Diagnostik an der LMU München

Karteikarten und Zusammenfassungen für Diagnostik an der LMU München

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Bedeutung der Leistungsbeurteilung

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Zielorientierung des Unterrichts

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Leistungs- und Persönlichkeitsbeurteilung in der Schule

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Diagnostische Ebenen im Handeln von Lehrern (Langfeldt)

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Definition: Diagnostik (Zimbardo)

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Definition: Diagnostik (Dorsch)

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Aspekte diagnostischen Handelns (nach Ingenkamp)

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Arten von Diagnostik

(für die Schule relevant)

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Objektivität

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Herstellung von Validität

Besonderheit Validität

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Kognitive Schülermerkmale


Lernfähigkeit

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Kognitive Schülermerkmale


Konzentration & Aufmerksamkeit

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Diagnostik

Bedeutung der Leistungsbeurteilung
"Mit der sozialen Mobilität, der Möglichkeit des sozialen Aufstiegs, wurde die Beurteilungsfunktion des Lehrers immer bedeutungsvoller." (Kleber)

Gründe dafür sind der Ausbau des Bildungssystems und die Erhöhung der Konkurrenz in der Gesellschaft. In einer demokratischen Gesellschaft muss Chancengleichheit Ziel sein!

Diagnostik

Zielorientierung des Unterrichts
Schule soll: kognitive, affektive und soziale Lernziele erreichen

Wissen und Können
Moral: Haltungen und Einstellungen --> problematisch

Diagnostik

Leistungs- und Persönlichkeitsbeurteilung in der Schule
  • Leistungsbeurteilung in Form von Prüfungs- und Zeugnisnoten
  • Beratungspflicht geht mit Benotungspflicht einher (Lern-, Schullaufahnberatung)
  • Informationsrecht des Schülers über dessen Leistungsstand
  • Persönlichkeits- und Verhaltensbeurteilungen von Seiten des Lehrers (z.B. Zeugniskommentare)

Diagnostik

Diagnostische Ebenen im Handeln von Lehrern (Langfeldt)
Individuell:
Lernvoraussetzungen einzelner Schüler beurteilen (--> entsprechende Förderung)

Klassenebene:
interindividuelle Unterschiede erkennen (--> effizientes, kooperatives Lernen durch angemessene Lehrmethoden)

Institutionell:
erstellen von fairen Leistungsberichten, fehlerfrei Empfehlungen für weitere Schullaufbahn.

Diagnostik

Definition: Diagnostik (Zimbardo)
Zimbardo, 1988:

Diagnostik ist ein Teilbereich der Psychologie, der sich mit der Theorie, der Konstruktion un der Analyse von Diagnoseverfahren befasst. Diagnose ist dabei die Feststellung des Vorhandenseins oder der Ausprägung von psychologischen Merkmalen

Diagnostik

Definition: Diagnostik (Dorsch)
Dorsch, 1982:

"Diagnostik [bezeichnet] die Lehre von der sachgemäßen Durchführung der Diagnose; auch die Ausübung der Diagnose."
"Psychologische Diagnostik ist die Bezeichnung für alle Methoden und deren Anwendung, welche zur Messung bzw. Beschreibung inter- und intraindividueller Unterschiede verwendet werden."

Diagnostik

Aspekte diagnostischen Handelns (nach Ingenkamp)
Vergleich:
Beschreibung des Verhaltens

Analyse:
Gründe für ein Verhalten finden
(Warum tritt ein Verhalten auf?)

Prognose:
Vorhersagen eines zukünftigen Verhaltens

Interpretation:
Urteilsbildung durch Ordnen, Bewerten und Gewichten der diagnostischen Information

Mitteilung und Wirkungskontrolle:
an die Eltern/Schüler, um durch Rückmeldung zukünftiges Verhalten zu beeinflussen (Bsp.: Zeugnis)




Psychologische Diagnostik wird oft als die Messung interindividueller Unterschiede bezeichnet, weil die meisten Beurteilungen angeben, inwieweit sich eine Person im Bezug auf bestimmte Dimensionen von anderen Personen unterscheidet oder ihnen gleicht.

Diagnostik

Arten von Diagnostik

(für die Schule relevant)
Standardisierte und nicht-standardisierte Diagnostik
Standardisierte Diagnostik:
Das Diagnoseverfahren wird auf alle Personen einer ausgewählten, genau beschriebenen Stichprobe in der gleichen Weise und unter vergleichbaren Bedingungen angewendet.
Schule
Standardisierte Texts werden meist von Testverlagen vertrieben, Stichproben von Schülern zur Bearbeitung vorgelegt und Gesamtpunktwert mit Normwerten einer Eichstichprobe, z.B. Gruppe gleichen Alters und Schulstufe, verglichen.

Nicht-standardisierte Diagnostik:
Genau das Gegenteil ist der Fall - die Personen werden subjektiv bewertet und somit nicht in einer großen Gruppe in gleicher Weise und unter gleichen Bedingungen geprüft bzw. bewertet.

Norm- und kriteriumsorientierte Diagnostik:

Definition (Pawlik, 1982): "Unter normorientierter Diagnostik versteht man einen Untersuchungsansatz mit dem Ziel, das einzelne Untersuchungsergebnis im Hinblick auf statistische Bezugswerte, also relativ zur Verteilung der Testergebnisse in einer Bezugsgruppe (Einstichprobe), auszudrücken und zu interpretieren."
Bsp:
Schüler hat 60% des Einmaleins richtig --> Etwas besser als der Klassendurchschnitt

Definition(Petermann, 1995):
Psychologische Diagnostik erfolgt kriteriumsorientiert, "wenn der verwendete Vergleichsmaßstab für das zu bewertende Charakteristikum eines Beurteilungssachverhaltes unabhängig von Informationen über die Verteilung der Ausprägungsgrade dieses Charakteristikums festgelegt wird."
Bsp:
Schüler hat 60% richtig --> Das kleine Einmaleins sollte mit mind. 90%-iger Sicherheit beherrscht werden, also schneidet Schüler eher schlecht ab.

Individual- und Umweltdiagnostik
Individualdiagnostik
  • Einzelne Personen; Selbst- oder Fremddiagnostik
Umweltdiagnostik
  • Soziales Verhalten; Gruppe
Die Umweltdiagnostik umfasst zudem Eltern- und Lehrerinterviews, Lehrerbereichte, Unterrichtsbeobachtungen, Arbeitsplatzanalysen und den Einbezug andere Bezugspersonen (z.B. Hausarzt, Verwandte oder Geschwister).

Schulleistungsdiagnostik

Definition (Langfeldt & Imhof,1999)Schulleistungsdiagnostik ist "die systematische Beschreibung und anschließende Bewertung eines aktuellen Wissens- oder Fäigkeitsstatus von Lernenden bzgl. eines umschriebenen Inhaltsbereiches".

Funktionen von Schulleistungsdiagnostik nach Heller:
  • Didaktische Funktion
Überprüfung unterrichtlicher Maßnahmen, Bewertungen des Unterrichtserfolges, Erfassung von Lernschwierigkeiten, Überprüfung von Lernzielen
--> Feedback für Lehrer (evtl. Unterrichtsoptimierung)

  • Evaluative Funktion
Orientierung für Schüler/Eltern über Schulleistung (Schwächen, Stärken, Lernfortschritte), z.B. underachievement
--> Feedback für Eltern/Schüler

  • Entscheidungsfunktion
Schullaufbahnberatung (Selektion, Auslese) und beim Wechsel von Lerngruppen
--> äußere/innere Differenzierung im Schulsystem

Diagnostik

Objektivität
= Grad, in dem Ergebnisse eines Tests unabhängig vom Untersucher sind

Definition (Lienert, 1967): Ein Test wäre vollkommen objektiv, wenn verschiedene Untersucher bei denselben Probanden zu gleichen Ergebnissen gelangten [Interpersonelle Übereinstimmung der Untersucher].

--> Intersubjektive Einflüsse sollen möglichst ausgeschaltet werden. Dazu müssen möglichst viele Arbeitsschritte im Beurteilungsverfahren genau festgelegt sein.

Beispiele für objektive Tests: (theoretische) Führerscheinprüfung oder Intelligenztests.
Gegenbeispiele (nicht-objektive Tests): sog. "Trintenklecks-Diagnostik" oder "Rorschach-Test", bei Persönlichkeit daraus interpretiert wird, was Proband in einem Tintenklecks sieht.

Objektivität ist (wie Reliabilität) ein formales Kriterium, es sagt nichts über den Inhalt aus!

Arten von Objektivität:
  • Durchführungsobjektivität
Gleiche Bedingungen für alle Prüflinge und die Untersuchung soll unabhängig von zufälligen und systematischen Verhaltensvariationen des Untersuchers sein.

Man versucht zu sichern, dass alle lernenden bzw. Probanden den gleichen Anforderungen unter gleichen Bedingungen ausgesetzt sind.
  • Situative Faktoren: Tageszeit, Hilfsmittel, Instruktion, Lärm...
  • Personale Faktoren: Ermüdung, vorherige Beschäftigung...

Herstellung von Durchführungsobjektivität:
  • Vereinheitlichung der Aufgabenstellung, der Bearbeitungszeit, der Erläuterung der Aufgaben, der zulässigen Hilfsmittel ("Bedingungskonstanz")
  • Gleichheit der Instruktionen für alle Prüflinge (z.B. schriftlich oder mit Tonband).
  • Vergleichbare situative Faktoren
  • Reduktion der sozialen Interaktion zwischen Proband und Untersucher auf Minimum
  • Strikte Beachtung von Verfahrensregeln

Schwierigkeiten:
  • Personale Faktoren nur schwer beeinflussbar (z.B. Prüfungsangst, Tagesform)
  • Verstehensprobleme bei formelhaftem Vortragen der Anweisungen
  • Bei mündlichen Prüfungen ist Durchführungsobjektivität automatisch niedriger, da keine Gleichzeitigkeit gegeben ist.


  • Auswertungsobjektivität
Diagnostische Ergebnisse (in Zahlen oder kategorialen Einordnungen) sollten unabhängig vom Untersucher sein. Verschiedene Beurteiler sollten also zu gleichen Ergebnissen gelangen.

Die meisten Untersuchungen über die Schwächen traditioneller Leistungsbeurteilungen beziehen sich auf die mangelnde Auswertungsobjektivität.

Herstellung von Auswertungsobjektivität:
  • Beurteilungsverfahren mit festgelegten Kriterien - für jede Aufgabe wird genau festgelegt, was bzw. welche Lernergebnisse mit wie vielen Punkten bewertet wird bzw. werden
  • Kriterienkatalog --> Nur Auszählung (z.B. Diktatfehler)
  • Beurteilungsverfahren mit geschlossenen Antwortformen z.B. Erhebungsverfahren auf Multiple-Choice-Basis

Schwierigkeiten:
  • Bei Aufsätzen o.ä. ist die Auswertungsobjektivität eher schwierig zu erreichen
  • HAWIK: manche Lösungen mit 0,1 oder 2 Punkten bewerten --> Beispielantworten vorgegeben, um Auswertungsobjektivität zu erreichen, aber nicht immer eindeutig
  • Projektive Verfahren: Tests mit auslesungsfähigem Bildmaterial z.B. Rorschachtest, Zeichentests, Handschriften...

  • Interpretationsobjektivität
Aus gleichen Ergebnissen sollten auch die gleichen diagnostischen Schlüsse gezogen werden (erst hier findet in der Schule Notengebung statt!). Verschiedene Beurteiler interpretieren das gleiche Auswertungsergebnis also gleich.

Interpretationsobjektivität ist schwieriger zu erreichen als Auswertungsobjektivität.

Mangelnde Interpretationsobjektivität:
Schüler hat 12 Punkte erreicht --> Ein Lehrer gibt Note 2, der andere Note 4.
Ein Testergebnis kann grundsätzlich nach vorliegenden Normentabellen in die Leistungsverteilung oder in das erreichte Lernniveau eingeordnet werden, es kann aber auch notwendig sein, Ergebnisse abzuwägen, zu gewichten und zu bewerten.

Herstellung von Interpretationsobjektivität
  • Existenz von festen Regeln für diagnostische Schlussfolgerungen (z.B. normierte Leistungstests, Fragebögen, Rohwerte aus Tabellen ablesen...)
  • Möglichst umfassende Dokumentation von Datenerhebungen und -analysen

Schwierigkeiten:
  • Je unterschiedlicher die zu verarbeitenden Infromationen und je zahlreicher sie sind, desto schwieriger ist es, sie objektiv, d.h. unter Ausschaltung intersubjektiver Einflüsse, zu interpretieren
  • Affektive Beziehungen
  • "Intuition" des Diagnostikers oder Meinung, dass Diagnostik eine nicht schulmäßig erlernbare Kunst sei. --> große Unsicherheiten auf diesem Gebiet!

Objektivität ist die notwendige Voraussetzung für die Zuverlässigkeit und Gültigkeit einer Messung bzw. eines Prüfsystems. Eine Messung, die nicht objektiv ist, kann auch nicht zuverlässig und gültig sein.

Diagnostik

Herstellung von Validität

Besonderheit Validität
  • Übereinstimmung von Test- und Unterrichtsinhalt
  • Eindeutige Arbeitsanweisungen und klar formulierte Aufgaben
  • Operationalisierung der Lernziele (genaue Angaben über die notwendige Lehrtätigkeit, die Inhaltsbeschreibung, das angestrebte Endverhalten mit den Bedingungen, unter denen es gezeigt werden soll, und den Maßstab, an dem es gemessen werden soll)
  • Lehrer sollte inhaltliche Analyse durchführen (Diagnostiziert der Test, inwieweit die von ihm ausgewählten Unterrichtsziele erreicht worden sind? Werden diese Ziele durch die Testaufgaben angemessen repräsentiert?)
  • Genaue Festlegung, welches Verhalten als Kriterium fungieren soll
--> Validitätsfrage des Tests auf Validitätsfrage des Kriteriums
  • nicht direkt auf Verhalten schließen, sondern auf eine Eigenschaft, die sich in verschiedenen, aber funktionell ähnlicher Weise im Verhalten äußern kann

Korrelationskoeffizienten alleine sind unzureichendes Maß für die Brauchbarkeit eines Verfahrens. Wesentlich für die praktische Umsetzung sind außerdem
  • die Selektionsrate (wie viele von den getesteten Probanden sollen aufgenommen/ abgewiesen werden)
  • die Verteilung von Eignungs- und Nichteignungsquoten in der Population


Die Validität ist das einzige inhaltliche Kriterium und macht eine Aussage darüber, ob gemessen wird, was gemessen werden soll. Sie ist ein sehr wichtiges Kriterium für die Güte einer diagnostischen Messung.

Diagnostik

Kognitive Schülermerkmale


Lernfähigkeit

Unterschiede zu Intelligenztests:

  • Untersuchen nicht gegenwärtigen Status, sondern auch Entwicklungsmöglichkeiten

(z.B. was könnte mit Hilfeleistung ereicht werden?, Kornmann)

  • nach einem Vortest gibt es eine sog. Pädagogisierungsphase, in der die Aufgabenläsung besprochen wird und dann ein Nachtest vorgelegt wird


Arten von Lerntests (Guthke)

a) Punktuelle Tests

b) Re- bzw. Paralleltests 

(deutliche Fortschritte bei einer Testwiederholung)

c) Kurzzeitlerntests

d) Langzeitlerntests

(sieben bis acht Tage Pädagogisierungsphase)

e) Intervalltests (halbes Jahr P.-Phase)


Einsatzmöglichkeiten und Kritik

Kaum Lerntest die als entwickelte Verfahren angesehn werden können. Scheitern also schon am Nichtvorahndensein der Instrumente. Zudem können die geprüften Fähigkeiten leicht traineirt werden; Problem der Leistungstest werden kaum überwunden (v.a. bei lernschwachen Schülern ergeben sich ähnliche Ergebnisse).

Diagnostik

Kognitive Schülermerkmale


Konzentration & Aufmerksamkeit

Konzentration (lat.) bedeutet so viel wie Verdichtung, Sammlung, Zusammenfassung, Gruppierung um einen Mittelpunkt.


Definition (Dorsch et al.,1994): Aufmerksamkeit ist eine auf die Beachtung eines Objektes gerichtete Bewusstseinshaltung, durch die das Beobachtungsobjekt apperzipert wird.


Komponenten der Konzentration ("Gipfel der Aufmerksamkeit"):

  • zielgerichtet Anspannen des Willens
  • abschirmendes Asschalten störender Wahrnehmnungen
  • hellwacher Zustand der Aufnahmebereitschaft
  • gegliedertes Ordnen des Denkens
  • filterndes Erinnern des Wissens


Vigilanz: Daueraufmerksamkeit, d.h. Bereitschaft, auf kleine Veränderungen schnell zu reagieren (--> Nachtfahrt im Auto)


Konzentrationsstärungen

Häufigkeit:

  • Laut Eltern: 38% (Hausaufgaben)
  • Laut Lehrer: 44,7%
  • Nach Perret et al. 62,8% leicht betroffen und 2,4% scher (klinische Relevanz)

Symptomatik

  • Konzentrationsstärung: akute, begrenzte vorrübergehende Schwierigkeit (z.B. Unlust)
  • Konzentrationsschwäche: habituelles dauerhaftes Persönlichkeitsmerkmal (z.B. angeborene Defekte)


Sowohl motorisch unruhige Kinder als auch ruhige, zu langsam arbeitende Kinder werden gemeinhin konzentrationsgestört benannt.


Diagnose von Konzentration und Aufmerksamkeit

  • Testverfahren, die so einfach sind, dass es nur auf Geschwindigkeit und Sorgfalt ankommt (z.B. auf einer Seite im Buch alle "e" markieren)
  • Testverfahren, bei denen die Koordination verschiedener Tätigkeiten verlangt wird (z.B. Rechnen und in Abhängigkeit vom Ergebnis die Durchführung von Addition oder Subtraktion von Zwischenergebnissen)
  • Neuropsychologische Tests (z.B. EEG; sehr hoher technischer Aufwand)
  • Fremdbeobachtungsverfahren oder Selbstbeobachtung (meist durch Fragebögen mit Skalen erfasst)


Beispiel: Das Münchner Verhaltensinventar nach Helmke & Renkl

  • Fremdbeobachtungsverfarhen
  • Unterscheidung des Unterrichtsbezugs
    • On-Tast: erfrüllt Aufgaben des Unterrichts (passiv), bring sich ein (aktiv), oder reagiert auf Lehrer (relativ)
    • Off-Task: Verpasst Lerngelegenheit (passiv) oder stört (aktiv)
    • No-Tast: kein Vorliegen einer Aufgabe
  • Durchführung: in einer Klasse werden Schüler nacheinander für 5 Sekunden beobachtet; viermalige Wiederholung
  • Beobachtertraining führt zu guten Werten bei den Gütekriterien
  • Ergebnisse (2. Klasse, 54 Klassen untersucht):
    • 78% der Zeit sind Schüler aufmerksam, Schwankungen groß´teils durch Klassenzugehörigkeit erkärbar
    • Mittlere Korrelation zwischen tatsächlicher Aufmerksamkeit und Einschätzung des Lehrers


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