Absolutismus

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In diesem Kapitel geht es um den Absolutismus. Absolutismus bezeichnet eine Herrschaftsform in Monarchien. Der Monarch gilt dabei als ein unumschränkter Herrscher über seine Untertanen. In dieser Herrschaftsform hat der Monarch eine Machtvollkommenheit und kann frei über die Stände und Institutionen bestimmen. 




Absolutismus: Der Sonnenkönig


Wir verbinden mit dem Absolutismus die Herrschaft unter Ludwigs XIV. (Regierungszeit 1661-1715). Als beispielgebendes Vorbild steht der „Sonnenkönig“ (roi soleil) für jene Phase frühneuzeitlicher Staatlichkeit, die in einer vereinfachenden Perspektive als bewusster Kontrapunkt gegen die Vielgestaltigkeit des mittelalterlichen Feudalismus wahrgenommen wurde. 


Die Schaffung eines Staates, der von einem einheitlichen, zentralen Willen gelenkt und geformt wurde, schien Ordnung in das Chaos zu bringen. Der Monarch tritt endlich so auf, wie man sich einen „richtigen“ König vorstellte: als unumschränkter Herrscher über seine Untertanen. 


Vieles Neue dieser Zeit schien das Urteil über Ludwig XIV. zu bestätigen: 

  • Das stehende Heer, das immer einsatzbereit war und nicht mehr eigens aus dem Kreis der Vasallen einberufen werden musste. 
  • Der Ausbau einer Verwaltung, welche die Herrscherinteressen und -befehle in der Fläche durchsetzen, ohne dass der König selber vor Ort sein musste.
  • Die Schaffung des Rechtswesens und der Justiz, mit der der König als oberster Gerichtsherr auch im letzten Winkel seines Reiches mittelbar präsent war.
  • Eine staatlich gelenkte Wirtschafts- und Finanzpolitik, welche die nötigen Geldmittel zur Erhaltung des Staatsapparates schaffte.
  • Die aufwendige höfische Prachtentfaltung, die sowohl zur Darstellung der dynastischen Macht als auch zur Domestizierung des Hochadels diente.

All das schien den Wechsel in Theorie und Praxis der Staatskunst eindrucksvoll zu belegen. Den Absolutismus glaubt jeder zu verstehen, weil er letztlich das Bekannte enthält: Einer herrscht unumschränkt, alle anderen gehorchen.




Strukturelle Schwäche des Absolutismus


Man erahnt an dieser Stelle schon, dass die Geschichtswissenschaft hier erheblichen Differenzierungsbedarf angemeldet hat. Der Prunk des um den Monarchen inszenierten Hoflebens in Versailles darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Idealbild des französischen Absolutismus in der Realität so nie bestanden hat, weil der alte Antagonismus von zentraler Königsherrschaft und föderalem Gegengewicht des Adels zwar stark zu dessen Seite verschoben, insgesamt aber eben doch nicht völlig aufgehoben war.



Absolutismus – Herrschaftsrechte


Immerhin – und das unterscheidet die französische Geschichte z. B. von der deutschen – waren die französischen Könige seit dem Hochmittelalter recht erfolgreich beim Einsammeln von Herrschaftsrechten gewesen. Diese festigten sie beizeiten durch eine unterstützende moderne Verwaltungspraxis. Dennoch gab es zu jeder Zeit erhebliche Widerstände in Gestalt mächtiger Adelsgeschlechter, die sich der Tendenz zur Zentralisierung der Herrschaft mehr oder weniger erfolgreich widersetzten. 


An Nährboden gewannen die Auseinandersetzungen innerhalb des Adels durch die Glaubensspaltung infolge der Reformation. Man kann sagen, dass sich konfessionelle Spaltung und Interessenskonflikte innerhalb des Adels wechselseitig verstärkten und, dass sie das gesamte 16. Jahrhundert in Frankreich zu einem Jahrhundert der Religionskriege zwischen Katholiken und Hugenotten, den französischen Protestanten, werden ließen. 


Hiervon profitierte nun wiederum die Königsherrschaft, die als einzige überparteiliche Ordnungsmacht den Frieden langfristig garantieren konnte. Die regelmäßig wiederkehrenden Aufstände des Adels, in Frankreich Fronde (Sgl.) genannt, prägten noch die Jugend Ludwigs XIV. Die Fronde von 1648 –1653 war für den jungen Monarchen eine Schlüsselerfahrung. Die in Kindheit und Jugend erlebte Gefährdung der Monarchie ließ ihn auf Abhilfe sinnen.



Absolutismus – Kompetenzen des Monarchen 


Es gelang Ludwig XIV., den Einfluss der verbliebenen Organe ständischer Repräsentation und Partizipation weiter zurückzudrängen. 

  • Die Generalstände, eine Versammlung aus Abgeordneten aller drei Stände, waren bereits seit 1614 nicht mehr einberufen worden. 
  • Aber auch die Parlamente (parlements), über das Land verteilte Kollegialorgane des Adels, die königliche Gesetze überprüften, sie registrierten und ihnen bisweilen auch die Zustimmung verweigerten, konnte Ludwig weitgehend entmachten.

Diese Maßnahmen waren jedoch nicht auf Dauer ausgelegt.



Absolutismus – Staatsbankrott in Frankreich


Gründe für das Ende des Ancien Régime sind vielfältig. Sowohl die zahlreichen Kriege, die Frankreich unter Ludwig zum Zwecke des Territorialerwerbs führte, als auch die verschwenderische Hofhaltung in Versailles führten am Ende der langen Herrschaft Ludwigs zu einer chronischen Unterfinanzierung des Staatshaushalts. Diese sollte das gesamte 18. Jahrhundert prägen und würde einer der langfristigen Gründe für den Niedergang des Ancien Régime sein.




Absolutismus - Alles Wichtige auf einen Blick


  • Unter Absolutismus verstehen wir eine Herrschaftsform bei der ein Monarch ohne Widerstände von Institutionen oder anderen sogar politischen Gruppen regieren kann. 
  • Berühmt für diese Herrschaftsform ist der Sonnenkönig Ludwig XIV. 
  • Chronische Unterfinanzierung des Staatshaushalts zum Ende seiner Herrschaft


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Finales Absolutismus Quiz

Frage

Was versteht man unter einer Gutsherrschaft?


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Antwort

Man versteht darunter Bauern als Leibeigene auf dem Land des Adligen arbeiteten, ohne über eigenen Landbesitz zu verfügen.

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Frage

Was versteht man unter dem Lehnswesens?

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Von der Grundherrschaft unterscheidet sich dieses dadurch, dass es sich dabei um ein Treueverhältnis zwischen Freien handelte, während die abhängigen Bauern (Grundholden) zumindest formal, häufig auch faktisch, unfrei waren.

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Frage

Wie trieben die Fürsten den Landesausbau voran?

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Antwort

Die Fürsten förderten zunächst die Gründung von Städten durch Freiheitsrechte für deren Bewohner und trieben auf diese Weise den Landesausbau voran.

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Frage

Herrschaftsrechte wurden in der Regel so kleinräumig wie möglich ausgeübt, weshalb?

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Es wurde kleinräumig ausgeübt, weil die raumgreifende Verwaltung eines größeren Herrschaftsgebietes schwierig war.

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Was löste die Pilgerfahrten ab?

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Die Bildungs- und Forschungsreisen lösten die Pilgerfahrten ab.

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Frage

Was darf der Bürger nach Locke, wenn der Staat gegen unveräußerliche Naturrechte handelt?

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Nach Locke darf der Bürger dagegen Widerstand leisten.

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Frage

Was war die Grundlage von Rousseaus Überlegungen?

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Grundlage seiner Überlegungen war eine fundamentale Zivilisationskritik, die er in früheren Schriften niedergelegt hatte und die bei ihm zu einer positiven Umwertung des Naturzustandes geführt hatte.

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Frage

Was waren die Folgen der Missernte von 1774?

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Nach einer Missernte 1774 kam es 1775 zum sogenannten Mehlkrieg, einem Aufstand breiter Bevölkerungskreise gegen die gestiegenen Brotpreise.

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Frage

König Ludwig sah sich 1788 gezwungen, die Generalstände einzuberufen. Wer ist damit alles gemeint?

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Die Generalstände bestanden aus je einer gleichen Anzahl Abgeordneter (ca. 200) der drei Stände Klerus (Erster Stand), Adel (Zweiter Stand) und der restlichen Bevölkerung (Dritter Stand).

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Frage

Wie machte sich Napoleon vom Konsulat zu Kaiser?

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Antwort

Die Figur des charismatischen Herrschers, dem die Herzen der Franzosen in den ersten Jahren der Herrschaft zuflogen, spottete den Ideen der Aufklärung Hohn und belegt die mangelnde theoretische Deduzierbarkeit politischer Wirkungszusammenhänge, auch im Zeichen und im Zeitalter der Vernunft. Problematisch blieb für Napoleon indes stets die Frage seiner Legitimation. Zwar entstammte er dem niederen korsischen Adel und konnte auf seine jakobinische Vergangenheit verweisen. Dennoch blieb die Grundlage seiner Herrschaft unsicher und in gewissem Maße stimmungsabhängig. Die Euphorie über seine militärischen Heldentaten konnte schnell ins Gegenteil umschlagen. Er verfiel daher darauf, die alten dynastischen Legitimationsmuster zu reaktivieren und zu aktualisieren. Als der Senat ihm 1804 die Kaiserwürde antrug, bildete dies den Auftakt zu einer komplexen Inszenierung der napoleonischen Herrschaft, die ihrerseits die Doppeldeutigkeit von Napoleons Monarchie am Ende der Französischen Revolution vor Augen stellt. Die Kaiserkrönung am 2. 12. 1804 in der Kathedrale Notre-Dame in Paris (siehe das Bild unten von Jacques-Louis David), war bereits Teil dieser Inszenierung. Zwar war Papst Pius VII. anwesend und salbte Napoleon nach altem Brauch. Napoleon krönte sich jedoch selbst und gab damit zum Ausdruck, dass er nicht mehr Herrscher von Gottes Gnaden war, sondern ein (konstitutioneller) Monarch, den seine eigene Leistung auf den Thron geführt hatte. Entsprechend schuf er sich einen neuen Hofstaat mit prachtvoller Hofhaltung und ein neues Adelskorps, das zum großen Teil aus Militärs bestand.

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