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Besatzungszonen Deutschland

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Geschichte

In diesem Artikel geht es um die Besatzungszonen in Deutschland. Nach der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht (8. Mai 1945) und vor der Gründung der BRD (23. Mai 1949) und der DDR (7. Oktober 1949)
war Deutschland in Besatzungszonen geteilt.



Abbildung 1: Aufteilung Deutschland nach Ende des Zweiten Weltkrieges
Quelle: hdg.de



Vorgeschichte der Besatzungszonen


Schon während des Zweiten Weltkrieges, haben die Alliierten verschiedene Pläne geschmiedet, was aus Deutschland nach dem Krieg wird. Bei drei Treffen zwischen den jeweiligen Staatsoberhäuptern der USA (erst Roosevelt, dann Truman), dem Vereinigten Königreich (erst Churchill, dann Attlee) und der Sowjetunion (Stalin) wurde die Aufteilung Deutschlands konkretisiert. Diese waren:



Das besiegte Deutschland wurde gemäß dem Zonenprotokoll oder auch Londoner Vereinbarung (1944) genannt in Besatzungszonen geteilt. Endgültig wurden die Grenzen auf der Potsdamer Konferenz gezogen.

Zu Beginn waren die Besatzungsmächte nur die Hauptsiegermächte USA, das Vereinigte Königreich und die Sowjetunion. Trotz anfänglichem Widerstandes der Sowjetunion und der USA wurde auch Frankreich in die Reihe der Besatzungsmächte aufgenommen. 


Weitere Informationen zu den Konferenzen findest du in den jeweiligen Artikeln.



Ziele der Besatzungsmächte


Zum Ende des Krieges zeigten sich schnell die ideologischen Gegensätze zwischen Kommunismus und Kapitalismus. Dies führte zu machtpolitischen Differenzen zwischen den Mitgliedern der Anti-Hitler-Koalition.


Die Pläne der Sowjetunion waren:


  • eine Verschiebung ihrer Grenzen nach Westen, auf Kosten Polens und Deutschlands
  • die Etablierung sozialistischer Satellitenstaaten
  • hohe Reparationszahlungen
  • Oder-Neiße-Grenze, als deutsche Ostgrenze


Die Westmächte hatten zunächst als Hauptziel die gemeinsame Zerschlagung der faschistischen Diktaturen in Europa. Aber auch die Ausbreitung des Kommunismus war den Westmächten ein Dorn im Auge. Trotzdem gaben sie den Sowjets einige Zugeständnisse.

Ansonsten wurde eine umfassende Demokratisierung und Entnazifizierung in den Westzonen als Ziel gesetzt.

Frankreich behinderte die gemeinsame Politik der Westmächte, da sie die dauerhafte politische und wirtschaftliche Schwächung Deutschlands als Ziel hatten.


Pläne einer kompletten Zerstückelung Deutschlands oder der Zerstörung der deutschen Wirtschaft wurde nach Kriegsende von keiner Nation mehr verfolgt.



Die Besatzungszonen


Insgesamt wurde Deutschland in vier Besatzungszonen geteilt. Die höchste Regierungsgewalt über das deutsche Staatsgebiet wurde von dem gemeinsamen Alliierten Kontrollrat ausgeübt. Dieser bestand aus den vier Militärgouverneuren der vier Besatzungsmächte. 

Auf regionaler Ebene verwalteten sich die deutschen Landkreise und Städte selbst, aber immer nach Rücksprache mit den alliierten Behörden.



Trizone bzw. Bizone


Als Trizone auch Westzonen genannt, werden die Besatzungszonen der westlichen Siegermächte bezeichnet.

Gerade die amerikanische und britische Zone erhielten schon früh Hilfslieferungen zum Wiederaufbau. Es wurden auch umfassende Maßnahmen zur Demokratisierung und Entnazifizierung durchgeführt.

Zuerst schlossen sich 1947 die amerikanische und die britische Zone zur Vereinigten Wirtschaftszone, der Bizone zusammen. Mit der Währungsreform und der damit eingehenden Einführung der deutschen Mark schloss sich auch die französische Zone an. Die Bizone wurde somit zur Trizone.
Die drei westlichen Besatzungszonen bilden die Grundlage der Bundesrepublik Deutschland (BRD).

Das Besatzungsstatut vom 10. April 1949, sorgte für Kontrollrechte und eine Überwachung über die künftige Bundesrepublik durch die drei Westalliierten.
Endgültig endete die Besatzung durch die Westmächte durch die Pariser Verträge am 5. Mai 1955. Damit erhielt Westdeutschland wieder die volle Macht eines souveränen Staates über die inneren und äußeren Angelegenheiten. Endgültig endete der alliierte Einfluss aber erst mit der Wiedervereinigung und dem Zwei-plus-Vier-Vertrag (1990/1991).

 

Amerikanische Zone


Die amerikanische Zone bestand aus den Gebieten:


  • Bayern
  • Groß-Hessen
  • Württemberg-Baden
  • Bremen (als Versorgungshafen)

Britische Zone


Die britische Zone bestand aus den Gebieten:


  • Schleswig-Holstein
  • Hamburg
  • Nordrhein-Westfalen
  • Niedersachsen

Französische Zone


Die französische Zone bestand aus den Gebieten:


  • Rheinland-Pfalz
  • Südbaden
  • Württemberg-Hohenzoller


Das Saarland befand sich auch in der französischen Zone, aber bildete eine Sonderrolle.
Bis 1946 war es ein regulärer Teil der französischen Besatzungszone, wurde dann aber in die politische Unabhängigkeit von Deutschland entlassen. Das Saarland ließ sich, aber außenpolitisch von Frankreich vertreten und führte als Währung die französische Franc ein. Erst 1957 trat das Saarland in die Bundesrepublik ein und war wirtschaftlich noch bis 1959 an Frankreich angebunden.


Sowjetische Zone (SBZ)


Die sowjetische Zone bestand aus den Gebieten:


  • Brandenburg
  • Thüringen
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Mecklenburg-Vorpommern


Im Gegensatz zu den westlichen Zonen führte die Sowjetunion eine umfassende Demontage von Industrieanlagen als Reparationsleistung durch.


Da die ideologischen Gegensätze ohne gemeinsamen Gegner nicht mehr überwindbar waren und sich der Kalte Krieg immer mehr anbahnte, schloss sich die sowjetische Zone nicht der Trizone an.
Im Gegenteil sogar. Die sowjetische Zone wurde Stück für Stück zu einem eigenständigen sozialistischen Staat geformt. Beispielsweise durch den Zusammenschluss der kommunistischen KPD und der sozialdemokratischen SPD zur sozialistischen SED oder der Gründung einer eigenen Währung.


Dies alles führte dazu, dass die Sowjetische Zone 1949 in die Deutsche Demokratische Republik (DDR) aufging und die Teilung Deutschlands besiegelt wurde. Die DDR wurde im Westen noch lange als SBZ bezeichnet, da sie nicht als eigenständiger Staat anerkannt wurde. Die DDR war immer stark von der Sowjetunion abhängig und erlangte erste volle Souveränität mit der deutschen Wiedervereinigung und dem Zwei-plus-Vier-Vertrag.



Sonderstatus Berlin


Berlin als ehemalige Hauptstadt des deutschen Reiches bildete einen Sonderstatus. Mitten in der sowjetischen Zone wurde Berlin in vier Sektoren zwischen den Siegermächten aufgeteilt. Die zunehmende Spannung zwischen dem Osten und dem Westen belastete auch die Berliner Bevölkerung. So wollten die Sowjets Berlin nach der Gründung der Vereinigten Wirtschaftszone vom Westen und somit von wichtigen Versorgungsgütern abtrennen. Die US-Luftwaffe versorgte Berlin aber mit einer Luftbrücke und den sogenannten Rosinenbombern.


Es kam zu keiner Einigung über den Verbleib der geteilten Stadt. Während der östliche Teil sogar die Hauptstadt der DDR wurde, verblieb der westliche Teil bei den westlichen Mächten und später bei der Bundesrepublik.



Sonstige Gebiete


Östlich der Oder


  • Die Gebiete östlich der Oder gerieten nicht in Besatzungsstatut, sondern wurden direkt unter die Kontrolle der Sowjetunion und Polen gebracht. 
  • Polen erhielt die Gebiete Schlesien, Hinterpommern und das südliche Ostpreußen.
  • Die Sowjetunion gliederte das nördliche Ostpreußen in ihr Staatsgebiet ein.
  • Die Annexion der deutschen Ostgebiete führte zur Flucht und Vertreibung der ansässigen deutschen Bevölkerung.


Österreich


Österreich wurde genauso wie Deutschland in vier Besatzungszonen geteilt. Auch die Hauptstadt Wien wurde in vier Sektoren geteilt. Die Besatzung dauerte von 1945 bis 1955, führte aber zu keinem geteilten Staat. Nach dem Staatsvertrag von 1955 bekam Deutschland auch seine volle Souveränität zurück. Von da an agierte Österreich als unabhängiger und neutraler Staat.



Das Wichtigste zu den Besatzungszonen in Deutschland auf einen Blick!


  • Besatzungsmächte:
    • Sowjetunion
    • USA
    • Vereinigtes Königreich
    • Frankreich
  • Wirtschaftliche Zusammenarbeit der westlichen Zonen führt zur Gründung der Trizone und später der BRD
  • Sowjetische Zone trennt sich vom Rest und geht in der DDR auf
  • Berlin bleibt als geteilte Stadt
  • Dauerhafte Abtrennung der Gebiete östlich der Oder

Besatzungszonen Deutschland - Das Wichtigste auf einen Blick


  • Besatzungsmächte:
    • Sowjetunion
    • USA
    • Vereinigtes Königreich
    • Frankreich
  • Wirtschaftliche Zusammenarbeit der westlichen Zonen führt zur Gründung der Trizone und später der BRD
  • Sowjetische Zone trennt sich vom Rest und geht in der DDR auf
  • Berlin bleibt als geteilte Stadt
  • Dauerhafte Abtrennung der Gebiete östlich der Oder

Häufig gestellte Fragen zum Thema Besatzungszonen Deutschland

Die Besatzungszeit endete in Westdeutschland nach den Pariser Verträgen am 05. Mai 1955. Die volle Souveränität erlange Deutschland aber erst mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag (1990/1991).

Die vier Besatzungszonen befanden sich auf dem Gebiet des ehemaligen Deutschen Reiches. Dabei war die amerikanische im Südosten und in der Stadt Bremen, die sowjetische im Osten, die französische im Südwesten und die englische im Nordwesten.

Pläne einer deutschen Besatzung wurden schon länger in verschiedenen Konferenzen gemacht. Endgültig wurden sie aber in dem Zonenprotokoll beschrieben und und auf der Potsdamer Konferenz wurden die Grenzen endgültig festgelegt.

Die westlichen Besatzungszonen bildeten die Vereinigte Wirtschaftszone, auch Trizone genannt. Diese bildeten 1949 dann die BRD.

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