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Lernmaterialien für 75-88: Prävention-Intervention-Wirksamkeit an der Freie Universität Berlin

Greife auf kostenlose Karteikarten, Zusammenfassungen, Übungsaufgaben und Altklausuren für deinen 75-88: Prävention-Intervention-Wirksamkeit Kurs an der Freie Universität Berlin zu.

TESTE DEIN WISSEN

75. Diskutieren Sie, ob sich Präventionsmaßnahmen im Kindes- und Jugendalter nur auf Hoch-Risiko-Kinder/-Familien beziehen sollten.

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TESTE DEIN WISSEN

Pro selektive (high-risc-only) Prävention:

  • Insbesondere im Kinder- Jugendbereich sind Risikofaktoren aber auch mögliche Behandlungsmethoden spezifischer für bestimmte Problembereiche -> Präventionsmaßnahmen auf Populationsebene möglicherweise wenig effektiv, da zu unspezifisch
  • Selbsthilfegruppeneffekt“ -> Bei high-risc-präventionsgruppe: Kindern lernen voneinander, sehen dass sie mit ihrem spezifischen Problem nicht alleine sind, etc. -> bei Präventionsmaßnahmen auf Populationsebene nicht bzw. weniger stark gegeben
  • Mitarbeit, Gruppenkohesion, Gruppenathmosphäre (etc.) ggf. in Präventionsmaßnahmen auf Populationsebene möglicherweise schlechter da viele unbetroffen sind
  • Ermöglicht zielgerichteteres, intensiveres Arbeiten an Problemen als im Vergleich mit Präventionsmaßnahmen auf Populationsebene
  • Ausgehend von pathogenen Erfolgskriterien können Maßnahmen nur bei Risikogruppen erfolgreich sein, da bei bestehenden Schutzfaktoren (bzw. keinem Risiko) keine Verbesserung im Sinne der universellen Prävention möglich ist
  • Bei Ressourcenknappheit (finanzielle, organisatorische, etc.) zuerst diejenigen behandeln mit den meisten Problemen bzw. mit dem höchsten Risiko
  • Ethisches Problem bei Experimenten mit Kontrollgruppen. Ethisch schwierig zu rechtfertigen Personen nicht an globalen Präventionsmaßnahmen teilhaben zu lassen

 

Contra selektive (high-risc-only) Prävention:

  • Insbesondere im Kinder- Jugendbereich können globale Präventionen (auf Populationsebene) schon ab dem frühen Kindesalter vor möglichen Risikobedingungen/Folgen/ Problemverhaltensweisen vorbeugen -> z.B. universelle Maßnahme zur Reduktion von risikoerhöhendem Verhalten kann ggf. dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche gar nicht erst zu Risikogruppen werden bzw. zählen.
  • Erlernte Kompetenzen können unabhängig vom individuellen Risiko auch zu späteren Zeitpunkten angewandt werden
  • Im Sinne des entwicklungsorientierten Präventionsansatzes beeinflussen frühere, positive Erfahrungen spätere Entwicklung positiv (gelungene Bewältigung von Entwicklungsaufgaben kann Erfolg späterer Entwicklungsaufgaben vorhersagen)
  • Ausbleibende Stigmatisierung und Unaufgeklärtheit (ggf. sogar Mobbing) durch universelle Präventionsmaßnahmen -> jedes Kind erhält Informationen und Kompetenzen 
  • Frühe Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen gegenüber anderen und sich selbst
  • Universelle Präventionen erhöhen die mögliche Erreichbarkeit aller Kinder -> weniger Benachteiligung z.B. von Kinder mit niedrigem sozioökonomischen Status
  • „Präventions-Paradox“: Tatsächlicher Vorteil durch universelle Prävention für einzelne Individuen gering aber auf Populationsebene werden mehr Menschen erreicht. Beispiel: Anschnallpflicht im Auto: Risiko tatsächliche einen Autounfall zu erleben recht gering. Wenn man einen Autounfall allerdings erlebt, extrem wichtig angeschnallt zu sein. Von der Anschnallpflicht „profitieren“ im klassischen Sinne daher aber nur wenige (nämlich die, die tatsächlich einen Autounfall haben). Auf Populationsebene ist es aber besser wenn mit universellen Maßnahmen wenige erreicht werden, als wenn mit hoch-Risiko-Maßnahmen alle/ die meisten (mit hohem Risiko) erreicht werden. Populationsebene (10.000.000 Menschen betroffen) mit 10% Profiteuren (1.000.000) schützt mehr als Hoch-Risiko-Maßnahme (100.000 Menschen) mit 90% Profiteuren (90.000).

Fazit: In Vorschule/Schule weisen Kinder unspezifische Risikofaktoren auf bzw. es zeigen sich erste Risikogruppen. In Schule/Jugendalter weisen Kinder dann spezifische Risikofaktoren für Auffälligkeiten auf. Somit können universelle Präventionsstrategien im frühen Kindesalter vor allem dann wirkungs- voll sein, wenn sie um selektive/indizierte Programme im Kindes- und Jugendalter ergänzt werden. So kann beispielsweise universell-präventiv mit allen Kindern und Jugendlichen einer Gruppe gearbeitet werden, zusätzlich erhalten aber die Kinder und Jugendlichen mit ersten Risikobedingungen oder ersten Symptomen (z.B. Verhaltensauffälligkeiten) intensivere Maßnahmen. 

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76. Was ist „Psychotherapie“ (mit Besonderheiten im Kindes- und Jugendalter)?

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Psychotherapie…

-  ist Hilfe zur Selbsthilfe für eine ratsuchende Person.

-  bringt durch gezielte intersubjektive Wechselwirkung im spezifischen Setting mit Hilfe von Sprache und nonverbaler Kommunikation, Veränderungspotenziale zur Entwicklung

- beruht auf einer Übereinkunft – sie hat einen Anfang und ein Ende

- verändert Erlebnisweisen, Grundstimmung und Handlungsrepertoire durch Veränderung von Einstellungen, Erfahrungen und Verhaltensformen

- wirkt – hat aber auch Nebenwirkungen und birgt Gefahren, die besonders zu beachten sind

  • Die Beeinflussung des Klienten/Patienten erfolgt nicht primär physisch oder materiell (wie bei medizinischen oder pharmakologischen Maßnahmen), sondern mit psychologischen Mitteln


  • In Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen ist besonders zu berücksichtigen, dass sie eine Behandlungsform für Schutzbefohlene ist, die oft die Tragweite ihrer eigenen Störung und die Notwendigkeit der Behandlung dieser Störung nicht in allen Dimensionen zu erkennen vermögen – und doch im Therapieprozess durch Neugier und Bindungsfaktoren sich einzulassen gewillt sind.

(Resch & Schulte-Markwort, 2008)

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86. Beschreiben Sie mögliche Behandlungsbarrieren (treatment barriers) für Präventions- und Therapiemaßnahmen im Kindes- und Jugendalter.

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Kultur/Gesellschaft -> Gemeinde -> Schule/Kindergarten -> Individuum

Kultur und Gesellschaf

  • Ostrazismus, Bestrafung usw. als anerkannte „Erziehungsmaßnahme
  • Eltern/Familie als „Rollenvorbilder“ für Kinder
  • Latente Homophobie, Fremdenfeindlichkeit
  • Gesellschaftliche Werte wie Wettbewerb, Dominanz und Individualismus
  • Mobbing/Gewalt als „notwendige Erfahrung“ in der Sozialisation
  • Opfer haben selbst Schuld“ und „dazu beigetragen“ resp. Fehlender Opferschutz
  • Mediale Darstellung der kulturellen Werte

 

--- Normen: sozial erwünschte Aussagen/Verhaltensweisen vs. Latente Einstellungen

--- Atmosphäre, in der Gewaltprävention als nicht sinnvoll angesehen wird

 

Gemeindeebene

  • Gut situaierte Gemeinden: „Prävention nicht nötig“
  • Schlecht situierte Gemeinden: Hoffnungslosigkeit, fehlende Ressourcen
  • Aktivitäten gemäß Eigeninteressen der Akteure/“Überzeugungstäter“
  • Fehlende Unterstützung durrch weitere Akteure (Freiwillige, Geldgeber etc.)
  • Fehlende Gesamtstrategie, fehlende Sachkenntnisse bei Programmauswahl etc.
  • Unterschiedliche, konkurrierende Systeme (Schul-/Bildungsressort vs. Gesundheitsressort vs. …) und Ansprechpartner

 

Institution

  • „Gewalt“ ist kein Aufgabengebiet der Schule (= Bildungseinrichtung), Verantwortungsdiffusion
  • Mangel an Personal, Belastungen durch Reformen, Mangel an Ressourcen
  • Sichtweise der Schulleitung vs. Mitarbeiter (z.B. hins. Art des Programms)
  • Abhängigkeit von Trägern
  • Fehlende Ausbildung der Lehrkräfte
  • Rechtliche Unsicherheiten hins. Handlungsmöglichkeiten

 

Individuen

  • Alle bisher aufgeführten Punkte finden Niederschlag in individuellen Sichtweisen, Werten, Einstellungen:
    1. Gewaltpäventipnsprogramme ergeben keinen Sinn“, innere Widerstände – inkl. Negative Kommentare und Aussagen gegenüber Eltern, Schülern usw.
    2. Keine Verantwortung, Situation zu verändern („Sollen doch die Eltern…“), Herunterspielen negativer Folgen von Gewalt
  • Selbst Täter oder Opfer
  • Keine Bereitschaft, Zeit und Geld zu investieren
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83. Was wissen Sie über die generelle und spezifische Wirksamkeit von Prävention?


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Meta-Analysen zur Prävention psychischer Störungen und Förderung psychischer Gesundheit fassen die Effektstärken mit durchschnittlich schwach bis mittel zusammen (0.37). 

Diese beschreiben den Unterschied zwischen KG und IG bzw. Prä-Post-Vergleichen: Mittelwert/Streuung/Stichprobe.

  • Psychische Störungen: Reichen von 0,2 (PTSD, Drogenmissbrauch, Essstörungen) bis 0,35 (Verhaltensstörungen, Suizid, Depression): schwache Effektstärken.
  • Stärkung von Ressourcen & Kompetenzen: Soziale Fertigkeiten, Elterntraining, Problemlösetraining: 0,35 bis 0,7: mittlere Effektstärken.
  • Belastungsbezogen: Trauma, Verwitwung: 0,2; Misshandlung, Scheidung, Stressmanagement: 0,35 bis 0,5; Eheprobleme, sexueller Missbrauch: 0,7 bis 0,9: diverse Effeltstärken (niedrig bis hoch)


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87. Beschreiben Sie wesentliche Gelingensbedingungen von  Präventionsmaßnahmen.

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  • Theoretisch gut begründet und empirisch abgesichert → systematisches Herangehen bei Gestaltung der Präventionsmaßnahme
  • Individuums- UND umweltzentriert (Settingübergreifend: Familie, Institutionen, Schule, Umfeld)
  • Ressourcen UND Defizite, Entwicklungsaufgaben/Transitionen ansprechen
  • Berücksichtigung multipler Risikokomponenten → multimodale Maßnahmen in Handlungsfeldern
  • Multikomponenten-Programme → Fokussierung auf mehrere Komponenten (multimethodale Prävention)
    • Variabel in der Didaktit
  • Hochstrukturiert (z.B. manualisiert)
  • Von trainierten Anleiter*innen durchgeführt und hohe Implementationsqualität
  • Ausführung der Maßnahmen über längere Zeiträume (mind. 9 Monate)
  • Wertlegung auf Beziehungspflege und Implementationsbereitschaft
  • Ergänzung universeller Maßnahmen durch selektive bzw. indizierte Maßnahmen (Bedeutung universeller Maßnahmen (Förderung emotionaler, sozialer Kompetenzen bereits im frühen Alter, allgemeine Kompetenzförderung)

 

Weitere Faktoren:

  • Kulturell angepasst
  • Berücksichtigung von individueller Bedingungen, Alter, Geschlecht, psychosozialer Entwicklung
  • Berücksichtigung der Anzahl, Intensität, Dauer risikoerhöhender Bedingungen

Betonung risikomildernder Bedingungen von Kindern, Jugendlichen, Eltern, Umfeld

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78. Was wissen Sie über die spezifische Wirksamkeit von (bestimmten) psychotherapeutischen  Interventionen im Kindes- und Jugendalter?


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Fokus seit 1980 (bis heute) auf spezifische Wirksamkeit
Wichtige Fragen: Welche Art der Psychotherapie (und welche Methode) hilft bei welcher Störung störungsspezifische Behandlungen)
Was sind Komponenten (Wirkkomponenten) einer effektiven Psychotherapie.

Empirische Wirkungsnachweise für spezifische Interventionen bei Kindern und Jugendlichen konnten

Kognitiv-behaviorale Therapieformen mittlere bis starke Effekte (.76)

  • Operante Konditionierungsverfahren: 1.69
  • Klassische Konditionierungsverfahren und Modelllernen: ca. 0.7
  • Kognitive Methoden und Elterntraining: ca. 0.6

nicht-behaviorale Therapieformen geringe bis mittlere Effekte (.35) 

  • Klientenzentrierte Methoden: 0.15
  • Psychodynamische Methoden: 0.31

und gemischte Therapieformen mittlere Effekte (.55) (im deutschsprachigen Raum konnten die Ergebnisse von Beelmann und Schneider (2003) nicht gefunden werden)

Externalisierende (.6) und internalisierende Störungen (.69) haben ungefähr gleich große Effekte durch Psychotherapie.

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79. Was beschreiben die „W’s“ in der Psychotherapieforschung?

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1. Unter welchen Bedingungen (z. B. komorbiden Auffälligkeiten, Alter, Geschlecht, familiären Bedingungen)

2. haben welche Behandlungen oder Behandlungskombinationen (Verhaltenstherapie, Elterntraining, schulzentrierte Interventionen, medikamentöse Therapie usw.)

3. welche Effekte (Verbesserung, Stabilisierung, Verschlechterung)

4. auf welche Funktionsbereiche des Kindes (kognitive Funktionen, Schulleistungen, Verhalten, körperliche Funktionen, Gleichaltrigenbeziehungen, Familienbeziehungen),

5. für wie lange (kurzzeitig, langfristig), in welchem Ausmaß (Effektstärke, Anteil der Kinder im unauffälligen versus pathologischen Bereich) und warum (Therapieprozess, Wirkmodell)

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82. Was meint „Evidence Based“? Welche Qualitätskriterien sollten in diesem Sinne Maßnahmen aufweisen (z.B. RCTs)?

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"Evidence based" bedeutet ein gewissenhafter und umsichtiger Einsatz von Maßnahmen, die sich als wirksam erwiesen haben, und das Einfließen von klinischen Erkenntnissen in der individuellen Entscheidungsfindung bei der Auswahl klinischer Interventionen. Dabei soll die individuelle Expertise des Klinikers mit den bestmöglichen, zugänglichen Befunden systematischer Forschung verbunden werden. 

Klassifikationsschema zur Bewertung der Qualität medizinischer Evidenz des US Preventive Service Task Force (1996). Als höchstes Maß medizinischer Evidenz werden kontrollierte klinische Studien angeführt.: 

  • Level 1: Es gibt ausreichende Nachweise für die Wirksamkeit aus systematischen Überblicksarbeiten über zahlreiche randomisiert-kontrollierte Studien. 
  • Level 2: Es gibt Nachweise für die Wirksamkeit aus zumindest einer randomisierten, kontrollierten Studie
  • Level 3: Es gibt Nachweise für die Wirksamkeit aus methodisch gut konzipierten Studien, ohne randomisierte Gruppenzuweisung
  • Level 4a: Es gibt Nachweis für die Wirksamkeit aus klinischen Berichten
  • Level 4b: Stellt die Meinung respektierter Experten dar, basierend auf klinischen Erfahrungswerten bzw. Berichten von Experten-Komitees. 
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84. Beschreiben Sie die einzelnen Ebenen im Transfer von Präventionsmaßnahmen in die Praxis.

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Für die gesamte Übertragung eines entwickelten Programmes in die Praxis sind nach Kliche (2010) grundsätzlich drei Stufen dieses Transfers zu unterscheiden:

1. Die Verbreitung von Wissen über ein Programm, wobei einerseits die Diffusion und die Dissemination unterschieden werden können.

a. Diffusion = die von selbst ablaufende Weitergabe von neuem Wissen über Fachmedien oder persönliche Kontakte

b. Dissemination = die gezielte Verbreitung von Informationen

2. Die Implementierung bezeichnet die in mehreren Teilschritten (bspw. Erkundung der Neuerungsbereitschaft, Einrichtung der erforderlichen Infra struktur) erfolgende Verbreitung eines neuen Programmes in die Fläche.

3. Schließlich erfolgt die Verstetigung mit dem Ziel der nachhaltigen Verankerung eines Programmes in die alltägliche Praxis.

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85. Was ist „treatment integrity“/„treatment fidelity“ und wie kann man die „treatment integrity“/„treatment fidelity“ erhöhen/verbessern?

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Grad der Übereinstimmung des in der Untersuchung geplanten mit tatsächlich durchgeführten Treatment/Intervention/therapeutischer Maßnahme

Wie kann man die „treatment integrity“/„treatment fidelity“ erhöhen/verbessern?

häufiges Feedback

⇛ interkollegiale Supervision

⇛ Unterstützung und Beratung für Nachfragen anbieten

⇛ Quiz/Verhaltensproben/Rückversicherung

⇛ ggf. erneutes Training

⇛ Videosequenzen in Schulungen verwenden

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77. Was wissen Sie über die generelle Wirksamkeit von psychotherapeutischen Interventionen im Kindes- und Jugendalter?

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Fokus auf allgemeine Wirksamkeit zwischen 1955-1995 (Ist Psychotherapie überhaupt wirksam, welche Psychotherapie ist wirksamer)

Metaanalysen von 1980-1995 zeigen, dass psychotherapeutische Interventionen im Kindes- und Jugendalter wirkungsvoll sind

  • Nach der Heuristik von Cohen (1977) liegen die Effekte im mittleren bis starken Bereich (d = .8), dies bedeutet, dass die behandelten Patient*innen im Durchschnitt weniger auffällig sind, als 79% der Patient*innen aus der unbehandelten Kontrollgruppe

Metaanalytische Vergleiche mit Psychotherapie im Erwachsenenalter ergeben, dass die Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen genauso wirkungsvoll
 Effekte sind relativ stabil (durchschnittlich über sechs Monate stabil), spezifisch (etwa doppelt so hohe Effekte, bei Hauptzielen als bei nicht fokussierten Veränderungen)

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80. Was sind „empirisch gestützte Interventionen“?

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TESTE DEIN WISSEN

- spezifische Interventionen, die sich für einzelne psychische Störungen in kontrollierten klinischen Studien und vor dem Hintergrund weiterer Anforderungskriterien wiederholt als wirksam erwiesen haben und somit als sinnvoll für die Anwendung betrachtet werden

- Überprüfung der Wirksamkeit (efficacy) bezieht sich ausschließlich auf die Intervention selbst, nicht auf weitere Einflussfaktoren

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Q:

75. Diskutieren Sie, ob sich Präventionsmaßnahmen im Kindes- und Jugendalter nur auf Hoch-Risiko-Kinder/-Familien beziehen sollten.

A:

Pro selektive (high-risc-only) Prävention:

  • Insbesondere im Kinder- Jugendbereich sind Risikofaktoren aber auch mögliche Behandlungsmethoden spezifischer für bestimmte Problembereiche -> Präventionsmaßnahmen auf Populationsebene möglicherweise wenig effektiv, da zu unspezifisch
  • Selbsthilfegruppeneffekt“ -> Bei high-risc-präventionsgruppe: Kindern lernen voneinander, sehen dass sie mit ihrem spezifischen Problem nicht alleine sind, etc. -> bei Präventionsmaßnahmen auf Populationsebene nicht bzw. weniger stark gegeben
  • Mitarbeit, Gruppenkohesion, Gruppenathmosphäre (etc.) ggf. in Präventionsmaßnahmen auf Populationsebene möglicherweise schlechter da viele unbetroffen sind
  • Ermöglicht zielgerichteteres, intensiveres Arbeiten an Problemen als im Vergleich mit Präventionsmaßnahmen auf Populationsebene
  • Ausgehend von pathogenen Erfolgskriterien können Maßnahmen nur bei Risikogruppen erfolgreich sein, da bei bestehenden Schutzfaktoren (bzw. keinem Risiko) keine Verbesserung im Sinne der universellen Prävention möglich ist
  • Bei Ressourcenknappheit (finanzielle, organisatorische, etc.) zuerst diejenigen behandeln mit den meisten Problemen bzw. mit dem höchsten Risiko
  • Ethisches Problem bei Experimenten mit Kontrollgruppen. Ethisch schwierig zu rechtfertigen Personen nicht an globalen Präventionsmaßnahmen teilhaben zu lassen

 

Contra selektive (high-risc-only) Prävention:

  • Insbesondere im Kinder- Jugendbereich können globale Präventionen (auf Populationsebene) schon ab dem frühen Kindesalter vor möglichen Risikobedingungen/Folgen/ Problemverhaltensweisen vorbeugen -> z.B. universelle Maßnahme zur Reduktion von risikoerhöhendem Verhalten kann ggf. dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche gar nicht erst zu Risikogruppen werden bzw. zählen.
  • Erlernte Kompetenzen können unabhängig vom individuellen Risiko auch zu späteren Zeitpunkten angewandt werden
  • Im Sinne des entwicklungsorientierten Präventionsansatzes beeinflussen frühere, positive Erfahrungen spätere Entwicklung positiv (gelungene Bewältigung von Entwicklungsaufgaben kann Erfolg späterer Entwicklungsaufgaben vorhersagen)
  • Ausbleibende Stigmatisierung und Unaufgeklärtheit (ggf. sogar Mobbing) durch universelle Präventionsmaßnahmen -> jedes Kind erhält Informationen und Kompetenzen 
  • Frühe Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen gegenüber anderen und sich selbst
  • Universelle Präventionen erhöhen die mögliche Erreichbarkeit aller Kinder -> weniger Benachteiligung z.B. von Kinder mit niedrigem sozioökonomischen Status
  • „Präventions-Paradox“: Tatsächlicher Vorteil durch universelle Prävention für einzelne Individuen gering aber auf Populationsebene werden mehr Menschen erreicht. Beispiel: Anschnallpflicht im Auto: Risiko tatsächliche einen Autounfall zu erleben recht gering. Wenn man einen Autounfall allerdings erlebt, extrem wichtig angeschnallt zu sein. Von der Anschnallpflicht „profitieren“ im klassischen Sinne daher aber nur wenige (nämlich die, die tatsächlich einen Autounfall haben). Auf Populationsebene ist es aber besser wenn mit universellen Maßnahmen wenige erreicht werden, als wenn mit hoch-Risiko-Maßnahmen alle/ die meisten (mit hohem Risiko) erreicht werden. Populationsebene (10.000.000 Menschen betroffen) mit 10% Profiteuren (1.000.000) schützt mehr als Hoch-Risiko-Maßnahme (100.000 Menschen) mit 90% Profiteuren (90.000).

Fazit: In Vorschule/Schule weisen Kinder unspezifische Risikofaktoren auf bzw. es zeigen sich erste Risikogruppen. In Schule/Jugendalter weisen Kinder dann spezifische Risikofaktoren für Auffälligkeiten auf. Somit können universelle Präventionsstrategien im frühen Kindesalter vor allem dann wirkungs- voll sein, wenn sie um selektive/indizierte Programme im Kindes- und Jugendalter ergänzt werden. So kann beispielsweise universell-präventiv mit allen Kindern und Jugendlichen einer Gruppe gearbeitet werden, zusätzlich erhalten aber die Kinder und Jugendlichen mit ersten Risikobedingungen oder ersten Symptomen (z.B. Verhaltensauffälligkeiten) intensivere Maßnahmen. 

Q:

76. Was ist „Psychotherapie“ (mit Besonderheiten im Kindes- und Jugendalter)?

A:

Psychotherapie…

-  ist Hilfe zur Selbsthilfe für eine ratsuchende Person.

-  bringt durch gezielte intersubjektive Wechselwirkung im spezifischen Setting mit Hilfe von Sprache und nonverbaler Kommunikation, Veränderungspotenziale zur Entwicklung

- beruht auf einer Übereinkunft – sie hat einen Anfang und ein Ende

- verändert Erlebnisweisen, Grundstimmung und Handlungsrepertoire durch Veränderung von Einstellungen, Erfahrungen und Verhaltensformen

- wirkt – hat aber auch Nebenwirkungen und birgt Gefahren, die besonders zu beachten sind

  • Die Beeinflussung des Klienten/Patienten erfolgt nicht primär physisch oder materiell (wie bei medizinischen oder pharmakologischen Maßnahmen), sondern mit psychologischen Mitteln


  • In Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen ist besonders zu berücksichtigen, dass sie eine Behandlungsform für Schutzbefohlene ist, die oft die Tragweite ihrer eigenen Störung und die Notwendigkeit der Behandlung dieser Störung nicht in allen Dimensionen zu erkennen vermögen – und doch im Therapieprozess durch Neugier und Bindungsfaktoren sich einzulassen gewillt sind.

(Resch & Schulte-Markwort, 2008)

Q:

86. Beschreiben Sie mögliche Behandlungsbarrieren (treatment barriers) für Präventions- und Therapiemaßnahmen im Kindes- und Jugendalter.

A:

Kultur/Gesellschaft -> Gemeinde -> Schule/Kindergarten -> Individuum

Kultur und Gesellschaf

  • Ostrazismus, Bestrafung usw. als anerkannte „Erziehungsmaßnahme
  • Eltern/Familie als „Rollenvorbilder“ für Kinder
  • Latente Homophobie, Fremdenfeindlichkeit
  • Gesellschaftliche Werte wie Wettbewerb, Dominanz und Individualismus
  • Mobbing/Gewalt als „notwendige Erfahrung“ in der Sozialisation
  • Opfer haben selbst Schuld“ und „dazu beigetragen“ resp. Fehlender Opferschutz
  • Mediale Darstellung der kulturellen Werte

 

--- Normen: sozial erwünschte Aussagen/Verhaltensweisen vs. Latente Einstellungen

--- Atmosphäre, in der Gewaltprävention als nicht sinnvoll angesehen wird

 

Gemeindeebene

  • Gut situaierte Gemeinden: „Prävention nicht nötig“
  • Schlecht situierte Gemeinden: Hoffnungslosigkeit, fehlende Ressourcen
  • Aktivitäten gemäß Eigeninteressen der Akteure/“Überzeugungstäter“
  • Fehlende Unterstützung durrch weitere Akteure (Freiwillige, Geldgeber etc.)
  • Fehlende Gesamtstrategie, fehlende Sachkenntnisse bei Programmauswahl etc.
  • Unterschiedliche, konkurrierende Systeme (Schul-/Bildungsressort vs. Gesundheitsressort vs. …) und Ansprechpartner

 

Institution

  • „Gewalt“ ist kein Aufgabengebiet der Schule (= Bildungseinrichtung), Verantwortungsdiffusion
  • Mangel an Personal, Belastungen durch Reformen, Mangel an Ressourcen
  • Sichtweise der Schulleitung vs. Mitarbeiter (z.B. hins. Art des Programms)
  • Abhängigkeit von Trägern
  • Fehlende Ausbildung der Lehrkräfte
  • Rechtliche Unsicherheiten hins. Handlungsmöglichkeiten

 

Individuen

  • Alle bisher aufgeführten Punkte finden Niederschlag in individuellen Sichtweisen, Werten, Einstellungen:
    1. Gewaltpäventipnsprogramme ergeben keinen Sinn“, innere Widerstände – inkl. Negative Kommentare und Aussagen gegenüber Eltern, Schülern usw.
    2. Keine Verantwortung, Situation zu verändern („Sollen doch die Eltern…“), Herunterspielen negativer Folgen von Gewalt
  • Selbst Täter oder Opfer
  • Keine Bereitschaft, Zeit und Geld zu investieren
Q:

83. Was wissen Sie über die generelle und spezifische Wirksamkeit von Prävention?


A:

Meta-Analysen zur Prävention psychischer Störungen und Förderung psychischer Gesundheit fassen die Effektstärken mit durchschnittlich schwach bis mittel zusammen (0.37). 

Diese beschreiben den Unterschied zwischen KG und IG bzw. Prä-Post-Vergleichen: Mittelwert/Streuung/Stichprobe.

  • Psychische Störungen: Reichen von 0,2 (PTSD, Drogenmissbrauch, Essstörungen) bis 0,35 (Verhaltensstörungen, Suizid, Depression): schwache Effektstärken.
  • Stärkung von Ressourcen & Kompetenzen: Soziale Fertigkeiten, Elterntraining, Problemlösetraining: 0,35 bis 0,7: mittlere Effektstärken.
  • Belastungsbezogen: Trauma, Verwitwung: 0,2; Misshandlung, Scheidung, Stressmanagement: 0,35 bis 0,5; Eheprobleme, sexueller Missbrauch: 0,7 bis 0,9: diverse Effeltstärken (niedrig bis hoch)


Q:

87. Beschreiben Sie wesentliche Gelingensbedingungen von  Präventionsmaßnahmen.

A:
  • Theoretisch gut begründet und empirisch abgesichert → systematisches Herangehen bei Gestaltung der Präventionsmaßnahme
  • Individuums- UND umweltzentriert (Settingübergreifend: Familie, Institutionen, Schule, Umfeld)
  • Ressourcen UND Defizite, Entwicklungsaufgaben/Transitionen ansprechen
  • Berücksichtigung multipler Risikokomponenten → multimodale Maßnahmen in Handlungsfeldern
  • Multikomponenten-Programme → Fokussierung auf mehrere Komponenten (multimethodale Prävention)
    • Variabel in der Didaktit
  • Hochstrukturiert (z.B. manualisiert)
  • Von trainierten Anleiter*innen durchgeführt und hohe Implementationsqualität
  • Ausführung der Maßnahmen über längere Zeiträume (mind. 9 Monate)
  • Wertlegung auf Beziehungspflege und Implementationsbereitschaft
  • Ergänzung universeller Maßnahmen durch selektive bzw. indizierte Maßnahmen (Bedeutung universeller Maßnahmen (Förderung emotionaler, sozialer Kompetenzen bereits im frühen Alter, allgemeine Kompetenzförderung)

 

Weitere Faktoren:

  • Kulturell angepasst
  • Berücksichtigung von individueller Bedingungen, Alter, Geschlecht, psychosozialer Entwicklung
  • Berücksichtigung der Anzahl, Intensität, Dauer risikoerhöhender Bedingungen

Betonung risikomildernder Bedingungen von Kindern, Jugendlichen, Eltern, Umfeld

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Q:

78. Was wissen Sie über die spezifische Wirksamkeit von (bestimmten) psychotherapeutischen  Interventionen im Kindes- und Jugendalter?


A:

Fokus seit 1980 (bis heute) auf spezifische Wirksamkeit
Wichtige Fragen: Welche Art der Psychotherapie (und welche Methode) hilft bei welcher Störung störungsspezifische Behandlungen)
Was sind Komponenten (Wirkkomponenten) einer effektiven Psychotherapie.

Empirische Wirkungsnachweise für spezifische Interventionen bei Kindern und Jugendlichen konnten

Kognitiv-behaviorale Therapieformen mittlere bis starke Effekte (.76)

  • Operante Konditionierungsverfahren: 1.69
  • Klassische Konditionierungsverfahren und Modelllernen: ca. 0.7
  • Kognitive Methoden und Elterntraining: ca. 0.6

nicht-behaviorale Therapieformen geringe bis mittlere Effekte (.35) 

  • Klientenzentrierte Methoden: 0.15
  • Psychodynamische Methoden: 0.31

und gemischte Therapieformen mittlere Effekte (.55) (im deutschsprachigen Raum konnten die Ergebnisse von Beelmann und Schneider (2003) nicht gefunden werden)

Externalisierende (.6) und internalisierende Störungen (.69) haben ungefähr gleich große Effekte durch Psychotherapie.

Q:

79. Was beschreiben die „W’s“ in der Psychotherapieforschung?

A:

1. Unter welchen Bedingungen (z. B. komorbiden Auffälligkeiten, Alter, Geschlecht, familiären Bedingungen)

2. haben welche Behandlungen oder Behandlungskombinationen (Verhaltenstherapie, Elterntraining, schulzentrierte Interventionen, medikamentöse Therapie usw.)

3. welche Effekte (Verbesserung, Stabilisierung, Verschlechterung)

4. auf welche Funktionsbereiche des Kindes (kognitive Funktionen, Schulleistungen, Verhalten, körperliche Funktionen, Gleichaltrigenbeziehungen, Familienbeziehungen),

5. für wie lange (kurzzeitig, langfristig), in welchem Ausmaß (Effektstärke, Anteil der Kinder im unauffälligen versus pathologischen Bereich) und warum (Therapieprozess, Wirkmodell)

Q:

82. Was meint „Evidence Based“? Welche Qualitätskriterien sollten in diesem Sinne Maßnahmen aufweisen (z.B. RCTs)?

A:

"Evidence based" bedeutet ein gewissenhafter und umsichtiger Einsatz von Maßnahmen, die sich als wirksam erwiesen haben, und das Einfließen von klinischen Erkenntnissen in der individuellen Entscheidungsfindung bei der Auswahl klinischer Interventionen. Dabei soll die individuelle Expertise des Klinikers mit den bestmöglichen, zugänglichen Befunden systematischer Forschung verbunden werden. 

Klassifikationsschema zur Bewertung der Qualität medizinischer Evidenz des US Preventive Service Task Force (1996). Als höchstes Maß medizinischer Evidenz werden kontrollierte klinische Studien angeführt.: 

  • Level 1: Es gibt ausreichende Nachweise für die Wirksamkeit aus systematischen Überblicksarbeiten über zahlreiche randomisiert-kontrollierte Studien. 
  • Level 2: Es gibt Nachweise für die Wirksamkeit aus zumindest einer randomisierten, kontrollierten Studie
  • Level 3: Es gibt Nachweise für die Wirksamkeit aus methodisch gut konzipierten Studien, ohne randomisierte Gruppenzuweisung
  • Level 4a: Es gibt Nachweis für die Wirksamkeit aus klinischen Berichten
  • Level 4b: Stellt die Meinung respektierter Experten dar, basierend auf klinischen Erfahrungswerten bzw. Berichten von Experten-Komitees. 
Q:

84. Beschreiben Sie die einzelnen Ebenen im Transfer von Präventionsmaßnahmen in die Praxis.

A:

Für die gesamte Übertragung eines entwickelten Programmes in die Praxis sind nach Kliche (2010) grundsätzlich drei Stufen dieses Transfers zu unterscheiden:

1. Die Verbreitung von Wissen über ein Programm, wobei einerseits die Diffusion und die Dissemination unterschieden werden können.

a. Diffusion = die von selbst ablaufende Weitergabe von neuem Wissen über Fachmedien oder persönliche Kontakte

b. Dissemination = die gezielte Verbreitung von Informationen

2. Die Implementierung bezeichnet die in mehreren Teilschritten (bspw. Erkundung der Neuerungsbereitschaft, Einrichtung der erforderlichen Infra struktur) erfolgende Verbreitung eines neuen Programmes in die Fläche.

3. Schließlich erfolgt die Verstetigung mit dem Ziel der nachhaltigen Verankerung eines Programmes in die alltägliche Praxis.

Q:

85. Was ist „treatment integrity“/„treatment fidelity“ und wie kann man die „treatment integrity“/„treatment fidelity“ erhöhen/verbessern?

A:

Grad der Übereinstimmung des in der Untersuchung geplanten mit tatsächlich durchgeführten Treatment/Intervention/therapeutischer Maßnahme

Wie kann man die „treatment integrity“/„treatment fidelity“ erhöhen/verbessern?

häufiges Feedback

⇛ interkollegiale Supervision

⇛ Unterstützung und Beratung für Nachfragen anbieten

⇛ Quiz/Verhaltensproben/Rückversicherung

⇛ ggf. erneutes Training

⇛ Videosequenzen in Schulungen verwenden

Q:

77. Was wissen Sie über die generelle Wirksamkeit von psychotherapeutischen Interventionen im Kindes- und Jugendalter?

A:

Fokus auf allgemeine Wirksamkeit zwischen 1955-1995 (Ist Psychotherapie überhaupt wirksam, welche Psychotherapie ist wirksamer)

Metaanalysen von 1980-1995 zeigen, dass psychotherapeutische Interventionen im Kindes- und Jugendalter wirkungsvoll sind

  • Nach der Heuristik von Cohen (1977) liegen die Effekte im mittleren bis starken Bereich (d = .8), dies bedeutet, dass die behandelten Patient*innen im Durchschnitt weniger auffällig sind, als 79% der Patient*innen aus der unbehandelten Kontrollgruppe

Metaanalytische Vergleiche mit Psychotherapie im Erwachsenenalter ergeben, dass die Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen genauso wirkungsvoll
 Effekte sind relativ stabil (durchschnittlich über sechs Monate stabil), spezifisch (etwa doppelt so hohe Effekte, bei Hauptzielen als bei nicht fokussierten Veränderungen)

Q:

80. Was sind „empirisch gestützte Interventionen“?

A:

- spezifische Interventionen, die sich für einzelne psychische Störungen in kontrollierten klinischen Studien und vor dem Hintergrund weiterer Anforderungskriterien wiederholt als wirksam erwiesen haben und somit als sinnvoll für die Anwendung betrachtet werden

- Überprüfung der Wirksamkeit (efficacy) bezieht sich ausschließlich auf die Intervention selbst, nicht auf weitere Einflussfaktoren

75-88: Prävention-Intervention-Wirksamkeit

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