Klinische Diagnostik an der Private Hochschule Göttingen | Karteikarten & Zusammenfassungen

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Was versteht man unter Diagnostik in der Psychotherapie und welche typischen Aufgaben und Funktionen hat sie?

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Prozesse der


  1. Diagnosefindung (indikationsorientierte Diagnostik) → Grundlage für Behandlungsplanung und Intervention
  2. Verlaufskontrolle von Behandlungen (Verlaufs- und Prozessdiagnostik)
  3. Ergebniskontrolle (Abschlussdiagnostik)


Aufgaben und Funktionen der Diagnostik

  1. Beschreibung dessen, was da ist (Symptome nach ICD-10 und DSM)
  2. Klassifikation, d. h. der Einteilung in Kategorien gemäß ICD-10 und DSM und damit Vereinfachung und erleichterte Kommunikation zwischen Fachdisziplinen
  3. Indikation, d. h. liefert Hinweise darüber, welche Intervention angezeigt ist 
  4. Erklärung von Verhaltens- und Erlebensweisen, aber v. a. auch der Ätiologie und Genese der Symptomatik
  5. Prognose des erwarteten behandelten oder unbehandelten Verlaufs und damit auch der Therapierbarkeit
  6. Evaluation von Maßnahmen, zum Beispiel Verbesserung der Symptomatik 
  7. Dokumentation des Behandlungsverlaufs
  8. Einsatz zu Supervisionszwecken
  9. Nachbehandlungsplanung
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Erklären Sie, was man unter dem Begriff der Anamnese in der Psychotherapie versteht.

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  • Prozess des Sammelns von Informationen (im Rahmen des bio-psycho-sozialen Modells) sowie von (biografischen) Patientendaten im Hinblick auf die aktuelle Problematik des Patienten in
    • freier
    • halbstrukturierter
    • vollstrukturierter Form
  • Dazu gehören folgende  Aspekte:
    • biologisch / krankheitsgeschichtlich
    • psychisch
    • sozial
    • biografisch / familiär
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Was versteht man unter dem multimodalen Vorgehen in der klinischen Diagnostik?

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  • »Mehrebenendiagnostik«
  • Einbeziehen möglichst aller Facetten, die mit einer Störung in Zusammenhang stehen
  • Anstelle der Fokussierung auf ein einziges diagnostisches Verfahren Einbeziehen unterschiedlicher
    • Beurteilerperspektiven / Informationsquellen (z. B. Selbstbeurteilung, Fremdbeobachtung)
    • Methoden (z. B. Selbstbeurteilung, Interview, Felddiagnostik)
    • Funktionsbereiche eines Individuums (z. B. psychologisch: Erleben, Verhalten, Leistung)


  • In den Kategorien:
    • Datenebenen
    • Datenquellen (Informationsquellen)
    • Untersuchungsverfahren
    • Konstrukte / Funktionsbereiche


*******


Karteikartei »Diagnostische Erhebungsmethoden 2«:

Möglichst viele Aspekte der Kategorien Datenebene, Datenquellen, Untersuchungsverfahren und Konstrukte/Funktionsbereiche sollen bei der Diagnostik berücksichtigt werden.


  • Datenebenen:
    • biologisch
    • psychologisch
    • sozial
  • Datenquellen (Informationsquellen):
    • Selbstbeurteilung (z. B. Stimmung)
    • Selbstbeobachtung (z. B. Anzahl Zigaretten)
    • Fremdbeurteilung (z. B. Aggressivität)
    • Fremdbeobachtung (z. B. Häufigkeit des Verlassens des Raumes)
    • apparative Verfahren
    • Leistungsdiagnostik
    • Intelligenzdiagnostik
  • Untersuchungsverfahren:
    • Selbstbeurteilung
    • Fremdbeurteilung
    • Interview
    • Leistungsdiagnostik
    • Felddiagnostik
    • projektive Verfahren
    • inhaltsanalytische Verfahren
  • Konstrukte/Funktionen:
    • z. B. psychologisch: Erleben, Verhalten, Leistung
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Was verstehen Sie unter Datenebenen?

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  • Grundkategorien organismischer Variablen 
  • alle Ebenen, auf denen menschliches Erleben und Verhalten stattfindet:
    • biologische/somatische Ebene: Körpervorgänge, die auch mit den Mitteln der Physiologie oder Neurochemie erfassbar sind (z. B. genetische Faktoren, Hautleitfähigkeit, Blutdruck, Herzrate).
    • psychologische Ebene: (z. B. Persönlichkeits- und Leistungsvariablen, Einstellungen, Erfahrungen, Normen und Werte)
    • soziale (interindividuelle) Ebene: (z. B. gesellschaftliche Rahmenbedingungen, Familiensystem)
    • ökologische Ebene: materielle und räumliche Rahmenbedingungen
  • Datenebenen meist eng miteinander verknüpft → alleinige Betrachtung einer Ebene wäre zu starke Vereinfachung
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Was verstehen Sie unter Datenquellen?

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  • Informationsgeber 
  • Unterscheidung zwischen Selbst- und Fremdbeurteilung.
  • Selbstbeurteilung: Zielperson (der Patient) gibt direkt Angaben über ihr Befinden und Verhalten ab in Form von
    • Fragebögen
    • Protokollen
    • freier Äußerung
  • Fremdbeurteilung: Einschätzung durch
    • andere beteiligte Personen (häufig der Therapeut, aber auch Bezugspersonen oder unbeteiligte Beobachter)
    • Verhaltensbeobachtung
    • apparative und bildgebende Verfahren (z. B. fMRT, EEG, EKG, Schrittzähler)
    • Verfahren der Leistungs- und Intelligenzdiagnostik
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Was verstehen Sie unter Untersuchungsverfahren?

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  • Selbstbeurteilung in Form von Selbstbeurteilungsfragebögen oder Selbst-Verhaltensbeobachtung
  • Fremdbeurteilung in Form von Fremdbeurteilungsfragebögen oder Fremd-Verhaltensbeobachtungen
  • freie, teil- oder vollstrukturierte Interviews
  • Verfahren der Leistungsdiagnostik
  • Verfahren der Felddiagnostik (Registrierung klinisch relevanter Merkmale unter realen Lebensbedingungen; als Hilfsmittel werden häufig Tagebücher oder auch Computer und andere Geräte genutzt)
  • projektive Verfahren und inhaltsanalytische Verfahren (Auswertung von Texten, die vom Patienten direkt oder z. B. aus Therapiesitzungen stammen und transkribiert wurden)
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Was verstehen Sie unter Konstrukten/Funktionsbereichen?

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  • WAS untersuche ich? Elemente innerhalb einzelner Datenebenen
  • keine Leitlinien zur Auswahl von Konstrukten (Orientierung an Relevanz für den einzelnen Patienten und aktuellem Forschungsstand)
  • Für klinische Diagnostik im Rahmen von Psychotherapien hauptsächlich Konstrukte auf psychologischer und sozialer Datenebene relevant
    • psychologische Datenebene:
      • Erleben
      • Verhalten
      • Leistung
      • Affektivität
      • Wohlbefinden
      • Lebensqualität
      • Intelligenz
      • Persönlichkeit
    • soziale Ebene:
      • soziale Unterstützung
      • soziale Anpassung
      • soziale Integration
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Beschreiben Sie den Erstkontakt.

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  • zieloffene Exploration im Rahmen eines wenig formalisierten Erstgesprächs
  • Der Patient erzählt frei und uneingeschränkt über seine Probleme und über die von ihm vermuteten Störungsursachen.
  • Behandelnder strukturiert Information und erfragt gezielt relevante Bereiche, wie Soziodemografie, Störungsgenese und Biografie des Patienten:
    • Therapieanlass
    • aktuelle Lebenssituation
    • eigenes Störungsmodell des Patienten
    • äußere Erscheinung 
    • mögliche Auffälligkeiten im Verhalten (als Eindruck des Therapeuten)
    • körperliche Probleme
    • Vorbehandlungen
    • Erwartungen an die Therapie
  • Kontakt hat neben Informationssammlung auch therapeutische Funktion: Er dient dem Beziehungsaufbau und der Motivation des Patienten, daneben beinhaltet er häufig bereits psychoedukative Anteile (Aufklärung von betroffenen Patienten und deren Angehörigen).
  • Eingesetzte Verfahren:
    • unstrukturiertes psychotherapeutisches Interview
    • Fragebögen und Tests, die der Patient zuhause oder in der Praxis ausfüllt.
    • Zur Erfassung der biografischen Anamnese und Entstehungsgeschichte der Störung haben sich Fragebögen zur Lebensgeschichte bewährt.
    • Körperliche Faktoren werden mit einem mitbehandelnden Arzt abgeklärt (für die Aufnahme einer Psychotherapie ist ein medizinischer Konsiliarbericht unerlässlich).
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Beschreiben Sie Verfahren zur Messung interpersonaler Schwierigkeiten und Persönlichkeitsstörungen.

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  • SKID-II-Interview: Screening zum Erfassen von Persönlichkeitsstörungen
  • Inventar Interpersonaler Probleme (IIP-D): Erfassen interpersonaler Schwierigkeiten, die in Zusammenhang zu psychischen Störungen stehen und in der Regel auch im Therapieprozess relevant werden
  • Für psychodynamische Therapien Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik (OPD); fünf Achsen:
    • »Krankheitserleben und Behandlungsvoraussetzungen«
    • »Beziehung« (problematisches Beziehungsverhalten aus Perspektive des Patienten und anderer)
    • »Konflikt« (Unterscheidung zwischen sieben überdauernden Konfliktthemen, z. B. Schuld- oder Identitätskonflikt
    • »Struktur« (Verfügbarkeit psychischer Funktionen zur Selbstregulation und zur Gestaltung von Beziehungen)
    • »Psychische und psychosomatische Störungen«
  • dient zur Schwerpunktsetzung und Planung von Therapien sowie zur Veränderungsmessung
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Beschreiben Sie Indikationsentscheidung / Therapieplanung.

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  • Entscheidung, welche Methoden zur Herstellung der angestrebten Veränderungen prinzipiell in Frage kommen
  • kurz-, mittel- und langfristige Ziele der Behandlung
  • Klärung von Rahmenbedingungen bezüglich
    • der voraussichtlichen Dauer
    • der Sitzungsfrequenz
    • des geeigneten Settings (Einzel-, Paar-, Familien- oder Gruppentherapie; ambulant vs. (teil-)stationär)
  • Einbeziehen der vorhandenen Ressourcen des Patienten in der Therapie

  • möglichst förderliche Gestaltung der therapeutischen Beziehung

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Beschreiben Sie die Verlaufsdiagnostik.

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  • Konzeptes der kontrollierten Praxis: regelmäßiger Einsatz fundierter Diagnostik und deren Bewertung in Bezug auf therapeutische Ziele zu Beginn, während und nach Abschluss einer Behandlung


Therapiebegleitende Diagnostik / Verlaufsdiagnostik


  • kontinuierliche Erhebung von Informationen während einer Behandlung
    • durch Gespräche und / oder
    • Einsatz psychometrischer Instrumente
  • Ziel 1: Wirksamkeit der gewählten Methoden überprüfen (adaptive Indikation)
    • Als adaptive Indikation bezeichnet man Entscheidungen über eine Modifikation der Behandlungsmethoden und -verfahren, die im Therapieprozess fallen und sich an möglichen Veränderungen des Patienten und am Informationszugewinn des Therapeuten orientieren.
  • Ziel 2: ggf. Neustrukturierung des therapeutischen Vorgehens


Verlaufsevaluation


  • Erfassen von Veränderungen in definierten Zielbereichen
  • meist in regelmäßigen Abständen, z. B. alle zehn Sitzungen:
    • Selbstbeurteilungsverfahren zur allgemeinen und störungsspezifischen Belastung 
    • Einsatz von Therapietagebüchern (je nach Problembereich z. B. Angst-, Schmerz-, Schlaf- oder Ernährungstagebücher)
    • Einsatz apparativer Verfahren (z. B. Schrittzähler zur Überprüfung der Aktivitätszunahme) 
    • Vorlage der Zielerreichungsskalierung
    • Verhaltensbeobachtungen (Selbstbeobachtung des Patienten oder Fremdbeobachtung durch den Therapeuten in schwierigen Situationen, in natürlicher Umgebung oder Analogsituationen)


Prozessevaluation


  • Erfassen von verschiedenen Bestandteilen des therapeutischen Prozesses, z. B.
    • Qualität der Therapeut-Patient-Interaktion
    • Selbstöffnung des Patienten
    • Störungen im Prozess
    • Wahrnehmung therapeutischer Wirkfaktoren
  • Abfrage durch kurze Fragebögen zum Ende jeder Sitzung
  • freie Dokumentation zu Therapieinhalten und Prozessvariablen nach Abschluss jeder Sitzung durch den Therapeuten.
  • Immer häufiger: Dokumentation von Therapiesitzungen auf Video
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Was bedeutet differenzielle Indikation?

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  • auch selektive Indikation
  • Zuweisung eines Patienten zu
    • einer bestimmten Behandlung
    • einem bestimmten Therapiesetting
    • einem bestimmten Therapeuten
  • auf der Grundlage von Informationen über die Wirksamkeit bestimmter Maßnahmen. 
  • Aufgrund der gesammelten Informationen über einen Patienten, seiner Problematik, Geschichte und Eigenarten werden am Einzelfall orientierte Entscheidungen darüber gefällt, welche Art von Maßnahmen hilfreich und zielführend sind.
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  • 5 Lernmaterialien

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Q:

Was versteht man unter Diagnostik in der Psychotherapie und welche typischen Aufgaben und Funktionen hat sie?

A:

Prozesse der


  1. Diagnosefindung (indikationsorientierte Diagnostik) → Grundlage für Behandlungsplanung und Intervention
  2. Verlaufskontrolle von Behandlungen (Verlaufs- und Prozessdiagnostik)
  3. Ergebniskontrolle (Abschlussdiagnostik)


Aufgaben und Funktionen der Diagnostik

  1. Beschreibung dessen, was da ist (Symptome nach ICD-10 und DSM)
  2. Klassifikation, d. h. der Einteilung in Kategorien gemäß ICD-10 und DSM und damit Vereinfachung und erleichterte Kommunikation zwischen Fachdisziplinen
  3. Indikation, d. h. liefert Hinweise darüber, welche Intervention angezeigt ist 
  4. Erklärung von Verhaltens- und Erlebensweisen, aber v. a. auch der Ätiologie und Genese der Symptomatik
  5. Prognose des erwarteten behandelten oder unbehandelten Verlaufs und damit auch der Therapierbarkeit
  6. Evaluation von Maßnahmen, zum Beispiel Verbesserung der Symptomatik 
  7. Dokumentation des Behandlungsverlaufs
  8. Einsatz zu Supervisionszwecken
  9. Nachbehandlungsplanung
Q:

Erklären Sie, was man unter dem Begriff der Anamnese in der Psychotherapie versteht.

A:
  • Prozess des Sammelns von Informationen (im Rahmen des bio-psycho-sozialen Modells) sowie von (biografischen) Patientendaten im Hinblick auf die aktuelle Problematik des Patienten in
    • freier
    • halbstrukturierter
    • vollstrukturierter Form
  • Dazu gehören folgende  Aspekte:
    • biologisch / krankheitsgeschichtlich
    • psychisch
    • sozial
    • biografisch / familiär
Q:

Was versteht man unter dem multimodalen Vorgehen in der klinischen Diagnostik?

A:
  • »Mehrebenendiagnostik«
  • Einbeziehen möglichst aller Facetten, die mit einer Störung in Zusammenhang stehen
  • Anstelle der Fokussierung auf ein einziges diagnostisches Verfahren Einbeziehen unterschiedlicher
    • Beurteilerperspektiven / Informationsquellen (z. B. Selbstbeurteilung, Fremdbeobachtung)
    • Methoden (z. B. Selbstbeurteilung, Interview, Felddiagnostik)
    • Funktionsbereiche eines Individuums (z. B. psychologisch: Erleben, Verhalten, Leistung)


  • In den Kategorien:
    • Datenebenen
    • Datenquellen (Informationsquellen)
    • Untersuchungsverfahren
    • Konstrukte / Funktionsbereiche


*******


Karteikartei »Diagnostische Erhebungsmethoden 2«:

Möglichst viele Aspekte der Kategorien Datenebene, Datenquellen, Untersuchungsverfahren und Konstrukte/Funktionsbereiche sollen bei der Diagnostik berücksichtigt werden.


  • Datenebenen:
    • biologisch
    • psychologisch
    • sozial
  • Datenquellen (Informationsquellen):
    • Selbstbeurteilung (z. B. Stimmung)
    • Selbstbeobachtung (z. B. Anzahl Zigaretten)
    • Fremdbeurteilung (z. B. Aggressivität)
    • Fremdbeobachtung (z. B. Häufigkeit des Verlassens des Raumes)
    • apparative Verfahren
    • Leistungsdiagnostik
    • Intelligenzdiagnostik
  • Untersuchungsverfahren:
    • Selbstbeurteilung
    • Fremdbeurteilung
    • Interview
    • Leistungsdiagnostik
    • Felddiagnostik
    • projektive Verfahren
    • inhaltsanalytische Verfahren
  • Konstrukte/Funktionen:
    • z. B. psychologisch: Erleben, Verhalten, Leistung
Q:

Was verstehen Sie unter Datenebenen?

A:
  • Grundkategorien organismischer Variablen 
  • alle Ebenen, auf denen menschliches Erleben und Verhalten stattfindet:
    • biologische/somatische Ebene: Körpervorgänge, die auch mit den Mitteln der Physiologie oder Neurochemie erfassbar sind (z. B. genetische Faktoren, Hautleitfähigkeit, Blutdruck, Herzrate).
    • psychologische Ebene: (z. B. Persönlichkeits- und Leistungsvariablen, Einstellungen, Erfahrungen, Normen und Werte)
    • soziale (interindividuelle) Ebene: (z. B. gesellschaftliche Rahmenbedingungen, Familiensystem)
    • ökologische Ebene: materielle und räumliche Rahmenbedingungen
  • Datenebenen meist eng miteinander verknüpft → alleinige Betrachtung einer Ebene wäre zu starke Vereinfachung
Q:

Was verstehen Sie unter Datenquellen?

A:
  • Informationsgeber 
  • Unterscheidung zwischen Selbst- und Fremdbeurteilung.
  • Selbstbeurteilung: Zielperson (der Patient) gibt direkt Angaben über ihr Befinden und Verhalten ab in Form von
    • Fragebögen
    • Protokollen
    • freier Äußerung
  • Fremdbeurteilung: Einschätzung durch
    • andere beteiligte Personen (häufig der Therapeut, aber auch Bezugspersonen oder unbeteiligte Beobachter)
    • Verhaltensbeobachtung
    • apparative und bildgebende Verfahren (z. B. fMRT, EEG, EKG, Schrittzähler)
    • Verfahren der Leistungs- und Intelligenzdiagnostik
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Q:

Was verstehen Sie unter Untersuchungsverfahren?

A:
  • Selbstbeurteilung in Form von Selbstbeurteilungsfragebögen oder Selbst-Verhaltensbeobachtung
  • Fremdbeurteilung in Form von Fremdbeurteilungsfragebögen oder Fremd-Verhaltensbeobachtungen
  • freie, teil- oder vollstrukturierte Interviews
  • Verfahren der Leistungsdiagnostik
  • Verfahren der Felddiagnostik (Registrierung klinisch relevanter Merkmale unter realen Lebensbedingungen; als Hilfsmittel werden häufig Tagebücher oder auch Computer und andere Geräte genutzt)
  • projektive Verfahren und inhaltsanalytische Verfahren (Auswertung von Texten, die vom Patienten direkt oder z. B. aus Therapiesitzungen stammen und transkribiert wurden)
Q:

Was verstehen Sie unter Konstrukten/Funktionsbereichen?

A:
  • WAS untersuche ich? Elemente innerhalb einzelner Datenebenen
  • keine Leitlinien zur Auswahl von Konstrukten (Orientierung an Relevanz für den einzelnen Patienten und aktuellem Forschungsstand)
  • Für klinische Diagnostik im Rahmen von Psychotherapien hauptsächlich Konstrukte auf psychologischer und sozialer Datenebene relevant
    • psychologische Datenebene:
      • Erleben
      • Verhalten
      • Leistung
      • Affektivität
      • Wohlbefinden
      • Lebensqualität
      • Intelligenz
      • Persönlichkeit
    • soziale Ebene:
      • soziale Unterstützung
      • soziale Anpassung
      • soziale Integration
Q:

Beschreiben Sie den Erstkontakt.

A:
  • zieloffene Exploration im Rahmen eines wenig formalisierten Erstgesprächs
  • Der Patient erzählt frei und uneingeschränkt über seine Probleme und über die von ihm vermuteten Störungsursachen.
  • Behandelnder strukturiert Information und erfragt gezielt relevante Bereiche, wie Soziodemografie, Störungsgenese und Biografie des Patienten:
    • Therapieanlass
    • aktuelle Lebenssituation
    • eigenes Störungsmodell des Patienten
    • äußere Erscheinung 
    • mögliche Auffälligkeiten im Verhalten (als Eindruck des Therapeuten)
    • körperliche Probleme
    • Vorbehandlungen
    • Erwartungen an die Therapie
  • Kontakt hat neben Informationssammlung auch therapeutische Funktion: Er dient dem Beziehungsaufbau und der Motivation des Patienten, daneben beinhaltet er häufig bereits psychoedukative Anteile (Aufklärung von betroffenen Patienten und deren Angehörigen).
  • Eingesetzte Verfahren:
    • unstrukturiertes psychotherapeutisches Interview
    • Fragebögen und Tests, die der Patient zuhause oder in der Praxis ausfüllt.
    • Zur Erfassung der biografischen Anamnese und Entstehungsgeschichte der Störung haben sich Fragebögen zur Lebensgeschichte bewährt.
    • Körperliche Faktoren werden mit einem mitbehandelnden Arzt abgeklärt (für die Aufnahme einer Psychotherapie ist ein medizinischer Konsiliarbericht unerlässlich).
Q:

Beschreiben Sie Verfahren zur Messung interpersonaler Schwierigkeiten und Persönlichkeitsstörungen.

A:
  • SKID-II-Interview: Screening zum Erfassen von Persönlichkeitsstörungen
  • Inventar Interpersonaler Probleme (IIP-D): Erfassen interpersonaler Schwierigkeiten, die in Zusammenhang zu psychischen Störungen stehen und in der Regel auch im Therapieprozess relevant werden
  • Für psychodynamische Therapien Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik (OPD); fünf Achsen:
    • »Krankheitserleben und Behandlungsvoraussetzungen«
    • »Beziehung« (problematisches Beziehungsverhalten aus Perspektive des Patienten und anderer)
    • »Konflikt« (Unterscheidung zwischen sieben überdauernden Konfliktthemen, z. B. Schuld- oder Identitätskonflikt
    • »Struktur« (Verfügbarkeit psychischer Funktionen zur Selbstregulation und zur Gestaltung von Beziehungen)
    • »Psychische und psychosomatische Störungen«
  • dient zur Schwerpunktsetzung und Planung von Therapien sowie zur Veränderungsmessung
Q:

Beschreiben Sie Indikationsentscheidung / Therapieplanung.

A:
  • Entscheidung, welche Methoden zur Herstellung der angestrebten Veränderungen prinzipiell in Frage kommen
  • kurz-, mittel- und langfristige Ziele der Behandlung
  • Klärung von Rahmenbedingungen bezüglich
    • der voraussichtlichen Dauer
    • der Sitzungsfrequenz
    • des geeigneten Settings (Einzel-, Paar-, Familien- oder Gruppentherapie; ambulant vs. (teil-)stationär)
  • Einbeziehen der vorhandenen Ressourcen des Patienten in der Therapie

  • möglichst förderliche Gestaltung der therapeutischen Beziehung

Q:

Beschreiben Sie die Verlaufsdiagnostik.

A:
  • Konzeptes der kontrollierten Praxis: regelmäßiger Einsatz fundierter Diagnostik und deren Bewertung in Bezug auf therapeutische Ziele zu Beginn, während und nach Abschluss einer Behandlung


Therapiebegleitende Diagnostik / Verlaufsdiagnostik


  • kontinuierliche Erhebung von Informationen während einer Behandlung
    • durch Gespräche und / oder
    • Einsatz psychometrischer Instrumente
  • Ziel 1: Wirksamkeit der gewählten Methoden überprüfen (adaptive Indikation)
    • Als adaptive Indikation bezeichnet man Entscheidungen über eine Modifikation der Behandlungsmethoden und -verfahren, die im Therapieprozess fallen und sich an möglichen Veränderungen des Patienten und am Informationszugewinn des Therapeuten orientieren.
  • Ziel 2: ggf. Neustrukturierung des therapeutischen Vorgehens


Verlaufsevaluation


  • Erfassen von Veränderungen in definierten Zielbereichen
  • meist in regelmäßigen Abständen, z. B. alle zehn Sitzungen:
    • Selbstbeurteilungsverfahren zur allgemeinen und störungsspezifischen Belastung 
    • Einsatz von Therapietagebüchern (je nach Problembereich z. B. Angst-, Schmerz-, Schlaf- oder Ernährungstagebücher)
    • Einsatz apparativer Verfahren (z. B. Schrittzähler zur Überprüfung der Aktivitätszunahme) 
    • Vorlage der Zielerreichungsskalierung
    • Verhaltensbeobachtungen (Selbstbeobachtung des Patienten oder Fremdbeobachtung durch den Therapeuten in schwierigen Situationen, in natürlicher Umgebung oder Analogsituationen)


Prozessevaluation


  • Erfassen von verschiedenen Bestandteilen des therapeutischen Prozesses, z. B.
    • Qualität der Therapeut-Patient-Interaktion
    • Selbstöffnung des Patienten
    • Störungen im Prozess
    • Wahrnehmung therapeutischer Wirkfaktoren
  • Abfrage durch kurze Fragebögen zum Ende jeder Sitzung
  • freie Dokumentation zu Therapieinhalten und Prozessvariablen nach Abschluss jeder Sitzung durch den Therapeuten.
  • Immer häufiger: Dokumentation von Therapiesitzungen auf Video
Q:

Was bedeutet differenzielle Indikation?

A:
  • auch selektive Indikation
  • Zuweisung eines Patienten zu
    • einer bestimmten Behandlung
    • einem bestimmten Therapiesetting
    • einem bestimmten Therapeuten
  • auf der Grundlage von Informationen über die Wirksamkeit bestimmter Maßnahmen. 
  • Aufgrund der gesammelten Informationen über einen Patienten, seiner Problematik, Geschichte und Eigenarten werden am Einzelfall orientierte Entscheidungen darüber gefällt, welche Art von Maßnahmen hilfreich und zielführend sind.
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