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Historisch genetische Stadtentwicklung

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Historisch genetische Stadtentwicklung

Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die Gesellschaft deutlich verändert. Das erkennt man nicht nur am Konsum, den wirtschaftlichen Neuerungen oder den technischen Innovationen. Auch die Städte verändern und entwickeln sich mit den Jahren. Diese Entwicklung bezeichnet man als historisch genetische Stadtentwicklung. Je nach dem Gründungszeitpunkt einer Stadt gehört sie einem anderen Stadttypen an. Stadttypen, die es gibt sind zum Beispiel mittelalterliche Handelsstädte oder Residenzstädte. In dieser Zusammenfassung lernst du alle Stadttypen kennen und erfährst, was genau die historisch genetische Stadtentwicklung eigentlich ist.

Definition der historisch genetischen Stadtentwicklung

Generell versteht man unter Stadtentwicklung die räumliche, historische und strukturelle Gesamtentwicklung einer Stadt. Der Begriff Stadtentwicklung wird dabei als aktiver Planungs- und Veränderungsprozess einer Stadt verstanden.

Zum Thema Stadtentwicklung gibt es eine eigene Zusammenfassung. Wenn du mehr zu diesem Thema erfahren willst, schau dort gerne mal vorbei!

Bei der historisch genetischen Stadtentwicklung bezieht man sich meistens auf die Stadtentwicklung in Mitteleuropa und die dazugehörigen historisch genetischen Stadttypen. Das sind Stadttypen, die sich historisch im Zusammenhang mit der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Situation, sowie mit den verschiedenen politischen Organisationsformen entwickelten und veränderten.

Wenn du mehr über die Stadtentwicklung in Mitteleuropa und die einzelnen Stadttypen erfahren willst, gelangst du ganz einfach über einen Klick auf den Begriff zu der entsprechenden Erklärung!

Phasen der historisch genetischen Stadtentwicklung

Die heutigen Städte, in denen viele Menschen leben, wurden meistens bereits vor ungefähr 800 oder sogar mehr als 1000 Jahren gegründet. Es gibt auch einige Städte in Deutschland, die knapp 2000 Jahre alt sind. Abhängig vom Gründungszeitpunkt und der konkreten Region Deutschlands sind zahlreiche verschiedene Stadttypen entstanden, die verschiedene Merkmale besitzen. Diese Stadttypen nennt man historisch-genetische Stadttypen.

In der historisch genetischen Stadtentwicklung kann man verschiedene Stadtentstehungsphasen unterscheiden. Es gibt folgende vier Phasen:

  • Römische Städte
  • Mittelalterliche Städte
  • Frühneuzeitliche Städte
  • Industriestädte

Historisch genetische Stadtentwicklung — Merkmale der Stadttypen

Die bereits genannten vier Phasen können auch als Stadttypen beschrieben werden. Sie entstanden zu verschiedenen Zeiten der Geschichte. Römische Städte entstanden bis ins Jahr 500, Mittelalterliche Städte entstanden zwischen 700 und 1400, Frühneuzeitliche Städte zwischen 1400 und 1800 und Industriestädte entstanden etwa ab dem Jahr 1800. Die einzelnen Stadttypen weisen unterschiedliche Merkmale auf, die dir im Folgenden vorgestellt werden.

Römische Städte

Der älteste Stadttyp umfasst die Römischen Städte, die ungefähr 2000 Jahre alt sind. Prägend waren dabei eine quadratische oder rechteckige Grundrissgestaltung in Gitternetzanordnung, wie in Abbildung 1 zu sehen ist. Konkrete Zeugnisse römischer Bautätigkeit finden sich im heutigen Erscheinungsbild der Städte nördlich der Alpen allerdings nur noch vereinzelt.

Ein Beispiel für ein Überbleibsel der römischen Bauten ist die Porta Nigra in Trier. Das ist ein Stadttor, das von den Römern etwa 150 nach Christus errichtet wurde und ein Wahrzeichen der Stadt darstellt.

Das es nur noch wenige Bauten aus der Römerzeit gibt liegt daran, dass viele Städte im Zuge des Untergangs des Weströmischen Reichs und der Völkerwanderung im 5. Jahrhundert zerstört wurden.

Bekannte römische Städte in Deutschland sind beispielsweise Trier, Köln und Mainz.

Historisch genetische Stadtentwicklung Römerstadt StudySmarterAbbildung 1: Das römische antike TrierQuelle: wikipedia.de

Mittelalterliche Städte

Die nächste Phase der Stadtentstehung markieren die mittelalterlichen Städte, die zwischen den Jahren 700 und 1400 entstanden sind. Auch innerhalb dieses Stadttyps lassen sich je nach Entstehungszeit nochmals verschiedene Stadtentstehungsphasen gliedern.

Zunächst bildeten sich an den Marktorten des 8. und 9. Jahrhunderts die frühmittelalterlichen Keimzellen. Sie entstanden in der Nähe von geistlichen oder weltlichen Zentren wie den Sitzen von Bischöfen oder Kloster. Bis circa 1150 entwickelten sich dann die Mutterstädte. Der Markt wurde immer größer und immer mehr Handwerker siedelten sich in der Stadt. Dadurch kam es häufig zum Zusammenschluss mehrerer Städte, bei denen der Markt immer das Zentrum bildete. Ab ca. 1120 bis 1250 entstanden dann ältere Gründungsstädte des Hochadels und von etwa 1200 bis 13000 kam es zur Gründung territorialer Zwerg- und Kleinstädte.

Während der Veränderung und dem Verlauf der Entwicklungsphasen der mittelalterlichen Städte etablierte sich der Marktplatz als zentraler Ort der Stadt und die Stadtmauer wurde zu einem wichtigen optischen Element der Stadt.

Bis zum 19. Jahrhundert waren die deutschen Städte von Stadtmauern umgeben. Stadterweiterungen waren meist erst nach deren Schleifung möglich. Es wurden dann Vorstädte angegliedert oder nah gelegene Dörfer eingemeindet. Ist die Stadt innerhalb des früheren Stadtmauerrings noch gut erhalten, nennt man sie heute Altstadt. Altstädte gibt es meist nur bei Klein- und Mittelstädten und seltener bei Großstädten. Diese wurden nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs nämlich meist nur wenig originalgetreu wieder aufgebaut.

Beispiele für mittelalterliche Städte sind Dortmund, Münster oder Breslau/Wroclaw, heute Polen.

Frühneuzeitliche Städte

Zwischen 1400 und 1800 entstanden die sogenannten frühneuzeitlichen Stadttypen, die zum Beispiel Bergbaustädte und Fürstenstädte umfassten.

Bergbaustädte dienten zur Gewinnung und Verarbeitung von Erzen.

In Fürstenstädten befand sich die Residenz des Fürstentums. Hier bestand die Aufgabe des Straßennetzes darin, zum wichtigsten Komplex hinzuführen — dem Schloss.

Die deutsche Stadt Mannheim gehört zu den wichtigsten Beispielen von absolutistischen Fürstenstädten.

Industriestädte

Ab 1800 entstanden schließlich die modernen Industriestädte, die durch das Industriezeitalter geprägt wurden. Grundlage der neuen Industriestädte waren hauptsächlich die Montanindustrie, die chemische Industrie und später der Automobilbau.

Die Montanindustrie ist ein Wirtschaftszweige, der sich mit der Gewinnung, Aufbereitung und direkten Weiterverarbeitung von Bodenschätzen befasst, also zum Beispiel den Bergbau oder die Eisen- und Stahlindustrie.

Beispiele für solche Industriestädte in Deutschland sind Oberhausen, Leverkusen und Wolfsburg.

Auf dieser Grafik erkennst du die verschiedenen Stadtentstehungsphasen und wie viele Stadtgründungen es in welcher Phase in Mitteleuropa ungefähr gab:

Historisch genetische Stadtentwicklung Stadtentwicklung Städtebildungsepochen in Mitteleuropa StudySmarterAbbildung 2: Städtebildungsepochen in MitteleuropaQuelle: Klett Verlag

Historisch genetische Stadtentwicklung am Beispiel Goslar

Ein Beispiel für eine Bergbaustadt ist die deutsche Stadt Goslar in Niedersachsen. Die Entwicklung und wirtschaftliche Blüte verdankt Goslar dem Vorkommen von Bodenschätzen wie den Silberminen.

Am Rammelsberg, nahe einer kleinen Siedlung im Norden des Oberharzes, wurde bereits vor dem Jahr 1000 Bergbau betrieben.

Der Rammelsberg war ein Erzbergwerk zur Gewinnung von Buntmetallen. Seit 1988 ist es jedoch stillgelegt.

Zwischen 1005 und 1015 ließ Kaiser Heinrich II. dann die ersten Pfalzbauten in Goslar errichten. Goslar hatte während der Salierzeit sehr große Bedeutung als Königspfalz und war zudem Ort vieler Reichstage.

Die Salierzeit beschreibt das salische Jahrhundert von 1024 bis 1125. Diese Zeit ist auch bekannt als eine Zeit des Umbruchs. Grund dafür ist der Bau vieler Pfalzen und Burgen, sowie die Gründung neuer Städte.

Eine Königspfalz war übrigens ein Stützpunkt für reisende Könige.

Im 11. Jahrhundert entwickelte sich der Marktbezirk. Bald darauf schlossen sich ihm das Handwerkerviertel mit der Kirche St. Jakobi und die Unterstadt mit der St. Stephanskirche an. Trotz der schematischen Aufteilung der Straßen in Längs- und Querstraßen ist in dem Gebiet innerhalb der Stadtmauer kein eintöniges Gitternetz entstanden.

Historische genetische Stadtentwicklung Stadtbild von Goslar um 1300 StudySmarterAbbildung 3: Das Stadtbild von Goslar um 1300Quelle: Nationalatlas

Die Blütezeit der Stadt Goslar endete allerdings 1552, als sie die Rechte am Rammelsberg verlor. Ab diesem Zeitpunkt flossen die Gewinne aus dem Bergbau nach Braunschweig. Auf dem folgenden Bild siehst du die Altstadt von Goslar mit den heute bedeutsamen Bauwerken:

Historisch genetische Stadtentwicklung Altstadt der Stadt Goslar im Jahr 2001 StudySmarterAbbildung 4: Die Altstadt der Stadt Goslar im Jahr 2001Quelle: Nationalatlas

Historisch genetische Stadtentwicklung - Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bei der historisch genetischen Stadtentwicklung bezieht man sich meist auf die Stadtentwicklung in Mitteleuropa und die dazugehörigen historisch genetischen Stadttypen.
  • Das sind Stadttypen, die sich historisch im Zusammenhang mit der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Situation, sowie mit den verschiedenen politischen Organisationsformen entwickelten und veränderten.
  • In Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Gründung und von der Region sind in Deutschland zahlreiche verschiedene Stadttypen entstanden, die sich durch Grund- und Aufriss voneinander unterscheiden. Diese nennt man historisch-genetische Stadttypen.
  • In der historisch genetischen Stadtentwicklung kann man verschiedene Stadtentstehungsphasen unterscheiden.
  • Es gibt grob gesagt vier Phasen und Typen: die römischen Städte bis ins Jahr 500, die mittelalterlichen Städte zwischen 700 und 1400, die frühneuzeitlichen Städte zwischen 1400 und 1800 und die Industriestädte ab 1800.

Finales Historisch genetische Stadtentwicklung Quiz

Frage

Was versteht man unter historisch genetischer Stadtentwicklung?

Antwort anzeigen

Antwort

Bei der historisch genetischen Stadtentwicklung bezieht man sich meistens auf die Stadtentwicklung in Mitteleuropa und die dazugehörigen historisch-genetischen Stadttypen. Das sind Stadttypen, die sich historisch im Zusammenhang mit der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Situation, sowie mit den verschiedenen politischen Organisationsformen entwickelten und veränderten.

Frage anzeigen

Frage

Was sind historisch-genetische Stadttypen in der Stadtentwicklung?

Antwort anzeigen

Antwort

Wir leben heute in Städten, die in vielen Fällen bereits vor ungefähr 800 oder sogar mehr als 1000 Jahren von unseren Vorfahren gegründet worden sind. Abhängig vom Gründungszeitpunkt und der konkreten Region Deutschlands sind zahlreiche verschiedene Stadttypen entstanden, die verschiedene Merkmale besitzen. Diese Stadttypen nennt man historisch-genetische Stadttypen.

Frage anzeigen

Frage

Welche Stadtentstehungsphasen kann man in der Stadtentwicklung unterscheiden?

Antwort anzeigen

Antwort

Es gibt grob gesagt vier Phasen und Typen, die man weiter unterteilen kann:


  • Römische Städte bis ins Jahr 500
  • Mittelalterliche Städte zwischen 700 und 1400
  • Frühneuzeitliche Städte zwischen 1400 und 1800
  • Industriestädte ab 1800
Frage anzeigen

Frage

Erkläre den Stadttyp der Römischen Städte und nenne Beispiele.

Antwort anzeigen

Antwort

Die römischen Städte sind ungefähr 2000 Jahre alt. Prägend waren dabei eine quadratische oder rechteckige Grundrissgestaltung in Gitternetzanordnung. Konkrete Zeugnisse römischer Bautätigkeit finden sich im heutigen Erscheinungsbild der Städte nördlich der Alpen allerdings nur noch vereinzelt. Gründe dafür sind die Zerstörungen im Zuge des Untergangs des Weströmischen Reichs und der Völkerwanderung im 5. Jahrhundert.


Bekannte römische Städte in Deutschland sind beispielsweise Trier, Köln und Mainz.

Frage anzeigen

Frage

In welche Unterkategorien kann man die mittelalterlichen Städte unterteilen?

Antwort anzeigen

Antwort

Die mittelalterlichen Städte kann man beispielsweise unterteilen in die Mutterstädte, die älteren Gründungsstädte des Hochadels oder die territorialen Zwerg- und Kleinstädte.

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Frage

Was waren die frühneuzeitlichen Städte in der historisch genetischen Stadtentwicklung?

Antwort anzeigen

Antwort

Zwischen 1400 und 1800 entstanden die frühneuzeitlichen Stadttypen, die zum Beispiel Kolonisationsstädte, Bergbaustädte und Fürstenstädte umfassten. Bergbaustädte dienten zur Gewinnung und Verarbeitung von Erzen, bei den Residenzstädten des Fürstentums bestand die Aufgabe des Straßennetzes in der Hinführung zum baulich und funktional wichtigsten Komplex, nämlich dem Schloss als Sitz der absoluten Macht.

Frage anzeigen

Frage

Erkläre die Industriestädte und nenne bekannte Beispiele. 

Antwort anzeigen

Antwort

Ab 1800 entstanden die modernen Industriestädte, die durch das Industriezeitalter geprägt worden sind. Grundlage der neuen Industriestädte waren hauptsächlich die Montanindustrie, die chemische Industrie und später der Automobilbau.

 

Beispiele für solche Industriestädte in Deutschland sind Oberhausen, Leverkusen und Wolfsburg.

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Frage

Was sind die wichtigsten historisch-genetischen Stadttypen in der Stadtentwicklung Mitteleuropas?

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Antwort

Die wichtigsten historisch-genetischen Stadttypen in der Stadtentwicklung Mitteleuropas sind folgende:


  • Handels- und Bürgerstädte im Mittelalter
  • Residenzstädte im Absolutismus
  • Industriestädte während der Industrialisierung
  • Großwohnsiedlungen/New Towns in der Gegenwart
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Frage

Inwiefern war die Industrialisierung ein wichtiger Faktor für Stadtentwicklung in Europa?

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Antwort

Bis ungefähr zur Mitte des 19. Jahrhunderts nahmen die Städte in Mitteleuropa nur unwesentlich an Bevölkerungszahl und Flächengröße zu. Nach 1850 setzte allerdings ein rasantes Wachstum ein, denn die Industrie entwickelte sich. Zahlreiche Eisenbahnstrecken wurden gebaut und der Prozess der Urbanisierung setzte ein, viele Menschen flohen auf der Suche nach Arbeit aus kleinen Ortschaften in die Städte. Dadurch kam es zu bedeutsamen Veränderungen im Stadtbild.

Es entstehen langsam einzelne Stadtviertel mit bestimmten Funktionen, wie zum Beispiel Wohnviertel und spezielle Industrie- und Gewerbeviertel.

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Frage

Nenne die 7 wichtigen Veränderungen im Stadtbild, die aufgrund der Industrialisierung entstanden.

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Antwort

Infolge der Industrialisierung kam es bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts zu einigen entscheidenden Veränderungen im Stadtbild:


  1. Die Stadtmauern und Festungsanlagen wurden abgetragen bzw. geschleift.
  2. Viele Gleisanlagen und Bahnhöfe sowie neue breitere und gerade Straßen wurden gebaut.
  3. Entlang von Eisenbahnen, Flüssen oder Ausfallstraßen wurden zahlreiche Industriebetriebe errichtet. 
  4. Für die wachsende Zahl von Industriearbeitern entstanden große Wohngebiete, nämlich sogenannte Mietskasernen.
  5. Es entstanden des Weiteren Villenviertel für die Reichen in den Städten. Diese Villenviertel lagen meist am Westrand der Stadt.
  6. In den Innenstädten wurden Parkanlagen gestaltet und an den Rändern der Stadt entwickelten sich Kleingartenkolonien.
  7. In größeren Städten wurden viele umfangreiche Anlagen für die Wasserversorgung und für die Abwasserbeseitigung gebaut.
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Frage

Durch welche Entwicklungen wurden die europäischen Städte in der Mitte des 20. Jahrhunderts geprägt?

Antwort anzeigen

Antwort

Der Zeitraum in der Mitte des 20. Jahrhunderts war vor allem durch ein dynamisches Wachstum der innerstädtischen Wohngebiete geprägt. Durch sozialen Wohnungsbau sollte in dieser Zeit der wachsende Wohnungsbedarf der Bevölkerung gedeckt werden. Diese Wohngebiete waren geprägt durch moderne mehrgeschossige Häuser und Hochhäuser und durch einen meist guten Anschluss an das öffentliche Verkehrsnetz. 


Parallel dazu entstanden in den Außenbezirke viele neue Industrie- und Gewerbegebiete. Die Städte dehnten sich also auch flächenmäßig sehr stark aus.  

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Frage

Was passierte in Mitteleuropas Städten ab den 1970ern und warum?

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Antwort

Ab den 70er Jahren kehrte sich der Wachstumstrend in vielen Städten um. Es kommt zu einer deutlichen Abwanderung vieler Familien in das Umland der Städte. Im sogenannten "Speckgürtel" entstehen ausgedehnte Wohnviertel mit Reihen- und Einzelhäusern und umliegende Dörfer verstädtern zunehmend. 


Ursachen dieser Abwanderung bzw. Suburbanisierung waren vor allem die Zunahme der Motorisierung, der starke Ausbau der Verkehrswege, die hohen Mieten und Grundstückspreise in den Städten und eine geringere städtische Lebensqualität, die durch Lärmbelästigung und Luftverschmutzung entstand.

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Frage

Was passiert in den Städten in Mitteleuropa im 21. Jahrhundert?

Antwort anzeigen

Antwort

Mit dem Übergang zur Dienstleistungsgesellschaft seit der Jahrhundertwende entstanden viele neue Prozesse, die die urbanen Strukturen veränderten. Viele Standorte von Einrichtungen des sogenannten tertiären Sektors sind an die Städte gebunden.


Die "Tertiärisierung" erfasst inzwischen den gesamten urbanen Raum. An den Rändern der Städte entstehen zum Beispiel Shopping Malls, Urban Entertainment Centers und Themenparks. 

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Frage

Was war die zahlenmäßig bedeutendste Epoche der Stadtentstehung?

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Antwort

Die zahlenmäßig bedeutendste Epoche der Stadtentstehung markierten die Gründungen des Hochadels im 12. und 13. Jahrhundert. Kaiser und Territorialherren sicherten zum Beispiel Grenzen und Flussübergänge durch neue Siedlungen. Diese wurden später oft zu bedeutenden Städten. Ein bis zwei Jahrhunderte später folgten aus denselben Motiven heraus einige Gründungen des niederen Adels.

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Frage

Was versteht man unter den "New Towns"?

Antwort anzeigen

Antwort

Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts entstehen die sogenannten Neuen Städte bzw. "New Towns". Die wichtigsten Ziele dieser Neugründungen sind die Entlastung von Verdichtungsräumen und die Entwicklungsförderung strukturschwacher Regionen.

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Frage

Was hat man versucht, um den Prozess der Suburbanisierung rückgängig zu machen?

Antwort anzeigen

Antwort

Es wurde oftmals versucht, den Prozess der Suburbanisierung rückgängig zu machen, also eine Reurbanisierung herbeizuführen, um finanzstarke Verbraucher und Steuerzahlende in der Stadt zu halten.


Dies wurde beispielsweise dadurch erreicht, dass man innerstädtische Wohngebiete modernisiert hat oder auf ehemaligem Industriegelände günstigere neue Wohnungen angeboten hat.

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Frage

Erkläre die historisch genetische Stadtentwicklung am Beispiel Goslar.

Antwort anzeigen

Antwort

Ein Beispiel für eine Bergbaustadt ist die deutsche Stadt Goslar. Die Entwicklung und wirtschaftliche Blüte verdankt Goslar dem Vorkommen von Bodenschätzen wie den Silberminen. 


Am Rammelsberg wurde bereits vor dem Jahr 1000 Bergbau betrieben. Zwischen 1005 und 1015 ließ Kaiser Heinrich II. die ersten Pfalzbauten in Goslar errichten. Goslar hatte während der Salierzeit sehr große Bedeutung als Königspfalz und war ein Ort vieler Reichstage. 


Im 11. Jahrhundert entwickelte sich der Marktbezirk, bald darauf schlossen sich ihm das Handwerkerviertel mit der Kirche St. Jakobi und die Unterstadt mit der St. Stephanskirche an. 


Die Blütezeit der Stadt Goslar endete 1552, als sie die Rechte am Rammelsberg verlor. Ab diesem Zeitpunkt flossen die Gewinne aus dem Bergbau nach Braunschweig. 

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Frage

Was bedeutet Stadtentwicklung? 

Antwort anzeigen

Antwort

Die Stadtentwicklung allgemein beschäftigt sich mit der Entwicklung einer Stadt hinsichtlich räumlicher, historischer und struktureller Prozesse.

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Frage

Wie nennt man spezifisch die Stadtentwicklung in Mitteleuropa? 

Antwort anzeigen

Antwort

In Mitteleuropa spricht man auch von einer historisch genetischen Stadtentwicklung

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Frage

Welche historisch genetischen Stadttypen gibt es in Mitteleuropa? 

Antwort anzeigen

Antwort

  • Römerstädte
  • mittelalterliche Städte
  • Siedlungen des Hochadels
  • Residenzstädte im Absolutismus
  • Industriestädte während der Industrialisierung
  • Großwohnsiedlungen/New Towns in der Gegenwart


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Frage

Wie ist eine römische Stadt aufgebaut? 

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Antwort

Der Aufbau der römischen Städte war sehr markant: das Straßennetz glich einem Schachbrett und der Grundriss der Städte war rechteckig. 

Die Städte waren umgeben von gut gesicherten Mauern, die vor feindlichen Angriffen schützen sollten. In den Städten gab es außerdem meisteins zwei große Hauptstraßen, die die Stadttore verbunden:


  • die „Cardo“ ( die von Norden nach Süden verlaufende Straße)
  • die „Decumanus“ ( die von Westen nach Osten verlaufende Straße) 


An der Kreuzung der beiden Hauptstraßen befand sich meistens das Zentrum der römischen Stadt, sowie das Forum. Um das Forum herum befanden sich die Wohnviertel der Stadt. Weiter entfernt vom Stadtkern lagen öffentliche Gebäude.

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Frage

Welche Prozesse führten zum schnellen Wachstum der Städte seit der Industrialisierung? 

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Antwort

Die heutigen Stadtstrukturen sind in ihren wesentlichen Teilen erst seit der Industrialisierung entstanden. Gründe dafür sind neue Produktionsweisen, die zunehmende Mobilität der Bevölkerung und die Weiterentwicklung der Verkehrstechnologien. Diese Prozesse veränderten die Gestalt der Städte deutlich und führten zu deren schnellem Wachstum.

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Frage

Wie veränderten sich die Städte in Mitteleuropa ab der Mitte des 20. Jahrhunderts? 

Antwort anzeigen

Antwort

Der Zeitraum nach den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts war vor allem durch ein dynamisches Wachstum der innerstädtischen Wohngebiete geprägt. Durch sozialen Wohnungsbau mit erschwinglichen Mieten sollte in dieser Zeit der wachsende Wohnungsbedarf der Bevölkerung gedeckt werden. Diese Wohngebiete waren geprägt durch moderne mehrgeschossige Häuser und Hochhäuser und durch einen meist guten Anschluss an das öffentliche Verkehrsnetz. Parallel dazu entstanden in den Außenbezirke viele neue Industrie- und Gewerbegebiete. Die Städte dehnten sich also auch flächenmäßig sehr stark aus.  


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Frage

Wie veränderten sich die Städte in Mitteleuropa im 21. Jahrhundert? 

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Antwort

Mit dem Übergang zur Dienstleistungsgesellschaft seit der Jahrhundertwende entstanden viele neue Prozesse, die die urbanen Strukturen veränderten. Viele Standorte von Einrichtungen für Dienstleistung — des sogenannten tertiären Sektors, wie zum Beispiel Banken und Versicherungen — sind an die Städte gebunden. Ihr Ausbau veränderte also sehr deutlich das Bild und die Funktionen der Innenstädte. 

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Frage

Was ist charakteristisch für mittelalterliche Städte? 

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Antwort

Im Gegensatz zu den römischen Städten waren die Bürgerstädte verwinkelter und die Handelsstraßen waren auf den Siedlungsmittelpunkt ausgerichtet. Die Stadtmauern verfügten über Gräben, um die Stadt vor Angriffen sicherer zu machen. 


Die Häuser waren häufig über mehrere Stockwerke hoch und dicht aneinander gebaut. Das wurde vor allem gemacht, um nicht die Stadtmauer erweitern zu müssen, da dies hohe Kosten mit sich bringen würden. 


In den Städten des Mittelalters waren Arbeitsplatz und Wohnraum häufig nicht getrennt, sondern in einem Gebäude untergebracht. Daher schlossen sich Berufsgruppen zu einer Interessengruppe zusammen. 


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Frage

Wozu dienen die "New Towns"? 

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Antwort

Die wichtigsten Ziele dieser Neugründungen sind die Entlastung von Verdichtungsräumen und die Entwicklungsförderung strukturschwacher Regionen.

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Frage

Was passierte nach 1850 und wie wirkte sich das auf die Städte in Mitteleuropa aus? 

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Antwort

Ab 1850 entwickelte sich die Industrie. Zahlreiche Eisenbahnstrecken wurden gebaut und der Prozess der Urbanisierung setzte ein, viele Menschen flohen auf der Suche nach Arbeit aus kleinen Ortschaften in die Städte. Das Stadtbild veränderte sich deutlich. 

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Frage

Was passierte nach 1920 und wie wirkte sich das auf die Städte in Mitteleuropa aus? 

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Antwort

Nach 1920 wuchs die Bevölkerung aufgrund der anhaltenden Binnenwanderung vom Land weiter sehr stark an. Es entstanden daraufhin einzelne Stadtviertel mit bestimmten Funktionen, wie zum Beispiel Wohnviertel und spezielle Industrie- und Gewerbeviertel. Das Stadtzentrum wurde allmählich zu einer "City".

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Frage

Nenne 5 Veränderungen im Stadtbild zu Beginn des 20. Jahrhunderts. 

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Antwort

  1. Die Stadtmauern und Festungsanlagen wurden abgetragen beziehungsweise geschleift. Dies war oft mit dem Zuschütten der alten Wassergräben verbunden. 
  2. Viele Gleisanlagen und Bahnhöfe sowie neue breitere und gerade Straßen wurden gebaut.
  3. Entlang von Eisenbahnen, Flüssen oder Ausfallstraßen wurden zahlreiche Industriebetriebe errichtet. Zunächst befanden die sich nur in der Nähe der Altstadt, später auch außerhalb des Zentrums. 
  4. Für die wachsende Zahl von Industriearbeitern entstanden große Wohngebiete, nämlich sogenannte Mietskasernen.
  5. Es entstanden des Weiteren Villenviertel für die Reichen in den Städten. Diese Villenviertel lagen meist am Westrand der Stadt, das hing nämlich mit den vorherrschenden Westwinden in Mitteleuropa zusammen. Die Abgase der Industrie zogen nach Osten, während die westlichen Stadtteile dagegen „sauber“ blieben.
  6. In den Innenstädten wurden Parkanlagen gestaltet und an den Rändern der Stadt entwickelten sich Kleingartenkolonien.
  7. In größeren Städten wurden viele umfangreiche Anlagen für die Wasserversorgung und für die Abwasserbeseitigung gebaut.
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Was ist keine Eigenschaft einer Römerstadt? 

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