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Theorie der fragmentierten Entwicklung

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Geografie

Theorie der fragmentierten Entwicklung


Nicht jedes Land auf der Welt ist gleich entwickelt. Einige Länder stehen auf einer höheren Entwicklungsstufe als andere. Um nachvollziehen zu können wieso dies so ist, kann man sich verschiedene Theorien dazu ansehen, sogenannte Entwicklungstheorien. 


Eine dieser Entwicklungstheorien ist die Theorie der fragmentierten Entwicklung. Was es mit dieser Betrachtungsweise aber genauer auf sich hat, erklären wir Dir in diesem Artikel!



Was bedeutet fragmentierte Entwicklung? 


Vorab sollten natürlich die Begriffe erklärt werden. Fragmentierende Entwicklung meint, dass am globalen Wettbewerb und seinen positiven Effekten nie ganze Länder und deren ganze Bevölkerung, sondern immer nur bestimmte Orte, teilhaben können. 


Solche Orte können zum Beispiel sogenannte Global Cities in den Industrieländern sein, genauso aber auch Exportenklaven in den Entwicklungsländern. Auch in Ländern der Dritten Welt können Teile der Bevölkerung die positiven Wohlfahrtseffekte zu spüren bekommen. 



Was besagt die Theorie der fragmentierenden Entwicklung?


In der nationalen Entwicklungspolitik ist man heute noch davon überzeugt, dass mit Hilfe des Nordens der Rückstande der Länder des Südens aufgeholt werden kann. Benötigt wird dafür technische, finanzielle und personelle Unterstützung, um eine nachholende Entwicklung in Gang zu bringen. 


Jedoch hat sich im Laufe der Zeit gezeigt, dass diese praktischen Maßnahmen der Entwicklungspolitik nicht der Schlüssel zum Erfolg waren. Entwicklungstheorien wie die Dependenztheorie oder die Modernisierungstheorie haben keine gewünschten Fortschritte erzielen können.


Dependenztheorie 


Die Dependenztheorie beruht auf der Annahme, dass die Unterentwicklung der Entwicklungsländer von exogenen Faktoren abhängt. Um zu erfahren, welche Faktoren das sein können, lies dir am besten den separaten Artikel zu dieser Theorie durch! 


Modernisierungstheorie 


Auch zu dieser Theorie findest du einen eigenen Artikel. Die Modernisierungstheorie geht nämlich, im Gegensatz zur Dependenztheorie, davon aus, dass sich die rückschrittliche Entwicklung einiger Länder oder Regionen durch endogene Merkmale erklären lässt. 



Grundannahmen der „fragmentierenden Entwicklung“ 


Der Misserfolg von anderen Entwicklungstheorien und die stetig voranschreitende Globalisierung hat dazu angeregt, die bisherigen Theorien und Zusammenhänge grundlegend zu überdenken. 


Strukturelle Veränderungen haben die neue Theorie der fragmentierenden Entwicklung zum Vorschein gebracht. 


Grundannahme der Theorie ist es nach Fred Scholz, einem deutschen Geograph, dass die Globalisierung eine wirklich umfassende Entwicklung der rückständigen Länder unmöglich für die Masse der Menschen des Südens macht. Er sagt, dass die Globalisierung und die nachholende Entwicklung fragmentierend wirkt. 


Was ist nachholende Entwicklung? 


Nachholende Entwicklung beschreibt den Aufholungsprozess, den ein Entwicklungsland durchläuft. Dabei verändert sich das Land in sozialer, demographischer, politischer oder infrastruktureller Art und Weise. 


Diese Prozesse, welche in den Industrieländern über einen großen geschichtlichen Zeitraum geschehen sind, passieren in den Entwicklungsländern in kürzester Zeit. 


Die nachholende Entwicklung basiert auf den Überlegungen der Modernisierungstheorie, welche aussagen, dass man den westlichen Entwicklungsweg direkt auf die Entwicklungsländer übertragen kann. 


Der ausbleibende Erfolg dieser Vorstellungen hatten zur Folge, dass gegenteilige Theorien aufgestellt wurden. Diese lassen sich mit der Bezeichnung der Dependenztheorie zusammenfassen. 


Das Modell globaler Fragmentierung 


Die Theorie der fragmentierenden Entwicklung stellt einen neuen Ansatz dar, welcher die Entwicklung einzelner Länder unabhängig von Klassifikationen und Nationalstaaten betrachtet. Zum Beispiel die UN oder die Weltbank verwenden verschiedene Skalen, um Länder zu klassifizieren. Man unterscheidet beispielsweise zwischen Less Developed Countries und Least Developed Countries. Es gibt aber viele weitere Klassifikationen. 


Der Ansatz relativiert diese Klassifikationen, da er die Aufmerksamkeit auf die gesamte globale Wirtschaft lenkt. Dadurch wird die Verantworlichkeit den einzelnen Nationalstaaten genommen. 



Global Cities 


In den sogenannten „globalen Orten“ des Nordens, wie zum Beispiel in New York, London oder Tokio haben zahlreiche transnationale Unternehmen oder große Finanzinstitutionen ihre Zentralen. Diese bestimmen von dort aus in hierarchischer Ordnung über das Geschehen in diesen Orten. 


Dazu kommen die wachsenden Städte in Lateinamerika, Afrika oder Süd- und Ostasien. Auch da findet man Hightech-Dienstleistungsunternehmen, Steuerparadiese oder Auslagerungsindustrien wieder. Aber vor allem die Billiglohn- und Massenkonsumgüterproduktion findet dort statt. 


Diese zwei Orte sind Angelpunkte des globalen Wettbewerb. Jedoch sind sie lediglich einzelne Regionen oder Städte und stellen deshalb auch nur einen Teil der Bevölkerung dar. Die Orte leben unter dem enormen Druck Konkurrenzfähig zu bleiben, um nicht in die sogenannte “Neue Peripherie“ abzusteigen. 


Peripherie steht für die Unterentwicklung und die Regionen welche den sogenannten Metropolen rückständig sind. Die neue Perihperie ist das was übrig bleibt, wenn man von der Wirtschaft die globalen und bedeutenden Orte abzieht. 


Die neue Peripherie steht also für den mehr oder weniger überflüssigen Anteil der Weltbevölkerung, da diese nicht als Arbeitskraft benötigt wird, keine Konkurrenz darstellt und keine nennenswerten Erzeugnisse zur Verfügung stellt. Diese Orte gehören nicht zu den globalisierten Zentren, welche das Weltmarktgeschehen beeinflussen. 



Identifikation von Arm und Reich 


Wie bereits erwähnt, betrachtet die Theorie der fragmentierten Entwicklung die Struktur von Armut und Reichtum nicht anhand von Nationalstaaten. 


Es werden stattdessen Zonen oder Fragmente definiert. Zum Beispiel werden Zonen der Armut identifiziert, welche häufig als „Ghettos“ oder „No-Go-Areas“ bezeichnet werden. 


Diese Herangehensweise kann oftmals sehr widersprüchlich wirken, da zum Beispiel Länder wie Pakistan als arm betitelt werden, obwohl es durchaus Städte wie Karachi gibt, welche geprägt sind von großem Reichtum. 


Einige dieser Städte haben Villenviertel oder Lebensstandards zu bieten, welche oftmals nicht annähernd so in nördlichen Ländern wiederzufinden sind. Allerdings liegen nur Kilometer entfernt große Slums, welche zu den „Überflüssigen“ Orten zählen. Auf sozialer Ebene sind die geografisch nahen Städte oder Zonen aber meilenweit voneinander entfernt. 



Folgerungen der Theorie 


Durch die beschriebenen Prozesse der Theorie werden bisherige Klassifikationen hinfällig. Bisher wurde vor allem nach dem Schema Nord - Süd und Dritte Welt klassifiziert. 


Durch die Theorie wird ein neues Konzept entworfen, welches nach Zonen der massen- und flächenhaften Armut und lokal begrenzten Reichtums trennt. 


Bedeutende Beispiele für die Fragmentierung sind:


  • Gated Communities
  • Rücküberweisung von Mirganten in den Süden 


Gated Communities sind geschlossene Wohnkomplexe, welche über verschiedene Arten von Zugangsbeschränkungen verfügen. Im Zuge der Fragmentierung stellen sie ein Phänomen der sozialen Abgrenzung dar. Diese geschlossenen Wohnanlagen lassen sich als Gegenreaktionen auf die Massenmigration sehen. 


Auch die Rücküberweisung von Migranten in den Süden zeigt, die soziale Abgrenzung. Die Migranten landen in der „neuen Peripherie“ und dürfen nicht in die Global Cities oder die „Inseln des Reichtums“ eintreten. 



Konsequenzen der Theorie 


Durch das neue Konzept stellt sich jedoch die Frage, ob die Entwicklungshilfe, welche von Staat zu Staat geleistet wird, überhaupt noch einen Sinn macht. Die Annahme der fragmentierenden Entwicklung könnte dazu animieren, Konzepte der EntwicklungHilfe umzustrukturieren. 


Der Chef der UNDP (United Nations Development Programme) hat bereits in der Vergangenheit dazu aufgefordert, mehr private Firmen zu gründen, welche in die Entwicklungsarbeit miteinbezogen werden sollen. Dadurch würde sich das internationale System von Entwicklungsarbeit stark verändern. 


Der Begründer der Theorie der fragmentierenden Entwicklung, Fred Scholz, sei die Forderung des UNDP Chefs aber keine positive Lösung. Er befürchtet, dass durch das Miteinbeziehen der der Firmen, ein übermäßiger Wettbewerb in der EntwicklungHilfe stattfinden würde. 

Konsequenz davon wäre, dass Armut oder Versagen dann individuell verschuldet wären und keine gesellschaftliche Verantwortung mehr entstünde. 


Scholz behauptet, dass es der Gewinnerseite, also den nördlichen Global Cities, an einer grundlegenden Einsicht fehlt. Eine Entwicklung kann nur durch einen Wertewandel und Solidarität geschehen, was konkret bedeutet, dass der reiche Teil der Bevölkerung auf Eigennutz verzichten muss.



Theorie der fragmentierten Entwicklung - das Wichtigste im Überblick 


  • Fragmentierende Entwicklung meint, dass am globalen Wettbewerb und seinen positiven Effekten nie ganze Länder und deren ganze Bevölkerung, sondern immer nur bestimmte Orte, teilhaben können.
  • Die Dependenztheorie oder die Modernisierungstheorie haben keine gewünschten Fortschritte erzielen können, weshalb die Theorie der fragmentierten Entwicklung entstanden ist.
  • Grundannahme der Theorie ist es, dass die Globalisierung eine wirklich umfassende Entwicklung der rückständigen Länder unmöglich für die Masse der Menschen des Südens macht.
  • Der Ansatz relativiert die Klassifikationen nach Nationalstaaten, da er die Aufmerksamkeit auf die gesamte globale Wirtschaft lenkt und Zonen identifiziert.
  • In den Global Cities herrscht Druck, nicht in die „Neue Peripherie“ abzurutschen. 
  • Scholz behauptet, dass eine Entwicklung in Zukunft nur durch einen Wertwandel machbar sei. 


Finales Theorie der fragmentierten Entwicklung Quiz

Frage

Welche Stadtbegriffe gibt es?

Antwort anzeigen

Antwort

statistischer Stadtbegriff

Frage anzeigen

Frage

Welche Merkmale treffen auf das Modell der islamisch-orientalischen Stadt zu?

Antwort anzeigen

Antwort

große Moschee

Frage anzeigen

Frage

Welche Arten von wirtschaftlichen Strukturwandel lassen sich unterscheiden?

Antwort anzeigen

Antwort

sektoraler Wandel

Frage anzeigen

Frage

Welche Merkmale treffen auf die US-amerikanische Stadt zu?

Antwort anzeigen

Antwort

Central Business District

Frage anzeigen

Frage

Welche Merkmale treffen auf die Lateinamerikanische Stadt zu?

Antwort anzeigen

Antwort

Ursprung: spanische Kolonialstadt

Frage anzeigen

Frage

Der "Sanfte Tourismus" ist ein Gegenentwurf zum ...

Antwort anzeigen

Antwort

Massentourismus

Frage anzeigen

Frage

Welche Standortfaktoren bestimmen z. B. die Produktionsstandorte von Konzernen?

Antwort anzeigen

Antwort

  • Rohstoffe
  • Günstige Arbeitskräfte
  • Qualifizierte Arbeitskräfte
Frage anzeigen

Frage

Welche positiven Auswirkungen hat die Globalisierung auf den Wirtschaftsstandort Deutschland?

Antwort anzeigen

Antwort

  • Globale Marktpräsenz
  • Bessere Transfermöglichkeiten von Know-How, Kapital, Waren und Dienstleistungen
  • Stärkere internationale Kooperation
Frage anzeigen

Frage

Welche negativen Auswirkungen hat die Globalisierung auf den Wirtschaftsstandort Deutschland?

Antwort anzeigen

Antwort

  • Inernationaler Anpassungsdruck
  • Standortverlagerung innländischer Unternehmen
  • Arbeitsplatzverlust und Zunahme von Arbeitslosigkeit
  • Sinkende Steuereinnahmen
  • Risiko eines sozialen Abstiegs
Frage anzeigen

Frage

Was beschreiben die Terms of Trade?

Antwort anzeigen

Antwort

Die Terms of Trade beschreiben das Preisverhältnis zwischen Export - und Importgütern.

Frage anzeigen

Frage

Mit welchen Kriterien lassen sich die Arten des Tourismus unterscheiden?


Antwort anzeigen

Antwort

• Motive der Reisenden
• Organisationsform der Reise
• Lage der Zielorte
• Art der Unterkunft
• Dauer des Urlaubs

• Binnen-, Auslands-, Ferntourismus
• Schwerpunkt der Urlaubsaktivitäten

Frage anzeigen

Frage

Welche naturgeographischen Faktoren erzeugen ein touristisches Potenzial eines Raumes?

Antwort anzeigen

Antwort

  • Relief(energie)
  • Strand und Gewässer (Wassertemperatur, Sauberkeit etc.)
  • Klima: Temperatur, Regenhäufigkeit, Schnee- und Windsicherheit, Sonnenscheindauer
  • (exotische) Tier- und Pflanzenwelt
  • beeindruckende Natur (Wüste, Vulkane, ...) und Vielfalt der Landschaftsformen

im Vergleich mit und im Unterschied

zu den Verhältnissen am Wohnort

Frage anzeigen

Frage

Welche kultur- und sozialgeographischen Faktoren erzeugen ein touristisches Potenzial eines Raumes?

Antwort anzeigen

Antwort

  • kulturelles Angebot: z. B. historische und archäologische Zeugnisse
  • infrastrukturelles Angebot: z. B. Beherbergung (Umfang, Art, Qualität, Preis : Leistung), Entertainment (z. B. Freizeitpark, Einkaufsmöglichkeiten), Sportanlagen, Dienstleistungsbetriebe (z. B. Skischulen, Andenkenläden), verkehrsinfrastrukturelle Erschließung und Anbindung
  • Image des Ortes (Prestigewert)
  • Sicherheit während des Aufenthalts
Frage anzeigen

Frage

Welche Voraussetzungen gibt es für eine steigende Reiseintensität?


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Antwort

• verkürzte Arbeitszeiten
• größerer Wohlstand
• mehr Urlaubstage
• Pauschaltourismus
• gewachsene Motorisierung
• verbilligte Flugreisen

Frage anzeigen

Frage

Positive wirtschaftliche Folgen des Fremdenverkehrs

Antwort anzeigen

Antwort

• Devisenzufluss
• positive Beschäftigungseffekte
• Zunahme des Tertiärisierungsgrades (allerdings: auch der Schattenwirtschaft)
• Trickle-down-Effekte (Sekundär- / Multiplikatoren-Effekte)
• Infrastrukturentwicklung (z. B. Kläranlagen, Trinkwasser)
• Entlastung der Hauptstadtregion in Entwicklungsländern
• Abbau regionaler Disparitäten

Frage anzeigen

Frage

Welche Ziele verfolgt der sanfte Tourismus?

Antwort anzeigen

Antwort

• Schutz und Erhalt der Landschaft
• Schaffung einer innerregional verankerten Tourismuswirtschaft
• Verflechtung der Tourismuswirtschaft mit anderen einheimischen Wirtschaftsbereichen
• Sicherung der soziokulturellen Identität der Einheimischen
• Zufriedenheit aufseiten der Reisenden und der Einheimischen

Frage anzeigen

Frage

Welche wirtschaftlichen Folgen kann Tourismus erzeugen?

Antwort anzeigen

Antwort

  • Preissteigerungen, auch bei Bodenpreisen
  • Devisenabfluss, u. a. für Lebensmittelimporte 
  • zu geringer Nutzen von Infrastrukturmaßnahmen für Einheimische
  • nur saisonale Beschäftigungsmöglichkeit, oft im Niedriglohnsektor
Frage anzeigen

Frage

Welche ökologischen Folgen kann Tourismus erzeugen?

Antwort anzeigen

Antwort

  • Versiegelung und Zerschneidung der Landschaft
  • Störung empfindlicher Ökosysteme (z. B. Korallenriffs, Hochgebirge)
  • zu starker Ressourcenverbrauch, u. a. von Wasser 
  • erhöhter CO -Ausstoß durch Anstieg des Reiseverkehrs
Frage anzeigen

Frage

Welche soziokulturellen Folgen kann Tourismus erzeugen?

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Antwort

  • Zwangsumsiedlungen wegen touristischer Großprojekte
  • Verlust traditionellen Handwerks zugunsten von Tourismus-Kitsch
  • Abwendung von der traditionellen Kultur (Akkulturation)
  • Gefahr zunehmender gesellschaftlicher / sozialer Disparitäten
  • Zunahme von Kriminalität, (Kinder-)Prostitution, Bettelei
  • fehlende Bürgerbeteiligung bei relevanten Entscheidungen
Frage anzeigen

Frage

Beschreibe die Phasen des Butler-Modells

Antwort anzeigen

Antwort

Phase 1 – Erkundung: Zielregionen unbekannt, „exotisch“; Pionier-, Individualtouristen; Ziel schwer erreichbar; kaum Infrastrukturangebote
Phase 2 – Erschließung: bekannter durch Mundpropaganda; steigende Urlauberzahlen, Verkehrs- und Beherbergungsstrukturen im Aufbau
Phase 3 – Entwicklung: Aufnahme in das Programm von Reiseveranstaltern; einsetzender Massentourismus; Arbeitsplatzangebote für Einheimische; ökologische Belastungen
Phase 4 – Konsolidierung: starke Werbung, saisonale (Sonder-)Angebote; noch leichte Zuwachsraten; hohe ökologische Belastung; Verdrängung der Einheimischen aus der Tourismusbranche
Phase 5 – Stagnation: abnehmende Touristenzahlen; wenig Erstreisende; sinkendes Gästeniveau; künstliche Attraktionen als Impulsversuch;
Arbeitsplatzrückgang; Erreichen der Tragfähigkeitsgrenze
Phasen 6 A bis 6 E (zwischen Erneuerung und Verfall):
Erneuerung: Bewerbung neuer, spezieller Zielgruppen; Modernisierung der Infrastruktur; Abnahme der ökologischen Belastung 

Verfall: Werbung nachlassend; Touristenzahlen rückläufig; ökonomischer Nutzen gering; ökologische Belastung hoch

Frage anzeigen

Frage

Was sind positive Rückwirkungen des Globalisierungsprozesses auf den Wirtschaftsstandort Deutschland?


Antwort anzeigen

Antwort

• globale Marktpräsenz, d. h. Chance auf Teilnahme an internationalen (Absatz-)Märkten
• bessere Transfermöglichkeiten von Know-how, Kapital (Auslandsdirektinvestitionen = ADI) und Waren und Dienstleistungen
• stärkere internationale Kooperation infolge zunehmender Wirtschaftsliberalisierung

Frage anzeigen

Frage

Was sind negative Rückwirkungen des Globalisierungsprozesses auf den Wirtschaftsstandort Deutschland?


Antwort anzeigen

Antwort

• Standortverlagerung inländischer Unternehmen
• Produktionsfaktor Arbeit unter internationalem Anpassungsdruck
• Arbeitsplatzverluste und Zunahme von Arbeitslosigkeit
• sinkende Steuereinnahmen und damit geringere Investitionen der öffentlichen Hand
• Risiko eines sozialen Abstiegs, v. a. von weniger qualifizierten Berufsgruppen

Frage anzeigen

Frage

Was sind Risiken der Internationale Arbeitsteilung?

Antwort anzeigen

Antwort

  • Verstärkung der Einkommensschere zwischen einfacher und qualifizierter Arbeit
  • Verlust staatlicher Autorität im Rahmen der Internationalisierung von Produktionsfaktoren
  • sinkender Handlungsspielraum innerhalb der nationalen Lohnpolitik infolge wachsenden ausländischen Lohnkostendrucks
  • Gefahr des unkontrollierten Transfers von technologischem Know-how in weniger entwickelte Länder
  • ständiger Anpassungsdruck an neue Produktionsverfahren, um durch Wissensvorsprünge auf dem Weltmarkt bestehen zu können
Frage anzeigen

Frage

Was sind Chancen für Schwellen- und Entwicklungsländer im Rahmen der Internationale Arbeitsteilung?

Antwort anzeigen

Antwort

  • wirtschaftliche Wachstumsimpulse infolge neu geschaffener Arbeitsplätze
  • Spezialisierung auf die Produktion arbeitsintensiver Produkte, langfristig höhere Löhne und dadurch Chanceauf Verringerung der Armut
  • Teilhabe am Technologie-, Know-how und Kapitaltransfer (z. B. durch ausländische Direktinvestitionen)
  • ausgeglichenere soziale Verhältnisse, politische Stabilität und Wohlstandsverbesserung
  • Möglichkeit zur Spezialisierung in Branchen, die von den Industrieländern aufgegeben werden
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Frage

Was sind Risiken für Schwellen- und Entwicklungsländer im Rahmen der Internationale Arbeitsteilung?

Antwort anzeigen

Antwort

  • Risiko, an den Globalisierungsprozessen nicht intensiv genug bzw. gar nicht teilhaben zu können
  • Gefahr des Anwachsens von Einkommensunterschieden zwischen den Entwicklungsländern
  • Gefahr des Protektionismus seitens der Industrieländer (z. B. Einfuhrzölle)
  • starke Einflussnahme ausländischer Direktinvestitionen, dadurch Gefahr der Fremdbestimmung
  • weiterhin geringe Entwicklungsperspektiven für die ärmsten, politisch oft instabilen Länder infolge Fehlens ausländischen Kapitalzuflusses
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Frage

Was ist Protektionismus?

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Antwort

Protektionismus ist eine Wirtschaftspolitik von Staaten zum Schutz inländischer Produkte sowie des Binnenmarktes gegenüber ausländischen Konkurrenten.


Hierzu zählen u. a. Einfuhr- / Schutzzölle, Einfuhrbegrenzungen, Embargos (Handelssperren) und Subventionierung eigener Produkte.

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Frage

Was ist der freie Welthandel?

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Antwort

Internationaler Handel ohne Verbote oder Handelshemmnisse (Ziel der Handelsliberalisierung)

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Frage

Die wirtschaftliche Globalisierung und der Großteil der Handelsabkommen sind überwiegend für die Industrieländer von Vorteil. Welche Gründe gibt es dafür?

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Antwort

• Einige wenige reiche Industrieländer steuern die Weltwirtschaft.
• Auch innerhalb von Verbünden dominieren einzelne Staaten (z. B. die USA in der NAFTA).
• Das Stimmrecht erlaubt es den Industriestaaten in den global agierenden Organisationen wie UNCTAD oder Weltbank, über die wirtschaftliche Integration anderer Staaten zu bestimmen.
• In globalen Netzwerken spielen Kommunikation, Technologie und Kapitaltransfer eine immer größere Rolle. Aufgrund ihres Entwicklungsvorsprunges dominieren hierbei die Industriestaaten in besonderem Maße.
• Allgemein gehaltene Abkommen können die sehr unterschiedlich gelagerten (Unter-) Entwicklungsgründe der einzelnen Entwicklungsländer nicht angemessen berücksichtigen.

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Frage

Welche Voraussetzungen für eine Zunahme von Tourismus gibt es?

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Antwort

• verkürzte Arbeitszeiten
• mehr Urlaubstage
• höheres Realeinkommen
• gewachsene Motorisierung
• Pauschaltourismus
• verbilligte Flugreisen

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Frage

Nenne Folgen von Tourismus in den Quellregionen

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Antwort

• Gewinnbeteiligung der Touristikbranche
• Zinsgewinne von Kapitalleistungen
• Rückwirkungen fremder Kulturen auf eigene Lebensweise und -einstellungen
• Zuwanderung aus Zielgebieten
• Zunahme der Toleranz gegenüber fremden Religionen und Kulturen

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Frage

Was sind positive Folgen für Zielregionen von Fernreisen?

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Antwort

• Devisenzufluss
• positive Beschäftigungseffekte
• Zunahme des Tertiärisierungsgrades (allerdings: auch der Schattenwirtschaft)
• Trickle-down-Effekte
• Infrastrukturentwicklung (u. a. Kläranlagen, Trinkwasser)
• Entlastung der Hauptstadtregion in Entwicklungsländern
• Abbau regionaler Disparitäten

Frage anzeigen

Frage

Negative Folgen für Zielregionen (Fernreisen)

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Antwort

• allgemeine Preissteigerungen (u. a. für Boden und Nahrungsmittel)
• hoher Devisenrückfluss (u. a. für Lebensmittel und Management)
• hohe Ausgaben für Infrastruktur bei geringer eigener Nutzung
• überwiegend nur saisonale Beschäftigung (v. a. Niedriglohnsektor)
• starker Ressourcenverbrauch (u. a. von Wasser)
• Störung empfindlicher Ökosysteme (u. a. Hochgebirge, Korallenriffs)
• Verlust traditionellen Handwerks, stattdessen Tourismus-Kitsch
• Abwendung von der traditionellen Kultur (Akkulturation)
• Zunahme von Kriminalität (Prostitution, Bettelei)

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Frage

Tragfähigkeit


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Antwort

Mit Tragfähigkeit bezeichnet man die maximale Anzahl von Menschen in einem bestimmten Raum /einer Region im Hinblick auf die agrarischen, natürlichen oder gesamtwirtschaftlichen Grundlagen.

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Frage

Bevölkerungsdiagramme

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Antwort

Bevölkerungsdiagramme (auch Bevölkerungspyramiden genannt) bilden die Anteile der Altersgruppen an der Gesamtbevölkerung und damit auch die jeweiligen Entwicklungsphasen ab:
• Kinder und Jugendliche (0 –14 Jahre)
• Personen im erwerbsfähigen Alter (15 – 65 Jahre)
• Senioren (älter als 65 Jahre)

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Frage

Demographischer Wandel

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Nach 1945 ging in allen Industriestaaten die Fertilitätsrate (Zahlenverhältnis der Lebendgeborenen zu Frauen) zurück, das durchschnittliche Heiratsalter stieg, ebenso das Alter bei der Geburt des ersten Kindes und die Überalterung der Gesellschaft begann. Der demographische Wandel beschreibt damit die Veränderungen der Bevölkerungsstruktur.

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Frage

Demographische Transformation

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Antwort

Demographische Transformation bedeutet die unterschiedliche Entwicklung von Geburten- und Sterberaten im Zuge der allgemeinen Entwicklung auf der Welt, veranschaulicht im Modell des demographischen Übergangs.

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Frage

Beschreibe die fünf Phasen des Modells des demographischen Übergangs

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Antwort

1. Prätransformative Phase (Phase der Vorbereitung): mit hohen, nahe beieinanderliegenden Geburten- und Sterbeziffern sowie geringem Bevölkerungswachstum

2. Frühtransformative Phase (Phase der Einleitung):  mit deutlich fallenden Sterberaten bei weitgehend konstanten Geburtenraten und damit steigendem Bevölkerungswachstum

3. Mitteltransformative Phase (Phase des Umschwungs): mit weiterem Sterblichkeitsrückgang und einsetzendem Geburtenrückgang sowie daraus folgend weiterhin hohem Bevölkerungswachstum

4. Spättransformative Phase (Phase des Einlenkens): mit raschem Abfall des Geburtenniveaus, nur noch leicht abnehmender Sterblichkeit und sinkendem Bevölkerungswachstum

5. Posttransformative Phase (Phase des Ausklingens): mit niedrigen Geburten- und Sterberaten sowie geringem Bevölkerungswachstum

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Frage

Wie soll in Industrieländern das Ziel von

mehr Geburten erreicht werden?

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Antwort

• Sozialprogramme (z. B. Elterngeld)
• Anerkennung von Erziehungszeiten bei der
Rentenberechnung

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Frage

Wie soll in Entwicklungsländern das Ziel von weniger Geburten erreicht werden?

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Antwort

• Belohnungssysteme für geringe Kinderzahl
• Aufklärungskampagnen
• kostenlose Verteilung von Verhütungsmitteln
• Veränderung traditioneller Wertvorstellungen
• Emanzipation der Frauen

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Frage

Gründe für freiwillige Wanderungen

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Antwort

• berufsorientierte Motive / Arbeitsplatzwechsel und -angebot
• wohnungsorientierte Motive / Verbesserung oder Eigentum
• familienorientierte Motive wie Heirat oder Nachzug der Familie
• Verbesserung des Lebensstandards (z. B. Land-Stadt-Wanderung)

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Frage

Gründe für erzwungene Wanderungen

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Antwort

• Klimabeeinträchtigungen und ihre Folgen, z. B. Desertifikation
• Umweltschäden, z. B. als Folge von Kraftwerksexplosionen
• Naturkatastrophen, z. B. Überflutungen
• politische oder religiöse Verfolgung
• Vertreibung durch Kriege

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Frage

Motive staatlich gelenkter Migration

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Antwort

• Umsiedlungen wegen Überbevölkerung und Nahrungsmangel
• Kolonisation und Entwicklung peripherer Regionen
• Durchsetzen von Territorialansprüchen (geopolitische Gründe)

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Frage

Auswirkungen von Migration auf Quellregionen

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Antwort

+ Abbau von Arbeitslosigkeit und sozialen Spannungen
+ finanzielle Unterstützung der nicht abgewanderten Familienmitglieder
ermöglicht Konsum und Investitionen
– Überalterung der Bevölkerung wegen des Abwanderns v. a. jüngerer Bevölkerungsgruppen
– Braindrain: Arbeitskräfteverlust v. a. jüngerer und qualifizierter Arbeitskräfte
(vgl. Braingain in Zielregionen)
– Gefährdung von bis dahin gewachsenen sozialen Strukturen
– drohende Infrastrukturverluste wg. Rückgangs der Bevölkerung
– Entleerung von Räumen mit der Folge von Wüstungen und / oder politischer
Destabilisierung

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Frage

Auswirkungen von Migration auf Zielregionen

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Antwort

+ Braingain: Arbeitskräftegewinn
+ Zunahme der Wirtschaftsleistung und des Steueraufkommens
+ Ausbau von Arbeitsplatzangeboten und Infrastruktureinrichtungen
+ Verjüngung der Altersstruktur
+ Stabilisierung der Sozialsysteme
– Belastung der Infrastruktur (Wohnungen, Schulen, Gesundheitssysteme)
bei zu schneller und zu starker Zuwanderung, z. B. in Megastädten
– soziale Konflikte wegen fehlender Integration und zunehmender Segregation
(Ghetto-Bildung oder Parallelgesellschaften)
– Entstehen von Marginalsiedlungen
– politische, wirtschaftliche und soziale Belastungen durch illegale Einwanderer,
z. B. von Mexiko in die USA oder aus Afrika nach Europa

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Frage

Regionale und globale Gesamtauswirkungen von Migration

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Antwort

+ Hin-und-Her-Wechsel zwischen Heimat- und Zielland je nach ökonomischer
Situation hilft beiden Regionen
– Zunahme regionaler Disparitäten
+ /– Notwendigkeit staatlich gelenkter (Gegen-)Maßnahmen im Rahmen von
Stadt- und Raumplanung

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Frage

Erkläre den Begriff „Stadt“


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Antwort

Rein statistisch ist der Begriff „Stadt“ in den einzelnen Ländern unterschiedlich definiert. In Deutschland spricht man z. B. ab 5 000 Einwohnern von einer Klein-, ab 10 000 Einwohnern von einer Mittel- und ab 100 000 Einwohnern von einer Großstadt.

Frage anzeigen

Frage

Beschreibe die Physiognomie (äußerliches Bild) einer Stadt

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Antwort

• dichte, häufig geschlossene Bebauung
• vom Rand zum Kern (Citymerkmale) zunehmende Gebäudehöhe
• hoher Schaufensterindex (Ladenfronten) im Zentrumsbereich
• hierarchisch gestuftes Straßennetz, zur Mitte hin engmaschiger
• Einrichtungen des ÖPNV, Parkflächen für private Verkehrsmittel

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Frage

Beschreibe die Struktur einer Stadt

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Antwort

• erkennbare Stadtentwicklungsphasen
• Untergliederungsmöglichkeit in Stadtviertel, z. B. Wohnviertel, innerstädtische Erholungsgebiete, z. T. ausgegliederte Gewerbe- und Industrieparks
• sozialräumliche Untergliederung
• Suburbanisierungsformen in verstädterten Vororten /im Umland

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Frage

Beschreibe die Funktion einer Stadt

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Antwort

• hohe Wohn- und Arbeitsstättendichte
• Geschäfts-, Verwaltungs- und Versorgungsfunktion im Zentrum, in Großstädten auch in sog. Nebenzentren
• zum Stadtrand hin Abnahme zentraler Funktionen und Zunahme der reinen Wohnfunktion

• Spezialangebote im Bildungs-, Gesundheits-, Geschäfts-, Dienstleistungs- und Kulturbereich in Abhängigkeit von der Stadtgröße 

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Frage

Was sind Stadtstrukturmodelle?

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Antwort

Einerseits besitzt jede Stadt ein unverwechselbares eigenes Profil, andererseits lassen sich in Städten, auch in verschiedenen Kulturerdteilen, deutliche Übereinstimmungen und Gemeinsamkeiten feststellen. 


Stadtstrukturmodelle, d. h. ihre theoretischen Ordnungsmuster, zeigen die jeweiligen funktionalen und sozioökonomischen Gliederungselemente und -prinzipien auf.

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