Grundlagen sprachtherapeutischer Diagnostik an der LMU München

Karteikarten und Zusammenfassungen für Grundlagen sprachtherapeutischer Diagnostik an der LMU München

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Toleranzbereich bei Mehrsprachigkeit

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Mehrsprachigkeit: Mögliche Verfahren zur Einschätzung der L1 ohne eigene Sprachkenntnisse

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Alternative Auswertung stand. norm. Verfahren

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wenn falsche Entsceidung gefällt wird 2 Möglichkeiten

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Schwirigkeiten bie Diagnose SES bie Mehrsprachigkeit

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Unterteilng Sprachauffälligkeiten bei mehrsprachingen Kindern

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Zusammenfassung Wortschatz bei Mehrsprachigkeit

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Konsequenzen  für Diagnostik bei Mehrsprachigkeit

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Maßstäbe für den Gesamtwortschatz

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Zitat Mehrsprachigkeit

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Schwirigkeiten bei Spracherwerb bei Mehrsprachigkeit

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Keine Hinweise auf SES bei MS

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Grundlagen sprachtherapeutischer Diagnostik

Toleranzbereich bei Mehrsprachigkeit

– dominante Sprace ca 1,5

– wenn L1/L2 ausgewogen ca. 2

– schwache Sprache ca 2,5

Ausweitung auf mehr als 2

->A MW = 50, SD= 10, T- Wert <30 = therapiebedürftig

Grundlagen sprachtherapeutischer Diagnostik

Mehrsprachigkeit: Mögliche Verfahren zur Einschätzung der L1 ohne eigene Sprachkenntnisse

– SCREEMIK (Wagner 2008) (weniger gut)
– ESGRAF-MK Screenings (Motsch 2011) (computergestützt)
– WWT 6-10 türkisch (Glück 2011) (kompletter Test -> konzeptuell und totaler Wortschatz)

Grundlagen sprachtherapeutischer Diagnostik

Alternative Auswertung stand. norm. Verfahren

 Ausweitung des Toleranzbereiches in Abhängig-
keit von der Dominanz der Sprache

– nicht alleinige Diagnose!!
Therapiebedarf, wenn Testleistung mehr als
◦ 1.5-1.75 SD < MW (Testung in der dominanten Sprache)
◦ 1.75-2.0 SD < MW (wenn L1/L2 ausgewogen)
◦ 2.25-2.5 SD < MW (Testung in schwacher Sprache)
 Korrektur des Testalters -> Erwerbsalter (Kontaktszeit in Monaten)

Grundlagen sprachtherapeutischer Diagnostik

wenn falsche Entsceidung gefällt wird 2 Möglichkeiten

 Mistaken identity: falsche Diagnose einer Sprach-/ Lernbehinderung
 Missed identity: unerkannte oder unbehandelte Sprach-/ Lernbehinderung (eher Unterversorgung)

Grundlagen sprachtherapeutischer Diagnostik

Schwirigkeiten bie Diagnose SES bie Mehrsprachigkeit

– Überprüfung aller Sprachen

◦ Die meisten Diagnostiker sprechen die Erstsprache des Kindes nicht
◦ Informationen über sprachliche Fähigkeiten, die über die Eltern erhoben
werden, sind oft nicht ausreichend zuverlässig.
◦ In vielen Migrationssprachen ist kein ausreichendes Wissen über den
physiologischen und den gestörten Erstspracherwerb vorhanden.
◦ Fehlende Diagnostikverfahren für Mehrsprachige
◦ Fehlende Vergleichswerte für die „normale Zweitsprachentwicklung“

– nicht vergleichbare Normwerte, auch veränderte erst sprache durch wohnraumwechsel

Grundlagen sprachtherapeutischer Diagnostik

Unterteilng Sprachauffälligkeiten bei mehrsprachingen Kindern

1. Sprachauffälligkeiten im Rahmen des „normalen“
Zweitspracherwerbs, Ausdruck der Interlanguage
(= Normale Übergangsphänomene)
 Abweichungen von Aussprache und AK in L2, Übergeneralisierungen der L1-Regeln auf L2

2. Mangelnde Sprachkenntnisse durch ungünstige Erwerbsbedingungen
 Fossilierungen in der L2, unzureichende Kompetenzen in der L1

3. Spracherwerbs-/ Sprachentwicklungsstörung
 Die sprachlichen Auffälligkeiten zeigen sich auf verschiedenen oder allen Sprachebenen sowie u.U. in der Schriftsprache IN BEIDEN SPRACHEN! evtl eine auffäliger

Grundlagen sprachtherapeutischer Diagnostik

Zusammenfassung Wortschatz bei Mehrsprachigkeit

besondere Inputabhängigkeit im Aufbau assoziativer Verbindungen
domänenspezifisches, distributives Vokabular
unterschiedlich ausdifferenzierte semantische Repräsentationen über die
verschiedenen Sprachen hinweg (insbesondere bei abstrakten Konzepten
oder Polysemen)
Mit Auswirkungen auf den Zugriff auf diese lexikalischen Einträge
 einzelsprachlich betrachtet: häufig kleinerer Wortschatzumfang als
einsprachige Kinder*

 Einflussfaktoren auf die Wortschatzleistungen:
◦ Erwerbsbeginn (resp. das Erwerbsalter oder die Kontaktzeit zur L2),
◦ Menge, Qualität und Verteilung des aktuellen Inputs sowie der aktuelle
Sprachgebrauch (dadurch die Bestimmung der – aktuellen –
Sprachdominanz),
◦ Sprachprestige und die Akzeptanz der Sprache und Kultur des Landes,
◦ sozio-ökonomischer Status der Familie,
◦ persönliche Charaktereigenschaften,
◦ Motivation sowie individuelle Sprachbegabung.
 Konsequenz: äußerst heterogene Wortschatzleistungen
gewisse Parallelen zum Symptombild einer lexikalischen Störung
erkennbar, jedoch ist nur bei einer kleineren Subgruppe Ausdruck einer
lexikalischen Störungen im Rahmen einer SSES

Grundlagen sprachtherapeutischer Diagnostik

Konsequenzen  für Diagnostik bei Mehrsprachigkeit

wie Puzzle

1. *Diagnostik in der Erst- und Zweitsprache *(wenn möglich)

– konzeptuelles oder totaleres Vokabular

– Zeitliche trennung der Testungen

– Ab Schulalter rezeptiv Wortsch. wie Mutersprachler
2. Alternative Auswertung stand. norm. Verfahren

– Auswertung des Toleranzbereichs in Abhängigkeit von der Dominanz der Sprache

– Korrektur des Testalters
3. Vertiefte Anamnese & Erstellen einer Sprachlernbiographie

– ungünstige Spracherwerbsbedingungen und Sprachdominanz über Elterninterwview und umfangreiche Anamnesebögen feststellen

– Anzeichen einer SSES (später Sprechbeginn)

– mutersprachliche Assistenten zur Hilfe

 -> Erfassung der Erwerbsbedingungen von L1 und L2
4. Betrachtung der zugrunde liegenden gestörten (sprachlichen) Informationsverarbeitung

– Sprachunabhängige Diagnostik -> phonologisches Arbeitsgedächtnis prüfen
5. Bewertung der Bewältigungsstrategien
6. Prozessorientierte Diagnostik

Grundlagen sprachtherapeutischer Diagnostik

Maßstäbe für den Gesamtwortschatz

Kozeptueller Wortschatz

– Gesamtwortschatz verstanden -> in mind. einer Sprache versprachlicht

Totaler Wortschatz -> Gesamtzahl aller erworbenen Wörter -> spiegelt besser die Leitstung mehrsprachiger Kinder (mehr als einsrpachige)

Grundlagen sprachtherapeutischer Diagnostik

Zitat Mehrsprachigkeit

„Mehrsprachige Kinder ‚funktionieren nicht wie ein
Wörterbuch‘: Ein bilinguales Kind hat im Vergleich zu einem
monolingualen Kind nicht einen doppelt so großen
Wortschatz.“

-> Vorsicht bei Katigorisierung der Rückstände

Grundlagen sprachtherapeutischer Diagnostik

Schwirigkeiten bei Spracherwerb bei Mehrsprachigkeit

– quantitativ geringere Kontaktzeit zu jeder Sprache (zwei sprachen in gleicher zeit) -> qualitativer Unterschied, da weniger rezeptive und expressive Möglichkeiten

-> Domänenspezifisches, distributives Vokabular

– 1. jahr schon zentrale sprachliche Regeln -> Übergeneralisierungen, bevorzugt Verbend

– schwierigste = Flexionsmorphologie

– Genus Kasus häufig auffällig

– insgesamt geringerer Wortschatz

-> gleiche Tests nicht fair

Gute Erwerbsbedingungen -> ausreichend Kompetenz

Grundlagen sprachtherapeutischer Diagnostik

Keine Hinweise auf SES bei MS

 -> hohe variabilität, nicht sofort Hinweis auf Störung

– Sprachmischungen kein Hinweis auf SES (Kontextabhängig), außer wenn keine Rücksicht auf Sprechpartner genomen wird

– verschiedene Stufen bei Mehrsprachigkeit, Wissen von einer Sprache auf andre zb Interlanguagesysteme und Fossilierung (Pause)

– Schweigephase

– Dominanz einer Sprache -> unterschiedliche Kompetenzen (schauen in welchen Kontexten welche Sprache)

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