HP Theorien Und Konzepte an der Medical School Berlin | Karteikarten & Zusammenfassungen

Lernmaterialien für HP Theorien und Konzepte an der Medical School Berlin

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TESTE DEIN WISSEN
Wie äußert sich die Lähmung langfristig?

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TESTE DEIN WISSEN
•Schlaffe Lähmung zu Spastische Lähmung
• Ausfallen der Sinnesempfindungen
• vegetatives Nervensystem erholt sich  meist wieder 
• Inkontinenz

Paresen
einzelne motorische oder sensible Funktionen teilweise oder vollständig erhalten
Plegien:
 motorische und sensible Funktionen vollständig verloren gegangen
Verletzung der Lendenwirbelsäule
Beine betroffen
Verletzung des BrustmarksVerletzungen: Arme betroffen
Verletzung oberhalb des 4. Brustwirbels: Zwerchfelllähmung
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Ziele der Therapie zur Behandlung von Querschnittlähmung 

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TESTE DEIN WISSEN
• Wiederherstellung von Statik und Belastbarkeit der Wirbelsäule  
• Selbstständigkeit
• Reintegration 

   aktives und selbstständiges Leben
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Behinderungen ist eine Identität der Betroffenen 
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• Bezeichnung „Behindert“ ist ein Teil der Identität der Betroffenen
Dabei spielt ihre eigene Haltung nur eine untergeordnete Rolle in der gesellschaftlichen Wahrnehmung und in den sozialen Wirkungsprozessen
•es empfinden Menschen mit Beeinträchtigung zum Teil als kränkend und herabsetzend, wenn ihre Beeinträchtigung, beziehungsweise deren gesellschaftliche Relevanz heruntergespielt oder geleugnet wird
->im Sinne von „für mich bist du nicht behindert“
•Darin steckt die Abwertung der Beeinträchtigung als nicht wünschenswerter Zustand 
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Historische Betrachtung von Behinderungen: Wie war es im 18Jh.?
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TESTE DEIN WISSEN
•Bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts waren Phänomene wie Ekstasen, Erscheinungen, PropheFsmus geduldet und auch Gegenstand von Märchen, Mythen und phantastischen Geschichten wurden gelesen, als Theater aufgeführt, als Narrenfeste gefeiert, aber ebenso gab es auch Vorführungen von „Monstern“ und sogenannten „menschlichen Tieren“
->Danach geraten diese Phänomene unter Strafandrohung, sie werden verfolgt

•Bis zur Revolution am Ende des 18. Jahrhunderts waren bspw. in Frankreich die ‚Ordres’ der JusU maßgebend, bestehend aus Haftbefehlen oder Einsperrungsurteilen in der Regel von unbegrenzter Dauer
•Schaustellung von Zwangshäuser und „Irren“ dienen als Mahnung aber auch als Belustigung 
•wurden also die „Verrückten“ zusammen mit den gewöhnlichen Verbrechern in Gewahrsam genommen, da sie die gesellschaftliche Ordnung bedrohten
•Diese Zwangsanstalten hasen aber noch nicht den Auftrag der Heilung ->Dieser kommt erst hinzu, als die Liberalisierung die Gefängnisse und Arbeitshäuser erfasst und die Medizin die führende Rolle in der Behandlung der „sozialen Frage“ übernimmt

•Der „geistig behinderte“ Mensch wurde laut Wendt nach der Auflösung der familiären und dorfgemeinscha[lichen Strukturen, die durchaus auch als Schonraum gesehen werden können, nur noch als „blödsinnig“, „verrückt“ betrachtet. Damit stand er noch unterhalb der „Krüppel“, die „wenigstens“ ihren Status als Körperbehinderte vorbringen konnten 
•Es liegt nahe, davon auszugehen, dass „Behinderte“ als gesellscha[liche Minderheit weniger Schutz genossen und weniger Macht zur Durchsetzung ihrer Interessen besaßen(zb gegen Willen in Arbeitshaus eingewiesen)

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Therapie und Behandlung
Querschnittlähmung 
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• schnelle Erstversorgung bei Verdacht auf Schäden an WS 
• Flachlagerung und Ruhigstellung (umbetten aller 2-3h)
• Stabilisierung der betroffenen Segmente der Wirbelsäule 

weitere Maßnahmen:
• operative Entfernung von Flüssigkeit und Gewebe, welches auf das Rückenmark drückt
• Stabilisierung gebrochener Wirbel (Zusammenfügen der Knochen und Einsetzen von Stützvorrichtungen)
• Bettruhe
• Strecktherapie
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Ausfallerscheinungen bei Querschnitt- lähmung auf unterschiedlicher Höhe
Querschnittlähmung 
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Nach Querschnittslähmung tritt spinaler Schock auf:
•unterhalb der Läsion liegt eine komplette schlaffe Lähmung vor

Läsionen des Zervikalmarks:
•oberhalb C3 tödlich
•Schädigung des unteren Halsmarks zieht eine Lähmung aller vier Extremitäten nach sich 

Läsion im oberen Bereich des Thorakalmarks:
• abwärts Th2 =Atmung wegen Plegie Bauchmuskulatur gestört
•untere Thorakalsegmente = Bauchmuskulatur weniger/nicht betroffen Atmung nicht betroffen

Läsion im Bereich des Lumbalmarks:
•Epikonussyndrom
       -> Beine schlaff gelähmt
       -> Blase und Darm können nur reflektorisch geleert werden
      -> Potenz erloschen
•Konussyndrom=
      -> keine Lähmung der Beine
      ->vegetative Störungen
     
     
   
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Auseinandersetzungen mit Behinderungsbegriff 
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• Die Auseinandersetzung mit dem Behinderungsbegriff ist keine neuzeitlich geführte Diskussion
•Bereits in den achtziger Jahren, im Zuge der „Krüppelbewegung“, wurde die Zuschreibung von Behinderung mal abgelehnt, mal in einer Übertreibung durch den bereits zu dieser Zeit veralteten und abgelehnten Begriff des „Krüppels“ wieder aufgegriffen 
•Begriffe wandeln sich beispielsweise
dann, wenn sich ein bestimmer Begriff als schädlich, nicht brauchbar oder verwerflich erweist
•Bsp :ist der in der Wissenschaft bis 1957 übliche Begriff des „Krüppels“, der seit Jahrzehnten nicht mehr verwendet wird
•Demzufolge ist es nicht auszuschließen, dass die Begriffe, die heute auf die allgemein größte Zustimmung treffen, früher oder später geächtet sein könnten 
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Ursachen für Querschnittlähmung?
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•ca. 40%: Unfälle
• übrige Ursachen – nehmen bedingt durch demographischen Wandel
zu:
• Tumoren
• Entzündungen
•gefäßbedingte und degenerative Erkrankungen des Rückenmarks
 • Durch ärztliche Behandlung bedingte Querschnittlähmungen
•ca. 60% Paraplegiker
•ca. 40% um Tetraplegiker
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Folgen von Querschnittlähmung?
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Ausfälle der motorischen, sensiblen und vegetativen Bahnen:
   •willkürkontrollierte Bewegungen sind in gelähmten Körperarealen nicht
möglich
    • Berührungs-, Schmerz-, Temperatur- und Tiefensensibilität fehlen oder sind herabgesetzt
    •Störungen der Blasen-/Mastdarmfunktion 

Beeinträchtigungen:
   • der Sexualfunktionen
   •der Schweißdrüsensekretion
   • der peripheren Kreislauf- und Temperaturregulation

Spinaler Schock:
   •plötzliche Unterbrechung der    corticospinalen Bahnen
   •nahezu vollständiger Verlust der Rückenmarksfunktionen unterhalb des
geschädigten Segmentes
   • alle Regulationsmechanismen gestört

Komplettes Transversalsyndrom:
   • völlige Unterbrechung der Leitfähigkeit des Rückenmarkes, z.B. nach: § vollständiger Durchtrennung
   •Quetschung
   •Tumoren
   • Infektionen
   •Durchblutungsstörungen
 
bei Läsionen oberhalb des 5. Thorakalsegmentes :
gesamtes sympathisches Nervensystem von höher gelegenen Steuerzentren getrennt
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Klassifikation der erworbenen Querschnittlähmung

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1.)Klassifikation nach Ausmaß der Rückenmarkschädigung:
  • Komplette Querschnittlähmung                                  
      ->Paraplegie
      ->Tetraplegie
  •Inkomplette Lähmung
      -> Paraparese
      ->Tetraparese

2.)Klassifikation nach Art der Verletzung:
   ->Offenes Rückenmarkstrauma
   ->Gedecktes Rückenmarkstrauma 

3.)Klassifikation nach Ursachen:
   -> traumatisch
   -> entzündlich
   -> degenerativ
   -> tumorbedingt
   -> gefäß- / durchblutungsbedingt
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 Historische Betrachtung von Behinderung: Wie war es im 19.Jh?
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•Im Zuge gesellschaftlicher Veränderung werden im Laufe des 19. Jahrhunderts die Gefängnisse liberalisiert
• Personen (die einen Eingriff der Exekutive erfordern)  werden Institutionen unterworfen, die entweder strafend, erziehend, aufbewahrend oder heilend wirken 
• überschaubaren Anstalten aus der ersten Hälfe des 19. Jahrhunderts entwickelten sich immer mehr zu Verwahranstalten
•Modell der Psychiatrischen Anstalt und dem Modell der Erziehung sind zwei Entwicklungslinien benannt, die zur Pädagogisierung der Menschen in den Anstalten führte
• Gründe für das Anstaltsmodell = staatlichen Strukturen der Armenfürsorge
-> besteht aus den caritativ-christlichen Institutionen und aus der medizinisch-psychiatrische Auffassung 
•Anschluss fand dieses Anstaltswesen an die mittelalterlichen Einrichtungen der Armenversorgung und Asyle
• Anstaltsfürsorge = „erweiterte Armenfürsorge“
•Die wissenschaftliche Grundlegung der Betreuung der Idioten und Blödsinnigen „eroberten“ die Irrenärzte
•die „psychiatrische Denkweise“ floss in die Anstaltspraxis ein
•mit der gesetzlichen Regelung setzte sich das ärztliche (psychiatrische) Modell durch
•die eigentlichen Irrenanstalten, egal ob Heilanstalt oder Heil- und Pflegeanstalt entstehen nach Bradl in den deutschen Teilstaaten erst im 19. Jahrhundert
•führt dann nach der Etablierung der Anstalten im 19. Jahrhundert zu den eugenischen (Erbgesundheitslehre) Denkweisen des Beginns des 20. Jahrhunderts und der Ermordung psychisch Kranker und Behinderter durch die Nationalsozialisten
•diese Politik (Preussen)entsprach einer Bestrafung der „Kranken“ und „Behinderten“, deren individuelle Freiheit durch Anstaltsunterbringung verweigert wurde
•Das medizinische Verständnis des „Schwachsinns“ im 19. Jahrhundert bringt einen „Mythos der Heilbarkeit“ an die Oberfläche, der zu Heilversprechen, durch zb Erziehungsmöglichkeiten führt
->so dass schließlich der gesamte Bereich der sozialen Frage, der Minderwertigkeit oder der industriellen Brauchbarkeit vom Anspruch der Heilbarkeit überdeckt wurde
-> Mediziner vertrieben Pädagogen aus Anstalten 
•entstanden für Alte= Altersheime, Idioten= Irrenanstalten....
•Die Anstalten perfektionierten damit „die gesellschaftliche und personale Ausgrenzung des Andersseins 
->Heilungszweck trat in den Hintergrund
•Die Heilpädagogik war im 19. Jahrhundert zu schwach, um sich gegen die Psychiatrie durchzusetzen

Zwei wesentliche Elemente sind Bestandteil dieser Ausgrenzung:
1.Schule – Die Pädagogik, die Heilpädagogik, konzentrierte sich auf die Erziehung der Kinder zum Erkennen von Normalität und Abweichung gemäß den Standards der modernen Industriegesellschaft
->durch Entstehung der Hilfsschulen widmen sich die Pädagogen zunehmend den Kindern und Jugendlichen =ziehen sich aus der Behindertenbetreuung zurück
•hier finden sich auch die ersten Differenzierungen, besonders die Körper- und Sinnesbehinderten werden zunehmend in Spezialanstalten oder Schulen ihrer „Behinderung“ gemäß gefördert
2.Therapie – Konzentration auf die Brauchbarkeit für die Umerziehung Unvernünftiger, Irrer unter bürgerlichen und medizinischen Vorstellungen + speziellen Fürsorge der Behinderten
•es fehlte der deutschen Idiotenanstaltsfürsorge Ende des 19. Jahrhunderts ein einheitliches theoretisches und praktisches Gebilde
•zunächst noch pädagogische Bemühungen geraten immer mehr in den Hintergrund -> konfessionelle und medizinische Ideen überlagern die Fürsorge Schwachsinniger und Verrückter
•handlungsleitend waren Degenerations- und Entartungstheorien

•nach 1890 etablieren sich folgende Bereiche:
•Anstalten übernehmen vorwiegend die Betreuung von Fällen schwerer Idiotie, wobei sie in enger Nachbarschaft mit Institutionen der Fürsorgeerziehung stehen
• Psychiatrie übernimmt die Klassifizierung, Zuweisung und Verwaltung der Psychopathen, sofern sie sie nicht an den Strafvollzug oder die Fürsorgeerziehung weitergibt




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Spina bifida

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• "zweigeteilte Wirbelsäule"
• Hemmungsmissbildung ca. in der 2.-4. Schwangerschaftswoche
• Diagnostik im Mutterleib: Ultraschall (16.-20. SSW) -> jedoch werden nur ca. 19% diagnostiziert (durch Fruchtwasserpunktion nach der 2. SSW oder Nachweis von Alphaphetoprotein im Blut)
• Häufig erst Diagnostik im weiteren Verlauf der Schwangerschaft
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Q:
Wie äußert sich die Lähmung langfristig?

A:
•Schlaffe Lähmung zu Spastische Lähmung
• Ausfallen der Sinnesempfindungen
• vegetatives Nervensystem erholt sich  meist wieder 
• Inkontinenz

Paresen
einzelne motorische oder sensible Funktionen teilweise oder vollständig erhalten
Plegien:
 motorische und sensible Funktionen vollständig verloren gegangen
Verletzung der Lendenwirbelsäule
Beine betroffen
Verletzung des BrustmarksVerletzungen: Arme betroffen
Verletzung oberhalb des 4. Brustwirbels: Zwerchfelllähmung
Q:
Ziele der Therapie zur Behandlung von Querschnittlähmung 

A:
• Wiederherstellung von Statik und Belastbarkeit der Wirbelsäule  
• Selbstständigkeit
• Reintegration 

   aktives und selbstständiges Leben
Q:
Behinderungen ist eine Identität der Betroffenen 
A:
• Bezeichnung „Behindert“ ist ein Teil der Identität der Betroffenen
Dabei spielt ihre eigene Haltung nur eine untergeordnete Rolle in der gesellschaftlichen Wahrnehmung und in den sozialen Wirkungsprozessen
•es empfinden Menschen mit Beeinträchtigung zum Teil als kränkend und herabsetzend, wenn ihre Beeinträchtigung, beziehungsweise deren gesellschaftliche Relevanz heruntergespielt oder geleugnet wird
->im Sinne von „für mich bist du nicht behindert“
•Darin steckt die Abwertung der Beeinträchtigung als nicht wünschenswerter Zustand 
Q:
Historische Betrachtung von Behinderungen: Wie war es im 18Jh.?
A:
•Bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts waren Phänomene wie Ekstasen, Erscheinungen, PropheFsmus geduldet und auch Gegenstand von Märchen, Mythen und phantastischen Geschichten wurden gelesen, als Theater aufgeführt, als Narrenfeste gefeiert, aber ebenso gab es auch Vorführungen von „Monstern“ und sogenannten „menschlichen Tieren“
->Danach geraten diese Phänomene unter Strafandrohung, sie werden verfolgt

•Bis zur Revolution am Ende des 18. Jahrhunderts waren bspw. in Frankreich die ‚Ordres’ der JusU maßgebend, bestehend aus Haftbefehlen oder Einsperrungsurteilen in der Regel von unbegrenzter Dauer
•Schaustellung von Zwangshäuser und „Irren“ dienen als Mahnung aber auch als Belustigung 
•wurden also die „Verrückten“ zusammen mit den gewöhnlichen Verbrechern in Gewahrsam genommen, da sie die gesellschaftliche Ordnung bedrohten
•Diese Zwangsanstalten hasen aber noch nicht den Auftrag der Heilung ->Dieser kommt erst hinzu, als die Liberalisierung die Gefängnisse und Arbeitshäuser erfasst und die Medizin die führende Rolle in der Behandlung der „sozialen Frage“ übernimmt

•Der „geistig behinderte“ Mensch wurde laut Wendt nach der Auflösung der familiären und dorfgemeinscha[lichen Strukturen, die durchaus auch als Schonraum gesehen werden können, nur noch als „blödsinnig“, „verrückt“ betrachtet. Damit stand er noch unterhalb der „Krüppel“, die „wenigstens“ ihren Status als Körperbehinderte vorbringen konnten 
•Es liegt nahe, davon auszugehen, dass „Behinderte“ als gesellscha[liche Minderheit weniger Schutz genossen und weniger Macht zur Durchsetzung ihrer Interessen besaßen(zb gegen Willen in Arbeitshaus eingewiesen)

Q:
Therapie und Behandlung
Querschnittlähmung 
A:

• schnelle Erstversorgung bei Verdacht auf Schäden an WS 
• Flachlagerung und Ruhigstellung (umbetten aller 2-3h)
• Stabilisierung der betroffenen Segmente der Wirbelsäule 

weitere Maßnahmen:
• operative Entfernung von Flüssigkeit und Gewebe, welches auf das Rückenmark drückt
• Stabilisierung gebrochener Wirbel (Zusammenfügen der Knochen und Einsetzen von Stützvorrichtungen)
• Bettruhe
• Strecktherapie
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Q:
Ausfallerscheinungen bei Querschnitt- lähmung auf unterschiedlicher Höhe
Querschnittlähmung 
A:

Nach Querschnittslähmung tritt spinaler Schock auf:
•unterhalb der Läsion liegt eine komplette schlaffe Lähmung vor

Läsionen des Zervikalmarks:
•oberhalb C3 tödlich
•Schädigung des unteren Halsmarks zieht eine Lähmung aller vier Extremitäten nach sich 

Läsion im oberen Bereich des Thorakalmarks:
• abwärts Th2 =Atmung wegen Plegie Bauchmuskulatur gestört
•untere Thorakalsegmente = Bauchmuskulatur weniger/nicht betroffen Atmung nicht betroffen

Läsion im Bereich des Lumbalmarks:
•Epikonussyndrom
       -> Beine schlaff gelähmt
       -> Blase und Darm können nur reflektorisch geleert werden
      -> Potenz erloschen
•Konussyndrom=
      -> keine Lähmung der Beine
      ->vegetative Störungen
     
     
   
Q:
Auseinandersetzungen mit Behinderungsbegriff 
A:
• Die Auseinandersetzung mit dem Behinderungsbegriff ist keine neuzeitlich geführte Diskussion
•Bereits in den achtziger Jahren, im Zuge der „Krüppelbewegung“, wurde die Zuschreibung von Behinderung mal abgelehnt, mal in einer Übertreibung durch den bereits zu dieser Zeit veralteten und abgelehnten Begriff des „Krüppels“ wieder aufgegriffen 
•Begriffe wandeln sich beispielsweise
dann, wenn sich ein bestimmer Begriff als schädlich, nicht brauchbar oder verwerflich erweist
•Bsp :ist der in der Wissenschaft bis 1957 übliche Begriff des „Krüppels“, der seit Jahrzehnten nicht mehr verwendet wird
•Demzufolge ist es nicht auszuschließen, dass die Begriffe, die heute auf die allgemein größte Zustimmung treffen, früher oder später geächtet sein könnten 
Q:
Ursachen für Querschnittlähmung?
A:
•ca. 40%: Unfälle
• übrige Ursachen – nehmen bedingt durch demographischen Wandel
zu:
• Tumoren
• Entzündungen
•gefäßbedingte und degenerative Erkrankungen des Rückenmarks
 • Durch ärztliche Behandlung bedingte Querschnittlähmungen
•ca. 60% Paraplegiker
•ca. 40% um Tetraplegiker
Q:
Folgen von Querschnittlähmung?
A:
Ausfälle der motorischen, sensiblen und vegetativen Bahnen:
   •willkürkontrollierte Bewegungen sind in gelähmten Körperarealen nicht
möglich
    • Berührungs-, Schmerz-, Temperatur- und Tiefensensibilität fehlen oder sind herabgesetzt
    •Störungen der Blasen-/Mastdarmfunktion 

Beeinträchtigungen:
   • der Sexualfunktionen
   •der Schweißdrüsensekretion
   • der peripheren Kreislauf- und Temperaturregulation

Spinaler Schock:
   •plötzliche Unterbrechung der    corticospinalen Bahnen
   •nahezu vollständiger Verlust der Rückenmarksfunktionen unterhalb des
geschädigten Segmentes
   • alle Regulationsmechanismen gestört

Komplettes Transversalsyndrom:
   • völlige Unterbrechung der Leitfähigkeit des Rückenmarkes, z.B. nach: § vollständiger Durchtrennung
   •Quetschung
   •Tumoren
   • Infektionen
   •Durchblutungsstörungen
 
bei Läsionen oberhalb des 5. Thorakalsegmentes :
gesamtes sympathisches Nervensystem von höher gelegenen Steuerzentren getrennt
Q:
Klassifikation der erworbenen Querschnittlähmung

A:

1.)Klassifikation nach Ausmaß der Rückenmarkschädigung:
  • Komplette Querschnittlähmung                                  
      ->Paraplegie
      ->Tetraplegie
  •Inkomplette Lähmung
      -> Paraparese
      ->Tetraparese

2.)Klassifikation nach Art der Verletzung:
   ->Offenes Rückenmarkstrauma
   ->Gedecktes Rückenmarkstrauma 

3.)Klassifikation nach Ursachen:
   -> traumatisch
   -> entzündlich
   -> degenerativ
   -> tumorbedingt
   -> gefäß- / durchblutungsbedingt
Q:
 Historische Betrachtung von Behinderung: Wie war es im 19.Jh?
A:
•Im Zuge gesellschaftlicher Veränderung werden im Laufe des 19. Jahrhunderts die Gefängnisse liberalisiert
• Personen (die einen Eingriff der Exekutive erfordern)  werden Institutionen unterworfen, die entweder strafend, erziehend, aufbewahrend oder heilend wirken 
• überschaubaren Anstalten aus der ersten Hälfe des 19. Jahrhunderts entwickelten sich immer mehr zu Verwahranstalten
•Modell der Psychiatrischen Anstalt und dem Modell der Erziehung sind zwei Entwicklungslinien benannt, die zur Pädagogisierung der Menschen in den Anstalten führte
• Gründe für das Anstaltsmodell = staatlichen Strukturen der Armenfürsorge
-> besteht aus den caritativ-christlichen Institutionen und aus der medizinisch-psychiatrische Auffassung 
•Anschluss fand dieses Anstaltswesen an die mittelalterlichen Einrichtungen der Armenversorgung und Asyle
• Anstaltsfürsorge = „erweiterte Armenfürsorge“
•Die wissenschaftliche Grundlegung der Betreuung der Idioten und Blödsinnigen „eroberten“ die Irrenärzte
•die „psychiatrische Denkweise“ floss in die Anstaltspraxis ein
•mit der gesetzlichen Regelung setzte sich das ärztliche (psychiatrische) Modell durch
•die eigentlichen Irrenanstalten, egal ob Heilanstalt oder Heil- und Pflegeanstalt entstehen nach Bradl in den deutschen Teilstaaten erst im 19. Jahrhundert
•führt dann nach der Etablierung der Anstalten im 19. Jahrhundert zu den eugenischen (Erbgesundheitslehre) Denkweisen des Beginns des 20. Jahrhunderts und der Ermordung psychisch Kranker und Behinderter durch die Nationalsozialisten
•diese Politik (Preussen)entsprach einer Bestrafung der „Kranken“ und „Behinderten“, deren individuelle Freiheit durch Anstaltsunterbringung verweigert wurde
•Das medizinische Verständnis des „Schwachsinns“ im 19. Jahrhundert bringt einen „Mythos der Heilbarkeit“ an die Oberfläche, der zu Heilversprechen, durch zb Erziehungsmöglichkeiten führt
->so dass schließlich der gesamte Bereich der sozialen Frage, der Minderwertigkeit oder der industriellen Brauchbarkeit vom Anspruch der Heilbarkeit überdeckt wurde
-> Mediziner vertrieben Pädagogen aus Anstalten 
•entstanden für Alte= Altersheime, Idioten= Irrenanstalten....
•Die Anstalten perfektionierten damit „die gesellschaftliche und personale Ausgrenzung des Andersseins 
->Heilungszweck trat in den Hintergrund
•Die Heilpädagogik war im 19. Jahrhundert zu schwach, um sich gegen die Psychiatrie durchzusetzen

Zwei wesentliche Elemente sind Bestandteil dieser Ausgrenzung:
1.Schule – Die Pädagogik, die Heilpädagogik, konzentrierte sich auf die Erziehung der Kinder zum Erkennen von Normalität und Abweichung gemäß den Standards der modernen Industriegesellschaft
->durch Entstehung der Hilfsschulen widmen sich die Pädagogen zunehmend den Kindern und Jugendlichen =ziehen sich aus der Behindertenbetreuung zurück
•hier finden sich auch die ersten Differenzierungen, besonders die Körper- und Sinnesbehinderten werden zunehmend in Spezialanstalten oder Schulen ihrer „Behinderung“ gemäß gefördert
2.Therapie – Konzentration auf die Brauchbarkeit für die Umerziehung Unvernünftiger, Irrer unter bürgerlichen und medizinischen Vorstellungen + speziellen Fürsorge der Behinderten
•es fehlte der deutschen Idiotenanstaltsfürsorge Ende des 19. Jahrhunderts ein einheitliches theoretisches und praktisches Gebilde
•zunächst noch pädagogische Bemühungen geraten immer mehr in den Hintergrund -> konfessionelle und medizinische Ideen überlagern die Fürsorge Schwachsinniger und Verrückter
•handlungsleitend waren Degenerations- und Entartungstheorien

•nach 1890 etablieren sich folgende Bereiche:
•Anstalten übernehmen vorwiegend die Betreuung von Fällen schwerer Idiotie, wobei sie in enger Nachbarschaft mit Institutionen der Fürsorgeerziehung stehen
• Psychiatrie übernimmt die Klassifizierung, Zuweisung und Verwaltung der Psychopathen, sofern sie sie nicht an den Strafvollzug oder die Fürsorgeerziehung weitergibt




Q:
Spina bifida

A:
• "zweigeteilte Wirbelsäule"
• Hemmungsmissbildung ca. in der 2.-4. Schwangerschaftswoche
• Diagnostik im Mutterleib: Ultraschall (16.-20. SSW) -> jedoch werden nur ca. 19% diagnostiziert (durch Fruchtwasserpunktion nach der 2. SSW oder Nachweis von Alphaphetoprotein im Blut)
• Häufig erst Diagnostik im weiteren Verlauf der Schwangerschaft
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