der ECochG (Elektrokochleographie) wird eine Nadelelektrode transtympanal auf dem Promontorium platziert. Für die
Innenohrdiagnostik werden gewonnen: reizsynchrone Antworten der Haarzellen (CM = Cochlear Microphonics), das durch
asymmetrische Auslenkung der Basilarmembran während des Reizvorgangs entstehende Summationspotential (SP) sowie das
Summenaktionspotential des Hörnerven (SAP).

ECochG = Elektrokochleographie
BERA = Hirnstammaudiometrie („Brainstem Evoked Response Audiometry“)
MLRA = Messung der Antworten mittlerer Latenz („Middle Latency Response Audiometry“)
CERA = Messung später akustisch evozierter Potentiale („Cortical Evoked Response Audiometry“)

BERA: frühe akustisch evozierte Potentiale (FAEP) aus Hörnerv und Hirnstamm ableiten. (=> Aussagen über Störungen des Mittel- und Innenohres sowie des Hörnervs).

ERA (Hörscreening und Schwellenbestimmung bei Neugeborenen und Kleinkindern (BERA) im Schlaf, in Sedierung oder Narkose.

Hörschwellenbestimmung bei Aggravation und Simulation im Rahmen der Begutachtung und bei Verdacht auf psychogene Schwerhörigkeit (CERA, MLRA).

Topodiagnostik von Hörstörungen in cochleär / retrocochleär / zentral (EcochG, BERA, CERA)

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Wie ist ein Hörgerät aufgebaut?

Welche verschiedenen Bauformen gibt es?

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TESTE DEIN WISSEN

Bestandteile aller Hörgeräte:
1) Mikrophon
2) Verstärker
3) Lautsprecher
4) Batterie
Das Mikrophon nimmt den Schall auf und wandelt ihn in elektrische Impulse um
Der Verstärker verstärkt die elektrischen Impulse, der Lautsprecher wandelt die verstärkten elektrischen Impulse wieder in Schall um.
Die Energie, die für diese Prozesse benötigt wird, liefert eine Batterie.
Eine wesentliche Ergänzung des Hörgerätes ist das Ohrpassstück. Es gibt dem Hörgerät sicheren Halt und dichtet den Gehörgang ab.
So wird eine Rückkopplung vermieden und die Weiterleitung des Schalls in den Gehörgang gewährleistet.


Bauformen:

1) Taschengräte

2) HdO-Geräte

3) digitale Hörgeräte

4) IdO-Geräte

5) Hörbrille

6) Knochenleitungsgeräte

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TESTE DEIN WISSEN

Genauere: Zuleitung des Schalls (Außenohr)

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TESTE DEIN WISSEN

Zuleitung des Schalls:
= äußere Gehörgang hat die Funktion, den einfallenden Schall zum Trommelfell und damit zum Mittelohr zu leiten
→ durch die Resonanzeigenschaften des Gehörgangs kommt es zudem zu einer Verstärkung des Schalls im mittleren
Frequenzbereich (2000 – 4000 Hz), also im Bereich des Sprachschalls um 8 –10 dB
→ Rohrsystem schwingt mit der Eigenfrequenz und verstärkt den ankommenden Schall, weil ¼ der Wellenlänge mittelfrequenter Töne
in den Gehörgang passt.

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TESTE DEIN WISSEN

Genauere: Schutzfunktion des äußeren Ohrs

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TESTE DEIN WISSEN

Schutzfunktion:
= äußere Gehörgang weist eine konvexe Krümmung auf, so dass das Trommelfell an seinem Ende nicht sofort sichtbar ist
→ es liegt also etwas versteckt, was Schutz vor mechanischer Einwirkung von Außen und vor Fremdkörpern bietet

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Q:

Genauere: Was sind Knochenleitungsgeräte?

Vor- und Nachteile, Anwendung

A:

= auf eine Titanschraube am Mastoid wird ein Mikrophon angeklemmt. Die Schallweiterleitung erfolgt über Knochenleitung.
Vorteile:
• einsetzbar bei Patienten, bei denen kein Ohrpassstück gesetzt werden kann (anatomische Fehlbildungen)
Nachteile:
• größere Verstärkung notwendig – oft Kopplung mit Kastengerät
• Verzerrung des Schalls bei verschiedenen Frequenzen
Anwendung:
• bei Patienten mit Dysplasien (Missbildungen) des Gehörgangs
• wenn kein Gehörgang vorhanden ist

Q:

diagnostische Möglichkeiten durch otoakustische Emissionen

A:

• Überprüfung der Funktionsfähigkeit der äußeren Haarzellen (häufig als Screening-Verfahren bei Neugeborenen
=> ab dem 2. bis 3. Tag nach der Geburt ist eine gute Messung der OAE möglich
• Differentialdiagnostik zur Lokalisation einer Hörstörung
• wenn OAE messbar sind, kann zu 99% davon ausgegangen werden, dass ein normales Hörvermögen auf Haarzellenniveau
vorhanden ist (hohe Validität erreicht)
• Ausnahmefall: auditorische Neuropathie (Schädigung der Synapsen)
• Prophylaxe für Verpassen der sensiblen Phasen der Hörbahnreifung: bei peripheren Hörstörungen kann eine Versorgung mit
Hörgeräten stattfinden (ab dem Alter von 3-6 Monaten), um die normale Hör- und Sprachentwicklung zu unterstützen


Zusatz:

auditorische Neuropathie
→ OEA normal
retrocochleäre Hörstörung
→ OEA normal
➔ Testung doch nicht völlig zuverlässig!!!

Q:

Funktionsweise eines CI


A:

Funktion:
► Das Mikrophon, das wie ein Hörgerät hinter dem Ohr sitzt oder in die Sendespule integriert ist, empfängt den Schall und leitet ihn
durch ein Kabel an den Sprachprozessor weiter.
► Der Sprachprozessor wandelt den Schall in einen elektrischen Code um, der speziell für die Geräusch- und Sprachverarbeitung
des Gehirns geeignet ist.
► Die kodierten Signale werden über ein Kabel zur Sendespule transportiert. Diese ist durch einen Magneten am Kopf des Patienten
fixiert.
► Von der Sendespule gelangen die kodierten Signale drahtlos, wie Funkwellen durch die Haut zum Implantat (Empfänger).
► Das Implantat (der Empfänger) entschlüsselt die Signale und leitet sie an die tief in die Cochlea eingeführten Elektroden weiter.
► Die Elektroden (in der Regel 16, können aber bis zu 22 sein) stimulieren den Hörnerv elektrisch, der entsprechende Signale ins
Hörzentrum des Gehirns sendet.
► Das Gehirn interpretiert die Signale als Höreindruck.
→ CI ermöglicht einen Dynamikbereich von 40 dB
→ diese Spannweite kann jedoch durch Empfindlichkeitsregulierung des Mikrophons auf unterschiedliche Pegelbereiche angewandt
werden
► Ein CI „ersetzt“ quasi die Funktion der geschädigten Haarzellen im Innenohr
=> durch die Elektrode in der Cochlea gehen einzelne kleine Kabel-Adern, die die 22 Kontaktringe (je nach Modell auch mehr oder
weniger) aus Platin je nach Frequenz ansteuern (hohe Frequenzen = vordere Kontaktringe, tiefe Frequenzen = hintere Kontaktringe).
→ die frequenzspezifisch abgegebenen Impulse werden vom Hörnerv als Aktionspotentiale wahrgenommen und zum Gehirn
weitergeleitet
→ hier werden sie als akustische Signale interpretiert und verarbeitet.
► Ein CI verarbeitet die Schallwellen und wandelt sie in elektrische Signale um, die der Hörnerv weiterverarbeiten kann
(Schalltransformation).
► Ein CI bildet dabei die Funktion des Innenohrs nach.

Q:

Genauere: Was sind HdO-Geräte? 

Vor- und Nachteile, Anwendung

A:

= werden hinter dem Ohr getragen und sind über einen Kunststoffschlauch mit dem Ohrpassstück (Otoplastik) verbunden, über den
die Schallzufuhr erfolgt. Normalerweise sind sie nicht mit einem Richtmikrophon ausgestattet, da die Träger den Klang, der sehr dünn
und hoch klingt, nicht akzeptieren.
Vorteile:
• gute Rückkopplungsunterdrückung
• relativ geringe Auffälligkeit
• Schallaufnahme nahe der Ohrmuschel
• wenig Störschall
• Möglichkeit hoher und breitbandiger Verstärkung
• relativ geringe Stoßempfindlichkeit
Nachteile:
• Verzerrungen des Schalls durch den Verbindungsschlauch (Dämpfung der hohen Frequenzen)
• Einschränkung des Richtungshörens bei Geräten, bei denen der Schall außerhalb der Ohrmuschel aufgenommen wird
Anwendung:
• Standardgerät bei leichten bis mittelgradigen Hörstörungen

Q:

Welche Begrenzungssysteme gibt es bei Hörgeräten? (Beschreibung, Wirkung, Anwendung)

A:

Die Verstärkung eines Hörgeräts muss begrenzt sein. Die Unbehaglichkeitsgrenze darf nicht überschritten werden.
1. Peak-Clipping (PC):
= System kappt den Ausgangsschallpegel des Hörgerätes ab einem festgelegten Grenzwert
→ System arbeitet trägheitslos (d.h. ohne Verzögerung)
Wirkung:
▪ verhindert, dass bei plötzlichen Schalldruckspitzen die Unbehaglichkeitsschwelle des Patienten überschritten wird
▪ diese Begrenzung hat jedoch starke Verzerrungen zur Folge
Anwendung:
▪ besonders zur Ergänzung der AGC (= automatischen Verstärkungsregelung)
▪ auch zur Begrenzung länger anhaltender hoher Pegel
→ hierbei wird die Verzerrung meistens als störend empfunden
2. automatische Verstärkungsregelung (AGC):
= bewirkt eine pegelabhängige Verstärkung des Signals
= bei niedrigen Schallpegeln wird mehr verstärkt als bei hohen
→ es besteht eine Verzögerungszeit von 10 – 200 ms, bis die Verstärkung an veränderte Pegel angepasst ist
=> plötzliche Schalldruckspitzen werden noch kurzzeitig stark verstärkt
Wirkung:
▪ automatische Anpassung bei einem eingeschränkten Dynamikbereich
▪ Verstärkung in Anpassung an die Wirkung des Recruitments bei cochleärer Hörstörung
Anwendung:
▪ Bei Patienten mit Recruitment
▪ Bei Patienten mit eingeschränktem Dynamikbereich
▪ Immer in Verbindung mit einem PC-System, um die Verzögerungszeit (s.o.) zu überbrücken

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Q:

Was sind OAEs?

A:

OAE:
= otoakustische Emissionen sind Schall, der in der Cochlea entsteht, über Mittelohr und Trommelfell-Gehörknöchelchen-Apparat in
den äußeren Gehörgang übertragen wird und dort gemessen werden kann
--> sie werden durch normal funktionsfähige äußere Haarzellen erzeugt und sind Ausdruck eines aktiven biomechanischen Vorgangs
im Innenohr (rückläufige Welle)

Q:

Genauere Reinigungsfunktion (Außenohr)

A:

Reinigungsfunktion:
= die im Gehörgang liegenden Drüsen produzieren den Ohrenschmalz (das Cerumen), das eine desinfizierende Wirkung hat und zur
selbstständigen Reinigung des Gehörgangs dient
→ eingedrungene Fremdkörper und Schmutz werden im Cerumen gebunden durch kleine Härchen, das sogenannte Flimmerepithel
nach außen transportiert und somit entfernt

Q:

Aufbau eines CI Systems

A:
  1. Mikrophon – Sendeeinheit:              = befindet sich entweder am Bügel hinter dem Ohr oder direkt auf der äußeren Spule, die auf dem Mastoid fixiert ist
  2. Sprachprozessor:                               = meist mit Batterie zusammen im Gehäuse untergebracht, das in der Tasche mitgeführt wird und über ein Kabel mit Stecker / Spule am Mastoid verbunden ist → digitalisiert das Signal des Mikrophons und legt dabei die Elektrode, Gegenelektrode, Dauer und Stromstärke für den Impuls fest
  3. äußere / innere Spule oder Stecker: transcutante Übertragung = Platzierung einer Übertragungsspule (außen) a und einer Empfängerspule (innen) am Mastoid                                       percutante Übertragung = Installation einer Buchse am Mastoid, auf die von außen ein Stecker gesteckt wird → durch die bleibende Hautdurchtrittstelle ist dieses System sehr viel anfälliger für Verletzungen und Entzündungen
  4. intrakochleäre Anordnung der Elektroden:                                     Ein Kabel mit 22 Kontaktringen aus Platin (Anzahl variiert bei den unterschiedlichen Modellen) wird an der Gehörknöchelchenkette vorbei durch ein Loch in die Scala tympani der Cochlea eingeschoben und an der Innenwand entlang geführt (=> gute Nähe zum Hörnerv).                                     Nachteil: Cochlea muss eröffnet werden => möglicher Entzündungsweg zum Liquorraum. (Gehörgang und Trommelfell werden nicht beschädigt).
  5. extrakochleäre Anordnung der Elektroden:                                         Die Elektroden führen im Bereich des Promontoriums bis dicht an die Cochlea heran, diese wird aber nicht eröffnet.                                 Nachteil:Die gehörten Signale sind eher global und undifferenziert, weil pro Elektrode mehr Nervenfasern mitgereizt werden. Außerdem können unbeabsichtigt andere Nerven (z.B. N. facialis) mitgereizt werden.
Q:

Einteilung akustisch evozierter Potentiale

- Bedeutunng der Wellen

- versch. Verfahren

A:

Einteilung der akustisch evozierten Potentiale
Man unterscheidet zwischen
• frühen akustisch evozierten Potentialen (FAEP) (Latenzzeit 0 bis 10 ms)
• mittleren akustisch evozierten Potentialen (MAEP) (Latenzzeit 10 bis 50 ms)
• späten akustisch evozierten Potentialen (SAEP) (Latenzzeit ab ca. 100 ms)
Die elektrischen Antworten auf einen akustischen Reiz sind gekennzeichnet durch:
Latenzzeit (ms):
= Zeit zwischen Reiz und Antwort ist von grundlegender Bedeutung für die Bewertung der akustisch evozierten Potentiale
Amplitude (μV):
= Größe der auf den Reiz hin auftretenden Spannung
→ dem Amplitudenverhalten kommt nur ein begrenzter Stellenwert zu
Die AEP entstehen in örtlich-zeitlicher Reihenfolge entlang der Hörbahn ab den Haarzellen in der Cochlea bis zur Hörrinde, spiegeln
Teilfunktionen des Hörvorganges wieder und können bestimmten anatomischen Strukturen zugeordnet werden:

• Welle I: ausschließlich distaler Anteil des N. cochlearis
• Welle II: überwiegend proximaler Anteil des N. cochlearis
• Welle III: überwiegend Nucleus cochlearis
• Welle IV: Neurone vorwiegend aus dem Bereich der oberen Olive
• Welle V: Colliculus inferior im Mittelhirnbereich

► Bei der ECochG (Elektrokochleographie) wird eine Nadelelektrode transtympanal auf dem Promontorium platziert. Für die
Innenohrdiagnostik werden gewonnen: reizsynchrone Antworten der Haarzellen (CM = Cochlear Microphonics), das durch
asymmetrische Auslenkung der Basilarmembran während des Reizvorgangs entstehende Summationspotential (SP) sowie das
Summenaktionspotential des Hörnerven (SAP).

ECochG = Elektrokochleographie
BERA = Hirnstammaudiometrie („Brainstem Evoked Response Audiometry“)
MLRA = Messung der Antworten mittlerer Latenz („Middle Latency Response Audiometry“)
CERA = Messung später akustisch evozierter Potentiale („Cortical Evoked Response Audiometry“)

BERA: frühe akustisch evozierte Potentiale (FAEP) aus Hörnerv und Hirnstamm ableiten. (=> Aussagen über Störungen des Mittel- und Innenohres sowie des Hörnervs).

ERA (Hörscreening und Schwellenbestimmung bei Neugeborenen und Kleinkindern (BERA) im Schlaf, in Sedierung oder Narkose.

Hörschwellenbestimmung bei Aggravation und Simulation im Rahmen der Begutachtung und bei Verdacht auf psychogene Schwerhörigkeit (CERA, MLRA).

Topodiagnostik von Hörstörungen in cochleär / retrocochleär / zentral (EcochG, BERA, CERA)

Q:

Wie ist ein Hörgerät aufgebaut?

Welche verschiedenen Bauformen gibt es?

A:

Bestandteile aller Hörgeräte:
1) Mikrophon
2) Verstärker
3) Lautsprecher
4) Batterie
Das Mikrophon nimmt den Schall auf und wandelt ihn in elektrische Impulse um
Der Verstärker verstärkt die elektrischen Impulse, der Lautsprecher wandelt die verstärkten elektrischen Impulse wieder in Schall um.
Die Energie, die für diese Prozesse benötigt wird, liefert eine Batterie.
Eine wesentliche Ergänzung des Hörgerätes ist das Ohrpassstück. Es gibt dem Hörgerät sicheren Halt und dichtet den Gehörgang ab.
So wird eine Rückkopplung vermieden und die Weiterleitung des Schalls in den Gehörgang gewährleistet.


Bauformen:

1) Taschengräte

2) HdO-Geräte

3) digitale Hörgeräte

4) IdO-Geräte

5) Hörbrille

6) Knochenleitungsgeräte

Q:

Genauere: Zuleitung des Schalls (Außenohr)

A:

Zuleitung des Schalls:
= äußere Gehörgang hat die Funktion, den einfallenden Schall zum Trommelfell und damit zum Mittelohr zu leiten
→ durch die Resonanzeigenschaften des Gehörgangs kommt es zudem zu einer Verstärkung des Schalls im mittleren
Frequenzbereich (2000 – 4000 Hz), also im Bereich des Sprachschalls um 8 –10 dB
→ Rohrsystem schwingt mit der Eigenfrequenz und verstärkt den ankommenden Schall, weil ¼ der Wellenlänge mittelfrequenter Töne
in den Gehörgang passt.

Q:

Genauere: Schutzfunktion des äußeren Ohrs

A:

Schutzfunktion:
= äußere Gehörgang weist eine konvexe Krümmung auf, so dass das Trommelfell an seinem Ende nicht sofort sichtbar ist
→ es liegt also etwas versteckt, was Schutz vor mechanischer Einwirkung von Außen und vor Fremdkörpern bietet

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