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Lernmaterialien für Wirtschaftspolitik an der Hochschule Hannover

Greife auf kostenlose Karteikarten, Zusammenfassungen, Übungsaufgaben und Altklausuren für deinen Wirtschaftspolitik Kurs an der Hochschule Hannover zu.

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4) AS-AD-Modell: Beschreiben Sie kurz die unterschiedlichen Anpassungsprozesse (bzgl.
Preis und Menge) bei den verschiedenen aggregierten Güterangebotsfunktionen.
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Angebotskurve - Klassik-Bereich Y (Output) = Y* bzw. Y > Y* (Vollbeschäftigung) (insbesondere “Boom“)
Produktion Y von Ressourcenverfügbarkeit (u.a. Quantität und Qualität von Arbeit, Kapital, Natürlichen Ressourcen) und technischen Fortschritt bestimmt (Produktionsfunktion-/potential) -> Nachfrageschwankungen haben ausschließlich Preiseffekte (gilt i.d.R. Im Boom, wenn Y > Y*

Angebotskurve - Keynes-Bereich Y < Y* (insbesondere „Rezession“):
Produktion wird allein von der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage (= C + I + G + Ex - Im) bestimmt -> Nachfrageschwankungen ohne Preiseffekte, da Anpassung allein über Produktionsmenge (in der Rezession bei Y < Y*)

Angebotskurve - Normal-Bereich Y < Y* (insbesondere “Aufschwung)
Ausweitung der Produktion geht mit steigendem Preisniveau einher -> bei Nachfrageschwankungen passen sich Produktionsmenge und Preise an ( gilt i.d.R. in den Aufschwungsphasen, wenn Y < Y*)
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5) Aggregierte Nachfrage: Warum hat die AD-Kurve eine negative Steigung (P-Y-Raum)?
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  • Vermögenseffekte von Pigou: Fallendes Preisniveau erhöht realen Wert nominaler Vermögenswerte (z.B. Bargeld, Aktien) -> Konsumenten erhöhen Konsum C und damit die gesamtwirtschaftliche Nachfrage AD (Y^d)

  • Zinssatzeffekte: Fallendes Preisniveau = weniger Geld wird für Transaktionszwecke/Güterkäufe benötigt ➡️ Spielraum für Ersparnisse steigt ➡️ es wird mehr gespart (S > I) ➡️ Zins sinkt, d.h. Kredite werden billiger ➡️ Investitionstätigkeit Unternehmen I und Kreditnachfrage Haushalte C (z.B. Kredite für Häuser steigt und damit steigt die gesamtwirtschaftliche Nachfrage AD (Y^d)

  • Wechselkurseffekt: Sinkendes Preisniveau führt: a) direkt zu erhöhter internationaler preislicher Wettbewerbsfähigkeit ➡️ Exporte Ex steigen; b) zu sinkenden Zinsen im Inland (s.o.) ➡️ Kapitalabfluss ins Ausland (z.B. Kauf von Anlagen in den USA) ➡️ Nachfrage nach ausländischen Währungen steigt (z.B. US-$) und Nachfrage nach € sinkt ➡️ Euro wertet ab ➡️ Exporte Ex steigen (inländische Güter nun relativ günstiger im Vergleich zu ausländischen Gütern) ➡️ gesamtwirtschaftliche Nachfrage AD (Y^d) steigt
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3) Wie verhalten sich gesamtwirtschaftliche Hauptmärkte bei Konjunkturschwankungen aus (neu-) klassischer und (neu-) keynesianischer Sicht? Erläutern Sie dabei die Begriffe Angebots- und Nachfrageschocks und wie diese verarbeitet werden.
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(Neu-)Keynesianische Sicht (Gründe für Ungleichgewichtsprozesse):
Technologischer Fortschritt, Ölpreisschock bzw. Anstieg Rohstoffkosten
Nutzen-/Gewinnmaximierende Preisstarrheiten führen unvollkommende Hauptmärkte in stabile Ungleichgewichte. Wegen Preis-, Lohn-, Zinsrigiditäten sind Angebots- und Nachfrageschocks wirksam

(Neu-)Klassische Sicht (Gründe für Ungleichgewicht):
schwache/starke Weltkonjunktur, staatliche Konjunkturprogramme, Investitionen, Angstsparen/Aktienboom, Boom Aktienexporte/Währungskrisen usw.
Nutzen-/Gewinnmaximierende Preis- und Mengenanpassungen bringen Hauptmärkte schnell in stabile Gleichgewichte, nur Angebotsschocks wirksam
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12) Kreditmarkt: Wie beeinflussen die (Zins-)Elastizität des Kreditangebots und der Kreditnachfrage die Größenordnungen der Zins-Mengen-Änderungen (z.B. Umfang der Zinsänderung sowie Mengenveränderungen bei S und I im Fall staatlicher Budgetdefizite)?
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1) Ist das Kreditangebot / die Kreditnachfrage eher unelastisch
→ große Zinseffekte, geringe Mengeneffekte (bei S und I) 
2) Ist das Kreditangebot / die Kreditnachfrage eher elastisch
 → geringe Zinseffekte, hohe Mengeneffekte (bei S und I)
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13) Beschreiben Sie die Übertragungswege / Transmissionsmechanismen eines expansiven geldpolitischen Impulses (Leitzinssenkung und Ausweitung gesetzliche Zahlungsmittel) vom Bankensektor einer Wirtschaft bis auf den gesamtwirtschaftlichen Gütermarkt. Benutzen Sie auch die Quantitätsgleichung des Geldes zur Illustration (Pfeile ↓ oder ↑
einzeichnenbeiderQuantitätsgleichungsowieKonstant-Zeichen−− oderkonst.).
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Keynes (Normalfall):
Bankkreditzinsen ⬇️ / „Kredite werden billiger“ (Real-Zins i ⬇️) ➡️ Fremdkapitalkosten ⬇️➡️ erwartete Rendite bei Investitionsprojekten ⬆️➡️ Investitionsgüternachfrage ⬆️ [+ Konsum Haushalte ⬆️] ➡️ Nachfrage Yd steigt ➡️ mehr Produktion (Y ⬆️) + mehr Beschäftigung N (N ⬆️)

M⬆️ * V(i) = reales BIP Y⬆️ + P

Keynes (Investitionsfall):
(Kredit-)Zins i / Fremdkapitalkosten ⬇️  ➡️ erwartete Erlöse ⬇️ (da Rezession) ➡️ erwartete Rendite Investitionsprojekte unattraktiv ➡️ Investitionsgüternachfrage bleibt konstant ➡️ Yd + Y + N bleiben konstant (“mehr Geld versickert in der Spekulationskasse„ ➡️ Geld-Umlaufgeschwindigkeit V ⬇️)

M⬆️ * V(i) = reales BIP Y * P

Keynes (Liquiditätsfälle)
  • Realität: Viele Zinssätze in Abhängigkeit von Schuldnerbonität und Kreditlaufzeit
[ → Folge: Renditestrukturkurve (s. rechts) ]
  •  Laufzeit Offenmarktgeschäfte Notenbank (wenige Wochen / Monate) → Notenbank beeinflusst direkt nur kurzfristige Kreditzinsen. Mittel-/Langfristiges Kreditzinsniveau (wichtig für Unternehmen) nur indirekt über Inflations- erwartungen beeinflussbar (Anleger schlagen Inflationsprognose dem Ziel-Realzins zu; s.S.31).
  •  Möglicher Fall: Kreditgeber längerfristiger Kredite glauben, dass starke Senkung kurzfristige Leit-/ Kreditmarktzinsen Wirtschaft überstimuliert → Folge: mehr Inflation wird erwartet → Leitzinssenkungen führen nicht zur Senkung langfristiger Kreditzinsen
→ I, Yd, Y, Beschäftigung N bleiben konstant.

M⬆️ * V(i) ⬇️ = reales BIP Y * P

Wachsende Geldmenge wird in der Spekulationskasse „geparkt“ ( ➡️ Geld-Umlaufgeschwindigkeit V ⬇️) (“sie warten auf mittelfristig steigende Zinsen/besseren Einstieg bei Aktien etc.“)

Monetaristen 

Impuls Notenbank: Leitzinsen ↓ + Geldmenge M ↑ → Geschäftsbanken kaufen Wertpapiere
Bei Monetaristen steht Geldmengenveränderung im Fokus:
Ankauf Wertpapiere durch Geschäftsbanken (z.B. am Anleihenmarkt) → Bei Nichtbanken ändert sich die Vermögensstruktur (Wertpapiere ↓ + Geldanteil ↑ ).
Folge: Wirtschaftssubjekte halten relativ hohen Anteil Geld am Gesamtvermögen (bringt keine bzw. geringe Rendite) → Umschichtungen bei Nichtbanken: z.B. Kauf von Aktien (Kurse steigen / Aktien relativ teurer) → Umschichtungen z.B. in Immobilien, deren Preise ↑
Konsequenzen: Veränderung relative Preise zwischen Vermögensarten (z.B. Aktien, Immobilien). Dabei gilt: Preise Aktien / Immobilien etc. steigen („Asset Price Inflation“) → erhöhtes Vermögen der Nichtbanken → Konsumnach- frage ↑ → Yd ↑ → Produktion Y ↑ . Zudem: Bestehendes Vermögen (z.B. Bestandsimmobilien) wird relativ teurer, neu zu schaffendes Vermögen (z.B. Neubau) wird im Vergleich zu bestehendem Vermögen relativ günstiger.
Für Unternehmen (Aufschwung / Boom) → Expansionspläne: Wahl, vorhandene Vertriebs-
und Produktionsanlagen von Mitkonkurrenten zu erwerben (z.B. Kauf Aktienanteile) oder
„Neues aufzubauen“. Auch hier gilt: Je teurer vorhandenes Produktivkapital, desto relativ
günstiger ist die Schaffung neuen Vermögens (z.B. neue Produktionsstätten, Maschinen, Gewerbeimmobilien) → Investitionen ↑ → Nachfrage Yd ↑ → Produktion Y ↑ ( + Beschäftigung N ↑ ) + Preisniveau steigt

M⬆️ * V = reales BIP Y ⬆️ * P ⬆️

Neuklassiker
Annahmen: Wirtschaft bei bzw. nahe an Vollbeschäftigung (!!!) (Y = Y* Vollbeschäftigung ) und Wirtschaftssubjekte handeln stets rational (insb. rationale Inflationserwartungen)
Impuls Notenbank und Geschäftsbanken: Leitzinsen ↓ + Geldmenge M ↑
→ günstige Kredite + Banken kaufen Wertpapieren (analog Keynes / Monetaristen)
Unternehmen und Haushalte realisieren expansive Geldpolitik → Gegenreaktion aufgrund rationaler Erwartungen („künstlich angeregte gesamtwirtschaftliche Güternachfrage muss in mehr Inflation enden“).
→ Potentielle Inflationsverlierer (insb. Kapitalgeber und Arbeitnehmer) werden sofort versuchen, sich vor schädlichen Folgen zu schützen.
Banken/Anleger werden Inflationsrisiken in Renditeforderungen (z.B. bei Neu-Kreditvergabe) einrechnen → (mittel- / längerfristige) Zinsen steigen (s. Fisher-Effekt / VWL-Grundlagen). Arbeitsmarkt: Beschäftigte werden längerfristige Lohnkontrakte nur (entsprechend der wachsenden Inflationsrisiken) bei steigenden Nominallöhnen abschließen → Firmen spüren (wegen höherer Nominallöhne / -zinsen) Kostendruck und versuchen, Güterpreise anzuheben.
(u.a. Lohn-Preis-Spirale) → Ergebnis: Nominallöhne, Nominalzinsen, Güterpreise steigen gleichmäßig → Preisniveau steigt ; jedoch: Realgrößen (insb. Yd / Y / Beschäftigung N ) unverändert
(= klassische Dichotomie ! ).

M * V = reales BIP Y * P ⬆️

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15) Gefahr Inflation: Was sind die Hauptursachen für Inflation in der kurzen Sicht?
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Wirtschaft im Euroland bezieht viele Rohstoffe und halbfertige Produkte aus dem Ausland, um aus ihnen Fertigprodukte herzustellen. Zudem werden Fertigprodukte importiert
(gelangen über Groß- und Einzelhandel zu den Konsumenten).
Steigen Weltmarkt-Preise dieser Produkte → Importe für Industrie/Handel verteuern sich → gestiegene Kosten → Überwälzung Kostenerhöhung auf Lieferpreise für Handel sowie
erhöhte Verkaufspreise für Konsumenten (dadurch steigt z.B. der HVPI) → Inflation
Ob sich steigende Weltmarktpreise auf das Inland übertragen, hängt stark von der Währungsentwicklung ab. Rohölpreise als Beispiel:
Rohöl wird international auf US$-Basis gehandelt
a) Euro gewinnt gegenüber dem US-Dollar an Wert = Euro-Aufwertung (vgl. VWL-Grundlagen) b) Euro verliert gegenüber dem US-Dollar an Wert = Euro-Abwertung (vgl. VWL-Grundlagen)

€ - Preis pro Barrel Rohöl = US-$-Preis pro Barrel Rohöl/Wechselkurs US-$ pro €

Fall 1: Preiserhöhungen beim Rohöl auf US $-Basis werden beim €-Preis pro Barrel abgemildert (z.B. 2008) (ggf. neutralisiert), wenn Euro aufgewertet wird (z.B. gleich starke €-Aufwertung).
Bei noch stärkerer Euro-Aufwertung sogar Preisrückgang für Rohöl auf Euro-Basis möglich.

Fall 2: $-Preiserhöhungen Rohöl plus €-Abwertung → „Rohöl wird doppelt teuer“, d.h. Euro-Rohölpreis steigt „überproportional“ → Gefahr importierter Inflation ist am größten, wenn steigende Weltmarktpreise (z.B. auf US $-Basis) mit einer schwachen (Euro-) Inlandswährung einhergehen.


1) „Demand Pull“-Inflation = gesamtwirtschaftliche Nachfrage AD ist zu groß im Vergleich zu den vorhandenen betrieblichen Produktionskapazitäten AS (Unternehmen werden z.B. mit „Auftragsflut überschüttet“) → nicht abgearbeiteter Auftragsbestand und Lieferzeiten wachsen
→ Derartige Situationen (meist im Aufschwung / Boom) eröffnen Unternehmen Spielräume,
mit steigenden Absatzpreisen zu reagieren.
Häufig bereits partielle Inflationsherde, bevor gesamtwirtschaftliche Produktionskapazitäten voll ausgelastet: Branchen mit Vollauslastung stehen anderen Branchen gegenüber, die noch freie Kapazitäten haben → Branchen mit Produktionsengpässen („bottlenecks“) beginnen bei hoher Nachfrage Preise anzuheben → durch Lieferverflechtungen zwischen Branchen werden z.B. Einkaufspreise für Vorprodukte in anderen Branchen teurer → veranlasst weitere Branchen, Preise anzuheben (da Kosten ↑) → Inflationsprozess erfasst gesamte Wirtschaft.
2) „Demand Shift“-Inflation = Annahme: Güterpreise nach unten starr + nach oben flexibel
→ Wandert nun Nachfrage von einer Branche zu einer anderen im Rahmen von konjunkturellen oder strukturellen Veränderungen (Radio → TV / Fernseher / Handy), so bleiben Güterpreise in Branchen starr, die Nachfrage verlieren. Zudem werden in den anderen Branchen mit zusätzlicher Nachfrage die Preise angehoben → Preisniveau in gesamter Wirtschaft erhöht sich → Inflation

Kurzfristige Inflationsursachen − Angebotsseite:
„Wage Push“-Inflation / Lohn-Preis-Spirale und „Profit Push“-Inflation
Absatzpreis für Produkt/Dienstleistung = Summe aus 3 Komponenten: Gewinn pro Stück, Lohnkosten pro Stück (Lohnstückkosten = gesamten Lohnkosten/Produktionsmenge), übrige Kosten pro Stück (z.B. Rohstoffkosten, Maschinenkosten)
1) Wage Push-Inflation / Steigende Lohnstückkosten → Stückgewinn kommt unter Druck Wann steigen die Lohnstückkosten? Ein Lohnkostenanstieg ist NICHT gleichbedeutend mit steigenden Lohnstückkosten. Steigende Lohnstückkosten nur dann, wenn
sich Löhne schneller erhöhen als die Arbeitsproduktivität. Unternehmen versuchen dann, erhöhte Lohnstückkosten über erhöhte Güterpreise weiterzugeben („überzuwälzen“) → P ↑ Lohn-Preis-Spirale: Nehmen Arbeitnehmer im nächsten Tarifkonflikt Inflation (P ↑) zum Anlass, weitere nominale Lohnzuwächse zu erzwingen → Unternehmen erhöhen wieder Preise etc. ...
   2) Profit Push-Inflation = Unternehmen versuchen, ihren Stückgewinn durch ein Anheben der Güterpreise zu steigern; vor allem relevant, wenn Wirtschaft sich im Boom (→ Nachfrageüberschuss: AD > AS ) befindet und / oder der Wettbewerb auf den Gütermärkten gering ist → Unternehmen sichern sich zu Lasten von Arbeitnehmern
und Konsumenten hohe Gewinnmargen (Folge wie unter 1: Preis-Lohn-Spirale).
Ob und in welchem Ausmaß es zu Preiserhöhungen kommt, hängt entscheidend von der Wettbewerbssituation ab: „scharfer“ Wettbewerb auf Gütermärkten → Spielräume
für Preiserhöhungen gering (→ „Abfederung“ z.B. über sinkende Gewinnmarge).


 
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Gefahr Inflation: Wie lässt sich Inflation aus Sicht der Keynesianer / Monetaristen sowie aus Sicht der Neuklassiker bekämpfen.
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16a)Keynesianer/Monetaristen:
 (wurde für EU bestätigt; vgl. nächste Seite): Aufgrund
temporär starrer Löhne, Zinsen, Güterpreise (= „nicht geräumte Märkte“), trägen Erwartungs- anpassungen und unvollkommenem Wettbewerb bewirkt eine Geldmengenreduzierung
(um Preisniveaustabilität zu erreichen) eine Rezession mit Wachstums- / Produktions- und Beschäftigungsverlusten („Opferquotient“, s. nächste Seite). [ M sinkt → Y sinkt → P sinkt ]

1) Neuklassik (stellen rationale Erwartungen in den Vordergrund):
a) Erwartungsorientierte Geldpolitik: Notenbanken sollten den Wirtschaftssubjekten rechtzeitig (u.a. vor Lohnverhandlung) und glaubhaft (Glaubwürdigkeit Notenbank wichtig !) eine Verringerung der Geldmengenexpansion für die Zukunft signalisieren → Private Wirtschaftssubjekte können (z.B. in Lohnverhandlungen, Festlegung Kreditzinsen) Inflationserwartungen an den neuen geldpolitischen Eckdaten nach unten anpassen.
b) Praktische Geldpolitik Neuklassiker → „Inflation Targeting“: Notenbanken (z.B. Bank of England, Bank of Canada) haben sich explizit auf ein konkret quantifiziertes Inflationsziel (z.B. Preisniveauanstieg von 2 % p.a.) verpflichtet. Ziel: Minimierung der Abweichung
der tatsächlichen Inflationsrate vom Inflationsziel. Inflation kann „im Kopf bekämpft werden“ ohne Produktions- / Beschäftigungsrückgang; „kein Opfer“ [ M sinkt → P sinkt ]
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27) Erläutern Sie, welche Innovationshemmnisse bei der Etablierung von Innovationen auftreten können. Legen Sie dabei den Schwerpunkt auf die zwei Bereiche Nachfrage sowie Umsetzung von neuem Wissen in wettbewerbsfähige Prozesse, Produkte, Dienstleistungen. 

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Umsetzung von neuem Wissen in wettbewerbsfähige Prozesse, Produkte und Dienstleistungen

  • Ungünstige technologische Wissensbasis: u.a. unzureichender Wissenspool in der Breite ; ungelöste technologische Probleme ; zu wenig verwertbare FuE-Ergebnisse
  • Technologiespezifische Pfadabhängigkeiten: u.a. bereits existierende wettbewerbsfähige Konkurrenztechnologien ; unzureichender Reinvestitionsbedarf ; risikoaverse Investitionsneigung ; unzureichende Ressourcenbasis wie z.B. Know-how, Finanzmittel, qualifiziertes Personal
  • Zu geringes Wachstumspotenzial in den Anwenderindustrien: u.a. technologische Anpassungsprobleme ; unzureichende komplementäre Infrastruktur ; schwierige wirtschaftliche Lage
  • Hohes wirtschaftliches Risiko, insb. iVm. risikoaversem FuE-Verhalten + mangelnder Informations- / Ressourcenbasis
  • Fehlende Wirtschaftlichkeit / Profitabilität aufgrund ungünstiger Produktionsbedingungen und / oder hoher Anpassungskosten: u.a. unzureichend positive Gesamtwirtschaftlichkeitsrechnung ; innovationsinhärente Anpassungskosten für FuE, Produktionsumstellung, Marketing und Vertrieb 
  • Fehlende »marktseitige« Wirtschaftlichkeit / Profitabilität: u.a. ungünstiges Verhältnis FuE-Aufwand zu Markterwartungen ; zu langsames »Time to Market«
  • Ungünstige Finanzierungsbedingungen: u.a. Mangel an externen und / oder internen Finanzierungsmittel 
  • Geringer Wettbewerbsdruck (vgl. hierzu S. 63 f.): Zu geringe inländische Wettbewerbsintensität und / oder zu geringer internationaler Wettbewerbsdruck (behindern u. a. dynamische Effizienzgewinne) sowie Parallelpfade durch Wettbewerb 
  • Mangel an Demonstrationsanlagen, Bewertungsinstrumenten und Informationen: u.a. Mangel an Zukunfts- / Leuchtturmprojekten, Mangel an Technologie- und / oder Marktinformationen
  • Unternehmensinterne Schwachstellen: u.a. suboptimale Innovationsstrategie / Innovationskultur ; planerische Schwachstellen ; unzureichende Umfeldanalysen bzgl. Marktumfeld- / Konkurrenzsituation 

Nachfrage

  • Ungünstige innovationsinterne Einflussgrößen, die eine erfolgreiche Markteinführung verhindern oder die breite Diffusion im Markt behindern: u.a. fehlende Vorteilhaftigkeit / Kompatibilität / Erprobbarkeit ; zu hohe Komplexität ; unzureichender Reifegrad der Innovation 
  • Unzureichende Qualität der inländischen Nachfrage und / oder unzureichende Berücksichtigung der Nachfrageseite in FuE-Prozessen: u.a. unzureichend anspruchsvolle, unabhängige und multinationale Kunden / »Lead User« mit antizipatorischen Bedürfnissen ; zu späte Integration von Nachfragern / Anwendern in FuE-Prozesse 
  • Unzureichende Marktattraktivität: Zu geringes Marktvolumen und / oder zu geringe Marktdynamik: u.a. verringerte Substitutionstendenzen z.B. weil ungünstiges Preis- / Leistungsverhältnis ; unzureichendes Innovationsbewusstsein ; Unsicherheiten bzgl. Qualität / Kosten / Zuverlässigkeit ; mangelnde Nutzungskompetenzen
  • »Kulturelle Pfadabhängigkeiten«: Ungünstige Einstellung der Gesellschaft (z.B. zu »Umwelt- / Nachhaltigkeitsinnovationen«) und / oder zu geringe Verbraucherakzeptanz: u.a. fehlender gesellschaftlicher Konsens ; geringe Technologieakzeptanz ; unzureichende Risikobereitschaft
  • Ungünstige Rahmenbedingungen für eine (schnelle) internationale / globale Marktdiffusion: u.a. zu geringe Export- / Transfervorteile ; unzureichende Vertriebskanäle im Ausland ; tarifäre / nicht-tarifäre Handelshemmnisse ; unzureichender »Export« von im Inland erfolgreichen Politikansätzen (z.B. Erneuerbare Energien Gesetz) 
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32) Mobilität Faktor Kapital: Erläutern Sie verschiedene Motive für Direktinvestitionen.


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  • Effizienzvorteile beim heimischen Unternehmen („überlegener Investor“): Inlandsfirmen / Inländer können im Ausland höhere Rendite erwirtschaften als ausländische Wettbewerber. Gründe: u.a. Größenvorteile, Markenname, technologischer Vorsprung / Nutzung eigener Forschungs- und Entwicklungsergebnisse. 
  • Investition im Ausland ist mit Renditevorteilen verbunden („überlegene Investition“): Ausland bietet attraktivere Standortbedingungen, u.a. Produktionskostensenkung (z.B. aufgrund geringerer Lohnkosten / Beschaffungskosten oder „Ausschalten von Zwischenhändlern“, Produktion vor Ort senkt Transportkosten) oder Zugang zu großen Absatzmärkten (großes Absatzvolumen, hohe Marktwachstumsraten, „Produktion im Land“ als Kaufargument). 
  • Umgehung administrativer Eingriffe (z.B. Einfuhrbeschränkungen, Zugang zu Integrationsräumen wie der EU) 
  • Vorteile administrativer Eingriffe nutzen (z.B. Investitionszuschüsse, günstige Grundstücke, Subventionen, Steuerermäßigungen [vgl. nächste Seite Steuerwettbewerb / Laffer-Kurve]) 
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33) Laffer-Kurve: Beschreiben Sie kurz die Wirkungszusammenhänge und Konsequenzen.


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Wirkungszusammenhänge: 

  • Bei niedrigen Steuersätzen → geringes Steueraufkommen 
  • Steigende Steuersätze → steigende Steuereinnahmen („links vom Maximum“) 
  • Jedoch: Steigende Steuersätze → Nettowohlfahrtsverlust steigt rapide (vgl. VWL-Grundlagen / Mikroökonomie) (u.a. Arbeitszeitreduzierung/ Schwarzarbeit, „Auswandern“, Steuervermeidung/-hinterziehung) ! 
  • Fazit: Ab einem gewissen Steuersatz sinkt die gehandelte / verkaufte Menge so stark, dass dieSteuereinnahmen sinken können ! 
  • Konsequenz (für Anhänger angebotsorientierter Wirtschaftspolitik): 
    • Niedrigere Steuersätze wirken sich auf die wirtschaftlichen Aktivitäten positiv aus (→ insb. mehr Investitionen durch in- und ausländischer Firmen im Inland) und erhöhen damit indirekt wieder die Steuereinnahmen (Annahme: „man ist rechts vom Maximum“ ; Problem in der Praxis siehe rechts“). 
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1) Beschreiben Sie kurz die Stärken und Schwächen kapitalistischer Marktwirtschaften.
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Stärken
  • Hoher Grad an Freiheit
  • Hohe Innovationseffizienz
  • Hohe Ressourceneffizienz
  • relativ hohe Anpassungsflexibilität
  • systemimmanente Wachstumsdynamik

Schwächen
  • Krisenanfälligkeit
  • Soziale Ungleichheit
  • Machtmissbrauch
  • negative externe Effekte
  • Konsumerismus
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35) Analyse Leistungsbilanz: Beurteilen Sie die Fälle positiver bzw. negativer Außenbeitrag (Exporte – Importe > bzw. < 0). Beurteilen Sie die Fälle positives bzw. negatives Leistungsbilanzsaldo (Exporte – Importe – Saldo der laufenden Übertragungen > bzw. < 0). 

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Positiver Außenbeitrag − Fall 1: Ex – Im > 0

  • Exporte > Importe: Land lebt „unter seinen Verhältnissen“ – Konsum und / oder Investitionen im Inland könnten höher sein (= mehr Wachstum). Zudem: Schuldnerland wird z.B. Zölle erheben zur Verringerung Importe 

 Negativer Außenbeitrag − Fall 2: Ex – Im < 0 

  • Exporte < Importe: Land lebt „über seinen Verhältnissen“ – Inland verschuldet sich immer mehr (→ Gegenmaßnahmen Schuldnerland, s.o. z.B. Zölle). Kritisch: Saldo aufgrund Import Konsumgüter [„besser“:Import Investitionsgüter = langfristiges Wachstum steigt) 


Positives Leistungsbilanzsaldo − Fall 1: Ex – Im – LÜ > 0 und S > I 

  • Ersparnis > Investitionen: Ersparnisse fließen ins Ausland. Folge: u.a. Verzicht auf inländisches Wirtschaftswachstum durch inländische Investitionen (s.o.) 


Negatives Leistungsbilanzsaldo − Fall 2: Ex – Im – LÜ < 0 und S < I 

  • Ersparnis < Investitionen: Heimische Investitionen mit Ersparnissen des Auslands finanziert (→ Land wird immer mehr zum Schuldnerland; s.o.) 
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  • 68275 Karteikarten
  • 1587 Studierende
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Beispielhafte Karteikarten für deinen Wirtschaftspolitik Kurs an der Hochschule Hannover - von Kommilitonen auf StudySmarter erstellt!

Q:
4) AS-AD-Modell: Beschreiben Sie kurz die unterschiedlichen Anpassungsprozesse (bzgl.
Preis und Menge) bei den verschiedenen aggregierten Güterangebotsfunktionen.
A:
Angebotskurve - Klassik-Bereich Y (Output) = Y* bzw. Y > Y* (Vollbeschäftigung) (insbesondere “Boom“)
Produktion Y von Ressourcenverfügbarkeit (u.a. Quantität und Qualität von Arbeit, Kapital, Natürlichen Ressourcen) und technischen Fortschritt bestimmt (Produktionsfunktion-/potential) -> Nachfrageschwankungen haben ausschließlich Preiseffekte (gilt i.d.R. Im Boom, wenn Y > Y*

Angebotskurve - Keynes-Bereich Y < Y* (insbesondere „Rezession“):
Produktion wird allein von der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage (= C + I + G + Ex - Im) bestimmt -> Nachfrageschwankungen ohne Preiseffekte, da Anpassung allein über Produktionsmenge (in der Rezession bei Y < Y*)

Angebotskurve - Normal-Bereich Y < Y* (insbesondere “Aufschwung)
Ausweitung der Produktion geht mit steigendem Preisniveau einher -> bei Nachfrageschwankungen passen sich Produktionsmenge und Preise an ( gilt i.d.R. in den Aufschwungsphasen, wenn Y < Y*)
Q:
5) Aggregierte Nachfrage: Warum hat die AD-Kurve eine negative Steigung (P-Y-Raum)?
A:
  • Vermögenseffekte von Pigou: Fallendes Preisniveau erhöht realen Wert nominaler Vermögenswerte (z.B. Bargeld, Aktien) -> Konsumenten erhöhen Konsum C und damit die gesamtwirtschaftliche Nachfrage AD (Y^d)

  • Zinssatzeffekte: Fallendes Preisniveau = weniger Geld wird für Transaktionszwecke/Güterkäufe benötigt ➡️ Spielraum für Ersparnisse steigt ➡️ es wird mehr gespart (S > I) ➡️ Zins sinkt, d.h. Kredite werden billiger ➡️ Investitionstätigkeit Unternehmen I und Kreditnachfrage Haushalte C (z.B. Kredite für Häuser steigt und damit steigt die gesamtwirtschaftliche Nachfrage AD (Y^d)

  • Wechselkurseffekt: Sinkendes Preisniveau führt: a) direkt zu erhöhter internationaler preislicher Wettbewerbsfähigkeit ➡️ Exporte Ex steigen; b) zu sinkenden Zinsen im Inland (s.o.) ➡️ Kapitalabfluss ins Ausland (z.B. Kauf von Anlagen in den USA) ➡️ Nachfrage nach ausländischen Währungen steigt (z.B. US-$) und Nachfrage nach € sinkt ➡️ Euro wertet ab ➡️ Exporte Ex steigen (inländische Güter nun relativ günstiger im Vergleich zu ausländischen Gütern) ➡️ gesamtwirtschaftliche Nachfrage AD (Y^d) steigt
Q:
3) Wie verhalten sich gesamtwirtschaftliche Hauptmärkte bei Konjunkturschwankungen aus (neu-) klassischer und (neu-) keynesianischer Sicht? Erläutern Sie dabei die Begriffe Angebots- und Nachfrageschocks und wie diese verarbeitet werden.
A:
(Neu-)Keynesianische Sicht (Gründe für Ungleichgewichtsprozesse):
Technologischer Fortschritt, Ölpreisschock bzw. Anstieg Rohstoffkosten
Nutzen-/Gewinnmaximierende Preisstarrheiten führen unvollkommende Hauptmärkte in stabile Ungleichgewichte. Wegen Preis-, Lohn-, Zinsrigiditäten sind Angebots- und Nachfrageschocks wirksam

(Neu-)Klassische Sicht (Gründe für Ungleichgewicht):
schwache/starke Weltkonjunktur, staatliche Konjunkturprogramme, Investitionen, Angstsparen/Aktienboom, Boom Aktienexporte/Währungskrisen usw.
Nutzen-/Gewinnmaximierende Preis- und Mengenanpassungen bringen Hauptmärkte schnell in stabile Gleichgewichte, nur Angebotsschocks wirksam
Q:
12) Kreditmarkt: Wie beeinflussen die (Zins-)Elastizität des Kreditangebots und der Kreditnachfrage die Größenordnungen der Zins-Mengen-Änderungen (z.B. Umfang der Zinsänderung sowie Mengenveränderungen bei S und I im Fall staatlicher Budgetdefizite)?
A:
1) Ist das Kreditangebot / die Kreditnachfrage eher unelastisch
→ große Zinseffekte, geringe Mengeneffekte (bei S und I) 
2) Ist das Kreditangebot / die Kreditnachfrage eher elastisch
 → geringe Zinseffekte, hohe Mengeneffekte (bei S und I)
Q:
13) Beschreiben Sie die Übertragungswege / Transmissionsmechanismen eines expansiven geldpolitischen Impulses (Leitzinssenkung und Ausweitung gesetzliche Zahlungsmittel) vom Bankensektor einer Wirtschaft bis auf den gesamtwirtschaftlichen Gütermarkt. Benutzen Sie auch die Quantitätsgleichung des Geldes zur Illustration (Pfeile ↓ oder ↑
einzeichnenbeiderQuantitätsgleichungsowieKonstant-Zeichen−− oderkonst.).
A:
Keynes (Normalfall):
Bankkreditzinsen ⬇️ / „Kredite werden billiger“ (Real-Zins i ⬇️) ➡️ Fremdkapitalkosten ⬇️➡️ erwartete Rendite bei Investitionsprojekten ⬆️➡️ Investitionsgüternachfrage ⬆️ [+ Konsum Haushalte ⬆️] ➡️ Nachfrage Yd steigt ➡️ mehr Produktion (Y ⬆️) + mehr Beschäftigung N (N ⬆️)

M⬆️ * V(i) = reales BIP Y⬆️ + P

Keynes (Investitionsfall):
(Kredit-)Zins i / Fremdkapitalkosten ⬇️  ➡️ erwartete Erlöse ⬇️ (da Rezession) ➡️ erwartete Rendite Investitionsprojekte unattraktiv ➡️ Investitionsgüternachfrage bleibt konstant ➡️ Yd + Y + N bleiben konstant (“mehr Geld versickert in der Spekulationskasse„ ➡️ Geld-Umlaufgeschwindigkeit V ⬇️)

M⬆️ * V(i) = reales BIP Y * P

Keynes (Liquiditätsfälle)
  • Realität: Viele Zinssätze in Abhängigkeit von Schuldnerbonität und Kreditlaufzeit
[ → Folge: Renditestrukturkurve (s. rechts) ]
  •  Laufzeit Offenmarktgeschäfte Notenbank (wenige Wochen / Monate) → Notenbank beeinflusst direkt nur kurzfristige Kreditzinsen. Mittel-/Langfristiges Kreditzinsniveau (wichtig für Unternehmen) nur indirekt über Inflations- erwartungen beeinflussbar (Anleger schlagen Inflationsprognose dem Ziel-Realzins zu; s.S.31).
  •  Möglicher Fall: Kreditgeber längerfristiger Kredite glauben, dass starke Senkung kurzfristige Leit-/ Kreditmarktzinsen Wirtschaft überstimuliert → Folge: mehr Inflation wird erwartet → Leitzinssenkungen führen nicht zur Senkung langfristiger Kreditzinsen
→ I, Yd, Y, Beschäftigung N bleiben konstant.

M⬆️ * V(i) ⬇️ = reales BIP Y * P

Wachsende Geldmenge wird in der Spekulationskasse „geparkt“ ( ➡️ Geld-Umlaufgeschwindigkeit V ⬇️) (“sie warten auf mittelfristig steigende Zinsen/besseren Einstieg bei Aktien etc.“)

Monetaristen 

Impuls Notenbank: Leitzinsen ↓ + Geldmenge M ↑ → Geschäftsbanken kaufen Wertpapiere
Bei Monetaristen steht Geldmengenveränderung im Fokus:
Ankauf Wertpapiere durch Geschäftsbanken (z.B. am Anleihenmarkt) → Bei Nichtbanken ändert sich die Vermögensstruktur (Wertpapiere ↓ + Geldanteil ↑ ).
Folge: Wirtschaftssubjekte halten relativ hohen Anteil Geld am Gesamtvermögen (bringt keine bzw. geringe Rendite) → Umschichtungen bei Nichtbanken: z.B. Kauf von Aktien (Kurse steigen / Aktien relativ teurer) → Umschichtungen z.B. in Immobilien, deren Preise ↑
Konsequenzen: Veränderung relative Preise zwischen Vermögensarten (z.B. Aktien, Immobilien). Dabei gilt: Preise Aktien / Immobilien etc. steigen („Asset Price Inflation“) → erhöhtes Vermögen der Nichtbanken → Konsumnach- frage ↑ → Yd ↑ → Produktion Y ↑ . Zudem: Bestehendes Vermögen (z.B. Bestandsimmobilien) wird relativ teurer, neu zu schaffendes Vermögen (z.B. Neubau) wird im Vergleich zu bestehendem Vermögen relativ günstiger.
Für Unternehmen (Aufschwung / Boom) → Expansionspläne: Wahl, vorhandene Vertriebs-
und Produktionsanlagen von Mitkonkurrenten zu erwerben (z.B. Kauf Aktienanteile) oder
„Neues aufzubauen“. Auch hier gilt: Je teurer vorhandenes Produktivkapital, desto relativ
günstiger ist die Schaffung neuen Vermögens (z.B. neue Produktionsstätten, Maschinen, Gewerbeimmobilien) → Investitionen ↑ → Nachfrage Yd ↑ → Produktion Y ↑ ( + Beschäftigung N ↑ ) + Preisniveau steigt

M⬆️ * V = reales BIP Y ⬆️ * P ⬆️

Neuklassiker
Annahmen: Wirtschaft bei bzw. nahe an Vollbeschäftigung (!!!) (Y = Y* Vollbeschäftigung ) und Wirtschaftssubjekte handeln stets rational (insb. rationale Inflationserwartungen)
Impuls Notenbank und Geschäftsbanken: Leitzinsen ↓ + Geldmenge M ↑
→ günstige Kredite + Banken kaufen Wertpapieren (analog Keynes / Monetaristen)
Unternehmen und Haushalte realisieren expansive Geldpolitik → Gegenreaktion aufgrund rationaler Erwartungen („künstlich angeregte gesamtwirtschaftliche Güternachfrage muss in mehr Inflation enden“).
→ Potentielle Inflationsverlierer (insb. Kapitalgeber und Arbeitnehmer) werden sofort versuchen, sich vor schädlichen Folgen zu schützen.
Banken/Anleger werden Inflationsrisiken in Renditeforderungen (z.B. bei Neu-Kreditvergabe) einrechnen → (mittel- / längerfristige) Zinsen steigen (s. Fisher-Effekt / VWL-Grundlagen). Arbeitsmarkt: Beschäftigte werden längerfristige Lohnkontrakte nur (entsprechend der wachsenden Inflationsrisiken) bei steigenden Nominallöhnen abschließen → Firmen spüren (wegen höherer Nominallöhne / -zinsen) Kostendruck und versuchen, Güterpreise anzuheben.
(u.a. Lohn-Preis-Spirale) → Ergebnis: Nominallöhne, Nominalzinsen, Güterpreise steigen gleichmäßig → Preisniveau steigt ; jedoch: Realgrößen (insb. Yd / Y / Beschäftigung N ) unverändert
(= klassische Dichotomie ! ).

M * V = reales BIP Y * P ⬆️

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Q:
15) Gefahr Inflation: Was sind die Hauptursachen für Inflation in der kurzen Sicht?
A:
Wirtschaft im Euroland bezieht viele Rohstoffe und halbfertige Produkte aus dem Ausland, um aus ihnen Fertigprodukte herzustellen. Zudem werden Fertigprodukte importiert
(gelangen über Groß- und Einzelhandel zu den Konsumenten).
Steigen Weltmarkt-Preise dieser Produkte → Importe für Industrie/Handel verteuern sich → gestiegene Kosten → Überwälzung Kostenerhöhung auf Lieferpreise für Handel sowie
erhöhte Verkaufspreise für Konsumenten (dadurch steigt z.B. der HVPI) → Inflation
Ob sich steigende Weltmarktpreise auf das Inland übertragen, hängt stark von der Währungsentwicklung ab. Rohölpreise als Beispiel:
Rohöl wird international auf US$-Basis gehandelt
a) Euro gewinnt gegenüber dem US-Dollar an Wert = Euro-Aufwertung (vgl. VWL-Grundlagen) b) Euro verliert gegenüber dem US-Dollar an Wert = Euro-Abwertung (vgl. VWL-Grundlagen)

€ - Preis pro Barrel Rohöl = US-$-Preis pro Barrel Rohöl/Wechselkurs US-$ pro €

Fall 1: Preiserhöhungen beim Rohöl auf US $-Basis werden beim €-Preis pro Barrel abgemildert (z.B. 2008) (ggf. neutralisiert), wenn Euro aufgewertet wird (z.B. gleich starke €-Aufwertung).
Bei noch stärkerer Euro-Aufwertung sogar Preisrückgang für Rohöl auf Euro-Basis möglich.

Fall 2: $-Preiserhöhungen Rohöl plus €-Abwertung → „Rohöl wird doppelt teuer“, d.h. Euro-Rohölpreis steigt „überproportional“ → Gefahr importierter Inflation ist am größten, wenn steigende Weltmarktpreise (z.B. auf US $-Basis) mit einer schwachen (Euro-) Inlandswährung einhergehen.


1) „Demand Pull“-Inflation = gesamtwirtschaftliche Nachfrage AD ist zu groß im Vergleich zu den vorhandenen betrieblichen Produktionskapazitäten AS (Unternehmen werden z.B. mit „Auftragsflut überschüttet“) → nicht abgearbeiteter Auftragsbestand und Lieferzeiten wachsen
→ Derartige Situationen (meist im Aufschwung / Boom) eröffnen Unternehmen Spielräume,
mit steigenden Absatzpreisen zu reagieren.
Häufig bereits partielle Inflationsherde, bevor gesamtwirtschaftliche Produktionskapazitäten voll ausgelastet: Branchen mit Vollauslastung stehen anderen Branchen gegenüber, die noch freie Kapazitäten haben → Branchen mit Produktionsengpässen („bottlenecks“) beginnen bei hoher Nachfrage Preise anzuheben → durch Lieferverflechtungen zwischen Branchen werden z.B. Einkaufspreise für Vorprodukte in anderen Branchen teurer → veranlasst weitere Branchen, Preise anzuheben (da Kosten ↑) → Inflationsprozess erfasst gesamte Wirtschaft.
2) „Demand Shift“-Inflation = Annahme: Güterpreise nach unten starr + nach oben flexibel
→ Wandert nun Nachfrage von einer Branche zu einer anderen im Rahmen von konjunkturellen oder strukturellen Veränderungen (Radio → TV / Fernseher / Handy), so bleiben Güterpreise in Branchen starr, die Nachfrage verlieren. Zudem werden in den anderen Branchen mit zusätzlicher Nachfrage die Preise angehoben → Preisniveau in gesamter Wirtschaft erhöht sich → Inflation

Kurzfristige Inflationsursachen − Angebotsseite:
„Wage Push“-Inflation / Lohn-Preis-Spirale und „Profit Push“-Inflation
Absatzpreis für Produkt/Dienstleistung = Summe aus 3 Komponenten: Gewinn pro Stück, Lohnkosten pro Stück (Lohnstückkosten = gesamten Lohnkosten/Produktionsmenge), übrige Kosten pro Stück (z.B. Rohstoffkosten, Maschinenkosten)
1) Wage Push-Inflation / Steigende Lohnstückkosten → Stückgewinn kommt unter Druck Wann steigen die Lohnstückkosten? Ein Lohnkostenanstieg ist NICHT gleichbedeutend mit steigenden Lohnstückkosten. Steigende Lohnstückkosten nur dann, wenn
sich Löhne schneller erhöhen als die Arbeitsproduktivität. Unternehmen versuchen dann, erhöhte Lohnstückkosten über erhöhte Güterpreise weiterzugeben („überzuwälzen“) → P ↑ Lohn-Preis-Spirale: Nehmen Arbeitnehmer im nächsten Tarifkonflikt Inflation (P ↑) zum Anlass, weitere nominale Lohnzuwächse zu erzwingen → Unternehmen erhöhen wieder Preise etc. ...
   2) Profit Push-Inflation = Unternehmen versuchen, ihren Stückgewinn durch ein Anheben der Güterpreise zu steigern; vor allem relevant, wenn Wirtschaft sich im Boom (→ Nachfrageüberschuss: AD > AS ) befindet und / oder der Wettbewerb auf den Gütermärkten gering ist → Unternehmen sichern sich zu Lasten von Arbeitnehmern
und Konsumenten hohe Gewinnmargen (Folge wie unter 1: Preis-Lohn-Spirale).
Ob und in welchem Ausmaß es zu Preiserhöhungen kommt, hängt entscheidend von der Wettbewerbssituation ab: „scharfer“ Wettbewerb auf Gütermärkten → Spielräume
für Preiserhöhungen gering (→ „Abfederung“ z.B. über sinkende Gewinnmarge).


 
Q:
Gefahr Inflation: Wie lässt sich Inflation aus Sicht der Keynesianer / Monetaristen sowie aus Sicht der Neuklassiker bekämpfen.
A:
16a)Keynesianer/Monetaristen:
 (wurde für EU bestätigt; vgl. nächste Seite): Aufgrund
temporär starrer Löhne, Zinsen, Güterpreise (= „nicht geräumte Märkte“), trägen Erwartungs- anpassungen und unvollkommenem Wettbewerb bewirkt eine Geldmengenreduzierung
(um Preisniveaustabilität zu erreichen) eine Rezession mit Wachstums- / Produktions- und Beschäftigungsverlusten („Opferquotient“, s. nächste Seite). [ M sinkt → Y sinkt → P sinkt ]

1) Neuklassik (stellen rationale Erwartungen in den Vordergrund):
a) Erwartungsorientierte Geldpolitik: Notenbanken sollten den Wirtschaftssubjekten rechtzeitig (u.a. vor Lohnverhandlung) und glaubhaft (Glaubwürdigkeit Notenbank wichtig !) eine Verringerung der Geldmengenexpansion für die Zukunft signalisieren → Private Wirtschaftssubjekte können (z.B. in Lohnverhandlungen, Festlegung Kreditzinsen) Inflationserwartungen an den neuen geldpolitischen Eckdaten nach unten anpassen.
b) Praktische Geldpolitik Neuklassiker → „Inflation Targeting“: Notenbanken (z.B. Bank of England, Bank of Canada) haben sich explizit auf ein konkret quantifiziertes Inflationsziel (z.B. Preisniveauanstieg von 2 % p.a.) verpflichtet. Ziel: Minimierung der Abweichung
der tatsächlichen Inflationsrate vom Inflationsziel. Inflation kann „im Kopf bekämpft werden“ ohne Produktions- / Beschäftigungsrückgang; „kein Opfer“ [ M sinkt → P sinkt ]
Q:

27) Erläutern Sie, welche Innovationshemmnisse bei der Etablierung von Innovationen auftreten können. Legen Sie dabei den Schwerpunkt auf die zwei Bereiche Nachfrage sowie Umsetzung von neuem Wissen in wettbewerbsfähige Prozesse, Produkte, Dienstleistungen. 

A:
Umsetzung von neuem Wissen in wettbewerbsfähige Prozesse, Produkte und Dienstleistungen

  • Ungünstige technologische Wissensbasis: u.a. unzureichender Wissenspool in der Breite ; ungelöste technologische Probleme ; zu wenig verwertbare FuE-Ergebnisse
  • Technologiespezifische Pfadabhängigkeiten: u.a. bereits existierende wettbewerbsfähige Konkurrenztechnologien ; unzureichender Reinvestitionsbedarf ; risikoaverse Investitionsneigung ; unzureichende Ressourcenbasis wie z.B. Know-how, Finanzmittel, qualifiziertes Personal
  • Zu geringes Wachstumspotenzial in den Anwenderindustrien: u.a. technologische Anpassungsprobleme ; unzureichende komplementäre Infrastruktur ; schwierige wirtschaftliche Lage
  • Hohes wirtschaftliches Risiko, insb. iVm. risikoaversem FuE-Verhalten + mangelnder Informations- / Ressourcenbasis
  • Fehlende Wirtschaftlichkeit / Profitabilität aufgrund ungünstiger Produktionsbedingungen und / oder hoher Anpassungskosten: u.a. unzureichend positive Gesamtwirtschaftlichkeitsrechnung ; innovationsinhärente Anpassungskosten für FuE, Produktionsumstellung, Marketing und Vertrieb 
  • Fehlende »marktseitige« Wirtschaftlichkeit / Profitabilität: u.a. ungünstiges Verhältnis FuE-Aufwand zu Markterwartungen ; zu langsames »Time to Market«
  • Ungünstige Finanzierungsbedingungen: u.a. Mangel an externen und / oder internen Finanzierungsmittel 
  • Geringer Wettbewerbsdruck (vgl. hierzu S. 63 f.): Zu geringe inländische Wettbewerbsintensität und / oder zu geringer internationaler Wettbewerbsdruck (behindern u. a. dynamische Effizienzgewinne) sowie Parallelpfade durch Wettbewerb 
  • Mangel an Demonstrationsanlagen, Bewertungsinstrumenten und Informationen: u.a. Mangel an Zukunfts- / Leuchtturmprojekten, Mangel an Technologie- und / oder Marktinformationen
  • Unternehmensinterne Schwachstellen: u.a. suboptimale Innovationsstrategie / Innovationskultur ; planerische Schwachstellen ; unzureichende Umfeldanalysen bzgl. Marktumfeld- / Konkurrenzsituation 

Nachfrage

  • Ungünstige innovationsinterne Einflussgrößen, die eine erfolgreiche Markteinführung verhindern oder die breite Diffusion im Markt behindern: u.a. fehlende Vorteilhaftigkeit / Kompatibilität / Erprobbarkeit ; zu hohe Komplexität ; unzureichender Reifegrad der Innovation 
  • Unzureichende Qualität der inländischen Nachfrage und / oder unzureichende Berücksichtigung der Nachfrageseite in FuE-Prozessen: u.a. unzureichend anspruchsvolle, unabhängige und multinationale Kunden / »Lead User« mit antizipatorischen Bedürfnissen ; zu späte Integration von Nachfragern / Anwendern in FuE-Prozesse 
  • Unzureichende Marktattraktivität: Zu geringes Marktvolumen und / oder zu geringe Marktdynamik: u.a. verringerte Substitutionstendenzen z.B. weil ungünstiges Preis- / Leistungsverhältnis ; unzureichendes Innovationsbewusstsein ; Unsicherheiten bzgl. Qualität / Kosten / Zuverlässigkeit ; mangelnde Nutzungskompetenzen
  • »Kulturelle Pfadabhängigkeiten«: Ungünstige Einstellung der Gesellschaft (z.B. zu »Umwelt- / Nachhaltigkeitsinnovationen«) und / oder zu geringe Verbraucherakzeptanz: u.a. fehlender gesellschaftlicher Konsens ; geringe Technologieakzeptanz ; unzureichende Risikobereitschaft
  • Ungünstige Rahmenbedingungen für eine (schnelle) internationale / globale Marktdiffusion: u.a. zu geringe Export- / Transfervorteile ; unzureichende Vertriebskanäle im Ausland ; tarifäre / nicht-tarifäre Handelshemmnisse ; unzureichender »Export« von im Inland erfolgreichen Politikansätzen (z.B. Erneuerbare Energien Gesetz) 
Q:

32) Mobilität Faktor Kapital: Erläutern Sie verschiedene Motive für Direktinvestitionen.


A:
  • Effizienzvorteile beim heimischen Unternehmen („überlegener Investor“): Inlandsfirmen / Inländer können im Ausland höhere Rendite erwirtschaften als ausländische Wettbewerber. Gründe: u.a. Größenvorteile, Markenname, technologischer Vorsprung / Nutzung eigener Forschungs- und Entwicklungsergebnisse. 
  • Investition im Ausland ist mit Renditevorteilen verbunden („überlegene Investition“): Ausland bietet attraktivere Standortbedingungen, u.a. Produktionskostensenkung (z.B. aufgrund geringerer Lohnkosten / Beschaffungskosten oder „Ausschalten von Zwischenhändlern“, Produktion vor Ort senkt Transportkosten) oder Zugang zu großen Absatzmärkten (großes Absatzvolumen, hohe Marktwachstumsraten, „Produktion im Land“ als Kaufargument). 
  • Umgehung administrativer Eingriffe (z.B. Einfuhrbeschränkungen, Zugang zu Integrationsräumen wie der EU) 
  • Vorteile administrativer Eingriffe nutzen (z.B. Investitionszuschüsse, günstige Grundstücke, Subventionen, Steuerermäßigungen [vgl. nächste Seite Steuerwettbewerb / Laffer-Kurve]) 
Q:

33) Laffer-Kurve: Beschreiben Sie kurz die Wirkungszusammenhänge und Konsequenzen.


A:

Wirkungszusammenhänge: 

  • Bei niedrigen Steuersätzen → geringes Steueraufkommen 
  • Steigende Steuersätze → steigende Steuereinnahmen („links vom Maximum“) 
  • Jedoch: Steigende Steuersätze → Nettowohlfahrtsverlust steigt rapide (vgl. VWL-Grundlagen / Mikroökonomie) (u.a. Arbeitszeitreduzierung/ Schwarzarbeit, „Auswandern“, Steuervermeidung/-hinterziehung) ! 
  • Fazit: Ab einem gewissen Steuersatz sinkt die gehandelte / verkaufte Menge so stark, dass dieSteuereinnahmen sinken können ! 
  • Konsequenz (für Anhänger angebotsorientierter Wirtschaftspolitik): 
    • Niedrigere Steuersätze wirken sich auf die wirtschaftlichen Aktivitäten positiv aus (→ insb. mehr Investitionen durch in- und ausländischer Firmen im Inland) und erhöhen damit indirekt wieder die Steuereinnahmen (Annahme: „man ist rechts vom Maximum“ ; Problem in der Praxis siehe rechts“). 
Q:
1) Beschreiben Sie kurz die Stärken und Schwächen kapitalistischer Marktwirtschaften.
A:
Stärken
  • Hoher Grad an Freiheit
  • Hohe Innovationseffizienz
  • Hohe Ressourceneffizienz
  • relativ hohe Anpassungsflexibilität
  • systemimmanente Wachstumsdynamik

Schwächen
  • Krisenanfälligkeit
  • Soziale Ungleichheit
  • Machtmissbrauch
  • negative externe Effekte
  • Konsumerismus
Q:

35) Analyse Leistungsbilanz: Beurteilen Sie die Fälle positiver bzw. negativer Außenbeitrag (Exporte – Importe > bzw. < 0). Beurteilen Sie die Fälle positives bzw. negatives Leistungsbilanzsaldo (Exporte – Importe – Saldo der laufenden Übertragungen > bzw. < 0). 

A:

Positiver Außenbeitrag − Fall 1: Ex – Im > 0

  • Exporte > Importe: Land lebt „unter seinen Verhältnissen“ – Konsum und / oder Investitionen im Inland könnten höher sein (= mehr Wachstum). Zudem: Schuldnerland wird z.B. Zölle erheben zur Verringerung Importe 

 Negativer Außenbeitrag − Fall 2: Ex – Im < 0 

  • Exporte < Importe: Land lebt „über seinen Verhältnissen“ – Inland verschuldet sich immer mehr (→ Gegenmaßnahmen Schuldnerland, s.o. z.B. Zölle). Kritisch: Saldo aufgrund Import Konsumgüter [„besser“:Import Investitionsgüter = langfristiges Wachstum steigt) 


Positives Leistungsbilanzsaldo − Fall 1: Ex – Im – LÜ > 0 und S > I 

  • Ersparnis > Investitionen: Ersparnisse fließen ins Ausland. Folge: u.a. Verzicht auf inländisches Wirtschaftswachstum durch inländische Investitionen (s.o.) 


Negatives Leistungsbilanzsaldo − Fall 2: Ex – Im – LÜ < 0 und S < I 

  • Ersparnis < Investitionen: Heimische Investitionen mit Ersparnissen des Auslands finanziert (→ Land wird immer mehr zum Schuldnerland; s.o.) 
Wirtschaftspolitik

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