Sozialpsychologie in der Gesellschaft und im Arbeitsleben an der Hochschule München

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Was ist Sozialpsychologie?

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Problem von Schemata

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Psychologischer Forschungsprozess

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Beobachtungsfelder der Sozialpsychologie

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Forschungsmethoden in der Sozialpsychologie

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Wissenschaftlichtheoretische Grundlagen

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Ausführende Funktion des Selbst

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Probleme direkter Verfahren der Einstellungsmessung

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Indirekte Verfahren der Einstellungsmessung

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Indirekte Verfahren der Einstellungsmessung

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Verhalten lässt sich gut aus Einstellungen vorhersagen, wenn...

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Theorie des geplanten Verhaltens (Ajzen, 1991, 2002)

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Sozialpsychologie in der Gesellschaft und im Arbeitsleben

Was ist Sozialpsychologie?

Als Teilgebiet der Psychologie beschäftigt sich die Sozialpsychologie mit dem Erleben und Verhalten von Menschen in Interaktion mit Ihrer sozialen Umwelt ( Individium allein oder Kontext der Gruppe)

Sozialpsychologie in der Gesellschaft und im Arbeitsleben

Problem von Schemata

 Schemata sind Veränderungen gegenüber ziemlich resistent
Frey (2013)

 Beispiel: Ein Lehrer hat das Schema, dass Jungs von Natur aus besser in Mathe sind als Mädchen->Wirkung der sich selbst erfüllenden Prophezeiung->die Erfahrung, die der Lehrer macht, bestätigt fatalerweise sein Schema!

 „Herrschaft des Irrtums“ (Merton, 1948/1995, S. 401): „Den tatsächlichen Verlauf der Ereignisse [kann man] als Beweis dafür zitieren, dass [man] von Anfang an recht hatte“

Sozialpsychologie in der Gesellschaft und im Arbeitsleben

Psychologischer Forschungsprozess

1. Anfängliche Beobachtungen/Frage
2. Hypothesenbildung
3. Konzeption d. untersuchung
4. Datenauswertung + Schlussfolgerun
5. Veröffentlichung der Ergebnisse
6. Diskussion der ungelösten Fragen
7. Lösung offener Fragen

Theorie​= geordnete Menge von Begriffen/Aussagen, die Phönomene erklärt

Hypthese= überprüfbare Aussage über den Zusammenhang zwischen Ursache und Folgen

Wissenschaftliche Methoden= allg. gültige Sammlung von Vorgehensweisen zur Sammlung von Daten zur Überprüfung

Sozialpsychologie in der Gesellschaft und im Arbeitsleben

Beobachtungsfelder der Sozialpsychologie

– Innerhalb des Individuums (individual)

– Zwischen Individuen (interpersonal)

– innerhalb einer Gruppe (intragruppal)

– zwischen Gruppen (intergruppal)

-Menschenmassen (crowds & Masses)

Sozialpsychologie in der Gesellschaft und im Arbeitsleben

Forschungsmethoden in der Sozialpsychologie

„SP ist der Versuch, zu verstehen und erklären, wie die Gedanken, Gedühle und Verhaltensweisen von Personen durch tatsächliche, vorgestellte oder erschlossene Anwesenheit anderer Menschen beeinflusst wird“ 

Determinus: Alle Ergebnisse sind Ergebnis von spezifischer Kausalfaktoren
       Ursache -> Wirkung

Kausalität von Erlebnis- und Verhaltenseffekten, sowie deren psychologischen vermittelnden Mechanismen 

Sozialpsychologie in der Gesellschaft und im Arbeitsleben

Wissenschaftlichtheoretische Grundlagen

Empirismus= Idee, dass Daten/ Beobachtungen, Schlussfolgerungentheoretisch relevante Aussagen/Hypothesen zulassen

kritischer Rationalismus​= Ansatz, Hypothesen durch unstimmige Beobachtungen zu verwerfen

Sozialpsychologie in der Gesellschaft und im Arbeitsleben

Ausführende Funktion des Selbst

 Das Selbst hat bedeutsamen Einfluss auf Entscheidungsfindung, Zielsetzungen und Verhalten (Selbstregulation; Baumeister et al., 1998)

Selbstregulation wird benötigt, Ziele, die wir uns gesteckt haben, auch in Verhalten umzusetzen

Ego-Depletion ( Selbst-Erschöpfung):
o Um bei einer Handlung Selbstkontrolle auszuüben, muss das
Selbst Energie aufwenden
o Steht diese Energie anschließend nicht mehr in einem benötigten Ausmaß zur Verfügung, so ist die Fähigkeit zur Selbstkontrolle vorübergehend beeinträchtigtEgo Depletion

Sozialpsychologie in der Gesellschaft und im Arbeitsleben

Probleme direkter Verfahren der Einstellungsmessung

 Verzerrungen aufgrund begrenzter Introspektionsfähigkeit der Probanden->sind nicht in der Lage, gewünschte Information zu liefern

Sozial erwünschte Antworten -> aufgrund mangelnder Bereitschaft zu wahrheitsgemäßen Auskünften

 Formale Gestaltung von Fragebögen hat entscheidenden Einfluss auf die Antwortgabe (z.B. Reihenfolge, in der Items/Fragen vorgegeben werden)

Sozialpsychologie in der Gesellschaft und im Arbeitsleben

Indirekte Verfahren der Einstellungsmessung

 = all jene Methoden, bei denen die Probanden nicht explizit gebeten werden, Informationen zu einer Fragestellung abzugeben  Einstellungen werden aus dem Verhalten abgeleitet (= „objektive“ Verfahren)

Physiologische Maße (z.B. Hautwiderstand, Pupillenreaktion, Gesichtsmuskelaktivität)  in einer Studie von Vanman et al. (1997) zeigten sich im EMG der TN vermehrt Muskelaktivitäten, die eine negative affektive Reaktion anzeigen, wenn diese mit einem schwarzen statt einem weißen Interaktionspartner konfrontiert waren

Sozialpsychologie in der Gesellschaft und im Arbeitsleben

Indirekte Verfahren der Einstellungsmessung

Bogus-Pipeline-Methode (engl. Bogus = Schein, engl. Pipeline = Fernleitung; Jones & Sigall, 1971)

 TN wird die Leistungsfähigkeit eines angeblichen Lügendetektors demonstriert, an den die „angeschlossen“ werden  TN nehmen daraufhin an, dieser Lügendetektor erkenne ihre wahren, unverfälschten Einstellungen
 Effekt: TN geben unter diesen Umständen z.B. stärkere (hier: „wahrere“) Vorurteile an, da die TN befürchten andernfalls als Lügner entlarvt zu werden

Sozialpsychologie in der Gesellschaft und im Arbeitsleben

Verhalten lässt sich gut aus Einstellungen vorhersagen, wenn...

 … viele unterschiedliche Verhaltensweisen mit Bezug zur Einstellung erfasst werden
o Aggregationsprinzip:GlobaleVerhaltensmaße,dieeine Vielfalt von Situationen und Zeitpunkten in sich vereinigen, lassen sich von globalen Einstellungsmaßen besser vorhersagen als einzelne Verhaltensweisen

o Beispiel: Die globale Einstellung zur klassischen Musik kann die Summe aller einzelnen erfragten Items („Wie häufig gehen Sie in ein klassischen Konzert?“, „Spielen Sie ein Instrument?“) gut vorhersagen

Sozialpsychologie in der Gesellschaft und im Arbeitsleben

Theorie des geplanten Verhaltens (Ajzen, 1991, 2002)

Verhalten (z.B. Englischunterricht nehmen) lässt sich gut aus Verhaltensabsichten/-intentionen (z.B. „Ich werde Englischunterricht nehmen.“) vorhersagen

 Verhaltensabsichten sind eine lineare Funktion von dreier Determinanten, d.h. sie werden von Einflussfaktoren bestimmt:

o Subjektive Normen (Annahmen, wie wichtige andere das Verhalten bewerten)  z.B. „Meine Dozenten würden es sehr begrüßen, wenn ich besser Englisch lernte.“
o Einstellung gegenüber dem spezifischen Verhalten (Bewertung des Verhaltens und seiner Konsequenzen)   -> z.B. „Würde ich besser Englisch lernen, könnte ich die Fachliteratur besser lernen.“)
o Wahrgenommen Handlungskontrolle (Bewertung der Fähigkeiten, das Verhalten auszuführen) -> z.B. „Englisch zu lernen wäre für mich
eigentlich ein Leichtes.“

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