Mykologie an der Hochschule Kaiserslautern | Karteikarten & Zusammenfassungen

Lernmaterialien für Mykologie an der Hochschule Kaiserslautern

Greife auf kostenlose Karteikarten, Zusammenfassungen, Übungsaufgaben und Altklausuren für deinen Mykologie Kurs an der Hochschule Kaiserslautern zu.

TESTE DEIN WISSEN

Beschreibe mir die Rhodotorula.

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TESTE DEIN WISSEN
  • Arten: R. mucilaginosa (früher R. rubra), R. glutinis, R. minuta
  • Vorkommen: ubiquitär verbreitet in feuchter Umgebung, Duschvorhänge, Zahnbürsten, Seen, Meer, Molkereiprodukte
  • pigmentierte Hefe rötliches (carotinoides) Pigment, „Duschpilz“, apathogen
  • können auch aerogen übertragen werden
  • können als Erreger opportunistischer Mykosen auftreten (bei Immunsupression)
  • Meningitis, Endokarditis, Ventrikulitis, Peritonitis oder Infektionen durch Zentral-Venenkatheter (ZVK) und Sepsis bei offenen Wunden möglich

Kulturmorphologie

  • Anzucht: 3-4 Tage, bei 30-36°C
  • glatt, glänzend, Pigmentierung: von rosa, lachsfarben, orange-rot bis zu korallenrot
    • jung: rosa/lachsrot, orange

Mikroskopie

  • runde, ovale Zellen, Gram +, traubenförmig
  • manche Arten: Pseudomyzel-Bildung

Biochemie

  • Urease +
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TESTE DEIN WISSEN

Was war nochmal Aspergillus niger und wie mikroskopiert man damit?

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TESTE DEIN WISSEN
  • Allergiepotenzial, Manifestierung in der Lunge (Immunschwache)
  • zersetzt Materialien (Papier, Farben, Leder, Kunststoffe, organische Werkstoffe)
  • Mykotoxine (Ochratoxine, Kojisäure), bildet Zitronensäure (Stoffwechsel), Eisenmangel & niedriger pH-Wert, kann Säuren und Basen (pH 1,5-9,8) aushalten; 6-47°C, ab -22°C nicht möglich
  • Vorkommen: Staub, Getreide, Früchte, Erdboden, Haushalt, Obst, Gemüse, Zwiebeln, Erdnüsse

Mikroskopie

  • Hyphen: septiert, verzweigt
  • Vesikel: kugelförmig
  • Sterigmen: 1-2-reihig
  • Konidiophore: glattwandig, hyalin-braun
  • Konidien: braun-schwarz, rund, dickwandig, rau
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TESTE DEIN WISSEN

Aha, der Mucorales/Rhizopus also.

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TESTE DEIN WISSEN
  • Führen unter bestimmten Umständen zu lebensbedrohlichen Infektionen
  • oberflächliche Mykosen auf geschädigter Haut
  • Kolonisation der Schleimhäute des Respirationstraktes
  • können intravasal wachsen, wobei sich „Pseudothromben“ entwickeln (Gefahr: Gefäßverschluss)

Erkrankung

  • kutane Mykose
  • rhinozerbrale Mykose (Hals, Rachen, Nase, Mundhöhle, Nasennebenhöhle)
  • pulmonale Mykose
  • gastrointestinale Mykose (sehr selten)

Kulturmorphologie

  • Anzucht: schnellwachsend, wenige Tage bei RT (24°C), 37°C, 41°C (bei Fieber)
  • Schwarzer-Pfeffer-Effekt
  • LM: stark ausgeprägt, flauschig, hoch; weiß, gelblich oder grau, wollig oder watteartig, langfaserig
  • SM: cremefarben, teils flauschig
    • anfangs weiß, mit zunehmender Reife grau

Mikroskopie

  • viele Sporangien
  • Myzel: unseptiert (Hyphen mit Sporangien) mit langer Sporangiophore
    • an deren Ende bildet sich eine Auftreibung = Columella
    • um diese wird das Sporangium gebildet, Sporenentwicklung
  • Rhizoide, keine Rhizoide (Mucor), keine tellerartige Apophyse

Nachweis

  • Histologie: Anfärbung z.B. mit PAS-Färbung oder Versilberung
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Düdüm: Penicillium. Beschreibe es mir.

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  • Klasse: Eurotiomycetes
  • Gattung: Penicillium
  • Arten + Besonderheiten
    • P. notatum und P. chrysogenum: Penicillin Produzenten
    • P. camenberti, P. roqueforti: Edelpilze, Käseproduktion
    • P. griseofulvum = Antimykotikum Griseofulvin (zur Behandlung von Dermatophyten)
  • ubiquitär verbreitet (im Erdboden, auf Pflanzen, Zitrone, Obst, …)
  • können Zellulose abbauen (wichtig für die Zersetzung von Pflanzenmaterial)
  • Humanmedizin
    • gefährlich sind die Mykotoxine und Allergene (Infektionen sind selten)

Erkrankung

  • toxische Krankheitsbilder durch Mykotoxine (nach Verzehr verdorbener Lebensmittel)
  • allergische Reaktionen nach Inhalation von Penicillium-Sporen
    • Sensibilisierung erfolgt bei regelmäßiger Einatmung der Sporen
    • Symptome: Rhinitis, Bronchitis, Alveolitis, …
  • Penicillium kann nicht invasiv wachsen und verursacht keine Organmykosen
    • Ausnahme: P. marneffei (Vorkommen: Südostasien)

Nachweis

  • Kultur problemlos auf verschiedenen Medien (z.B. Sabouraud-Glucose-Agar)
  • Differenzierung durch Mikroskopie

Kulturmorphologie

  • Anzucht: etwas langsameres WT, RT (bis 28°C)
  • LM: flach, färben sich unter Entwicklung von weiß nach bläulich, grünlich, grün-gelblich, meist weißer Rand, wie gepudert, durch intensive Konidienbildung
  • SM: gelblich

Mikroskopie

  • Myzel: septiert
  • pinselförmiger Aufbau der Frutifikationsorgane
  • Konidiophore: keine Endauftreibung, verzweigt abgehende Metulae
  • Phialiden (Sterigmen): kettenförmige Abschnürung der Konidien
  • an den Enden der Hyphen entstehen Metulae, die eine Reihe Phialiden bilden, aus denen meist lange Ketten von Konidien entstehen
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TESTE DEIN WISSEN

Bschreibe den Nachweis, die Kulturmorphologie und Mikroskopie vom Aspergillus flavus.

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TESTE DEIN WISSEN
  • krebserregend
  • Aflatoxine: B1, B2, G1, G2; nach Aufnahme: Akkumulation (Anhäufung) in Leber → Leberkarzinome
    • < 6°C: Aflatoxine werden nicht gebildet, 20°C: sehr gute Bedingung
  • Vorkommen: Luft, Pflanzenmaterial (Feigen); fett- und stärkehaltige Sahne, Nüsse, Baumweltsamen; Mais, Soja, Getreide

Nachweis

  • Antigen-Antikörper-Test

Kulturmorphologie

  • LM: pudrig, filzartig; grünlich gelblich, weißer Rand
  • SM: gelblich

Mikroskopie

  • Vesikulum: kugelförmig, können 1-2-reihig
  • euglobos
  • Konidien: rundlich, rau
  • 42-45°C, pH-Wert: bis 10,5
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Blastomyces: Pathogenese, Klinik, Nachweis

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TESTE DEIN WISSEN
  • Klasse: Eurotiomycetes
  • Gattung/Art: Blastomyces/B. dermatitidis
  • Vorkommen: v.a. in den USA, Kanada und Lateinamerika
  • bei Raumtemperatur→Myzelwachstum
  • bei 37° C→ Hefeform

Pathogenese

  • Infektion: aerogen
  • in Lunge → Infektionsherde (nichtverkäsende Granulome)
  • Dissemination über Blut/Lymphe möglich

Klinik

  • Blastomykose
  • pulmonale Form: zunächst unspezifische Symptome (Fieber, Husten, Dyspnoe, …)
  • Dissemination möglich, v.a. in die Knochen und Haut (dort: Ausbildung von Fisteln), aber auch z.B. ZNS, UGT (Urogenitaltrakt), …
  • kutane Form: kleine, granulomartige Knötchen, die ulzerös einschmelzen und im Zentrum vernarben
  • Letalität ohne Behandlung: hoch

Nachweis

  • Isolation aus Eiter (Hautläsionen), Biopsiematerial, Sputum, …
  • Kultur: auf Sabouraud oder Blutnährmedien (nach 3-6 Wochen)-->dickwandige, runde Hefezellen
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Ich möchte allgemein zur Candida etwas wissen (aber auch über Klinik, Kulturmorphologie, etc.)

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TESTE DEIN WISSEN
  • besteht aus mehr als 200 Arten
  • C. albicans: tritt vorwiegend bei Menschen auf und wichtigster Erreger von Sprosspilzinfektionen (Kandidosen)
  • Candida glabatra, C. krusei, C. tropicalis, …
  • viele Candida-Arten sind fakultativ pathogene Keime
  • Infektion nur unter bestimmten Bedingungen, z.B.
    • erhöhter pH-Wert
    • verminderte „Konkurrenz“ der Bakterienflora
    • Barriereschäden der Haut
    • Immunsupression, …

Klinik

  • → mukokutane Mykosen
  • Haut- und Nagelinfektionen
  • Windeldermatitis
  • Vulvovaginitis → Juckreiz und Brennen, Dyspareunie, weißlicher Fluor Vaginalis
    • Ursache: z.B. Kontrazeptiva, Schwangerschaft, orale Sexualpraktiken, Promiskuität
    • Schwangere: Sanierung vor Entbindung, da sonst das Neugeborene infiziert werden kann
  • Soor (= Befall der Mund- bzw. Oesophagus-Schleimhaut)
    • Balanitis
    • gastrointestinale Infektionen, …
  • systemische Mykosen
    • Zystitis, Pyelitis
    • Pneumonie
    • Meningitis
    • Perikarditis, Endokarditis
    • Peritonitis
    • Fungämie, Sepsis, …
  • generalisierte Mykosen (disseminierte Candidiasis) → Letalität ca. 40 %

Kulturmorphologie

  • z.B. aus Blut, Abstrichen, Sekreten, Punktaten, …
  • cremefarbene, porzellanartige Kolonien
    • Chrom-Agar Candida

Mikroskopie

  • aus Abstrichen etc.
  • Blastosporen + Pseudomyzel

Nachweis

  • genaue Differenzierung durch Prüfung biochemischer Stoffwechselleistungen
  • evtl. Nachweis von AG (Mannane) oder spezifische AK
  • PCR
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Alles was du zu Fusarium weißt.

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TESTE DEIN WISSEN
  • Klasse: Sordariomycetes
  • Ordnung: Hypocreales
  • Gattung: Fusarium
  • Parasiten auf Pflanzen
  • können bei Getreideproduktion großen Schaden anrichten
  • Krankheit: → Fusariose
  • produzieren verschiedene Mykotoxine, die für die Menschen und Tiere gefährlich sind
  • Infektionen v.a. bei neutropenischen Patienten
  • Fusarien können z.B. geschädigte Haut oder Hornhaut des Auges infizieren
  • Konidienbildung im Gewebe
  • Dissemination (positive Blutkultur!)
  • sekundäre Hautinfiltrate (Myzetom)

Kulturmorphologie

  • LM: grauweiß bis leicht rosé, lockeres spinnwebenartiges
  • älter: vom Zentrum ausgehend violettes diffundierendes Pigment, Rand bleibt hell

Mikroskopie

  • Myzel: verzweigtes, septiertes
  • Konidiophoren: verzweigt oder unverzweigt ausgebildet
  • Makrokonidien: sichelförmige 2-6-fach gekammert
  • Mikrokonidien: oval, einzeln oder büschelartig
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Was weißt du so über das Cladosporium?

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TESTE DEIN WISSEN
  • Vorkommen: Sumpfgebiete, verfaulte Pflanzen, Laub, Getreide, Gewächshäuser, schlecht gereinigte Kühlschränke, Lebensmittel, Textilien (Leinstoffe), Benzinvorräte (Kerosin), Kellergewölbe, Mauerwerk, Korken, Kunststoffe
  • bevorzugt steigende Temperaturen, keine besonderen Ansprüche
  • kann Allergien auslösen
  • bildet Mykotoxine (Gibberelline)

Kulturmorphologie

  • Myzel wächst langsam, oliv-schwarzbraun, samtig
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Diggah erklär mal Aspergillus nidulans...

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  • Allergien
  • Vorkommen: auf Getreide, Backwaren, feuchtem Leder

Mikroskopie

  • Hyphen: septierte
  • Konidiophore: pigmentiert, braun, säulenförmig, glattwandig
  • Vesikulum: halbkugelförmig
  • Sterigmen: 1-2-reihig, aglobos
  • Konidien: rund, glattwandig
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Pilze sind ja meist eklig und so. Und der Cryptococcus?

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  • Arten: C. neoformans, C. gattii, …
  • hefeähnlicher, bekapselter Pilz
  • weit verbreitet (v.a. in Erde, Gräsern, Getreide)
  • Verbreitung erfolgt u.a. durch Vögel (v.a. Taubenkot)
  • perfekte Form: Filobasidiella neoformans

Pathogenese

  • Polysaccharidkapsel: Schutz vor Phagozytose durch Granulozyten und Makrophagen
  • Melanin: Schutz vor Oxidation durch Makrophagen-Substanzen

Erkrankung

  • Kryptokokkose/Blastomykose
  • Infektion: aerogen (Inhalation von kontaminiertem Staub)
  • zunächst Manifestation in der Lunge mit subklinischen Symptomen
  • bei Immungeschwächten: Streuung der Erreger in andere Organe, v.a. ZNS
  • Meningoenzephalitis und Meningitis
    • kutane Kryptokokkosen sind seltener
  • C. neoformans ist auch mit einer adäquaten Therapie meist nicht vollständig aus dem Organismus zu eliminieren; Reinfektionen sind immer wieder möglich

Untersuchungsmaterial

  • Sputum, Liquor, Bronchialsekret

Nachweis

  • direkter mikroskopischer Nachweis (wichtig zur schnellen Diagnose einer Kryptokokken-Meningoenzephalitis)
  • Methylenblaufärbung
  • Tusche-Präparat
  • AG-Test zur Schnelldiagnostik für Liquor-, Serum- und Urinproben
  • Kultur
    • problemlos möglich
    • Cryptococcus benötigt 3-5 Tage, 30°C Kulturzeit
    • am besten auf Spezialnährböden („Staib-Agar“/Negersaat-Agar)

Kulturmorphologie

  • große, cremefarbene bis gelbliche, konvexe, schleimige, glänzende, Kolonien, später bräunliche Verfärbung
  • Reis-Agar: kreisrunde Hefezellen, kein Pseudomyzel  
  • Spezial NB (Negersaat-Agar): braune Kolonien, verstärkte Melanin Bildung durch Enzym Phenoloxidase

Biochemie

  • fast alle Urease +
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Und was gibt es so über das Coccidioides zu wissen?

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  • Klasse: Eurotiomycetes
  • Gattung/Art: Coccidioides/ C. immitis
  • Vorkommen: Erdboden (Trockengebiete)
  • im Südwesten der USA, Süd- und Zentralamerika
  • die Hyphen bilden infektiöse Arthrokonidien

Pathogenese

  • Infektion durch aerogene oder staubgebundene Inhalation
  • primäre Kokzidioidomykose in der Lunge (bei ca. 40% der Patienten)
  • Spontanheilung oder hämatogene Streuung
  • im Gewebe entwickeln sich aus den Sporen Sphaerulae (30-60µm groß, mit einer dicken Wand, gefüllt mit Endosporen)

Erkrankung

  • Kokzidioidomykose
  • oft subklinischer Verlauf mit Symptomen einer Erkältung
  • klinisch manifeste Verläufe: schwere Pneumonie mit Pleuritis und blutig-eitrigem Auswurf
  • selten chronischer Verlauf mit Nekrose des Lungengewebes
  • hämatogene Streuung möglich (hohe Letalität)
  • Hautläsionen, Osteomyelitis, Arthritis, Meningitis, Befall der Nebennieren …

Nachweis

  • mikroskopisches Direktpräparat (z.B. in Sputum, Bronchialsekret, …)
  • typische Sphaerulae
  • histologischer Nachweis
  • kultureller Nachweis problemlos möglich
  • Serologie ggf. von Speziallabors (z.B. Serum-IgG-ELISA)
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Beispielhafte Karteikarten für deinen Mykologie Kurs an der Hochschule Kaiserslautern - von Kommilitonen auf StudySmarter erstellt!

Q:

Beschreibe mir die Rhodotorula.

A:
  • Arten: R. mucilaginosa (früher R. rubra), R. glutinis, R. minuta
  • Vorkommen: ubiquitär verbreitet in feuchter Umgebung, Duschvorhänge, Zahnbürsten, Seen, Meer, Molkereiprodukte
  • pigmentierte Hefe rötliches (carotinoides) Pigment, „Duschpilz“, apathogen
  • können auch aerogen übertragen werden
  • können als Erreger opportunistischer Mykosen auftreten (bei Immunsupression)
  • Meningitis, Endokarditis, Ventrikulitis, Peritonitis oder Infektionen durch Zentral-Venenkatheter (ZVK) und Sepsis bei offenen Wunden möglich

Kulturmorphologie

  • Anzucht: 3-4 Tage, bei 30-36°C
  • glatt, glänzend, Pigmentierung: von rosa, lachsfarben, orange-rot bis zu korallenrot
    • jung: rosa/lachsrot, orange

Mikroskopie

  • runde, ovale Zellen, Gram +, traubenförmig
  • manche Arten: Pseudomyzel-Bildung

Biochemie

  • Urease +
Q:

Was war nochmal Aspergillus niger und wie mikroskopiert man damit?

A:
  • Allergiepotenzial, Manifestierung in der Lunge (Immunschwache)
  • zersetzt Materialien (Papier, Farben, Leder, Kunststoffe, organische Werkstoffe)
  • Mykotoxine (Ochratoxine, Kojisäure), bildet Zitronensäure (Stoffwechsel), Eisenmangel & niedriger pH-Wert, kann Säuren und Basen (pH 1,5-9,8) aushalten; 6-47°C, ab -22°C nicht möglich
  • Vorkommen: Staub, Getreide, Früchte, Erdboden, Haushalt, Obst, Gemüse, Zwiebeln, Erdnüsse

Mikroskopie

  • Hyphen: septiert, verzweigt
  • Vesikel: kugelförmig
  • Sterigmen: 1-2-reihig
  • Konidiophore: glattwandig, hyalin-braun
  • Konidien: braun-schwarz, rund, dickwandig, rau
Q:

Aha, der Mucorales/Rhizopus also.

A:
  • Führen unter bestimmten Umständen zu lebensbedrohlichen Infektionen
  • oberflächliche Mykosen auf geschädigter Haut
  • Kolonisation der Schleimhäute des Respirationstraktes
  • können intravasal wachsen, wobei sich „Pseudothromben“ entwickeln (Gefahr: Gefäßverschluss)

Erkrankung

  • kutane Mykose
  • rhinozerbrale Mykose (Hals, Rachen, Nase, Mundhöhle, Nasennebenhöhle)
  • pulmonale Mykose
  • gastrointestinale Mykose (sehr selten)

Kulturmorphologie

  • Anzucht: schnellwachsend, wenige Tage bei RT (24°C), 37°C, 41°C (bei Fieber)
  • Schwarzer-Pfeffer-Effekt
  • LM: stark ausgeprägt, flauschig, hoch; weiß, gelblich oder grau, wollig oder watteartig, langfaserig
  • SM: cremefarben, teils flauschig
    • anfangs weiß, mit zunehmender Reife grau

Mikroskopie

  • viele Sporangien
  • Myzel: unseptiert (Hyphen mit Sporangien) mit langer Sporangiophore
    • an deren Ende bildet sich eine Auftreibung = Columella
    • um diese wird das Sporangium gebildet, Sporenentwicklung
  • Rhizoide, keine Rhizoide (Mucor), keine tellerartige Apophyse

Nachweis

  • Histologie: Anfärbung z.B. mit PAS-Färbung oder Versilberung
Q:

Düdüm: Penicillium. Beschreibe es mir.

A:
  • Klasse: Eurotiomycetes
  • Gattung: Penicillium
  • Arten + Besonderheiten
    • P. notatum und P. chrysogenum: Penicillin Produzenten
    • P. camenberti, P. roqueforti: Edelpilze, Käseproduktion
    • P. griseofulvum = Antimykotikum Griseofulvin (zur Behandlung von Dermatophyten)
  • ubiquitär verbreitet (im Erdboden, auf Pflanzen, Zitrone, Obst, …)
  • können Zellulose abbauen (wichtig für die Zersetzung von Pflanzenmaterial)
  • Humanmedizin
    • gefährlich sind die Mykotoxine und Allergene (Infektionen sind selten)

Erkrankung

  • toxische Krankheitsbilder durch Mykotoxine (nach Verzehr verdorbener Lebensmittel)
  • allergische Reaktionen nach Inhalation von Penicillium-Sporen
    • Sensibilisierung erfolgt bei regelmäßiger Einatmung der Sporen
    • Symptome: Rhinitis, Bronchitis, Alveolitis, …
  • Penicillium kann nicht invasiv wachsen und verursacht keine Organmykosen
    • Ausnahme: P. marneffei (Vorkommen: Südostasien)

Nachweis

  • Kultur problemlos auf verschiedenen Medien (z.B. Sabouraud-Glucose-Agar)
  • Differenzierung durch Mikroskopie

Kulturmorphologie

  • Anzucht: etwas langsameres WT, RT (bis 28°C)
  • LM: flach, färben sich unter Entwicklung von weiß nach bläulich, grünlich, grün-gelblich, meist weißer Rand, wie gepudert, durch intensive Konidienbildung
  • SM: gelblich

Mikroskopie

  • Myzel: septiert
  • pinselförmiger Aufbau der Frutifikationsorgane
  • Konidiophore: keine Endauftreibung, verzweigt abgehende Metulae
  • Phialiden (Sterigmen): kettenförmige Abschnürung der Konidien
  • an den Enden der Hyphen entstehen Metulae, die eine Reihe Phialiden bilden, aus denen meist lange Ketten von Konidien entstehen
Q:

Bschreibe den Nachweis, die Kulturmorphologie und Mikroskopie vom Aspergillus flavus.

A:
  • krebserregend
  • Aflatoxine: B1, B2, G1, G2; nach Aufnahme: Akkumulation (Anhäufung) in Leber → Leberkarzinome
    • < 6°C: Aflatoxine werden nicht gebildet, 20°C: sehr gute Bedingung
  • Vorkommen: Luft, Pflanzenmaterial (Feigen); fett- und stärkehaltige Sahne, Nüsse, Baumweltsamen; Mais, Soja, Getreide

Nachweis

  • Antigen-Antikörper-Test

Kulturmorphologie

  • LM: pudrig, filzartig; grünlich gelblich, weißer Rand
  • SM: gelblich

Mikroskopie

  • Vesikulum: kugelförmig, können 1-2-reihig
  • euglobos
  • Konidien: rundlich, rau
  • 42-45°C, pH-Wert: bis 10,5
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Q:

Blastomyces: Pathogenese, Klinik, Nachweis

A:
  • Klasse: Eurotiomycetes
  • Gattung/Art: Blastomyces/B. dermatitidis
  • Vorkommen: v.a. in den USA, Kanada und Lateinamerika
  • bei Raumtemperatur→Myzelwachstum
  • bei 37° C→ Hefeform

Pathogenese

  • Infektion: aerogen
  • in Lunge → Infektionsherde (nichtverkäsende Granulome)
  • Dissemination über Blut/Lymphe möglich

Klinik

  • Blastomykose
  • pulmonale Form: zunächst unspezifische Symptome (Fieber, Husten, Dyspnoe, …)
  • Dissemination möglich, v.a. in die Knochen und Haut (dort: Ausbildung von Fisteln), aber auch z.B. ZNS, UGT (Urogenitaltrakt), …
  • kutane Form: kleine, granulomartige Knötchen, die ulzerös einschmelzen und im Zentrum vernarben
  • Letalität ohne Behandlung: hoch

Nachweis

  • Isolation aus Eiter (Hautläsionen), Biopsiematerial, Sputum, …
  • Kultur: auf Sabouraud oder Blutnährmedien (nach 3-6 Wochen)-->dickwandige, runde Hefezellen
Q:

Ich möchte allgemein zur Candida etwas wissen (aber auch über Klinik, Kulturmorphologie, etc.)

A:
  • besteht aus mehr als 200 Arten
  • C. albicans: tritt vorwiegend bei Menschen auf und wichtigster Erreger von Sprosspilzinfektionen (Kandidosen)
  • Candida glabatra, C. krusei, C. tropicalis, …
  • viele Candida-Arten sind fakultativ pathogene Keime
  • Infektion nur unter bestimmten Bedingungen, z.B.
    • erhöhter pH-Wert
    • verminderte „Konkurrenz“ der Bakterienflora
    • Barriereschäden der Haut
    • Immunsupression, …

Klinik

  • → mukokutane Mykosen
  • Haut- und Nagelinfektionen
  • Windeldermatitis
  • Vulvovaginitis → Juckreiz und Brennen, Dyspareunie, weißlicher Fluor Vaginalis
    • Ursache: z.B. Kontrazeptiva, Schwangerschaft, orale Sexualpraktiken, Promiskuität
    • Schwangere: Sanierung vor Entbindung, da sonst das Neugeborene infiziert werden kann
  • Soor (= Befall der Mund- bzw. Oesophagus-Schleimhaut)
    • Balanitis
    • gastrointestinale Infektionen, …
  • systemische Mykosen
    • Zystitis, Pyelitis
    • Pneumonie
    • Meningitis
    • Perikarditis, Endokarditis
    • Peritonitis
    • Fungämie, Sepsis, …
  • generalisierte Mykosen (disseminierte Candidiasis) → Letalität ca. 40 %

Kulturmorphologie

  • z.B. aus Blut, Abstrichen, Sekreten, Punktaten, …
  • cremefarbene, porzellanartige Kolonien
    • Chrom-Agar Candida

Mikroskopie

  • aus Abstrichen etc.
  • Blastosporen + Pseudomyzel

Nachweis

  • genaue Differenzierung durch Prüfung biochemischer Stoffwechselleistungen
  • evtl. Nachweis von AG (Mannane) oder spezifische AK
  • PCR
Q:

Alles was du zu Fusarium weißt.

A:
  • Klasse: Sordariomycetes
  • Ordnung: Hypocreales
  • Gattung: Fusarium
  • Parasiten auf Pflanzen
  • können bei Getreideproduktion großen Schaden anrichten
  • Krankheit: → Fusariose
  • produzieren verschiedene Mykotoxine, die für die Menschen und Tiere gefährlich sind
  • Infektionen v.a. bei neutropenischen Patienten
  • Fusarien können z.B. geschädigte Haut oder Hornhaut des Auges infizieren
  • Konidienbildung im Gewebe
  • Dissemination (positive Blutkultur!)
  • sekundäre Hautinfiltrate (Myzetom)

Kulturmorphologie

  • LM: grauweiß bis leicht rosé, lockeres spinnwebenartiges
  • älter: vom Zentrum ausgehend violettes diffundierendes Pigment, Rand bleibt hell

Mikroskopie

  • Myzel: verzweigtes, septiertes
  • Konidiophoren: verzweigt oder unverzweigt ausgebildet
  • Makrokonidien: sichelförmige 2-6-fach gekammert
  • Mikrokonidien: oval, einzeln oder büschelartig
Q:

Was weißt du so über das Cladosporium?

A:
  • Vorkommen: Sumpfgebiete, verfaulte Pflanzen, Laub, Getreide, Gewächshäuser, schlecht gereinigte Kühlschränke, Lebensmittel, Textilien (Leinstoffe), Benzinvorräte (Kerosin), Kellergewölbe, Mauerwerk, Korken, Kunststoffe
  • bevorzugt steigende Temperaturen, keine besonderen Ansprüche
  • kann Allergien auslösen
  • bildet Mykotoxine (Gibberelline)

Kulturmorphologie

  • Myzel wächst langsam, oliv-schwarzbraun, samtig
Q:

Diggah erklär mal Aspergillus nidulans...

A:
  • Allergien
  • Vorkommen: auf Getreide, Backwaren, feuchtem Leder

Mikroskopie

  • Hyphen: septierte
  • Konidiophore: pigmentiert, braun, säulenförmig, glattwandig
  • Vesikulum: halbkugelförmig
  • Sterigmen: 1-2-reihig, aglobos
  • Konidien: rund, glattwandig
Q:

Pilze sind ja meist eklig und so. Und der Cryptococcus?

A:
  • Arten: C. neoformans, C. gattii, …
  • hefeähnlicher, bekapselter Pilz
  • weit verbreitet (v.a. in Erde, Gräsern, Getreide)
  • Verbreitung erfolgt u.a. durch Vögel (v.a. Taubenkot)
  • perfekte Form: Filobasidiella neoformans

Pathogenese

  • Polysaccharidkapsel: Schutz vor Phagozytose durch Granulozyten und Makrophagen
  • Melanin: Schutz vor Oxidation durch Makrophagen-Substanzen

Erkrankung

  • Kryptokokkose/Blastomykose
  • Infektion: aerogen (Inhalation von kontaminiertem Staub)
  • zunächst Manifestation in der Lunge mit subklinischen Symptomen
  • bei Immungeschwächten: Streuung der Erreger in andere Organe, v.a. ZNS
  • Meningoenzephalitis und Meningitis
    • kutane Kryptokokkosen sind seltener
  • C. neoformans ist auch mit einer adäquaten Therapie meist nicht vollständig aus dem Organismus zu eliminieren; Reinfektionen sind immer wieder möglich

Untersuchungsmaterial

  • Sputum, Liquor, Bronchialsekret

Nachweis

  • direkter mikroskopischer Nachweis (wichtig zur schnellen Diagnose einer Kryptokokken-Meningoenzephalitis)
  • Methylenblaufärbung
  • Tusche-Präparat
  • AG-Test zur Schnelldiagnostik für Liquor-, Serum- und Urinproben
  • Kultur
    • problemlos möglich
    • Cryptococcus benötigt 3-5 Tage, 30°C Kulturzeit
    • am besten auf Spezialnährböden („Staib-Agar“/Negersaat-Agar)

Kulturmorphologie

  • große, cremefarbene bis gelbliche, konvexe, schleimige, glänzende, Kolonien, später bräunliche Verfärbung
  • Reis-Agar: kreisrunde Hefezellen, kein Pseudomyzel  
  • Spezial NB (Negersaat-Agar): braune Kolonien, verstärkte Melanin Bildung durch Enzym Phenoloxidase

Biochemie

  • fast alle Urease +
Q:

Und was gibt es so über das Coccidioides zu wissen?

A:
  • Klasse: Eurotiomycetes
  • Gattung/Art: Coccidioides/ C. immitis
  • Vorkommen: Erdboden (Trockengebiete)
  • im Südwesten der USA, Süd- und Zentralamerika
  • die Hyphen bilden infektiöse Arthrokonidien

Pathogenese

  • Infektion durch aerogene oder staubgebundene Inhalation
  • primäre Kokzidioidomykose in der Lunge (bei ca. 40% der Patienten)
  • Spontanheilung oder hämatogene Streuung
  • im Gewebe entwickeln sich aus den Sporen Sphaerulae (30-60µm groß, mit einer dicken Wand, gefüllt mit Endosporen)

Erkrankung

  • Kokzidioidomykose
  • oft subklinischer Verlauf mit Symptomen einer Erkältung
  • klinisch manifeste Verläufe: schwere Pneumonie mit Pleuritis und blutig-eitrigem Auswurf
  • selten chronischer Verlauf mit Nekrose des Lungengewebes
  • hämatogene Streuung möglich (hohe Letalität)
  • Hautläsionen, Osteomyelitis, Arthritis, Meningitis, Befall der Nebennieren …

Nachweis

  • mikroskopisches Direktpräparat (z.B. in Sputum, Bronchialsekret, …)
  • typische Sphaerulae
  • histologischer Nachweis
  • kultureller Nachweis problemlos möglich
  • Serologie ggf. von Speziallabors (z.B. Serum-IgG-ELISA)
Mykologie

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