Ausscheidung an der Fachhochschule Vorarlberg | Karteikarten & Zusammenfassungen

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 Inkontinenz

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Mit dem Begriff Inkontinenz bezeichnet man in der Medizin den ungewollten Abgang von Ausscheidungen (Stuhl, Urin).

Inkontinenz ist das Gegenteil der physiologisch vorhandenen Kontinenz der Ausscheidungsorgane. 

Nach der Art der Inkontinenz sind zu unterscheiden

•Harninkontinenz (Incontinentia vesicae)

•Stuhlinkontinenz (Incontinentia alvi


Belastungsinkontinenz (Stressinkontinenz) Als Stressinkontinenz bezeichnet man den unwillkürlichen Urinabgang (Harninkontinenz) bei intraabdomineller Druckerhöhung aufgrund einer eingeschränkten Funktionsfähigkeit des Verschlussapparats der Harnblase (Musculus sphincter urethrae).Die Belastungsinkontinenz kommt bei Frauen häufiger als bei Männern vor, da sie von Natur aus ein breiteres Becken haben und somit eine schwächere Beckenbodenmuskulatur. Ebenfalls gelten die Öffnungen des Beckenbodens als natürliche Schwachstellen. 


Symptome 

Urinverlust bei körperlicher Belastung, wie Niesen, Husten, Lachen, Heben schwerer Lasten, ohne spürbaren Harndrang. Bei körperlicher Belastung steigt der Druck auf den Bauchraum und somit auch auf die Blase. Da der Verschlussmechanismus zwischen Blasenhals und Harnröhre nicht mehr funktionstüchtig ist, kommt es zur Inkontinenz. 


Ursachen 

Senkung der Gebärmutter bei der Frau, hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren, Übergewicht, schlecht trainierte Beckenbodenmuskulatur oder Schädigung des Beckenbodens durch eine Schwangerschaft oder Geburt oder nach einem operativen Eingriff an der Prostata beim Mann 


Therapie 

Die beste Therapie ist das Beckenbodentraining, welches von einem Physiotherapeuten vorgezeigt werden kann und dann zu Hause regelmäßig umgesetzt werden muss. Frauen die aufgrund der Menopause an einem Östrogenmangel leiden, kann mithilfe einer Hormonbehandlung mit Östrogenen geholfen werden. 

Weitere konservative Therapiemaßnahmen sind die Gewichtsabnahme bei Übergewicht und Nichtraucher werden bei Raucherhusten. Helfen all diese Maßnahmen nicht und es liegt eine schwere Form der Belastungsinkontinenz vor, gibt es noch die Möglichkeit eines operativen Eingriffs. Hier kann man entweder ein Band einsetzen um die körpereigenen Halteapparate bei der Stabilisierung der Harnblase zu unterstützen oder mit Kollagen die Harnröhre unterspritzen, damit wird der Halt der Harnröhre und der Verschlussmechanismus verbessert. Ebenfalls gibt es die Option einen künstlichen Verschlussmechanismus einzusetzen 


Dranginkontinenz (überaktive Blase)  

Unter einer Urgeinkontinenz versteht man einen während der Blasenfüllungsphase auftretenden starken Harndrang mit unwillkürlichem Urinabgang.


Symptome 

Bei der Dranginkontinenz bekommt das Gehirn die Meldung, dass die Blase bereits voll ist, obwohl dies nicht der Fall ist. Die Blase reagiert aufgrund dieser Meldung und setzt plötzlich und unkontrolliert den Harndrang ein. Der Patient muss bei dieser Form der Inkontinenz häufig Wasserlassen, aber immer nur eine geringe Menge. Dieser starke, nicht zu unterdrückende Harndrang schränkt die Patienten im Tagesablauf sehr ein. 


Ursachen 

Bei der Dranginkontinenz ist der Detrusor überaktiv, hierfür kann nicht immer ein Grund gefunden werden. 


Weitere Ursachen können 

Entzündungen der unteren Harnwege, Prostatavergrößerungen oder neuronale Erkrankungen (Multiple Sklerose, Alzheimer, Hirntumor...), sowie psychische Erkrankungen sein. 


Therapie 

Auch hier ist ein Beckenbodentraining hilfreich, weiters sollen die Patienten darauf achten, dass sie regelmäßig (auch ohne Harndrang) ihre Blase entleeren und ihr Trinkverhalten kontrollieren. Auf koffein- und kohlensäurehaltige Getränke soll verzichtet werden, da diese zu einem vermehrten Harndrang führen. Ebenfalls gibt es die Möglichkeit einer medikamentösen Therapie. Hierfür werden urologische Spasmolytika eingesetzt, diese beruhigen die Blasenmuskulatur und erhöhen das Füllungsvermögen. Vor und nach der medikamentösen Therapie soll vom Patienten ein Miktionsprotokoll geführt werden, um die Veränderungen festzustellen. 


Mischinkontinenz  

Bei der Mischinkontinenz treten Symptome der Belastungsinkontinenz und der Dranginkontinenz auf. Diese sind unterschiedlich ausgeprägt, das macht die Behandlung etwas schwieriger. Zuerst müssen die Patienten ein Miktionsprotokoll führen, indem sie ihr Trinkverhalten und ihre Toilettengänge festhalten. Anhand des Protokolls entscheidet der Arzt welche Symptome zuerst behandelt werden müssen. 


Reflexinkontinenz (neurogene Inkontinenz) Bei der Reflexinkontinenz handelt sich um eine Form der Inkontinenz, die Folge einer anormalen Reflexaktivität ist.


Symptome 

Hier kommt es zu einer reflexartigen, unangekündigten Entleerung der Blase, da der Urinabgang nicht vom Gehirn gesteuert werden kann. 

Ursache Die Reflexinkontinenz kann aufgrund von Verletzungen des Rückenmarks und anderen verschiedenen Erkrankungen entstehen. Es werden die spinale Reflexinkontinenz (Rückenmarksverletzung, Querschnittslähmung, Multiple Sklerose) und die supraspinale Reflexinkontinenz (Demenz, Parkinson, Schlaganfall) unterschieden. 


Therapie 

Ziel der Behandlung ist es, die Nierenfunktion zu erhalten und die Blase regelmäßig und vollständig zu entleeren. Meistens wird hierfür ein Katheter verwendet. Weitere Therapiemöglichkeiten sind die Elektrostimulation und operative Maßnahmen. 


Überlaufinkontinenz  Chron. Harnretention

Die Überlaufinkontinenz ist eine fortgeschrittene Form der Blasenentleerungsstörung (Harninkontinenz) mit fortdauerndem Abgang kleinster Harnmengen aus der maximal gefüllten Harnblase (Überlaufblase).Von dieser Form der Inkontinenz sind häufiger Männer als Frauen betroffen. 


Symptome 

Die Patienten können ihre Blase nicht vollständig entleeren. Trotz häufigem Toilettengangs geht nur eine geringe Harnmenge ab, der größere Teil bleibt in der Blase. Zwischen den WC-Besuchen kommt es dann zum unbeabsichtigten Austritt kleiner Urinmengen. 


Ursache 

Durch Tumore oder Harnsteine kann die Harnröhre verengt sein. Dies oder eine vergrößerte Prostata stören den Harnabfluss und Restharn bleibt in der Blase. 

Es gibt zwei Ursachen die zur Überlaufinkontinenz führen: 

obstruktive Überlaufinkontinenz: Hier kommt es zu einem Harnstau durch Abflusshindernisse, welcher zu einer Druckerhöhung innerhalb der Blase führt. Aufgrund des hohen Drucks wird das Abflusshindernis schlussendlich überwunden, allerdings gehen dabei nur kleinste Harnmengen ab. Bei Frauen kann ein Abflusshinderniss unter anderem eine abgesenkte Gebärmutter sein, bei Männern eine vergrößerte Prostata. •funktionelle Überlaufinkontinenz: Hier ist die Blasenmuskulatur extrem geschwächt, darum kann sich die Blase nicht genug zusammenziehen und sich komplett entleeren. Dies kann aufgrund von Nervenschädigungen der Fall sein.


Therapie 

Die Harnabflusshindernisse müssen operativ entfernt werden. Ist die geschwächte Blasenmuskulatur die Ursache der Überlaufinkontinenz kann der Urin mithilfe eines suprapubischen Blasenkatheters abgelassen werden. 


Extraurethrale Inkontinenz 

Als extraurethrale Inkontinenz bezeichnet man den unphysiologischen plötzlichen oder ständigen Harnverlust über die Haut, den Anus oder die Scheide.


Symptome 

Hier findet der Urinabfluss außerhalb des Ureters über andere Kanäle statt. Die Patienten scheiden ihren Harn plötzlich oder ständig über die Haut, den Anus oder die Scheide aus. Ursache Fisteln (= unnatürliches Verbindungskanälchen) im Harnleiter, der Blase oder der Harnröhre können die Ursache sein, aber auch eine angeborene Fehlmündung eines Harnleiters. 


Therapie 

Durch den operativen Verschluss der Fistel ist die Herstellung der Kontinenz möglich. 




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Bedeutung der Ausscheidung für Menschen
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Unabhängig von Alter tägliche Notwendigkeit auch wenn manchmal ungelegen
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Aufbau der Niere

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Oberer/Unterer Nierenpol (Extremitas superior/inferior) 

Als Nierenpole bezeichnet man die abgerundeten, oberen und unteren Enden der Nieren

Innerer/äußerer Rand (Margo medialis/lateralis)

Margo medialis: zur Medianebene zeigender Nierenrand

Margo lateralis: zur Seite zeigender Nierenrand

Nierenhilus (Hilum renale/Hilus renalis)  Eintritts Ort/ Pforte/ Port für eintretende Blutgefäße (A.renalis/ V.renalis) und Harnleiter (Ureter).

Harnleiter (Ureter) sind paarig angelegte, muskuläre Hohlorgane des Urogenitalsystems, welche den Sekundärharn aus dem Nierenbecken zur Harnblase transportieren


Nierenkapsel (Papilla renalis

Außenhülle und umgebende Struktur der Nieren. Straffe, wenig dehnbare Außenhülle aus Bindegewebe schützt die Nieren und die Nebennieren. Diese Schicht ist von der Nierenfettkapsel (Capsule adiposita) umgeben, welche wiederum durch den Fasziensack (Gerotafascie) umhüllt ist. Diese Faszie umgibt Niere, Fettkapsel und Nebenniere. Durch Fett und Bindegewebe wird die Niere an der hinteren Bauchwand verankert und vor Stoßverletzungen geschützt

Nierenparenchym ist unterteilt in Nierenrinde (Cortex renalis) und dem Nierenmark (Medulla renalis). Wegen ihrer Pyramiden ähnlichen Form werden sie auch als “Markpyramiden” bezeichnet


Parenchym =  organspezifische Gewebe


Nierenrinde (Cortex renalis

Die Nierenrinde ist der zwischen der Nierenkapsel und dem Nierenmark gelegene Teil der Niere. Die Nierenrinde liegt wie ein Mantel zwischen den Basisabschnitten der Nierenpyramiden und der Nierenkapsel. Hier ist die Nierenrinde rund Millimeter dick. In ihrem subkapsulären Anteil erkennt man gut sichtbare, feine Striche, die so genannten Markstrahlen (Radii medullares


Nierenmark (Medulla renalis) 

Als Nierenmark wird der innere Anteil des Nierenparenchyms bezeichnet. Es liegt zwischen Nierenrinde und Nierenbecken und besteht aus 10-12 kegelförmigen Gewebestrukturen, den sogenannten Nierenpyramiden. Die Nierenpyramiden weisen mit ihrer breiten Basis nach außen zur Nierenkapsel, von der sie durch die Nierenrinde getrennt sind. In der Nierenrinde sind als Fortsetzung der Nierenpyramiden die streifenförmigen Markstrahlen (Radii medullares) erkennbar. Die Spitzen der Nierenpyramiden zeigen zum Hilus der Niere. Dort ragen sie als Nierenpapillen frei in den Hohlraum der Nierenkelche (Calices renales), die sich in variabler Form zum Nierenbecken (Pelvis renalis) vereinen


Nierenbecken (Pelvis renalis

Das Nierenbecken ist der Auffangraum der Nieren für den aus den Ductus papillares (Nierenpapillen, Papillengänge) tropfenden Harn. Im Verlauf verjüngt sich das Nierenbecken zum Harnleiter (Ureter), die Verbindung zwischen Niere und Harnblase. 


Bertinische Säulen (Columnae renalis)

Als Columnae renalis bezeichnet man in der Niere die Anteile der Nierenrinde, die zwischen den Pyramiden des Nierenmarkes liegen. Sie repräsentieren die Rindensubstanz, welche die Nierenpyramiden umschließt


Nervale Versorgung der Nieren wird durch somatische postganglionäre Fasern (Th10-TH12) realisiert und schlängeln sich um die A. renalis. Diese realisieren zum großen Teil die Gefäßtonizität und die Sezernierung von Renin (juxtamedullärer Apparat)



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Gefäßversorgung

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Die Nieren sind bezogen auf ihr Gewicht die bestdurchbluteten Organe des Körpers und erhalten ca. 20 % des Herz-Zeit-Volumens (HZV). Diese enorme Durchblutung ermöglicht es, ein großes Blutvolumen schnell von harnpflichtigen Stoffwechselendprodukten zu reinigen


Die arterielle Versorgung der Niere erfolgt über die A. renales. Den Abtransport des venösen Blutes geschieht über die V. renales


Arterien

Nierenarterien sind gleichzeitig Vasa privata (Nierenstoffwechsel) und Vasa publica (Klärfunktion). Je eine Arteria renalis sinistra und eine Arteria renalis dextra entspringen in Höhe von LWK II aus der Aorta abdominalis. Die Arteria renalis dextra (zur rechten Niere hin) läuft dorsal der Vena cava inferior und ist etwas länger als die Arteria renalis sinistra (zur linken Niere hin). Am Hilum teilt sich die Arteria renalis in fünf kleinere Segmentarterien

Äste der Arteria renalis

•Arteria suprarenalis inferior, zur Nebenniere

Rami capsulares, zur Nierenkapsel

Rami ureterici, zum Harnleiter (Ureter)

Die am Nierenhilus eintretenden Segmentarterien geben Arteriae interlobares ab, die zwischen zwei Nierenpyramiden kapselwärts laufen. Aus den Arteriae interlobares entspringen die Bogenarterien (Arteriae arcuatae), die an der Pyramidenbasis parallel zur Nierenoberfläche laufen. Daraus gehen wiederum die senkrecht zur Nierenoberfläche laufenden Arteriae interlobulares oder Arteriae corticales radiatae hervor, welche die Arteriolae afferentes speisen. 

Letztere laufen durch die Nierenkörperchen (Glomeruli) bis zu den Arteriolae efferentes, die immer noch arterielles Blut führen. An das Glomerulus-Kapillarknäuel schließt sich das peritubuläre Kapillarbett an, von welchem das Blut dann ins venöse System gelangt. In der Niere finden sich also zwei hintereinander geschaltete Kapillarbetten, die durch eine Arteriole verbunden sind 


VAS afferens (Arteriolae glomerolus afferens)

Als Vas afferens bezeichnet man die zuführende Arteriole des renalen Glomerulus. Sie entspringt der Arteria interlobularis renalis.


VAS efferens (Arteriolae glomerolus efferens

Als Vas efferens bezeichnet man die abführende Arteriole des renalen Glomerulums, das sich in die peritubulären Kapillaren fortsetzt


Venen 

Der venöse Abfluss aus dem peritubulären Kapillarbett erfolgt über die Venae arcuatae und die Venae interlobulares. Der venöse Abfluss erfolgt über die Vena renalis sinistra und die Vena renalis dextra. Sie treten am Hilum aus und münden in die Vena cava inferior. Die Vena renalis sinistra liegt vor der Aorta abdominalis


Zuflüsse zur Vena renalis sinistra sind:

Vena suprarenalis sinistra

Vena testicularis sinistra (Mann) bzw. Vena ovarica sinistra (Frau)

Vena phrenica inferior sinistra


Lymphabfluss

Der Lymphabfluss erfolgt in die Nll. lumbales um die Aorta und Vena cava inferior herum in die beiden Trunci lumbales. 


Trunci lumbales

Der Truncus lumbalis ist ein paariges Lymphgefäß des Bauchraums.

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Allgemein was wird ausgeschieden?
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Urin
Stuhl
Mageninhalt
Schweiß
Vaginalsekrekt
Sputum
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Nephron

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Jede Niere besteht aus etwa 1 Millionen funktionellen Untereinheiten, den Nephronen. Die Schwankungsbreite der Nephronenanzahl ist jedoch sehr groß. Die Anzahl der Nephrone korreliert mit dem Geburtsgewicht. Eine niedrige Anzahl an Nephronen birgt ein erhöhtes Risiko für Nierenerkrankungen und Hypertension

Nephrone werden je nach Ihrer Lage, in zwei Arten gegliedert. Kortikale und juxtamedulläre Nephrone sind die zwei Arten von Nephronen, die in der Niere von Wirbeltieren gefunden werden. Beide Arten von Nephronen bestehen aus einem Glomerulus, einer Bowman-Kapsel, einem proximalen, gewundenen Tubulus, einer Henle-Schleife, einem distalen, gewundenen Tubulus und einem Sammelkanal. Der Hauptunterschied zwischen kortikalem Nephron und juxtamedullärem Nephron ist, das das kortikale Nephron eine kurze Henle-Schleife, die sich nur in den äußeren Bereich der Nierenmark erstreckt, während das juxtamedulläre Nephron eine längere Henle-Schleife enthält, die tiefer in die innere Medulla hineinragt. 


Ein Nephron gliedert sich in folgende Unterabschnitte


Kortikales Nephron 

  • Kurze Henle-Schleife 
  • Kleine Anzahl an vasa recta  
  • Die Henle-Schleife befindet 
  • sich im äußeren Nieren Mark (medulla renalis) 
  • Glomerulum befindet sich in der Nierenrinde (renal cortex)                                                                               Kleines Glomerlum  
  • Kleine Filtrationsrate
  • 85% der Neprhone in der Niere

   

Juxtamedulläres Nephron  

  • Lange Henle-Schleife                                                                                  
  • Große Anzahl an vasa recta                                     
  • Die Henle-Schleife ragt tiefer in das Nierenmark (medulla renalis)
  • Glomerulum befindet sich in der Nähe der Übergangszone, zwischen                                                             Nierenrinde und Nierenmark.
  • Großes Glomerlum                                                                                                            
  • Große Filtrationsrate
  • 15% der Nephrone in der Niere


Vasa recta

Die Vasa recta sind arterielle Blutgefäße des Nierenmarks und stellen das zweite Kapillarbett der juxtamedullären Nephrone dar 


Nierenkörperchen (Glomerulum, Corpusculum renale)

Die Nierenkörperchen sind die markanteste histologische Struktureinheit der Niere. Sie bestehen aus einem kapillären Gefäßknäuel (Glomerulus) und einer umgebenden Kapsel (Bowman-Kapsel). In den Nierenkörperchen findet die Ultrafiltration des Blutes zum 

Primärharn statt.


viszerales/parietales Blatt

Die Bowman-Kapsel legt sich wie ein doppelwandiger Becher um das Kapillarknäuel des Glomerulus. Sie besteht aus zwei Epithelschichten, dem 

• inneren oder viszeralen Blatt  

• äußeren oder parietalen Blatt


Podozyten

Die Podozyten bilden das innere (viszerale) Blatt der Bowman-Kapsel in den Nierenkörperchen. Sie umgreifen die Glomeruluskapillaren und sind an der Bildung der Blut-Harn-Schranke beteiligt.


Mesangium füllt den Raum der glom. Basalmembran. Haben eine kontraktile Eigenschaft = steuern den hohen glom. Filtraionsdruck von  ca 30 – 50 mmHg 


proximaler Tubulus

Der proximale Tubulus ist ein Abschnitt des Tubulussystems im Nephron, der funktionellen Einheit der Niere. Der proximale Tubulus entspringt am Harnpol der Bowmanschen Kapsel. Er endet mit dem Übergang in den dünneren Intermediärtubulus der Henle-Schleife. Dieser Übergangsbereich bildet die Trennung von Außen- und Innenstreifen des äußeren Nierenmarks. 

Man unterscheidet nach ihrem Aspekt zwei Anteile des proximalen Tubulus:

Pars convoluta bzw. Pars contorta (PCT): Der erste, geschlängelt verlaufende Abschnitt. Er windet sich durch das Rindenlabyrinth.

Pars recta: Der daran anschließende, gerade Teil des Tubulus. Er ist konstitutiv für den Außenstreifen, den er zusammen mit den Partes rectae der distalen Tubuli bildet 


Harnpol

Als Harnpol wird in der Histologie der Pol eines Nierenkörperchens bezeichnet, an dem der Abfluss des produzierten Primärharns in den proximalen Tubulus stattfindet. Dem Harnpol entspricht auf der Gegenseite des Glomerulums der Blutpol (Gefäßpol). 


Intermediärer Tubulus 

Der Intermediärtubulus ist ein Teil des Tubulussystems der Niere und liegt zwischen dem proximalen Tubulus und dem distalen Tubulus. Der Intermediärtubulus lässt sich in einen absteigenden Pars descendens und einen aufsteigenden Pars ascendens unterteilen 


distaler Tubulus 

Als distaler Tubulus wird der letzte Abschnitt eines Nierentubulus bezeichnet. Er folgt auf den Intermediärtubulus und ihm schließt sich ein kurzes Verbindungsstück zum Sammelrohr an.


Henle-Schleife

Als Henle-Schleife bezeichnet man den im Nierenmark (Medulla renalis) gelegenen schleifenförmigen Abschnitt des renalen Tubulussystems. Die Henle-Schleife ist ein funktionelles System verschiedener Tubulusanteile. Sie besteht aus dem geraden Teil (Pars recta) des proximalen Tubulus, dem Intermediärtubulus und dem geraden Teil des distalen Tubulus. 


Funktionell betrachtet wird sie untergliedert in: 

einen dünnen absteigenden Schenkel = Intermediärtubulus und 

einen dicken aufsteigenden Schenkel = Pars recta des distalen Tubulus


Sammelrohr  

Die Sammelrohre sind feine tubuläre Gewebestrukturen der Niere, die für den Abfluss des Harns aus den Nephronen (8 bis 10 pro Sammelrohr) verantwortlich sind. Die Sammelrohre schließen sich an den distalen Tubulus des Nephrons an und verlaufen von der Nierenrinde (Cortex renalis) durch das Nierenmark (Medulla renalis). Sie münden in die Ductus papillares (Nierenpapillengänge), über die der Harn in die Nierenkelche abfließt





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Wohlbefinden im Kontext Ausscheidung
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Körperliche Faktoren

 Das Ess- und Trinkverhalten sowie körperliche Betätigung haben einen sehr entscheidenden Einfluss auf die Urin- und Stuhlentleerung und somit auf die Gesundheit. Die Dauer der Magen-Darm-Passage und die Form des Stuhls sind abhängig von Zeitpunkt und Häufigkeit der Nahrungsaufnahme, Zusam-mensetzung der Nahrung (z.B. Ballaststoffanteil) und von der körperlichen Be-tätigung


Psychische Faktoren

Emotionale Regungen wie Aufregung, Angst und Depression wirken sich auf die Häufigkeit der Miktion und Defäkation sehr unterschiedlich aus. Diese Wechselwirkung zwischen Psyche und Ausscheidung beruht auf dem vegetati-ven Nervensystem (steuert lebenswichtige Funktionen wie Atmung, Kreislauf und Stoffwechsel; Sympathikus: dominiert nach außen: z.B. Reaktion auf Stress, Parasympathikus: dominiert nach innen: z.B. essen, verdauen, aus-scheiden)


Soziokulturelle Faktoren

Je nach Erziehung und Sozialisation haben wir alle ein unterschiedliches Schamverhalten. Ist das Schamverhalten groß (z.B. im Islam), so kann dies mitunter die Ursache für einen willentlich unterdrückten Harn- oder Stuhldrang sein, sofern die Möglichkeit einer ungestörten Entleerung nicht gegeben ist.

Folgen: Verstopfung (=lat. Obstipation), HWI`s


Umgebung/Umwelt

Unsaubere oder außerhalb des Wohnbereiches liegende Toiletten können ebenfalls zu einer Unterdrückung des Harn- und Stuhldranges führen. Auch spielende Kinder und arbeitende Erwachsene unterdrücken sehr häufig Harn- und Stuhlgang (Folgen siehe oben) (Kellnhauser et al., 2004).

Ähnlich verhält es sich auch, wenn die Umgebung nicht dementsprechend ge-staltet ist (kein WC vorhanden, nicht altersgerecht gestaltet...)

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Anatomie der Niere

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Definition Niere (Ren

Die Niere ( lateinisch = Ren) ist ein paariges bohnenförmiges Organ, dessen Hauptaufgabe die Bildung des Harns (Filtration, Reabsorption und Konzentration) ist. Durch Sekretion und Reabsorption ist die Niere entscheidend an wichtigen systemischen Regulationen beteiligt wie:


•Regulation von Wasser- und Elektrolythaushalt

•Regulation des Säure-Basen-Gleichgewichts

•retroperitoneal gelegenes paariges Harnorgan 

•Maße: 10- 12 cm lang, 5 - 6,5cm breit, 3-5cm dick

•Gewicht:ca120 -200g (linke Niere meist größer, da die rechte wegen der Leber etwas Platz sparen muss) 


 Lage/Projektion

Jeder gesunde Mensch hat 2 Nieren. Sie liegen retroperitoneal (hinter dem Bauchfell), beiderseits der Wirbelsäule, welche sie nach vorn nicht überragen, unterhalb des Zwerchfells, in der Fossa lumbalis. Die Nieren liegen etwa in Höhe des zwölften Brustwirbels bis dritten Lendenwirbels, die rechte (wegen des großen rechten Leberlappens) ungefähr eine halbe Wirbelhöhe tiefer als die linke. 


Rechte Niere 

•Retroperitoneal im Oberbauch

•Berühren weitgehend alle Organe im Oberbauch

Hilum Höhe LWK 2

•Rechte Niere liegt hinter der Leber (Zwischenraum = Recessus hepatorenalis (Morison Pouch)

•Rechte Niere berührt die flexura coli dextra


Linke Niere

•Berührt den Magen, Lateral die Milz, Zum Hilum das Pankreas, Caudal den colon descendens

Raum zwischen Niere und Milz nennt man Koller Pouch

Atembedingtes Absinken der Nieren (bei Inspiration sinken diese bis zu 3 cm tiefer


Morison Pouch

Bei einer Person, die auf dem Rücken liegt, ist dieser Raum in der Bauchhöhle am tiefsten gelegen, so dass sich Flüssigkeiten (zum Beispiel Blut bei Verletzung innerer Organe oder Aszites bei Erkrankungen der Leber) dort ansammeln


Flexura coli dextra

Die Flexura coli dextra ist die in der rechten Körperhälfte gelegene Krümmung (Flexur) des Dickdarms (Kolon) in der Nähe der Leber. Sie markiert den Übergang vom aufsteigenden Teil des Kolons (Colon ascendens) zum quer verlaufenden Kolonabschnitt (Colon transversum) 


colon descendens

Absteigender Teil des Kolons 


Koller Pouch

Als Koller-Pouch bezeichnet man den anatomischen Spaltraum zwischen Milz und linker Niere 



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Harnsäure

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Harnsäure

Harnsäure ist ein Abbauprodukt der Purine. Purine entstehen durch den Abbau von körpereigenen Zellen oder zu sich genommenen Fleischprodukten. Wird Harnsäure nicht in ausreichender Menge ausgeschieden (Nierenerkrankung) oder wird zu viel Harnsäure produziert (z.B. zu viel Fleisch gegessen), kann es auf längere Sicht zu einer sogenannten Hyperurikämie kommen.

Folge: Gicht, Harnsäureinfarkte, Harnsäuresteine

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Hormone - wasserlösliche Vitamine

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Hormone und wasserlösliche Vitamine

Auch verschiedene Hormone (z. B. ß-HCG) und Vitamine (z.B. viele B-Vitamine) werden mit dem Harn ausgeschieden

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Blasenfunktion

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Es gibt einen unteren und einen oberen Harntrakt. Zum oberen Harntrakt gehören die Ureteren (Harnleiter), zum unteren gehören die Harnblase (Vesica), die Urethra (Harnröhre), die Harnröhrensphinkter (Schließmuskeln) und beim Mann die Prostata (Vorsteherdrüse). Im weiteren Sinn gehört hierzu auch der Beckenboden mit seiner stützenden Funktion


Die Harnblase

Sie ist ein dehnbarer Hohlmuskel und hat zwei zentrale Funktionen:

  • Urin auffangen und sammeln
  • Urin nach gewisser Zeit entleeren

Die Harnblase liegt im kleinen Becken hinter der Symphyse (Schambein) direkt auf dem Beckenboden und außerhalb des Peritoneums (Bauchfell). Der Urin fließt von den Nierenbecken über die Ureter, die schlitzförmig auf der Oberseite münden, in die Harnblase. Die glatte Blasenwandmuskulatur wird als Musculus detrusor vesicae bezeichnet

Ein erwachsener Mensch kann etwa 300 bis 600ml Urin fassen


Die Harnröhre (Urethra)

Die Harnröhre ist ein dünner Muskelschlauch, der mit Schleimhaut (Mucosae) ausgekleidet ist. Über sie wird der Urin aus dem Körper geleitet. Die weibliche Harnröhre liegt zwischen Symphyse und Vorderwand der Vagina (3,5 bis 5,5 cm lang).

Die männliche Harnröhre ist ca. 20 bis 25 cm lang und wird in drei verschiedene Abschnitte unterteilt


1. Pars prostatica (prostatische Harnröhre): ist der Abschnitt vom

Blasenauslass durch die Prostata.

2. Pars membranacea: kurzer und enger Abschnitt, der durch den Beckenboden verläuft.

3. Pars spongiosa (penile Harnröhre): ist der längste Abschnitt und verläuft durch den gesamten Penis und endet an der äußeren Harnröhrenöffnung


Die ringförmig angelegten Sphincter internus und externus zwischen Blase und Harnröhre bilden das Verschlusssystem der Harnblase. Der interne Sphinkter kann nicht willkürlich gesteuert werden, während der externe Sphinkter der willentlichen Kontrolle unterliegt. Das bedeutet, dass man den äußeren Schließmuskel bewusst relaxieren und so eine willentliche Miktion herbeiführen kann


Die Harnröhre der Frau ist durch Östrogenwirkung sehr elastisch. Östrogene sorgen dafür, dass die Schleimhaut der Harnröhreninnenwand viele ineinander greifende Falten bildet und so ein dichter Verschluss entsteht. Bei Östrogenmangel wird diese Fältelung gemindert und eine Herabsetzung des Verschlussmechanismus induziert 


Der Beckenboden

Der Beckenboden schützt mit seinem knöchernen Rahmen, seinen komplexen Faszien und Muskeln die Beckenorgane und sichert durch seine stützende Funktion auch das Schließmuskelsystem der Harnblase und des Enddarms. Demzufolge hat der Beckenboden eine sehr wichtige Aufgabe bei der Erhaltung der Kontinenz. Die Beckenbodenmuskulatur kann willkürlich kontrahiert werden. Dies ist vor allem bei der Prävention und der Therapie der Harninkontinenz von hoher Bedeutung


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Organische Säuren

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Organische Säuren

Z.B. werden Oxalsäure oder Zitronensäure über die Nieren ausgeschieden. Oxalsäure ist in höherer Konzentration giftig, kommt in geringer Konzentration aber auch in Lebensmitteln wie Tee (insbesondere schwarzer Tee und Pfefferminztee), in Rhabarber, in Kakao und Schokolade vor. Nierensteine bestehen meist aus Calciumoxalat und Harnsäure, die Steinbildung wird aber durch Zitronensäure, welche in Früchten vorkommt, verhindert.

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Q:

 Inkontinenz

A:

Mit dem Begriff Inkontinenz bezeichnet man in der Medizin den ungewollten Abgang von Ausscheidungen (Stuhl, Urin).

Inkontinenz ist das Gegenteil der physiologisch vorhandenen Kontinenz der Ausscheidungsorgane. 

Nach der Art der Inkontinenz sind zu unterscheiden

•Harninkontinenz (Incontinentia vesicae)

•Stuhlinkontinenz (Incontinentia alvi


Belastungsinkontinenz (Stressinkontinenz) Als Stressinkontinenz bezeichnet man den unwillkürlichen Urinabgang (Harninkontinenz) bei intraabdomineller Druckerhöhung aufgrund einer eingeschränkten Funktionsfähigkeit des Verschlussapparats der Harnblase (Musculus sphincter urethrae).Die Belastungsinkontinenz kommt bei Frauen häufiger als bei Männern vor, da sie von Natur aus ein breiteres Becken haben und somit eine schwächere Beckenbodenmuskulatur. Ebenfalls gelten die Öffnungen des Beckenbodens als natürliche Schwachstellen. 


Symptome 

Urinverlust bei körperlicher Belastung, wie Niesen, Husten, Lachen, Heben schwerer Lasten, ohne spürbaren Harndrang. Bei körperlicher Belastung steigt der Druck auf den Bauchraum und somit auch auf die Blase. Da der Verschlussmechanismus zwischen Blasenhals und Harnröhre nicht mehr funktionstüchtig ist, kommt es zur Inkontinenz. 


Ursachen 

Senkung der Gebärmutter bei der Frau, hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren, Übergewicht, schlecht trainierte Beckenbodenmuskulatur oder Schädigung des Beckenbodens durch eine Schwangerschaft oder Geburt oder nach einem operativen Eingriff an der Prostata beim Mann 


Therapie 

Die beste Therapie ist das Beckenbodentraining, welches von einem Physiotherapeuten vorgezeigt werden kann und dann zu Hause regelmäßig umgesetzt werden muss. Frauen die aufgrund der Menopause an einem Östrogenmangel leiden, kann mithilfe einer Hormonbehandlung mit Östrogenen geholfen werden. 

Weitere konservative Therapiemaßnahmen sind die Gewichtsabnahme bei Übergewicht und Nichtraucher werden bei Raucherhusten. Helfen all diese Maßnahmen nicht und es liegt eine schwere Form der Belastungsinkontinenz vor, gibt es noch die Möglichkeit eines operativen Eingriffs. Hier kann man entweder ein Band einsetzen um die körpereigenen Halteapparate bei der Stabilisierung der Harnblase zu unterstützen oder mit Kollagen die Harnröhre unterspritzen, damit wird der Halt der Harnröhre und der Verschlussmechanismus verbessert. Ebenfalls gibt es die Option einen künstlichen Verschlussmechanismus einzusetzen 


Dranginkontinenz (überaktive Blase)  

Unter einer Urgeinkontinenz versteht man einen während der Blasenfüllungsphase auftretenden starken Harndrang mit unwillkürlichem Urinabgang.


Symptome 

Bei der Dranginkontinenz bekommt das Gehirn die Meldung, dass die Blase bereits voll ist, obwohl dies nicht der Fall ist. Die Blase reagiert aufgrund dieser Meldung und setzt plötzlich und unkontrolliert den Harndrang ein. Der Patient muss bei dieser Form der Inkontinenz häufig Wasserlassen, aber immer nur eine geringe Menge. Dieser starke, nicht zu unterdrückende Harndrang schränkt die Patienten im Tagesablauf sehr ein. 


Ursachen 

Bei der Dranginkontinenz ist der Detrusor überaktiv, hierfür kann nicht immer ein Grund gefunden werden. 


Weitere Ursachen können 

Entzündungen der unteren Harnwege, Prostatavergrößerungen oder neuronale Erkrankungen (Multiple Sklerose, Alzheimer, Hirntumor...), sowie psychische Erkrankungen sein. 


Therapie 

Auch hier ist ein Beckenbodentraining hilfreich, weiters sollen die Patienten darauf achten, dass sie regelmäßig (auch ohne Harndrang) ihre Blase entleeren und ihr Trinkverhalten kontrollieren. Auf koffein- und kohlensäurehaltige Getränke soll verzichtet werden, da diese zu einem vermehrten Harndrang führen. Ebenfalls gibt es die Möglichkeit einer medikamentösen Therapie. Hierfür werden urologische Spasmolytika eingesetzt, diese beruhigen die Blasenmuskulatur und erhöhen das Füllungsvermögen. Vor und nach der medikamentösen Therapie soll vom Patienten ein Miktionsprotokoll geführt werden, um die Veränderungen festzustellen. 


Mischinkontinenz  

Bei der Mischinkontinenz treten Symptome der Belastungsinkontinenz und der Dranginkontinenz auf. Diese sind unterschiedlich ausgeprägt, das macht die Behandlung etwas schwieriger. Zuerst müssen die Patienten ein Miktionsprotokoll führen, indem sie ihr Trinkverhalten und ihre Toilettengänge festhalten. Anhand des Protokolls entscheidet der Arzt welche Symptome zuerst behandelt werden müssen. 


Reflexinkontinenz (neurogene Inkontinenz) Bei der Reflexinkontinenz handelt sich um eine Form der Inkontinenz, die Folge einer anormalen Reflexaktivität ist.


Symptome 

Hier kommt es zu einer reflexartigen, unangekündigten Entleerung der Blase, da der Urinabgang nicht vom Gehirn gesteuert werden kann. 

Ursache Die Reflexinkontinenz kann aufgrund von Verletzungen des Rückenmarks und anderen verschiedenen Erkrankungen entstehen. Es werden die spinale Reflexinkontinenz (Rückenmarksverletzung, Querschnittslähmung, Multiple Sklerose) und die supraspinale Reflexinkontinenz (Demenz, Parkinson, Schlaganfall) unterschieden. 


Therapie 

Ziel der Behandlung ist es, die Nierenfunktion zu erhalten und die Blase regelmäßig und vollständig zu entleeren. Meistens wird hierfür ein Katheter verwendet. Weitere Therapiemöglichkeiten sind die Elektrostimulation und operative Maßnahmen. 


Überlaufinkontinenz  Chron. Harnretention

Die Überlaufinkontinenz ist eine fortgeschrittene Form der Blasenentleerungsstörung (Harninkontinenz) mit fortdauerndem Abgang kleinster Harnmengen aus der maximal gefüllten Harnblase (Überlaufblase).Von dieser Form der Inkontinenz sind häufiger Männer als Frauen betroffen. 


Symptome 

Die Patienten können ihre Blase nicht vollständig entleeren. Trotz häufigem Toilettengangs geht nur eine geringe Harnmenge ab, der größere Teil bleibt in der Blase. Zwischen den WC-Besuchen kommt es dann zum unbeabsichtigten Austritt kleiner Urinmengen. 


Ursache 

Durch Tumore oder Harnsteine kann die Harnröhre verengt sein. Dies oder eine vergrößerte Prostata stören den Harnabfluss und Restharn bleibt in der Blase. 

Es gibt zwei Ursachen die zur Überlaufinkontinenz führen: 

obstruktive Überlaufinkontinenz: Hier kommt es zu einem Harnstau durch Abflusshindernisse, welcher zu einer Druckerhöhung innerhalb der Blase führt. Aufgrund des hohen Drucks wird das Abflusshindernis schlussendlich überwunden, allerdings gehen dabei nur kleinste Harnmengen ab. Bei Frauen kann ein Abflusshinderniss unter anderem eine abgesenkte Gebärmutter sein, bei Männern eine vergrößerte Prostata. •funktionelle Überlaufinkontinenz: Hier ist die Blasenmuskulatur extrem geschwächt, darum kann sich die Blase nicht genug zusammenziehen und sich komplett entleeren. Dies kann aufgrund von Nervenschädigungen der Fall sein.


Therapie 

Die Harnabflusshindernisse müssen operativ entfernt werden. Ist die geschwächte Blasenmuskulatur die Ursache der Überlaufinkontinenz kann der Urin mithilfe eines suprapubischen Blasenkatheters abgelassen werden. 


Extraurethrale Inkontinenz 

Als extraurethrale Inkontinenz bezeichnet man den unphysiologischen plötzlichen oder ständigen Harnverlust über die Haut, den Anus oder die Scheide.


Symptome 

Hier findet der Urinabfluss außerhalb des Ureters über andere Kanäle statt. Die Patienten scheiden ihren Harn plötzlich oder ständig über die Haut, den Anus oder die Scheide aus. Ursache Fisteln (= unnatürliches Verbindungskanälchen) im Harnleiter, der Blase oder der Harnröhre können die Ursache sein, aber auch eine angeborene Fehlmündung eines Harnleiters. 


Therapie 

Durch den operativen Verschluss der Fistel ist die Herstellung der Kontinenz möglich. 




Q:
Bedeutung der Ausscheidung für Menschen
A:
Unabhängig von Alter tägliche Notwendigkeit auch wenn manchmal ungelegen
Q:

Aufbau der Niere

A:

Oberer/Unterer Nierenpol (Extremitas superior/inferior) 

Als Nierenpole bezeichnet man die abgerundeten, oberen und unteren Enden der Nieren

Innerer/äußerer Rand (Margo medialis/lateralis)

Margo medialis: zur Medianebene zeigender Nierenrand

Margo lateralis: zur Seite zeigender Nierenrand

Nierenhilus (Hilum renale/Hilus renalis)  Eintritts Ort/ Pforte/ Port für eintretende Blutgefäße (A.renalis/ V.renalis) und Harnleiter (Ureter).

Harnleiter (Ureter) sind paarig angelegte, muskuläre Hohlorgane des Urogenitalsystems, welche den Sekundärharn aus dem Nierenbecken zur Harnblase transportieren


Nierenkapsel (Papilla renalis

Außenhülle und umgebende Struktur der Nieren. Straffe, wenig dehnbare Außenhülle aus Bindegewebe schützt die Nieren und die Nebennieren. Diese Schicht ist von der Nierenfettkapsel (Capsule adiposita) umgeben, welche wiederum durch den Fasziensack (Gerotafascie) umhüllt ist. Diese Faszie umgibt Niere, Fettkapsel und Nebenniere. Durch Fett und Bindegewebe wird die Niere an der hinteren Bauchwand verankert und vor Stoßverletzungen geschützt

Nierenparenchym ist unterteilt in Nierenrinde (Cortex renalis) und dem Nierenmark (Medulla renalis). Wegen ihrer Pyramiden ähnlichen Form werden sie auch als “Markpyramiden” bezeichnet


Parenchym =  organspezifische Gewebe


Nierenrinde (Cortex renalis

Die Nierenrinde ist der zwischen der Nierenkapsel und dem Nierenmark gelegene Teil der Niere. Die Nierenrinde liegt wie ein Mantel zwischen den Basisabschnitten der Nierenpyramiden und der Nierenkapsel. Hier ist die Nierenrinde rund Millimeter dick. In ihrem subkapsulären Anteil erkennt man gut sichtbare, feine Striche, die so genannten Markstrahlen (Radii medullares


Nierenmark (Medulla renalis) 

Als Nierenmark wird der innere Anteil des Nierenparenchyms bezeichnet. Es liegt zwischen Nierenrinde und Nierenbecken und besteht aus 10-12 kegelförmigen Gewebestrukturen, den sogenannten Nierenpyramiden. Die Nierenpyramiden weisen mit ihrer breiten Basis nach außen zur Nierenkapsel, von der sie durch die Nierenrinde getrennt sind. In der Nierenrinde sind als Fortsetzung der Nierenpyramiden die streifenförmigen Markstrahlen (Radii medullares) erkennbar. Die Spitzen der Nierenpyramiden zeigen zum Hilus der Niere. Dort ragen sie als Nierenpapillen frei in den Hohlraum der Nierenkelche (Calices renales), die sich in variabler Form zum Nierenbecken (Pelvis renalis) vereinen


Nierenbecken (Pelvis renalis

Das Nierenbecken ist der Auffangraum der Nieren für den aus den Ductus papillares (Nierenpapillen, Papillengänge) tropfenden Harn. Im Verlauf verjüngt sich das Nierenbecken zum Harnleiter (Ureter), die Verbindung zwischen Niere und Harnblase. 


Bertinische Säulen (Columnae renalis)

Als Columnae renalis bezeichnet man in der Niere die Anteile der Nierenrinde, die zwischen den Pyramiden des Nierenmarkes liegen. Sie repräsentieren die Rindensubstanz, welche die Nierenpyramiden umschließt


Nervale Versorgung der Nieren wird durch somatische postganglionäre Fasern (Th10-TH12) realisiert und schlängeln sich um die A. renalis. Diese realisieren zum großen Teil die Gefäßtonizität und die Sezernierung von Renin (juxtamedullärer Apparat)



Q:

Gefäßversorgung

A:

Die Nieren sind bezogen auf ihr Gewicht die bestdurchbluteten Organe des Körpers und erhalten ca. 20 % des Herz-Zeit-Volumens (HZV). Diese enorme Durchblutung ermöglicht es, ein großes Blutvolumen schnell von harnpflichtigen Stoffwechselendprodukten zu reinigen


Die arterielle Versorgung der Niere erfolgt über die A. renales. Den Abtransport des venösen Blutes geschieht über die V. renales


Arterien

Nierenarterien sind gleichzeitig Vasa privata (Nierenstoffwechsel) und Vasa publica (Klärfunktion). Je eine Arteria renalis sinistra und eine Arteria renalis dextra entspringen in Höhe von LWK II aus der Aorta abdominalis. Die Arteria renalis dextra (zur rechten Niere hin) läuft dorsal der Vena cava inferior und ist etwas länger als die Arteria renalis sinistra (zur linken Niere hin). Am Hilum teilt sich die Arteria renalis in fünf kleinere Segmentarterien

Äste der Arteria renalis

•Arteria suprarenalis inferior, zur Nebenniere

Rami capsulares, zur Nierenkapsel

Rami ureterici, zum Harnleiter (Ureter)

Die am Nierenhilus eintretenden Segmentarterien geben Arteriae interlobares ab, die zwischen zwei Nierenpyramiden kapselwärts laufen. Aus den Arteriae interlobares entspringen die Bogenarterien (Arteriae arcuatae), die an der Pyramidenbasis parallel zur Nierenoberfläche laufen. Daraus gehen wiederum die senkrecht zur Nierenoberfläche laufenden Arteriae interlobulares oder Arteriae corticales radiatae hervor, welche die Arteriolae afferentes speisen. 

Letztere laufen durch die Nierenkörperchen (Glomeruli) bis zu den Arteriolae efferentes, die immer noch arterielles Blut führen. An das Glomerulus-Kapillarknäuel schließt sich das peritubuläre Kapillarbett an, von welchem das Blut dann ins venöse System gelangt. In der Niere finden sich also zwei hintereinander geschaltete Kapillarbetten, die durch eine Arteriole verbunden sind 


VAS afferens (Arteriolae glomerolus afferens)

Als Vas afferens bezeichnet man die zuführende Arteriole des renalen Glomerulus. Sie entspringt der Arteria interlobularis renalis.


VAS efferens (Arteriolae glomerolus efferens

Als Vas efferens bezeichnet man die abführende Arteriole des renalen Glomerulums, das sich in die peritubulären Kapillaren fortsetzt


Venen 

Der venöse Abfluss aus dem peritubulären Kapillarbett erfolgt über die Venae arcuatae und die Venae interlobulares. Der venöse Abfluss erfolgt über die Vena renalis sinistra und die Vena renalis dextra. Sie treten am Hilum aus und münden in die Vena cava inferior. Die Vena renalis sinistra liegt vor der Aorta abdominalis


Zuflüsse zur Vena renalis sinistra sind:

Vena suprarenalis sinistra

Vena testicularis sinistra (Mann) bzw. Vena ovarica sinistra (Frau)

Vena phrenica inferior sinistra


Lymphabfluss

Der Lymphabfluss erfolgt in die Nll. lumbales um die Aorta und Vena cava inferior herum in die beiden Trunci lumbales. 


Trunci lumbales

Der Truncus lumbalis ist ein paariges Lymphgefäß des Bauchraums.

Q:
Allgemein was wird ausgeschieden?
A:
Urin
Stuhl
Mageninhalt
Schweiß
Vaginalsekrekt
Sputum
Cerumen
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Q:

Nephron

A:

Jede Niere besteht aus etwa 1 Millionen funktionellen Untereinheiten, den Nephronen. Die Schwankungsbreite der Nephronenanzahl ist jedoch sehr groß. Die Anzahl der Nephrone korreliert mit dem Geburtsgewicht. Eine niedrige Anzahl an Nephronen birgt ein erhöhtes Risiko für Nierenerkrankungen und Hypertension

Nephrone werden je nach Ihrer Lage, in zwei Arten gegliedert. Kortikale und juxtamedulläre Nephrone sind die zwei Arten von Nephronen, die in der Niere von Wirbeltieren gefunden werden. Beide Arten von Nephronen bestehen aus einem Glomerulus, einer Bowman-Kapsel, einem proximalen, gewundenen Tubulus, einer Henle-Schleife, einem distalen, gewundenen Tubulus und einem Sammelkanal. Der Hauptunterschied zwischen kortikalem Nephron und juxtamedullärem Nephron ist, das das kortikale Nephron eine kurze Henle-Schleife, die sich nur in den äußeren Bereich der Nierenmark erstreckt, während das juxtamedulläre Nephron eine längere Henle-Schleife enthält, die tiefer in die innere Medulla hineinragt. 


Ein Nephron gliedert sich in folgende Unterabschnitte


Kortikales Nephron 

  • Kurze Henle-Schleife 
  • Kleine Anzahl an vasa recta  
  • Die Henle-Schleife befindet 
  • sich im äußeren Nieren Mark (medulla renalis) 
  • Glomerulum befindet sich in der Nierenrinde (renal cortex)                                                                               Kleines Glomerlum  
  • Kleine Filtrationsrate
  • 85% der Neprhone in der Niere

   

Juxtamedulläres Nephron  

  • Lange Henle-Schleife                                                                                  
  • Große Anzahl an vasa recta                                     
  • Die Henle-Schleife ragt tiefer in das Nierenmark (medulla renalis)
  • Glomerulum befindet sich in der Nähe der Übergangszone, zwischen                                                             Nierenrinde und Nierenmark.
  • Großes Glomerlum                                                                                                            
  • Große Filtrationsrate
  • 15% der Nephrone in der Niere


Vasa recta

Die Vasa recta sind arterielle Blutgefäße des Nierenmarks und stellen das zweite Kapillarbett der juxtamedullären Nephrone dar 


Nierenkörperchen (Glomerulum, Corpusculum renale)

Die Nierenkörperchen sind die markanteste histologische Struktureinheit der Niere. Sie bestehen aus einem kapillären Gefäßknäuel (Glomerulus) und einer umgebenden Kapsel (Bowman-Kapsel). In den Nierenkörperchen findet die Ultrafiltration des Blutes zum 

Primärharn statt.


viszerales/parietales Blatt

Die Bowman-Kapsel legt sich wie ein doppelwandiger Becher um das Kapillarknäuel des Glomerulus. Sie besteht aus zwei Epithelschichten, dem 

• inneren oder viszeralen Blatt  

• äußeren oder parietalen Blatt


Podozyten

Die Podozyten bilden das innere (viszerale) Blatt der Bowman-Kapsel in den Nierenkörperchen. Sie umgreifen die Glomeruluskapillaren und sind an der Bildung der Blut-Harn-Schranke beteiligt.


Mesangium füllt den Raum der glom. Basalmembran. Haben eine kontraktile Eigenschaft = steuern den hohen glom. Filtraionsdruck von  ca 30 – 50 mmHg 


proximaler Tubulus

Der proximale Tubulus ist ein Abschnitt des Tubulussystems im Nephron, der funktionellen Einheit der Niere. Der proximale Tubulus entspringt am Harnpol der Bowmanschen Kapsel. Er endet mit dem Übergang in den dünneren Intermediärtubulus der Henle-Schleife. Dieser Übergangsbereich bildet die Trennung von Außen- und Innenstreifen des äußeren Nierenmarks. 

Man unterscheidet nach ihrem Aspekt zwei Anteile des proximalen Tubulus:

Pars convoluta bzw. Pars contorta (PCT): Der erste, geschlängelt verlaufende Abschnitt. Er windet sich durch das Rindenlabyrinth.

Pars recta: Der daran anschließende, gerade Teil des Tubulus. Er ist konstitutiv für den Außenstreifen, den er zusammen mit den Partes rectae der distalen Tubuli bildet 


Harnpol

Als Harnpol wird in der Histologie der Pol eines Nierenkörperchens bezeichnet, an dem der Abfluss des produzierten Primärharns in den proximalen Tubulus stattfindet. Dem Harnpol entspricht auf der Gegenseite des Glomerulums der Blutpol (Gefäßpol). 


Intermediärer Tubulus 

Der Intermediärtubulus ist ein Teil des Tubulussystems der Niere und liegt zwischen dem proximalen Tubulus und dem distalen Tubulus. Der Intermediärtubulus lässt sich in einen absteigenden Pars descendens und einen aufsteigenden Pars ascendens unterteilen 


distaler Tubulus 

Als distaler Tubulus wird der letzte Abschnitt eines Nierentubulus bezeichnet. Er folgt auf den Intermediärtubulus und ihm schließt sich ein kurzes Verbindungsstück zum Sammelrohr an.


Henle-Schleife

Als Henle-Schleife bezeichnet man den im Nierenmark (Medulla renalis) gelegenen schleifenförmigen Abschnitt des renalen Tubulussystems. Die Henle-Schleife ist ein funktionelles System verschiedener Tubulusanteile. Sie besteht aus dem geraden Teil (Pars recta) des proximalen Tubulus, dem Intermediärtubulus und dem geraden Teil des distalen Tubulus. 


Funktionell betrachtet wird sie untergliedert in: 

einen dünnen absteigenden Schenkel = Intermediärtubulus und 

einen dicken aufsteigenden Schenkel = Pars recta des distalen Tubulus


Sammelrohr  

Die Sammelrohre sind feine tubuläre Gewebestrukturen der Niere, die für den Abfluss des Harns aus den Nephronen (8 bis 10 pro Sammelrohr) verantwortlich sind. Die Sammelrohre schließen sich an den distalen Tubulus des Nephrons an und verlaufen von der Nierenrinde (Cortex renalis) durch das Nierenmark (Medulla renalis). Sie münden in die Ductus papillares (Nierenpapillengänge), über die der Harn in die Nierenkelche abfließt





Q:
Wohlbefinden im Kontext Ausscheidung
A:
Körperliche Faktoren

 Das Ess- und Trinkverhalten sowie körperliche Betätigung haben einen sehr entscheidenden Einfluss auf die Urin- und Stuhlentleerung und somit auf die Gesundheit. Die Dauer der Magen-Darm-Passage und die Form des Stuhls sind abhängig von Zeitpunkt und Häufigkeit der Nahrungsaufnahme, Zusam-mensetzung der Nahrung (z.B. Ballaststoffanteil) und von der körperlichen Be-tätigung


Psychische Faktoren

Emotionale Regungen wie Aufregung, Angst und Depression wirken sich auf die Häufigkeit der Miktion und Defäkation sehr unterschiedlich aus. Diese Wechselwirkung zwischen Psyche und Ausscheidung beruht auf dem vegetati-ven Nervensystem (steuert lebenswichtige Funktionen wie Atmung, Kreislauf und Stoffwechsel; Sympathikus: dominiert nach außen: z.B. Reaktion auf Stress, Parasympathikus: dominiert nach innen: z.B. essen, verdauen, aus-scheiden)


Soziokulturelle Faktoren

Je nach Erziehung und Sozialisation haben wir alle ein unterschiedliches Schamverhalten. Ist das Schamverhalten groß (z.B. im Islam), so kann dies mitunter die Ursache für einen willentlich unterdrückten Harn- oder Stuhldrang sein, sofern die Möglichkeit einer ungestörten Entleerung nicht gegeben ist.

Folgen: Verstopfung (=lat. Obstipation), HWI`s


Umgebung/Umwelt

Unsaubere oder außerhalb des Wohnbereiches liegende Toiletten können ebenfalls zu einer Unterdrückung des Harn- und Stuhldranges führen. Auch spielende Kinder und arbeitende Erwachsene unterdrücken sehr häufig Harn- und Stuhlgang (Folgen siehe oben) (Kellnhauser et al., 2004).

Ähnlich verhält es sich auch, wenn die Umgebung nicht dementsprechend ge-staltet ist (kein WC vorhanden, nicht altersgerecht gestaltet...)

Q:

Anatomie der Niere

A:

Definition Niere (Ren

Die Niere ( lateinisch = Ren) ist ein paariges bohnenförmiges Organ, dessen Hauptaufgabe die Bildung des Harns (Filtration, Reabsorption und Konzentration) ist. Durch Sekretion und Reabsorption ist die Niere entscheidend an wichtigen systemischen Regulationen beteiligt wie:


•Regulation von Wasser- und Elektrolythaushalt

•Regulation des Säure-Basen-Gleichgewichts

•retroperitoneal gelegenes paariges Harnorgan 

•Maße: 10- 12 cm lang, 5 - 6,5cm breit, 3-5cm dick

•Gewicht:ca120 -200g (linke Niere meist größer, da die rechte wegen der Leber etwas Platz sparen muss) 


 Lage/Projektion

Jeder gesunde Mensch hat 2 Nieren. Sie liegen retroperitoneal (hinter dem Bauchfell), beiderseits der Wirbelsäule, welche sie nach vorn nicht überragen, unterhalb des Zwerchfells, in der Fossa lumbalis. Die Nieren liegen etwa in Höhe des zwölften Brustwirbels bis dritten Lendenwirbels, die rechte (wegen des großen rechten Leberlappens) ungefähr eine halbe Wirbelhöhe tiefer als die linke. 


Rechte Niere 

•Retroperitoneal im Oberbauch

•Berühren weitgehend alle Organe im Oberbauch

Hilum Höhe LWK 2

•Rechte Niere liegt hinter der Leber (Zwischenraum = Recessus hepatorenalis (Morison Pouch)

•Rechte Niere berührt die flexura coli dextra


Linke Niere

•Berührt den Magen, Lateral die Milz, Zum Hilum das Pankreas, Caudal den colon descendens

Raum zwischen Niere und Milz nennt man Koller Pouch

Atembedingtes Absinken der Nieren (bei Inspiration sinken diese bis zu 3 cm tiefer


Morison Pouch

Bei einer Person, die auf dem Rücken liegt, ist dieser Raum in der Bauchhöhle am tiefsten gelegen, so dass sich Flüssigkeiten (zum Beispiel Blut bei Verletzung innerer Organe oder Aszites bei Erkrankungen der Leber) dort ansammeln


Flexura coli dextra

Die Flexura coli dextra ist die in der rechten Körperhälfte gelegene Krümmung (Flexur) des Dickdarms (Kolon) in der Nähe der Leber. Sie markiert den Übergang vom aufsteigenden Teil des Kolons (Colon ascendens) zum quer verlaufenden Kolonabschnitt (Colon transversum) 


colon descendens

Absteigender Teil des Kolons 


Koller Pouch

Als Koller-Pouch bezeichnet man den anatomischen Spaltraum zwischen Milz und linker Niere 



Q:

Harnsäure

A:

Harnsäure

Harnsäure ist ein Abbauprodukt der Purine. Purine entstehen durch den Abbau von körpereigenen Zellen oder zu sich genommenen Fleischprodukten. Wird Harnsäure nicht in ausreichender Menge ausgeschieden (Nierenerkrankung) oder wird zu viel Harnsäure produziert (z.B. zu viel Fleisch gegessen), kann es auf längere Sicht zu einer sogenannten Hyperurikämie kommen.

Folge: Gicht, Harnsäureinfarkte, Harnsäuresteine

Q:

Hormone - wasserlösliche Vitamine

A:

Hormone und wasserlösliche Vitamine

Auch verschiedene Hormone (z. B. ß-HCG) und Vitamine (z.B. viele B-Vitamine) werden mit dem Harn ausgeschieden

Q:

Blasenfunktion

A:

Es gibt einen unteren und einen oberen Harntrakt. Zum oberen Harntrakt gehören die Ureteren (Harnleiter), zum unteren gehören die Harnblase (Vesica), die Urethra (Harnröhre), die Harnröhrensphinkter (Schließmuskeln) und beim Mann die Prostata (Vorsteherdrüse). Im weiteren Sinn gehört hierzu auch der Beckenboden mit seiner stützenden Funktion


Die Harnblase

Sie ist ein dehnbarer Hohlmuskel und hat zwei zentrale Funktionen:

  • Urin auffangen und sammeln
  • Urin nach gewisser Zeit entleeren

Die Harnblase liegt im kleinen Becken hinter der Symphyse (Schambein) direkt auf dem Beckenboden und außerhalb des Peritoneums (Bauchfell). Der Urin fließt von den Nierenbecken über die Ureter, die schlitzförmig auf der Oberseite münden, in die Harnblase. Die glatte Blasenwandmuskulatur wird als Musculus detrusor vesicae bezeichnet

Ein erwachsener Mensch kann etwa 300 bis 600ml Urin fassen


Die Harnröhre (Urethra)

Die Harnröhre ist ein dünner Muskelschlauch, der mit Schleimhaut (Mucosae) ausgekleidet ist. Über sie wird der Urin aus dem Körper geleitet. Die weibliche Harnröhre liegt zwischen Symphyse und Vorderwand der Vagina (3,5 bis 5,5 cm lang).

Die männliche Harnröhre ist ca. 20 bis 25 cm lang und wird in drei verschiedene Abschnitte unterteilt


1. Pars prostatica (prostatische Harnröhre): ist der Abschnitt vom

Blasenauslass durch die Prostata.

2. Pars membranacea: kurzer und enger Abschnitt, der durch den Beckenboden verläuft.

3. Pars spongiosa (penile Harnröhre): ist der längste Abschnitt und verläuft durch den gesamten Penis und endet an der äußeren Harnröhrenöffnung


Die ringförmig angelegten Sphincter internus und externus zwischen Blase und Harnröhre bilden das Verschlusssystem der Harnblase. Der interne Sphinkter kann nicht willkürlich gesteuert werden, während der externe Sphinkter der willentlichen Kontrolle unterliegt. Das bedeutet, dass man den äußeren Schließmuskel bewusst relaxieren und so eine willentliche Miktion herbeiführen kann


Die Harnröhre der Frau ist durch Östrogenwirkung sehr elastisch. Östrogene sorgen dafür, dass die Schleimhaut der Harnröhreninnenwand viele ineinander greifende Falten bildet und so ein dichter Verschluss entsteht. Bei Östrogenmangel wird diese Fältelung gemindert und eine Herabsetzung des Verschlussmechanismus induziert 


Der Beckenboden

Der Beckenboden schützt mit seinem knöchernen Rahmen, seinen komplexen Faszien und Muskeln die Beckenorgane und sichert durch seine stützende Funktion auch das Schließmuskelsystem der Harnblase und des Enddarms. Demzufolge hat der Beckenboden eine sehr wichtige Aufgabe bei der Erhaltung der Kontinenz. Die Beckenbodenmuskulatur kann willkürlich kontrahiert werden. Dies ist vor allem bei der Prävention und der Therapie der Harninkontinenz von hoher Bedeutung


Q:

Organische Säuren

A:

Organische Säuren

Z.B. werden Oxalsäure oder Zitronensäure über die Nieren ausgeschieden. Oxalsäure ist in höherer Konzentration giftig, kommt in geringer Konzentration aber auch in Lebensmitteln wie Tee (insbesondere schwarzer Tee und Pfefferminztee), in Rhabarber, in Kakao und Schokolade vor. Nierensteine bestehen meist aus Calciumoxalat und Harnsäure, die Steinbildung wird aber durch Zitronensäure, welche in Früchten vorkommt, verhindert.

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