Heilpädagogik - HEP an der Pädagogische Hochschule Luzern | Karteikarten & Zusammenfassungen

Lernmaterialien für Heilpädagogik - HEP an der Pädagogische Hochschule Luzern

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24. Beschreiben Sie eine Definition von Körperbehinderung und erklären Sie den Unterschied zwischen einer Schädigung und einer Behinderung!

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«Körperbehinderung ist ein Sammelbegriff für vielfältige Erscheinungsformen und Schweregrade körperlicher Beeinträchtigung, die sich aus Schädigung des Stütz- und Bewegungsapparat und aus anderen inneren oder äusseren Schädigungen des Körpers und seiner Funktionen ergeben.»


Bewegungseinschränkung ist ein zentrales Merkmal!


Unterschied Schädigung und Behinderung

Schädigung:
Mängel der anatomischen, psychischen oder physiologischen Funktionen und Strukturen des Körpers.


Behinderung:
Nachteile für eine Person aus einer Schädigung oder Beeinträchtigung.


Ein Beispiel

„Nehmen wir an, eine Person mit einer Schädigung des Rückenmarks ist querschnittgelähmt. Wenn diese Person mit anderen Menschen an einem Tisch zusammensetzt und sich unterhält, ist sie in dieser Situation weder in den erforderlichen Funktionen beeinträchtigt noch in ihrer sozialen Teilnahme behindert. Sie wird erst beeinträchtigt oder behindert, wenn plötzlich alle anderen aufspringen, über eine Treppe hinauseilen und die querschnittgelähmte Person nicht folgen kann"
(Leyendecker 2000, 19 - 20). 


(Skript 7)

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9. Das Empowerment-Konzept kritisiert den traditionellen „Förderbegriff“ in der Praxis. Nennen Sie Problembereiche, wo eine Umsetzung von Empowerment in der Praxis oft scheitert!


Mögliche Frage zu Praxisbeispiel

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  1. Defizitorientierung und Symptomzentrierung
  2. Inszenierung einer Behandlungsbedürftigkeit
  3. Fremdbestimmung und Subjektvergessenheit
  4. Orientierung am traditionellen Therapiemodell
  5. Hierarchisches Beziehungsverhältnis
  6. Inszenierung einer lebenslangen Förderbedürftigkeit
  7. Uneingeschränkter Glaube an die Effektivität geschlossener Curricula
  8. Übertherapeutisierung des Alltagslebens
  9. Ignoranz der Ganzheitlichkeit des Individuums
  10. Ignoranz des kommunikativen Bezugs
  11. Zwang zur Anpassung an die geforderte Norm


Ergänzung/Erklärung

„Förderung kann und darf nicht direkt bzw. ausschließlich von professionellen Helfern geplant, bestimmt und verordnet werden - dies gilt im Übrigen auch für eine Therapie in der Heilpädagogik. Und ebenso wenig darf der Fokus auf dem Nicht-Können und einer entsprechenden Behandlung liegen. Der philosophische Leitfaden von Empowerment ist das unbedingte Vertrauen in Menschenstärken, und das heißt im Hinblick auf Förderung, Prozesse aufzuspüren, anzuregen und zu unterstützen, die den Einzelnen in die Lage versetzen, aus sich selbst etwas zu machen, seine eigene Angelegenheit in die Hand zu nehmen, eigene Kräfte und Fähigkeiten zu entdecken und unter Nutzung sozialer Ressourcen zu gebrauchen."


Es geht darum, diesen Menschen die Möglichkeiten zu erweitern, mit denen sie ihr Leben bestimmen können. Diese werden bestimmt durch nicht vorrangig oder ausschließlich von außen gesetzte Leistungsnorm, sondern vielmehr durch ein Arrangement von Lernsituationen und Handlungsräumen zur Entdeckung, Bewusstwerdung und Entwicklung eigener Stärken und Fähigkeiten, die dazu beitragen, in immer größerem Grade Kontrolle, Selbstbestimmung und Verfügung über die eigenen Lebensumstände zu gewinnen 

Ein wichtiger Beitrag dazu leistet da auch die Organisation Betroffener in Selbsthilfeinitiativen und Selbstvertretungsgruppen, die heute als wichtige Wegweiser für eine zeitgemäße Behindertenhilfe nicht mehr wegzudenken sind. Ihr erklärtes Ziel ist die Schaffung von Strukturen für ein selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen in gesellschaftlicher Integration.


(Skript 1 & 2)

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11. Nennen Sie eine aktuelle Definition von „Geistiger Behinderung“ und beleuchten Sie den Begriff „Geistige Behinderung“ kritisch!

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"Die geistige Behinderung eines Menschen wird als komplexen Zustand aufgefasst, der sich unter dem vielfältigen Einfluss sozialer Faktoren aus medizinisch beschreibbaren Störungen entwickelt hat. Die diagnostizierbaren prä-, peri- und postnatalen Schädigungen erlauben keine Aussagen zur geistigen Behinderung eines Menschen. Diese bestimmt sich vielmehr aus dem Wechselspiel zwischen seinen potentiellen Fähigkeiten und den Anforderungen seiner konkreten Umwelt"
(Thimm 1999, 10, zitiert nach Fornefeld 2002, 50)


Kritische Beleuchtung des Begriffs

Die sozialaktive Einstellung zum Phänomen der Behinderung wird heute zwar auch in der modernen Geistigbehindertenpädagogik berücksichtigt, doch zu einer Neufassung des Begriffs der "geistigen Behinderung" hat sie noch nicht geführt. Man versucht immerhin, die defizitäre Sichtweise zu überwinden, indem man die kategoriale Festschreibung als "geistig Behinderte" vermeidet ..." und allgemeine Kategorien wie Kinder, Frauen, Erwachsene usw. hinzufügt. "Doch das reicht noch nicht, da die Bezeichnung "Menschen mit geistiger Behinderung" semantisch problematisch ist: Die Gleichsetzung von "Intellekt", "Kognition", also von Denken mit "Geist' greift zu kurz.

Nennen wir einen Menschen in seinem Geist behindert, werten wir ihn damit zwangsläufig in seinem Personsein ab. Dieses anthropologische Problem ist zwar heute erkannt, aber eine treffendere Bezeichnung für den gemeinten Personenkreis wurde bislang noch nicht gefunden.


(Skript 3)

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13. Beschreiben Sie, was unter psychologischen Gesichtspunkten unter Geistiger Behinderung/Kognitiver Beeinträchtigung verstanden wird und nennen Sie wichtige Kritikpunkte an der Intelligenzdiagnostik.

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Die Schädigung des Gehirns hat Auswirkungen auf die kognitive, motorische sowie emotionale und soziale Entwicklung und das Lernen des Menschen. Dies sind Faktoren der Psychologie und auch deshalb gehört die Erfassung der kognitiven Beeinträchtigung zur Aufgabe der psychologischen Diagnostik. Unter Psychologischer Betrachtungsweise galt eine kognitive Beeinträchtigung lange unter einer Intelligenzminderung.


Intelligenzminderung

Zustand von verzögerter oder unvollständiger Entwicklung der geistigen Fähigkeiten (besonders beeinträchtigt sind hierbei Fähigkeiten, die zum Intelligenzniveau beitragen wie Sprache, Kognition, motorische und soziale Fähigkeiten)


Die Intelligenzdiagnostik wurde anfangs des letzten Jahrhunderts eingeführt. Durchschnittsintelligenz beträgt 100, liegt eine Person unter 100 wird diese als unterdurchschnittlich bewertet. Eine geistige Beeinträchtigung liegt vor, wenn der Intelligenzquotient (IQ) unter 70 liegt.


Es gibt 3 Grade von geistiger Behinderung:

  • Mässig = IQ 36-56
  • Schwer = IQ 20-35
  • Sehr schwer = IQ <20


Klassifikation nach ICD-10:

  • Leichte Intelligenzminderung = IQ 50-69
    (80% der Menschen mit Beeinträchtigung)

  • Mittelgradige Intelligenzminderung = IQ 35-49
    (12% der Menschen mit Beeinträchtigung)

  • Schwere Intelligenzminderung = IQ 20-34
    (7% der Menschen mit Beeinträchtigung)

  • Schwerste Intelligenzminderung = IQ <20
    (1% der Menschen mit Beeinträchtigung)


Kritik an der Intelligenzdiagnostik:
Der Begriff Intelligenz ist wissenschaftlich nicht eindeutig definiert und in den Testverfahren wird der Begriff Intelligenz unterschiedlich verstanden. Ein Mensch entwickelt sich unterschiedlich schnell und auch die Umwelt hat einen grossen Einfluss auf die Entwicklung eines Menschen.  Kinder mit einer geistigen Beeinträchtigung haben meist auch andere Startbedingungen bzw. Entwicklungsmöglichkeiten. Ihre Entwicklung folgt nach eigenen Strukturen was einen Vergleich mit der Norm in Frage stellt. Behinderung ist zudem keine statische Grösse, sondern ein sich ständig verändernder Prozess.


(Skript 3)

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15. Nennen Sie wichtige Erziehungsprinzipien in der Zusammenarbeit mit geistig behinderten/kognitiv beeinträchtigten Menschen und erläutern Sie diesen an konkreten Beispielen!


Mögliche Frage zu Praxisbeispiel

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Grobsinniges Prinzip
Tagespläne, Wochentage gleiche Farbe, nur wichtigste Punkte aufhängen


Mehrsinniges Prinzip
Basale Stimulation

Motorisches Prinzip
Zahlen lernen, indem sie nicht nur geschrieben werden, sondern auch abgelaufen, geknetet, ertastet werden.


Prinzip der Angepasstheit
Nicht gleich ein ganzes Menü zubereiten mit der Klientel, sondern einzelne Teile zusammen machen, wie z.B. ein Rüebli Raffeln für den Salat.

Prinzip der Anschauung
Zuerst mit realen Gegenständen arbeiten, wie z.B. den Wasserkrug, erst danach das Bild oder Symbol Wasser (vom Konkreten zum Abstrakten)


Prinzip der Emotionalität
Auf dem Schulweg Sicherheit vermitteln, indem jemand in der Nähe ist wenn das Kind mit Beeinträchtigung das Wohnhaus verlässt und jemand im Schulhaus auf das Kind wartet. Wenn es geschafft wurde Loben.


Prinzip der Entwicklungsgemässheit
Jugendliche oder auch Erwachsene auch mal andere Musik hören lassen.


Prinzip der Festigung
Zuerst etwas Geübtes festigen, erst dann den nächsten Schritt gehen. Jacke anziehen lassen (Arme in die Ärmel). Erst wenn dies einwandfrei klappt, üben den Reissverschluss zu schliessen.

Prinzip der Haltgebung

Dem Menschen auch etwas zutrauen, zugestehen. Vertrauen, dass er sich z.B. im Laden selbst ein Zvieri kaufen kann.


Prinzip der Individualisierung

Nicht nur Gruppenregeln/-strukturen sondern auch individuell fördern. z.B. Essensregeln anpassen, nicht alle müssen darauf achten, dass sie wenig essen. Bei manchen ist es wichtig, dass sie genügend essen. Oder im Musikatelier wenn es jemandem zu laut ist, aber diese Person trotzdem Spass am Musizieren hat, Pamir anbieten.


Prinzip der Isolierung von Schwierigkeiten

Nicht überfordern, z.B. wenn der Einkaufsladen sehr gross ist und es schwierig wird aus dieser Fülle an Zvieri-Möglichkeiten eines auszuwählen. Unterstützung anbieten, indem man mitgeht oder zuvor zusammen schaut was die Person gerne einkaufen würde und gemeinsam eine Vorentscheidung trifft.


Prinzip der kleinen Schritte

Wichtige Gebärden wie Essen, Schlafen zuerst lernen, danach fortlaufend auf dem Wortschatz aufbauen. Oder bei Klientel, dass nicht gerne isst ganz kleine Portionen anbieten, loben wenn es gegessen wurde und die Portion in kleinen Schritten vergrössern.


Prinzip der Konkretheit

(Schwerpunkt setzen) Bastelnachmittag, der Schwerpunkt liegt auf der Freude am Basteln. Ob die Karten nun genau gebastelt sind ist nicht wichtig.


Prinzip der Lebensnähe

Sich an Interessen der Klientel halten, Kind mit kognitiver Beeinträchtigung hat gerne bekannte Logos (Migros, Coop, Denner, McDonalds, etc.), Lernaufgaben (TEACH-Aufgaben) mit Logos anbieten um Schriftzüge und Buchstaben zu erlernen.


Prinzip der räumlichen Nähe

Durch bestimmte Aktivitäten in immer denselben Räumen Sicherheit bieten, wie z.B. Zähneputzen = Badezimmer, Jacke und Schuhe an- und ausziehen = Garderobe. Erleichtert teils Übergänge, wenn die Klientel weiss, dass immer in der Garderobe der Treffpunkt ist um danach gemeinsam einen Ausflug zu starten.


Prinzip der Selbstständigkeit und Selbsttätigkeit

Freizeitgestaltung, Klientel miteinbeziehen was sie an freien Tagen machen möchten. Möglichst einen grossen Rahmen bieten damit sich die Klientel frei entfalten kann. z.B. Ausflug mitgestalten, indem gemeinsam der Ort und die Aktivität bestimmt wird, gemeinsam gepackt wird und dieser dann durchgeführt wird. (auf Ressourcenorientiertheit achten, damit die Klientel nicht überfordert wird)


Prinzip der zeitlichen Nähe

Eine Woche zuvor den Ausflug miteinander nochmal besprechen, damit die Klientel abschätzen kann wann dies ungefähr sein wird. Visualisieren am Wochenplan.


Rhythmisches Prinzip

Morgenabläufe, welche vom Betreuungspersonal gleich gehandhabt werden schaffen Sicherheit und auch Platz für Neues für das Klientel. 


(Skript 3)

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18. Nennen Sie eine Definition von „Schwerster Behinderung“!

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Bach (1991) spricht von schwerster Behinderung, sofern und solange extreme soziale Abhängigkeit, besteht, d.h. eine selbständige Lebensführung und insbesondere die Selbstbesorgung umfänglich, d.h. durchgängig, hinsichtlich vieler Funktionen in vielen Bereichen und Situationen, längerfristig, d.h. nicht nur vorübergehend, und schwerwiegend, d.h. extrem vom Regelbereich abweichend, eingeschränkt ist.
(Hedderich 1998)


(Skript 5)

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19. Beschreiben Sie die wichtigsten Bereiche, in denen bei schwerstbehinderten Menschen Unterstützungs- und Förderbedarf besteht!


Mögliche Frage zu Praxisbeispiel

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Grundversorgung
Abhängigkeit von pflegender Person. Raum, Zeit und Material muss vorhanden sein.


Ernährung
Hilfe bei Nahrungsaufnahme. Vertrauensvolle Beziehung ist von Bedeutung.


Lagerung
Lage kann nicht selbst verändert werden. Gibt Hilfsmittel zum Sitzen oder Liegen.


Spezielle therapeutische Angebote
Intensive Kooperation zwischen Therapeuten und Pädagogen (Ergo- und Physiotherapie).


Spezielle pädagogische Angebote
Wichtig sind Angebote, die auf die spezielle Situation eingehen.


(Skript 5)

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20. Beschreiben Sie die Methode der „Basalen Stimulation“ von Andreas Fröhlich und erklären Sie, wie und in welchen Bereichen diese konkret in der praktischen Förderung umgesetzt wird. Verwenden Sie dazu auch Beispiele!


Mögliche Frage zu Praxisbeispiel

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Basale Stimulation sind Berührungen, mit denen man den Schwerstbehinderten erreichen kann. Berührung führt zu Wahrnehmung und ergibt auch Kommunikation. Berührungen geschehen nicht willkürlich, sondern der Entwicklung des Betroffenen angemessen. Mit basaler Stimulation wird versucht den Mangel an Eigenerfahrung, Eigenbewegung und Auseinandersetzung mit der Umwelt zu kompensieren.


Bereich Kommunikation:

  • Somatischer Dialog
    Nicht nur verbal sondern auch andere Ausdrucksmöglichkeiten z.b Atmung – Husten, veränderter Rhythmus, Muskeltonus – Entspannung der Stirnfalte oder Mund öffnen, Bewegung-, Liderzucken oder heben der Augenbrauen, Hämodynamik – Veränderung der Herzfrequenz, Sekretion – Magen-Darm Geräusche oder Veränderung der Schweisssekretion.

  • Ganzheitlichkeit
    Alle Bereiche sind gleich wirklich, gleich wichtig und wirken gleichzeitig.

  • Zielgerichtete Stimulation
    Zuerst Planung und Material vorbereiten & Angebote der basalen Stimulation differenzieren.
    Somatisch: Informationen werden über Körperoberfläche, Haut, Muskeln usw. vermittelt.
    Vestibuläre Stimulation: Lage und Gleichgewichtssystem, also Schaukeln, Raumlageveränderung.
    Vibratorische Stimulation: Schwingungsempfindung, Vermittlung von Infos über Stabilität und Ganzheitlichkeit der Körpers.

  • Baby Talk
    Lautspielereien werden in Unterhaltung einbezogen und gewinnen so an Bedeutung.


Bereich Lagerung

  • Ausprobieren verschiedener Positionen für eine bestimmte Zeit. Gute Lagerung bietet Lebensqualität (z.B. mit Hilfe von Materialien)
  • Dekubitusrisiko soll vermindert werden.


(Skript 5)

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21. Nennen Sie unterstützende Massnahmen für die Sozialpädagogin/den Sozialpädagogen und die Klienten im Umgang mit Nähe und Distanz bei der basalen Förderung in der Praxis!


Mögliche Frage zu Praxisbeispiel

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  • Abwehr nicht missachten, mögliche Bedürfnisse des anderen erahnen
  • Entscheidung anbieten
  • Selbsterfahrung suchen (wie würde es mir dabei gehen?)
  • Rituale im Pflegeablauf schaffen
  • Förderung in Erziehungsplan einbauen, Ziele transparent machen
  • Der Verantwortung bewusst sein.


Distanz durch Fachlichkeit - Nähe durch Mitmenschlichkeit!


(Skript 5)

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22. Was ist der Unterschied zwischen einem epileptischen Anfall und einer Epilepsie?

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Epileptischer Anfall

  • Einzelnes Geschehen, das sich plötzlich ereignet und meist nach Sekunden oder Minuten aufhört. 
  • Ein einziger Krampfanfall durch einmalige, vorübergehende, rasch wieder verschwindende Störung des Gehirns.
  • Verschiedene Ursachen: Alkoholentzug, massiver Blutzuckerabfall, Sauerstoffmangel etc.


Epilepsie

  • Mindestens 2 epileptische Anfälle ohne ersichtlichen Grund
  • Langanhaltende Veränderung im Gehirn äussert sich in immer wieder auftretenden Epileptischen Anfällen. 
  • Kann lebenslang sein oder ausheilen


(Skript 6)

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27. Nennen Sie die wichtigsten Vor- und Nachteile (Kritik) zur Verwendung des Begriffes „Verhaltenstörungen“.

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Vorteile:

  • Wird wissenschaftlich von vielen Disziplinen verwendet und hat sich administrativ durchgesetzt.
  • Zieht im Gegensatz zu "erziehungsschwierig" die Prävention und Ausserschulisches mit ein.
  • Leicht in andere Sprachen übersetzbar (behavior disorders) und somit international kommunizierbar.
  • Störung meint nicht nur vorübergehende Problemkonstellation, sondern längerfristige Beeinträchtigung.
  • Störungen können eliminiert werden.


Nachteile/Kritik:

  • Heimliche Wertigkeit
  • Unklarer Objektbereich
  • Prinzip der Selbstanwendung
  • Unterschiedliche Menschenbildannahmen
  • Es grenzt aus


(Skript 8)

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28. Welche Bedeutung bezüglich Verhaltensstörungen haben Normen und welche wichtigen Normen kennen Sie?


Mögliche Frage zu Praxisbeispiel

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Die Pädagogik bei Verhaltensstörungen untersucht die Probleme und Handlungsmöglichkeiten, die im Zusammenhang mit emotionalen und sozialen Problemen bei Kindern und Jugendlichen bestehen. In der Heilpädagogik wird der pädagogische Aspekt von Verhaltensstörungen stark gewichtet.


Die Verhaltensgestörten Pädagogik (Ethopädie) befasst sich mit Behinderungszuständen um Kinder und Jugendliche, die durch unterschiedlich akzentuierte Verhaltens und Verhältnisstörungen, sowie durch Schwierigkeiten in der Erfahrungs- und Erlebnisverarbeitung in ihren Um- und Mitweltbezügen so stark beeinträchtigt sind und/oder werden, dass sich spezielle erzieherische und zum Teil auch unterrichtliche, therapeutische und sozialfürsorgerische Massnahmen zur Lebensbewältigung und Daseinsgestaltung aufdrängen.


Eine sachgemässe Kompetenz erfordert die Kenntnis und Zusammenarbeit mit den benachteiligten Wissenschaften: Pädagogik, Psychologie, Medizin, Jura (Kriminologie) und Soziologie.


Vier formale Vorstellungen von Norm können relevant werden: 

Neben der statischen Norm (Durchschnitt) gibt es die Ideal-Norm, sowie die Minimal-Norm und die funktionale Norm. Kinder und Jugendliche mit Verhaltensstörungen können Norm-Verstösse gegen alle vier Formen von Normen aufweisen.


  • Sehr häufig weichen sie vom durchschnittlichen Verhalten gleichaltriger ab.
  • Sie erfüllen häufig nicht die geforderten Ideale und nähern sich ihnen auch nicht in einer akzeptablen Weise an.
  • Die Mindestanforderungen für soziale Verhaltensweisen werden nicht erfüllt.
  • Teilweise lassen sie auch Abweichungen von funktionalen Normen z.B. in der synaptischen Tätigkeit bei hyperkinetischen Kindern feststellen.


Die Betrachtung von Normabweichungen scheint bei Verhaltensstörungen somit zentral. Welche Art von Norm verletzt wird, kann wichtige Hinweise für die Intervention geben. Möglicherweise sind die minimalen Anforderungen schon zu hoch angesetzt, oder das durchschnittliche Verhalten der Bezugsgruppe weist ein sehr enges Spektrum auf, Dementsprechend sind die erzieherischen Massnahmen nicht so sehr auf das Verhalten des Kindes, sondern eher auf die Veränderung der sozialen Normen zu richten.


Beispiel zur Ideal-Norm:

Die motorische Unruhe von Kindern mit Hyperaktivität wird oft erst in der Schule, wo die Anforderung (Norm) des Sitzen-Bleibens am Tisch gilt, zum Problem. Ohne solche sozialen Rahmenbedingungen gibt es kein auffälliges Verhalten.

(Hillenbrand)

Es lohnt sich, einen Blick auf die theoretischen Zusammenhänge zwischen Verhalten und Erleben zu richten.

(Siehe auch Skript 8, Seite 5, Grafik Verhalten und Erleben.)


(Skript 8)

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  • 1479 Karteikarten
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Q:

24. Beschreiben Sie eine Definition von Körperbehinderung und erklären Sie den Unterschied zwischen einer Schädigung und einer Behinderung!

A:

«Körperbehinderung ist ein Sammelbegriff für vielfältige Erscheinungsformen und Schweregrade körperlicher Beeinträchtigung, die sich aus Schädigung des Stütz- und Bewegungsapparat und aus anderen inneren oder äusseren Schädigungen des Körpers und seiner Funktionen ergeben.»


Bewegungseinschränkung ist ein zentrales Merkmal!


Unterschied Schädigung und Behinderung

Schädigung:
Mängel der anatomischen, psychischen oder physiologischen Funktionen und Strukturen des Körpers.


Behinderung:
Nachteile für eine Person aus einer Schädigung oder Beeinträchtigung.


Ein Beispiel

„Nehmen wir an, eine Person mit einer Schädigung des Rückenmarks ist querschnittgelähmt. Wenn diese Person mit anderen Menschen an einem Tisch zusammensetzt und sich unterhält, ist sie in dieser Situation weder in den erforderlichen Funktionen beeinträchtigt noch in ihrer sozialen Teilnahme behindert. Sie wird erst beeinträchtigt oder behindert, wenn plötzlich alle anderen aufspringen, über eine Treppe hinauseilen und die querschnittgelähmte Person nicht folgen kann"
(Leyendecker 2000, 19 - 20). 


(Skript 7)

Q:

9. Das Empowerment-Konzept kritisiert den traditionellen „Förderbegriff“ in der Praxis. Nennen Sie Problembereiche, wo eine Umsetzung von Empowerment in der Praxis oft scheitert!


Mögliche Frage zu Praxisbeispiel

A:
  1. Defizitorientierung und Symptomzentrierung
  2. Inszenierung einer Behandlungsbedürftigkeit
  3. Fremdbestimmung und Subjektvergessenheit
  4. Orientierung am traditionellen Therapiemodell
  5. Hierarchisches Beziehungsverhältnis
  6. Inszenierung einer lebenslangen Förderbedürftigkeit
  7. Uneingeschränkter Glaube an die Effektivität geschlossener Curricula
  8. Übertherapeutisierung des Alltagslebens
  9. Ignoranz der Ganzheitlichkeit des Individuums
  10. Ignoranz des kommunikativen Bezugs
  11. Zwang zur Anpassung an die geforderte Norm


Ergänzung/Erklärung

„Förderung kann und darf nicht direkt bzw. ausschließlich von professionellen Helfern geplant, bestimmt und verordnet werden - dies gilt im Übrigen auch für eine Therapie in der Heilpädagogik. Und ebenso wenig darf der Fokus auf dem Nicht-Können und einer entsprechenden Behandlung liegen. Der philosophische Leitfaden von Empowerment ist das unbedingte Vertrauen in Menschenstärken, und das heißt im Hinblick auf Förderung, Prozesse aufzuspüren, anzuregen und zu unterstützen, die den Einzelnen in die Lage versetzen, aus sich selbst etwas zu machen, seine eigene Angelegenheit in die Hand zu nehmen, eigene Kräfte und Fähigkeiten zu entdecken und unter Nutzung sozialer Ressourcen zu gebrauchen."


Es geht darum, diesen Menschen die Möglichkeiten zu erweitern, mit denen sie ihr Leben bestimmen können. Diese werden bestimmt durch nicht vorrangig oder ausschließlich von außen gesetzte Leistungsnorm, sondern vielmehr durch ein Arrangement von Lernsituationen und Handlungsräumen zur Entdeckung, Bewusstwerdung und Entwicklung eigener Stärken und Fähigkeiten, die dazu beitragen, in immer größerem Grade Kontrolle, Selbstbestimmung und Verfügung über die eigenen Lebensumstände zu gewinnen 

Ein wichtiger Beitrag dazu leistet da auch die Organisation Betroffener in Selbsthilfeinitiativen und Selbstvertretungsgruppen, die heute als wichtige Wegweiser für eine zeitgemäße Behindertenhilfe nicht mehr wegzudenken sind. Ihr erklärtes Ziel ist die Schaffung von Strukturen für ein selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen in gesellschaftlicher Integration.


(Skript 1 & 2)

Q:

11. Nennen Sie eine aktuelle Definition von „Geistiger Behinderung“ und beleuchten Sie den Begriff „Geistige Behinderung“ kritisch!

A:

"Die geistige Behinderung eines Menschen wird als komplexen Zustand aufgefasst, der sich unter dem vielfältigen Einfluss sozialer Faktoren aus medizinisch beschreibbaren Störungen entwickelt hat. Die diagnostizierbaren prä-, peri- und postnatalen Schädigungen erlauben keine Aussagen zur geistigen Behinderung eines Menschen. Diese bestimmt sich vielmehr aus dem Wechselspiel zwischen seinen potentiellen Fähigkeiten und den Anforderungen seiner konkreten Umwelt"
(Thimm 1999, 10, zitiert nach Fornefeld 2002, 50)


Kritische Beleuchtung des Begriffs

Die sozialaktive Einstellung zum Phänomen der Behinderung wird heute zwar auch in der modernen Geistigbehindertenpädagogik berücksichtigt, doch zu einer Neufassung des Begriffs der "geistigen Behinderung" hat sie noch nicht geführt. Man versucht immerhin, die defizitäre Sichtweise zu überwinden, indem man die kategoriale Festschreibung als "geistig Behinderte" vermeidet ..." und allgemeine Kategorien wie Kinder, Frauen, Erwachsene usw. hinzufügt. "Doch das reicht noch nicht, da die Bezeichnung "Menschen mit geistiger Behinderung" semantisch problematisch ist: Die Gleichsetzung von "Intellekt", "Kognition", also von Denken mit "Geist' greift zu kurz.

Nennen wir einen Menschen in seinem Geist behindert, werten wir ihn damit zwangsläufig in seinem Personsein ab. Dieses anthropologische Problem ist zwar heute erkannt, aber eine treffendere Bezeichnung für den gemeinten Personenkreis wurde bislang noch nicht gefunden.


(Skript 3)

Q:

13. Beschreiben Sie, was unter psychologischen Gesichtspunkten unter Geistiger Behinderung/Kognitiver Beeinträchtigung verstanden wird und nennen Sie wichtige Kritikpunkte an der Intelligenzdiagnostik.

A:

Die Schädigung des Gehirns hat Auswirkungen auf die kognitive, motorische sowie emotionale und soziale Entwicklung und das Lernen des Menschen. Dies sind Faktoren der Psychologie und auch deshalb gehört die Erfassung der kognitiven Beeinträchtigung zur Aufgabe der psychologischen Diagnostik. Unter Psychologischer Betrachtungsweise galt eine kognitive Beeinträchtigung lange unter einer Intelligenzminderung.


Intelligenzminderung

Zustand von verzögerter oder unvollständiger Entwicklung der geistigen Fähigkeiten (besonders beeinträchtigt sind hierbei Fähigkeiten, die zum Intelligenzniveau beitragen wie Sprache, Kognition, motorische und soziale Fähigkeiten)


Die Intelligenzdiagnostik wurde anfangs des letzten Jahrhunderts eingeführt. Durchschnittsintelligenz beträgt 100, liegt eine Person unter 100 wird diese als unterdurchschnittlich bewertet. Eine geistige Beeinträchtigung liegt vor, wenn der Intelligenzquotient (IQ) unter 70 liegt.


Es gibt 3 Grade von geistiger Behinderung:

  • Mässig = IQ 36-56
  • Schwer = IQ 20-35
  • Sehr schwer = IQ <20


Klassifikation nach ICD-10:

  • Leichte Intelligenzminderung = IQ 50-69
    (80% der Menschen mit Beeinträchtigung)

  • Mittelgradige Intelligenzminderung = IQ 35-49
    (12% der Menschen mit Beeinträchtigung)

  • Schwere Intelligenzminderung = IQ 20-34
    (7% der Menschen mit Beeinträchtigung)

  • Schwerste Intelligenzminderung = IQ <20
    (1% der Menschen mit Beeinträchtigung)


Kritik an der Intelligenzdiagnostik:
Der Begriff Intelligenz ist wissenschaftlich nicht eindeutig definiert und in den Testverfahren wird der Begriff Intelligenz unterschiedlich verstanden. Ein Mensch entwickelt sich unterschiedlich schnell und auch die Umwelt hat einen grossen Einfluss auf die Entwicklung eines Menschen.  Kinder mit einer geistigen Beeinträchtigung haben meist auch andere Startbedingungen bzw. Entwicklungsmöglichkeiten. Ihre Entwicklung folgt nach eigenen Strukturen was einen Vergleich mit der Norm in Frage stellt. Behinderung ist zudem keine statische Grösse, sondern ein sich ständig verändernder Prozess.


(Skript 3)

Q:

15. Nennen Sie wichtige Erziehungsprinzipien in der Zusammenarbeit mit geistig behinderten/kognitiv beeinträchtigten Menschen und erläutern Sie diesen an konkreten Beispielen!


Mögliche Frage zu Praxisbeispiel

A:

Grobsinniges Prinzip
Tagespläne, Wochentage gleiche Farbe, nur wichtigste Punkte aufhängen


Mehrsinniges Prinzip
Basale Stimulation

Motorisches Prinzip
Zahlen lernen, indem sie nicht nur geschrieben werden, sondern auch abgelaufen, geknetet, ertastet werden.


Prinzip der Angepasstheit
Nicht gleich ein ganzes Menü zubereiten mit der Klientel, sondern einzelne Teile zusammen machen, wie z.B. ein Rüebli Raffeln für den Salat.

Prinzip der Anschauung
Zuerst mit realen Gegenständen arbeiten, wie z.B. den Wasserkrug, erst danach das Bild oder Symbol Wasser (vom Konkreten zum Abstrakten)


Prinzip der Emotionalität
Auf dem Schulweg Sicherheit vermitteln, indem jemand in der Nähe ist wenn das Kind mit Beeinträchtigung das Wohnhaus verlässt und jemand im Schulhaus auf das Kind wartet. Wenn es geschafft wurde Loben.


Prinzip der Entwicklungsgemässheit
Jugendliche oder auch Erwachsene auch mal andere Musik hören lassen.


Prinzip der Festigung
Zuerst etwas Geübtes festigen, erst dann den nächsten Schritt gehen. Jacke anziehen lassen (Arme in die Ärmel). Erst wenn dies einwandfrei klappt, üben den Reissverschluss zu schliessen.

Prinzip der Haltgebung

Dem Menschen auch etwas zutrauen, zugestehen. Vertrauen, dass er sich z.B. im Laden selbst ein Zvieri kaufen kann.


Prinzip der Individualisierung

Nicht nur Gruppenregeln/-strukturen sondern auch individuell fördern. z.B. Essensregeln anpassen, nicht alle müssen darauf achten, dass sie wenig essen. Bei manchen ist es wichtig, dass sie genügend essen. Oder im Musikatelier wenn es jemandem zu laut ist, aber diese Person trotzdem Spass am Musizieren hat, Pamir anbieten.


Prinzip der Isolierung von Schwierigkeiten

Nicht überfordern, z.B. wenn der Einkaufsladen sehr gross ist und es schwierig wird aus dieser Fülle an Zvieri-Möglichkeiten eines auszuwählen. Unterstützung anbieten, indem man mitgeht oder zuvor zusammen schaut was die Person gerne einkaufen würde und gemeinsam eine Vorentscheidung trifft.


Prinzip der kleinen Schritte

Wichtige Gebärden wie Essen, Schlafen zuerst lernen, danach fortlaufend auf dem Wortschatz aufbauen. Oder bei Klientel, dass nicht gerne isst ganz kleine Portionen anbieten, loben wenn es gegessen wurde und die Portion in kleinen Schritten vergrössern.


Prinzip der Konkretheit

(Schwerpunkt setzen) Bastelnachmittag, der Schwerpunkt liegt auf der Freude am Basteln. Ob die Karten nun genau gebastelt sind ist nicht wichtig.


Prinzip der Lebensnähe

Sich an Interessen der Klientel halten, Kind mit kognitiver Beeinträchtigung hat gerne bekannte Logos (Migros, Coop, Denner, McDonalds, etc.), Lernaufgaben (TEACH-Aufgaben) mit Logos anbieten um Schriftzüge und Buchstaben zu erlernen.


Prinzip der räumlichen Nähe

Durch bestimmte Aktivitäten in immer denselben Räumen Sicherheit bieten, wie z.B. Zähneputzen = Badezimmer, Jacke und Schuhe an- und ausziehen = Garderobe. Erleichtert teils Übergänge, wenn die Klientel weiss, dass immer in der Garderobe der Treffpunkt ist um danach gemeinsam einen Ausflug zu starten.


Prinzip der Selbstständigkeit und Selbsttätigkeit

Freizeitgestaltung, Klientel miteinbeziehen was sie an freien Tagen machen möchten. Möglichst einen grossen Rahmen bieten damit sich die Klientel frei entfalten kann. z.B. Ausflug mitgestalten, indem gemeinsam der Ort und die Aktivität bestimmt wird, gemeinsam gepackt wird und dieser dann durchgeführt wird. (auf Ressourcenorientiertheit achten, damit die Klientel nicht überfordert wird)


Prinzip der zeitlichen Nähe

Eine Woche zuvor den Ausflug miteinander nochmal besprechen, damit die Klientel abschätzen kann wann dies ungefähr sein wird. Visualisieren am Wochenplan.


Rhythmisches Prinzip

Morgenabläufe, welche vom Betreuungspersonal gleich gehandhabt werden schaffen Sicherheit und auch Platz für Neues für das Klientel. 


(Skript 3)

Mehr Karteikarten anzeigen
Q:

18. Nennen Sie eine Definition von „Schwerster Behinderung“!

A:

Bach (1991) spricht von schwerster Behinderung, sofern und solange extreme soziale Abhängigkeit, besteht, d.h. eine selbständige Lebensführung und insbesondere die Selbstbesorgung umfänglich, d.h. durchgängig, hinsichtlich vieler Funktionen in vielen Bereichen und Situationen, längerfristig, d.h. nicht nur vorübergehend, und schwerwiegend, d.h. extrem vom Regelbereich abweichend, eingeschränkt ist.
(Hedderich 1998)


(Skript 5)

Q:

19. Beschreiben Sie die wichtigsten Bereiche, in denen bei schwerstbehinderten Menschen Unterstützungs- und Förderbedarf besteht!


Mögliche Frage zu Praxisbeispiel

A:

Grundversorgung
Abhängigkeit von pflegender Person. Raum, Zeit und Material muss vorhanden sein.


Ernährung
Hilfe bei Nahrungsaufnahme. Vertrauensvolle Beziehung ist von Bedeutung.


Lagerung
Lage kann nicht selbst verändert werden. Gibt Hilfsmittel zum Sitzen oder Liegen.


Spezielle therapeutische Angebote
Intensive Kooperation zwischen Therapeuten und Pädagogen (Ergo- und Physiotherapie).


Spezielle pädagogische Angebote
Wichtig sind Angebote, die auf die spezielle Situation eingehen.


(Skript 5)

Q:

20. Beschreiben Sie die Methode der „Basalen Stimulation“ von Andreas Fröhlich und erklären Sie, wie und in welchen Bereichen diese konkret in der praktischen Förderung umgesetzt wird. Verwenden Sie dazu auch Beispiele!


Mögliche Frage zu Praxisbeispiel

A:

Basale Stimulation sind Berührungen, mit denen man den Schwerstbehinderten erreichen kann. Berührung führt zu Wahrnehmung und ergibt auch Kommunikation. Berührungen geschehen nicht willkürlich, sondern der Entwicklung des Betroffenen angemessen. Mit basaler Stimulation wird versucht den Mangel an Eigenerfahrung, Eigenbewegung und Auseinandersetzung mit der Umwelt zu kompensieren.


Bereich Kommunikation:

  • Somatischer Dialog
    Nicht nur verbal sondern auch andere Ausdrucksmöglichkeiten z.b Atmung – Husten, veränderter Rhythmus, Muskeltonus – Entspannung der Stirnfalte oder Mund öffnen, Bewegung-, Liderzucken oder heben der Augenbrauen, Hämodynamik – Veränderung der Herzfrequenz, Sekretion – Magen-Darm Geräusche oder Veränderung der Schweisssekretion.

  • Ganzheitlichkeit
    Alle Bereiche sind gleich wirklich, gleich wichtig und wirken gleichzeitig.

  • Zielgerichtete Stimulation
    Zuerst Planung und Material vorbereiten & Angebote der basalen Stimulation differenzieren.
    Somatisch: Informationen werden über Körperoberfläche, Haut, Muskeln usw. vermittelt.
    Vestibuläre Stimulation: Lage und Gleichgewichtssystem, also Schaukeln, Raumlageveränderung.
    Vibratorische Stimulation: Schwingungsempfindung, Vermittlung von Infos über Stabilität und Ganzheitlichkeit der Körpers.

  • Baby Talk
    Lautspielereien werden in Unterhaltung einbezogen und gewinnen so an Bedeutung.


Bereich Lagerung

  • Ausprobieren verschiedener Positionen für eine bestimmte Zeit. Gute Lagerung bietet Lebensqualität (z.B. mit Hilfe von Materialien)
  • Dekubitusrisiko soll vermindert werden.


(Skript 5)

Q:

21. Nennen Sie unterstützende Massnahmen für die Sozialpädagogin/den Sozialpädagogen und die Klienten im Umgang mit Nähe und Distanz bei der basalen Förderung in der Praxis!


Mögliche Frage zu Praxisbeispiel

A:
  • Abwehr nicht missachten, mögliche Bedürfnisse des anderen erahnen
  • Entscheidung anbieten
  • Selbsterfahrung suchen (wie würde es mir dabei gehen?)
  • Rituale im Pflegeablauf schaffen
  • Förderung in Erziehungsplan einbauen, Ziele transparent machen
  • Der Verantwortung bewusst sein.


Distanz durch Fachlichkeit - Nähe durch Mitmenschlichkeit!


(Skript 5)

Q:

22. Was ist der Unterschied zwischen einem epileptischen Anfall und einer Epilepsie?

A:

Epileptischer Anfall

  • Einzelnes Geschehen, das sich plötzlich ereignet und meist nach Sekunden oder Minuten aufhört. 
  • Ein einziger Krampfanfall durch einmalige, vorübergehende, rasch wieder verschwindende Störung des Gehirns.
  • Verschiedene Ursachen: Alkoholentzug, massiver Blutzuckerabfall, Sauerstoffmangel etc.


Epilepsie

  • Mindestens 2 epileptische Anfälle ohne ersichtlichen Grund
  • Langanhaltende Veränderung im Gehirn äussert sich in immer wieder auftretenden Epileptischen Anfällen. 
  • Kann lebenslang sein oder ausheilen


(Skript 6)

Q:

27. Nennen Sie die wichtigsten Vor- und Nachteile (Kritik) zur Verwendung des Begriffes „Verhaltenstörungen“.

A:

Vorteile:

  • Wird wissenschaftlich von vielen Disziplinen verwendet und hat sich administrativ durchgesetzt.
  • Zieht im Gegensatz zu "erziehungsschwierig" die Prävention und Ausserschulisches mit ein.
  • Leicht in andere Sprachen übersetzbar (behavior disorders) und somit international kommunizierbar.
  • Störung meint nicht nur vorübergehende Problemkonstellation, sondern längerfristige Beeinträchtigung.
  • Störungen können eliminiert werden.


Nachteile/Kritik:

  • Heimliche Wertigkeit
  • Unklarer Objektbereich
  • Prinzip der Selbstanwendung
  • Unterschiedliche Menschenbildannahmen
  • Es grenzt aus


(Skript 8)

Q:

28. Welche Bedeutung bezüglich Verhaltensstörungen haben Normen und welche wichtigen Normen kennen Sie?


Mögliche Frage zu Praxisbeispiel

A:

Die Pädagogik bei Verhaltensstörungen untersucht die Probleme und Handlungsmöglichkeiten, die im Zusammenhang mit emotionalen und sozialen Problemen bei Kindern und Jugendlichen bestehen. In der Heilpädagogik wird der pädagogische Aspekt von Verhaltensstörungen stark gewichtet.


Die Verhaltensgestörten Pädagogik (Ethopädie) befasst sich mit Behinderungszuständen um Kinder und Jugendliche, die durch unterschiedlich akzentuierte Verhaltens und Verhältnisstörungen, sowie durch Schwierigkeiten in der Erfahrungs- und Erlebnisverarbeitung in ihren Um- und Mitweltbezügen so stark beeinträchtigt sind und/oder werden, dass sich spezielle erzieherische und zum Teil auch unterrichtliche, therapeutische und sozialfürsorgerische Massnahmen zur Lebensbewältigung und Daseinsgestaltung aufdrängen.


Eine sachgemässe Kompetenz erfordert die Kenntnis und Zusammenarbeit mit den benachteiligten Wissenschaften: Pädagogik, Psychologie, Medizin, Jura (Kriminologie) und Soziologie.


Vier formale Vorstellungen von Norm können relevant werden: 

Neben der statischen Norm (Durchschnitt) gibt es die Ideal-Norm, sowie die Minimal-Norm und die funktionale Norm. Kinder und Jugendliche mit Verhaltensstörungen können Norm-Verstösse gegen alle vier Formen von Normen aufweisen.


  • Sehr häufig weichen sie vom durchschnittlichen Verhalten gleichaltriger ab.
  • Sie erfüllen häufig nicht die geforderten Ideale und nähern sich ihnen auch nicht in einer akzeptablen Weise an.
  • Die Mindestanforderungen für soziale Verhaltensweisen werden nicht erfüllt.
  • Teilweise lassen sie auch Abweichungen von funktionalen Normen z.B. in der synaptischen Tätigkeit bei hyperkinetischen Kindern feststellen.


Die Betrachtung von Normabweichungen scheint bei Verhaltensstörungen somit zentral. Welche Art von Norm verletzt wird, kann wichtige Hinweise für die Intervention geben. Möglicherweise sind die minimalen Anforderungen schon zu hoch angesetzt, oder das durchschnittliche Verhalten der Bezugsgruppe weist ein sehr enges Spektrum auf, Dementsprechend sind die erzieherischen Massnahmen nicht so sehr auf das Verhalten des Kindes, sondern eher auf die Veränderung der sozialen Normen zu richten.


Beispiel zur Ideal-Norm:

Die motorische Unruhe von Kindern mit Hyperaktivität wird oft erst in der Schule, wo die Anforderung (Norm) des Sitzen-Bleibens am Tisch gilt, zum Problem. Ohne solche sozialen Rahmenbedingungen gibt es kein auffälliges Verhalten.

(Hillenbrand)

Es lohnt sich, einen Blick auf die theoretischen Zusammenhänge zwischen Verhalten und Erleben zu richten.

(Siehe auch Skript 8, Seite 5, Grafik Verhalten und Erleben.)


(Skript 8)

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