Standortanalyse: Definition & Beispiele | StudySmarter
StudySmarter - Die all-in-one Lernapp.
4.8 • +11k Ratings
Mehr als 5 Millionen Downloads
Free

Standortanalyse

Save Speichern
Print Drucken
Edit Bearbeiten
Melde dich an und nutze alle Funktionen. Jetzt anmelden
X
Du hast bereits eine Erklärung angesehen Melde dich kostenfrei an und greife auf diese und tausende Erklärungen zu
Geographie

In diesem Artikel geht es um die Standortanalyse. Wir erklären dir, was die Standortanalyse ist, welche Schritte sie beinhaltet. Dieser Artikel hilft dir, die Standortfaktoren besser zu verstehen und ist somit ein Unterthema der Standorttheorie. 


Der Artikel gehört zum Fachbereich Geographie und erweitert das Thema Strukturwandel.


  • Wahl des optimalen Standortes
  • Makro- und Mikrostandorte
  • 5 Schritte zur Wahl des optimalen Standortes (Standortfaktoren, Gewichtung, mögliche Standorte, Bewertung, Ranking)


Was ist eine Standortanalyse?



Standortanalyse Standorte StudySmarterAbb.1: Standortanalyse
(Quelle: gruendeplattform.de)



Die Standortanalyse beschreibt die genaue Betrachtung eines beziehungsweise mehrerer Standorte für ein Unternehmen. Die zur Wahl stehenden Standorte werden untersucht, betrachtet und eingegrenzt, bis der "optimale" Standort gefunden wurde.

Ein Standort ist der Ort, an dem ein Unternehmen einen Sitz hat. Dies könnten zum Beispiel Vertrieb, Produktion, Dienstleistungen oder Vermarktung sein. 


Je nach Unternehmen und Zweck können für ein Unternehmen unterschiedliche Standorte "optimal" sein. Der Standort hat einen großen Einfluss auf den Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens. 


Um diese "optimalen" Standorte herauszufinden, gibt es die Standortanalyse. Eine Standortanalyse ist meist in der Gründungsphase eines Unternehmens notwendig. Jedoch gibt es auch während der Umsatzphase Situationen, in denen eine Standortanalyse relevant sein kann. Dazu zählen zum Beispiel eine Expansion, Zentralisation, Dezentralisation oder eine Verlagerung des Unternehmens. 


Ursprung der Standortanalyse


Die Standortanalyse fand ihren Ursprung in dem Thünen Modell. Das Thünen Modell beschreibt den ersten Ansatz einer Standortanalyse und wurde 1826 von Johann Heinrich von Thünen begründet.


Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Thünen Modell von Alfred Weber aufgegriffen und für die Industrialisierung modifiziert. Diese Theorie ist als "Standorttheorie Weber" oder auch als neoklassische Standorttheorie bekannt.


Diese Standorttheorie wurde im Laufe der Zeit immer weiter ergänzt und angepasst.


Heute wird zwischen der Makro- und Mikro-Standortanalyse unterschieden.



Makrostandort


Der Makrostandort beschreibt einen bestimmten Standort im großräumlichen Zusammenhang. Mit dem Begriff "großräumlicher Zusammenhang" sind die Bedingungen eines größeren Gebietes, wie einem Land oder einer Staatengruppe (zum Beispiel die Alpen) gemeint.

Der Makrostandort wird vor allem dann betrachtet, wenn es um die Wirtschaftlichkeit eines Grundstückes geht. Es werden die örtlichen Strukturen, die Konkurrenz sowie die Einwohnerzahl analysiert. 


Dabei wird zwischen Grund-, Mittel- und Oberzentren unterschieden. 


  • Grundzentren: die kleinste Einheit (Einwohnerkreis: 3.000-10.000 Personen). Dazu zählen Randbezirke, kleinere Siedlungen oder kleinere Ortschaften oder Gemeinden (innerhalb von größeren Städten). Hier werden Lebensmittel oder Drogerieartikel - Waren des täglichen Bedarfs - angeboten.
  • Mittelzentrum: kleinere Städte mit einer Einwohnerzahl von ca. 15.000-100.000. Hier werden Waren des täglichen und mittelfristigen Bedarfs (teilweise sogar Waren aus dem langfristigen Bedarf) angeboten.
  • Oberzentren: Hier wird alles vom täglichen bis zum langfristigen Bedarf angeboten.



Mikrostandort


Unter dem Begriff Mikrostandort ist die unmittelbare Umgebung dieses Standortes gemeint. Dazu zählt zum Beispiel die Straße oder das Viertel einer Immobilie, die als möglicher Standort zur Auswahl steht.

Der Mikrostandort spielt für die Wahl eines Unternehmens eine wichtige Rolle. Dabei sollte innerhalb des Mikrostandortes auf folgende Aspekte geachtet werden:


  • Vorgeschichte: Die Vorgeschichte kann einen ersten Einblick auf die Qualität eines Objektes beziehungsweise dessen Lage geben. Ein langer Leerstand wäre z.B. ein "schlechtes" Zeichen.
  • Branchen: Welche Branchen sind bereits am Standort vertreten. Sind diese nützlich oder verschlechtern sie den Standort für das Unternehmen?
  • Erreichbarkeit: Ist das Objekt mit den für das Unternehmen relevanten Verkehrsmittel (einfach) erreichbar?
  • Baurecht und Raumordnung: Darf der Standort beziehungsweise das Gebäude für den Zweck des Unternehmens genutzt werden?



Die Schritte einer Standortanalyse


Zur Durchführung einer Standortanalyse gibt es verschiedene Schritte. Diese haben wir für die im Folgenden aufgelistet und genauer erklärt.


Zunächst gilt es zu erwähnen, dass eine Standortanalyse immer von der Art des Unternehmens abhängig ist und, dass es verschiedene Ansätze für eine Standortanalyse gibt. 


Beispiele für eine klassische Standortanalyse sind zum Beispiel die Nutzwertanalyse und die Profilmethode. Beide Methoden haben eine einfache Anwendbarkeit, jedoch verhalten sie sich überwiegend rational und zielorientiert. 


Vorgehensweise für eine Standortanalyse:


  1. Genaue Standortanforderungen definieren (Auswahl von für das Unternehmen relevanten Standortfaktoren)
  2. Gewichtung der Standortfaktoren nach Bewertungssystem (verschiedene Möglichkeiten, zum Beispiel Punktebewertung)
  3. Eingrenzung eines Suchraumes für den optimalen Standort mit Festlegung von Standortalternativen
  4. Bewertung des Suchraumes und der Alternativen anhand der Standortfaktoren
  5. Ein Ranking erstellen


Standortfaktoren


Standortfaktoren sind Merkmale eines Ortes. Dabei dienen die Standortfaktoren als Bewertungskriterien für einen Standort und sorgen dafür, dass einzelne Standorte miteinander verglichen werden können. 


Dabei werden die Standortfaktoren selbst noch einmal in harte und weiche Standortfaktoren beziehungsweise qualitative und quantitative Standortfaktoren unterschieden.


Harte und weiche Standortfaktoren


Diese Unterscheidung der Standortfaktoren geht näher auf die Veränderlichkeit der Gegebenheiten ein. Dabei bezeichnen:


  • Harte Standortfaktoren, die Aspekte, die sich nicht, selten oder nur langsam verändern.
  • Weiche Standortfaktoren, die Aspekte, die sich ständig ändern.


Qualitative und quantitative Standortfaktoren


  • qualitative Standortfaktoren beschreiben die subjektiven Merkmale eines Standortes (zum Beispiel Ansehen, Bildungsniveau, Infrastruktur; Konkurrenz)
  • quantitative Standortfaktoren beschreiben die finanziellen Aspekte eines Standortes (zum Beispiel Steuern, Miete, Gehälter)


Wenn du mehr über die Standortfaktoren erfahren möchtest, dann schaue dir doch mal die Artikel "Standortfaktoren" und "harte und weiche Standortfaktoren" an.


Beispiel für eine Standortanalyse


Hier ein Beispiel einer Standortanalyse für einen Handwerksbetrieb:


  1. Die Standortfaktoren: Hier sind für einen Handwerkbetrieb die Lieferanten und das Lager, die Verkehrswege und das Einzugsgebiet wichtig.
  2. Gewichtung der Standortfaktoren: Als wichtigster Faktor gilt hier das Einzugsgebiet. Unter dem Einzugsgebiet ist die Anzahl der möglichen Kunden gemeint und welcher Umsatz gemacht werden könnte. Als zweites kommen die Lieferanten und das Lager, da es wichtig ist, dass es in der Nähe gute Lieferanten mit einem konkurrenzfähigen Preis gibt. Als Letztes kommen die Verkehrswege, da diese nicht von allen Handwerksbetrieben genutzt werden müssen. Malerbetriebe zum Beispiel erhalten keine großen Warenlieferungen durch LKW´s, somit brauchen diese keine sonderlich ausgebauten Verkehrswege.
  3. Mögliche Standorte und deren Alternativen: Es stehen zwei Standorte zur Auswahl. Standort A ist ein kleiner Vorort mit ca. 5000 Einwohnern und Standort B ist die Stadt mit ungefähr 30000 Einwohnern.
  4. Bewertung der Standorte anhand der Standortfaktoren: Standort A und B haben dieselben Möglichkeiten für Lieferanten. Jedoch hat Standort A sehr gute Verkehrswege, dafür aber ein sehr kleines Einzugsgebiet. Standort B hingegen hat sehr schlechte Verkehrswege, dafür allerdings ein großes Einzugsgebiet.
  5. Ranking erstellen: Standort B hat das bessere Einzugsgebiet und Standort A hat die besseren Verkehrswege. In der Kategorie "Lieferanten und Lager" schneiden beide Standorte gleich gut ab. Da das Einzugsgebiet jedoch als wichtigster Standortfaktor gewertet wurde, überwiegt der Standort B und sollte daher gewählt werden.


Standort AStandort B
1. Einzugsgebiet
2. Lieferanten + Lager
3. Verkehrswege



  • Eine Standortanalyse beschreibt die genaue Untersuchung eines oder mehrerer Standortorte für ein Unternehmen, um den "optimalen" Standort zu finden
  • Dabei gibt es den Makro- und den Mikrostandort
  • Makrostandort: großflächiger Standort, wie zum Beispiel das Bundesland, das Land, der Kontinent und so weiter.
  • Mikrostandort: die direkte Umgebung wie die Straße oder das Viertel
  • 5 Schritte der Standortanalyse: die Standortfaktoren, Gewichtung der Standortfaktoren, mögliche Standorte und Alternativen, Bewertung des Standortes anhand der Standortfaktoren, Erstellung eines Rankings
  • Standortfaktoren: Merkmale eines Standortes, die als Bewertungskriterien dienen
  • Unterscheidung in harte & weiche oder qualitative & quantitative Standortfaktoren



Häufig gestellte Fragen zum Thema Standortanalyse

Eine Standortanalyse wird in 5 Schritten durchgeführt. Zuerst werden die wichtigen Standortfaktoren bestimmt, dann werden sie nach ihrer Wichtigkeit sortiert. Nun werden mögliche Standorte herausgesucht und anhand der eben festgelegten Standortfaktoren bewertet. Zum Schluss wird ein Ranking der möglichen Standorte erstellt.

Eine Standortanalyse ist ein Verfahren, um den "optimalen" Standort für ein Unternehmen zu finden. Dabei werden mögliche Standorte anhand verschiedener, für das Unternehmen relevante, Standortfaktoren bewertet.

Zu einer Standortanalyse gehört das Heraussuchen wichtiger Standortfaktoren, deren Gewichtung sowie das Heraussuchen möglicher Standorte und deren Bewertung anhand der Standortfaktoren. Zum Schluss wird ein Ranking der möglichen Standorte erstellt.

Bei einer Standortanalyse muss darauf geachtet werden, dass ein Standort sehr individuell und von dem jeweiligen Unternehmen abhängig ist. So muss der Standortort optimal auf das Unternehmen angepasst werden. Dafür ist eine individuelle Standortanalyse notwendig.

60%

der Nutzer schaffen das Standortanalyse Quiz nicht! Kannst du es schaffen?

Quiz starten

Über 2 Millionen Menschen lernen besser mit StudySmarter

  • Tausende Karteikarten & Zusammenfassungen
  • Individueller Lernplan mit Smart Reminders
  • Übungsaufgaben mit Tipps, Lösungen & Cheat Sheets

Finde passende Lernmaterialien für deine Fächer

Hol dir jetzt die Mobile App

Die StudySmarter Mobile App wird von Apple & Google empfohlen.

Standortanalyse
Lerne mit der Web App

Alle Lernunterlagen an einem Ort mit unserer neuen Web App.

JETZT ANMELDEN Standortanalyse