Klassifikation Psychischer Störungen Bei Erwachsenen an der Private Hochschule Göttingen | Karteikarten & Zusammenfassungen

Lernmaterialien für Klassifikation psychischer Störungen bei Erwachsenen an der Private Hochschule Göttingen

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TESTE DEIN WISSEN

Kennzeichnen Sie die Hauptsymptomatik der Alzheimer-Demenz.

F0 Organische psychologische Störungen

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TESTE DEIN WISSEN
  • gehört zu den organischen psychischen Störungen (biologisch-neurologische Faktoren)
  • Gedächtnisstörungen: Vergessen des früheren Gedächtnisbesitzes sowie Schwierigkeit, neue Inhalte aufzunehmen und zu erlernen (Amnesie)
    • Kurzzeitgedächtnis am stärksten eingeschränkt
  • Einbußen in der Sprachfunktion (Aphasie)

    • Sprachvermögen reduziert sich schrittweise, was sich im Sprachfluss und durch ein vermindertes Vokabular äußert
  • Defizite im Erkennen oder Identifizieren von Objekten (Agnosie)

    • Im fortgeschrittenen Stadium verlernen die Patienten altbekannte Fertigkeiten und erkennen nahestehende Personen und alltägliche Gegenstände nicht mehr wieder.
    • Dazu kommt es zu Verhaltens- und affektiven Symptomen (z. B. unbegründeten Wut- und Gewaltausbrüchen sowie Unruhe, Ruhelosigkeit und Umherwandern).
    • Die innere Selbstreflexionsfähigkeit nimmt im weiteren Verlauf immer mehr ab, nur automatisierte Verhaltensmuster sind am längsten unverändert.
  • Störungen in der zielgerichteten Bewegungsausführung (Apraxie)

    • Unsicherheiten in Feinmotorik bei Tätigkeiten wie Schreiben, Malen oder Ankleiden
  • oft einschneidende Beeinträchtigung im beruflichen, sozialen und familiären Leistungsniveau

  • erhöhte Mortalität

  • schlechte Prognose, kaum Therapiemöglichkeiten

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TESTE DEIN WISSEN

Beschreiben Sie substanzinduzierte Störungen.

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TESTE DEIN WISSEN
  • Einteilung nach dem dominierenden Wirkungsprofil der Substanzen
    • aktivierende Substanzen (z. B. Koffein, Amphetamin, Nikotin und teilweise Kokain)
    • sedierende Substanzen (z. B. Alkohol, Benzodiazepine und teilweise Heroin (kann auch zur nächsten Kategorie gezählt werden)
    • psychotomimetische Substanzen (qualitative Veränderung kognitiver Funktionen, dadurch Entstehen einer künstlichen Psychose – z. B. Ecstasy, LSD, teilweise Heroin, teilweise Kokain)
  • Diagnoseformen: Intoxikation, Entzug, Missbrauch und Abhängigkeit
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TESTE DEIN WISSEN

Beschreiben Sie nicht stoffgebundene Sucht- und Abhängigkeitstörungen.

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TESTE DEIN WISSEN
  • ICD-10: Störungsgruppe »Abnorme Gewohnheiten und Impulskontrollstörungen« im Oberkapitel der »Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen« (F6-Kapitel)
  • Ergänzung: Verhaltenssüchte
    • exzessive Verhaltensweisen, die alle Merkmale einer psychischen Abhängigkeitsstörung aufweisen (z. B. Arbeitssucht, Kaufsucht, pathologisches Spielen (Glücksspielsucht), Sexsucht, Medienabhängigkeiten (z. B. Internetabhängigkeit, Computerspielsucht)
  • 3 Störungen im ICD-10 definiert:
    • pathologisches Glücksspiel
    • pathologische Brandstiftung (Pyromanie) und pathologisches Stehlen (Kleptomanie)
    • Trichotillomanie (pathologisches Haareausreißen)

  • DSM-IV-TR: Kapitel »Störungen der Impulskontrolle, nicht andernorts klassifiziert«
  • Merkmale der Impulskontrollstörung:
    • Versagen, dem Impuls, Trieb oder der Versuchung zu widerstehen
    • Die ausgeführten Handlungen sind für die Person selbst oder andere schädlich.
    • Der Handlung gehen zunehmendes Spannungs- oder Erregungsgefühl voraus.
    • während oder nach der Handlung Erleben von Vergnügen, Befriedigung oder ein Gefühl der Entspannung 
    • später Reue, Selbstvorwürfe oder Schuldgefühle
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Was bedeutet Craving?

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  • unbezwingbares Verlangen
  • Suchtdruck (heftiges Verlangen nach einem Suchtmittel)
  • Symptom bei Abhängigkeitsstörungen und Bulimie
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Beschreiben Sie Kriterien der schizophrenen Psychosen.

F2 Schizophrenie und verwandte Störungen

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TESTE DEIN WISSEN
  • Realitätsverlust (zumindest zeitweise)
  • Symptome Halluzination und Wahn
  • formale Denkstörungen (z. B. Gedankenabreißen, Denkhemmung, inkohärentes Denken)
  • Ich-Störungen (z. B. Gedankenlautwerden, Gedankeneingebung, Gedankenentzug)
  • desorganisierte Sprechweise (z. B. Zerfahrenheit, Sprachverarmung)
  • psychomotorische Veränderungen oder Katatonie (Anspannung von Kopf bis Fuß)
    (z. B. Haltungsstereotypien, Stupor (Starrezustand des ganzen Körpers bei wachem Bewusstsein), Mutismus (Person spricht beharrlich nicht, obwohl sie sprechen kann) und Störungen der Affektivität (z. B. flacher Affekt, auffällige Apathie)
  • allgemeine Kriterien (s. Reflexionsaufgabe 5):
    • (a) ausgeprägte soziale und berufliche Leistungseinbußen
    • (b) Dauer der Symptome: mindestens ein Monat
    • (c) Leistungseinbußen: mindestens sechs Monate
  • Ausschlusskriterien (s. Reflexionsaufgabe 5):
    • keine andere psychotische Störung
    • kein Substanzeinfluss
    • keine anderen medizinischen Krankheitsfaktoren
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TESTE DEIN WISSEN

Nennen Sie Untertypen der Schizophrenie.

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TESTE DEIN WISSEN
  • paranoider Typus mit vorherrschendem Wahn; Beginn später als hebephrener / desorganisierter Typus
  • hebephrener oder desorganisierter Typus mit dominierenden Symptomen der Affektivität (z. B. Affektverflachung, Depressivität) und formalen Denkstörungen (z. B. Gedankenabreißen, Denkhemmung); Beginn zwischen dem 15. und 20. Lebensjahr
  • katatoner Typus mit charakteristischen psychomotorischen Veränderungen 
  • undifferenzierter Typus mit Mischsymptomatik
  • residualer Typus: langanhaltende Residualphase 
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Nehmen Sie zur Ätiologie, Prognose und Therapie Stellung.

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Ätiologie


  • multifaktorielle Verursachung im Sinne eines Vulnerabilitäts-Stress-Modells
  • von besonderer Bedeutung: biologische Faktoren (z. B. Genetik, Neurotransmitter-Imbalance)
  • psychologische Faktoren (z. B. Überstimulierung)
  • soziale Faktoren (z. B. niedriger sozialer Status)


Prognose


  • späterer Beginn
  • gute soziale Kontakte
  • verheiratet sein / in Partnerschaft lebend
  • akuter Krankheitsbeginn 
  • regelmäßige Einnahme von Neuroleptika


Therapie


  • Einsatz von Psychopharmaka: keine vollständige Heilung, sondern Verminderung der Symptomatik, Verlängerung der Remissionsphasen sowie günstige Beeinflussung des Gesamtverlaufes
  • klinisch-psychologische Interventionen:
    • Psychoedukation (Aufklärung bzw. Informationen über die Störung)
    • unterstützendes Begleiten
    • Fertigkeitentrainings in den Residualphasen
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Nehmen Sie zur Aussage Stellung, dass schizophrene Patienten in allen kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigt sind.

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Diese Aussage ist falsch:


  • Nicht alle Patienten mit Schizophrenie haben kognitive Einbußen (siehe z. B. den hochbegabte Mathematiker und Nobelpreisträger John F. Nash (»A Beautiful Mind«))
  • Wenn doch, dann sind nicht alle kognitiven Aspekte betroffen.
  • kognitive Funktionstüchtigkeit bei 20 bis 25% der Betroffenen intakt
  • Indizien, dass
    • das Arbeitsgedächtnis
    • das episodische Gedächtnis
    • die Prozessgeschwindigkeit
    • das globale verbale und auditorische Gedächtnis sowie
    • das Gedächtnis allgemein betroffen sind
  • signifikante, jedoch moderate Assoziation zwischen der Schwere der kognitiven Symptomatik und der Negativsymptomatik
  • Demnach beeinflussen neurokognitive Funktionen (nicht aber Positivsymptome) die Lebensgestaltung (»everydayfunctioning«), d. h. die Kapazität und der Status des »Funktionierens« sind stärker von kognitiven Leistungen als von psychopathologischen Symptomen abhängig.
  • empirische Evidenz, dass sich das Üben basaler perzeptiver und kognitiver Fähigkeiten sowie das Training komplexerer Aufgaben (z.B. verbale Kommunikation und interpersonelles Problemlösen) bei den Betroffenen durchwegs positiv auswirken kann.
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Wie grenzt man die Syndrome Manie und Hypomanie voneinander ab?

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  • Schweregrad: Hypomanie ist eine mildere, abgeschwächte Form der Manie, im Vergleich zur Manie weniger stark ausgeprägt und einschränkend
  • Zeitkriterium:
    • manische Episode: Symptome über eine Woche
    • Hypomanie: anhaltende leicht gehobene Stimmung, gesteigerter Antrieb und Aktivität sowie auffallendes Gefühl von Wohlbefinden und gesteigerter Leistungsfähigkeit während mindestens vier Tage
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Beschreiben Sie Verlauf, Prognose, Ätiologie und Therapie der bipolaren Störung.

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Prognose


  • Häufigkeit und Dauer der einzelnen Episoden sehr unterschiedlich
  • manische Phasen meist etwas kürzer als depressive Episoden
  • Intervalle zwischen den Episoden im Langzeitverlauf kürzer 
  • mit zunehmendem Lebensalter häufiger länger dauernde depressive Phasen 
  • bis zu 40 % der Betroffenen erreichen ihr ursprüngliches Funktionsniveau nach manischen oder depressiven Phasen nicht mehr.
  • 40 % der Betroffenen haben einen günstigen psychosozialen Verlauf und können ihr soziales Umfeld bzw. ihre Position in der Gesellschaft erhalten.
  • Wie bei der schizophrenen Psychose werden auch bei bipolaren Störungen anhaltende Symptome wie Konzentrationsschwäche oder gesteigerte Müdigkeit als Residualsymptome bezeichnet.


Prognose


  • jahrzehntelange Verläufe
  • erhöhte Suizidalität (ca. 25 bis 50 % aller Erkrankten unternehmen mindestens einen Suizidversuch, wobei sich etwa 15 bis 30 % der Patienten suizidieren)


Ätiologie


  • multifaktorieller Prozess im Sinne eines Vulnerabilitäts-Stress-Modells
  • biologisch-genetische Faktoren ausschlaggebend
  • psychologische Faktoren kommen hinzu (z. B. unregelmäßiger Tag-/Nacht Rhythmus)
  • soziale Faktoren


Therapie


  • Psychopharmaka (Stimmungsstabilisatoren oder Phasenprophylaktika)
  • klinisch-psychologisch: Unterstützung der Compliance (Patientenkooperation) in Bezug auf die Medikamenteneinnahme und Lebensstilanpassungen
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Was ist eine zyklothyme Störung?

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TESTE DEIN WISSEN
  • ähnelt bipolarer Störung
  • jedoch stark abgeschwächte Symptomatik: Perioden leichter Depression wechseln sich mit Episoden leicht gehobener Stimmung ab
  • Beginn im frühen Erwachsenenalter, dann meist chronisch, wobei zwischendurch die Stimmung über Monate stabil bleiben kann
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TESTE DEIN WISSEN

Nennen und erläutern Sie die Kriterien für die Einteilung von Gruppen psychischer Störungen.

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TESTE DEIN WISSEN
  • vorhandene Akzeptanz bei Experten (face validity)
  • ähnliche Symptommuster
  • ähnliche Ätiologie und ähnlicher Verlauf
  • ähnliche Prognose und therapeutische Ansprechbarkeit


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Q:

Kennzeichnen Sie die Hauptsymptomatik der Alzheimer-Demenz.

F0 Organische psychologische Störungen

A:
  • gehört zu den organischen psychischen Störungen (biologisch-neurologische Faktoren)
  • Gedächtnisstörungen: Vergessen des früheren Gedächtnisbesitzes sowie Schwierigkeit, neue Inhalte aufzunehmen und zu erlernen (Amnesie)
    • Kurzzeitgedächtnis am stärksten eingeschränkt
  • Einbußen in der Sprachfunktion (Aphasie)

    • Sprachvermögen reduziert sich schrittweise, was sich im Sprachfluss und durch ein vermindertes Vokabular äußert
  • Defizite im Erkennen oder Identifizieren von Objekten (Agnosie)

    • Im fortgeschrittenen Stadium verlernen die Patienten altbekannte Fertigkeiten und erkennen nahestehende Personen und alltägliche Gegenstände nicht mehr wieder.
    • Dazu kommt es zu Verhaltens- und affektiven Symptomen (z. B. unbegründeten Wut- und Gewaltausbrüchen sowie Unruhe, Ruhelosigkeit und Umherwandern).
    • Die innere Selbstreflexionsfähigkeit nimmt im weiteren Verlauf immer mehr ab, nur automatisierte Verhaltensmuster sind am längsten unverändert.
  • Störungen in der zielgerichteten Bewegungsausführung (Apraxie)

    • Unsicherheiten in Feinmotorik bei Tätigkeiten wie Schreiben, Malen oder Ankleiden
  • oft einschneidende Beeinträchtigung im beruflichen, sozialen und familiären Leistungsniveau

  • erhöhte Mortalität

  • schlechte Prognose, kaum Therapiemöglichkeiten

Q:

Beschreiben Sie substanzinduzierte Störungen.

A:
  • Einteilung nach dem dominierenden Wirkungsprofil der Substanzen
    • aktivierende Substanzen (z. B. Koffein, Amphetamin, Nikotin und teilweise Kokain)
    • sedierende Substanzen (z. B. Alkohol, Benzodiazepine und teilweise Heroin (kann auch zur nächsten Kategorie gezählt werden)
    • psychotomimetische Substanzen (qualitative Veränderung kognitiver Funktionen, dadurch Entstehen einer künstlichen Psychose – z. B. Ecstasy, LSD, teilweise Heroin, teilweise Kokain)
  • Diagnoseformen: Intoxikation, Entzug, Missbrauch und Abhängigkeit
Q:

Beschreiben Sie nicht stoffgebundene Sucht- und Abhängigkeitstörungen.

A:
  • ICD-10: Störungsgruppe »Abnorme Gewohnheiten und Impulskontrollstörungen« im Oberkapitel der »Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen« (F6-Kapitel)
  • Ergänzung: Verhaltenssüchte
    • exzessive Verhaltensweisen, die alle Merkmale einer psychischen Abhängigkeitsstörung aufweisen (z. B. Arbeitssucht, Kaufsucht, pathologisches Spielen (Glücksspielsucht), Sexsucht, Medienabhängigkeiten (z. B. Internetabhängigkeit, Computerspielsucht)
  • 3 Störungen im ICD-10 definiert:
    • pathologisches Glücksspiel
    • pathologische Brandstiftung (Pyromanie) und pathologisches Stehlen (Kleptomanie)
    • Trichotillomanie (pathologisches Haareausreißen)

  • DSM-IV-TR: Kapitel »Störungen der Impulskontrolle, nicht andernorts klassifiziert«
  • Merkmale der Impulskontrollstörung:
    • Versagen, dem Impuls, Trieb oder der Versuchung zu widerstehen
    • Die ausgeführten Handlungen sind für die Person selbst oder andere schädlich.
    • Der Handlung gehen zunehmendes Spannungs- oder Erregungsgefühl voraus.
    • während oder nach der Handlung Erleben von Vergnügen, Befriedigung oder ein Gefühl der Entspannung 
    • später Reue, Selbstvorwürfe oder Schuldgefühle
Q:

Was bedeutet Craving?

A:
  • unbezwingbares Verlangen
  • Suchtdruck (heftiges Verlangen nach einem Suchtmittel)
  • Symptom bei Abhängigkeitsstörungen und Bulimie
Q:

Beschreiben Sie Kriterien der schizophrenen Psychosen.

F2 Schizophrenie und verwandte Störungen

A:
  • Realitätsverlust (zumindest zeitweise)
  • Symptome Halluzination und Wahn
  • formale Denkstörungen (z. B. Gedankenabreißen, Denkhemmung, inkohärentes Denken)
  • Ich-Störungen (z. B. Gedankenlautwerden, Gedankeneingebung, Gedankenentzug)
  • desorganisierte Sprechweise (z. B. Zerfahrenheit, Sprachverarmung)
  • psychomotorische Veränderungen oder Katatonie (Anspannung von Kopf bis Fuß)
    (z. B. Haltungsstereotypien, Stupor (Starrezustand des ganzen Körpers bei wachem Bewusstsein), Mutismus (Person spricht beharrlich nicht, obwohl sie sprechen kann) und Störungen der Affektivität (z. B. flacher Affekt, auffällige Apathie)
  • allgemeine Kriterien (s. Reflexionsaufgabe 5):
    • (a) ausgeprägte soziale und berufliche Leistungseinbußen
    • (b) Dauer der Symptome: mindestens ein Monat
    • (c) Leistungseinbußen: mindestens sechs Monate
  • Ausschlusskriterien (s. Reflexionsaufgabe 5):
    • keine andere psychotische Störung
    • kein Substanzeinfluss
    • keine anderen medizinischen Krankheitsfaktoren
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Q:

Nennen Sie Untertypen der Schizophrenie.

A:
  • paranoider Typus mit vorherrschendem Wahn; Beginn später als hebephrener / desorganisierter Typus
  • hebephrener oder desorganisierter Typus mit dominierenden Symptomen der Affektivität (z. B. Affektverflachung, Depressivität) und formalen Denkstörungen (z. B. Gedankenabreißen, Denkhemmung); Beginn zwischen dem 15. und 20. Lebensjahr
  • katatoner Typus mit charakteristischen psychomotorischen Veränderungen 
  • undifferenzierter Typus mit Mischsymptomatik
  • residualer Typus: langanhaltende Residualphase 
Q:

Nehmen Sie zur Ätiologie, Prognose und Therapie Stellung.

A:

Ätiologie


  • multifaktorielle Verursachung im Sinne eines Vulnerabilitäts-Stress-Modells
  • von besonderer Bedeutung: biologische Faktoren (z. B. Genetik, Neurotransmitter-Imbalance)
  • psychologische Faktoren (z. B. Überstimulierung)
  • soziale Faktoren (z. B. niedriger sozialer Status)


Prognose


  • späterer Beginn
  • gute soziale Kontakte
  • verheiratet sein / in Partnerschaft lebend
  • akuter Krankheitsbeginn 
  • regelmäßige Einnahme von Neuroleptika


Therapie


  • Einsatz von Psychopharmaka: keine vollständige Heilung, sondern Verminderung der Symptomatik, Verlängerung der Remissionsphasen sowie günstige Beeinflussung des Gesamtverlaufes
  • klinisch-psychologische Interventionen:
    • Psychoedukation (Aufklärung bzw. Informationen über die Störung)
    • unterstützendes Begleiten
    • Fertigkeitentrainings in den Residualphasen
Q:

Nehmen Sie zur Aussage Stellung, dass schizophrene Patienten in allen kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigt sind.

A:

Diese Aussage ist falsch:


  • Nicht alle Patienten mit Schizophrenie haben kognitive Einbußen (siehe z. B. den hochbegabte Mathematiker und Nobelpreisträger John F. Nash (»A Beautiful Mind«))
  • Wenn doch, dann sind nicht alle kognitiven Aspekte betroffen.
  • kognitive Funktionstüchtigkeit bei 20 bis 25% der Betroffenen intakt
  • Indizien, dass
    • das Arbeitsgedächtnis
    • das episodische Gedächtnis
    • die Prozessgeschwindigkeit
    • das globale verbale und auditorische Gedächtnis sowie
    • das Gedächtnis allgemein betroffen sind
  • signifikante, jedoch moderate Assoziation zwischen der Schwere der kognitiven Symptomatik und der Negativsymptomatik
  • Demnach beeinflussen neurokognitive Funktionen (nicht aber Positivsymptome) die Lebensgestaltung (»everydayfunctioning«), d. h. die Kapazität und der Status des »Funktionierens« sind stärker von kognitiven Leistungen als von psychopathologischen Symptomen abhängig.
  • empirische Evidenz, dass sich das Üben basaler perzeptiver und kognitiver Fähigkeiten sowie das Training komplexerer Aufgaben (z.B. verbale Kommunikation und interpersonelles Problemlösen) bei den Betroffenen durchwegs positiv auswirken kann.
Q:

Wie grenzt man die Syndrome Manie und Hypomanie voneinander ab?

A:
  • Schweregrad: Hypomanie ist eine mildere, abgeschwächte Form der Manie, im Vergleich zur Manie weniger stark ausgeprägt und einschränkend
  • Zeitkriterium:
    • manische Episode: Symptome über eine Woche
    • Hypomanie: anhaltende leicht gehobene Stimmung, gesteigerter Antrieb und Aktivität sowie auffallendes Gefühl von Wohlbefinden und gesteigerter Leistungsfähigkeit während mindestens vier Tage
Q:

Beschreiben Sie Verlauf, Prognose, Ätiologie und Therapie der bipolaren Störung.

A:

Prognose


  • Häufigkeit und Dauer der einzelnen Episoden sehr unterschiedlich
  • manische Phasen meist etwas kürzer als depressive Episoden
  • Intervalle zwischen den Episoden im Langzeitverlauf kürzer 
  • mit zunehmendem Lebensalter häufiger länger dauernde depressive Phasen 
  • bis zu 40 % der Betroffenen erreichen ihr ursprüngliches Funktionsniveau nach manischen oder depressiven Phasen nicht mehr.
  • 40 % der Betroffenen haben einen günstigen psychosozialen Verlauf und können ihr soziales Umfeld bzw. ihre Position in der Gesellschaft erhalten.
  • Wie bei der schizophrenen Psychose werden auch bei bipolaren Störungen anhaltende Symptome wie Konzentrationsschwäche oder gesteigerte Müdigkeit als Residualsymptome bezeichnet.


Prognose


  • jahrzehntelange Verläufe
  • erhöhte Suizidalität (ca. 25 bis 50 % aller Erkrankten unternehmen mindestens einen Suizidversuch, wobei sich etwa 15 bis 30 % der Patienten suizidieren)


Ätiologie


  • multifaktorieller Prozess im Sinne eines Vulnerabilitäts-Stress-Modells
  • biologisch-genetische Faktoren ausschlaggebend
  • psychologische Faktoren kommen hinzu (z. B. unregelmäßiger Tag-/Nacht Rhythmus)
  • soziale Faktoren


Therapie


  • Psychopharmaka (Stimmungsstabilisatoren oder Phasenprophylaktika)
  • klinisch-psychologisch: Unterstützung der Compliance (Patientenkooperation) in Bezug auf die Medikamenteneinnahme und Lebensstilanpassungen
Q:

Was ist eine zyklothyme Störung?

A:
  • ähnelt bipolarer Störung
  • jedoch stark abgeschwächte Symptomatik: Perioden leichter Depression wechseln sich mit Episoden leicht gehobener Stimmung ab
  • Beginn im frühen Erwachsenenalter, dann meist chronisch, wobei zwischendurch die Stimmung über Monate stabil bleiben kann
Q:

Nennen und erläutern Sie die Kriterien für die Einteilung von Gruppen psychischer Störungen.

A:
  • vorhandene Akzeptanz bei Experten (face validity)
  • ähnliche Symptommuster
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