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Nachhaltige Entwicklung

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Geografie



Nicht jedes Land auf der Welt ist gleich entwickelt. Einige Länder stehen auf einer höheren Entwicklungsstufe als andere. Um nachvollziehen zu können, wieso dies so ist, kann man sich verschiedene Theorien dazu ansehen - die sogenannten Entwicklungstheorien. 


Eine dieser Theorien ist die der nachhaltigen Entwicklung. Was es mit diesem Konzept aber genauer auf sich hat, erklären wir dir in diesem Artikel!


Was ist nachhaltige Entwicklung? 


Um erklären zu können, was genau nachhaltige Entwicklung ist, müssen wir uns erstmal mit den Begriffen Entwicklung und Nachhaltigkeit auseinandersetzen. 


Was ist Entwicklung?


Den Begriff der Entwicklung haben wir bereits in unserem Artikel über die Entwicklung von Staaten angeschnitten. 


Dabei wurde erklärt, dass sich Länder anhand von verschiedenen Merkmalen einer Entwicklungsstufe zuteilen lässt. Dabei unterscheiden wir zwischen:


  • Entwicklungsländern
  • Schwellenländern
  • Transformationsländern
  • Industrieländern


Außerdem gibt es viele verschiedene Faktoren, welche die Entwicklung eines Landes beeinflussen und veranschaulichen. Folgende Merkmale beeinflussen den Entwicklungsstand maßgeblich:


  • ökonomische Merkmale 
  • ökologische Merkmale
  • demographische Merkmale
  • gesundheitliche Merkmale 
  • soziokulturelle Merkmale
  • politische Merkmale


Wenn du mehr über die Entwicklung von Staaten wissen willst, lies dir einfach den extra Artikel zu diesem Thema durch! 


Was ist Nachhaltigkeit?

Nachhaltiges Handeln bedeutet, dass man beim Verbrauch von Rohstoffen oder anderen Erdschätzen Rücksicht auf die nachfolgenden Generationen nimmt. Dabei möchte man nicht mehr verbrauchen, als auch wieder nachwachsen kann.

Heutzutage werden alle möglichen Ressourcen intensiver genutzt als je zuvor, obwohl die meisten Ressourcen nur in einem stark begrenzten Umfang zu Verfügung stehen. Nachhaltigkeit bedeutet, mit diesen Ressourcen so zu haushalten, dass die Menschen heute nicht auf Kosten der Menschen zukünftiger Generationen oder anderer Regionen leben. 


Der Begriff der nachhaltigen Entwicklung 


Nachhaltige Entwicklung Definition 


Nachhaltige Entwicklung beschreibt also eine Entwicklung von Ländern, Staaten oder Regionen, welche zwar den Bedürfnissen der jetzigen Generationen dient, ohne aber die Möglichkeiten und Ressourcen zukünftiger Generationen zu gefährden.


Im Englischen beschreibt man diese politische Ideologie als Sustainable Development. 


Heute bezieht sich dieser Begriff sowohl auf ökonomische, soziale als auch auf ökologische Aspekte im Zuge der Nachhaltigkeit. 

Ziele für nachhaltige Entwicklung 


Wieso benötigen wir nachhaltige Entwicklung? Da jeder Mensch mehr oder weniger von den limitierten Ressourcen der Erde Gebrauch macht, betrifft auch der Nachhaltigkeitsbegriff alle Personen und alle Bereiche unseres Lebens. Das nachhaltige wirtschaftliche Handeln wird demnach zur Aufgabe der ganzen Gesellschaft. 


Die Entwicklung von Ländern und Gesellschaften muss deshalb ökologisch verträglich, sozial gerecht und wirtschaftlich leistungsfähig sein. Nachhaltige Entwicklung muss von oberster Priorität sein, da der Mensch nur eine Erde hat, welche er versuchen muss, auf Dauer bewohnbar zu erhalten. 


Nachhaltige Entwicklung in der Politik 


Das Konzept der nachhaltigen Entwicklung stellt eine Art Leitbild dar, nach welchem sich die Regierung richten muss. Die Politik muss diesen Zielen folgen und darauf hinarbeiten, die Bedürfnisse heutiger und künftiger Generationen zu erfüllen. 


Dies gilt natürlich nicht nur für die deutsche Bundesregierung, sondern in allen Teilen der Welt. 


Geschichte des Nachhaltigkeitsbegriff


Der Begriff der Nachhaltigkeit bekam 1713 erstmals eine Bedeutung in der Forstwirtschaft. Dabei wurde das Konzept von nachhaltigem Handeln mit der Waldwirtschaftung in Verbindung gebracht. 


1952 wurde der Begriff dann auf die gesamte Wirtschaft übertragen, wobei es damals hieß: 


Mit den sich erneuernden Hilfsquellen muss eine naturgemäße Wirtschaft betrieben werden, so dass sie nach dem Grundsatz der Nachhaltigkeit auch noch von den kommenden Generationen für die Deckung des Bedarfs der zahlenmäßig zunehmenden Menschheit herangezogen werden können.


aus den Grundsätzen der Interparlamentarischen Arbeitsgemeinschaft für naturgemäße Wirtschaftsweise 

Quelle via wikipedia



1980 tauchte der Begriff Nachhaltigkeit in der Zusammensetzung Sustainable development in der World Conversation Strategie auf. 


Abgesehen von früheren Verwendungen des Nachhaltigkeitsbegriffs wurde dessen heutige Bedeutung mit der Brundtland-Definition gefestigt. Diese wurde 1987 erfasst und bringt gewissermaßen die häufig auftretenden Konflikte zwischen Umweltschutz und Entwicklung in Einklang. 


Seit dieser Zeit gewann der Begriff an Bedeutung und wurde zunehmend vermehrt in Bereichen wie Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft verwendet. 


1992 wurde auf der Konferenz der Vereinigten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro der Begriff durch eine Schwerpunktsetzung neu geprägt. Die neu angestrebten Lösungsversuche waren vor allem technologisch und wissenschaftlich geprägt und es wurden konkretere Konzepte ausgearbeitet. 


Dadurch wurde die soziale Komponente der Zielsetzung in den Hintergrund gedrückt. 


Nachhaltige Entwicklung als politische Zielsetzung 


Das Konzept von nachhaltiger Entwicklung ist nun ein globales Ziel in der Politik. Um aber langfristig sichtbare Erfolge erzielen zu können, ist eine Veränderung im Umwelt- und Ressourcenverbrauch der Wirtschaft sowie im allgemeinen Konsumverhalten unabdingbar.  


Um diese Ziele zu konkretisieren, schlossen sich 178 Staaten in der Rio-Deklaration unter dem Dach der Vereinigten Nationen zusammen. Außerdem verpflichteten sich die Staaten in der Agenda 21. 


Die Agenda 21 ist ein Programm von Aktionen, welches konkrete Handlungsempfehlungen für ein nachhaltiges Handeln in allen Bereichen ausspricht. 


Die Agenda 21


Die Agenda 21 ist ebenso bedeutend wie die Rio-Deklaration über Umwelt und Entwicklung und stellt ein wichtiges Programm dar, für die Konkretisierung von Nachhaltigkeitszielen. Sie entstand in dem Gipfel der Vereinigten Nationen in 1992. Im Gegensatz zur Rio-Deklaration enthält die Agenda 21 über allgemeinverbindliche Prinzipien und außerdem konkrete Aktionsprogramme, welche nachhaltiges Handeln empfehlen und anweisen. 


Diese Programme weisen alle wirtschaftliche Subjekte dazu an, die Ziele der Nachhaltigkeit in die Praxis umzusetzen, um ein wirtschaftlich orientiertes Handeln und Entwickeln mit einem dauerhaften Schutz der natürlichen Lebensgrundlage zu vereinen. 


In diesem Sinne enthält die Agenda vor allem langfristige Strategien für die Regierungen. 


Die 2030 Agenda 


 Die nachhaltige Entwicklung steht international zur Diskussion, weshalb 2015 im Rahmen der Agenda 2030 der Vereinigten Nationen 17 Ziele für diese neue Art der Entwicklung beschlossen wurden. Sie werden auch "Sustainable Development Goals (SDGs) genannt. Am 01. Januar 2016 trat die Agenda 2030 in Kraft. 


Die Agenda 2030 umfasst 17 politische Ziele für nachhaltige Entwicklung. Diese wurden von den Vereinigten Nationen beschlossen und sollen dazu dienen, weltweit ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen und dabei gleichzeitig die natürliche Lebensgrundlage langfristig und dauerhaft bewahren. Die Agenda verlangt, dass sich alle Staaten in ihrem Handeln an diesen Zielen orientieren. 


Die nachhaltige Entwicklung zielt also darauf ab, wirtschaftlichen Wohlstand zu ermöglichen, für sozialen Ausgleich zu sorgen und die natürlichen Lebensgrundlagen für die kommenden Generationen zu bewahren. 


Mehr zur 2030 Agenda erfährst du in unserem dazugehörigen Artikel. Klicke einfach auf den Begriff und du gelangst direkt zu ihm. 


Interpretation des Nachhaltigkeitsbegriffs


Leider ergeben sich aber auch Probleme aus dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung. Denn die Zustimmung der Länder an allgemeinen Konzepten bringt einen großen Interpretationsspielraum mit sich, wodurch nahezu jede Auslegung und Verwendung des Begriffs "Nachhaltigkeit" möglich wird. 


Kernelemente der nachhaltigen Entwicklung 


Das Verständnis für Nachhaltigkeit und der Wunsch nach nachhaltiger Entwicklung basieren vor allem auf einem anthropozentrischem und bedürfnisorientierten Weltbild, sowie einer Ethik, welche auf Gerechtigkeit zwischen und innerhalb einer Gesellschaft beruht. 


Ein anthropozentrisches Weltbild meint, dass sich der Mensch selbst als den Mittelpunkt der Realität der Welt betrachtet. Diese Weltanschauung stellt den Menschen und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt und die Natur stellt die Umwelt dar. Demnach entsteht für den Menschen nur eine ethische Verpflichtung gegenüber der Natur, wenn dies auch dem Willen des Menschen entspricht. 



Dimensionen von nachhaltiger Entwicklung 


Um das politische Ziel der nachhaltigen Entwicklung verfolgen zu können, muss man drei unterschiedliche Problemdimensionen definieren: 


  • die ökonomische Dimension von Nachhaltigkeit 
  • die ökologische Dimension von Nachhaltigkeit 
  • die soziale Dimension von Nachhaltigkeit 


Politische Diskussionen kreisen meistens um die Gewichtung oder Ausgestaltung dieser drei unterschiedlichen Dimensionen. 


1. ökonomische Dimension 


Die ökonomische Dimension der Nachhaltigkeit beschäftigt sich mit dem Kapital. Besser gesagt befasst sie sich mit langfristigen Erträgen, welche aus der Nutzung der vorhandenen Ressourcen entstehen. Sie stellt dadurch eine klare Gegenposition zu einer Wirtschaftspolitik dar, welche durch kurzfristige Gewinne stetiges Wirtschaftswachstum erzielt. 


Jedoch gilt diese Logik normalerweise als eine nötige Prämisse, um sich als Staat entwickeln zu können. Daher bleibt ein quantitatives Wachstum immer noch von Bedeutung, um vor allem Entwicklungsländern voranbringen zu können. 


2. ökologische Dimension 


Die ökologische Dimension der Nachhaltigkeit beschreibt die Problematik, dass der Wert der Natur und die Endlichkeit der natürlichen Ressourcen schwer mit materiellen Maßstäben messbar ist. 


Die nachweisbare Endlichkeit der Ressourcen zwingt dazu, die bestehende Natur mit ihren Schätzen zu erhalten und darüber hinausgehend die ökologischen Bedingungen des menschlichen Überlebens zu sichern. 


3. soziale Dimension


Die soziale Dimension der Nachhaltigkeit befasst sich mit der Verteilungsgerechtigkeit. Damit ist der Zugang zu Ressourcen und Chancen in Ländern, Regionen und Gesellschaften gemeint. Außerdem befasst sich die Dimension vor allem mit dem sozialen Konflikt zwischen Industrie- und Entwicklungsländern. Ziele sind dabei die Befriedigung der Grundbedürfnisse in allen Teilen der Welt und die Gleichstellung der Geschlechter. 


Alle drei Dimensionen stehen in Verbindung und beeinflussen sich gegenseitig. Diese Wechselbeziehungen kann man vor allem in sehr armen Regionen deutlich erkennen, wo zum Beispiel sozioökonomischen Probleme wie Armut, Bildungsmangel oder Unterernährung auf ungünstige geografische Bedingungen oder fortschreitende Umweltzerstörung treffen. 


Als Konsequenz des Klimawandels und der Erwärmung der Erde verschlimmert sich die ohnehin schwierige ökologische Situation. 



Nachhaltige Entwicklung- das Wichtigste im Überblick


  • Nachhaltigkeit bedeutet, dass man beim Verbrauch von Rohstoffen oder anderen Erdschätzen Rücksicht auf die nachfolgenden Generationen nimmt. Dabei möchte man nicht mehr verbrachen, als auch wieder nachwachsen kann.
  • Nachhaltige Entwicklung beschreibt eine Entwicklung von Ländern, Staaten oder Regionen, welche zwar den Bedürfnissen der jetzigen Generationen dient, ohne aber die Möglichkeiten zukünftiger Generationen zu gefährden. 
  • Engl.: Sustainable Development 
  • Die Agenda 2030 umfasst 17 politische Ziele für nachhaltige Entwicklung.
  • 1987 wurde der Nachhaltigkeitsbegriff mit der Brundtland-Definition gefestigt. 
  • 1992 wurde auf der Konferenz der Vereinigten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro der Begriff durch eine andere Schwerpunktsetzung neu geprägt
  • Agenda 21 und die 2030 Agenda stellen wichtige Programme für die Konkretisierung von Nachhaltigkeitszielen dar.
  • Es gibt ökologische, ökonomische und soziale Problemdimensionen bei der nachhaltigen Entwicklung.  




Häufig gestellte Fragen zum Thema Nachhaltige Entwicklung

Dies sind die Ziele für nachhaltige Entwicklung, welche von den Vereinten  Nationen entworfen wurden.

Die nachhaltige Entwicklung und die dafür entworfenen Ziele zielen darauf ab, wirtschaftlichen Wohlstand zu ermöglichen, für sozialen Ausgleich zu sorgen und die natürliche Lebensgrundlagen für kommende Generationen zu

zu erhalten.

Das ist eine Entwicklung von Ländern, Staaten oder Regionen, welche zwar den Bedürfnissen der jetzigen Generationen dient, ohne aber die Möglichkeiten zukünftiger Generationen zu gefährden. 

Entwicklungshilfe kann nur nachhaltig sein, wenn alle Problemdimensionen der nachhaltigen Entwicklung ausreichend berücksichtigt werden.

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