Aphasie Schriftlich L11 an der IUBH Internationale Hochschule | Karteikarten & Zusammenfassungen

Lernmaterialien für Aphasie schriftlich L11 an der IUBH Internationale Hochschule

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TESTE DEIN WISSEN

Mögliche Ursachen einer Aphasie


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TESTE DEIN WISSEN

Schlaganfall      (80%)

SHT                   (10%)

Hirntumor          (7%)

Hirnatrophie       (1%)

Entzündliche Erkrankung des ZNS  (1%)

Hypoxie                  (1%)

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Symptomatologie - Fehlleistungen auf Laut- und Silbenebene

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Phonematische Paraphasie 

- Fehler auf Laut- oder Silbenebene, mind. 50% Übereinstimmung mit ursprünglichem Wort

-> nicht existierendes Wort entsteht, Bedeutung noch erkennbar 

Phonologische Prozesse:

Auslassung (Elision) Beispiel: Flasche = Fasche

Ersetzung (Substitution)  Beispiel: Sofa = Tofa

Hinzufügung (Addition)  Beispiel: Motorrad = Mosotorrad 

Umstellung (Metathese)  Beispiel: Melodie = Lemodie

Assimilation    progressiv = Anpassung an vorangegangenen Laut   Beispiel: Soldat = Sosdat

regressiv = Anpassung an nachfolgenden Laut Beispiel: Soldat = Loldat

Phonematischer Neologismus

Lautkette entsteht, bei der das Ausgangswort phonologisch nicht mehr erkennbar ist 

Beispiel: Blume = Gupf

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Symptomatologie - Fehlleistungen auf Wortebene

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Semantische Paraphasie 

Fehlbenennung mit naher oder auch fernerer  Bedeutungsähnlichkeit 

Beispiel:  Hund = Katze à bedeutungsnah

                Hund = Tuch à bedeutungsfern

Formale Paraphasie

Fehlbenennung in Form eines Wortes mit phonologischer Ähnlichkeit zum Zielwort

Beispiel:               Busch = Bus (Minimalpaar) oder bunt

Gemischte Paraphasie

Fehlbenennung weist semantische und lautliche Ähnlichkeit zum Zielwort auf. 

Beispiel:               Katze = Tatze 

Semantischer Neologismus

Wortneuschöpfung, die von der Wortgestalt her formal möglich ist. Beispiel:               Taschenlampe = Handlicht

 Schleife binden = zuschleifen

 Morphologische Fehler

 Betreffen die  a) Flexion fehlende oder falsche Konjugation, Deklination, Komparation

b) Derivation      falsche Ableitung (freundlich = freundhaft)

c) Komposition  à Reduktion von Nomina, Komposita auf 2. Wortteil

 

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Symptomatologie - Fehlleistungen auf Satzebene

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TESTE DEIN WISSEN

Unterschieden werden agrammatische und paragrammatische Fehlleistungen 

-  bei beiden sind Satzabbrüche möglich

   Beispiel: gestern Blumen… heute 5 aufwachen (Agrammatismus)

   Beispiel: gestern wollte ich Blumen… heute bin ich um 5 aufgewacht und         aufgestanden (Paragrammatismus)

 

Agrammatismus („Telegrammstil“)

-  Unvollständige Äußerungen, teilweise nur 1-Wort-Äußerungen (Substantive)

-  Einfache Sätze (kein Satzgefüge)

-  Auslassungen von Funktionswörtern

-  Reduktion der Variabilität bei Inhaltswörtern

-  Auslassung morphologischer Markierungen (z.B. Verben im Infinitiv) 

-  Hinzu kommen häufig: 

  • eine verlangsamte Sprechgeschwindigkeit
  • ein stockender Sprechfluss 
  • Sprechanstrengung bei monotoner Sprechweise 

 

Paragrammatismus  

-  komplexer Satzbau 

-  Satzteilverdoppelungen = Gestern wollte ich wollte ich Blumen pflücken 

-  Satzverschränkungen (Verschmelzen mehrerer Sätze) 

-  häufige Satzabbrüche 

-  falsche Flexionsformen und Funktionswörter 

Die Sprechgeschwindigkeit ist normal bis überhöht und es bestehen keine artikulatorischen und/oder prosodischen Auffälligkeiten. Häufig treten parallel semantische und/oder phonematische Paraphasien auf.

 

Jargon

-  Phonematischer Jargon: 

  Flüssiges Aneinanderreihen von Wortneuschöpfungen oder Lautketten ohne       erkennbare Sinnhaftigkeit (vom Kohn Defraum hab ich ein Wein gegolt zum Bruhen)

- Semantischer Jargon (selten!):

Syntaktischer Aufbau ist vorhanden (SVO-Strukturen), jedoch ist der Inhalt nicht                                 verständlich bzw. situativ überhaupt nicht passend (Und mit der Tasche ist dann ja                            auch im Haus gegangen, wenn aber meine Füße nicht so wollen).

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Symptomatologie - Fehlleistungen auf Textebene

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  • Geringe Komplexität
  • Reduzierter Informationsgehalt
  • Reduzierte sprachliche Redundanz (wenige sprachliche Stilmittel) 

 

Dagegen bestehen häufig aber keine konkreten Fehler im Textaufbau und der Verwendung kohäsiver Mittel (formaler Zusammenhang).

Informationslücken in Texten entstehen überwiegend durch lexikalische und syntaktische Probleme (also auf Wort- und Satzebene). 

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Symptomatologie - Automatisierte Sprache 

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Redefloskeln 

- physiologische Redewendungen: Sag ich mal, ehrlich gesagt, tschüss, weiß ich nicht 

- passen zum Kontext, werden aber nicht angepasst (feste Formulierung)

 

Stereotypie

- im Gespräch stereotyp wiederholt und formstarr eingesetzte Floskel: ach Gott 

                - im Prinzip wie Redefloskel, aber häufiger eingesetzt, passt zum Kontext

 

Perseveration

- etwas zuvor Geäußertes wird unpassend und unbeabsichtigt wiederholt

- Beispiel: Patient benennt Bildkarte eines Apfels mit Apfel, nachfolgende Bildkarte einer   

     Banane wird ebenfalls mit Apfel benannt

 

Echolalie

- Wiederholung von Äußerungen des Untersuchers mit mehr oder weniger denselben   

      Worten: „Wie geht es Ihnen?“ - „Wie geht es Ihnen?“

 

Sprachautomatismus

- formstarres Wort/Redefloskel oder neologistische Silbenabfolge, die nicht in den

      Gesprächskontext oder zur Aufgabenstellung passt und im Gesprächsverlauf häufig

      wiederkehrt: „Wie geht´s Ihnen heute?“ - „kann sein“, „Wo sind Sie hier?“ - „kann sein“

 

Recurring Uterrances

- flüssige Aneinanderreihung von Sprachautomatismen wie Silben (dododo), Wörtern

      (Gerda Gerda Gerda) oder Phrasen (kann sein kann sein kann sein)

- wenn man den Ton ausstellen würde, wäre alles unauffällig (Gestik und Prosodie

       vorhanden) 

 

 

 

Kontext

Häufigkeit

Redefloskel

Ja

Nein

Stereotypie

Ja

Ja

Sprachautomatismus

Nein

Ja

Recurring Utterances

Nein

Ja

 

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Symptomatologie - Suprasegmentale Störungen

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Redefluss und Sprechablauf sind betroffen 

Suchverhalten

                   a) Wortfindungsstörungen

                   b) Semantisches Conduite dàpproche (semantische Annäherung ans Zielwort) 

                       - Hund…Tiger…nein Löwe 

                        oder Conduite d´ecart (semantisches Abdriften von einem Zielwort) 

                        - Musical = Theater…Kino…Essen…schlafen

                     c) Phonematisches Conduite d'approche (stufenweise phonematische Annäherung) 

                        - Sofa = sop…sof…sofe…äh Sofa

                        oder Conduite d'écart (stufenweises phonematisches Abdriften)

                         - Sofa = sofe…sofi…sop…so

 Logorrhö

- ungehemmte, überschießende Sprachproduktion

 Nicht-flüssige Sprachproduktion 

- viele Unterbrechungen und verlangsamte Sprechgeschwindigkeit bei reduzierter 

       Phrasenlänge (durchschnittlich weniger als 5 Wörter)

Sprachanstrengung

- Schwierigkeit, sich aufgrund phonematischer, semantischer oder morphosyntaktischer

      Störungen sprachlich auszudrücken

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Standardsyndrome Aphasie mit Leitsymptomatik

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  • Amnestische Aphasie   Wortfindungsstörungen
  • Broca-Aphasie               Agrammatismus
  • Wernicke-Aphasie         Paragrammatismus
  • Globale Aphasie            Sprachautomatismen und/oder recurring utterances
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Symptomatologie - Übersicht 

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TESTE DEIN WISSEN

1.  auf Laut- und Silbenebene (nicht existierende Wörter)

Bedeutung erkennbar:    Phonematische Paraphasie , mind 50% gleich) Substitution/Addition,

Bedeutung nicht erkennbar:  Phonematischer Neologismus

2. Auf Wortebene (existierende Wörter) oft dieselbe Wortart

            1 semantische Paraphasie (Bedeutung ähnliche, Oberbegriff od. verwandt)   Hund - Katze

            2 Formale Paraphasie (Laute  phonolog. ähnlich) oft Minimalpaare  Busch - Bus

            3 Gemischte Paraphasie    Katze – Tatze

            4 Semantischer Neologismus  Putzrüssel, für Staubsauger

            5 morphologische Fehler (Grammatik)

              Flexion – Derivation (freundhaft)– Komposition (Sauger statt Staubsauger)

3 Auf Satzebene 

 1 Agrammatismus – Inhalt verständlich, Einwortsätze, langsam, keine Funktionswörter,

keine Prosodie, auch Satzabbrüche

2 Paragrammatismus – Inhalt schwer verständlich, Satzbau komplex, Prosodie vorhanden

Satzteilverdoppelung, Satzverschränkungen (neue Absicht/Proposition, keine Pause, auch bei 

Wortfindungsstörungen), Satzabbrüche, falsche Flexion, falsche Funktionswörter (oft semantische + phonemat. Paraphasien)

3 Jargon – Inhalt fast nicht verständlich – zuviel

- Phonematischer J.: Inhalt schwer verständl. Wortneubildungen, Satzebene

- semantischer Jargon Inhalt nicht verständlich, unpassend – Syntax vorhanden, Satzbau ok

4 Auf Textebene  Wenig Komplex, wenig Info, weniger „schön“, holprig, wenig Stilmittel (reudzierte sprachl. Redundanz); Text korrekt; nach Training – Wissen da, aber Umsetzung schwierig

5 automatisierte Sprache – schwere Störungen!!

- passt in den Kontext: Floskeln (physiologisch! Auch bei leichten Aphasieformen)

                                     Stereotypie (passt, aber sehr häufig)

Passt nicht in den Kontext: Perseveration (=Patient ist überfordert)

                                    Echolalie

                                    Sprachautomatismen (wie Floskeln, aber passen nicht)

                                    Recurring Utterances (Silben, Wörter, Floskeln, ohne Pause/Kontrolle wiederholt) 

Dododo, ogottogottogott

 6 Suprasegmentale Störungen (Redefluss, Sprechablauf, Mimik auffällig, Frust)

  Suchverhalten, Wortfindungsstörungen, approche/écart, Logorrhö, nicht flüssig

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Einteilung der Erkrankungsphasen nach einem Schlaganfall

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Bezeichnung

Störungsmerkmale

Akutphase: 

Zeitraum:

bis zu 6 Wochen nach 

Erkrankungsbeginn

Patienten wenig belastbar (Konzentration, körperl. Belastung schlecht)

Aphasische Symptome variieren (bes in den ersten Tagen)

Häufig auch Schluckstörungen (80%) -> ! Aspiration

Oft neuropsychologische Begleitstörungen

Logopädische Diagnose innerhalb 24h nach Klinikeinweisung, wegen Schluckstörung evt. Endoskopie (35% Reduzierung der Pneumonien!)

 

Therapie: Aktivierung von Sprache, Hemmung von pathologischem Sprachverhalten (z.B. Automatismen)

(störungsspezifisch wenn konstantes Störungsmuster)

Methoden: stimulieren, deblockieren

 

Postakute Phase: 

Zeitraum:

frühe - : 1-4 Monate; 

späte - : 5-12 Monate

In dieser Phase Spontanremission noch möglich

Erst in dieser Phase Syndromzuordnung sinnvoll 

Veränderungen jetzt langsamer, Leistungsmuster konstant, aber tagesformabhängig

Test: innerhalb 3 Monaten post onset, dann nochmal nach 6 Monaten

 

Therapie: störungsfreies Üben, parallel Schluckstörung (Apraxie), Eigenwahrnehmung schulen, Sprachwissen wiedererlernen (evt. Ersatzstrategien) 

Methoden: spezifisch üben (symptomorientiert) und wiederholen; 

 

Chronische Phase: 

Zeitraum:

ab 1 Jahr

 

= Krankheit wird bleiben, aber kleinschrittige Verbesserungen möglich

Therapie: Konsolidierungsphase, Festigung und Transfer in den Alltag, kommunikative Fähigkeiten, Partizipation!, 

Methoden: kommunikativ, pragmatisch, symptomorientiert (=linguistisch, sonst keine Verbesserung)

In allen Phasen: Angehörigenberatung, Selbsthilfegruppe, Gruppentherapie

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Prognosefaktoren

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TESTE DEIN WISSEN
  • 3 zentrale Prognosefaktoren: 
  • Ursache der Erkrankung – Läsion umschrieben oder diffus oder progredient (MS; Parkinson -> Prognose schlechter),
     bei SHT schwerer (<-> vaskuläre Schädigung ist umschrieben, je nach Größe)
  • Zeitraum nach Krankheitsbeginn (post-onset-Zeit). Im 1. Monat Spontanremission am häufigsten, 4.-7. Monat weniger, nach 12. Monat chronisch
  • Größe der Hirnläsion; Globale Aphasien bilden sich nicht komplett zurück (kleine Läsion: mehr Ausweichmöglichkeiten, andere Strukturen übernehmen Funktionen)

 

Therapie störungsspezifisch: welche Strukturen funktionieren noch? Wie können ausgefallene Strukturen am besten ersetzt/kompensiert werden?

 

3 Weitere Prognosefaktoren: 

  • Neurologische Begleitstörungen, körperl. Zustand (Agnosie, Neglect, Paresen)
  • Neuropsychologische Beeinträchtigungen
  • Art und Schwere der Sprachstörung
  • Lebensalter, Geschlecht, Bildungsstand und Beruf, Umgang mit Lernen, 
  • Motivation, soziale Umgebung

 

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Aphasie - Definition 

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TESTE DEIN WISSEN

Infolge einer Hirnschädigung erworbene Sprachstörung nach Abschluss der Sprachentwicklung; alle Modalitäten (Hörverstehen, Sprechen, Lesen, Schreiben) können betroffen sein, ebenso alle Ebenen der Sprache (Phonetik, Syntax+Morphologie, Semantik+Lexikon, Pragmatik)

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  • 520012 Karteikarten
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  • 329 Lernmaterialien

Beispielhafte Karteikarten für deinen Aphasie schriftlich L11 Kurs an der IUBH Internationale Hochschule - von Kommilitonen auf StudySmarter erstellt!

Q:

Mögliche Ursachen einer Aphasie


A:

Schlaganfall      (80%)

SHT                   (10%)

Hirntumor          (7%)

Hirnatrophie       (1%)

Entzündliche Erkrankung des ZNS  (1%)

Hypoxie                  (1%)

Q:

Symptomatologie - Fehlleistungen auf Laut- und Silbenebene

A:

Phonematische Paraphasie 

- Fehler auf Laut- oder Silbenebene, mind. 50% Übereinstimmung mit ursprünglichem Wort

-> nicht existierendes Wort entsteht, Bedeutung noch erkennbar 

Phonologische Prozesse:

Auslassung (Elision) Beispiel: Flasche = Fasche

Ersetzung (Substitution)  Beispiel: Sofa = Tofa

Hinzufügung (Addition)  Beispiel: Motorrad = Mosotorrad 

Umstellung (Metathese)  Beispiel: Melodie = Lemodie

Assimilation    progressiv = Anpassung an vorangegangenen Laut   Beispiel: Soldat = Sosdat

regressiv = Anpassung an nachfolgenden Laut Beispiel: Soldat = Loldat

Phonematischer Neologismus

Lautkette entsteht, bei der das Ausgangswort phonologisch nicht mehr erkennbar ist 

Beispiel: Blume = Gupf

Q:

Symptomatologie - Fehlleistungen auf Wortebene

A:

Semantische Paraphasie 

Fehlbenennung mit naher oder auch fernerer  Bedeutungsähnlichkeit 

Beispiel:  Hund = Katze à bedeutungsnah

                Hund = Tuch à bedeutungsfern

Formale Paraphasie

Fehlbenennung in Form eines Wortes mit phonologischer Ähnlichkeit zum Zielwort

Beispiel:               Busch = Bus (Minimalpaar) oder bunt

Gemischte Paraphasie

Fehlbenennung weist semantische und lautliche Ähnlichkeit zum Zielwort auf. 

Beispiel:               Katze = Tatze 

Semantischer Neologismus

Wortneuschöpfung, die von der Wortgestalt her formal möglich ist. Beispiel:               Taschenlampe = Handlicht

 Schleife binden = zuschleifen

 Morphologische Fehler

 Betreffen die  a) Flexion fehlende oder falsche Konjugation, Deklination, Komparation

b) Derivation      falsche Ableitung (freundlich = freundhaft)

c) Komposition  à Reduktion von Nomina, Komposita auf 2. Wortteil

 

Q:

Symptomatologie - Fehlleistungen auf Satzebene

A:

Unterschieden werden agrammatische und paragrammatische Fehlleistungen 

-  bei beiden sind Satzabbrüche möglich

   Beispiel: gestern Blumen… heute 5 aufwachen (Agrammatismus)

   Beispiel: gestern wollte ich Blumen… heute bin ich um 5 aufgewacht und         aufgestanden (Paragrammatismus)

 

Agrammatismus („Telegrammstil“)

-  Unvollständige Äußerungen, teilweise nur 1-Wort-Äußerungen (Substantive)

-  Einfache Sätze (kein Satzgefüge)

-  Auslassungen von Funktionswörtern

-  Reduktion der Variabilität bei Inhaltswörtern

-  Auslassung morphologischer Markierungen (z.B. Verben im Infinitiv) 

-  Hinzu kommen häufig: 

  • eine verlangsamte Sprechgeschwindigkeit
  • ein stockender Sprechfluss 
  • Sprechanstrengung bei monotoner Sprechweise 

 

Paragrammatismus  

-  komplexer Satzbau 

-  Satzteilverdoppelungen = Gestern wollte ich wollte ich Blumen pflücken 

-  Satzverschränkungen (Verschmelzen mehrerer Sätze) 

-  häufige Satzabbrüche 

-  falsche Flexionsformen und Funktionswörter 

Die Sprechgeschwindigkeit ist normal bis überhöht und es bestehen keine artikulatorischen und/oder prosodischen Auffälligkeiten. Häufig treten parallel semantische und/oder phonematische Paraphasien auf.

 

Jargon

-  Phonematischer Jargon: 

  Flüssiges Aneinanderreihen von Wortneuschöpfungen oder Lautketten ohne       erkennbare Sinnhaftigkeit (vom Kohn Defraum hab ich ein Wein gegolt zum Bruhen)

- Semantischer Jargon (selten!):

Syntaktischer Aufbau ist vorhanden (SVO-Strukturen), jedoch ist der Inhalt nicht                                 verständlich bzw. situativ überhaupt nicht passend (Und mit der Tasche ist dann ja                            auch im Haus gegangen, wenn aber meine Füße nicht so wollen).

Q:

Symptomatologie - Fehlleistungen auf Textebene

A:
  • Geringe Komplexität
  • Reduzierter Informationsgehalt
  • Reduzierte sprachliche Redundanz (wenige sprachliche Stilmittel) 

 

Dagegen bestehen häufig aber keine konkreten Fehler im Textaufbau und der Verwendung kohäsiver Mittel (formaler Zusammenhang).

Informationslücken in Texten entstehen überwiegend durch lexikalische und syntaktische Probleme (also auf Wort- und Satzebene). 

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Q:

Symptomatologie - Automatisierte Sprache 

A:

Redefloskeln 

- physiologische Redewendungen: Sag ich mal, ehrlich gesagt, tschüss, weiß ich nicht 

- passen zum Kontext, werden aber nicht angepasst (feste Formulierung)

 

Stereotypie

- im Gespräch stereotyp wiederholt und formstarr eingesetzte Floskel: ach Gott 

                - im Prinzip wie Redefloskel, aber häufiger eingesetzt, passt zum Kontext

 

Perseveration

- etwas zuvor Geäußertes wird unpassend und unbeabsichtigt wiederholt

- Beispiel: Patient benennt Bildkarte eines Apfels mit Apfel, nachfolgende Bildkarte einer   

     Banane wird ebenfalls mit Apfel benannt

 

Echolalie

- Wiederholung von Äußerungen des Untersuchers mit mehr oder weniger denselben   

      Worten: „Wie geht es Ihnen?“ - „Wie geht es Ihnen?“

 

Sprachautomatismus

- formstarres Wort/Redefloskel oder neologistische Silbenabfolge, die nicht in den

      Gesprächskontext oder zur Aufgabenstellung passt und im Gesprächsverlauf häufig

      wiederkehrt: „Wie geht´s Ihnen heute?“ - „kann sein“, „Wo sind Sie hier?“ - „kann sein“

 

Recurring Uterrances

- flüssige Aneinanderreihung von Sprachautomatismen wie Silben (dododo), Wörtern

      (Gerda Gerda Gerda) oder Phrasen (kann sein kann sein kann sein)

- wenn man den Ton ausstellen würde, wäre alles unauffällig (Gestik und Prosodie

       vorhanden) 

 

 

 

Kontext

Häufigkeit

Redefloskel

Ja

Nein

Stereotypie

Ja

Ja

Sprachautomatismus

Nein

Ja

Recurring Utterances

Nein

Ja

 

Q:

Symptomatologie - Suprasegmentale Störungen

A:

Redefluss und Sprechablauf sind betroffen 

Suchverhalten

                   a) Wortfindungsstörungen

                   b) Semantisches Conduite dàpproche (semantische Annäherung ans Zielwort) 

                       - Hund…Tiger…nein Löwe 

                        oder Conduite d´ecart (semantisches Abdriften von einem Zielwort) 

                        - Musical = Theater…Kino…Essen…schlafen

                     c) Phonematisches Conduite d'approche (stufenweise phonematische Annäherung) 

                        - Sofa = sop…sof…sofe…äh Sofa

                        oder Conduite d'écart (stufenweises phonematisches Abdriften)

                         - Sofa = sofe…sofi…sop…so

 Logorrhö

- ungehemmte, überschießende Sprachproduktion

 Nicht-flüssige Sprachproduktion 

- viele Unterbrechungen und verlangsamte Sprechgeschwindigkeit bei reduzierter 

       Phrasenlänge (durchschnittlich weniger als 5 Wörter)

Sprachanstrengung

- Schwierigkeit, sich aufgrund phonematischer, semantischer oder morphosyntaktischer

      Störungen sprachlich auszudrücken

Q:

Standardsyndrome Aphasie mit Leitsymptomatik

A:
  • Amnestische Aphasie   Wortfindungsstörungen
  • Broca-Aphasie               Agrammatismus
  • Wernicke-Aphasie         Paragrammatismus
  • Globale Aphasie            Sprachautomatismen und/oder recurring utterances
Q:

Symptomatologie - Übersicht 

A:

1.  auf Laut- und Silbenebene (nicht existierende Wörter)

Bedeutung erkennbar:    Phonematische Paraphasie , mind 50% gleich) Substitution/Addition,

Bedeutung nicht erkennbar:  Phonematischer Neologismus

2. Auf Wortebene (existierende Wörter) oft dieselbe Wortart

            1 semantische Paraphasie (Bedeutung ähnliche, Oberbegriff od. verwandt)   Hund - Katze

            2 Formale Paraphasie (Laute  phonolog. ähnlich) oft Minimalpaare  Busch - Bus

            3 Gemischte Paraphasie    Katze – Tatze

            4 Semantischer Neologismus  Putzrüssel, für Staubsauger

            5 morphologische Fehler (Grammatik)

              Flexion – Derivation (freundhaft)– Komposition (Sauger statt Staubsauger)

3 Auf Satzebene 

 1 Agrammatismus – Inhalt verständlich, Einwortsätze, langsam, keine Funktionswörter,

keine Prosodie, auch Satzabbrüche

2 Paragrammatismus – Inhalt schwer verständlich, Satzbau komplex, Prosodie vorhanden

Satzteilverdoppelung, Satzverschränkungen (neue Absicht/Proposition, keine Pause, auch bei 

Wortfindungsstörungen), Satzabbrüche, falsche Flexion, falsche Funktionswörter (oft semantische + phonemat. Paraphasien)

3 Jargon – Inhalt fast nicht verständlich – zuviel

- Phonematischer J.: Inhalt schwer verständl. Wortneubildungen, Satzebene

- semantischer Jargon Inhalt nicht verständlich, unpassend – Syntax vorhanden, Satzbau ok

4 Auf Textebene  Wenig Komplex, wenig Info, weniger „schön“, holprig, wenig Stilmittel (reudzierte sprachl. Redundanz); Text korrekt; nach Training – Wissen da, aber Umsetzung schwierig

5 automatisierte Sprache – schwere Störungen!!

- passt in den Kontext: Floskeln (physiologisch! Auch bei leichten Aphasieformen)

                                     Stereotypie (passt, aber sehr häufig)

Passt nicht in den Kontext: Perseveration (=Patient ist überfordert)

                                    Echolalie

                                    Sprachautomatismen (wie Floskeln, aber passen nicht)

                                    Recurring Utterances (Silben, Wörter, Floskeln, ohne Pause/Kontrolle wiederholt) 

Dododo, ogottogottogott

 6 Suprasegmentale Störungen (Redefluss, Sprechablauf, Mimik auffällig, Frust)

  Suchverhalten, Wortfindungsstörungen, approche/écart, Logorrhö, nicht flüssig

Q:

Einteilung der Erkrankungsphasen nach einem Schlaganfall

A:

Bezeichnung

Störungsmerkmale

Akutphase: 

Zeitraum:

bis zu 6 Wochen nach 

Erkrankungsbeginn

Patienten wenig belastbar (Konzentration, körperl. Belastung schlecht)

Aphasische Symptome variieren (bes in den ersten Tagen)

Häufig auch Schluckstörungen (80%) -> ! Aspiration

Oft neuropsychologische Begleitstörungen

Logopädische Diagnose innerhalb 24h nach Klinikeinweisung, wegen Schluckstörung evt. Endoskopie (35% Reduzierung der Pneumonien!)

 

Therapie: Aktivierung von Sprache, Hemmung von pathologischem Sprachverhalten (z.B. Automatismen)

(störungsspezifisch wenn konstantes Störungsmuster)

Methoden: stimulieren, deblockieren

 

Postakute Phase: 

Zeitraum:

frühe - : 1-4 Monate; 

späte - : 5-12 Monate

In dieser Phase Spontanremission noch möglich

Erst in dieser Phase Syndromzuordnung sinnvoll 

Veränderungen jetzt langsamer, Leistungsmuster konstant, aber tagesformabhängig

Test: innerhalb 3 Monaten post onset, dann nochmal nach 6 Monaten

 

Therapie: störungsfreies Üben, parallel Schluckstörung (Apraxie), Eigenwahrnehmung schulen, Sprachwissen wiedererlernen (evt. Ersatzstrategien) 

Methoden: spezifisch üben (symptomorientiert) und wiederholen; 

 

Chronische Phase: 

Zeitraum:

ab 1 Jahr

 

= Krankheit wird bleiben, aber kleinschrittige Verbesserungen möglich

Therapie: Konsolidierungsphase, Festigung und Transfer in den Alltag, kommunikative Fähigkeiten, Partizipation!, 

Methoden: kommunikativ, pragmatisch, symptomorientiert (=linguistisch, sonst keine Verbesserung)

In allen Phasen: Angehörigenberatung, Selbsthilfegruppe, Gruppentherapie

Q:

Prognosefaktoren

A:
  • 3 zentrale Prognosefaktoren: 
  • Ursache der Erkrankung – Läsion umschrieben oder diffus oder progredient (MS; Parkinson -> Prognose schlechter),
     bei SHT schwerer (<-> vaskuläre Schädigung ist umschrieben, je nach Größe)
  • Zeitraum nach Krankheitsbeginn (post-onset-Zeit). Im 1. Monat Spontanremission am häufigsten, 4.-7. Monat weniger, nach 12. Monat chronisch
  • Größe der Hirnläsion; Globale Aphasien bilden sich nicht komplett zurück (kleine Läsion: mehr Ausweichmöglichkeiten, andere Strukturen übernehmen Funktionen)

 

Therapie störungsspezifisch: welche Strukturen funktionieren noch? Wie können ausgefallene Strukturen am besten ersetzt/kompensiert werden?

 

3 Weitere Prognosefaktoren: 

  • Neurologische Begleitstörungen, körperl. Zustand (Agnosie, Neglect, Paresen)
  • Neuropsychologische Beeinträchtigungen
  • Art und Schwere der Sprachstörung
  • Lebensalter, Geschlecht, Bildungsstand und Beruf, Umgang mit Lernen, 
  • Motivation, soziale Umgebung

 

Q:

Aphasie - Definition 

A:

Infolge einer Hirnschädigung erworbene Sprachstörung nach Abschluss der Sprachentwicklung; alle Modalitäten (Hörverstehen, Sprechen, Lesen, Schreiben) können betroffen sein, ebenso alle Ebenen der Sprache (Phonetik, Syntax+Morphologie, Semantik+Lexikon, Pragmatik)

Aphasie schriftlich L11

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Das sind die beliebtesten StudySmarter Kurse für deinen Studiengang Aphasie schriftlich L11 an der IUBH Internationale Hochschule

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Das sind die beliebtesten Aphasie schriftlich L11 Kurse im gesamten StudySmarter Universum

ACI Handschriftlich

TU Darmstadt

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Fachhochschule Münster

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Pädagogische Hochschule Weingarten

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IB-Hochschule

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IB Medizinische Akademie Ergotherapie/Logopädie/Physiotherapie

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