Turnaround Management an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management

Karteikarten und Zusammenfassungen für Turnaround Management an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management

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Beispielhafte Karteikarten für Turnaround Management an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management auf StudySmarter:

Nennen Sie fünf organisatorische Maßnahmen, durch die sich die Liquiditätssituation im Unternehmen verbessern lässt und erläutern Sie diese. 

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Erklären Sie detailliert den idealtypischen Verlauf einer Unternehmenskrise.

Beispielhafte Karteikarten für Turnaround Management an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management auf StudySmarter:

Welche Möglichkeiten bestehen, ein Unternehmen im gerichtlichen Insolvenzverfahren zu sanieren?

Beispielhafte Karteikarten für Turnaround Management an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management auf StudySmarter:

Nennen Sie die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Restrukturierung und Sanierung und nennen Sie die wesentlichen Insolvenzgründe.

Beispielhafte Karteikarten für Turnaround Management an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management auf StudySmarter:

Was ist ein Turnaround Manager und was sind seine wesentlichen Aufgaben?

Beispielhafte Karteikarten für Turnaround Management an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management auf StudySmarter:

Nennen Sie vier Maßnahmen, durch die mittels Verkauf von Vermögensgegenständen die Liquiditätssituation im Unternehmen verbessert wird.


Beispielhafte Karteikarten für Turnaround Management an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management auf StudySmarter:

Nennen Sie Tatbestände die zu einer Haftung des Geschäftsführers führen. Wem gegenüber haftet der Geschäftsführer?

Beispielhafte Karteikarten für Turnaround Management an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management auf StudySmarter:

Erklären Sie die vier Phasen des Produktes/Unternehmenslebenszyklus.

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Beschreiben Sie detailliert den Ablauf des Insolvenzverfahrens vom Antrag bis zur Eröffnung.

Beispielhafte Karteikarten für Turnaround Management an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management auf StudySmarter:

Beschreibung eines praktischen Beispiels aus der Vorlesung

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Nennen Sie fünf Eigenkapital-Maßnahmen, durch die sich die Liquiditätssituation im Unternehmen verbessern lässt und erläutern Sie diese.

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Erklären Sie das Risikomanagementsystem.

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Beispielhafte Karteikarten für Turnaround Management an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management auf StudySmarter:

Turnaround Management

Nennen Sie fünf organisatorische Maßnahmen, durch die sich die Liquiditätssituation im Unternehmen verbessern lässt und erläutern Sie diese. 

1. Verschiebung von Investitionen 


  • Prüfung welche Investitionen in die Zukunft verlegt werden können
  • Durch Verschiebung von Investitionen werden finanzielle Mittel frei die für notwendige Zahlungen verwendet werden können
  • es ist zu prüfen ob eine Verschiebung von Investitionen Risiken birgt z.B. hohe Reparaturaufwendungen für Maschinen


2. Verbesserung Forderungsmanagement


Methoden zur Verbesserung: 


  • Strengere Auswahl der Kunden denen Lieferantenkredite gewährt werden
  • Einschränkung der gewährten Lieferantenkredite
  • Strengere Auswahl der Kunden hinsichtlich ihrer Bonität, Kredit- u. Forderungsausfallversicherung
  • Besseres Mahn-/Inkassowesen


3. Lageroptimierung


  • Ziel: Verringerung der Lagerbestände z.B. durch Just-in-time-Lieferung oder Übertragung des Lagers auf Lieferanten
  • Zwischenlager zur Verringerung -> Verbesserung der Ablauforganisation im Unternehmen
  • Bessere Anpassung der Mengen an das Kaufverhalten der Kunden
  • Verkauf von schwer verkäuflicher Ware zu geringen Preisen


4. Outsourcing


  • Übertragung von Tätigkeiten der eigenen Mitarbeiter auf externe Unternehmen wie z.B. Tochterfirmen oder Zeitarbeitsfirmen
  • Auslagerung der Tätigkeit an externe Unternehmen, die Arbeiten kostengünstiger ausführen


5. Verbesserung des Raummanagements


  • Verringerung von Räumen durch dichtere Besetzung von Mitarbeitern / Maschinen
  • Verringerung der Raumkosten durch Umzug in Räume mit niedrigeren Mietzahlungen
  • Kündigung von Mietverträgen für ungenutzte Räume
  • Vermietung ungenutzter Räume
  • Erhöhung der Mieteinnahmen

Turnaround Management

Erklären Sie detailliert den idealtypischen Verlauf einer Unternehmenskrise.

Zeitablauf:
Unternehmenskrisen bauen sich systematisch auf. Es gibt vier Phasen:

1. Strategische Krise (Verlust von Wettbewerbsvorteilen)
- schwer zu erkennen, da finanzielle Kennzahlen keine Hinweise geben, die Strategie richtig sein kann, jedoch die Umsetzung schlecht gemacht wird oder auch die Zukunftsbeurteilung unterschiedlich ausfallen kann
- eine strategische Neupositionierung ist hier notwendig
- Signale für eine strategische Krise z.B. Abnehmende Marktanteile, sinkende Kundenzufriedenheit, neue Substitute zum eigenem Produkt und Qualitätsprobleme

2. Ergebniskrise (Verschlechterung der Ergebnis- und Finanzsituation)
- Verschlechterung der Kennzahlen, z.B. von EBIT, EBITDA, ROE et., stetiger Aufbau Verbindlichkeiten

3. Liquiditätskrise (Verfehlung von Vorgaben der Eigentümer und Finanziers)
- Das Unternehmen ist am Markt kaum noch handlungsfähig
- Verbindlichkeiten können nicht ausgeglichen werden
- Warenlieferungen nur gegen Vorkasse
- Bankenkredite werden in dieser Phase nicht mehr gewährt

4. Insolvenz durch Überschuldung oder Illiquidität
Erläuterungen:
Der Handlungsdruck steigt in jeder Phase an und die Handlungsspielräume werden im weiteren Phasenverlauf immer mehr eingeschränkt. Ab einem gewissen Punkt ist die Krise für das Unternehmen nicht mehr aus eigener Kraft zu bewältigen.

Zu Beginn der Krise sind Ursachen zu erkennen und Handlungsspielräume noch vorhanden um Ursachen zu beheben. Im Zeitablauf werden Symptome (z.B. Mahnbescheide, Vorkasse, Lohnrückstände, Steuerrückstände) immer deutlicher und die eigentliche Ursache immer weniger erkennbar.

Turnaround Management

Welche Möglichkeiten bestehen, ein Unternehmen im gerichtlichen Insolvenzverfahren zu sanieren?

Eine Sanierung kann im Rahmen des Insolvenzplanverfahrens vorgenommen werden

Ziel: bessere Verwertungsergebnisse als bei Zerschlagung

Der Insolvenzplan wir durch den Schuldner, Insolvenzverwalter oder die Gläubigerversammlung vorgelegt. Ziel ist es, die Ertragskraft des Unternehmens wiederherzustellen und Gläubigeransprüche aus zukünftigen Überschüssen zu befriedigen.

Es gibt zwei Bestandteile im Gerichtlichen Insolvenzverfahren:

Darstellenden und Gestaltenden Teil


Darstellender Teil:
Beschreibung geplanter wirtschaftlicher Maßnahmen:
Umstrukturierung in den Bereichen
- Produktion
- Management
- Vertrieb
-> Sanierungsplan


Gestaltender Teil:
- Regelung der Gläubigerbeteiligung an der Sanierung
(Einteilung in absonderungsberechtigte Gläubiger, Klein- und Großgläubiger
- Festlegung des Forderungsverzichts
- Festlegung des Zahlungsplans
-> Finanzplan


Vorteile des gerichtlichen Insolvenzverfahrens:
- Schuldner kann ggf. Eigentümer des Unternehmens bleiben
- Größeres Mitbestimmungsrecht für Gläubiger
- Verlustvorträge können gesichert werden
- Positive PR
- Kontinuität des Unternehmens ist möglich
- Erhalt von Lieferanten
- Höhere Quoten
- Schnellere Auszahlung


Nachteile des gerichtlichen Insolvenzverfahrens:
- Einmaliger Forderungsverzicht; meist keine grundlegende Sanierung
- Gläubigerversammlung entscheidet nicht über den Abbau von Mitarbeitern
- Einigung mit Betriebsrat ist erforderlich
- Sanierungsgewinne sind steuerpflichtig


Sanierung im außergerichtlichen Verfahren:

Im außergerichtlichen Verfahren bilden Gespräche mit den Gläubigern die Grundlage. Das Unternehmen strebt einen teilweisen Forderungsverzicht an, um eine Verbesserung des Verschuldungsgrad zu erreichen. Den Gläubigern wird eine Quote zum Ausgleich der offenen
Forderungen geboten. Lassen sich die Gläubiger nicht auf einen Forderungsverzicht ein, besteht noch die Möglichkeit ein Moratorium zu erreichen.


Vorteile des außergerichtlichen Insolvenzverfahrens:
- keine anfallenden Gerichts- und Verwaltungskosten
- Verfahren ist nicht öffentlich


Nachteile des außergerichtlichen Insolvenzverfahrens:
- i.d.R. schwieriger durchzusetzen, da alle Gläubiger zustimmen müssen
- Extremer Zeitdruck von max. drei Wochen, da sonst Insolvenzverschleppung eintritt

Turnaround Management

Nennen Sie die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Restrukturierung und Sanierung und nennen Sie die wesentlichen Insolvenzgründe.

Sanierung:

= Sammelbegriff für alle Maßnahmen innerhalb einer Unternehmenskrise zur Wiederherstellung existenzerhaltender Gewinne. Der Sanierungsbegriff vereint alle betriebswirtschaftlichen, steuerlichen und rechtlichen Maßnahmen der Problembewältigung. Die Sanierung und das Sanierungsmanagement kann als Kernkompetenz des Consultings verstanden werden. Unter Sanierung versteht man die Gesamtheit der Maßnahmen zur Gesundung eines Unternehmens. Sie sollte nur dann versucht werden, wenn begründete Aussicht auf Erfolg besteht.


Restrukturierung:

Restrukturierung wird oft synonym verwendet. Eine Restrukturierung bzw. Reorganisation eines Unternehmens setzt jedoch keine Krise voraus, sondern kann auch im Rahmen des "üblichen" strategischen Managements erfolgen, um das Unternehmen langfristig gewinnträchtiger zu machen. 


Die Grenzen zwischen Sanierung und Restrukturierung sind fließend: 


Sanierung = Sofortmaßnahmen Restrukturierung = kontinuierliche Ausrichtung auf ein neues UN-Konzept 


Wesentlichen Insolvenzgründe: 

  • Zahlungsunfähigkeit § 17 (2) S.1 InsO 
  • Überschuldung § 19 (2) S.1 InsO
  • Drohende Zahlungsunfähigkeit § 18 InsO

Turnaround Management

Was ist ein Turnaround Manager und was sind seine wesentlichen Aufgaben?

Ein Turnaround Manager ist ein Manager, der auf die Beseitigung von schweren Unternehmenskrisen und die nachhaltige Sicherung der Unternehmensfortführung spezialisiert ist. 


Anforderungen: 

Große Erfahrungen im Turnaround, juristisches und betriebswirtschaftliches Spezialwissen im Bereich der außergerichtlichen und gerichtlichen Sanierung von Unternehmen, Branchenkenntnisse, Kreativität, Verhandlungsgeschick


Er ist angewiesen auf das Vertrauen der Gläubiger, schnelle Entscheidungen und Umsetzungen sowie den Erhalt aller relevanten Informationen.  


Wesentliche Aufgaben: 

  • alle zielgerichteten Maßnahmen zur Beseitigung der Krise und Sicherung der Unternehmensfortführung
  • Wiederherstellung des Kapitals, Vermeidung weiter Verluste, Schaffung gewinnbringender Umsätze, Schaffung ausreichender Liquidität 


Dazu gehören z.B. Gespräche bzw. Verhandlungen mit Gläubigern, detaillierte Bestandsaufnahme zur Prüfung der Sanierungsfähigkeit des Unternehmens, strategische Neuausrichtung des Unternehmens, Prüfung und Umsetzung von Maßnahmen zur Liquiditätsbeschaffung, Steigerung der Ertragskraft des Unternehmens.  

Turnaround Management

Nennen Sie vier Maßnahmen, durch die mittels Verkauf von Vermögensgegenständen die Liquiditätssituation im Unternehmen verbessert wird.


1. Reduktion der Kapitalbindung: 

  • Reduktion des UV: Beschleunigung der Durchlaufzeiten; Abbau von UV 
  • Reduktion des AV: Verkauf von nicht betriebsnotwendigen Vermögen, Beteiligungen, Tochtergesellschaften und Immobilien
  • Umfinanzierung: Z.B. verzinsliches Kapital zu nicht verzinsliches Kapital oder Eigenkapital umwandeln


2. Verkauf von betriebsnotwendigen Vermögensgegenständen:

  • Rückmietkauf, Sonderform des Leasings: Verkauf einer Immobilie an eine Leasinggesellschaft und gleichzeitiges Zurückleasen zur weiteren Nutzung 
  • Vorteile: Aufdecken von stillen Reserven im AV; kurzfristige Erhöhung der Liquidität durch Kapitalfreisetzung 
  • Nachteile: Laufende Zahlungen der Leasingraten; Abgabe des Eigentumsrechts, wodurch an zukünftigen Wertsteigerungen nicht mehr partizipiert werden kann 


3. Verkauf von nicht betriebsnotwendigen Vermögensgegenständen: 

  • Vermögensgegenstände, die nicht mehr für die Tätigkeit des Unternehmens benötigt werden können verkauft werden 
  • Sollte es am Ende der Sanierung nicht mehr im Unternehmen geben
  • Teils schwere Entscheidung; weniger zur schnellen Liquiditätsverbesserung geeignet


4. Verkauf von Unternehmensteilen zur Kapitalfreisetzung: 

  • Schlechte Verhandlungsbasis, da der Preis durch die Notsituation gedrückt wird
  • Wird ein Geschäftsbereich oder ein Produktsegment noch gebraucht, darf dieser nicht verkauft, sondern muss saniert werden

 


Turnaround Management

Nennen Sie Tatbestände die zu einer Haftung des Geschäftsführers führen. Wem gegenüber haftet der Geschäftsführer?

Haftung wegen fehlerhafter Gründung:
- falsche Angaben gegenüber dem HR in Zusammenhang mit der Gründung
- Schädigung der Gesellschafter, z.B. durch nichtwerthaltige Einlagen


Haftung wegen Insolvenzverschleppung
- Beantragung zu spät, muss unverzüglich, spätestens drei Wochen nach Eintritt des Grundes erfolgen
- keine Pflichtverletzung bei Einholung eines kompetenten Rechtsrats mit dem Ergebnis, dass kein Insolvenzgrund vorliegt


Haftung für Zahlungen in der Krise
- Geschäftsführer sind der Gesellschaft zum Ersatz von Zahlungen verpflichtet, die nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung geleistet wurden
- Zulässig sind nur Zahlungen, die auch ein vorläufiger Insolvenzverwalter vorgenommen hätte
- Haftung besteht auch, wenn eine Verbindlichkeit beglichen wird


Haftung für nicht abgeführte SV-Beiträge
- Beträge sind auf alle geschuldeten Löhne zu entrichten, auch wenn diese nicht ausbezahlt wurden


Haftung für nicht abgeführte Steuern
- Lohnsteuer wird nicht in voller Höhe nur auf gezahlte Löhne geschuldet
- Zahlungen an Arbeitnehmer sollten bei Liquiditätsengpässen gekürzt werden, um Mittel für die Lohnsteuer zur Verfügung zu haben


Haftung wegen Untreue
- Führung schwarzer Kassen
- Aufhebung eines Gewinnabführungsvertrages zur Unzeit

Turnaround Management

Erklären Sie die vier Phasen des Produktes/Unternehmenslebenszyklus.

Einführung:

  • Umsätze steigen allmählich, aber aufgrund vorangegangener Kosten noch keine Gewinne 
  • Markt entscheidet, ob das Produkt/Unternehmen überhaupt angenommen wird; Imageaufbau


Wachstum: 

  • Obwohl die Ausgaben anhaltend hoch sind, werden erstmals Gewinne erzielt, d.h. der Break-Even-Point erreicht, die Erlöse gleichen also die Kosten aus 
  • Phase ist von starkem Wachstum gekennzeichnet; Trittbrettfahrer werden aufmerksam


Reife: 

  • Die profitabelste und meist auch die längste Marktphase; beinhaltet Umsatz- bzw. Gewinnmaximum 
  • Aufgrund der zunehmenden Konkurrenz sinken die Gewinne zum Ende der Phase
  • Hoher Marktanteil kann durch Marketing oder Produktvariationen gesichert/ausgebaut werden


Sättigung: 

  • Kein Marktwachstum mehr; Umsätze und Gewinne gehen zurück 
  • Dem Fall kann durch Verbesserungen entgegengewirkt werden, bis hin zum erneuten Anstieg

Turnaround Management

Beschreiben Sie detailliert den Ablauf des Insolvenzverfahrens vom Antrag bis zur Eröffnung.

Das Insolvenzverfahren wird nur auf schriftlichen Antrag eröffnet. Antragsberechtigt sind die Gläubiger und der Schuldner (Inhaber einer Unternehmung, Geschäftsführer, Vorstand.) Der Schuldner muss bei der Antragsstellung ein Verzeichnis der Gläubigerübersicht und ihrer Forderungen beifügen (§ 13 InsO). 


Der Antrag eines Gläubigers ist zulässig, wenn der Gläubiger ein rechtliches Interesse an der Eröffnung des Insolvenzverfahrens hat und seine Forderung und den Eröffnungsgrund glaubhaft macht (§ 14 InsO). 


Der Antrag eines Schuldners (juristische Person) ist verpflichtend, wenn er zahlungsunfähig ist, d.h. weniger als 90 % seiner fälligen Verbindlichkeiten begleichen kann (§ 17 InsO). Natürliche Personen sind nicht verpflichtet, einen Insolvenzantrag zu stellen, wenn sie zahlungsunfähig sind. 


Juristische Personen müssen gemäß § 19 InsO Insolvenz anmelden, wenn sie überschuldet sind, d.h., dass das Vermögen des Schuldners kleiner ist, als seine Verbindlichkeiten. Überschuldung ist nur ein Insolvenzgrund für juristische Personen. 


Der Antrag ist unverzüglich, ohne schuldhaftes Verzögern, allerdings spätestens drei Wochen nach Eintritt des Insolvenzgrundes (Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung) zu stellen. 


Der Schuldner kann einen Insolvenzantrag stellen, wenn gemäß § 18 InsO drohende Zahlungsunfähigkeit vorliegt. Dies bedeutet, dass der Schuldner in der Zukunft voraussichtlich nicht mehr in der Lage sein wird, alle fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen. Die drohende Zahlungsunfähigkeit wird jedoch vorab durch einen Gutachtenauftrag durch das Insolvenzgericht überprüft. 


Örtlich zuständig ist ausschließlich das Insolvenzgericht, in dessen Bezirk der Schuldner seinen Gerichtsstand hat (§ 3 InsO). 


Das Insolvenzgericht hat alle Maßnahmen zu treffen, die erforderlich erscheinen, um bis zur Entscheidung über den Antrag eine den Gläubigern nachteilige Veränderung in der Vermögenslage des Schuldners zu verhüten bzw. zu verhindern. 


Zu diesen Maßnahmen gehören: 


  • Einsetzen eines vorläufigen Insolvenzverwalters (§ 21 InsO) 
  • Einsetzen eines vorläufigen Gläubigerausschusses 
  • Auferlegen eines Verfügungsverbotes 
  • Untersagen der Zwangsvollstreckung gegen den Schuldner 
  • Anordnung einer Postsperre 
  • Vorführung des Schuldners (bei juristischer Person: Geschäftsführer, Vorstand)


Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens setzt voraus, dass ein Eröffnungsgrund gegeben ist. Bei Vorliegen eines Eröffnungsgrundes (Zahlungsunfähigkeit, Überschuldung, drohende Zahlungsunfähigkeit) wird das Insolvenzverfahren eröffnet, sofern die Insolvenzmasse zur Deckung der Massekosten ausreicht. 


Der Insolvenzantrag wird abgewiesen mangels Masse oder Nichtvorliegen eines Insolvenzgrundes.  

Turnaround Management

Beschreibung eines praktischen Beispiels aus der Vorlesung

Beispiel: Insolvenz von Praktiker 


Zur Erreichung eines erfolgreichen Turnarounds bedarf es einer rechtzeitigen Krisenerkennung und Beseitigung: 


1. Krise erkennen 

Praktiker erkannte erst nach vier Jahren, dass Rabattaktionen (20% auf alles) zu Umsatzverlusten führten (2005 ± 2009). Im Jahre 2011 wurde Thomas Fox als Sanierer eingestellt. 


2. Krise beseitigen 

Realität: Praktiker hat es nicht geschafft und musste Insolvenz anmelden. Die Insolvenz führte letztendlich zur Schließung aller Praktiker-Märkte. 


Alternativer Weg aus der Unternehmenskrise:


In einer früheren Phase der Krise hätte die Rabattaktion beendet werden müssen. Wie die Konkurrenz hätte man den Fokus auf Sortimentsdifferenzierung (Qualität und Service) legen können. 


Praktiker hätte unter dem Namen des deutlich besser laufenden  Tochterunternehmens "Max Bahr" firmieren können. Zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage wäre es ratsam gewesen, schlecht laufende Märkte zu schließen und gut laufende Filialen zu fördern (vgl. Strategische Restrukturierung im Turnaround Management Prozess).

Turnaround Management

Nennen Sie fünf Eigenkapital-Maßnahmen, durch die sich die Liquiditätssituation im Unternehmen verbessern lässt und erläutern Sie diese.

1. Kapitalerhöhung durch Gesellschafter

Erhöhung des Eigenkapitals durch die Gesellschafter selbst. Vorteile: Unabhängigkeit bleibt
bestehen, Signal für Außenstehende erzeugt Vertrauen in die Sanierung des Unternehmens,
Banken können Kredit von Höhe der Kapitalerhöhung abhängig machen

2. Kapitalerhöhung durch Aufnahme neuer Gesellschafter
Positive Signalwirkung nach außen, allerdings verlieren Altgesellschafter ihre Unabhängigkeit, je
nach Kapitaleinlage des neuen Gesellschafters besteht die Gefahr der Übernahme.

3. Eigenkapitalersetzendes Gesellschafterdarlehen
Vorteil: Einfache Liquiditätszufuhr, einfache Rückzahlung bei Beseitigung der Krise, kein Verlust
der Unabhängigkeit durch Aufnahme Außenstehender | ABER: Anfechtbarkeit aller Darlehensrückzahlungen an Gesellschafter innerhalb des letzten Jahres vor Antragsstellung

4. Rangrücktrittserklärung von Gläubigern
Vertragliche Vereinbarung zwischen Gesellschaft und Gläubiger, dass der Gläubiger die
Geltendmachung seiner Forderung bis zur Sanierung der Gesellschaft zurückstellt.
Ziel: Vermeidung Überschuldung

5. Patronatserklärung
Externe Patronatserklärung (Patronin und Gläubiger):
Kreditsicherheit (ähnlich Bürgschaft) die gegenüber einem Gläubiger einer Gesellschaft abgegeben wird, um deren Kreditwürdigkeit zu stärken.

Interne Patronatserklärung (Patronin und Gesellschaft):
Erklärung des Gesellschafters gegenüber der Gesellschaft, für sämtliche Verbindlichkeiten der
Gesellschaft einstehen zu wollen.

Weiche Patronatserklärung:
Keine finanzielle Einstandspflicht, sondern nur das Erkennen lassen einer "moralischen" Verantwortung für die Liquidität der Gesellschaft.

Harte Patronatserklärung:
Einseitig verpflichtender Vertrag zwischen Patronin und Gläubiger (extern) oder Patronin und
Gesellschaft (intern)

6. Debt-Equity-Swap
Sofortmaßnahme zur Erhöhung des Eigenkapitals; Umwandlung von Kreditforderungen in
Eigenkapital, in der Regel kombinierbar mit einem Kapitalschnitt und einer Kapitalerhöhung. Nur
mit 75 % des HV-/Gesellschafterbeschlusses möglich.


Varianten:
Z.B. Übernahme durch Kreditgeber, Großkunden und Lieferanten

Ziel des Übernehmers:
Übernahme der Kredite i.d.R. unter dem Nennbetrag, Gewinnmaximierung durch die Sanierung

Turnaround Management

Erklären Sie das Risikomanagementsystem.

Internes Überwachungssystem:
organisatorische Sicherungsmaßnahmen, interne Revision, Kontrollen, Scanning, Monitoring

Controlling:
Management-Information-System, Budgetplanung, Reporting, Szenarioanalyse, Businessplanung,
Liquiditätsmanagement


Externes Überwachungssystem:
Schwellenwerte/Convenants, Rating


Risikomanagement ist ein systematischer Prozess zur Identifizierung, Analyse, Behandlung
und Kontrolle der Projektrisiken, sprich die bewusste und proaktive Steuerung und
Absicherung von Projektrisiken.


Risikomanagement bedeutet

  • zu wissen, was schief laufen kann
  • zu wissen, was es für das Projekt und die Umwelt bedeutet, wenn etwas schief läuft
  • einen Plan zu haben, was zu tun ist, wenn etwas schief läuft
  • rechtzeitig vorzubeugen


Das Risikomanagementsystem (RMS) stellt die Gesamtheit aller Maßnahmen zur Erkennung,
Analyse, Bewertung, Kommunikation, Überwachung und Steuerung von Risiken dar. Dabei werden
Risiken, unter denen allgemein die durch Ungewissheit bedingten möglichen negativen oder
positiven Abweichungen zwischen Handlungsergebnissen und gesetzten Zielen verstanden
werden, in diesem Zusammenhang i.d.R. auf die negativen Abweichungen, d.h. die Verlustgefahr,
beschränkt.


Das RMS ist Teil des gesamten Managementsystems, wobei dieses sozioökonomische System
weniger als ein greifbares Gebilde, sondern eher als Gesamtheit von formalen Strukturen und
konkreten Durchführungsausgestaltungen zu verstehen ist und den Controlling Systemen
zuzurechnen ist. Ein formalisiertes Ablaufschema stellt somit lediglich eine notwendige, nicht aber
hinreichende Voraussetzung für ein RMS dar.

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