Gesundheitspsychologie Aufbau an der Private Hochschule Göttingen | Karteikarten & Zusammenfassungen

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TESTE DEIN WISSEN

Nennen Sie Gründe, warum die Abgrenzung von gesund und krank problematisch ist am Beispiel: Klassifikationssysteme für
psychische Störungen

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN
  1. Fehlen eindeutiger Definitionen → ICD-10 liefert Klassifikation aber keine eindeutige Definition: Gesund / Krank
  2. Technische Grenzen der Diagnostik und Therapie → Technisch nicht erfassbare Störungsbilder sind befundlos (ADHS)
  3. Befund und Befinden - Diskrepanz → Psychosomatische Patienten Erleben sich als sehr krank
  4. Normabweichungen ohne Krankheitswert (Krankheiten liegen Normwerte zu Grunde) → Von der statistischen Norm
    abweichende Werte müssen aber keinen Krankheitswert haben → Leichte, rezidive depressive Phasen
  5. Kulturgebundenheit der Beurteilung → „Frigrophobie“ (Angst vor Kälte) in China gibt es in DE nicht
  6. Fit / Funktionalität der Störungen → Asperger → Im Schulkontext schwierig → Im passenden Job (Programmierer)
    erwünscht → Neurodiversität
  7. Pharma - Lobbyismus → Interessengeleitete Definitionsmacht → Interesse Krankheiten zu „konstruieren“ → Medikalisierung (ADHS)
    Medikalisierung (ADHS)
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TESTE DEIN WISSEN

Zwei Studenten schreiben demnächst eine Prüfung. Beide erleben Distress. Einer
schreibt trotzdem mit schlechtem Gefühl die Klausur, einer meldet sich krank. Erklären Sie an diesem Beispiel das Konzept
der Coping-Strategien

Lösung anzeigen
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Eu-Stress :

  • Appraisal Phase 1 als Relevanter Stressor identifiziert, der aktuelle Bewältigungsmöglichkeiten Überfordert → Nicht genug für Klausur gelernt → Diss-Stress
  • Weitere Einschätzung: Positive Herausforderung → Relevant für pos. berufl. Zukunft → Wird zu Eu-Stress
  • Appraisal Phase 2 → Abschätzung der Ressourcen → SWE, Herausforderung → Dem Stress begegnen
  • Instrumentelles Coping → Problemlösungsorientiert


Diss-Stress:

  • Appraisal Phase 1 als Relevanter Stressor identifiziert, der aktuelle Bewältigungsmöglichkeiten Überfordert → Nicht genug für Klausur gelernt → Diss-Stress
  • Weitere Einschätzung: Beeinträchtigung droht → Schlechte Note → Bleibt Diss-Stress
  • Appraisal Phase 2 → Abschätzung der Ressourcen → Mangelnde SWE → Aufgeben → Dem Stress entgehen
  • Emotionales Coping → Abfindungsprozess → Keine Problemlösung


Nach einer Neubewertung eines weiteren Klausurtermins (Nachschreiben), kann sich die Bewertung ändern in Eu-Stress

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Definition Psychische Störung

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Psychische Störungen sind Beeinträchtigungen der normalen Funktionsfähigkeit menschlichen Erlebens und Verhaltens, die sich in emotionalen, kognitiven, behavioralen, interpersonalen und/oder körperlichen
Beeinträchtigungen äußern und die von der jeweiligen Person nicht oder nur begrenzt beeinflussbar sind


Für die Diagnose maßgebend: Das abweichende Verhalten ist nicht nur kurzfristig und keine verständliche Reaktion auf ein bestimmtes Ereignis (z.B. Trauer nach dem Tod eines geliebten Menschen oder grenzenlose Erschöpfung nach
einer anstrengenden Examensphase)


Früher wurde von psychischer Krankheit gesprochen → Heute psychische Störung (= Deskriptiver und weniger
wertend) - sowohl Krankheit als auch Störung bezeichenen bezeichnen einen Zustand diagnostizierter Abweichung

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Klassifizierung der psychischen Störungen.

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Gruppierung und Beschreibung von psychischen Störungen erfolgt in Klassifikationssystemen – am häufigsten ICD-10
(vorrangig im klinischen Bereich) und DSM-5 (psychologische und psychiatrische Forschung)

  • DSM: 
    • Anspruch, möglichst beschreibende, wertneutrale Diagnostik zu ermöglichen
    • Störungen werden auf fünf Dimensionen (Achsen) checklistenmäßig nach Vorkommen und Frequenz diagnostiziert
    • Erfasst werden körperliche und psychische Auffälligkeiten und auf Achse IV auch die Berücksichtigung von schweren psychosozialen Belastungsfaktoren


Klassifikatorische Diagnostik:

  • in klinischer Psychologie übliche Form
  • Vorteile: 
    • sinnvolle Zuordnung von präventiven und therapeutischen Maßnahmen einschließlich Beachtung der Kontraindikationen
    • wissenschaftliche Erforschung psychischer Störungen
    • Versicherungsrechtliche, juristische und sozialverwaltungsbezogene Regelungen mit Diagnosen als Steuereinheiten
    • Qualitätssicherung
    • Aber: Etikettierungsproblem


Dimensionale DIagnostik:

  • beobachtete Phänomene können auf Kontinuum angeordnet werden, das durch bestimmte Dimensionen gekennzeichnet ist.
  • Feststellbare Unterschiede sind demnach quantitativer Natur (z.B. gering, moderat, hohe Ausprägung)
  • Vorteil/Anwendung:
    • Bei Fragebögen für Depressivität, Ängstlichkeit, Impulsivität, oder die generelle psychische Belastung
    • Einschätzung von weiteren Dimensionen der klassifikatorischen Diagnostik, etwa für Achsen IV und V des DSM (Schwere der psychosozialen Belastungsfaktoren und Niveau der sozialen Anpassung im letzten Jahr)


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Vor- und Nachteile für die Behandlung der Patienten mit psychischen Störungen

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Vorteile:

  • Psychotherapeutengesetz von 1999 bindet die psychotherapeutische Versorgung in das bestehende System
    medizinisch-heilkundlicher Institutionen und Finanzierungsmöglichkeiten ein → Mit der Akzeptanz dieser medizinischen Sichtweise gelang der so lange ersehnte Einzug in die Gilde der Heilkundigen
  • Überantwortung psychisch abweichender oder leidender Personen zum medizinischen System - Schutz und die
    Versorgung, die körperlich Erkrankten in unserem Sozialsystem zustehen
  • Komplexitätsreduktion und leichtere Kommunikation (Ämter, Juristen, Mediziner, Gutachter)
  • Konkrete Handlungsanweisung → Konkrete Nomenklatur → ICD-10
  • Nachvollziehbarkeit (Qualitätssicherung)



Nachteile:

  • Fehlende Beschreibung der psychisch gesunden Person: Es ist unklar, auf welches Menschenbild hin Patienten therapiert werden → Mehr als 50 verschiedene Beschreibungen des Idealtypus
  • Medizinischer Befund benötigt, um psychische Behandlung zu erhalten
  • Bestimmte Leiden finden keine Bedeutung → Traumatische Trauer um Haustier
  • Modekrankheiten → Kreation von Krankheitsdiagnosen → Durch die Pharmabranche → Burn-Out
  • Fehlzuordnung + Stigmatisierung
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Erklären Sie die Begriffe “diesease”, “illness” und “sickness”

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  • «Disease» → Die Krankheit als Befund
    • Objektivierbare Abweichung von einem als normal definierten Zustand oder
      einer Funktionsweise.
  • «Illness» → Das Sich-krank-Fühlen
    • Subjektive Ebene 
  • «Sickness» → Krankheit als Rolle
    • Soziale Ebene → Welche sozialen Veränderungen sich für eine Person aus ihrem
      Kranksein ergeben und welche gesellschaftlichen Ressourcen ihr in dieser Situation zur Verfügung gestellt werden
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Erklären Sie die Begriffe Impairment, Disability und Handicap

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Impairment: 

  • Schädigung von biologischen und/oder psychischen Strukturen und Funktionen des menschlichen
    Organismus;
  • angeboren oder erworben (z.B. Schädigung der Netzhaut)

Disability

  • Durch Schädigung bedingte funktionelle Einschränkungen und Funktionsstörungen (z.B. Klaustrophobie)

Handicap

  • Durch Schädigung 
  • Sozialen Beeinträchtigungen und Benachteiligungen, die sich im privaten, beruflichen und gesellschaftlichen Leben ergeben können (z.B. Kein Arbeiten in beengten Räumen)
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Dichotomes Konzept

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= Gesundheit und Krankheit als 2 voneinander unabhängige Zustände, die sich gegenseitig ausschließen und nicht

gleichzeitig vorhanden sein können → Bio-medizinischen Krankheitsmodell

  • Wenn ärztlicherseits eine Krankheit festgestellt, dann ist Person so lange krank, bis Krankschreibung abgelaufen → Gesundschreibung gibt es nicht
  • Dichotome Konzepte eignen sich hervorragend für Krankheitsbilder wie Infektionskrankheiten → Eindeutige Symptome, Normwerte


NACHTEILE:

  • Wenig tauglich für psych. Störungen, wegen Grundannahme Dichotomer Konzepte, dass psychosomatisch kranker Mensch automatisch gesund wird, wenn die Krankheit verschwindet → Rezidive, depressive Phase →Widerspricht psychotherapeutischer Erfahrung, dass nach „wegtherapieren“ nicht unbedingt psych. Gesundheit, entsteht → Spontanerholung nach Konfrontationstherapie
  • Psych. Störungen entwickeln sich häufig als Lösungsversuch, denen sich jemand nicht gewachsen fühlt, für die er kein Verhaltensrepertoire zur Verfügung hat, z.B. Angststörung wird nicht durch Krankschreiben für eine best. Zeit geheilt, sondern durch konkrete Lösung in Form von therapeutisch angeleiteter „Exposition“
  • Person muss erst gesundes Verhalten lernen, damit sie dauerhaft ohne Angst leben kann
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Bipolares Konzept

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Gesundheit und Krankheit als Pole eines Kontinuums, auf dem man sich mehr in die eine oder in die andere Richtung

bewegen kann → Kontinuumsmodelle → Salutogenese → HeDe (Health-ease Dis-ease) Kontinuum (Auch DSM)

  • Menschen sind nicht entweder gesund oder krank, sondern immer mehr oder weniger beides
  • Gesundheit und Krankheit somit als abhängige Faktoren konzipiert, die mehrdimensional sind → Position einer Person auf dem Kontinuum nicht durch ein Merkmal definiert, sondern Merkmale auf verschiedenen Dimensionen, z.B. medizinischer Befund, Prognose, Therapiemöglichkeit, Funktionseinschränkung, empfundener Schmerz oder Ausmaß der subjektiv erlebten Beeinträchtigung
  • Je mehr Dimensionen, umso differenziertere Aussagen des Gesundheitszustandes


Nachteil:

  • Gesundheit und Krankheit gleichsam als eine gemeinsame Menge aufgefasst
  • ein Mehr des einen bedeutet automatisch ein Weniger des Anderen
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Orthogonale Konzepte

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Biopsychosoziales Modell:

Gesundheit und Krankheit als unabhängige Faktoren, so dass Menschen gesunde und kranke Anteile haben können, die

gleichzeitig vorhanden sein können → Vermeidung der Nachteile bipolarer Modelle

  • Orthogonale Modelle eignen sich gut, um Ausmaß der Übereinstimmung von objektiven und subjektiven Parametern von Gesundheit und Krankheit, also dem Befund und dem Befinden, zu verdeutlichen
  1. Manche Menschen fühlen sich krank, aber objektiv kein Befund: Somatoforme Störung
  2. Manche Menschen fühlen sich gesund, haben aber nach medizinischen Kriterien eine Krankheit, z.B. Krebs im Frühstadien, Bluthochdruck oder Aneurysma
  3. Funktionell gesund: Abweichende Befunde, aber dennoch gesundes Empfinden und in keiner Weise eingeschränkt → Eine Niere
  • Der durch die beiden Parameter aufgespannte Quadrant wird durch eine Diagonale aufgeteilt – ein Feld für Gesundheit, eines für Krankheit
  • Je nachdem wie viel Raum eine Person im einen oder anderen Feld einnimmt, umso größer ist der Gesamtzustand durch Gesundheit oder Krankheit bestimmt
  • Nach „Unabhängigkeitsmodell“ nach Lutz und Mark (1995) gibt es gesunderhaltene (z.B. individuelle und gesellschaftliche Ressourcen, entlastende Lebensbedingungen, Widerstandsquellen, positive Lebensereignisse, individuelle Eigenschaften & Verhaltensweisen) und krankmachende Faktoren (z.B. Noxen, Belastungen, schlechte Lebensbedingungen, körperliche Einschränkungen)
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Eu-Stress und Dis-Stress als Reaktion in interaktiver Theorie von Lazarus

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  • Theorie von Lazarus:
    Menschen reagieren nicht uniform auf Stress → Individuelle, kognitive und emotionale Variablen beeinflussen den
    Umgang mit Stress
    • Stress --> Appraisal (kognitive Bewertung) und Coping (Bewältigung)
    • Stress ist nur das, was von einer Person als solcher bewertet wird
    • Modell des Stressverarbeitung ist transaktional (Mensch & Umwelt)
    • Stress = Beziehung mit Umwelt, die in Hinblick auf Wohlergehen als bedeutsam bewertet wird und gleichzeitig die Bewältigungsmöglichkeiten des Individuums beanspruchen oder überfordern
    • Jede Situation kann einen Stressor darstellen
    • Unsicherheit über Bewältigungsmöglichkeiten ist entscheidend dafür, ob Reiz als Stressor erlebt wird


  • Apraisal: 2-phasiger Prozess, in dem die Person prüft, welche Bedeutung der Reiz für sie hat
    • 1. Phase: Person überprüft Reiz im Hinblick auf ihr Wohlergehen (irrelevant/positiv bewertet/negativ bewertet)
    • 2. Phase: Abschätzung der Ressourcen / Bewältigungsmöglichkeiten --> Coping (nur bei negativem Reiz relevant)
    • Dis-Stress, wenn Reiz negativ ist und Bewältigungsmöglichkeiten überfordert (Beeinträchtigung droht)
    • Eu-Stress, wenn es sich um eine positive Herausforderung handelt (stresshaft, aber lohnend, "Challenge")


  • Eu-Stress wird als Herausforderung verstanden, motiviert, regt an, führt zur Handlung
  • Dis-Stress ruft Angst, Verunsicherung hervor, führt zu Ausweichen, Flucht, Blockierung


  • Instrumentelles Coping --> Anstrengungen, die auf Veränderung der Situation / Bewältigung abzielen
  • Emotionsbezogenes Coping --> keine Problemlösung, defensive Strategie, Abfindungsprozess
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Diathese-Stress-Modell = Vulnerabilitäts-Stress-Modell

Lösung anzeigen
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Krankheit als Ergebnis einer Wechselwirkung zwischen einer Person und äußeren Belastungsfaktoren


  1. Diathese: Alle Faktoren einer Person, die sie für eine bestimmte Krankheit besonders anfällig machen- anlagebedingt oder
    erworben
  2. Bedingt durch Anlagefaktoren und pränatal, sowie perinatal (Kurz vor/nach Geburt), frühe Erkrankungen, Traumata
  3. Gewisse Veranlagung kann vorliegen, die jedoch ruhig schlummert, solange keine besonderen Belastungen vorliegen
  4. Erst durch äußere Belastungsfaktoren aktiviert
  5. Als auslösende Faktoren kommen alle Faktoren in Betracht, die für die betreffende Person einen Stressor darstellen
  6. Psychische Störungen manifestieren sich, wenn belastende Ereignisse die Bewältigungsressourcen einer Person mit einer
    gewissen Vulnerabilität überfordern
  7. Breite Anwendung in der Schizophrenieforschung
  • Erkrankungskonkordanz bei monozygoten Zwillingen nicht 100%
  • Genetische, neuronale und endokrine Faktoren gefunden, die als Diathese-Faktoren das Auftreten einer Schizophrenie begünstigen können
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  • 20885 Karteikarten
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  • 5 Lernmaterialien

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Q:

Nennen Sie Gründe, warum die Abgrenzung von gesund und krank problematisch ist am Beispiel: Klassifikationssysteme für
psychische Störungen

A:
  1. Fehlen eindeutiger Definitionen → ICD-10 liefert Klassifikation aber keine eindeutige Definition: Gesund / Krank
  2. Technische Grenzen der Diagnostik und Therapie → Technisch nicht erfassbare Störungsbilder sind befundlos (ADHS)
  3. Befund und Befinden - Diskrepanz → Psychosomatische Patienten Erleben sich als sehr krank
  4. Normabweichungen ohne Krankheitswert (Krankheiten liegen Normwerte zu Grunde) → Von der statistischen Norm
    abweichende Werte müssen aber keinen Krankheitswert haben → Leichte, rezidive depressive Phasen
  5. Kulturgebundenheit der Beurteilung → „Frigrophobie“ (Angst vor Kälte) in China gibt es in DE nicht
  6. Fit / Funktionalität der Störungen → Asperger → Im Schulkontext schwierig → Im passenden Job (Programmierer)
    erwünscht → Neurodiversität
  7. Pharma - Lobbyismus → Interessengeleitete Definitionsmacht → Interesse Krankheiten zu „konstruieren“ → Medikalisierung (ADHS)
    Medikalisierung (ADHS)
Q:

Zwei Studenten schreiben demnächst eine Prüfung. Beide erleben Distress. Einer
schreibt trotzdem mit schlechtem Gefühl die Klausur, einer meldet sich krank. Erklären Sie an diesem Beispiel das Konzept
der Coping-Strategien

A:

Eu-Stress :

  • Appraisal Phase 1 als Relevanter Stressor identifiziert, der aktuelle Bewältigungsmöglichkeiten Überfordert → Nicht genug für Klausur gelernt → Diss-Stress
  • Weitere Einschätzung: Positive Herausforderung → Relevant für pos. berufl. Zukunft → Wird zu Eu-Stress
  • Appraisal Phase 2 → Abschätzung der Ressourcen → SWE, Herausforderung → Dem Stress begegnen
  • Instrumentelles Coping → Problemlösungsorientiert


Diss-Stress:

  • Appraisal Phase 1 als Relevanter Stressor identifiziert, der aktuelle Bewältigungsmöglichkeiten Überfordert → Nicht genug für Klausur gelernt → Diss-Stress
  • Weitere Einschätzung: Beeinträchtigung droht → Schlechte Note → Bleibt Diss-Stress
  • Appraisal Phase 2 → Abschätzung der Ressourcen → Mangelnde SWE → Aufgeben → Dem Stress entgehen
  • Emotionales Coping → Abfindungsprozess → Keine Problemlösung


Nach einer Neubewertung eines weiteren Klausurtermins (Nachschreiben), kann sich die Bewertung ändern in Eu-Stress

Q:

Definition Psychische Störung

A:

Psychische Störungen sind Beeinträchtigungen der normalen Funktionsfähigkeit menschlichen Erlebens und Verhaltens, die sich in emotionalen, kognitiven, behavioralen, interpersonalen und/oder körperlichen
Beeinträchtigungen äußern und die von der jeweiligen Person nicht oder nur begrenzt beeinflussbar sind


Für die Diagnose maßgebend: Das abweichende Verhalten ist nicht nur kurzfristig und keine verständliche Reaktion auf ein bestimmtes Ereignis (z.B. Trauer nach dem Tod eines geliebten Menschen oder grenzenlose Erschöpfung nach
einer anstrengenden Examensphase)


Früher wurde von psychischer Krankheit gesprochen → Heute psychische Störung (= Deskriptiver und weniger
wertend) - sowohl Krankheit als auch Störung bezeichenen bezeichnen einen Zustand diagnostizierter Abweichung

Q:

Klassifizierung der psychischen Störungen.

A:

Gruppierung und Beschreibung von psychischen Störungen erfolgt in Klassifikationssystemen – am häufigsten ICD-10
(vorrangig im klinischen Bereich) und DSM-5 (psychologische und psychiatrische Forschung)

  • DSM: 
    • Anspruch, möglichst beschreibende, wertneutrale Diagnostik zu ermöglichen
    • Störungen werden auf fünf Dimensionen (Achsen) checklistenmäßig nach Vorkommen und Frequenz diagnostiziert
    • Erfasst werden körperliche und psychische Auffälligkeiten und auf Achse IV auch die Berücksichtigung von schweren psychosozialen Belastungsfaktoren


Klassifikatorische Diagnostik:

  • in klinischer Psychologie übliche Form
  • Vorteile: 
    • sinnvolle Zuordnung von präventiven und therapeutischen Maßnahmen einschließlich Beachtung der Kontraindikationen
    • wissenschaftliche Erforschung psychischer Störungen
    • Versicherungsrechtliche, juristische und sozialverwaltungsbezogene Regelungen mit Diagnosen als Steuereinheiten
    • Qualitätssicherung
    • Aber: Etikettierungsproblem


Dimensionale DIagnostik:

  • beobachtete Phänomene können auf Kontinuum angeordnet werden, das durch bestimmte Dimensionen gekennzeichnet ist.
  • Feststellbare Unterschiede sind demnach quantitativer Natur (z.B. gering, moderat, hohe Ausprägung)
  • Vorteil/Anwendung:
    • Bei Fragebögen für Depressivität, Ängstlichkeit, Impulsivität, oder die generelle psychische Belastung
    • Einschätzung von weiteren Dimensionen der klassifikatorischen Diagnostik, etwa für Achsen IV und V des DSM (Schwere der psychosozialen Belastungsfaktoren und Niveau der sozialen Anpassung im letzten Jahr)


Q:

Vor- und Nachteile für die Behandlung der Patienten mit psychischen Störungen

A:

Vorteile:

  • Psychotherapeutengesetz von 1999 bindet die psychotherapeutische Versorgung in das bestehende System
    medizinisch-heilkundlicher Institutionen und Finanzierungsmöglichkeiten ein → Mit der Akzeptanz dieser medizinischen Sichtweise gelang der so lange ersehnte Einzug in die Gilde der Heilkundigen
  • Überantwortung psychisch abweichender oder leidender Personen zum medizinischen System - Schutz und die
    Versorgung, die körperlich Erkrankten in unserem Sozialsystem zustehen
  • Komplexitätsreduktion und leichtere Kommunikation (Ämter, Juristen, Mediziner, Gutachter)
  • Konkrete Handlungsanweisung → Konkrete Nomenklatur → ICD-10
  • Nachvollziehbarkeit (Qualitätssicherung)



Nachteile:

  • Fehlende Beschreibung der psychisch gesunden Person: Es ist unklar, auf welches Menschenbild hin Patienten therapiert werden → Mehr als 50 verschiedene Beschreibungen des Idealtypus
  • Medizinischer Befund benötigt, um psychische Behandlung zu erhalten
  • Bestimmte Leiden finden keine Bedeutung → Traumatische Trauer um Haustier
  • Modekrankheiten → Kreation von Krankheitsdiagnosen → Durch die Pharmabranche → Burn-Out
  • Fehlzuordnung + Stigmatisierung
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Q:

Erklären Sie die Begriffe “diesease”, “illness” und “sickness”

A:
  • «Disease» → Die Krankheit als Befund
    • Objektivierbare Abweichung von einem als normal definierten Zustand oder
      einer Funktionsweise.
  • «Illness» → Das Sich-krank-Fühlen
    • Subjektive Ebene 
  • «Sickness» → Krankheit als Rolle
    • Soziale Ebene → Welche sozialen Veränderungen sich für eine Person aus ihrem
      Kranksein ergeben und welche gesellschaftlichen Ressourcen ihr in dieser Situation zur Verfügung gestellt werden
Q:

Erklären Sie die Begriffe Impairment, Disability und Handicap

A:

Impairment: 

  • Schädigung von biologischen und/oder psychischen Strukturen und Funktionen des menschlichen
    Organismus;
  • angeboren oder erworben (z.B. Schädigung der Netzhaut)

Disability

  • Durch Schädigung bedingte funktionelle Einschränkungen und Funktionsstörungen (z.B. Klaustrophobie)

Handicap

  • Durch Schädigung 
  • Sozialen Beeinträchtigungen und Benachteiligungen, die sich im privaten, beruflichen und gesellschaftlichen Leben ergeben können (z.B. Kein Arbeiten in beengten Räumen)
Q:

Dichotomes Konzept

A:

= Gesundheit und Krankheit als 2 voneinander unabhängige Zustände, die sich gegenseitig ausschließen und nicht

gleichzeitig vorhanden sein können → Bio-medizinischen Krankheitsmodell

  • Wenn ärztlicherseits eine Krankheit festgestellt, dann ist Person so lange krank, bis Krankschreibung abgelaufen → Gesundschreibung gibt es nicht
  • Dichotome Konzepte eignen sich hervorragend für Krankheitsbilder wie Infektionskrankheiten → Eindeutige Symptome, Normwerte


NACHTEILE:

  • Wenig tauglich für psych. Störungen, wegen Grundannahme Dichotomer Konzepte, dass psychosomatisch kranker Mensch automatisch gesund wird, wenn die Krankheit verschwindet → Rezidive, depressive Phase →Widerspricht psychotherapeutischer Erfahrung, dass nach „wegtherapieren“ nicht unbedingt psych. Gesundheit, entsteht → Spontanerholung nach Konfrontationstherapie
  • Psych. Störungen entwickeln sich häufig als Lösungsversuch, denen sich jemand nicht gewachsen fühlt, für die er kein Verhaltensrepertoire zur Verfügung hat, z.B. Angststörung wird nicht durch Krankschreiben für eine best. Zeit geheilt, sondern durch konkrete Lösung in Form von therapeutisch angeleiteter „Exposition“
  • Person muss erst gesundes Verhalten lernen, damit sie dauerhaft ohne Angst leben kann
Q:

Bipolares Konzept

A:

Gesundheit und Krankheit als Pole eines Kontinuums, auf dem man sich mehr in die eine oder in die andere Richtung

bewegen kann → Kontinuumsmodelle → Salutogenese → HeDe (Health-ease Dis-ease) Kontinuum (Auch DSM)

  • Menschen sind nicht entweder gesund oder krank, sondern immer mehr oder weniger beides
  • Gesundheit und Krankheit somit als abhängige Faktoren konzipiert, die mehrdimensional sind → Position einer Person auf dem Kontinuum nicht durch ein Merkmal definiert, sondern Merkmale auf verschiedenen Dimensionen, z.B. medizinischer Befund, Prognose, Therapiemöglichkeit, Funktionseinschränkung, empfundener Schmerz oder Ausmaß der subjektiv erlebten Beeinträchtigung
  • Je mehr Dimensionen, umso differenziertere Aussagen des Gesundheitszustandes


Nachteil:

  • Gesundheit und Krankheit gleichsam als eine gemeinsame Menge aufgefasst
  • ein Mehr des einen bedeutet automatisch ein Weniger des Anderen
Q:

Orthogonale Konzepte

A:

Biopsychosoziales Modell:

Gesundheit und Krankheit als unabhängige Faktoren, so dass Menschen gesunde und kranke Anteile haben können, die

gleichzeitig vorhanden sein können → Vermeidung der Nachteile bipolarer Modelle

  • Orthogonale Modelle eignen sich gut, um Ausmaß der Übereinstimmung von objektiven und subjektiven Parametern von Gesundheit und Krankheit, also dem Befund und dem Befinden, zu verdeutlichen
  1. Manche Menschen fühlen sich krank, aber objektiv kein Befund: Somatoforme Störung
  2. Manche Menschen fühlen sich gesund, haben aber nach medizinischen Kriterien eine Krankheit, z.B. Krebs im Frühstadien, Bluthochdruck oder Aneurysma
  3. Funktionell gesund: Abweichende Befunde, aber dennoch gesundes Empfinden und in keiner Weise eingeschränkt → Eine Niere
  • Der durch die beiden Parameter aufgespannte Quadrant wird durch eine Diagonale aufgeteilt – ein Feld für Gesundheit, eines für Krankheit
  • Je nachdem wie viel Raum eine Person im einen oder anderen Feld einnimmt, umso größer ist der Gesamtzustand durch Gesundheit oder Krankheit bestimmt
  • Nach „Unabhängigkeitsmodell“ nach Lutz und Mark (1995) gibt es gesunderhaltene (z.B. individuelle und gesellschaftliche Ressourcen, entlastende Lebensbedingungen, Widerstandsquellen, positive Lebensereignisse, individuelle Eigenschaften & Verhaltensweisen) und krankmachende Faktoren (z.B. Noxen, Belastungen, schlechte Lebensbedingungen, körperliche Einschränkungen)
Q:

Eu-Stress und Dis-Stress als Reaktion in interaktiver Theorie von Lazarus

A:
  • Theorie von Lazarus:
    Menschen reagieren nicht uniform auf Stress → Individuelle, kognitive und emotionale Variablen beeinflussen den
    Umgang mit Stress
    • Stress --> Appraisal (kognitive Bewertung) und Coping (Bewältigung)
    • Stress ist nur das, was von einer Person als solcher bewertet wird
    • Modell des Stressverarbeitung ist transaktional (Mensch & Umwelt)
    • Stress = Beziehung mit Umwelt, die in Hinblick auf Wohlergehen als bedeutsam bewertet wird und gleichzeitig die Bewältigungsmöglichkeiten des Individuums beanspruchen oder überfordern
    • Jede Situation kann einen Stressor darstellen
    • Unsicherheit über Bewältigungsmöglichkeiten ist entscheidend dafür, ob Reiz als Stressor erlebt wird


  • Apraisal: 2-phasiger Prozess, in dem die Person prüft, welche Bedeutung der Reiz für sie hat
    • 1. Phase: Person überprüft Reiz im Hinblick auf ihr Wohlergehen (irrelevant/positiv bewertet/negativ bewertet)
    • 2. Phase: Abschätzung der Ressourcen / Bewältigungsmöglichkeiten --> Coping (nur bei negativem Reiz relevant)
    • Dis-Stress, wenn Reiz negativ ist und Bewältigungsmöglichkeiten überfordert (Beeinträchtigung droht)
    • Eu-Stress, wenn es sich um eine positive Herausforderung handelt (stresshaft, aber lohnend, "Challenge")


  • Eu-Stress wird als Herausforderung verstanden, motiviert, regt an, führt zur Handlung
  • Dis-Stress ruft Angst, Verunsicherung hervor, führt zu Ausweichen, Flucht, Blockierung


  • Instrumentelles Coping --> Anstrengungen, die auf Veränderung der Situation / Bewältigung abzielen
  • Emotionsbezogenes Coping --> keine Problemlösung, defensive Strategie, Abfindungsprozess
Q:

Diathese-Stress-Modell = Vulnerabilitäts-Stress-Modell

A:

Krankheit als Ergebnis einer Wechselwirkung zwischen einer Person und äußeren Belastungsfaktoren


  1. Diathese: Alle Faktoren einer Person, die sie für eine bestimmte Krankheit besonders anfällig machen- anlagebedingt oder
    erworben
  2. Bedingt durch Anlagefaktoren und pränatal, sowie perinatal (Kurz vor/nach Geburt), frühe Erkrankungen, Traumata
  3. Gewisse Veranlagung kann vorliegen, die jedoch ruhig schlummert, solange keine besonderen Belastungen vorliegen
  4. Erst durch äußere Belastungsfaktoren aktiviert
  5. Als auslösende Faktoren kommen alle Faktoren in Betracht, die für die betreffende Person einen Stressor darstellen
  6. Psychische Störungen manifestieren sich, wenn belastende Ereignisse die Bewältigungsressourcen einer Person mit einer
    gewissen Vulnerabilität überfordern
  7. Breite Anwendung in der Schizophrenieforschung
  • Erkrankungskonkordanz bei monozygoten Zwillingen nicht 100%
  • Genetische, neuronale und endokrine Faktoren gefunden, die als Diathese-Faktoren das Auftreten einer Schizophrenie begünstigen können
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