Gesundheitsökonomie II an der IUBH Internationale Hochschule | Karteikarten & Zusammenfassungen

Lernmaterialien für Gesundheitsökonomie II an der IUBH Internationale Hochschule

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9b) Sehen Sie Hinweise auf einen bevorstehenden strukturellen Wandel von erstem und zweitem Gesundheitsmarkt? (10 Punkte)

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  • Digitalisierung -> Nutzung digitaler Infrastruktur
  • Zunahme präventiver Maßnahmen
  • Präzisionsmedizin -> Genmedizin 
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8b)Wie schätzen Sie die zukünftige Entwicklung des OTC-Marktes ein? Begründen Sie kurz. (10 Punkte)

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  • Wachsende Markt -> Innovationsmarkt von OTC- Produkten zu evidenzbasierten Produkten
  • Switches und Reswitches à Lifestyleprodukte für Jedermann 
  • Digitalisierung -> Selbstmedikation nimmt zu durch leichteres Herankommen an OTC- Produkten für junge Menschen mit Internetzugang 
  • Durch erhöhte Gesundheitsbewusstsein auch Zunahme IGeL Leistungen
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8. Der Markt für freiverkäufliche Arzneimittel (OTC-Markt) stellt einen

Wachstumsmarkt innerhalb des zweiten Gesundheitsmarktes dar.

a)Was ist der zweite Gesundheitsmarkt? Erörtern Sie seine Grenzen und die

Determinanten seines Wachstums. (20 Punkte)

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  • Def.: Umfasst alle privat finanzierten Leistungen, die nicht von den Kassen übernommen werden (also im Leistungskatalog stehen)
  • 2. Gesundheitsmarkt umfasst nach allgemeinen Verständnis freiverkäufliche Arzneimittel und individuelle Gesundheitsleistungen, Fitness, Wellness, Gesundheitstourismus sowie Bereiche Sport/ Freizeit, Ernährung, Wohnen
  • OTC (over the counter) -> Arzneimittel die nicht verschreibungspflichtig sind, können apothekenpflichtig oder auch nicht apothekenpflichtig sein
  • Zunehmendes Gesundheitsbewusstsein und demografischer Wandel 
  • Leistungen des 2. Gesundheitsmarktes sind nicht unbedingt evidenzbasiert und deshalb nicht in Leistungskatalog zu finden 
  • Determinanten: Gesundheitsbewusstsein, Gesundheitsreform von Politik, ökonomische Leistungsfähigkeit 
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9a) Vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden gesundheitspolitischen Strategien,

was erwarten Sie hinsichtlich gesundheitspolitischer Maßnahmen für die kommenden Jahre (Kostendämpfung, Wettbewerb, …)? (20 Punkte)

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  • Steigerung bei Sorgfalt um Gesundheitsfachberufe (steigende Bedeutung dieser + zunehmende Wichtigkeit) z.B. durch Pflegepersonaluntergrenzenverordnung (2018) oder Pflegepersonalstärkungsgesetz (2019)
  • Mehrausgaben Personalkosten, dadurch Effizienzsteigerung und Effektivität (Kostendeckung, keine Kostendämpfung in den nächsten Jahren)
  • Digitalisierung -> jetzt Kostensteigerung, langfristig sinkende Kosten 
  • Wettbewerb gleichbleibend, da Parameter für Wettbewerb gering und dieser wird sich nicht weiter ausweiten können ohne große strukturelle Änderungen
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1. Im Wettbewerb zwischen den Krankenkassen spielen vielfältige Satzungsleistungen eine Rolle. a) Worum handelt es sich bei den „Satzungsleistungen“? (10 Punkte)

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  • Sind Leistungen die Krankenkasse zusätzlich zu den gesetzlich festgeschriebenen Leistungen gewähren kann
  • Stehen in der Regel im Freien Ermessen der Krankenkassen -> können im Wettbewerb eingesetzt werden
  • Soweit sie bestehen, ist die Krankenkasse gegenüber allen Versicherten an ihre Satzungsregelung gebunden
  • Bsp. Wird homöopathische Arzneimittel erstattet oder nicht (Reiseimpfungen,…)
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1b) Welche Wettbewerbsparameter jenseits der Satzungsleistungen können Sie ggf. identifizieren? Wird sich der Wettbewerb zwischen den Kassen zunehmend verschärfen? Begründen Sie. (20 Punkte)


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  • Höhe des Zusatzbeitrags (Versichertenbeitrag)
  • Anbieten von telemedizinischen Anbindungen – die Kassenspezifisch sind (Terminvergabe über das Handy)
  • Dienstleistungskomfort
  • Betreuungs- & Beratungsfunktion
  • Bonusprogramme
  • Distributionspolitik (Möglichkeiten der Risikoselektion)?
  • Ja der Wettbewerb wird sich verschärfen weil, Krankenkassen unterschiedliche Höhen von Zusatzbeiträgen haben -> Versicherte suchen sich, wenn der Zusatzbeitrag steigt eine neue Krankenkassen -> in dem der Zusatzbeitrag geringer ist, man aber die gleichen Leistungen erstattet bekommen kann
  • Bsp. Krankenkasse setzt den Beitrag um einen halben Prozentpunkt nach oben im dreistelliger Bereich im Jahr -> Kassenwechsel ist Möglichkeit dem zu entgehen und Geld für andere Dinge nutzen
  • Digitalisierung kann Anreize bringen, wird aber nicht wesentlich mehr als jetzt -> Wettbewerb
  • Aktuell wenig bis kein Wettbewerb, in Zukunft auch wenig 
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2. Zum 1. April 2020 ist das Fairer-Kassenwettbewerb-Gesetz (GKV-FKG) in Kraft getreten. a) Nennen Sie zwei wesentliche Elemente dieses „reichhaltigen“ Gesetzes. Gehen Sie jeweils auf den Inhalt der Regelung und die Relevanz für die GKV ein. (20 Punkte)

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  • Der Wettbewerb zwischen den gesetzlichen Krankenkassen soll künftig fairer und zielgenauer als bisher ausgestaltet werden
  • Außerdem soll Lieferengpässen bei Arzneimitteln wirksam entgegnet werden
  • Das sind die Ziele des „Gesetzes für einen fairen Kassenwettbewerb in der gesetzlichen Krankenversicherung“ (GKV-FKG), dass der Bundestag beschlossen hat

 

1.Aspekt: Reform des morbiditätsorientierten Strukturausgleichs – stellt Herzstück für den Kassenwettbewerb da aus unterschiedlichen Gründen für die GKV relevant 

  • Kassen erhalten pro Monat einen festgelegten Anteil, womit die durchschnittlichen Leistungs-und Verwaltungsausgaben ausgeglichen werden (basierend auf Versichertenanzahl)
  • Der Risikostrukturausgleich ist in erster Linie eine Wettbewerbsordnung
  • Er soll dafür sorgen, dass sich die miteinander konkurrierenden Kassen bei ihren Bemühungen um eine Verbesserung ihrer Marktposition nicht um Dinge kümmern, die zwar der einzelnen Kasse kurzfristig nützen, für das gesamte GKV-System aber schädlich sind
  • Die Kassen sollen sich nicht auf das Anlocken von sogenannten "guten Risiken" konzentrieren, sondern auf die Verbesserungen der Qualität und Wirtschaftlichkeit der Gesundheitsversorgung, einen kundenfreundlichen Service und niedrige Verwaltungskosten
  • Mit dem Gesetz soll der RSA mit dem Ziel gleicher Wettbewerbsbedingungen und der Stärkung der Manipulationsresistenz sowie der Präventionsorientierung weiterentwickelt werden


2. Aspekt: Neue Strukturen des GKV-Spitzenverbandes

  • Um eine engere und transparentere Anbindung an das operative Geschäft der Krankenkassen zu unterstützen, werden die Strukturen des GKV-Spitzenverbandes weiterentwickelt
  • Dazu wird ein neuer Lenkungs- und Koordinierungsausschuss geschaffen, der mit Vorstandsmitgliedern der Krankenkassen besetzt ist
  • Künftig soll es auch eine Frauenquote in den Entscheidungsgremien geben

 

Weitere Aspekte: 

  • Extra- Geld für Pflege -> Pflegenotstand 
  • Abbau überschüssiger Finanzreserven 
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2b) Das GKV-FKG regelt den morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (MorbiRSA) neu. Erläutern Sie kurz zwei Aspekte. (10 Punkte)


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Morbi RSA

  • Krankenkassen haben eine ungleiche Versichertenstruktur
  • Einige haben überdurchschnittlich viele gut verdienende und gesunde Versicherte
  • andere versichern überdurchschnittlich viele kranke Menschen und Beitragszahler mit niedrigem Einkommen
  • Ausgleich dieser Risikounterschiede zwischen den Krankenkassen, den sogenannten Risikostrukturausgleich in der gesetzlichen Krankenversicherung

 

Zwei Aspekte:

  • Regionalkomponente: Regionale Über- und Unterdeckungen im Finanzausgleich sollen abgebaut werden – gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Krankenkassen schaffen
  • Durch Regionalkomponente wird die Marktkonzentration einzelner Kassen entgegenwirkt
  • Krankheits-Vollmodell: Künftig wird das gesamte Krankheitsspektrum (statt bisher 50 bis 80 Krankheiten) im RSA berücksichtigt -> Erhöhte Zielgenauigkeit des Finanzausgleiches und verringert Über- und Unterdeckungen für Großteil der Versicherten
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3. Hat die gesundheitspolitische Gesetzgebung der letzten 40 Jahre das Entstehen eines zweiten Gesundheitsmarktes begünstigt? Skizzieren Sie drei Gesundheitsreformvorhaben und diskutieren Sie ihren möglichen Beitrag zu einer solchen Entwicklung. (30 Punkte)


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Generell:

  • Zusatzbeiträge eingeführt
  • Kassenlandschaft wurde geöffnet – es gibt für die meisten KK Kontrahierungszwang – KK sind nicht mehr auf bestimmte Bevölkerungsgruppen beschränkt
  • Risikostrukturausgleich – Gesundheitsfonds
  • Krankenhausfinanzierung – Von tagesgleichen Pflegesätzen auf DRG (1.Markt)

 

Gesundheitsreformen

  • Gesetzte die darauf ausgelegt sind Kassenwettbewerbe zu stimulieren – andere Dynamik im zweiten Gesundheitsmarkt
  • Viele Leistungen wurden rausgeworfen – durch Gesundheitsstrukturgesetz 1993 -> Arzneimittellandschaft stark aufgeräumt
  • Arzneimittel sind aus Erstattung rausgefallen – Krankenkassen haben sich genau überlegt welche Satzungsleistungen sich rentieren auch gegenüber anderen Krankenkassen
  • z.B. Bestimmte Präventive Leistungen Eingang gefunden haben in Leistungskatalog wie z.B Mutterkind kuren -> eine Industrie um dieses Konzept herum auf den Weg gebracht -> Privatzahler haben viele Angebote und werden vermittelt
  • Man hat aber auch viele Einschränkungen erwirkt -> Dentalmedizin: zweiter Markt hat sich etabliert von professionelle Zahnreinigung bis hin zu vielen anderen Selbstzahlerleistungen
  • Gesundheit ist ein neuer Trend geworden, wichtiges Element des Alltags -> Zahlungsbereitschaft wächst für Konsum von Gesundheitsleistungen außerhalb der Krankenversicherung
  • Kassenwettbewerb seit den 90er Jahren entstanden ist – hat Impulse gegeben für zweiten Gesundheitsmarkt
  • Neu geordnet KK konnten um Versicherte konkurrieren -> stimuliert ggf. den OTC-Markt bspw. Mutter-Kind-Kuren

 

Das hat einen zweiten Gesundheitsmarkt begünstigt

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5. Breyer und Kollegen (2013) definieren primäre Rationierung als „Bestimmung des Leistungskataloges eines kollektiv finanzierten Gesundheitssystems durch politische Entscheidungen“.

a) Diskutieren und bewerten Sie diese (eigenwillige) Verwendung des Begriffs. (10 Punkte)

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  • Rationalisierung -> Abgrenzung oder Zuteilung von Leistungen nach einem gemeinsam vereinbarten Prozess 
  • Primäre Aufgabe: Bestimmung des Leistungskataloges 
  • Sekundäre Aufgabe: Zuteilung auf die Versicherten nach Bedarf 
  • Rationieren: Erstellung und Bestimmung eines Leistungskataloges eine Möglichkeit 
  • Zuteilung von Rationen -> bestimmte Leistungen zu festen Quantitäten und Preis, um zu verhindern, dass Preissteigerung gibt 
  • Rationierungsbegriff: nicht ganz eindeutig und Teil Definition durch politische Entscheidungen nicht ganz Konsens fähig 
  • Grds. obliegt Ausgestaltung Leistungskatalog nicht Politik, sondern Selbstverwaltung und somit auch nicht die Rationierung des Leistungskataloges 
  • Bestimmung und Ausgestaltung Leistungskatalog kann als primäre Rationierung angesehen werden 
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5b) Erläutern Sie explizite gegenüber impliziter Rationierung. Berücksichtigen Sie dabei auch die ethische Dimension. Illustrieren Sie mit Beispielen (20 Punkte)


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  • Explizit: wenn transparente Begründung vorliegt, warum bspw. Leistungen nicht durchgeführt werden -> Arzt entscheidet, wenn er Sinnhaftigkeit einer möglichen Leistung an dieser Stelle als nicht notwendig ansieht und beim Patienten von absieht diese durchzuführen z.B. Vitaminspritze nicht geben, obwohl sie im Leistungskatalog steht -> Nutzen in diesem Kontext gering 
  • Implizit: wenn Strukturen/ Leistungen ohne Begründung/ Kommunikation nicht durchgeführt werden (Knappheit erzeugt und Arzt Entscheidung überlassen), um bspw. Kosten zu sparen -> Leistungskatalog einsichtig und transparent, für jede Leistung gibt es Begründung des G-BA -> ökonomischer Druck entsteht, wo Leistungen nicht erfolgen (z.B. Reinigung Zimmer, wegen Zeitdruck nicht – Zeit und Personal = Ressource) 
  • Ethische Dimensionen: entsteht bei Anwendung explizite und implizite Rationierung
  • Transparente Entscheidungen = explizite Rationierung, wegen Begründung der Zuteilung von Leistungen
  • Implizite Rationierung auf individueller Ebene und Einzelfallbezogen -> Entscheidungen nicht immer transparent, da persönliches Zutuen und Favorisierung der Ärzte ausschlaggebender Grund sein kann -> Arzt in Verantwortung 
  • Implizite Rationierung -> Verantwortung auf Schultern Akteursgruppe, dadurch Druck auf diese Gruppe, deren Aufgabe es ist nach besten Gewissen und Pateinten Leistungen exakt nach Bedarf zukommen zu lassen 
  • Moralischer Dilemma, durch implizite Rationierung
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10a) Was sind Determinanten der Verschiebungen auf dem Apothekenmarkt in Richtung Drogerien und Online-Apotheken bzw. inwieweit können Offizin-Apotheken den Kundenerwartungen noch gerecht werden. Können wir Verschiebungen beobachten? (20 Punkte)


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  • Es lässt sich eine Verschiebung von Offizin-Apotheken zu Online-Apotheken erkennen. Diese Wandlung hat verschiedene Gründe:
  • Kostensenkung der Apotheker durch Einsparungen (Mietkosten, MA-Kosten -> durch automatisierte Prozesse ersetzten)
  • Over the Counter Medikamente und Rezepte erhältlich (E-Rezept)
  • Großes Sortiment/ breitere Auswahl als in Offizin- Apotheken 

 

Nachteile Online Apotheken:

  • Lieferzeiten
  • Technikverständnis der älteren Gesellschaft -> wird sich in den kommenden Jahren auch noch ändern

 

Wandel erkennbar durch: 

  • Zu Beginn in Online- Apotheken nur OTC- Präparate, mittlerweile online auch Rezepte einlösen (einfacher)
  • Durch Digitalisierung benutzerfreundlich und effektive Online- Apps 
  • Zeit- und ortsunabhängige Bestellungen möglich -> Vorteil für chronisch Erkrankte und Ältere 
  • Ökonomisch langfristig: ermöglicht Innvestitionen in Logistiknetz, um Lieferverzögerungen entgegen zu wirken 
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  • 528142 Karteikarten
  • 12570 Studierende
  • 335 Lernmaterialien

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Q:

9b) Sehen Sie Hinweise auf einen bevorstehenden strukturellen Wandel von erstem und zweitem Gesundheitsmarkt? (10 Punkte)

A:
  • Digitalisierung -> Nutzung digitaler Infrastruktur
  • Zunahme präventiver Maßnahmen
  • Präzisionsmedizin -> Genmedizin 
Q:

8b)Wie schätzen Sie die zukünftige Entwicklung des OTC-Marktes ein? Begründen Sie kurz. (10 Punkte)

A:
  • Wachsende Markt -> Innovationsmarkt von OTC- Produkten zu evidenzbasierten Produkten
  • Switches und Reswitches à Lifestyleprodukte für Jedermann 
  • Digitalisierung -> Selbstmedikation nimmt zu durch leichteres Herankommen an OTC- Produkten für junge Menschen mit Internetzugang 
  • Durch erhöhte Gesundheitsbewusstsein auch Zunahme IGeL Leistungen
Q:

8. Der Markt für freiverkäufliche Arzneimittel (OTC-Markt) stellt einen

Wachstumsmarkt innerhalb des zweiten Gesundheitsmarktes dar.

a)Was ist der zweite Gesundheitsmarkt? Erörtern Sie seine Grenzen und die

Determinanten seines Wachstums. (20 Punkte)

A:
  • Def.: Umfasst alle privat finanzierten Leistungen, die nicht von den Kassen übernommen werden (also im Leistungskatalog stehen)
  • 2. Gesundheitsmarkt umfasst nach allgemeinen Verständnis freiverkäufliche Arzneimittel und individuelle Gesundheitsleistungen, Fitness, Wellness, Gesundheitstourismus sowie Bereiche Sport/ Freizeit, Ernährung, Wohnen
  • OTC (over the counter) -> Arzneimittel die nicht verschreibungspflichtig sind, können apothekenpflichtig oder auch nicht apothekenpflichtig sein
  • Zunehmendes Gesundheitsbewusstsein und demografischer Wandel 
  • Leistungen des 2. Gesundheitsmarktes sind nicht unbedingt evidenzbasiert und deshalb nicht in Leistungskatalog zu finden 
  • Determinanten: Gesundheitsbewusstsein, Gesundheitsreform von Politik, ökonomische Leistungsfähigkeit 
Q:

9a) Vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden gesundheitspolitischen Strategien,

was erwarten Sie hinsichtlich gesundheitspolitischer Maßnahmen für die kommenden Jahre (Kostendämpfung, Wettbewerb, …)? (20 Punkte)

A:
  • Steigerung bei Sorgfalt um Gesundheitsfachberufe (steigende Bedeutung dieser + zunehmende Wichtigkeit) z.B. durch Pflegepersonaluntergrenzenverordnung (2018) oder Pflegepersonalstärkungsgesetz (2019)
  • Mehrausgaben Personalkosten, dadurch Effizienzsteigerung und Effektivität (Kostendeckung, keine Kostendämpfung in den nächsten Jahren)
  • Digitalisierung -> jetzt Kostensteigerung, langfristig sinkende Kosten 
  • Wettbewerb gleichbleibend, da Parameter für Wettbewerb gering und dieser wird sich nicht weiter ausweiten können ohne große strukturelle Änderungen
Q:

1. Im Wettbewerb zwischen den Krankenkassen spielen vielfältige Satzungsleistungen eine Rolle. a) Worum handelt es sich bei den „Satzungsleistungen“? (10 Punkte)

A:
  • Sind Leistungen die Krankenkasse zusätzlich zu den gesetzlich festgeschriebenen Leistungen gewähren kann
  • Stehen in der Regel im Freien Ermessen der Krankenkassen -> können im Wettbewerb eingesetzt werden
  • Soweit sie bestehen, ist die Krankenkasse gegenüber allen Versicherten an ihre Satzungsregelung gebunden
  • Bsp. Wird homöopathische Arzneimittel erstattet oder nicht (Reiseimpfungen,…)
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Q:

1b) Welche Wettbewerbsparameter jenseits der Satzungsleistungen können Sie ggf. identifizieren? Wird sich der Wettbewerb zwischen den Kassen zunehmend verschärfen? Begründen Sie. (20 Punkte)


A:
  • Höhe des Zusatzbeitrags (Versichertenbeitrag)
  • Anbieten von telemedizinischen Anbindungen – die Kassenspezifisch sind (Terminvergabe über das Handy)
  • Dienstleistungskomfort
  • Betreuungs- & Beratungsfunktion
  • Bonusprogramme
  • Distributionspolitik (Möglichkeiten der Risikoselektion)?
  • Ja der Wettbewerb wird sich verschärfen weil, Krankenkassen unterschiedliche Höhen von Zusatzbeiträgen haben -> Versicherte suchen sich, wenn der Zusatzbeitrag steigt eine neue Krankenkassen -> in dem der Zusatzbeitrag geringer ist, man aber die gleichen Leistungen erstattet bekommen kann
  • Bsp. Krankenkasse setzt den Beitrag um einen halben Prozentpunkt nach oben im dreistelliger Bereich im Jahr -> Kassenwechsel ist Möglichkeit dem zu entgehen und Geld für andere Dinge nutzen
  • Digitalisierung kann Anreize bringen, wird aber nicht wesentlich mehr als jetzt -> Wettbewerb
  • Aktuell wenig bis kein Wettbewerb, in Zukunft auch wenig 
Q:

2. Zum 1. April 2020 ist das Fairer-Kassenwettbewerb-Gesetz (GKV-FKG) in Kraft getreten. a) Nennen Sie zwei wesentliche Elemente dieses „reichhaltigen“ Gesetzes. Gehen Sie jeweils auf den Inhalt der Regelung und die Relevanz für die GKV ein. (20 Punkte)

A:
  • Der Wettbewerb zwischen den gesetzlichen Krankenkassen soll künftig fairer und zielgenauer als bisher ausgestaltet werden
  • Außerdem soll Lieferengpässen bei Arzneimitteln wirksam entgegnet werden
  • Das sind die Ziele des „Gesetzes für einen fairen Kassenwettbewerb in der gesetzlichen Krankenversicherung“ (GKV-FKG), dass der Bundestag beschlossen hat

 

1.Aspekt: Reform des morbiditätsorientierten Strukturausgleichs – stellt Herzstück für den Kassenwettbewerb da aus unterschiedlichen Gründen für die GKV relevant 

  • Kassen erhalten pro Monat einen festgelegten Anteil, womit die durchschnittlichen Leistungs-und Verwaltungsausgaben ausgeglichen werden (basierend auf Versichertenanzahl)
  • Der Risikostrukturausgleich ist in erster Linie eine Wettbewerbsordnung
  • Er soll dafür sorgen, dass sich die miteinander konkurrierenden Kassen bei ihren Bemühungen um eine Verbesserung ihrer Marktposition nicht um Dinge kümmern, die zwar der einzelnen Kasse kurzfristig nützen, für das gesamte GKV-System aber schädlich sind
  • Die Kassen sollen sich nicht auf das Anlocken von sogenannten "guten Risiken" konzentrieren, sondern auf die Verbesserungen der Qualität und Wirtschaftlichkeit der Gesundheitsversorgung, einen kundenfreundlichen Service und niedrige Verwaltungskosten
  • Mit dem Gesetz soll der RSA mit dem Ziel gleicher Wettbewerbsbedingungen und der Stärkung der Manipulationsresistenz sowie der Präventionsorientierung weiterentwickelt werden


2. Aspekt: Neue Strukturen des GKV-Spitzenverbandes

  • Um eine engere und transparentere Anbindung an das operative Geschäft der Krankenkassen zu unterstützen, werden die Strukturen des GKV-Spitzenverbandes weiterentwickelt
  • Dazu wird ein neuer Lenkungs- und Koordinierungsausschuss geschaffen, der mit Vorstandsmitgliedern der Krankenkassen besetzt ist
  • Künftig soll es auch eine Frauenquote in den Entscheidungsgremien geben

 

Weitere Aspekte: 

  • Extra- Geld für Pflege -> Pflegenotstand 
  • Abbau überschüssiger Finanzreserven 
Q:

2b) Das GKV-FKG regelt den morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (MorbiRSA) neu. Erläutern Sie kurz zwei Aspekte. (10 Punkte)


A:

Morbi RSA

  • Krankenkassen haben eine ungleiche Versichertenstruktur
  • Einige haben überdurchschnittlich viele gut verdienende und gesunde Versicherte
  • andere versichern überdurchschnittlich viele kranke Menschen und Beitragszahler mit niedrigem Einkommen
  • Ausgleich dieser Risikounterschiede zwischen den Krankenkassen, den sogenannten Risikostrukturausgleich in der gesetzlichen Krankenversicherung

 

Zwei Aspekte:

  • Regionalkomponente: Regionale Über- und Unterdeckungen im Finanzausgleich sollen abgebaut werden – gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Krankenkassen schaffen
  • Durch Regionalkomponente wird die Marktkonzentration einzelner Kassen entgegenwirkt
  • Krankheits-Vollmodell: Künftig wird das gesamte Krankheitsspektrum (statt bisher 50 bis 80 Krankheiten) im RSA berücksichtigt -> Erhöhte Zielgenauigkeit des Finanzausgleiches und verringert Über- und Unterdeckungen für Großteil der Versicherten
Q:

3. Hat die gesundheitspolitische Gesetzgebung der letzten 40 Jahre das Entstehen eines zweiten Gesundheitsmarktes begünstigt? Skizzieren Sie drei Gesundheitsreformvorhaben und diskutieren Sie ihren möglichen Beitrag zu einer solchen Entwicklung. (30 Punkte)


A:

Generell:

  • Zusatzbeiträge eingeführt
  • Kassenlandschaft wurde geöffnet – es gibt für die meisten KK Kontrahierungszwang – KK sind nicht mehr auf bestimmte Bevölkerungsgruppen beschränkt
  • Risikostrukturausgleich – Gesundheitsfonds
  • Krankenhausfinanzierung – Von tagesgleichen Pflegesätzen auf DRG (1.Markt)

 

Gesundheitsreformen

  • Gesetzte die darauf ausgelegt sind Kassenwettbewerbe zu stimulieren – andere Dynamik im zweiten Gesundheitsmarkt
  • Viele Leistungen wurden rausgeworfen – durch Gesundheitsstrukturgesetz 1993 -> Arzneimittellandschaft stark aufgeräumt
  • Arzneimittel sind aus Erstattung rausgefallen – Krankenkassen haben sich genau überlegt welche Satzungsleistungen sich rentieren auch gegenüber anderen Krankenkassen
  • z.B. Bestimmte Präventive Leistungen Eingang gefunden haben in Leistungskatalog wie z.B Mutterkind kuren -> eine Industrie um dieses Konzept herum auf den Weg gebracht -> Privatzahler haben viele Angebote und werden vermittelt
  • Man hat aber auch viele Einschränkungen erwirkt -> Dentalmedizin: zweiter Markt hat sich etabliert von professionelle Zahnreinigung bis hin zu vielen anderen Selbstzahlerleistungen
  • Gesundheit ist ein neuer Trend geworden, wichtiges Element des Alltags -> Zahlungsbereitschaft wächst für Konsum von Gesundheitsleistungen außerhalb der Krankenversicherung
  • Kassenwettbewerb seit den 90er Jahren entstanden ist – hat Impulse gegeben für zweiten Gesundheitsmarkt
  • Neu geordnet KK konnten um Versicherte konkurrieren -> stimuliert ggf. den OTC-Markt bspw. Mutter-Kind-Kuren

 

Das hat einen zweiten Gesundheitsmarkt begünstigt

Q:

5. Breyer und Kollegen (2013) definieren primäre Rationierung als „Bestimmung des Leistungskataloges eines kollektiv finanzierten Gesundheitssystems durch politische Entscheidungen“.

a) Diskutieren und bewerten Sie diese (eigenwillige) Verwendung des Begriffs. (10 Punkte)

A:
  • Rationalisierung -> Abgrenzung oder Zuteilung von Leistungen nach einem gemeinsam vereinbarten Prozess 
  • Primäre Aufgabe: Bestimmung des Leistungskataloges 
  • Sekundäre Aufgabe: Zuteilung auf die Versicherten nach Bedarf 
  • Rationieren: Erstellung und Bestimmung eines Leistungskataloges eine Möglichkeit 
  • Zuteilung von Rationen -> bestimmte Leistungen zu festen Quantitäten und Preis, um zu verhindern, dass Preissteigerung gibt 
  • Rationierungsbegriff: nicht ganz eindeutig und Teil Definition durch politische Entscheidungen nicht ganz Konsens fähig 
  • Grds. obliegt Ausgestaltung Leistungskatalog nicht Politik, sondern Selbstverwaltung und somit auch nicht die Rationierung des Leistungskataloges 
  • Bestimmung und Ausgestaltung Leistungskatalog kann als primäre Rationierung angesehen werden 
Q:

5b) Erläutern Sie explizite gegenüber impliziter Rationierung. Berücksichtigen Sie dabei auch die ethische Dimension. Illustrieren Sie mit Beispielen (20 Punkte)


A:
  • Explizit: wenn transparente Begründung vorliegt, warum bspw. Leistungen nicht durchgeführt werden -> Arzt entscheidet, wenn er Sinnhaftigkeit einer möglichen Leistung an dieser Stelle als nicht notwendig ansieht und beim Patienten von absieht diese durchzuführen z.B. Vitaminspritze nicht geben, obwohl sie im Leistungskatalog steht -> Nutzen in diesem Kontext gering 
  • Implizit: wenn Strukturen/ Leistungen ohne Begründung/ Kommunikation nicht durchgeführt werden (Knappheit erzeugt und Arzt Entscheidung überlassen), um bspw. Kosten zu sparen -> Leistungskatalog einsichtig und transparent, für jede Leistung gibt es Begründung des G-BA -> ökonomischer Druck entsteht, wo Leistungen nicht erfolgen (z.B. Reinigung Zimmer, wegen Zeitdruck nicht – Zeit und Personal = Ressource) 
  • Ethische Dimensionen: entsteht bei Anwendung explizite und implizite Rationierung
  • Transparente Entscheidungen = explizite Rationierung, wegen Begründung der Zuteilung von Leistungen
  • Implizite Rationierung auf individueller Ebene und Einzelfallbezogen -> Entscheidungen nicht immer transparent, da persönliches Zutuen und Favorisierung der Ärzte ausschlaggebender Grund sein kann -> Arzt in Verantwortung 
  • Implizite Rationierung -> Verantwortung auf Schultern Akteursgruppe, dadurch Druck auf diese Gruppe, deren Aufgabe es ist nach besten Gewissen und Pateinten Leistungen exakt nach Bedarf zukommen zu lassen 
  • Moralischer Dilemma, durch implizite Rationierung
Q:

10a) Was sind Determinanten der Verschiebungen auf dem Apothekenmarkt in Richtung Drogerien und Online-Apotheken bzw. inwieweit können Offizin-Apotheken den Kundenerwartungen noch gerecht werden. Können wir Verschiebungen beobachten? (20 Punkte)


A:
  • Es lässt sich eine Verschiebung von Offizin-Apotheken zu Online-Apotheken erkennen. Diese Wandlung hat verschiedene Gründe:
  • Kostensenkung der Apotheker durch Einsparungen (Mietkosten, MA-Kosten -> durch automatisierte Prozesse ersetzten)
  • Over the Counter Medikamente und Rezepte erhältlich (E-Rezept)
  • Großes Sortiment/ breitere Auswahl als in Offizin- Apotheken 

 

Nachteile Online Apotheken:

  • Lieferzeiten
  • Technikverständnis der älteren Gesellschaft -> wird sich in den kommenden Jahren auch noch ändern

 

Wandel erkennbar durch: 

  • Zu Beginn in Online- Apotheken nur OTC- Präparate, mittlerweile online auch Rezepte einlösen (einfacher)
  • Durch Digitalisierung benutzerfreundlich und effektive Online- Apps 
  • Zeit- und ortsunabhängige Bestellungen möglich -> Vorteil für chronisch Erkrankte und Ältere 
  • Ökonomisch langfristig: ermöglicht Innvestitionen in Logistiknetz, um Lieferverzögerungen entgegen zu wirken 
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