OJ Session 4 Fragen an der Bucerius Law School | Karteikarten & Zusammenfassungen

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Erläutern Sie die zentralen Gedanken der Neo-Institutionalen Organisationstheorie von Powell und DiMaggio. 
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Neo-institutionale Theorien gibt es in verschiedenen Disziplinen, z.B. der Organisationstheorie, der Soziologie, der Politikwissenschaft und der Volkswirtschaft. Gemeinsam ist ihnen, dass sie individuelle Handlungen nicht primär durch intra-individuelle, sondern durch soziale Strukturen und Prozesse erklären.
- In der Volkswirtschaft laufen neo-institutionale Theorien unter dem Begriff Neue Institutionenökonomik. Hierzu zählt zum Beispiel die Transaktionskostentheorie von Williamson. Die neo-institutionale Organisationstheorie von Powell und DiMaggio ist der soziologisch geprägten Organisationstheorie zuzuordnen. 
1983 veröffentlichte der American Sociological Review ihren bedeutenden Artikel „The Iron Cage Revisited: Institutional Isomorphism and Collective Rationality in Organizational Fields.“ Weitere zentrale Autoren dieser soziologischen Strömung in der neo-institutionalen Organisationstheorie sind Meyer und Rowan sowie Zucker.
- Die Unterschiede zwischen den neo-institutionalen Theorien fangen damit an, was die Theorien unter einer Institution verstehen. Die neue Institutionenökonomik hat einen eng gefassten Institutionenbegriff. Sie betrachtet institutionelle Arrangements (z.B. Markt vs. Hierarchie). Diese erklärt sie als bewusste, reflektierte, adaptive Lösungen für Probleme wie Opportunismus, Informationsasymmetrie und Informationskosten: Institutionen wie Markt oder Hierarchie als effiziente Governance-Mechanismen gewählt (funktionale Erklärung). Woher die individuellen Präferenzen kommen, thematisiert die ökonomische Theorie nicht.
Dagegen haben die Soziologen einen breiten Institutionenbegriff, der von Ritualen (Händedruck) bis zu Organisationsstrukturen reicht. Die Soziologen lehnen funktionale Erklärungen ab. Sie stellen stattdessen die Beeinflussung individueller Präferenzen durch Institutionen ins Zentrum. Sie betonen normative Aspekte wie Legitimität und Ideologie sowie unterbewusste kognitive Abkürzungen und Heuristiken. Diese ermöglichen es den Soziologen zu erklären, warum auch ökonomisch ineffiziente Institutionen fortbestehen. Demzufolge machen sich Manager Rationalitätsmythen zu eigen, welche nicht mehr hinterfragt werden und allgemein akzeptiert sind. Durch Imitation dessen, was alle anderen tun, können sie nichts falsch machen, d.h., sie adoptieren die Ideen, die gerade „in Mode“ sind. Als Ergebnis des normativen (Legitimitäts-)Drucks und der kognitiven Abkürzungen weisen viele Organisationen ähnliche Strukturen auf und verändern sich in einer ähnlichen Weise (Isomorphismus). 


Bewertung:
1 Punkt: Rationalitätsmythen – nicht mehr hinterfragte Annahmen
1 Punkt: Legimitäts-Streben statt Effizienz-Streben

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Was versteht man unter „bounded rationality“? (1,5 Punkte)

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Bounded rationality geht auf die Arbeiten von Herbert Simon und James March zurück

Das Konzept gehört zur sogenannten Behavioral Theory of the Firm

Nach Simon beabsichtigen Manager, rational zu handeln, schaffen dies jedoch aufgrund kognitiver Begrenzungen jedoch nicht.

Punktevergabe:

0,5 Punkte: für den Ursprung des Konzepts (entweder Behavioral Theory of the Firm oder March und Simon)

1 Punkt: für den Schlüsselsatz „Intendedly rational but only limitedly so.“ Auch gerne in deutscher Entsprechung.

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Was versteht man unter „satisficing“?

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Satisficing beschreibt das Verhalten, in einer Entscheidungssituation die erstbeste Möglichkeit zu wählen, die den angestrebten Zweck bzw. ein zuvor definiertes Anspruchsniveau erfüllt. Das Anspruchsniveau kann sich im Zeitablauf ändern.

Anstatt Maximierung der Zielgrößen - Begnügen mit einem Niveau, das "gut genug" ist (begrenzte Kapazität zur Problemlösung).

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Warum folgen die Organisationsstrukturen von Unternehmen laut der neo- institutionalistischen Organisationstheorie (Powell und DiMaggio) Managementmoden? (3 Punkte)

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Die neo-institutionalistische Organisationstheorie betont, dass die Umwelt des Unternehmens einen Legitimationsdruck auf das Unternehmen ausübt (à Unternehmen streben nach Legitimität).

Als Rationalitätsmythen werden solche Organisationsstrukturen bezeichnet, die allgemein als effizient gelten (Rationalität), wobei diese Effizienz nicht mehr hinterfragt, sondern als gegeben angenommen wird (Mythos). Die einfachste Weise für Manager, um Legitimität für ihre Organisationstrukturen sicherzustellen, ist die Übernahme von sogenannten Practices in anderen Unternehmen oder aus der Literatur.

Wenn alle Manager und Unternehmen sich so verhalten, führt dies zu gleichförmigen Bewegungen und Strukturen. Dies nennt man in der Wissenschaft Isomorphismus, umgangssprachlich kann man von Managementmoden sprechen.

Punktevergabe:

1 Punkt: für das Streben nach Legitimität

1 Punkt: für die Tatsache, dass man Legitimität durch Übernahme von bekannten und allgemein anerkannten Rezepten erlangen kann (Rationalitätsmythen)

1 Punkt: für die Aussage, dass dies zu ähnlichen organisatorischen Lösungen führt, wenn alle die gleichen kulturellen Prägungen haben. In diesem Zusammenhang sollte das Schlagwort Isomorphismus fallen

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Was ist nach der neo-institutionalistischen Organisationstheorie ein wichtiges Kriterium im Handeln von Managern?

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Das Handeln von anderen Managern und vergangene Entscheidungen.

In dieser Organisationstheorie geht man davon aus, dass ein Manager bei jemanden Rechtschaffenheit abzulegen habe. Geht man davon aus, dass ein Manager volkommen frei in seinen Entscheidung gen ist und nicht in der Abhängigkeit eines Arbeitsverhältnisses steht, so kann er seine Entscheidungen frei treffen, unabhängig davon, ob jemand seine Entscheidung unterstützt. Ein weiteres Kriterium der Theorie ist, dass der Manager seine Entscheidungen nach dem Grad der Legitimation und nicht dem objektiven Wohl des Unternehmens trifft
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Was ist der Fachbegriff für die Beobachtung, dass viele Unternehmen ähnliche Strukturen annehmen?
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Die Herausbildung ähnlicher Organisationsstrukturen zwischen Unternehmen bezeichnet man als Isomorphismus

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Erklären Sie die Herausforderung des Verhältnisses von Eigentümern und Managern in den Begriffen der Prinzipal-Agenten-Theorie.
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Prinzipal (Besitzer) beauftragt den Agenten (Manager) mit der Führung seines Unternehmens gegen Entlohnung (1 Punkt)

Dabei kommt es zu einer Situation der asymmetrischen Informationsverteilung, in der der Agent mehr über die Beschaffenheit seines Handels und die Situation des Unternehmens weiß als der Prinzipal (1 Punkt)

Aufgrund dieser unterschiedlichen Infomationslage kann der Prinzipal das Handel des Agenten nicht vollständig überprüfen (1 Punkt)

Dies ermöglicht es dem Agenten prinzipiell, Handlungen zu vollziehen, die nicht nur der Nutzenmaximierung des Prinzipals dienen, sondern vor allem der eigenen (1 Punkt)

Verträge können ein Mittel sein, dies zu verhindern (1 Punkt)

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Sind Manager Prinzipal oder Agent? Nennen Sie ggf. Beispiele. 
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Manager sind sowohl Prinzipale als auch Agenten.

Gegenüber den Kapitaleignern sind die Topmanager Agenten, während sie gegenüber den mittleren Managern Prinzipale sind.

Die mittleren Manager sind Agenten des Topmanagements und Prinzipale der Mitarbeiter.

Punktevergabe:

0,5 Punkte: Nennung, dass Manager beides sind (muss als Antwort genannt werden, ansonsten keine 0,5 Punkte)

0,5 Punkte: Erklärung, wem gegenüber Manager Prinzipale sind

0,5 Punkte: Erklärung, wem gegenüber Manager Agenten sind

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Welche Theorie des Manager-Handelns würde argumentieren: “Structure also follows fashion“? 
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Neo-institutionalistische Organisationstheorien betonen, dass Manager nach Legitimität ihrer Entscheidungen streben. Dazu machen sie sich Rationalitätsmythen zu eigen, die die Öffentlichkeit als selbstverständlich ansieht. Durch Imitation dessen, was alle anderen tun, können sie nichts falsch machen. Im Ergebnis entwickeln sich viele Organisationen in einer isomorphen Weise, d.h., sie adoptieren die Ideen, die gerade „in Mode“ sind.
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Was bezeichnet Max Weber als stahlhartes Gehäuse? 
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Bürokratische Organisationen umschließen den Menschen nach Weber wie stahlharte Gehäuse. Bürokratien sind eine Form legaler Herrschaft, aber dennoch eine Form von Herrschaft, also Weisung und Gehorsam. Durch die Definition von Zuständigkeitsbereichen, Prozeduren und Berichtslinien halten Organisationen ihre Mitglieder in einem Handlungskorsett. Die Organisation aller Lebensbereiche nach dem Prinzip der Rationalität erstickt paradoxerweise die durch Vernunft errungene Freiheit der Menschen.


Bewertung:
Es reicht, wenn Studierende Wörter wie Bürokratie, Organisation oder Hierarchie erwähnen.

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Diskutieren Sie, welche Ideen Frederick Taylors eine Renaissance erleben, wenn die Arbeitsnormen für Mitarbeiter durch Algorithmen definiert werden (z.B. der „next best move“ im Vertrieb). 
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Frederick Taylor entwickelte ein Bündel von Management-Prinzipien, das er als Scientific Management bezeichnete. Eines der Prinzipien ist die Annahme eines „one best way“ für jeden Arbeitsschritt. Ein weiteres Prinzip ist die Ermittlung des „one best way“ durch Experten auf Basis von Zeit- und Bewegungsstudien. Dies bringt ein weiteres Prinzip mit sich: die Trennung von Arbeitsplanung und Arbeitsausführung. Die Annahme unserer Zeit, dass Maschinen Muster lernen und Algorithmen Muster besser als Menschen erkennen können, ist eine Renaissance der Trennung von Planung und Ausführung. In der modernen Variante ersetzt ein Algorithmus das Arbeitsbüro. Von einer höheren Warte betrachtet, ist das moderne Managementdenken eine Wiederbelebung der Wissenschafts- und Methodengläubigkeit, die schon Anfang des 20. Jahrhunderts verbreitet war.


Bewertung:
2 Punkte: Studierende erkennen, dass Algorithmen die Trennung von Planung und Ausführung wiederholen.
1 Punkt: Studierende benennen Taylor als Vordenker des Scientific Management.


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Erläutern Sie die zentralen Gedanken der Neo-Institutionalistischen Organisationstheorie von Powell und DiMaggio.

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Der Manager fungiert als „Legitimizer“. In Entscheidungsprozessen wird stark auf Heuristiken und vergangene Entscheidungsmuster zurückgegriffen. Externe, kulturelle Vorbilder haben einen starken Einfluss und dienen als Legitimation auf der Suche nach Rechtfertigungsmöglichkeiten. Rationalitätsmythen werden nicht hinterfragt, sondern verfolgt, sodass sich Unternehmen häufig imitieren (Isomorphismus), um ihre Aktivitäten mit der aktuellen Mode zu rechtfertigen. Oft werden zum Zweck der Legitimation auch Berater beauftragt, die dann unangenehme, allen bereits bekannte Wahrheiten aussprechen, wodurch sich der Manager als Legitimizer auf diese Expertenmeinungen berufen kann und Verantwortung von sich weist
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Q:
Erläutern Sie die zentralen Gedanken der Neo-Institutionalen Organisationstheorie von Powell und DiMaggio. 
A:
Neo-institutionale Theorien gibt es in verschiedenen Disziplinen, z.B. der Organisationstheorie, der Soziologie, der Politikwissenschaft und der Volkswirtschaft. Gemeinsam ist ihnen, dass sie individuelle Handlungen nicht primär durch intra-individuelle, sondern durch soziale Strukturen und Prozesse erklären.
- In der Volkswirtschaft laufen neo-institutionale Theorien unter dem Begriff Neue Institutionenökonomik. Hierzu zählt zum Beispiel die Transaktionskostentheorie von Williamson. Die neo-institutionale Organisationstheorie von Powell und DiMaggio ist der soziologisch geprägten Organisationstheorie zuzuordnen. 
1983 veröffentlichte der American Sociological Review ihren bedeutenden Artikel „The Iron Cage Revisited: Institutional Isomorphism and Collective Rationality in Organizational Fields.“ Weitere zentrale Autoren dieser soziologischen Strömung in der neo-institutionalen Organisationstheorie sind Meyer und Rowan sowie Zucker.
- Die Unterschiede zwischen den neo-institutionalen Theorien fangen damit an, was die Theorien unter einer Institution verstehen. Die neue Institutionenökonomik hat einen eng gefassten Institutionenbegriff. Sie betrachtet institutionelle Arrangements (z.B. Markt vs. Hierarchie). Diese erklärt sie als bewusste, reflektierte, adaptive Lösungen für Probleme wie Opportunismus, Informationsasymmetrie und Informationskosten: Institutionen wie Markt oder Hierarchie als effiziente Governance-Mechanismen gewählt (funktionale Erklärung). Woher die individuellen Präferenzen kommen, thematisiert die ökonomische Theorie nicht.
Dagegen haben die Soziologen einen breiten Institutionenbegriff, der von Ritualen (Händedruck) bis zu Organisationsstrukturen reicht. Die Soziologen lehnen funktionale Erklärungen ab. Sie stellen stattdessen die Beeinflussung individueller Präferenzen durch Institutionen ins Zentrum. Sie betonen normative Aspekte wie Legitimität und Ideologie sowie unterbewusste kognitive Abkürzungen und Heuristiken. Diese ermöglichen es den Soziologen zu erklären, warum auch ökonomisch ineffiziente Institutionen fortbestehen. Demzufolge machen sich Manager Rationalitätsmythen zu eigen, welche nicht mehr hinterfragt werden und allgemein akzeptiert sind. Durch Imitation dessen, was alle anderen tun, können sie nichts falsch machen, d.h., sie adoptieren die Ideen, die gerade „in Mode“ sind. Als Ergebnis des normativen (Legitimitäts-)Drucks und der kognitiven Abkürzungen weisen viele Organisationen ähnliche Strukturen auf und verändern sich in einer ähnlichen Weise (Isomorphismus). 


Bewertung:
1 Punkt: Rationalitätsmythen – nicht mehr hinterfragte Annahmen
1 Punkt: Legimitäts-Streben statt Effizienz-Streben

Q:

Was versteht man unter „bounded rationality“? (1,5 Punkte)

A:

Bounded rationality geht auf die Arbeiten von Herbert Simon und James March zurück

Das Konzept gehört zur sogenannten Behavioral Theory of the Firm

Nach Simon beabsichtigen Manager, rational zu handeln, schaffen dies jedoch aufgrund kognitiver Begrenzungen jedoch nicht.

Punktevergabe:

0,5 Punkte: für den Ursprung des Konzepts (entweder Behavioral Theory of the Firm oder March und Simon)

1 Punkt: für den Schlüsselsatz „Intendedly rational but only limitedly so.“ Auch gerne in deutscher Entsprechung.

Q:

Was versteht man unter „satisficing“?

A:

Satisficing beschreibt das Verhalten, in einer Entscheidungssituation die erstbeste Möglichkeit zu wählen, die den angestrebten Zweck bzw. ein zuvor definiertes Anspruchsniveau erfüllt. Das Anspruchsniveau kann sich im Zeitablauf ändern.

Anstatt Maximierung der Zielgrößen - Begnügen mit einem Niveau, das "gut genug" ist (begrenzte Kapazität zur Problemlösung).

Q:

Warum folgen die Organisationsstrukturen von Unternehmen laut der neo- institutionalistischen Organisationstheorie (Powell und DiMaggio) Managementmoden? (3 Punkte)

A:

Die neo-institutionalistische Organisationstheorie betont, dass die Umwelt des Unternehmens einen Legitimationsdruck auf das Unternehmen ausübt (à Unternehmen streben nach Legitimität).

Als Rationalitätsmythen werden solche Organisationsstrukturen bezeichnet, die allgemein als effizient gelten (Rationalität), wobei diese Effizienz nicht mehr hinterfragt, sondern als gegeben angenommen wird (Mythos). Die einfachste Weise für Manager, um Legitimität für ihre Organisationstrukturen sicherzustellen, ist die Übernahme von sogenannten Practices in anderen Unternehmen oder aus der Literatur.

Wenn alle Manager und Unternehmen sich so verhalten, führt dies zu gleichförmigen Bewegungen und Strukturen. Dies nennt man in der Wissenschaft Isomorphismus, umgangssprachlich kann man von Managementmoden sprechen.

Punktevergabe:

1 Punkt: für das Streben nach Legitimität

1 Punkt: für die Tatsache, dass man Legitimität durch Übernahme von bekannten und allgemein anerkannten Rezepten erlangen kann (Rationalitätsmythen)

1 Punkt: für die Aussage, dass dies zu ähnlichen organisatorischen Lösungen führt, wenn alle die gleichen kulturellen Prägungen haben. In diesem Zusammenhang sollte das Schlagwort Isomorphismus fallen

Q:

Was ist nach der neo-institutionalistischen Organisationstheorie ein wichtiges Kriterium im Handeln von Managern?

A:

Das Handeln von anderen Managern und vergangene Entscheidungen.

In dieser Organisationstheorie geht man davon aus, dass ein Manager bei jemanden Rechtschaffenheit abzulegen habe. Geht man davon aus, dass ein Manager volkommen frei in seinen Entscheidung gen ist und nicht in der Abhängigkeit eines Arbeitsverhältnisses steht, so kann er seine Entscheidungen frei treffen, unabhängig davon, ob jemand seine Entscheidung unterstützt. Ein weiteres Kriterium der Theorie ist, dass der Manager seine Entscheidungen nach dem Grad der Legitimation und nicht dem objektiven Wohl des Unternehmens trifft
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Q:
Was ist der Fachbegriff für die Beobachtung, dass viele Unternehmen ähnliche Strukturen annehmen?
A:

Die Herausbildung ähnlicher Organisationsstrukturen zwischen Unternehmen bezeichnet man als Isomorphismus

Q:
Erklären Sie die Herausforderung des Verhältnisses von Eigentümern und Managern in den Begriffen der Prinzipal-Agenten-Theorie.
A:

Prinzipal (Besitzer) beauftragt den Agenten (Manager) mit der Führung seines Unternehmens gegen Entlohnung (1 Punkt)

Dabei kommt es zu einer Situation der asymmetrischen Informationsverteilung, in der der Agent mehr über die Beschaffenheit seines Handels und die Situation des Unternehmens weiß als der Prinzipal (1 Punkt)

Aufgrund dieser unterschiedlichen Infomationslage kann der Prinzipal das Handel des Agenten nicht vollständig überprüfen (1 Punkt)

Dies ermöglicht es dem Agenten prinzipiell, Handlungen zu vollziehen, die nicht nur der Nutzenmaximierung des Prinzipals dienen, sondern vor allem der eigenen (1 Punkt)

Verträge können ein Mittel sein, dies zu verhindern (1 Punkt)

Q:
Sind Manager Prinzipal oder Agent? Nennen Sie ggf. Beispiele. 
A:

Manager sind sowohl Prinzipale als auch Agenten.

Gegenüber den Kapitaleignern sind die Topmanager Agenten, während sie gegenüber den mittleren Managern Prinzipale sind.

Die mittleren Manager sind Agenten des Topmanagements und Prinzipale der Mitarbeiter.

Punktevergabe:

0,5 Punkte: Nennung, dass Manager beides sind (muss als Antwort genannt werden, ansonsten keine 0,5 Punkte)

0,5 Punkte: Erklärung, wem gegenüber Manager Prinzipale sind

0,5 Punkte: Erklärung, wem gegenüber Manager Agenten sind

Q:
Welche Theorie des Manager-Handelns würde argumentieren: “Structure also follows fashion“? 
A:
Neo-institutionalistische Organisationstheorien betonen, dass Manager nach Legitimität ihrer Entscheidungen streben. Dazu machen sie sich Rationalitätsmythen zu eigen, die die Öffentlichkeit als selbstverständlich ansieht. Durch Imitation dessen, was alle anderen tun, können sie nichts falsch machen. Im Ergebnis entwickeln sich viele Organisationen in einer isomorphen Weise, d.h., sie adoptieren die Ideen, die gerade „in Mode“ sind.
Q:
Was bezeichnet Max Weber als stahlhartes Gehäuse? 
A:

Bürokratische Organisationen umschließen den Menschen nach Weber wie stahlharte Gehäuse. Bürokratien sind eine Form legaler Herrschaft, aber dennoch eine Form von Herrschaft, also Weisung und Gehorsam. Durch die Definition von Zuständigkeitsbereichen, Prozeduren und Berichtslinien halten Organisationen ihre Mitglieder in einem Handlungskorsett. Die Organisation aller Lebensbereiche nach dem Prinzip der Rationalität erstickt paradoxerweise die durch Vernunft errungene Freiheit der Menschen.


Bewertung:
Es reicht, wenn Studierende Wörter wie Bürokratie, Organisation oder Hierarchie erwähnen.

Q:
Diskutieren Sie, welche Ideen Frederick Taylors eine Renaissance erleben, wenn die Arbeitsnormen für Mitarbeiter durch Algorithmen definiert werden (z.B. der „next best move“ im Vertrieb). 
A:

Frederick Taylor entwickelte ein Bündel von Management-Prinzipien, das er als Scientific Management bezeichnete. Eines der Prinzipien ist die Annahme eines „one best way“ für jeden Arbeitsschritt. Ein weiteres Prinzip ist die Ermittlung des „one best way“ durch Experten auf Basis von Zeit- und Bewegungsstudien. Dies bringt ein weiteres Prinzip mit sich: die Trennung von Arbeitsplanung und Arbeitsausführung. Die Annahme unserer Zeit, dass Maschinen Muster lernen und Algorithmen Muster besser als Menschen erkennen können, ist eine Renaissance der Trennung von Planung und Ausführung. In der modernen Variante ersetzt ein Algorithmus das Arbeitsbüro. Von einer höheren Warte betrachtet, ist das moderne Managementdenken eine Wiederbelebung der Wissenschafts- und Methodengläubigkeit, die schon Anfang des 20. Jahrhunderts verbreitet war.


Bewertung:
2 Punkte: Studierende erkennen, dass Algorithmen die Trennung von Planung und Ausführung wiederholen.
1 Punkt: Studierende benennen Taylor als Vordenker des Scientific Management.


Q:

Erläutern Sie die zentralen Gedanken der Neo-Institutionalistischen Organisationstheorie von Powell und DiMaggio.

A:
Der Manager fungiert als „Legitimizer“. In Entscheidungsprozessen wird stark auf Heuristiken und vergangene Entscheidungsmuster zurückgegriffen. Externe, kulturelle Vorbilder haben einen starken Einfluss und dienen als Legitimation auf der Suche nach Rechtfertigungsmöglichkeiten. Rationalitätsmythen werden nicht hinterfragt, sondern verfolgt, sodass sich Unternehmen häufig imitieren (Isomorphismus), um ihre Aktivitäten mit der aktuellen Mode zu rechtfertigen. Oft werden zum Zweck der Legitimation auch Berater beauftragt, die dann unangenehme, allen bereits bekannte Wahrheiten aussprechen, wodurch sich der Manager als Legitimizer auf diese Expertenmeinungen berufen kann und Verantwortung von sich weist
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