GET Milana an der Hochschule Fresenius | Karteikarten & Zusammenfassungen

Lernmaterialien für GET Milana an der Hochschule Fresenius

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TESTE DEIN WISSEN

Formen des professionellen Reasonings

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TESTE DEIN WISSEN

Theorie nach Maria Feiler (2006). Sie unterscheidet sechs Formen, die meist mehrere Aspekte des Denkens berücksichtigen:


  1. Scientific oder wissenschaftliches Reasoning: umfasst logisch-sachliches Denken & bezieht sich auf die Krankheiten, den Gesundheitszustand oder das Funktionsniveau des Klienten 
    • Diagnostisches Reasoning: Diagnosen, Vorwissen; in der Ergotherapie meist schon vor Beginn der ersten Behandlung, zum Beispiel steht auf einer Heilmittelverordnung bereits die Diagnose des Klienten und das Alter; z.B. ein 78 Jähriger mit Apoplex 
    • Prozedurales Reasoning: Während des Prozesses ziehen Ergotherapeuten logische Schlussfolgerungen aus den Informationen, die sie erhalten; z.B. erfährt der ET, dass sein Klient verwitwet ist, dann fragt er nach wie der aktuelle Lebensumstand ist, weil es wichtig ist, ob der Mensch alleine lebt oder Unterstützung im Haushalt hat
  2. Konditionales Reasoning:das durch das Vorstellungsvermögen und die Interpretation des Therapeuten geleitete Denken & auf dem Zukunftsbild des Klienten 
    • Zuerst wird dabei der Gesamtzustand des Klienten betrachtet 
    • Der Ergotherapeut stellt sich verschiedene Konditionen vor, die im Leben des Klienten veränderbar sind 
    • Im Gespräch mit dem Klienten stellt der ET seine Ideen vor und es wird gemeinsam überlegt, was wie realisierbar ist 
    • Dabei werden die Interessen, Wünsche und Bedürfnisse aber auch Ängste und Erfahrungen des Klienten geachtet
    • Man beantwortet hier also die Fragen: Wie passt die Therapie am besten zu den gegenwärtigen und möglichen zukünftigen Wünschen, Bedürfnissen und dem sozialen Kontakt dieser Person? Wie geeignet sind Interventionen im Hinblick auf die individuelle Situation des Klienten? 
    • Der Ergotherapeut stellt die Bedeutung der Therapie in den Kontext des Zukunftsbildes des Klienten und ergreift gemeinsam mit ihm die zum Erreichen dieser Perspektive erforderlichen Maßnahmen 
    • Es vereint mehrere Reasoningformen und ist somit sehr komplex - z.B. hat der Klient ein großes Interesse an Politik und las daher regelmäßig die Zeitung und kann dies nun nicht mehr tun, aufgrund seiner Hemiparese, so könnte er dies beispielsweise jetzt im Internet nachlesen. Hat dieser Klient aber negative Erfahrungen mit Computern gemacht oder lehnt diese ab, so muss eine andere Lösung gefunden werden
  3.  Pragmatisches Reasoning:sachliches Denken und die Fähigkeit nach pragmatischen Gesichtspunkten zu handeln und persönliche, soziale, institutionelle und politische Rahmenbedingungen zu beachten 
    • Rahmenbedingungen können z.B. sein, dass der geeignete Raum belegt ist oder benötigtes Therapiematerial nicht vorhanden, aber auch ein Anziehtraining, was am Nachmittag stattfinden muss aufgrund der Einrichtungsvorgaben, aber natürlich wesentlich sinniger am Morgen wäre 
    • Auch persönliche Eigenschaften und Fähigkeiten der TherapeutIn und des Klienten beeinflussen den Therapieverlauf; seitens der TherapeutIn z.B. Fortbildungen, aber auch die Normen, Werte und persönlichen Ansichten; seitens des Klienten z.B. auch hier die persönlichen Werte und Einstellungen, wie z.B. die deutsche Sprache zu sprechen oder andernfalls einen Dolmetscher dabei zu haben 
    • Begleitumstände müssen nicht immer negativ sein, sondern können auch unterstützend auf die Therapie wirken 
    • Der Ergotherapeut sollte immer die bestmögliche Situation für den Klienten schaffen und diese nutzen
  4. Interaktives Reasoning:das durch Gefühle, Wahrnehmung und Beobachtung geleitete Denken, die Ebene der Beziehungen
    •  Die nonverbale und verbale Interaktion steht im Mittelpunkt, in diesem Fall zwischen Ergotherapeuten und Klient 
    • Der gute Beziehungsaufbau zum Klienten und der daraus resultierende Beziehungsboden wirkt motivierend und erleichtert die Arbeit 
    • Eine Voraussetzung dafür, dass sich der Klient sicher fühlen und eine Beziehung aufbauen kann, ist es, sich die eigenen Gefühle, Normen und Reaktionsmuster bewusst zu machen 
    • z.B. mit Humor, Empathie, Akzeptanz, Mitgefühl, Authentizität, … 
    • aktives Zuhören und das Wahrnehmen auch nonverbaler Äußerungen ermöglicht eine klientenzentrierte Interaktion 
    • Maria Feiler (2007) beschreibt dazu drei weitere Möglichkeiten, um mit dem Klienten in eine angenehme Interaktion zu treten:
      1.  1. Wahlmöglichkeiten für den Klienten schaffen, z.B. der durchzuführenden Aktivität oder der Reihenfolge 
      2. Den Erfolg des Klienten bestätigen, indem man angemessen lobt 
      3.  Gemeinsam Problemlösungen erarbeiten
  5. Narratives Reasoning: das Denken in und durch Geschichten
    •  Der Ergotherapeut versucht zunächst sich in die „Geschichte“ des Klienten hinein zu versetzen und dabei heraus zu finden wie seine Einschränkung die jeweilige Situation des Klienten beeinflusst 
    • Laut Boyt-Schell & Schell (2008) spiegelt sich unsere Identität in dem, was wir tun; weil wir Geschichten über das, was wir tun, erzählen, spielen diese eine wichtige Rolle bei der Gestaltung und Entwicklung unserer persönlichen Identität
    • Ergotherapeuten haben es auch häufig mit unterbrochenen Lebensgeschichten eines Klienten zu tun, weil er z.B. durch Krankheit aus seinem Alltag gerissen wurde. Durch die gemeinsame Zusammenarbeit (die gemeinsame Geschichte) entstehen neue Perspektiven für den Klienten und eine neue Vorstellung der Zukunft, auf deren Basis sinnvolle Ziele formuliert werden können. 
    • Klemme und Siegmann (2006) unterschieden drei Arten von Geschichten:
      1. Geschichten, die Klienten berichten 
      2. Geschichten, die Therapeuten über Klienten berichten 
      3. Die gemeinsame Geschichte von Therapeut und Klient
  6. Ethisches Reasoning:durch Einstellungen, Haltungen, Werte und Normen bestimmtes Denken
    • Ergotherapeuten versuchen heraus zu finden welche Rollen diese Normen und Werte in Situationen spielen, in denen Menschen sich betätigen und entscheiden. Dabei geht es um ein sorgfältiges Abwägen der persönlichen und beruflichen Normen, Werte & Interessen auf verschiedenen Ebenen, um zu einer sorgsam überdachten Entscheidung darüber zu kommen, was am besten zu tun ist. 
    • Sowohl die Persönliche Ethik, als auch die Berufsethik und die Ethik des Klienten spielen hierbei eine Rolle 
    • Persönliche Ethik: Sehr individuell und man sollte sich der eigenen ethischen Ideale bewusst sein 
    • Berufsethik: z.B. müssen die gewählten Aktivitäten moralisch korrekt und für den Klienten vorteilhaft sein (siehe auch im Kapitel Kernkompetenzen) 
    • Hierbei kann es schnell zu einem Zweispalt für den Ergotherapeuten kommen, der die Entscheidung erschwert. Zum Beispiel, wenn die Ziele des Klienten nicht mit den Zielen der Organisation übereinstimmen. Oder der Klient wünscht sich Interventionen, die nach wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht wirksam sind. 
    • Ethisches Reasoning verlangt von Ergotherapeuten in der Lage zu sein moralische Prinzipien wie das Recht auf Selbstbestimmtheit oder das recht auf Gleichbehandlung und Chancengleichheit gut im Bick zu behalten. 
    • Dann muss abgewägt werden: Ist die Situation im Interesse des Klienten? Welche Rolle spielen meine persönlichen Überzeugungen und Normen bei einem Dilemma? 
    • Dazu bedarf es Wissen, Einsicht und Sensibilität, um ethische Dilemmas in der beruflichen Praxis zu erkennen
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Klientenzentrierte Gesprächsführung

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im Zentrum stehen nicht die Probleme, sondern der Klient selbst

  • Nutzen & Ziel der Ergotherapie → Teilhabe an Alltagstätigkeiten → daher:
    1.  Inhalte der Gesprächsführung bleiben auf Betätigung ausgerichtet
  • Aufgabe des Therapeuten:
    1. fördern der Selbstheilungskräfte des Individuums
    2. unterstützende Beziehung zu dem Klienten aufbauen
    3. Atmosphäre schaffen in dem Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit herrscht
    4. Raum zur Selbsterkenntnis und Selbstanalyse bieten
  • Besonderes Anliegen der klientenzentrierten Gesprächsführung:
    1. Gute gegenseitige Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern; In unserem Fall
    2. zwischen Klient und Therapeut
    3. Erreichen einer stabilen, vertrauensvollen Beziehung zwischen (Ehe)Partnern, Klienten, Therapeuten
    4. Die Beziehung kann auch an Konflikten wachsen und macht diese überhaupt auf Augenhöhe möglich
  • Grundprinzipien nach Rodgers zum Aufbau einer guten Beziehung:
    1. Kongruenz = Echtheit
    2. Empathie = Einfühlungsvermögen
    3. Wertschätzung = bedingungsfreie Akzeptanz

 

Wichtig: Es handelt sich nicht um eine Gesprächstechnik – vielmehr um eine Grundhaltung

und Einstellung


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Handlungsziel

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beschreibt, was der Klient nach mehreren Wochen oder Monaten für Handlungen ausführen kann. Sie sind dem Partizipationsziel untergeordnet und zielen mit ihrem Erreichen auf das Erreichen des Partizipationsziel ab

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OPM(A)

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Gründung:

  • Australien
  • 1. Version 1997; Letzte Neuerung: 2014
  •  von Christine Chapparo und Judy Ranka

Assessment:

  • PRPP-Modell 
  • Perceive, Recall, Plan, Perform = Wahrnehmen, Erinnern, Planen, Ausführen 

 Beschreibung:

  • 8 Konstrukte: 
    1. Handlungsausführung
    2.  Handlungsrolle 
    3. Betätigungsbereiche 
    4. Handlungsperformance 
    5. Körper, Geist und Seele 
    6. Externe Kontext 
    7. Der Raum 
    8. Die Zeit Betont die individuelle Wahrnehmung von Raum & Zeit Beschreibt die 3 Dimensionen: Wissen, Tun & Sein/ Geist, Körper & Seele 

Vorzüge

  • Ganzheitlich, ermöglichst es dem Klienten seine Betätigungsprobleme sehr spezifisch zu benennen

Nachteile

  • Sehr komplexes Schaubild
  • Kostenpflichtiger Kurs, um Assessment anzuwenden 


Ziele

  • Erklärungen zur Komplexität der Betätigungsperformanz 
  • Darbietung einer Struktur für die ET Praxis 
  • ergotherapeutische Curricula in Australien 
  • wissenschaftlicher Beitrag zur Betätigungsperformanz

 

Schwerpunkt:

  • liegt auf der Betätigungsperformanz und geht von folgenden Vorrausetzungen aus  
    • Bezüglich der Betätigung 
    • Bezüglich der Ausführung einer Betätigung 
    • Der Mensch betrachtet sich als selbst organisierendes System


Theorie des OPM(A) 

  • Man spricht von einzelnen Konstrukten → insgesamt acht an der Zahl 
  • Es handelt ebenfalls von handelnden Menschen 
  • Die Entwickler verstehen unter Performanz die „Fähigkeit Handlungen wahrzunehmen, zu wollen, ins Gedächtnis zu rufen, zu planen und auszuführen“ (Arbeitskreis Modelle und Theorien Wien 2004, S.17) 
  • Auch in diesem Modell geht man davon aus, dass die Handlung immer eine Reaktion auf die Umwelt ist
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Ergotherapeutische Methodik

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= Bestimmte Art des Vorgehens zum Erreichen eines angestrebten Ziels.

  • besteht aus immer wiederkehrenden Verhaltensmustern
  • man unterscheidet zwischen
    • ergebnisorientiert = klare Ausgangsposition, klares Ziel was erreicht werden soll
    • prozessorientiert = "der Weg ist das Ziel", Ziel liegt auf der Weiterentwicklung während des Prozesses


Es gibt 3 Methoden:

  • Kompetenzzentrierte Methode
  • Interaktionelle Methode
  • Ausdruckszentrierte Methode
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Was ist ein Paradigma?

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Eine grundsätzliche Denkweise

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Johari Fenster des blinden Flecks

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TESTE DEIN WISSEN

umfasst, was nur andere über uns wissen

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TESTE DEIN WISSEN

Johari Fenster des Unbekannten

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TESTE DEIN WISSEN

umfasst, was niemand weiß

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Sinn und Zweck ergotherapeutischer Modelle

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TESTE DEIN WISSEN
  1.  Professionalisierung der Ergotherapie 
  2. Warum und Wie Therapie wirkt, wird erklärbar 
  3. Eine Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis 
  4. Eine feste Struktur und die Gewissheit den Klienten Ganzheitlich betrachtet zu haben 
  5. In einem Erstgespräch werden die wichtigsten Informationen über Person und Umwelt erhoben 
  6. Gemeinsame Sprache, vereinfacht die Kommunikation 
  7. Komplexität verdeutlichen und vereinfachen 
  8. Es wird greifbar für den Patienten und Therapeuten 
  9. Dokumentationssystem 
  10. Identifizierung des Berufsbildes 
  11. Abgrenzung von anderen Berufsgruppen wie z.B. der Physiotherapie 
  12. wissenschaftlich fundiert/ erprobt 
  13. Qualitätssicherung 
  14. das Handeln im Rahmen einer Behandlung zu definieren 
  15. das Handeln im Rahmen einer wissenschaftlichen Forschung zu reflektieren 
  16. Hilfestellung leisten für die Theorieentwicklung der ergotherapeutischen Praxis
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TESTE DEIN WISSEN

Prozessmodelle

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TESTE DEIN WISSEN
  • OTIPM
  • CPPF
  • PEOP-ET
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TESTE DEIN WISSEN

Bottom-Up

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Von der Ursache zur Partizipation

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Leitlinien für die klientenzentrierte Gesprächsführung

3 Stufen der Gesprächsführung

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Aus den beschriebenen Grundregeln folgen Hilfestellungen bzw. Regeln, die diese Art des Gesprächs ermöglichen. 


3 Stufen der Gesprächsführung

  1. Stufe: Das verständnisvolle Zuhören Wir vermitteln das Gefühl: 
    • Ich werde verstanden 
    • Ich werde nicht bewertet, sondern akzeptierend angehört 
    • Mein Gegenüber ist an meinen Gedanken und Gefühlen interessiert 
  2. Stufe: Das Paraphrasieren = Wiederholen der Äußerungen mit eigenen Worten & Überprüfung, ob alles richtig verstanden wurde → Der Gesprächspartner hat die Möglichkeit, Gedanken und Gefühle noch deutlicher wahrzunehmen und auszudrücken  
  3. Stufe: Das Verbalisieren emotionaler Erlebnisinhalte Hierbei wird nicht der gesamte Inhalt des Gesagten wiederholt, sondern hauptsächlich die Gefühle, die hinter der Aussage stecken. Der Berater teilt mit, welches Gefühl er herausgehört hat und spiegelt dies wider. Spiegeln = Beobachtungen und Gesprächsinhalte werden nonverbal oder verbal wiederholt. Das kann eine ähnliche Körperhaltung oder auch ein Gesichtsausdruck des Therapeuten sein. Es führt dazu, dass der Klient spürt, dass sie beide in einem guten Kontakt sind.
    •  Es geht es nicht darum, dass die Einschätzung der Klienten realistisch ist. Es geht erst einmal um ihre Sichtweise und dass diese von der Therapeutin respektiert und gewürdigt wird, statt ihnen ihre Träume zu nehmen.
    • Hilfreich ist diese Methode nur, wenn die Atmosphäre entspannt und akzeptierend ist, ansonsten könnte sie Angstgefühle beim Gesprächspartner auslösen! 
    • Bei zu spürender Abwehrhaltung des Gesprächspartners: zurück zu Stufe I und II!!
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  • 2231 Studierende
  • 51 Lernmaterialien

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Q:

Formen des professionellen Reasonings

A:

Theorie nach Maria Feiler (2006). Sie unterscheidet sechs Formen, die meist mehrere Aspekte des Denkens berücksichtigen:


  1. Scientific oder wissenschaftliches Reasoning: umfasst logisch-sachliches Denken & bezieht sich auf die Krankheiten, den Gesundheitszustand oder das Funktionsniveau des Klienten 
    • Diagnostisches Reasoning: Diagnosen, Vorwissen; in der Ergotherapie meist schon vor Beginn der ersten Behandlung, zum Beispiel steht auf einer Heilmittelverordnung bereits die Diagnose des Klienten und das Alter; z.B. ein 78 Jähriger mit Apoplex 
    • Prozedurales Reasoning: Während des Prozesses ziehen Ergotherapeuten logische Schlussfolgerungen aus den Informationen, die sie erhalten; z.B. erfährt der ET, dass sein Klient verwitwet ist, dann fragt er nach wie der aktuelle Lebensumstand ist, weil es wichtig ist, ob der Mensch alleine lebt oder Unterstützung im Haushalt hat
  2. Konditionales Reasoning:das durch das Vorstellungsvermögen und die Interpretation des Therapeuten geleitete Denken & auf dem Zukunftsbild des Klienten 
    • Zuerst wird dabei der Gesamtzustand des Klienten betrachtet 
    • Der Ergotherapeut stellt sich verschiedene Konditionen vor, die im Leben des Klienten veränderbar sind 
    • Im Gespräch mit dem Klienten stellt der ET seine Ideen vor und es wird gemeinsam überlegt, was wie realisierbar ist 
    • Dabei werden die Interessen, Wünsche und Bedürfnisse aber auch Ängste und Erfahrungen des Klienten geachtet
    • Man beantwortet hier also die Fragen: Wie passt die Therapie am besten zu den gegenwärtigen und möglichen zukünftigen Wünschen, Bedürfnissen und dem sozialen Kontakt dieser Person? Wie geeignet sind Interventionen im Hinblick auf die individuelle Situation des Klienten? 
    • Der Ergotherapeut stellt die Bedeutung der Therapie in den Kontext des Zukunftsbildes des Klienten und ergreift gemeinsam mit ihm die zum Erreichen dieser Perspektive erforderlichen Maßnahmen 
    • Es vereint mehrere Reasoningformen und ist somit sehr komplex - z.B. hat der Klient ein großes Interesse an Politik und las daher regelmäßig die Zeitung und kann dies nun nicht mehr tun, aufgrund seiner Hemiparese, so könnte er dies beispielsweise jetzt im Internet nachlesen. Hat dieser Klient aber negative Erfahrungen mit Computern gemacht oder lehnt diese ab, so muss eine andere Lösung gefunden werden
  3.  Pragmatisches Reasoning:sachliches Denken und die Fähigkeit nach pragmatischen Gesichtspunkten zu handeln und persönliche, soziale, institutionelle und politische Rahmenbedingungen zu beachten 
    • Rahmenbedingungen können z.B. sein, dass der geeignete Raum belegt ist oder benötigtes Therapiematerial nicht vorhanden, aber auch ein Anziehtraining, was am Nachmittag stattfinden muss aufgrund der Einrichtungsvorgaben, aber natürlich wesentlich sinniger am Morgen wäre 
    • Auch persönliche Eigenschaften und Fähigkeiten der TherapeutIn und des Klienten beeinflussen den Therapieverlauf; seitens der TherapeutIn z.B. Fortbildungen, aber auch die Normen, Werte und persönlichen Ansichten; seitens des Klienten z.B. auch hier die persönlichen Werte und Einstellungen, wie z.B. die deutsche Sprache zu sprechen oder andernfalls einen Dolmetscher dabei zu haben 
    • Begleitumstände müssen nicht immer negativ sein, sondern können auch unterstützend auf die Therapie wirken 
    • Der Ergotherapeut sollte immer die bestmögliche Situation für den Klienten schaffen und diese nutzen
  4. Interaktives Reasoning:das durch Gefühle, Wahrnehmung und Beobachtung geleitete Denken, die Ebene der Beziehungen
    •  Die nonverbale und verbale Interaktion steht im Mittelpunkt, in diesem Fall zwischen Ergotherapeuten und Klient 
    • Der gute Beziehungsaufbau zum Klienten und der daraus resultierende Beziehungsboden wirkt motivierend und erleichtert die Arbeit 
    • Eine Voraussetzung dafür, dass sich der Klient sicher fühlen und eine Beziehung aufbauen kann, ist es, sich die eigenen Gefühle, Normen und Reaktionsmuster bewusst zu machen 
    • z.B. mit Humor, Empathie, Akzeptanz, Mitgefühl, Authentizität, … 
    • aktives Zuhören und das Wahrnehmen auch nonverbaler Äußerungen ermöglicht eine klientenzentrierte Interaktion 
    • Maria Feiler (2007) beschreibt dazu drei weitere Möglichkeiten, um mit dem Klienten in eine angenehme Interaktion zu treten:
      1.  1. Wahlmöglichkeiten für den Klienten schaffen, z.B. der durchzuführenden Aktivität oder der Reihenfolge 
      2. Den Erfolg des Klienten bestätigen, indem man angemessen lobt 
      3.  Gemeinsam Problemlösungen erarbeiten
  5. Narratives Reasoning: das Denken in und durch Geschichten
    •  Der Ergotherapeut versucht zunächst sich in die „Geschichte“ des Klienten hinein zu versetzen und dabei heraus zu finden wie seine Einschränkung die jeweilige Situation des Klienten beeinflusst 
    • Laut Boyt-Schell & Schell (2008) spiegelt sich unsere Identität in dem, was wir tun; weil wir Geschichten über das, was wir tun, erzählen, spielen diese eine wichtige Rolle bei der Gestaltung und Entwicklung unserer persönlichen Identität
    • Ergotherapeuten haben es auch häufig mit unterbrochenen Lebensgeschichten eines Klienten zu tun, weil er z.B. durch Krankheit aus seinem Alltag gerissen wurde. Durch die gemeinsame Zusammenarbeit (die gemeinsame Geschichte) entstehen neue Perspektiven für den Klienten und eine neue Vorstellung der Zukunft, auf deren Basis sinnvolle Ziele formuliert werden können. 
    • Klemme und Siegmann (2006) unterschieden drei Arten von Geschichten:
      1. Geschichten, die Klienten berichten 
      2. Geschichten, die Therapeuten über Klienten berichten 
      3. Die gemeinsame Geschichte von Therapeut und Klient
  6. Ethisches Reasoning:durch Einstellungen, Haltungen, Werte und Normen bestimmtes Denken
    • Ergotherapeuten versuchen heraus zu finden welche Rollen diese Normen und Werte in Situationen spielen, in denen Menschen sich betätigen und entscheiden. Dabei geht es um ein sorgfältiges Abwägen der persönlichen und beruflichen Normen, Werte & Interessen auf verschiedenen Ebenen, um zu einer sorgsam überdachten Entscheidung darüber zu kommen, was am besten zu tun ist. 
    • Sowohl die Persönliche Ethik, als auch die Berufsethik und die Ethik des Klienten spielen hierbei eine Rolle 
    • Persönliche Ethik: Sehr individuell und man sollte sich der eigenen ethischen Ideale bewusst sein 
    • Berufsethik: z.B. müssen die gewählten Aktivitäten moralisch korrekt und für den Klienten vorteilhaft sein (siehe auch im Kapitel Kernkompetenzen) 
    • Hierbei kann es schnell zu einem Zweispalt für den Ergotherapeuten kommen, der die Entscheidung erschwert. Zum Beispiel, wenn die Ziele des Klienten nicht mit den Zielen der Organisation übereinstimmen. Oder der Klient wünscht sich Interventionen, die nach wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht wirksam sind. 
    • Ethisches Reasoning verlangt von Ergotherapeuten in der Lage zu sein moralische Prinzipien wie das Recht auf Selbstbestimmtheit oder das recht auf Gleichbehandlung und Chancengleichheit gut im Bick zu behalten. 
    • Dann muss abgewägt werden: Ist die Situation im Interesse des Klienten? Welche Rolle spielen meine persönlichen Überzeugungen und Normen bei einem Dilemma? 
    • Dazu bedarf es Wissen, Einsicht und Sensibilität, um ethische Dilemmas in der beruflichen Praxis zu erkennen
Q:

Klientenzentrierte Gesprächsführung

A:

im Zentrum stehen nicht die Probleme, sondern der Klient selbst

  • Nutzen & Ziel der Ergotherapie → Teilhabe an Alltagstätigkeiten → daher:
    1.  Inhalte der Gesprächsführung bleiben auf Betätigung ausgerichtet
  • Aufgabe des Therapeuten:
    1. fördern der Selbstheilungskräfte des Individuums
    2. unterstützende Beziehung zu dem Klienten aufbauen
    3. Atmosphäre schaffen in dem Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit herrscht
    4. Raum zur Selbsterkenntnis und Selbstanalyse bieten
  • Besonderes Anliegen der klientenzentrierten Gesprächsführung:
    1. Gute gegenseitige Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern; In unserem Fall
    2. zwischen Klient und Therapeut
    3. Erreichen einer stabilen, vertrauensvollen Beziehung zwischen (Ehe)Partnern, Klienten, Therapeuten
    4. Die Beziehung kann auch an Konflikten wachsen und macht diese überhaupt auf Augenhöhe möglich
  • Grundprinzipien nach Rodgers zum Aufbau einer guten Beziehung:
    1. Kongruenz = Echtheit
    2. Empathie = Einfühlungsvermögen
    3. Wertschätzung = bedingungsfreie Akzeptanz

 

Wichtig: Es handelt sich nicht um eine Gesprächstechnik – vielmehr um eine Grundhaltung

und Einstellung


Q:

Handlungsziel

A:

beschreibt, was der Klient nach mehreren Wochen oder Monaten für Handlungen ausführen kann. Sie sind dem Partizipationsziel untergeordnet und zielen mit ihrem Erreichen auf das Erreichen des Partizipationsziel ab

Q:

OPM(A)

A:

Gründung:

  • Australien
  • 1. Version 1997; Letzte Neuerung: 2014
  •  von Christine Chapparo und Judy Ranka

Assessment:

  • PRPP-Modell 
  • Perceive, Recall, Plan, Perform = Wahrnehmen, Erinnern, Planen, Ausführen 

 Beschreibung:

  • 8 Konstrukte: 
    1. Handlungsausführung
    2.  Handlungsrolle 
    3. Betätigungsbereiche 
    4. Handlungsperformance 
    5. Körper, Geist und Seele 
    6. Externe Kontext 
    7. Der Raum 
    8. Die Zeit Betont die individuelle Wahrnehmung von Raum & Zeit Beschreibt die 3 Dimensionen: Wissen, Tun & Sein/ Geist, Körper & Seele 

Vorzüge

  • Ganzheitlich, ermöglichst es dem Klienten seine Betätigungsprobleme sehr spezifisch zu benennen

Nachteile

  • Sehr komplexes Schaubild
  • Kostenpflichtiger Kurs, um Assessment anzuwenden 


Ziele

  • Erklärungen zur Komplexität der Betätigungsperformanz 
  • Darbietung einer Struktur für die ET Praxis 
  • ergotherapeutische Curricula in Australien 
  • wissenschaftlicher Beitrag zur Betätigungsperformanz

 

Schwerpunkt:

  • liegt auf der Betätigungsperformanz und geht von folgenden Vorrausetzungen aus  
    • Bezüglich der Betätigung 
    • Bezüglich der Ausführung einer Betätigung 
    • Der Mensch betrachtet sich als selbst organisierendes System


Theorie des OPM(A) 

  • Man spricht von einzelnen Konstrukten → insgesamt acht an der Zahl 
  • Es handelt ebenfalls von handelnden Menschen 
  • Die Entwickler verstehen unter Performanz die „Fähigkeit Handlungen wahrzunehmen, zu wollen, ins Gedächtnis zu rufen, zu planen und auszuführen“ (Arbeitskreis Modelle und Theorien Wien 2004, S.17) 
  • Auch in diesem Modell geht man davon aus, dass die Handlung immer eine Reaktion auf die Umwelt ist
Q:

Ergotherapeutische Methodik

A:

= Bestimmte Art des Vorgehens zum Erreichen eines angestrebten Ziels.

  • besteht aus immer wiederkehrenden Verhaltensmustern
  • man unterscheidet zwischen
    • ergebnisorientiert = klare Ausgangsposition, klares Ziel was erreicht werden soll
    • prozessorientiert = "der Weg ist das Ziel", Ziel liegt auf der Weiterentwicklung während des Prozesses


Es gibt 3 Methoden:

  • Kompetenzzentrierte Methode
  • Interaktionelle Methode
  • Ausdruckszentrierte Methode
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Q:

Was ist ein Paradigma?

A:

Eine grundsätzliche Denkweise

Q:

Johari Fenster des blinden Flecks

A:

umfasst, was nur andere über uns wissen

Q:

Johari Fenster des Unbekannten

A:

umfasst, was niemand weiß

Q:

Sinn und Zweck ergotherapeutischer Modelle

A:
  1.  Professionalisierung der Ergotherapie 
  2. Warum und Wie Therapie wirkt, wird erklärbar 
  3. Eine Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis 
  4. Eine feste Struktur und die Gewissheit den Klienten Ganzheitlich betrachtet zu haben 
  5. In einem Erstgespräch werden die wichtigsten Informationen über Person und Umwelt erhoben 
  6. Gemeinsame Sprache, vereinfacht die Kommunikation 
  7. Komplexität verdeutlichen und vereinfachen 
  8. Es wird greifbar für den Patienten und Therapeuten 
  9. Dokumentationssystem 
  10. Identifizierung des Berufsbildes 
  11. Abgrenzung von anderen Berufsgruppen wie z.B. der Physiotherapie 
  12. wissenschaftlich fundiert/ erprobt 
  13. Qualitätssicherung 
  14. das Handeln im Rahmen einer Behandlung zu definieren 
  15. das Handeln im Rahmen einer wissenschaftlichen Forschung zu reflektieren 
  16. Hilfestellung leisten für die Theorieentwicklung der ergotherapeutischen Praxis
Q:

Prozessmodelle

A:
  • OTIPM
  • CPPF
  • PEOP-ET
Q:

Bottom-Up

A:

Von der Ursache zur Partizipation

Q:

Leitlinien für die klientenzentrierte Gesprächsführung

3 Stufen der Gesprächsführung

A:

Aus den beschriebenen Grundregeln folgen Hilfestellungen bzw. Regeln, die diese Art des Gesprächs ermöglichen. 


3 Stufen der Gesprächsführung

  1. Stufe: Das verständnisvolle Zuhören Wir vermitteln das Gefühl: 
    • Ich werde verstanden 
    • Ich werde nicht bewertet, sondern akzeptierend angehört 
    • Mein Gegenüber ist an meinen Gedanken und Gefühlen interessiert 
  2. Stufe: Das Paraphrasieren = Wiederholen der Äußerungen mit eigenen Worten & Überprüfung, ob alles richtig verstanden wurde → Der Gesprächspartner hat die Möglichkeit, Gedanken und Gefühle noch deutlicher wahrzunehmen und auszudrücken  
  3. Stufe: Das Verbalisieren emotionaler Erlebnisinhalte Hierbei wird nicht der gesamte Inhalt des Gesagten wiederholt, sondern hauptsächlich die Gefühle, die hinter der Aussage stecken. Der Berater teilt mit, welches Gefühl er herausgehört hat und spiegelt dies wider. Spiegeln = Beobachtungen und Gesprächsinhalte werden nonverbal oder verbal wiederholt. Das kann eine ähnliche Körperhaltung oder auch ein Gesichtsausdruck des Therapeuten sein. Es führt dazu, dass der Klient spürt, dass sie beide in einem guten Kontakt sind.
    •  Es geht es nicht darum, dass die Einschätzung der Klienten realistisch ist. Es geht erst einmal um ihre Sichtweise und dass diese von der Therapeutin respektiert und gewürdigt wird, statt ihnen ihre Träume zu nehmen.
    • Hilfreich ist diese Methode nur, wenn die Atmosphäre entspannt und akzeptierend ist, ansonsten könnte sie Angstgefühle beim Gesprächspartner auslösen! 
    • Bei zu spürender Abwehrhaltung des Gesprächspartners: zurück zu Stufe I und II!!
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