Ethik II an der Hochschule Hannover | Karteikarten & Zusammenfassungen

Lernmaterialien für Ethik II an der Hochschule Hannover

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TESTE DEIN WISSEN

Sterbehilfe:

 Worin können die Grenzen der Selbstbestimmung am Lebensende liegen? (3)

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TESTE DEIN WISSEN

 Kann das Recht auf Selbstbestimmung den Wunsch auf Beendigung des eigenen Lebens
durch einen Anderen beinhalten bzw. den Wunsch nach Beihilfe zum Suizid
nachzukommen?
 Inwieweit kann der Wunsch nach Lebensendigung ein autonomer Wunsch sein, wenn
die Folgen dieses Wunsches darin bestehen, danach überhaupt nicht mehr fähig zu sein,
sich selbst zu bestimmen? (Wir können die Folgen der besonderen Handlung eines
Suizids nicht wirklich antizipieren und uns nachträglich nicht mehr dazu verhalten.)
 Diese Frage wird dann interessant, wenn man davon ausgeht, dass die Erfahrung,
selbstbestimmt gehandelt zu haben, in entscheidender Hinsicht davon abhängt, dass wir
in der Erfahrung der Folgen, diese immer noch als wünschenswert ansehen und uns mit
den Folgen unseres Handelns identifizieren können.

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Welche Welche Bereiche der medizinischen Ethik sind gegenwärtig in der Corona-Krise relevant?

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TESTE DEIN WISSEN

Bereich der professionellen Versorgung:

Die akute Versorgung von Patient*innen: ggfs. Problem der Triage: wir bekommt bei einer Knappheit an Beatmungsgeräten ein überlebensnotwendiges Beatmungsgerät, der 90jährige Covid-19-Patient, die fast keine Vorerkrankungen hat oder der 70-jährige Mann, der bereits seinen dritten Herzinfarkt hat?


Bereich der Gesundheitspolitik:

Haben Politiker*innen zu spät auf die Virolog*innen und Epidemiolog*innen gehört?

Unter anderem aufgrund von Sparmaßnahmen zur Einhaltung der Stabilitätskriterien für die Europäische Währungsunion (Maastricht-Vertrag) einzuhalten, wurden in Italien und Spanien massive Kürzungen im Gesundheitswesen vorgenommen, die jetzt die problematische Lage in den Krankenhäusern der Lombardei in Italien und in Madrid in Spanien hervorgerufen haben.

In den USA sind durch den Shut-down viele Menschen erwerbslos geworden, Selbständige mussten Insolvenz anmelden. Viele sind dadurch bedingt nicht mehr krankenversichert. Werden sie im Falle einer Covid-19-Infektion dennoch medizinisch versorgt?


Bereich des Gesundheitsverhaltens und –erwartungen

Haben die jungen Menschen, die noch Coronapartys feierten, als die Politik dazu aufrief, dass Personen im öffentlichen Raum nur noch maximal zu zweit zusammen sein dürfen und zu Nicht-Familienmitgliedern/ Nichtmitbewohner*innen 1,5 bis 2 Meter Abstand zu halten

Wie berichten die Massenmedien darüber: Problematik der Fake-News. Fehlende Solidarität zu Hochrisiko-Gruppen?


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Organtransplantation:


Welcher rechtlichen Regelung neigen Sie am ehesten zu?
Argumentieren Sie: Was spricht für oder gegen einer der drei rechtlichen Regelungen.

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Der engen Zustimmungslösung: Eine Explantation von Organen ist nur möglich, wenn ein
Organspendeausweis des als hirntot Diagnostizierten vorliegt. Bei Fehlen eines
Organspendeausweises kann ein hirntot diagnostizierter Nicht explantiert werden, gleich
was die Haltung der Angehörigen des als hirntot Diagnostizierten im Blick auf eine
Organentnahme hirntot Diagnostizierten Angehörigen ist.

Vorteil:

  • Die Angehörige werden in einer psychischen Stresssituation (Verarbeiten des Verlustes
    eines Angehörigen) nicht zu einem Entscheidungskonflikt genötigt. Gleich wie ihre
    Entscheidung ausfällt, werden sie Schuldgefühle haben.
  • Personen werden nicht zu einer Entscheidung in Sachen Organtransplantation genötigt,
    die psychisch sehr belastend ist und mit Schuldgefühlen einhergeht (wenn ich mich
    ausdrücklich gegen eine Explanation entscheide, könnte ich Schuld werden am Tod
    vieler Menschen, die vergeblich auf ein Organ warten). Die Entscheidung, sich mit einer
    Frage nicht zu beschäftigen und darin nicht zu bestimmen, kann ebenfalls als eine Form
    der Selbstbestimmung gedeutet werden.
  • Nachteil: Die Zahl an Organspenden von hirntot Diagnostizierten dürfte geringer sein als bei einer
    erweiterten Zustimmungs- oder gar einer Widerspruchslösung sein. Denn vermutlich
    haben viele Krankenversicherte keinen Organspendeausweis, weil sie ausdrücklich
    dagegen sind, sondern weil sie sich mit dem Thema nicht auseinandersetzen wollen, das
    eigene Sterben und den eigenen Tod verdrängen.



Der erweiterten Zustimmungslösung: Eine Explantation von Organen ist nur möglich,
wenn entweder ein Organspendeausweis des als hirntot Diagnostizierten vorliegt, oder
wenn bei Fehlen eines Organspendeausweises die Angehörigen des als hirntot Diagnostizierten einer Organentnahme zustimmen bzw. mutmaßlicher Wille des als hirntot
Diagnostizierten.

  • Vorteil: 

 Es dürfte wohl mehr Organspenden geben, als bei der engen Zustimmungslösung.
 Personen werden nicht zu einer Entscheidung in Sachen Organtransplantation genötigt,
die psychisch sehr belastend ist und mit Schuldgefühlen einhergeht (wenn ich mich
ausdrücklich gegen eine Explanation entscheide, könnte ich Schuld werden am Tod
vieler Menschen, die vergeblich auf ein Organ warten). Die Entscheidung, sich mit einer
Frage nicht zu beschäftigen und darin nicht zu bestimmen, kann ebenfalls als eine Form
der Selbstbestimmung gedeutet werden.

  • Nachteil: 

 Personen werden in einer psychischen Stresssituation (Verarbeiten des Verlustes eines
Angehörigen) zu einem Entscheidungskonflikt genötigt. Gleich wie ihre Entscheidung
ausfällt, werden sie Schuldgefühle haben.
 Es gibt weniger Organe, die einer Organtransplantation zur Verfügung stehen als bei der
Widerspruchslösung



Widerspruchslösung: Nur wenn der Hirntote nachweislich ausdrücklich einer
Organspende widersprochen hat, dürfen nach seiner Hirntotdiagnose keine Organe von ihm
entnommen werden.

Vorteil:

  •  Es dürften weit mehr Organe für eine Organtransplantation zur Verfügung stehen, als
    dies im Zuge der engen oder weiten Zustimmungslösung bzw. Entscheidungslösung der
    Fall ist. Es dürften weniger Menschen sterben, die auf ein Organ warten.
     Die Angehörige werden in einer psychischen Stresssituation (Verarbeiten des Verlustes
    eines Angehörigen) nicht zu einem Entscheidungskonflikt genötigt. Gleich wie ihre
    Entscheidung ausfällt, werden sie Schuldgefühle haben.
  • Nachteil: 

Personen, die gegen eine Organentnahme im Falle ihres Hirntods sind, werden zu einer
Entscheidung in Sachen Organtransplantation genötigt, die psychisch sehr belastend ist
und mit Schuldgefühlen einhergeht (wenn ich mich ausdrücklich gegen eine Explanation
entscheide, könnte ich Schuld werden am Tod vieler Menschen, die vergeblich auf ein
Organ warten). Die Entscheidung, sich mit einer Frage nicht zu beschäftigen und darin
nicht zu bestimmen, kann ebenfalls als eine Form der Selbstbestimmung gedeutet
werden.

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Welche Fallgruppen der Sterbehilfe können unterschieden werden und welche ethische-
rechtliche Problematik ist mit der jeweiligen Fallgruppe verbunden? (5)

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Fallgruppe
Sterbebegleitung
(sog. „reine Sterbehilfe“)=

Ethisch-rechtliche Problematik
Ermöglichung eines selbstbestimmten, menschenwürdiges
Sterben (Kann dies durch Erfüllung der Bedürfnisse
Sterbender erfüllt werden? Strafbarkeitsrisiko bei
Unterlassen einer angemessenen Schmerztherapie, wann
darf eine palliative Sedierung durchgeführt werden



Behandlungsbegrenz./Sterbenlassen
(früher sog. „passive Sterbehilfe“):
Unterlassen oder Abbruch lebenser-
haltender Maß-nahmen wie künstl.
Beatmung, künstl. Ernährung usw.


Frage nach der Verbindlichkeit einer Patientenverfügung
oder bei Fehlen einer Patientenverfügung Ermittlung des
mutmaßlichen Willens



Leidenslinderung
(sog. „indirekt aktive Sterbehilfe“)


Sicherstellung dass Handlungsziel die Therapie ist und nicht
Herbeiführung des Lebensendes



Tötung auf Verlangen
(früher sog. „aktive Sterbehilfe“)


Strafbar nach §3 216 StGB in D.; wie kann sichergestellt
werden, dass der Wunsch nach aktiver Sterbehilfe eine
selbstbestimmte Entscheidung ist oder Folge des fehlenden
Angebots der Sicherstellung der Bedürfnisses des
Sterbenden



Assistierter Suizid


Strafbarkeitsrisiko bei unterlassener Hilfeleistung, muss man
also den Sterbenden, wenn er einen assistierten Suizid
begeht, alleine sterben lassen? Wie kann sichergestellt
werden, dass der Sterbewunsch Ausdruck eines freien
Willens ist oder Folge des fehlenden Angebots der
Sicherstellung der Bedürfnisses des Sterbenden



Sterbebegleitung und indirekte Sterbehilfe können dadurch schwer unterscheidbar sein, bzw. faktisch in eins fallen, wenn die behandelnde Ärzt*in ausreichend Schmerzmittel gibt und dadurch den Tod des Sterbenden beschleunigt. Unklar ist, ob mit einer entsprechenden Schmerzmittelgabe nicht auch ein assistierter Suizid ermöglicht wird oder gar eine Tötung auf Verlangen?

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Was gehört zu einem würdevollen Sterben? Richard Smith formulierte im Jahr 2000 im
„Britisch Medical Journal“ im Editorial wichtige Aspekte für einen würdevollen Tod.
Welche sind dies? (12)

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 Wissen, wann der Tod kommt, und verstehen, was zu erwarten ist
 Die Kontrolle über das Geschehen behalten
 Würde und Privatsphäre zugestanden bekommen
 Eine gute Behandlung der Schmerzen und andere Symptome
 Die Wahl haben, wo man sterben möchte (zu Hause oder anderswo)
 Alle nötigen Informationen bekommen
 Jede spirituelle und emotionale Unterstützung bekommen
 Hospizbetreuung überall, nicht nur im Krankenhaus
 Bestimmen können, wer beim Ende dabei sein soll
 Vorausbestimmen können, welche Wünsche respektiert werden sollen
 Zeit haben für den Abschied
 Gehen können, wenn die Zeit gekommen ist, und keine sinnlose Lebensverlängerung

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Solidaritätsprinzip GKV

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Gesunde – Kranke;
o Junge – Alte;
o Einkommensstarken – Einkommensschwachen;
o Ledige – Familien

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Argumente für den Praenatest (5)

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  • Da der Praenatest ein Bluttest ist, ist mit ihm kein Abortrisiko gegeben im Unterschied
    zur Fruchtwasseruntersuchung. 
  • Selbst wenn bei einem positiven Befund im Praenatest
    immer noch eine Fruchtwasseruntersuchung erforderlich sein sollte, die einen positiven
    Befund ergeben muss, damit aller Wahrscheinlichkeit nach eine medizinische Indikation
    gestellt werden kann, wird bei einem vorgeschalteten Praenatest die Zahl von
    Fruchtwasseruntersuchungen drastisch gesenkt werden und damit auch das Gesamtrisiko vom Aborten.
  • Fruchtwasseruntersuchungen werden ja nur bei den
    Frauen durchgeführt, die vorher einen positiven Befund im Praenatest hatten.
    • im Falle eines negativen Befundes früher eine relative Gewissheit, dass sie wieder

„guter Hoffnung“ sein können

  •  im Falle eines positiven Befundes viel mehr Zeit über einen
    Schwangerschaftsabbruch nachzudenken und auch Zeit für eine psychosoziale
    Beratung. Dies könnte sogar zugunsten des ungeborenen Lebens sein.
  • Praenatest viel kostengünstiger als die
    Fruchtwasseruntersuchung

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Wann kommt menschlichem Leben eine zu schützende Würde zu? 

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Menschlichem Leben kommt eine zu schützende Würde mit Befruchtung der Eizelle aufgrund
der SKIP-Argumente.

o Die Zugehörigkeit zur Art Mensch ist allein ausschlaggebend für den moralischen Status
jedes einzelnen Menschen. (Speziesargument)
o In der vor- und nachgeburtlichen Entwicklung des Menschen gibt es keine zeitlich klar
definierbaren qualitativen Einschnitte, aus denen eine Änderung des moralischen Status
begründbar wäre. (Kontinuitätsargument)
o „Der Embryo entwickelt sich von Anfang an als Mensch, nicht zum Menschen.“
(Identitätsargument)


„Auch wenn typisch menschliche Fähigkeiten wie die zur Selbstbestimmung aktuell nur
angelegt und noch nicht (voll) ausgeprägt sind, hat der Embryo die reale Potenz zur
Ausbildung dieser ihm eigenen Fähigkeiten.“ (Potenzialitätsargument)



  • Die Schutzwürde menschlichen Lebens beginnt ab dem Zeitpunkt, ab dem die einzelnen
    embryonalen Zellen nicht mehr totipotent sind? (d.h. ab dem Zeitpunkt, ab dem nicht mehr aus
    jeder einzelnen Zelle des Embryos ein Mensch werden kann?). Damit wird das Argument der
    Einmaligkeit zum Schlüsselargument. Die Frage ist aber, ob man damit einen Fetozit begründen
    könnte bei eineiigen Zwillingen oder Drillingen?


  • Die Schutzwürde kommt menschlichen Leben erst ab der Einnistung des Embryos in die
    Gebärmutter zu, da erst dann die Schwangerschaft als einigermaßen sicher gelten kann. Sehr
    viele Abborte finden sehr früh statt. Auch der Gesetzgeber lässt mit der Erlaubnis der Pille
    faktisch die Schutzwürde des Ungeborenen erst mit der Nidation beginnen (»Handlungen, deren
    Wirkung vor Abschluss der Einnistung des befruchteten Eies in der Gebärmutter (sogenannte
    Nidation) eintritt«, gelten nicht als Schwangerschaftsabbruch (§ 218 Abs. 1 Satz 2 StGB).)


  • Die Schutzwürde des Ungeborenen beginnt erst mit dem Beginn der neuronalen Entwicklung
    des Embryos bzw. mit dem Beginn der Entwicklung des zentralen Nervensystems bzw. ab dem
    Zeitpunkt der Schmerzempfindung, da unser Nervensystem grundlegend ist für unsere
    Leidensfähigkeit und Leid zu vermeiden ist.


  • Eine Schwäche in der Argumentation besteht darin, dass nur biologisch argumentiert wird und die Schutzwürde von biologischen Aspekten abhängig gemacht wird, mithin der Mensch auf Biologie reduziert wird. Dass der Mensch maßgeblich ein dialogisch-soziales Wesen ist und nur sozial auf die Welt kommt und ein geschichtliches Wesen ist, das seine Identität über eine Geschichte beginnt und die Erfahrung seiner Würde auch maßgeblich darin besteht, dass man an seine Existenz keine Bedingung geknüpft hat, d.h. er unbedingt als bejaht gelten möchte, kommt in den SKIP-Argumenten nicht mehr zum Ausdruck.
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 Prinzipien des Gesundheitssystems (9)

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 Äquivalenzprinzip in den privaten Krankenkassen
 Bedarfsdeckungsprinzip (im Interesse der Versicherten)
 Prinzip der Beitragssatzstabilität (Interesse der Wirtschaft/Unternehmer*innen:
Lohnnebenkosten sollen nicht zu stark steigen)
 Subsidiaritätsprinzip (Familie, gemeinnützige Wohlfahrtsverbände haben Vorrang vor
Staat; vgl. katholische Soziallehre)
 Prinzip der Eigenverantwortung (als unentbehrlicher Beitrag zur Solidarität angesehen;
vgl. Dt. Ethikrat 2011, 11) („Denn eine solidarische Gesellschaft beruht entscheidend
darauf, dass die Einzelnen von sich aus das tun, was die Solidargemeinschaft vor
Überlastung bewahren kann“ (Dt. Ethikrat 2011, 11; Hervorheb. DW).
 Kostenerstattungsprinzip
 Sachleistungsprinzip
 Versicherungspflicht
 Selbstverwaltung:

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„Stuhlbeinmodell

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(Metapher, mit der der Medizinethiker Dietrich Ritschl

alle relevanten Aspekte/Perspektiven auf den Fall (medizinische, psychosoziale, rechtliche,
politische, ökonomische, soziokulturell-religiöse und ethische) miteinander verknüpft werden und in
ihrem jeweiligen Gewicht für die ethische Entscheidung abgewogen werden, kann ein tragfähiges,
verantwortbares medizinethisches Urteil gefällt werden.

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Leistungskatalog der GKV

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 Leistungen der GKV (+ GKV-Versorgungsstrukturgesetz § 2 Abs. 1a SGB V)
 ambulante u. stationäre Versorgung
 zahnärztliche Behandlung inkl. eines Teils d Zahnersatzes (50-65%)
 Rehabilitationsmaßnahmen
 Arznei-, Heil- und Hilfsmittel
 häusliche Krankenpflege, Haushaltshilfe
 Krankengeldzahlungen
 Leistungen bei Schwangerschaft (z.B. Hebammen) und Mutterschaft (z.B. 6 Wo vor und 8 Wo
nach der Entbindung Mutterschaftsgeld 13 Euro/Kalendertag)
 Künstliche Befruchtung
 präventive Leistungen zur Verhütung und Früherkennung von Krankheiten,
 insbes. Krebs, Aids- und Drogenprävention
 zahnmedizinische Prophylaxe,
 Schutzimpfungen
 Förderung von Maßnahmen zum Arbeitsschutz
 und Selbsthilfegruppen

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Ursachen für eine Finanzierungsproblematik im Gesundheitssystem (13)

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• Demographische Veränderungen aller westlichen Gesellschaften, vor allem gekennzeichnet durch einen Anstieg des Anteils an betagten Menschen, mit der Folge einer absoluten Zunahme von Krankheiten.
• Änderung der Familienstruktur – die Großfamilie wird zur Ausnahme. Alleinlebende Menschen bedürfen eher und in der Regel längere Zeit einer Spitalbehandlung.
• Ausweitung der kassenpflichtigen Leistungen – dieser Trend wurde im letzten Jahrzehnt durch nennenswerte Kostendämpfungsbemühungen gebremst, wenngleich nicht generell umgekehrt.
• Mangelhaftes Management von Gesundheitseinrichtungen – insbesondere die fallorientierte, das heißt prozessorientierte Sichtweise fehlt in medizinischen Einrichtungen weitgehend. Die Verzahnung zwischen stationären und ambulanten Angeboten ist nicht optimal. Viele Leistungen sind daher redundant, Synergien werden nur unzulänglich genutzt.
• Zunehmende Spezialisierung und Subspezialisierung in der Medizin – der neuerdings in Deutschland politisch propagierte Trend hin zu einer Betonung  des Hausarztsektors – prioritär von der Überweisung zu einem Fachexperten – versucht diesem Trend, wenn gleich aus medizinisch-fachlicher und gesundheitsökonomischer Sicht nicht völlig unumstritten, zu begegnen.
• Mangelhafte Präventivmedizin – die medizinische Versorgung ist zu ihrem überwiegenden Teil heute ein „Reparaturbetrieb“, dies sicherlich auch mit einigem Recht. Allerdings geht dies zu Lasten sowohl präventiver medizinischer Maßnahmen als auch gesundheitsfördernder Initiativen, denen zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. In den Feldern von Prävention und Gesundheitsförderung liegt eventuell noch ein Sparpotential brach, was sich augenblicklich aber noch nicht mit Daten hinreichend  belegen lässt.
• Zunahme der Bürokratie in den Krankenkassen(Wird möglicherweise durch mehr Wettbewerb – freie Kassenwahl seit Mitte der 1990er – etwas abgebaut
• Ggfs. Hohe Arbeitslosigkeit: Große Zahl an Leistungsempfängern, die selbst nichts in die Krankenkassen zahlen können. 
• Ausweitung der Hochleistungsmedizin; biomedizinisches Wissen wächst beständig, immer neue Diagnose- und Therapiemöglichkeiten, wobei unter dem Strich weit mehr Kosten entstehen als Kosten durch verbesserte Diagnose- und Therapiemöglichkeiten eingespart werden; Problem, dass schwere Krankheiten selten wirklich geheilt sondern eher chronifiziert werden mit dem Ziel der Verbesserung der Lebensqualität.
• Die Chronifizierung von Krankheiten wird häufig auch als Argument für die Medikalisierung des Lebens (Ivan Illich, Jost Bauch) angeführt: Immer mehr Bereiche des Lebensbereiche werden medizinisch begleitet (Vorsorgeuntersuchungen, insbesondere die Lebensphasen der Frauen: Pubertät, Schwangerschaft, Klimakterium usw.; Vgl. Arbeiten von Petra KolipKompetenzen von Laien gehen immer mehr verloren.
• Gesundheitsverhalten und Gesundheitserwartungen sind immer mehr gewachsenViele Menschen gehen heute wegen leichten Beschwerden viel schneller zum Arzt, viele Arztbesuche (Prozess beginnt sich durch Praxisgebühr möglicherweise umzukehren, die Entwicklung bleibt abzuwarten.
• Einfluss der Pharmaindustrie nach wie vor groß trotz Öffnung des Marktes und Konkurrenz durch die Generica.

Und ganz wichtig:

• Mehr und besser qualifiziertere Pflegekräfte (Zunahme der Akademisierung)
• Leistungsgerechte Bezahlung von Pflegekräften
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  • 36017 Karteikarten
  • 913 Studierende
  • 26 Lernmaterialien

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Q:

Sterbehilfe:

 Worin können die Grenzen der Selbstbestimmung am Lebensende liegen? (3)

A:

 Kann das Recht auf Selbstbestimmung den Wunsch auf Beendigung des eigenen Lebens
durch einen Anderen beinhalten bzw. den Wunsch nach Beihilfe zum Suizid
nachzukommen?
 Inwieweit kann der Wunsch nach Lebensendigung ein autonomer Wunsch sein, wenn
die Folgen dieses Wunsches darin bestehen, danach überhaupt nicht mehr fähig zu sein,
sich selbst zu bestimmen? (Wir können die Folgen der besonderen Handlung eines
Suizids nicht wirklich antizipieren und uns nachträglich nicht mehr dazu verhalten.)
 Diese Frage wird dann interessant, wenn man davon ausgeht, dass die Erfahrung,
selbstbestimmt gehandelt zu haben, in entscheidender Hinsicht davon abhängt, dass wir
in der Erfahrung der Folgen, diese immer noch als wünschenswert ansehen und uns mit
den Folgen unseres Handelns identifizieren können.

Q:

Welche Welche Bereiche der medizinischen Ethik sind gegenwärtig in der Corona-Krise relevant?

A:

Bereich der professionellen Versorgung:

Die akute Versorgung von Patient*innen: ggfs. Problem der Triage: wir bekommt bei einer Knappheit an Beatmungsgeräten ein überlebensnotwendiges Beatmungsgerät, der 90jährige Covid-19-Patient, die fast keine Vorerkrankungen hat oder der 70-jährige Mann, der bereits seinen dritten Herzinfarkt hat?


Bereich der Gesundheitspolitik:

Haben Politiker*innen zu spät auf die Virolog*innen und Epidemiolog*innen gehört?

Unter anderem aufgrund von Sparmaßnahmen zur Einhaltung der Stabilitätskriterien für die Europäische Währungsunion (Maastricht-Vertrag) einzuhalten, wurden in Italien und Spanien massive Kürzungen im Gesundheitswesen vorgenommen, die jetzt die problematische Lage in den Krankenhäusern der Lombardei in Italien und in Madrid in Spanien hervorgerufen haben.

In den USA sind durch den Shut-down viele Menschen erwerbslos geworden, Selbständige mussten Insolvenz anmelden. Viele sind dadurch bedingt nicht mehr krankenversichert. Werden sie im Falle einer Covid-19-Infektion dennoch medizinisch versorgt?


Bereich des Gesundheitsverhaltens und –erwartungen

Haben die jungen Menschen, die noch Coronapartys feierten, als die Politik dazu aufrief, dass Personen im öffentlichen Raum nur noch maximal zu zweit zusammen sein dürfen und zu Nicht-Familienmitgliedern/ Nichtmitbewohner*innen 1,5 bis 2 Meter Abstand zu halten

Wie berichten die Massenmedien darüber: Problematik der Fake-News. Fehlende Solidarität zu Hochrisiko-Gruppen?


Q:

Organtransplantation:


Welcher rechtlichen Regelung neigen Sie am ehesten zu?
Argumentieren Sie: Was spricht für oder gegen einer der drei rechtlichen Regelungen.

A:

Der engen Zustimmungslösung: Eine Explantation von Organen ist nur möglich, wenn ein
Organspendeausweis des als hirntot Diagnostizierten vorliegt. Bei Fehlen eines
Organspendeausweises kann ein hirntot diagnostizierter Nicht explantiert werden, gleich
was die Haltung der Angehörigen des als hirntot Diagnostizierten im Blick auf eine
Organentnahme hirntot Diagnostizierten Angehörigen ist.

Vorteil:

  • Die Angehörige werden in einer psychischen Stresssituation (Verarbeiten des Verlustes
    eines Angehörigen) nicht zu einem Entscheidungskonflikt genötigt. Gleich wie ihre
    Entscheidung ausfällt, werden sie Schuldgefühle haben.
  • Personen werden nicht zu einer Entscheidung in Sachen Organtransplantation genötigt,
    die psychisch sehr belastend ist und mit Schuldgefühlen einhergeht (wenn ich mich
    ausdrücklich gegen eine Explanation entscheide, könnte ich Schuld werden am Tod
    vieler Menschen, die vergeblich auf ein Organ warten). Die Entscheidung, sich mit einer
    Frage nicht zu beschäftigen und darin nicht zu bestimmen, kann ebenfalls als eine Form
    der Selbstbestimmung gedeutet werden.
  • Nachteil: Die Zahl an Organspenden von hirntot Diagnostizierten dürfte geringer sein als bei einer
    erweiterten Zustimmungs- oder gar einer Widerspruchslösung sein. Denn vermutlich
    haben viele Krankenversicherte keinen Organspendeausweis, weil sie ausdrücklich
    dagegen sind, sondern weil sie sich mit dem Thema nicht auseinandersetzen wollen, das
    eigene Sterben und den eigenen Tod verdrängen.



Der erweiterten Zustimmungslösung: Eine Explantation von Organen ist nur möglich,
wenn entweder ein Organspendeausweis des als hirntot Diagnostizierten vorliegt, oder
wenn bei Fehlen eines Organspendeausweises die Angehörigen des als hirntot Diagnostizierten einer Organentnahme zustimmen bzw. mutmaßlicher Wille des als hirntot
Diagnostizierten.

  • Vorteil: 

 Es dürfte wohl mehr Organspenden geben, als bei der engen Zustimmungslösung.
 Personen werden nicht zu einer Entscheidung in Sachen Organtransplantation genötigt,
die psychisch sehr belastend ist und mit Schuldgefühlen einhergeht (wenn ich mich
ausdrücklich gegen eine Explanation entscheide, könnte ich Schuld werden am Tod
vieler Menschen, die vergeblich auf ein Organ warten). Die Entscheidung, sich mit einer
Frage nicht zu beschäftigen und darin nicht zu bestimmen, kann ebenfalls als eine Form
der Selbstbestimmung gedeutet werden.

  • Nachteil: 

 Personen werden in einer psychischen Stresssituation (Verarbeiten des Verlustes eines
Angehörigen) zu einem Entscheidungskonflikt genötigt. Gleich wie ihre Entscheidung
ausfällt, werden sie Schuldgefühle haben.
 Es gibt weniger Organe, die einer Organtransplantation zur Verfügung stehen als bei der
Widerspruchslösung



Widerspruchslösung: Nur wenn der Hirntote nachweislich ausdrücklich einer
Organspende widersprochen hat, dürfen nach seiner Hirntotdiagnose keine Organe von ihm
entnommen werden.

Vorteil:

  •  Es dürften weit mehr Organe für eine Organtransplantation zur Verfügung stehen, als
    dies im Zuge der engen oder weiten Zustimmungslösung bzw. Entscheidungslösung der
    Fall ist. Es dürften weniger Menschen sterben, die auf ein Organ warten.
     Die Angehörige werden in einer psychischen Stresssituation (Verarbeiten des Verlustes
    eines Angehörigen) nicht zu einem Entscheidungskonflikt genötigt. Gleich wie ihre
    Entscheidung ausfällt, werden sie Schuldgefühle haben.
  • Nachteil: 

Personen, die gegen eine Organentnahme im Falle ihres Hirntods sind, werden zu einer
Entscheidung in Sachen Organtransplantation genötigt, die psychisch sehr belastend ist
und mit Schuldgefühlen einhergeht (wenn ich mich ausdrücklich gegen eine Explanation
entscheide, könnte ich Schuld werden am Tod vieler Menschen, die vergeblich auf ein
Organ warten). Die Entscheidung, sich mit einer Frage nicht zu beschäftigen und darin
nicht zu bestimmen, kann ebenfalls als eine Form der Selbstbestimmung gedeutet
werden.

Q:

Welche Fallgruppen der Sterbehilfe können unterschieden werden und welche ethische-
rechtliche Problematik ist mit der jeweiligen Fallgruppe verbunden? (5)

A:

Fallgruppe
Sterbebegleitung
(sog. „reine Sterbehilfe“)=

Ethisch-rechtliche Problematik
Ermöglichung eines selbstbestimmten, menschenwürdiges
Sterben (Kann dies durch Erfüllung der Bedürfnisse
Sterbender erfüllt werden? Strafbarkeitsrisiko bei
Unterlassen einer angemessenen Schmerztherapie, wann
darf eine palliative Sedierung durchgeführt werden



Behandlungsbegrenz./Sterbenlassen
(früher sog. „passive Sterbehilfe“):
Unterlassen oder Abbruch lebenser-
haltender Maß-nahmen wie künstl.
Beatmung, künstl. Ernährung usw.


Frage nach der Verbindlichkeit einer Patientenverfügung
oder bei Fehlen einer Patientenverfügung Ermittlung des
mutmaßlichen Willens



Leidenslinderung
(sog. „indirekt aktive Sterbehilfe“)


Sicherstellung dass Handlungsziel die Therapie ist und nicht
Herbeiführung des Lebensendes



Tötung auf Verlangen
(früher sog. „aktive Sterbehilfe“)


Strafbar nach §3 216 StGB in D.; wie kann sichergestellt
werden, dass der Wunsch nach aktiver Sterbehilfe eine
selbstbestimmte Entscheidung ist oder Folge des fehlenden
Angebots der Sicherstellung der Bedürfnisses des
Sterbenden



Assistierter Suizid


Strafbarkeitsrisiko bei unterlassener Hilfeleistung, muss man
also den Sterbenden, wenn er einen assistierten Suizid
begeht, alleine sterben lassen? Wie kann sichergestellt
werden, dass der Sterbewunsch Ausdruck eines freien
Willens ist oder Folge des fehlenden Angebots der
Sicherstellung der Bedürfnisses des Sterbenden



Sterbebegleitung und indirekte Sterbehilfe können dadurch schwer unterscheidbar sein, bzw. faktisch in eins fallen, wenn die behandelnde Ärzt*in ausreichend Schmerzmittel gibt und dadurch den Tod des Sterbenden beschleunigt. Unklar ist, ob mit einer entsprechenden Schmerzmittelgabe nicht auch ein assistierter Suizid ermöglicht wird oder gar eine Tötung auf Verlangen?

Q:

Was gehört zu einem würdevollen Sterben? Richard Smith formulierte im Jahr 2000 im
„Britisch Medical Journal“ im Editorial wichtige Aspekte für einen würdevollen Tod.
Welche sind dies? (12)

A:

 Wissen, wann der Tod kommt, und verstehen, was zu erwarten ist
 Die Kontrolle über das Geschehen behalten
 Würde und Privatsphäre zugestanden bekommen
 Eine gute Behandlung der Schmerzen und andere Symptome
 Die Wahl haben, wo man sterben möchte (zu Hause oder anderswo)
 Alle nötigen Informationen bekommen
 Jede spirituelle und emotionale Unterstützung bekommen
 Hospizbetreuung überall, nicht nur im Krankenhaus
 Bestimmen können, wer beim Ende dabei sein soll
 Vorausbestimmen können, welche Wünsche respektiert werden sollen
 Zeit haben für den Abschied
 Gehen können, wenn die Zeit gekommen ist, und keine sinnlose Lebensverlängerung

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Q:

Solidaritätsprinzip GKV

A:

Gesunde – Kranke;
o Junge – Alte;
o Einkommensstarken – Einkommensschwachen;
o Ledige – Familien

Q:

Argumente für den Praenatest (5)

A:
  • Da der Praenatest ein Bluttest ist, ist mit ihm kein Abortrisiko gegeben im Unterschied
    zur Fruchtwasseruntersuchung. 
  • Selbst wenn bei einem positiven Befund im Praenatest
    immer noch eine Fruchtwasseruntersuchung erforderlich sein sollte, die einen positiven
    Befund ergeben muss, damit aller Wahrscheinlichkeit nach eine medizinische Indikation
    gestellt werden kann, wird bei einem vorgeschalteten Praenatest die Zahl von
    Fruchtwasseruntersuchungen drastisch gesenkt werden und damit auch das Gesamtrisiko vom Aborten.
  • Fruchtwasseruntersuchungen werden ja nur bei den
    Frauen durchgeführt, die vorher einen positiven Befund im Praenatest hatten.
    • im Falle eines negativen Befundes früher eine relative Gewissheit, dass sie wieder

„guter Hoffnung“ sein können

  •  im Falle eines positiven Befundes viel mehr Zeit über einen
    Schwangerschaftsabbruch nachzudenken und auch Zeit für eine psychosoziale
    Beratung. Dies könnte sogar zugunsten des ungeborenen Lebens sein.
  • Praenatest viel kostengünstiger als die
    Fruchtwasseruntersuchung

Q:

Wann kommt menschlichem Leben eine zu schützende Würde zu? 

A:

Menschlichem Leben kommt eine zu schützende Würde mit Befruchtung der Eizelle aufgrund
der SKIP-Argumente.

o Die Zugehörigkeit zur Art Mensch ist allein ausschlaggebend für den moralischen Status
jedes einzelnen Menschen. (Speziesargument)
o In der vor- und nachgeburtlichen Entwicklung des Menschen gibt es keine zeitlich klar
definierbaren qualitativen Einschnitte, aus denen eine Änderung des moralischen Status
begründbar wäre. (Kontinuitätsargument)
o „Der Embryo entwickelt sich von Anfang an als Mensch, nicht zum Menschen.“
(Identitätsargument)


„Auch wenn typisch menschliche Fähigkeiten wie die zur Selbstbestimmung aktuell nur
angelegt und noch nicht (voll) ausgeprägt sind, hat der Embryo die reale Potenz zur
Ausbildung dieser ihm eigenen Fähigkeiten.“ (Potenzialitätsargument)



  • Die Schutzwürde menschlichen Lebens beginnt ab dem Zeitpunkt, ab dem die einzelnen
    embryonalen Zellen nicht mehr totipotent sind? (d.h. ab dem Zeitpunkt, ab dem nicht mehr aus
    jeder einzelnen Zelle des Embryos ein Mensch werden kann?). Damit wird das Argument der
    Einmaligkeit zum Schlüsselargument. Die Frage ist aber, ob man damit einen Fetozit begründen
    könnte bei eineiigen Zwillingen oder Drillingen?


  • Die Schutzwürde kommt menschlichen Leben erst ab der Einnistung des Embryos in die
    Gebärmutter zu, da erst dann die Schwangerschaft als einigermaßen sicher gelten kann. Sehr
    viele Abborte finden sehr früh statt. Auch der Gesetzgeber lässt mit der Erlaubnis der Pille
    faktisch die Schutzwürde des Ungeborenen erst mit der Nidation beginnen (»Handlungen, deren
    Wirkung vor Abschluss der Einnistung des befruchteten Eies in der Gebärmutter (sogenannte
    Nidation) eintritt«, gelten nicht als Schwangerschaftsabbruch (§ 218 Abs. 1 Satz 2 StGB).)


  • Die Schutzwürde des Ungeborenen beginnt erst mit dem Beginn der neuronalen Entwicklung
    des Embryos bzw. mit dem Beginn der Entwicklung des zentralen Nervensystems bzw. ab dem
    Zeitpunkt der Schmerzempfindung, da unser Nervensystem grundlegend ist für unsere
    Leidensfähigkeit und Leid zu vermeiden ist.


  • Eine Schwäche in der Argumentation besteht darin, dass nur biologisch argumentiert wird und die Schutzwürde von biologischen Aspekten abhängig gemacht wird, mithin der Mensch auf Biologie reduziert wird. Dass der Mensch maßgeblich ein dialogisch-soziales Wesen ist und nur sozial auf die Welt kommt und ein geschichtliches Wesen ist, das seine Identität über eine Geschichte beginnt und die Erfahrung seiner Würde auch maßgeblich darin besteht, dass man an seine Existenz keine Bedingung geknüpft hat, d.h. er unbedingt als bejaht gelten möchte, kommt in den SKIP-Argumenten nicht mehr zum Ausdruck.
Q:

 Prinzipien des Gesundheitssystems (9)

A:

 Äquivalenzprinzip in den privaten Krankenkassen
 Bedarfsdeckungsprinzip (im Interesse der Versicherten)
 Prinzip der Beitragssatzstabilität (Interesse der Wirtschaft/Unternehmer*innen:
Lohnnebenkosten sollen nicht zu stark steigen)
 Subsidiaritätsprinzip (Familie, gemeinnützige Wohlfahrtsverbände haben Vorrang vor
Staat; vgl. katholische Soziallehre)
 Prinzip der Eigenverantwortung (als unentbehrlicher Beitrag zur Solidarität angesehen;
vgl. Dt. Ethikrat 2011, 11) („Denn eine solidarische Gesellschaft beruht entscheidend
darauf, dass die Einzelnen von sich aus das tun, was die Solidargemeinschaft vor
Überlastung bewahren kann“ (Dt. Ethikrat 2011, 11; Hervorheb. DW).
 Kostenerstattungsprinzip
 Sachleistungsprinzip
 Versicherungspflicht
 Selbstverwaltung:

Q:

„Stuhlbeinmodell

A:

(Metapher, mit der der Medizinethiker Dietrich Ritschl

alle relevanten Aspekte/Perspektiven auf den Fall (medizinische, psychosoziale, rechtliche,
politische, ökonomische, soziokulturell-religiöse und ethische) miteinander verknüpft werden und in
ihrem jeweiligen Gewicht für die ethische Entscheidung abgewogen werden, kann ein tragfähiges,
verantwortbares medizinethisches Urteil gefällt werden.

Q:

Leistungskatalog der GKV

A:

 Leistungen der GKV (+ GKV-Versorgungsstrukturgesetz § 2 Abs. 1a SGB V)
 ambulante u. stationäre Versorgung
 zahnärztliche Behandlung inkl. eines Teils d Zahnersatzes (50-65%)
 Rehabilitationsmaßnahmen
 Arznei-, Heil- und Hilfsmittel
 häusliche Krankenpflege, Haushaltshilfe
 Krankengeldzahlungen
 Leistungen bei Schwangerschaft (z.B. Hebammen) und Mutterschaft (z.B. 6 Wo vor und 8 Wo
nach der Entbindung Mutterschaftsgeld 13 Euro/Kalendertag)
 Künstliche Befruchtung
 präventive Leistungen zur Verhütung und Früherkennung von Krankheiten,
 insbes. Krebs, Aids- und Drogenprävention
 zahnmedizinische Prophylaxe,
 Schutzimpfungen
 Förderung von Maßnahmen zum Arbeitsschutz
 und Selbsthilfegruppen

Q:

Ursachen für eine Finanzierungsproblematik im Gesundheitssystem (13)

A:

• Demographische Veränderungen aller westlichen Gesellschaften, vor allem gekennzeichnet durch einen Anstieg des Anteils an betagten Menschen, mit der Folge einer absoluten Zunahme von Krankheiten.
• Änderung der Familienstruktur – die Großfamilie wird zur Ausnahme. Alleinlebende Menschen bedürfen eher und in der Regel längere Zeit einer Spitalbehandlung.
• Ausweitung der kassenpflichtigen Leistungen – dieser Trend wurde im letzten Jahrzehnt durch nennenswerte Kostendämpfungsbemühungen gebremst, wenngleich nicht generell umgekehrt.
• Mangelhaftes Management von Gesundheitseinrichtungen – insbesondere die fallorientierte, das heißt prozessorientierte Sichtweise fehlt in medizinischen Einrichtungen weitgehend. Die Verzahnung zwischen stationären und ambulanten Angeboten ist nicht optimal. Viele Leistungen sind daher redundant, Synergien werden nur unzulänglich genutzt.
• Zunehmende Spezialisierung und Subspezialisierung in der Medizin – der neuerdings in Deutschland politisch propagierte Trend hin zu einer Betonung  des Hausarztsektors – prioritär von der Überweisung zu einem Fachexperten – versucht diesem Trend, wenn gleich aus medizinisch-fachlicher und gesundheitsökonomischer Sicht nicht völlig unumstritten, zu begegnen.
• Mangelhafte Präventivmedizin – die medizinische Versorgung ist zu ihrem überwiegenden Teil heute ein „Reparaturbetrieb“, dies sicherlich auch mit einigem Recht. Allerdings geht dies zu Lasten sowohl präventiver medizinischer Maßnahmen als auch gesundheitsfördernder Initiativen, denen zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. In den Feldern von Prävention und Gesundheitsförderung liegt eventuell noch ein Sparpotential brach, was sich augenblicklich aber noch nicht mit Daten hinreichend  belegen lässt.
• Zunahme der Bürokratie in den Krankenkassen(Wird möglicherweise durch mehr Wettbewerb – freie Kassenwahl seit Mitte der 1990er – etwas abgebaut
• Ggfs. Hohe Arbeitslosigkeit: Große Zahl an Leistungsempfängern, die selbst nichts in die Krankenkassen zahlen können. 
• Ausweitung der Hochleistungsmedizin; biomedizinisches Wissen wächst beständig, immer neue Diagnose- und Therapiemöglichkeiten, wobei unter dem Strich weit mehr Kosten entstehen als Kosten durch verbesserte Diagnose- und Therapiemöglichkeiten eingespart werden; Problem, dass schwere Krankheiten selten wirklich geheilt sondern eher chronifiziert werden mit dem Ziel der Verbesserung der Lebensqualität.
• Die Chronifizierung von Krankheiten wird häufig auch als Argument für die Medikalisierung des Lebens (Ivan Illich, Jost Bauch) angeführt: Immer mehr Bereiche des Lebensbereiche werden medizinisch begleitet (Vorsorgeuntersuchungen, insbesondere die Lebensphasen der Frauen: Pubertät, Schwangerschaft, Klimakterium usw.; Vgl. Arbeiten von Petra KolipKompetenzen von Laien gehen immer mehr verloren.
• Gesundheitsverhalten und Gesundheitserwartungen sind immer mehr gewachsenViele Menschen gehen heute wegen leichten Beschwerden viel schneller zum Arzt, viele Arztbesuche (Prozess beginnt sich durch Praxisgebühr möglicherweise umzukehren, die Entwicklung bleibt abzuwarten.
• Einfluss der Pharmaindustrie nach wie vor groß trotz Öffnung des Marktes und Konkurrenz durch die Generica.

Und ganz wichtig:

• Mehr und besser qualifiziertere Pflegekräfte (Zunahme der Akademisierung)
• Leistungsgerechte Bezahlung von Pflegekräften
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