2. Völkerwanderungen Und Fluchtbewegungen Von Der Antike Bis Zur Gegenwart an der IU Internationale Hochschule | Karteikarten & Zusammenfassungen

Lernmaterialien für 2. Völkerwanderungen und Fluchtbewegungen von der Antike bis zur Gegenwart an der IU Internationale Hochschule

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Das EU-Freizügigkeitsabkommen

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Das EU-Freizügigkeitsabkommen regelt seit 2005 die Zuwanderung von Bürgern der Europäischen Union. Demnach haben Bürger der EU und deren Familienangehörige das Recht der freien Ein- und Ausreise in den Mitgliedsstaaten sowie ein unbegrenztes Aufenthaltsrecht, sofern sie Arbeitnehmer, Selbstständiger oder für ausreichende Finanzmittel zur eigenen Existenzsicherung verfügen.

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gesetzliche Regelungen zum Thema Religion und Weltanschauung*

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Die gesetzlichen Regelungen zum Thema Religion und Weltanschauung sind auf drei Rechtsebenen angesiedelt:

Internationales Recht, EU-Recht, deutsches Recht.


Im Bereich des internationalen Rechts regelt Art. 18 der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ das freie Bekenntnis und die freie Ausübung von Religion und Weltanschauung


Auf europäischer Ebene wird in Art. 13 im „Vertrag zur Gründung der Europäischen Union“ darauf verwiesen, dass eine Diskriminierung wegen ethischer, religiöser oder sonstiger Gründe abgelehnt und bekämpft wird.


In der „Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten“ wird in Art. 9 das Recht der freien Bekenntnis- und Religionsausübung gewährleistet unter den Bedingungen der demokratischen Gesellschaft.


Darüber hinaus wird in Art. 22 der „Charta der Vielfalt“ die Achtung vor der Vielfalt der Kulturen, Religionen und Sprachen ausgesprochen. 


Im deutschen Recht wird die Religions- und Weltanschauungsfreiheit durch verschiedene Artikel im Grundgesetz geregelt.

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Die Differenzierung zwischen Migration und Flucht

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Die Differenzierung zwischen Migration und Flucht gestaltet sich mitunter schwierig. Migranten verlassen nicht immer freiwillig ihre Heimat, sondern werden aufgrund wirtschaftlicher Notlagen dazu gezwungen. Ebenso sind nicht alle Flüchtlinge zwangsläufig politisch verfolgt, sondern oftmals liegen Fluchtursachen auch in anderen Faktoren begründet, wie Zerstörung der materiellen und existenziellen Lebensgrundlagen oder allgemeine Gewalt.

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Migration

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Von „Migration“ wird gesprochen, wenn eine Person ihren Lebensmittelpunkt räumlich verlegt. Geschieht dies innerhalb der Grenzen eines Nationalstaates, spricht man gemein hin von „Binnenmigration“, bei Migration über die Staatsgrenzen hinweg wird von internationaler Migration gesprochen.

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Völkerwanderung

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Allgemein werden unter der Begrifflichkeit der Völkerwanderung Wanderungsbewegungen von Stämmen und Völkern verstanden, die von einem Lebensraum in einen anderen Lebensraum umsiedeln.


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Religion

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Der Begriff „Religion“ leitet sich vom lateinischen Begriff „religio“ ab, was übersetzt „Rückbindung“ bedeutet. 


Wissenschaftlich gesehen gibt es bis heute keine eindeutige und allgemeingültige Definition des Begriffs „Religion“. Unter Religion wird vielmehr eine Vielzahl kultureller Ausrichtungen zusammengefasst, die den Glauben an eine oder mehrere Gottheiten praktizieren und deren Denken, Fühlen und Handeln durch von den Göttern vorgegebene Normen und Vorschriften beeinflusst wird.


Wissenschaftlich wird zwischen einem substanzialistischen und einem funktionalistischen Religionsbegriff unterschieden. 


Der substanzialistische Religionsbegriff verweist auf die inhaltlichen Merkmale von Religion. Demnach charakterisiert sich Religion vor allem dadurch, dass es einen Glauben an das Heilige, das Transzendente, das Allumfassende und das Absolute praktiziert. Kerngedanke ist hier der Glaube an eine überlegene Macht und an übernatürliche Wesen.


Der funktionalistische Religionsbegriff fragt nicht nach dem Wesen von Religion, sondern nach der gesellschaftlichen Bedeutung von Religion. D. h., was leistet und was bewirkt Religion.

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Weltanschauung*

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Der Begriff der Weltanschauung ist ebenfalls ein Sammelbegriff, der auch religiöse Vorstellungen beinhaltet, jedoch weiter gefasst ist. 


Eine Weltanschauung kann auch nicht-religiöser Prägung sein. Unter einer Weltanschauung versteht man heute hauptsächlich die Gesamtheit der Werte, Vorstellungen und Sichtweisen der Welt eines Individuums oder einer Gruppe basierend auf ihrem Wissen, ihren Erfahrungen und persönlichen Empfindungen.


Der Begriff der Weltanschauung wird oftmals fälschlicherweise mit dem Begriff der Ideologie gleichgesetzt. Im Gegensatz zu einer Weltanschauung hat eine Ideologie jedoch immer eine dogmatische Ausrichtung, d. h., neue Erkenntnisse werden abgelehnt. Darüber hinaus hat eine Ideologie immer auch das Bestreben, andere Menschen zu beeinflussen, während eine Weltanschauung nur die Welt erklären will ohne Missionierungsabsicht.*

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Ursachen der Völkerwanderung*

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Vertreibung, Bevölkerungswachstum, Landnot, klimatische Veränderungen und Hungersnot waren die größten Ursachen der Völkerwanderung.*

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unterscheide vier Migrationsrichtungen

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Nord-Nord-Migration: Unter dieser Bezeichnung versteht man die Migration innerhalb der nördlichen Industriestaaten. In den meisten Fällen dieser Migrationsbewegung gibt es kaum Unterschiede in den Lebensbedingungen zwischen Herkunftsland und Zielland.


Süd-Nord-Migration: Diese geografische Migrationsrichtung ist mit einem Anteil von 40% die am häufigsten vorkommende Migrationsrichtung. In den meisten Fällen dieser Migrationsrichtung sind die Lebensbedingungen im Herkunftsland schlechter als im Zielland.


Nord-Süd-Migration: Lediglich 5 % der Migrationsrichtungen erfolgen geografisch von Nord nach Süd. Hinsichtlich der Lebensbedingungen berichten Migranten von einer Erhöhung der persönlichen Kaufkraft aufgrund des zumeist niedrigeren Preisniveaus in den Zielländern.


Süd-Süd-Migration: Die zweitgrößten Migrationsrichtungen mit einem weltweiten Gesamtanteil von 33 % verlaufen innerhalb des Südens. Eine große Verbesserung der Lebensbedingungen stellt sich nur bedingt ein. Ein Viertel der Migranten gaben eine unzureichende Versorgung hinsichtlich der Ernährung und der Unterkunft an.

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Gastarbeiterphase in vier Unterphasen

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1. Die Anwerbephase 1955–1973

In dieser Zeit wurden Millionen ausländische Arbeitskräfte von der Bundesagentur für Arbeit, früher Bundesanstalt für Arbeit, angeworben. Diese Phase begann 1955 mit der Anwerbung von 500.000 italienischen Arbeitskräften. Insgesamt wanderten bis 1973 500.000 Menschen aus Italien zu. Es folgten 1960 ca. 270.000 Griechen, 1961 ca. 1,5 Millionen Türken und 1968 ca. 600.000 Jugoslawen sowie weitere Arbeitskräfte aus Portugal 1964, Tunesien und Marokko 1965. „Die zuständigen deutschen Stellen, die Entsendeländer und nicht zuletzt die Betroffenen selbst gingen anfangs vom sogenannten Rotationsprinzip aus: Die angeworbenen Arbeitnehmer sollten nach einigen Jahren in ihre Herkunftsländer zurückkehren und – bei Bedarf der deutschen Wirtschaft – durch neue ,Gastarbeiter‘ ersetzt werden. So kamen zwischen 1955 und 1973 circa 14 Millionen Ausländer in die Bundesrepublik und etwa 11 Millionen kehrten wieder in ihre Heimat zurück“.


2. Die Anwerbestopp- und Familiennachzugsphase 1973–1979

Diese Phase wurde durch den Anwerbestopp der Bundesrepublik eingeleitet. In dieser Phase zogen die im Herkunftsland verbliebenen Familienangehörigen wie Frauen und Kinder der sogenannten Gastarbeiter nach. „Die Verhängung des Anwerbestopps forderte den Familiennachzug geradezu heraus: Er war die einzig noch zugelassene Form von Zuwanderung. Außerdem stellte die Bundesregierung den Migrantenfamilien, die sich dauerhaft niederließen, eine bessere Eingliederungspolitik in Aussicht. Diese zweite Phase wird als ,Phase der Konsolidierung der Ausländerbeschäftigung‘ bezeichnet“.


3. Rückkehrförderungs- und Integrationsphase ab 1979

In dieser Phase kehrten ca. 11 Millionen Gastarbeiter wieder in ihre Herkunftsländer zurück. Gleichzeitig wurden Konzepte zur Integration der in Deutschland verbleibenden „Gastarbeiter“ entwickelt. So gab es 1979 den ersten Ausländerbeauftragten im Bundestag, Heinz Kühn (SPD), ehemaliger Ministerpräsident von NRW, welcher in seinem sogenannten Kühn-Memorandum den Begriff „Gastarbeiter“ in „Einwanderer“ umbenannte und somit auch verbal zu einer dauerhaften Bleibeperspektive für die Menschen beitrug. Wesentliche Forderungen des Kühn-Memorandums waren eine konsequente Integrationspolitik, welche u. a. eine unbeschränkte Ausbildungs- und Arbeitserlaubnis für ausländische Jugendliche forderte. „Die Reaktionen auf den ersten Integrationsplan in der Geschichte der Bundesrepublik waren eher verhalten. Die Skepsis gegenüber den Vorschlägen Kühns überwog. Keiner der grundlegenden Vorschläge fand Eingang in das politische Handeln. Der Verweis auf die Kosten des Plans bildete nur ein Argument gegen die Implementierung der Vorschläge. Die eigentlichen Hindernisse lagen weniger im finanziellen als vielmehr im mentalen und politischen Bereich. Von der Wahrnehmung, zu einem Einwanderungsland geworden zu sein, das dieses Faktum auch politisch gestalten muss, waren Gesellschaft und Politik der Bundesrepublik damals noch weit entfernt“.


4. Begrenzungsphase ab 1981

Ab 1981 wurde der Familiennachzug durch Senkung des Kindernachzugsalters begrenzt sowie weitere Unterstützungsmaßnahmen zur freiwilligen Rückkehr beschlossen.

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Aussiedler- und Spätaussiedlerphase

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Aussiedler- und Spätaussiedlerphase 1987–1999


Mit dem Aussiedler-Status wurde nach dem 2. Weltkrieg deutschstämmigen Menschen aus Osteuropa die Möglichkeit gegeben, nach Westdeutschland einzuwandern. 


In der Zeit von 1950 bis 1987 wurden 1,4 Millionen Menschen mit dem Aussiedler-Status in Westdeutschland registriert. Der Höhepunkt der Einwanderung wurde im Jahr 1990 mit knapp 400.000 Aussiedlern erreicht. Insgesamt wanderten in der Zeit von 1990–2011 ca. 2,5 Millionen Aussiedler nach Deutschland ein. Russland stellt das Herkunftsland mit der höchsten Quote dar.

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Asylbewerberphase

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Asylbewerberphase ab 1990


Als Asylbewerber gelten Menschen, die in einem Land, dessen Staatsangehörigkeit sie nicht besitzen, Schutz vor politischer, religiöser oder sonstiger Verfolgung suchen.


Obwohl seit 1953 Asylanträge in Deutschland möglich sind, kam das Thema Asyl erst in den 90er-Jahren durch die verstärkte Asylbewegung in das öffentliche Bewusstsein. Auch die Zuwanderung durch Asyl unterliegt verschiedenen Phasen der verstärkten oder verminderten Quoten. 


Die Entwicklung der Fluchtbewegungen ist laut UNO-Bericht in den letzten fünf Jahren angestiegen. Im Jahr 2015 waren weltweit 65,3 Millionen Menschen auf der Flucht und im Jahr 2016 65,6 Millionen. Vor zehn Jahren waren es weltweit 37,5 Millionen Menschen. Dabei stellen mit 2/3-Anteil der weltweiten Fluchtbewegungen die sogenannten „Binnenvertriebenen“ mit über 40 Millionen Menschen den größten Anteil dar. Unter dem Begriff „Binnenflucht oder Binnenvertreibung“ versteht man die Flucht von Menschen innerhalb des eigenen Landes. 84 % der Flüchtlinge werden von Staaten mit niedrigem oder mittlerem Einkommensniveau aufgenommen. Einer von drei Flüchtlingen lebt in einem Entwicklungsland. Dies erklärt sich zum einen durch die geografische Nähe dieser Staaten zu den Konfliktregionen, zum anderen aber auch an einem fehlenden internationalen Konsens zur Aufnahme von Flüchtlingen.

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Q:

Das EU-Freizügigkeitsabkommen

A:

Das EU-Freizügigkeitsabkommen regelt seit 2005 die Zuwanderung von Bürgern der Europäischen Union. Demnach haben Bürger der EU und deren Familienangehörige das Recht der freien Ein- und Ausreise in den Mitgliedsstaaten sowie ein unbegrenztes Aufenthaltsrecht, sofern sie Arbeitnehmer, Selbstständiger oder für ausreichende Finanzmittel zur eigenen Existenzsicherung verfügen.

Q:

gesetzliche Regelungen zum Thema Religion und Weltanschauung*

A:

Die gesetzlichen Regelungen zum Thema Religion und Weltanschauung sind auf drei Rechtsebenen angesiedelt:

Internationales Recht, EU-Recht, deutsches Recht.


Im Bereich des internationalen Rechts regelt Art. 18 der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ das freie Bekenntnis und die freie Ausübung von Religion und Weltanschauung


Auf europäischer Ebene wird in Art. 13 im „Vertrag zur Gründung der Europäischen Union“ darauf verwiesen, dass eine Diskriminierung wegen ethischer, religiöser oder sonstiger Gründe abgelehnt und bekämpft wird.


In der „Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten“ wird in Art. 9 das Recht der freien Bekenntnis- und Religionsausübung gewährleistet unter den Bedingungen der demokratischen Gesellschaft.


Darüber hinaus wird in Art. 22 der „Charta der Vielfalt“ die Achtung vor der Vielfalt der Kulturen, Religionen und Sprachen ausgesprochen. 


Im deutschen Recht wird die Religions- und Weltanschauungsfreiheit durch verschiedene Artikel im Grundgesetz geregelt.

Q:

Die Differenzierung zwischen Migration und Flucht

A:

Die Differenzierung zwischen Migration und Flucht gestaltet sich mitunter schwierig. Migranten verlassen nicht immer freiwillig ihre Heimat, sondern werden aufgrund wirtschaftlicher Notlagen dazu gezwungen. Ebenso sind nicht alle Flüchtlinge zwangsläufig politisch verfolgt, sondern oftmals liegen Fluchtursachen auch in anderen Faktoren begründet, wie Zerstörung der materiellen und existenziellen Lebensgrundlagen oder allgemeine Gewalt.

Q:

Migration

A:

Von „Migration“ wird gesprochen, wenn eine Person ihren Lebensmittelpunkt räumlich verlegt. Geschieht dies innerhalb der Grenzen eines Nationalstaates, spricht man gemein hin von „Binnenmigration“, bei Migration über die Staatsgrenzen hinweg wird von internationaler Migration gesprochen.

Q:

Völkerwanderung

A:

Allgemein werden unter der Begrifflichkeit der Völkerwanderung Wanderungsbewegungen von Stämmen und Völkern verstanden, die von einem Lebensraum in einen anderen Lebensraum umsiedeln.


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Q:

Religion

A:

Der Begriff „Religion“ leitet sich vom lateinischen Begriff „religio“ ab, was übersetzt „Rückbindung“ bedeutet. 


Wissenschaftlich gesehen gibt es bis heute keine eindeutige und allgemeingültige Definition des Begriffs „Religion“. Unter Religion wird vielmehr eine Vielzahl kultureller Ausrichtungen zusammengefasst, die den Glauben an eine oder mehrere Gottheiten praktizieren und deren Denken, Fühlen und Handeln durch von den Göttern vorgegebene Normen und Vorschriften beeinflusst wird.


Wissenschaftlich wird zwischen einem substanzialistischen und einem funktionalistischen Religionsbegriff unterschieden. 


Der substanzialistische Religionsbegriff verweist auf die inhaltlichen Merkmale von Religion. Demnach charakterisiert sich Religion vor allem dadurch, dass es einen Glauben an das Heilige, das Transzendente, das Allumfassende und das Absolute praktiziert. Kerngedanke ist hier der Glaube an eine überlegene Macht und an übernatürliche Wesen.


Der funktionalistische Religionsbegriff fragt nicht nach dem Wesen von Religion, sondern nach der gesellschaftlichen Bedeutung von Religion. D. h., was leistet und was bewirkt Religion.

Q:

Weltanschauung*

A:

Der Begriff der Weltanschauung ist ebenfalls ein Sammelbegriff, der auch religiöse Vorstellungen beinhaltet, jedoch weiter gefasst ist. 


Eine Weltanschauung kann auch nicht-religiöser Prägung sein. Unter einer Weltanschauung versteht man heute hauptsächlich die Gesamtheit der Werte, Vorstellungen und Sichtweisen der Welt eines Individuums oder einer Gruppe basierend auf ihrem Wissen, ihren Erfahrungen und persönlichen Empfindungen.


Der Begriff der Weltanschauung wird oftmals fälschlicherweise mit dem Begriff der Ideologie gleichgesetzt. Im Gegensatz zu einer Weltanschauung hat eine Ideologie jedoch immer eine dogmatische Ausrichtung, d. h., neue Erkenntnisse werden abgelehnt. Darüber hinaus hat eine Ideologie immer auch das Bestreben, andere Menschen zu beeinflussen, während eine Weltanschauung nur die Welt erklären will ohne Missionierungsabsicht.*

Q:

Ursachen der Völkerwanderung*

A:

Vertreibung, Bevölkerungswachstum, Landnot, klimatische Veränderungen und Hungersnot waren die größten Ursachen der Völkerwanderung.*

Q:

unterscheide vier Migrationsrichtungen

A:

Nord-Nord-Migration: Unter dieser Bezeichnung versteht man die Migration innerhalb der nördlichen Industriestaaten. In den meisten Fällen dieser Migrationsbewegung gibt es kaum Unterschiede in den Lebensbedingungen zwischen Herkunftsland und Zielland.


Süd-Nord-Migration: Diese geografische Migrationsrichtung ist mit einem Anteil von 40% die am häufigsten vorkommende Migrationsrichtung. In den meisten Fällen dieser Migrationsrichtung sind die Lebensbedingungen im Herkunftsland schlechter als im Zielland.


Nord-Süd-Migration: Lediglich 5 % der Migrationsrichtungen erfolgen geografisch von Nord nach Süd. Hinsichtlich der Lebensbedingungen berichten Migranten von einer Erhöhung der persönlichen Kaufkraft aufgrund des zumeist niedrigeren Preisniveaus in den Zielländern.


Süd-Süd-Migration: Die zweitgrößten Migrationsrichtungen mit einem weltweiten Gesamtanteil von 33 % verlaufen innerhalb des Südens. Eine große Verbesserung der Lebensbedingungen stellt sich nur bedingt ein. Ein Viertel der Migranten gaben eine unzureichende Versorgung hinsichtlich der Ernährung und der Unterkunft an.

Q:

Gastarbeiterphase in vier Unterphasen

A:

1. Die Anwerbephase 1955–1973

In dieser Zeit wurden Millionen ausländische Arbeitskräfte von der Bundesagentur für Arbeit, früher Bundesanstalt für Arbeit, angeworben. Diese Phase begann 1955 mit der Anwerbung von 500.000 italienischen Arbeitskräften. Insgesamt wanderten bis 1973 500.000 Menschen aus Italien zu. Es folgten 1960 ca. 270.000 Griechen, 1961 ca. 1,5 Millionen Türken und 1968 ca. 600.000 Jugoslawen sowie weitere Arbeitskräfte aus Portugal 1964, Tunesien und Marokko 1965. „Die zuständigen deutschen Stellen, die Entsendeländer und nicht zuletzt die Betroffenen selbst gingen anfangs vom sogenannten Rotationsprinzip aus: Die angeworbenen Arbeitnehmer sollten nach einigen Jahren in ihre Herkunftsländer zurückkehren und – bei Bedarf der deutschen Wirtschaft – durch neue ,Gastarbeiter‘ ersetzt werden. So kamen zwischen 1955 und 1973 circa 14 Millionen Ausländer in die Bundesrepublik und etwa 11 Millionen kehrten wieder in ihre Heimat zurück“.


2. Die Anwerbestopp- und Familiennachzugsphase 1973–1979

Diese Phase wurde durch den Anwerbestopp der Bundesrepublik eingeleitet. In dieser Phase zogen die im Herkunftsland verbliebenen Familienangehörigen wie Frauen und Kinder der sogenannten Gastarbeiter nach. „Die Verhängung des Anwerbestopps forderte den Familiennachzug geradezu heraus: Er war die einzig noch zugelassene Form von Zuwanderung. Außerdem stellte die Bundesregierung den Migrantenfamilien, die sich dauerhaft niederließen, eine bessere Eingliederungspolitik in Aussicht. Diese zweite Phase wird als ,Phase der Konsolidierung der Ausländerbeschäftigung‘ bezeichnet“.


3. Rückkehrförderungs- und Integrationsphase ab 1979

In dieser Phase kehrten ca. 11 Millionen Gastarbeiter wieder in ihre Herkunftsländer zurück. Gleichzeitig wurden Konzepte zur Integration der in Deutschland verbleibenden „Gastarbeiter“ entwickelt. So gab es 1979 den ersten Ausländerbeauftragten im Bundestag, Heinz Kühn (SPD), ehemaliger Ministerpräsident von NRW, welcher in seinem sogenannten Kühn-Memorandum den Begriff „Gastarbeiter“ in „Einwanderer“ umbenannte und somit auch verbal zu einer dauerhaften Bleibeperspektive für die Menschen beitrug. Wesentliche Forderungen des Kühn-Memorandums waren eine konsequente Integrationspolitik, welche u. a. eine unbeschränkte Ausbildungs- und Arbeitserlaubnis für ausländische Jugendliche forderte. „Die Reaktionen auf den ersten Integrationsplan in der Geschichte der Bundesrepublik waren eher verhalten. Die Skepsis gegenüber den Vorschlägen Kühns überwog. Keiner der grundlegenden Vorschläge fand Eingang in das politische Handeln. Der Verweis auf die Kosten des Plans bildete nur ein Argument gegen die Implementierung der Vorschläge. Die eigentlichen Hindernisse lagen weniger im finanziellen als vielmehr im mentalen und politischen Bereich. Von der Wahrnehmung, zu einem Einwanderungsland geworden zu sein, das dieses Faktum auch politisch gestalten muss, waren Gesellschaft und Politik der Bundesrepublik damals noch weit entfernt“.


4. Begrenzungsphase ab 1981

Ab 1981 wurde der Familiennachzug durch Senkung des Kindernachzugsalters begrenzt sowie weitere Unterstützungsmaßnahmen zur freiwilligen Rückkehr beschlossen.

Q:

Aussiedler- und Spätaussiedlerphase

A:

Aussiedler- und Spätaussiedlerphase 1987–1999


Mit dem Aussiedler-Status wurde nach dem 2. Weltkrieg deutschstämmigen Menschen aus Osteuropa die Möglichkeit gegeben, nach Westdeutschland einzuwandern. 


In der Zeit von 1950 bis 1987 wurden 1,4 Millionen Menschen mit dem Aussiedler-Status in Westdeutschland registriert. Der Höhepunkt der Einwanderung wurde im Jahr 1990 mit knapp 400.000 Aussiedlern erreicht. Insgesamt wanderten in der Zeit von 1990–2011 ca. 2,5 Millionen Aussiedler nach Deutschland ein. Russland stellt das Herkunftsland mit der höchsten Quote dar.

Q:

Asylbewerberphase

A:

Asylbewerberphase ab 1990


Als Asylbewerber gelten Menschen, die in einem Land, dessen Staatsangehörigkeit sie nicht besitzen, Schutz vor politischer, religiöser oder sonstiger Verfolgung suchen.


Obwohl seit 1953 Asylanträge in Deutschland möglich sind, kam das Thema Asyl erst in den 90er-Jahren durch die verstärkte Asylbewegung in das öffentliche Bewusstsein. Auch die Zuwanderung durch Asyl unterliegt verschiedenen Phasen der verstärkten oder verminderten Quoten. 


Die Entwicklung der Fluchtbewegungen ist laut UNO-Bericht in den letzten fünf Jahren angestiegen. Im Jahr 2015 waren weltweit 65,3 Millionen Menschen auf der Flucht und im Jahr 2016 65,6 Millionen. Vor zehn Jahren waren es weltweit 37,5 Millionen Menschen. Dabei stellen mit 2/3-Anteil der weltweiten Fluchtbewegungen die sogenannten „Binnenvertriebenen“ mit über 40 Millionen Menschen den größten Anteil dar. Unter dem Begriff „Binnenflucht oder Binnenvertreibung“ versteht man die Flucht von Menschen innerhalb des eigenen Landes. 84 % der Flüchtlinge werden von Staaten mit niedrigem oder mittlerem Einkommensniveau aufgenommen. Einer von drei Flüchtlingen lebt in einem Entwicklungsland. Dies erklärt sich zum einen durch die geografische Nähe dieser Staaten zu den Konfliktregionen, zum anderen aber auch an einem fehlenden internationalen Konsens zur Aufnahme von Flüchtlingen.

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