Select your language

Suggested languages for you:
Log In Anmelden

Lernmaterialien für Witte an der Hochschule Fresenius

Greife auf kostenlose Karteikarten, Zusammenfassungen, Übungsaufgaben und Altklausuren für deinen Witte Kurs an der Hochschule Fresenius zu.

TESTE DEIN WISSEN

Wie kann man die drei Begriffe „altruistisches“, „prosoziales“ und
„moralisches“ Verhalten explizieren, und welche Probleme müssen beachtet
werden?

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

Alle Drei Verhaltensweisen beinhalten einen Akteur und einen Empfänger der Handlung.
Zudem ist ein Beobachter von Nöten. Hier ist nicht unbedingt ein personifizierter, direkter
Beobachter gemeint, sonder nur eine Instanz, die unabhängig vom Akteur und vom
Empfänger eine Einschätzung vornimmt. Von den Intentionen und Beurteilung dieser drei
Elemente ist es nun abhängig, ob eine Handlung als altruistisches, prosoziales oder
moralisches Verhalten eingestuft wird.
Bei altruistischem und prosozialem Verhalten befindet sich der Empfänger in einer
Hilfesituation. Nun führt der Akteur eine Handlung aus, mit der bewussten Intention, den
Empfänger durch einen Kompensationseffekt in eine bessere Lage zu versetzen.
Bei altruistischem Verhalten spielt es keine Rolle, ob die Handlung vom Empfänger als
Wohltat empfunden wird. Wichtig sind lediglich die Intention des Akteurs, und die
Bewertung des Beobachters, dass der Akteur keine Belohnung aus dem Mikrosystem
zieht (z.B. Entlohnung durch den Empfänger). Auf Individualebene darf der Akteur
allerdings Belohnung empfangen (z.B. Stolz oder einfach gut fühlen). Die Bewertung der
Handlung vollzieht der Beobachter mit Hilfe von übergeordneten Werten (z.B. allgemeine
ethische Grundsätze).
Bei prosozialem Verhalten ist es nun zusätzlich notwendig, dass auch der Empfänger die
Handlung des Akteurs und die Veränderung der Lage als positiv betrachtet, und auch
keinen Schaden aus der Handlung erfährt. Zudem muss der Beobachter die Handlung als
altruistisch bewerten.


Moralisches Verhalten ist am komplexesten, da es über das Mikrosystem hinausgeht. Hier
spielen nämlich auch Dritte eine Rolle, die sich in einer Hilfesituation befinden. Die
Handlung des Akteurs hat nun die ihm bewusste Intention, diese Dritten durch einen
indirekten Kompensationseffekt, ausgelöst durch eine Handlung am Empfänger, in eine
bessere Lage zu versetzen. Hierbei ist es egal, ob der Empfänger diese Handlung als
Wohltat empfindet, oder sie ihm sogar schadet. Eine aggressive Handlung gegen einen
Empfänger kann also moralisch sein, wenn sie durch einen indirekten Effekt die Lage
Dritter verbessert (z.B. Tyrannenmord, Stehlen von Medizin). Wichtig ist auch hier wieder,
dass die Handlung vom Beobachter als altruistisch bewertet wird.

Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Was ist altruistisches Verhalten?

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

Eine Handlung mit Akteur, Empfänger und Beobachter.

Hilfesituation

Der Akteur führt eine Handlung aus, mit der bewussten Intention den Empfänger durch einen Kompensationseffekt in eine bessere Lage zu versetzen.

Es spielt keine Rolle, ob die Handlung vom Empfänger als Wohltat empfunden wird. Wichtig ist die Intention des Akteurs. Und die Bewertung des Beobachters, dass der Akteur keine Belohnung aus dem Mikrosystem zieht (z.B. Entlohnung durch Empfänger).

Auf der Individualebene darf der Akteur allerdings Belohnungen empfangen (z.B. Stolz oder 'sich einfach gut fühlen'). Die Bewertung der Handlung vollzieht der Beobachter mit Hilfe von übergeordneten Werten (z.B. allgemeine ethische Grundsätze).

Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Wie leben andere Kulturen unter Crowding­‐Bedingungen?

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

Der Mehinaco-Stamm im tropischen Urwald Zentral-Brasiliens lebt unter besonderen Umständen. Die
Hütten sind um einen Platz von ca. 60m Durchmesser kreisförmig angeordnet. Es leben mehrere
Familien in jeder Hütte und fast das gesamte Leben findet in der Öffentlichkeit statt. Aus diesen
Lebensbedingungen haben sich folgende Coping-Strategien entwickelt. Streit und Sexualität finden im
Urwald statt, die Kinder lernen leise zu sprechen und den Ausdruck intensiver Emotionen zu
vermeiden. Es existiert die Norm andere Bewohner nicht nach privaten Dingen zu Fragen.
Buschmänner in Süd-West Afrika leben in Gruppen von ca. 150 Personen. Eine typische Siedlung hat
dabei weniger als 2m2 Lebensraum pro Person. Die Hütten sind so dicht aufgestellt, dass sie sich fast
berühren. Die Buschmänner mögen Berührungen und engen Sozialkontakt sehr. Es gibt jedoch die
Norm, dass jede Familie jederzeit die Gruppe verlassen kann und sich einer anderen anschließen oder
eine neue gründen kann.
In Kenia Leben drei Stämme mit verschieden großer Populationsdichte. Die mit der Populationsdichte
verbundenen Formen der Interaktion haben einen Einfluss auf das konative, kognitive und affektive
Subsystem des durchschnittlichen Individuums.
Konativ: Je kleiner die Populationsdichte, desto mehr Händchenhalten.
Affektiv: Je kleiner die Populationsdichte, desto besser die Bewertungen von der verschiedenen
gesellschaftlichen Rollen (z.B. Vater, Mutter, etc..)
Kognitiv: Je kleiner die Populationsdichte, desto mehr wird in Gedächtnistests behalten.

Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Was könnte man unter einer Crowding-Kultur verstehen?

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

- Wenn Menschen über längere Zeit unter Crowding-Bedingungen leben, wird die willentliche
Grenzziehung nach außen beeinträchtigt und die Abgrenzung nach außen letztendlich
durchbrochen. Das führt zu einer Bedrohung der Identität, man spricht nun von Crowding. Um
diesem Zustand zu entgehen, werden nun Kompensations-Strategien (Coping-Strategien)
eingesetzt; diese dienen der Komplexitätsreduktion.
- Die Kompensationsstrategien können sich zu einem allgemeinen Reaktionsstil entwickeln, der
die Flexibilität der individuellen Grenzziehung beeinträchtigt, wenn sie regelmäßig
angewendet werden. Tritt diese Generalisierung der Kompensations-Reaktionen auf, spricht
man von einer Crowding-Kultur, da die Reaktionen zu Interaktions-Regeln werden und somit
als Grundlage für Werten und Normen dienen.
• Zitat Witte: „Eine Crowding-Kultur entsteht also durch fortwährende und
generalisierte Kompensation, um unter vorhanden Gegebenheiten die Privatsphäre zu
erhalten.“
• Beispiel:
Mehinaco-Stamm: (Siehe Kapitel A3, Frage 6)
- leises Sprechen und Vermeidung intensiver emotionaler Äußerungen
- der Öffentlichkeit werden Dinge teilweise vorgespielt
- persönliche Themen (Sex, Streit) werden im Dschungel ausgelebt

Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Welche Schwerpunkte der Soziologie haben Einfluss auf die Sozialpsychologie?

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

Die Soziologie beschäftigt sich primär mit gesellschaftlichen Prozessen, die auf das Individuum Einfluss nehmen.


- Einfluss gesellschaftlicher Bedingungen auf das soziale Verhalten

- soziale Interaktion mit Aspekten sozialer Regeln, sozialer Rollen und sozialer Situationsdefinitionen 

- soziale Ereignisse (Aufstände, Kriminalität, Wahlen)


Insgesamt sind über individuelle Faktoren ausschlaggebend.

Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Welche Auswirkungen hat die Schwesterdisziplin Anthorpologie auf die Sozialpsychologie?

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

Anthropologie

Die Anthropologie vergleicht verschiedene ethnische Gruppen.

Kultur Anthropologie (Ethnologie):

- untersucht den Einfluss von kulturellen BEdingungen auf die Persönlichkeit und auf Interaktionsformen

- Schwerpunkte, die auf die Sozialpsychologie Einfluss haben: 

- Enstehung und Wandel von Bedeutungen situativer Bedingungen im Rahmen menschlicher Handlungen

- soziale Ursachen der Identitätsbildung

- Wandel der Gesellschaft

- willentliche Steuerung des Handelns

- einfühlende Introspektion

Insgesamt beschäftigt sie sich mit der Abhängigkeit sozialpsychologischer Phänomene von Kultur.


Verhaltensbiologische-evolutionäre Anthropologie (Ethologie):

- versucht das Verhalten aufgrund von biologischen Grundlagen und der Philogenese zu erklären 

(3 Prinzipien): 

- sexuelle Selektion (unterschiedliche Merkmalausprägungen -> unterschiedliche Fortpflanzungswahrscheinlichkeit)

- Theorie der elterlichen Investition und der Brutpflege

- Theorie des altruistischen Verhaltens

- kann vieles erklären:

- unterschiedl. Sexualverhalten bei Mann und Frau

- Hilfeverhalten

- Identitätswahrung und Motivation


Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Welche Aspekte der Psychologie haben Einfluss auf die Sozialpsychologie?

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

Zentral sind im Individuum ablaufende Prozesse, die auf soziale Gegebenheiten angewendet werden oder von diesen herbeigeführt werden.


- Einstellungsforschung

- experimentelle Kleingruppenforschung und Untersuchung von Konformität und Gruppenleistung

- kognitive Theorien

- soziale Motivation

- soziale Wahrnehmung


Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Welche Schwesterdisziplinen mit welchen Schwerpunkten haben Einfluss auf die Sozialpsychologie?

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

Anthropologie mit

- Kultur Anthropologie (Ethnologie)


- Verhaltensbiologische-evolutionäre Anthropologie (Ethologie)


Soziologie


Psychologie


Sozialarbeit



Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Welche Schwerpunkte der Sozialarbeit fließen in die Sozialpsychologie ein?

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

Die Idee ist, die erarbeiteten generalisierbaren Erkenntnisse aus dem Grundlagenteil der Sozialpsychologie praktisch anzuwenden.

Ziel: Soziale Missstände zu verbessern und Betroffenen zu helfen.

Bsp.:

- Kleingruppenforschung -> Eheberatung

- Sozialisationsprozesse -> Resozialisiation

Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Welche Bedeutung hat der  Personalraum?

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

Definition Personalraum

Physikalisches Äquivalent der Grenzziehung in Abhängigkeit vom
Intimitätsgrad.

- Erfasst die gewünschten Distanzen im Sozialkontakt
- Je nach Interaktion dürfen diese nicht unterschritten werden; werden sie unterschritten, folgen
Abwehrreaktionen
- 4 Distanzen:
a. Intimdistanz (0-45 cm): zärtlicher oder aggressiver Kontakt
b. Persönliche Distanz (45 – 120 cm): signalisiert Nähe einer Beziehung
c. Soziale Distanz (120 – 400 cm): bei unpersönlichen Kontakten
d. Öffentliche Distanz (4-8m): bei öffentlichen Veranstaltungen
- Die Distanz variiert mit dem Alter, Geschlecht, Kultur, Intimitätsgrad und Territorium
- Es liegt ein Nord-Süd-Gefälle vor (Norden > Süden)
- Je größer der zur Verfügung stehende Raum, desto größere Distanzen werden gewünscht

Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Was bedeutet der Begriff „Crowding“?

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

Gängige Definitionen:
- Baum und Valins (1979): „stressful experience of limited space and/ or of too many people“.
Betonung des affektiven Subsystems, quasi-physikalische Maße, negative Bewertung
- Freedman (1975): vermeidet negative Wertung ( „(...) crowding (...) serves to intensify the
individual`s typical reactions to the situation“. (affektives und dessen Verbindung zum
konativen Subsystem).
- Worchel (1978): crowding = stress + attribution (Verbindung von kognitivem und affektivem
Subsystem)
Sehr gute Begriffsbildung, die unserer Vorstellung systemtheoretischer Konzeptionen entspricht!!!:
- Altman (1975): „Crowding is not density alone, stress alone, costs alone, or coping behaviors
alone. It is a network of these and other factors that are associated with the failure of an
interpersonal boundary system or with an expensively maintained system.“
3 Überlegungen von Altman sind für uns besonders wichtig:
(a) Verbindung zwischen Systemumgebung und Individualsystem, wie es sich in der Lebenswelt
der Person (dem umgebenden Mesosystem der Nachbarschaft) darstellt.
(b) Konzentration auf das Mikrosystem und dessen Formen der Interaktion.
(c) Beengtheitsgefühl nicht nur von Dichtesituation, sondern auch von Steuerungsziel des
jeweiligen Individualsystems und dessen Sozialisation abhängig.

CROWDING = exp (siehe S. 98)
negative Stellungnahme zu sozialen Situationen, in denen eine Überforderung durch
Beeinträchtigung der Privatheit, gemessen an den gelernten Standards und konkreten
Zielsetzungen erfahren wird. Überforderung bezieht sich auf mindestens eines der Subsysteme mit
der Konsequenz der Bedrohung der Identität. Dies löst Kompensationshandlungen (Coping-
Strategien) aus, die sich zu allgemeinen Interaktionsformen verselbstständigen können. Das
Individual- und Mikrosystem stehen im Zentrum der Betrachtung, obwohl auf diesen Ebenen nur ein
Ausschnitt der sozialen Phänomene, die durch die Probleme der Dichte und Enge entstehen
thematisiert wird.
Privatheit = exp
Die Grenzziehung des Individualsystems in Abhängigkeit von der sozialen Situation und den
gelernten Standards gegenüber Einflüssen von außen.
Zentrales Thema der Crowding-Phänomene:
Bedrohung der Privatheit durch reduzierte Kontrollmöglichkeiten.

Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Was ist prosoziales Handeln?

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

Eine Handlung mit Akteur, Empfänger und Beobachter.

Hilfesituation

Der Akteur führt eine Handlung aus, mit der bewussten Intention den Empfänger durch einen Kompensationseffekt in eine bessere Lage zu versetzen.

Es spielt keine Rolle, ob die Handlung vom Empfänger als Wohltat empfunden wird. Wichtig ist die Intention des Akteurs. Und die Bewertung des Beobachters, dass der Akteur keine Belohnung aus dem Mikrosystem zieht (z.B. Entlohnung durch Empfänger).

Auf der Individualebene darf der Akteur allerdings Belohnungen empfangen (z.B. Stolz oder 'sich einfach gut fühlen'). Die Bewertung der Handlung vollzieht der Beobachter mit Hilfe von übergeordneten Werten (z.B. allgemeine ethische Grundsätze).


Bei prosozialem Verhalten ist es nun zusätzlich notwendig, dass auch der Empfänger die
Handlung des Akteurs und die Veränderung der Lage als positiv
 betrachtet, und auch
keinen Schaden aus der Handlung erfährt. Zudem muss der Beobachter die Handlung als altruistisch bewerten.


Lösung ausblenden
  • 154349 Karteikarten
  • 3121 Studierende
  • 63 Lernmaterialien

Beispielhafte Karteikarten für deinen Witte Kurs an der Hochschule Fresenius - von Kommilitonen auf StudySmarter erstellt!

Q:

Wie kann man die drei Begriffe „altruistisches“, „prosoziales“ und
„moralisches“ Verhalten explizieren, und welche Probleme müssen beachtet
werden?

A:

Alle Drei Verhaltensweisen beinhalten einen Akteur und einen Empfänger der Handlung.
Zudem ist ein Beobachter von Nöten. Hier ist nicht unbedingt ein personifizierter, direkter
Beobachter gemeint, sonder nur eine Instanz, die unabhängig vom Akteur und vom
Empfänger eine Einschätzung vornimmt. Von den Intentionen und Beurteilung dieser drei
Elemente ist es nun abhängig, ob eine Handlung als altruistisches, prosoziales oder
moralisches Verhalten eingestuft wird.
Bei altruistischem und prosozialem Verhalten befindet sich der Empfänger in einer
Hilfesituation. Nun führt der Akteur eine Handlung aus, mit der bewussten Intention, den
Empfänger durch einen Kompensationseffekt in eine bessere Lage zu versetzen.
Bei altruistischem Verhalten spielt es keine Rolle, ob die Handlung vom Empfänger als
Wohltat empfunden wird. Wichtig sind lediglich die Intention des Akteurs, und die
Bewertung des Beobachters, dass der Akteur keine Belohnung aus dem Mikrosystem
zieht (z.B. Entlohnung durch den Empfänger). Auf Individualebene darf der Akteur
allerdings Belohnung empfangen (z.B. Stolz oder einfach gut fühlen). Die Bewertung der
Handlung vollzieht der Beobachter mit Hilfe von übergeordneten Werten (z.B. allgemeine
ethische Grundsätze).
Bei prosozialem Verhalten ist es nun zusätzlich notwendig, dass auch der Empfänger die
Handlung des Akteurs und die Veränderung der Lage als positiv betrachtet, und auch
keinen Schaden aus der Handlung erfährt. Zudem muss der Beobachter die Handlung als
altruistisch bewerten.


Moralisches Verhalten ist am komplexesten, da es über das Mikrosystem hinausgeht. Hier
spielen nämlich auch Dritte eine Rolle, die sich in einer Hilfesituation befinden. Die
Handlung des Akteurs hat nun die ihm bewusste Intention, diese Dritten durch einen
indirekten Kompensationseffekt, ausgelöst durch eine Handlung am Empfänger, in eine
bessere Lage zu versetzen. Hierbei ist es egal, ob der Empfänger diese Handlung als
Wohltat empfindet, oder sie ihm sogar schadet. Eine aggressive Handlung gegen einen
Empfänger kann also moralisch sein, wenn sie durch einen indirekten Effekt die Lage
Dritter verbessert (z.B. Tyrannenmord, Stehlen von Medizin). Wichtig ist auch hier wieder,
dass die Handlung vom Beobachter als altruistisch bewertet wird.

Q:

Was ist altruistisches Verhalten?

A:

Eine Handlung mit Akteur, Empfänger und Beobachter.

Hilfesituation

Der Akteur führt eine Handlung aus, mit der bewussten Intention den Empfänger durch einen Kompensationseffekt in eine bessere Lage zu versetzen.

Es spielt keine Rolle, ob die Handlung vom Empfänger als Wohltat empfunden wird. Wichtig ist die Intention des Akteurs. Und die Bewertung des Beobachters, dass der Akteur keine Belohnung aus dem Mikrosystem zieht (z.B. Entlohnung durch Empfänger).

Auf der Individualebene darf der Akteur allerdings Belohnungen empfangen (z.B. Stolz oder 'sich einfach gut fühlen'). Die Bewertung der Handlung vollzieht der Beobachter mit Hilfe von übergeordneten Werten (z.B. allgemeine ethische Grundsätze).

Q:

Wie leben andere Kulturen unter Crowding­‐Bedingungen?

A:

Der Mehinaco-Stamm im tropischen Urwald Zentral-Brasiliens lebt unter besonderen Umständen. Die
Hütten sind um einen Platz von ca. 60m Durchmesser kreisförmig angeordnet. Es leben mehrere
Familien in jeder Hütte und fast das gesamte Leben findet in der Öffentlichkeit statt. Aus diesen
Lebensbedingungen haben sich folgende Coping-Strategien entwickelt. Streit und Sexualität finden im
Urwald statt, die Kinder lernen leise zu sprechen und den Ausdruck intensiver Emotionen zu
vermeiden. Es existiert die Norm andere Bewohner nicht nach privaten Dingen zu Fragen.
Buschmänner in Süd-West Afrika leben in Gruppen von ca. 150 Personen. Eine typische Siedlung hat
dabei weniger als 2m2 Lebensraum pro Person. Die Hütten sind so dicht aufgestellt, dass sie sich fast
berühren. Die Buschmänner mögen Berührungen und engen Sozialkontakt sehr. Es gibt jedoch die
Norm, dass jede Familie jederzeit die Gruppe verlassen kann und sich einer anderen anschließen oder
eine neue gründen kann.
In Kenia Leben drei Stämme mit verschieden großer Populationsdichte. Die mit der Populationsdichte
verbundenen Formen der Interaktion haben einen Einfluss auf das konative, kognitive und affektive
Subsystem des durchschnittlichen Individuums.
Konativ: Je kleiner die Populationsdichte, desto mehr Händchenhalten.
Affektiv: Je kleiner die Populationsdichte, desto besser die Bewertungen von der verschiedenen
gesellschaftlichen Rollen (z.B. Vater, Mutter, etc..)
Kognitiv: Je kleiner die Populationsdichte, desto mehr wird in Gedächtnistests behalten.

Q:

Was könnte man unter einer Crowding-Kultur verstehen?

A:

- Wenn Menschen über längere Zeit unter Crowding-Bedingungen leben, wird die willentliche
Grenzziehung nach außen beeinträchtigt und die Abgrenzung nach außen letztendlich
durchbrochen. Das führt zu einer Bedrohung der Identität, man spricht nun von Crowding. Um
diesem Zustand zu entgehen, werden nun Kompensations-Strategien (Coping-Strategien)
eingesetzt; diese dienen der Komplexitätsreduktion.
- Die Kompensationsstrategien können sich zu einem allgemeinen Reaktionsstil entwickeln, der
die Flexibilität der individuellen Grenzziehung beeinträchtigt, wenn sie regelmäßig
angewendet werden. Tritt diese Generalisierung der Kompensations-Reaktionen auf, spricht
man von einer Crowding-Kultur, da die Reaktionen zu Interaktions-Regeln werden und somit
als Grundlage für Werten und Normen dienen.
• Zitat Witte: „Eine Crowding-Kultur entsteht also durch fortwährende und
generalisierte Kompensation, um unter vorhanden Gegebenheiten die Privatsphäre zu
erhalten.“
• Beispiel:
Mehinaco-Stamm: (Siehe Kapitel A3, Frage 6)
- leises Sprechen und Vermeidung intensiver emotionaler Äußerungen
- der Öffentlichkeit werden Dinge teilweise vorgespielt
- persönliche Themen (Sex, Streit) werden im Dschungel ausgelebt

Q:

Welche Schwerpunkte der Soziologie haben Einfluss auf die Sozialpsychologie?

A:

Die Soziologie beschäftigt sich primär mit gesellschaftlichen Prozessen, die auf das Individuum Einfluss nehmen.


- Einfluss gesellschaftlicher Bedingungen auf das soziale Verhalten

- soziale Interaktion mit Aspekten sozialer Regeln, sozialer Rollen und sozialer Situationsdefinitionen 

- soziale Ereignisse (Aufstände, Kriminalität, Wahlen)


Insgesamt sind über individuelle Faktoren ausschlaggebend.

Mehr Karteikarten anzeigen
Q:

Welche Auswirkungen hat die Schwesterdisziplin Anthorpologie auf die Sozialpsychologie?

A:

Anthropologie

Die Anthropologie vergleicht verschiedene ethnische Gruppen.

Kultur Anthropologie (Ethnologie):

- untersucht den Einfluss von kulturellen BEdingungen auf die Persönlichkeit und auf Interaktionsformen

- Schwerpunkte, die auf die Sozialpsychologie Einfluss haben: 

- Enstehung und Wandel von Bedeutungen situativer Bedingungen im Rahmen menschlicher Handlungen

- soziale Ursachen der Identitätsbildung

- Wandel der Gesellschaft

- willentliche Steuerung des Handelns

- einfühlende Introspektion

Insgesamt beschäftigt sie sich mit der Abhängigkeit sozialpsychologischer Phänomene von Kultur.


Verhaltensbiologische-evolutionäre Anthropologie (Ethologie):

- versucht das Verhalten aufgrund von biologischen Grundlagen und der Philogenese zu erklären 

(3 Prinzipien): 

- sexuelle Selektion (unterschiedliche Merkmalausprägungen -> unterschiedliche Fortpflanzungswahrscheinlichkeit)

- Theorie der elterlichen Investition und der Brutpflege

- Theorie des altruistischen Verhaltens

- kann vieles erklären:

- unterschiedl. Sexualverhalten bei Mann und Frau

- Hilfeverhalten

- Identitätswahrung und Motivation


Q:

Welche Aspekte der Psychologie haben Einfluss auf die Sozialpsychologie?

A:

Zentral sind im Individuum ablaufende Prozesse, die auf soziale Gegebenheiten angewendet werden oder von diesen herbeigeführt werden.


- Einstellungsforschung

- experimentelle Kleingruppenforschung und Untersuchung von Konformität und Gruppenleistung

- kognitive Theorien

- soziale Motivation

- soziale Wahrnehmung


Q:

Welche Schwesterdisziplinen mit welchen Schwerpunkten haben Einfluss auf die Sozialpsychologie?

A:

Anthropologie mit

- Kultur Anthropologie (Ethnologie)


- Verhaltensbiologische-evolutionäre Anthropologie (Ethologie)


Soziologie


Psychologie


Sozialarbeit



Q:

Welche Schwerpunkte der Sozialarbeit fließen in die Sozialpsychologie ein?

A:

Die Idee ist, die erarbeiteten generalisierbaren Erkenntnisse aus dem Grundlagenteil der Sozialpsychologie praktisch anzuwenden.

Ziel: Soziale Missstände zu verbessern und Betroffenen zu helfen.

Bsp.:

- Kleingruppenforschung -> Eheberatung

- Sozialisationsprozesse -> Resozialisiation

Q:

Welche Bedeutung hat der  Personalraum?

A:

Definition Personalraum

Physikalisches Äquivalent der Grenzziehung in Abhängigkeit vom
Intimitätsgrad.

- Erfasst die gewünschten Distanzen im Sozialkontakt
- Je nach Interaktion dürfen diese nicht unterschritten werden; werden sie unterschritten, folgen
Abwehrreaktionen
- 4 Distanzen:
a. Intimdistanz (0-45 cm): zärtlicher oder aggressiver Kontakt
b. Persönliche Distanz (45 – 120 cm): signalisiert Nähe einer Beziehung
c. Soziale Distanz (120 – 400 cm): bei unpersönlichen Kontakten
d. Öffentliche Distanz (4-8m): bei öffentlichen Veranstaltungen
- Die Distanz variiert mit dem Alter, Geschlecht, Kultur, Intimitätsgrad und Territorium
- Es liegt ein Nord-Süd-Gefälle vor (Norden > Süden)
- Je größer der zur Verfügung stehende Raum, desto größere Distanzen werden gewünscht

Q:

Was bedeutet der Begriff „Crowding“?

A:

Gängige Definitionen:
- Baum und Valins (1979): „stressful experience of limited space and/ or of too many people“.
Betonung des affektiven Subsystems, quasi-physikalische Maße, negative Bewertung
- Freedman (1975): vermeidet negative Wertung ( „(...) crowding (...) serves to intensify the
individual`s typical reactions to the situation“. (affektives und dessen Verbindung zum
konativen Subsystem).
- Worchel (1978): crowding = stress + attribution (Verbindung von kognitivem und affektivem
Subsystem)
Sehr gute Begriffsbildung, die unserer Vorstellung systemtheoretischer Konzeptionen entspricht!!!:
- Altman (1975): „Crowding is not density alone, stress alone, costs alone, or coping behaviors
alone. It is a network of these and other factors that are associated with the failure of an
interpersonal boundary system or with an expensively maintained system.“
3 Überlegungen von Altman sind für uns besonders wichtig:
(a) Verbindung zwischen Systemumgebung und Individualsystem, wie es sich in der Lebenswelt
der Person (dem umgebenden Mesosystem der Nachbarschaft) darstellt.
(b) Konzentration auf das Mikrosystem und dessen Formen der Interaktion.
(c) Beengtheitsgefühl nicht nur von Dichtesituation, sondern auch von Steuerungsziel des
jeweiligen Individualsystems und dessen Sozialisation abhängig.

CROWDING = exp (siehe S. 98)
negative Stellungnahme zu sozialen Situationen, in denen eine Überforderung durch
Beeinträchtigung der Privatheit, gemessen an den gelernten Standards und konkreten
Zielsetzungen erfahren wird. Überforderung bezieht sich auf mindestens eines der Subsysteme mit
der Konsequenz der Bedrohung der Identität. Dies löst Kompensationshandlungen (Coping-
Strategien) aus, die sich zu allgemeinen Interaktionsformen verselbstständigen können. Das
Individual- und Mikrosystem stehen im Zentrum der Betrachtung, obwohl auf diesen Ebenen nur ein
Ausschnitt der sozialen Phänomene, die durch die Probleme der Dichte und Enge entstehen
thematisiert wird.
Privatheit = exp
Die Grenzziehung des Individualsystems in Abhängigkeit von der sozialen Situation und den
gelernten Standards gegenüber Einflüssen von außen.
Zentrales Thema der Crowding-Phänomene:
Bedrohung der Privatheit durch reduzierte Kontrollmöglichkeiten.

Q:

Was ist prosoziales Handeln?

A:

Eine Handlung mit Akteur, Empfänger und Beobachter.

Hilfesituation

Der Akteur führt eine Handlung aus, mit der bewussten Intention den Empfänger durch einen Kompensationseffekt in eine bessere Lage zu versetzen.

Es spielt keine Rolle, ob die Handlung vom Empfänger als Wohltat empfunden wird. Wichtig ist die Intention des Akteurs. Und die Bewertung des Beobachters, dass der Akteur keine Belohnung aus dem Mikrosystem zieht (z.B. Entlohnung durch Empfänger).

Auf der Individualebene darf der Akteur allerdings Belohnungen empfangen (z.B. Stolz oder 'sich einfach gut fühlen'). Die Bewertung der Handlung vollzieht der Beobachter mit Hilfe von übergeordneten Werten (z.B. allgemeine ethische Grundsätze).


Bei prosozialem Verhalten ist es nun zusätzlich notwendig, dass auch der Empfänger die
Handlung des Akteurs und die Veränderung der Lage als positiv
 betrachtet, und auch
keinen Schaden aus der Handlung erfährt. Zudem muss der Beobachter die Handlung als altruistisch bewerten.


Witte

Erstelle und finde Lernmaterialien auf StudySmarter.

Greife kostenlos auf tausende geteilte Karteikarten, Zusammenfassungen, Altklausuren und mehr zu.

Jetzt loslegen

Das sind die beliebtesten StudySmarter Kurse für deinen Studiengang Witte an der Hochschule Fresenius

Für deinen Studiengang Witte an der Hochschule Fresenius gibt es bereits viele Kurse, die von deinen Kommilitonen auf StudySmarter erstellt wurden. Karteikarten, Zusammenfassungen, Altklausuren, Übungsaufgaben und mehr warten auf dich!

Das sind die beliebtesten Witte Kurse im gesamten StudySmarter Universum

WI

Universität Klagenfurt

Zum Kurs
WI2

Hochschule Esslingen

Zum Kurs

Die all-in-one Lernapp für Studierende

Greife auf Millionen geteilter Lernmaterialien der StudySmarter Community zu
Kostenlos anmelden Witte
Erstelle Karteikarten und Zusammenfassungen mit den StudySmarter Tools
Kostenlos loslegen Witte