Ringmodell - Alles zum Thema | Lernen mit der StudySmarter App
StudySmarter - Die all-in-one Lernapp.
4.8 • +11k Ratings
Mehr als 5 Millionen Downloads
Free

Ringmodell

Save Speichern
Print Drucken
Edit Bearbeiten
Melde dich an und nutze alle Funktionen. Jetzt anmelden
X
Du hast bereits eine Erklärung angesehen Melde dich kostenfrei an und greife auf diese und tausende Erklärungen zu
Geographie

Weißt du schon, was man unter dem Ringmodell in der Stadtgeographie versteht und was dieses wichtige Stadtmodell ausmacht? Wenn nicht, bist du hier genau richtig. Du erfährst, wie eine Stadt nach dem Ringmodell aufgebaut ist und warum dieses Stadtmodell so bedeutsam ist. Das Thema gehört zum Fach Geographie. Viel Spaß beim Lernen!


Was ist das Ringmodell?


Das Ringmodell, oder auch Zonenmodell genannt, ist ein Stadtstrukturmodell, das 1925/29 vom Stadtsoziologen Ernest Watson Burgess entwickelt wurde. Vorbild des Modells war die nordamerikanische Stadt Chicago, die um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert von großen Einwanderungswellen betroffen war und dadurch ein enormes Wachstum aufwies. 


Das Ringmodell ist das erste der drei klassischen Stadtstrukturmodelle in der modernen Stadtforschung. Diese drei Stadtmodelle der Stadtgeographie werden auch die klassischen Modelle der Chicagoer Schule genannt, sie basieren auf empirischen Untersuchungen.


Dem Ringmodell zufolge schließen sich mit einer Übergangszone Wohn- und Industriezonen als Ringe unterschiedlicher sozioökonomischer Strukturen und Raumnutzungen um einen Stadtkern an. Das Ringmodell bildet die idealtypische US-amerikanische Großstadt in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen ab.



Die Stadtgliederung nach dem Ringmodell


Burgess ging bei seinen Untersuchungen zum Ringmodell von zwei grundlegenden Annahmen aus:


  1. Die Veränderung der Städte unter dem Einfluss der Standortkonkurrenz.
  2. Die Veränderung eines Teilgebiets bedingt Folgen für die anderen Teilgebiete.


Er nahm an, dass sich die Stadt mit ständigem Wachstum kreisförmig um das Stadtzentrum zur Peripherie hin ausdehnt und verschiedene Zonen unterschiedlicher Nutzung bildet. Laut ihm siedelten sich die zahlreichen Zuwanderer der Stadt Chicago zunächst in unmittelbarer Nähe zum Stadtzentrum, auch "Loop" genannt, an, und zwar in vom Verfall bedrohten Wohngebieten. Diese Übergangszone, die Burgess auch „Zone in Transition“ nannte, war somit gekennzeichnet durch Ghettoisierung und einen starken Anteil von Unternehmen der Leichtindustrie. 


Zur Peripherie hin stieg laut Burgess der Sozialstatus der Bewohner in den Zonen. Auf die Übergangszone folgten dann eine Arbeiterwohnzone („Zone of Workingmen's Homes“), eine Mittelschicht-Wohnzone („Residential Zone“) und schließlich eine Pendlerzone („Commuting Zone“) mit vorwiegend statushoher Bevölkerung


Die Stadt ist nach dem Ringmodell also in mehrere konzentrische Ringe um das Hauptgeschäftszentrum bzw. Stadtzentrum aufgeteilt. Das Wachstum erfolgt von innen nach außen.


Die einzelnen Ringe rund um das Stadtzentrum erkennst du auf folgendem Bild:


Abb. 1: Eine bildliche Darstellung der verschiedenen Zonen im Ringmodell nach Burgess.

via Wikipedia


Die einzelnen Zonen im Ringmodell


Nachdem der grundlegende Aufbau der Stadt nach Burgess nun geklärt ist, schauen wir uns nun die einzelnen Zonen genauer an.


Stadtzentrum ("Loop")


Im Stadtzentrum liegt das Central Business District (CBD). Hier gibt es zahlreiche Geschäfts- und Verwaltungseinrichtungen und aufgrund der hohen Bodenpreise nur eine geringe permanente Wohnbevölkerung. 


Erster Ring ("Zone in transition")


Der erste Ring bildet die Übergangszone, in die sich die Innenstadt bei entsprechendem Wachstum erweitert. Es finden sich hier einige Betriebe der Leichtindustrie, Geschäfte und Bars, sowie Wohngebiete mit junger, alleinstehender Bevölkerung. Auch zahlreiche Angehörige ethnischer und sozialer Minderheiten leben oft in der Übergangszone. Häufig bilden sich slumartige Viertel mit hohen Kriminalitätsraten, da Hauseigentümer nur unzureichend in Sanierungen investieren. 


Zweiter Ring ("Zone of working-men’s homes")


Der zweite Ring dieses Stadtmodells ist geprägt von Wohnhäusern der Arbeiterbevölkerung, die bereits etwas besser verdienen. Man findet hier vor allem Mehrfamilienhäuser. 


Dritter Ring ("Residential Zone")


Im dritten Ring des Ringmodells nach Burgess lebt vor allem die gut situierte Mittelschichtbevölkerung. Es gibt viele reine Einfamilienhausgebiete mit lokalen Einkaufsmöglichkeiten.


Vierter Ring ("Commuters Zone")


Der vierte Ring liegt außerhalb des administrativen Stadtgebietes und bildet somit die Vorortzone. Hier liegen die Pendlerwohngebiete mit vorwiegend Oberschichtbevölkerung. Man findet hier größere Grundstücke und Neubausiedlungen.


Die Bedeutung und Grenzen des Ringmodells


Das Ringmodell nach Burgess ist ein Prozessmodell, das die Ausdehnung der einzelnen Ringe von innen nach außen beschreibt. Wichtig ist also: Das Zentrum organisiert die Peripherie. Das Modell hat eine große Bedeutung vor allem für Städte Nordamerikas, dennoch lässt es sich nicht ohne Weiteres auf beliebige Städte übertragen.


Ein grundlegendes Problem dieses Stadtmodells ist beispielsweise, dass Burgess nur ein Zentrum berücksichtigt und sein Modell somit nicht auf Subzentren und ihre Wirkung auf die Stadt eingeht. Auch verkehrsbedingte Unterschiede in den verschiedenen Stadtteilen und ihre Auswirkungen auf die Anordnung der Ringe werden nur ungenügend berücksichtigt. Es wird außerdem bemängelt, dass derart homogene und symmetrische Zonen in der Realität kaum auftreten. Diese Probleme werden unter Anderem zum Beispiel im Sektorenmodell oder Mehrkernmodell aufgegriffen.


Die Grenzen des Ringmodells im Überblick


  • Nur ein Zentrum wird berücksichtigt.
  • verkehrsbedingte Unterschiede der Stadtteile werden nicht berücksichtigt.
  • In der Realität kein Vorkommen solcher homogenen und symmetrischen Zonen.


Ringmodell - Alles Wichtige auf einen Blick


Na, alles verstanden? Die wichtigsten Aspekte des Ringmodells in der Stadtgeographie gibt es nun nochmals im Überblick, damit du bestens für deine nächste Prüfung gewappnet bist:


  • Das Ringmodell ist ein Stadtstrukturmodell, das 1925/29 vom Stadtsoziologen E.W. Burgess nach dem Vorbild der Stadt Chicago entwickelt wurde.
  • Das Ringmodell ist das erste der drei klassischen Stadtstrukturmodelle in der modernen Stadtforschung und bildet idealtypischerweise die US-amerikanische Großstadt in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen ab.
  • Burgess nahm an, dass sich die Stadt mit ständigem Wachstum kreisförmig um das Stadtzentrum zur Peripherie hin ausdehnt und verschiedene Zonen unterschiedlicher Nutzung bildet.
  • Es gibt das Stadtzentrum, in dem das Central Business District liegt, den ersten Ring, in dem die Industrie, sozial schwächere Wohngebiete und Geschäfte liegen, den zweiten Ring, in dem Mehrfamilienhäuser der Arbeiterbevölkerung leben, den dritten Ring, in dem die Mittelschicht lebt und den vierten Ring, der die Pendlerwohngebiete der Oberschicht bildet.
  • Das Ringmodell hat eine große Bedeutung vor allem für nordamerikanische Städte, dennoch gibt es Kritikpunkte. Es wird beispielsweise kritisiert, dass Burgess nur ein Zentrum berücksichtigt und sein Modell somit nicht auf Subzentren und ihre Wirkung auf die Stadt eingeht. 



Finales Ringmodell Quiz

Frage

Wann und von wem wurde das Ringmodell entwickelt?

Antwort anzeigen

Antwort

Das Ringmodell wurde 1925/29 vom Stadtsoziologen Ernest Watson Burgess entwickelt.

Frage anzeigen

Frage

Welche Stadt war das Vorbild für die Entwicklung des Ringmodells?

Antwort anzeigen

Antwort

Vorbild des Modells war die nordamerikanische Stadt Chicago, die um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert von großen Einwanderungswellen betroffen war und dadurch ein enormes Wachstum aufwies. 

Frage anzeigen

Frage

Was versteht man unter dem Ringmodell?

Antwort anzeigen

Antwort

Das Ringmodell ist das erste der drei klassischen Stadtstrukturmodelle in der modernen Stadtforschung. Die anderen zwei klassischen Strukturmodelle sind das Sektorenmodell und das Mehrkernmodell.

Frage anzeigen

Frage

Was waren Burgess' grundlegende Annahmen für das Ringmodell?

Antwort anzeigen

Antwort

Burgess ging bei seinen Untersuchungen zum Ringmodell von zwei grundlegenden Annahmen aus:


  1. Die Veränderung der Städte unter dem Einfluss der Standortkonkurrenz.
  2. Die Veränderung eines Teilgebiets bedingt Folgen für die anderen Teilgebiete.


Er nahm außerdem an, dass sich die Stadt mit ständigem Wachstum kreisförmig um das Stadtzentrum zur Peripherie hin ausdehnt und verschiedene Zonen unterschiedlicher Nutzung bildet.

Frage anzeigen

Frage

Was passiert laut Burgess' Ringmodell in der Peripherie einer Stadt?

Antwort anzeigen

Antwort

Zur Peripherie hin steigt laut Burgess der Sozialstatus der Bewohner in den Zonen. 

Frage anzeigen

Frage

Wie ist das Ringmodell aufgebaut?

Antwort anzeigen

Antwort

Die Stadt ist nach dem Ringmodell also in mehrere konzentrische Ringe um das Hauptgeschäftszentrum bzw. Stadtzentrum (CBD) aufgeteilt. Das Wachstum erfolgt dabei von innen nach außen in Richtung Peripherie.

Frage anzeigen

Frage

Welche Zonen gibt es im Ringmodell?

Antwort anzeigen

Antwort

Es gibt fünf Zonen bzw. vier Ringe. Den Mittelpunkt bildet das Stadtzentrum bzw. Central Business District. Den ersten Ring bildet die Übergangszone bzw. "Zone in Transition". Auf die Übergangszone folgen dann eine Arbeiterwohnzone („Zone of Workingmen's Homes“), eine Mittelschicht-Wohnzone („Residential Zone“) und schließlich eine Pendlerzone („Commuting Zone“) mit vorwiegend statushoher Bevölkerung.

Frage anzeigen

Frage

Was sind die Merkmale der "Zone in Transition"?

Antwort anzeigen

Antwort

Der erste Ring ("Zone in Transition") bildet die Übergangszone, in die sich die Innenstadt bei entsprechendem Wachstum erweitert. Es finden sich hier einige Betriebe der Leichtindustrie, Geschäfte und Bars, sowie Wohngebiete mit junger, alleinstehender Bevölkerung. 


Auch zahlreiche Angehörige ethnischer und sozialer Minderheiten leben in der Übergangszone. Häufig bilden sich slumartige Viertel mit hohen Kriminalitätsraten, da Hauseigentümer nur unzureichend in Sanierungen investieren. 

Frage anzeigen

Frage

Was sind die Merkmale des Stadtzentrums ("Loop")?

Antwort anzeigen

Antwort

Im Stadtzentrum liegt das Central Business District (CBD). Hier gibt es zahlreiche Geschäfts- und Verwaltungseinrichtungen und aufgrund der hohen Bodenpreise nur eine geringe permanente Wohnbevölkerung. 

Frage anzeigen

Frage

Was sind die Merkmale der "Residential Zone"?

Antwort anzeigen

Antwort

Im dritten Ring des Ringmodells nach Burgess lebt vor allem die gut situierte Mittelschichtbevölkerung. Es gibt viele reine Einfamilienhausgebiete mit lokalen Einkaufsmöglichkeiten.

Frage anzeigen

Frage

Was sind die Merkmale der "Zone of working-men's homes"?

Antwort anzeigen

Antwort

Der zweite Ring von Burgess' Stadtmodell ist geprägt von Wohnhäusern der Arbeiterbevölkerung, die ein mittelmäßiges Einkommen haben. Man findet hier vor allem Mehrfamilienhäuser. 

Frage anzeigen

Frage

Was sind die Merkmale der "Commuters Zone"?

Antwort anzeigen

Antwort

Der vierte Ring liegt außerhalb des administrativen Stadtgebietes und bildet somit die Vorortzone. Hier liegen die Pendlerwohngebiete mit vorwiegend Oberschichtbevölkerung. Man findet hier größere Grundstücke und Neubausiedlungen.

Frage anzeigen

Frage

Was sind die drei wichtigsten Kritikpunkte am Ringmodell?

Antwort anzeigen

Antwort

Ein grundlegendes Problem des Ringmodells ist, dass Burgess nur ein Zentrum berücksichtigt und sein Modell somit nicht auf Subzentren und ihre Wirkung auf die Stadt eingeht. 

Auch verkehrsbedingte Unterschiede in den verschiedenen Stadtteilen und ihre Auswirkungen auf die Anordnung der Ringe werden nur ungenügend berücksichtigt. 

Es wird drittens bemängelt, dass derart homogene und symmetrische Zonen in der Realität kaum auftreten.

Frage anzeigen
60%

der Nutzer schaffen das Ringmodell Quiz nicht! Kannst du es schaffen?

Quiz starten

Über 2 Millionen Menschen lernen besser mit StudySmarter

  • Tausende Karteikarten & Zusammenfassungen
  • Individueller Lernplan mit Smart Reminders
  • Übungsaufgaben mit Tipps, Lösungen & Cheat Sheets

Finde passende Lernmaterialien für deine Fächer

Hol dir jetzt die Mobile App

Die StudySmarter Mobile App wird von Apple & Google empfohlen.

Ringmodell
Lerne mit der Web App

Alle Lernunterlagen an einem Ort mit unserer neuen Web App.

JETZT ANMELDEN Ringmodell