Litosphäre

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Geographen und Geowissenschaftler teilen in ihrer Forschungsarbeit das Erdsystem häufig in verschiedene Sphären ein, die sich durch unterschiedliche stoffliche oder materielle Eigenschaften auszeichnen, zum Beispiel Boden, Gestein, Wasser, Luft oder Eis. In diesem Artikel erklären wir dir alles zur Gesteinssphäre, auch Lithosphäre genannt. Das Thema ist ein Unterthema der physischen Geographie und ist dem Fach Geographie unterzuordnen.


Was bedeutet Lithosphäre?


Das Wort Lithosphäre leitet sich aus dem Griechischen ab. Wörtlich übersetzt meint es „steinerne Hülle“. Man bezeichnet die Lithosphäre deshalb auch als Gesteinssphäre.


In dem Artikel zur physischen Geographie haben wir schon gelernt, dass Himmelskörper in verschiedene Sphären unterteilt wird, die sich in ihrer stofflichen und materiellen Beschaffenheit unterscheiden. Diese Sphären stehen in einer wechselseitigen Beziehung zueinander. Das heißt sie beeinflussen sich gegenseitig.


Bei der Lithosphäre handelt es sich um die bis zu 200 km dicke, feste Erdrinde. Sie umfasst also die kontinentale oder ozeanische Erdkruste und den äußeren Teil des Erdmantels, den man auch lithosphärischen Mantel nennt. Diese Sphäre ist aus einzelnen Platten zusammengesetzt, die auch als Lithosphärenplatten, tektonische Platten oder Kontinentalplatten bezeichnet werden.


  • Die Lithosphäre kann auch als Gesteinssphäre bezeichnet werden.

  • Himmelskörper werden in sich unterscheidende, wechselseitige Sphären unterteilt.

  • Die Lithosphäre beschriebt die bis zu 200 km dicke Erdrinde, also den äußeren Teil des Erdmantels.

  • Sie setzt sich aus Lithosphärenplatten zusammen.


Lithosphäre – Asthenosphäre


Die Lithosphäre wird von der Asthenosphäre unterlagert. Beide weisen unterschiedliche Eigenschaften aus. Das unterschiedliche Verhalten beider Platten ist eine wesentliche Grundlage für die Prozesse der Plattentektonik.


Die Plattentektonik beschreibt die Wissenschaft, die sich mit den Prozessen und Vorgängen der äußeren Erdhülle, also der Lithosphäre, beschäftigt. Sie besagt, dass die äußere Erdhülle in Kontinentalplatten untergliedert ist, die auf dem übrigen oberen Erdmantel aufliegen und darauf umherwandern. Dadurch wird die Entstehung von Faltengebirgen, Vulkanismus und Erdbeben erklärt.


  • Die Lithosphäre wird von der Asthenosphäre unterlagert.

  • Plattentektonik besagt, dass sich die äußere Erdhülle in Platten unterteilen lässt, die auf dem Erdmantel aufliegen
    und sich bewegen.


Eigenschaften der Lithosphäre


Die Lithosphäre setzt sich überwiegend aus kristallinem Gestein zusammen. Sie verhält sich gegenüber Deformation elastisch. Bei starken Deformationen, wie zum Beispiel bei einem Erdbeben, kommt es zu bruchhaften Verformungen der Lithosphäre. Man kann also von einem rigidem, starren Verhalten der Gesteinssphäre sprechen.


  • Die Lithosphäre kann als starr und rigide beschrieben werden.


Eigenschaften der Asthenosphäre


Im Gegensatz zur Lithosphäre verhält sich die unterlagerte Asthenosphäre gegenüber langdauernden Verformungen weich und duktil, also plastisch. Dennoch ist auch die Asthenosphäre aus festem Material. Sie beginnt, je nach Mächtigkeit der Lithosphäre in einer Tiefe von 60 bis 210 km und kann bis zu einer Tiefe von 410 km reichen. Die dichten Lithosphärenplatten bewegen sich auf der Asthenosphäre.


  • Die Asthenosphäre verhält sich – im Gegensatz zur Lithosphäre – weich und duktil.


(Quelle: www.direcke.de) 


Die Lithosphärenplatten


Die Lithosphäre wird in sieben große Lithosphärenplatten unterteilt. Diese bestehen aus verschiedenen Anteilen an kontinentaler und ozeanischer Lithosphäre.


Es gibt folgende tektonische Platten:


  • die Eurasische Platte

  • die Nordamerikanische Platte

  • die Südamerikanische Platte

  • die Afrikanische Platte

  • die Indisch-Australische Platte

  • die Antarktische Platte

  • die Pazifische Platte


Hinzu kommen noch weitere, kleinere Platten wie zum Beispiel die Nazca-Platte oder die Philippinische Platte. Zudem können auch die sieben großen Platten in mehrere kleine Platten unterteilt werden. All diese Platten liegen auf der Asthenosphäre auf und befinden sich in ständiger Bewegung, was aber in menschlichen Zeitmaßstäben kaum wahrnehmbar ist.


  • Die Lithosphäre wird in sieben große Platten, sowie mehrere kleinere Platten unterteilt.

  • Die Bewegungen der Lithosphärenplatten sind für Menschen kaum wahrnehmbar.


(Quelle: www.geothermie.de)


Die Dynamik der Lithosphäre - Plattentektonik


Allgemein bezeichnet man die Dynamik der Lithosphärenplatten als Plattentektonik. Die Höchstgeschwindigkeit der Kontinentalplatten liegt bei etwa 10 Zentimeter pro Jahr. Die Folge der Plattentektonik macht sich an allen Plattengrenzen durch Vulkanismus und Erdbeben bemerkbar.


Man unterscheidet hinsichtlich der Plattenbewegungen drei verschiedene Modi:


  • Es gibt konvergierende, also aufeinander zulaufende Platten. Dabei kann es entweder zur Subduktion oder zur Kollision kommen. Die konvergierenden oder auch destruktiven Plattengrenzen sind die Hauptursache für Vulkanismus und Erdbeben auf der Erde.



Die Subduktion meint das Hinabgleiten der dichteren Lithosphärenplatte unter die andere in den tieferen Erdmantel. Bei der Kollision werden eine oder beide Platten stark verformt und verdickt. Dadurch entstehen Tiefseerinnen und vulkanisch aktive Gebirgszüge. Als Beispiel hierfür können die Anden und der Peru- beziehungsweise Atacamagraben genannt werden.


  • Es gibt auch divergierende oder konstruktive Platten, das heißt auseinander driftende Platten. Dieser Vorgang, bei dem neue Lithosphäre entsteht, wird Divergenz genannt. Die Platten werden durch Konvektionsströme im Inneren der Erde auseinander geschoben. Dadurch entsteht eine Kluft aus der heißes Magma hervortritt und erkaltet. Das bekannteste Beispiel hierfür ist der Mittelozeanische Rücken, der unter anderem im Atlantik zwischen Afrika und Amerika ein riesiges Unterwassergebirge gebildet hat.

  • Aneinander vorbei driftende Platten gibt es zudem. Man nennt den Vorgang auch Relativbewegungen quer zur Plattengrenze oder konservative Plattengrenze. Es wird keine Erdkruste aufgeschmolzen (konvergierend) oder neu gebildet (divergierend). Folglich gibt es an konservativen Plattengrenzen kein Vulkanismus. Jedoch baut sich durch das Aneinanderreiben zweier Platten enorme Spannung auf, die sich in Form von Erdbeben entladen. Den Vorgang bei konservativen Plattengrenzen nennt man auch Transformstörung. 


(Quelle: www.vulkane.net)


Das Alter der Lithosphärenplatten


Ozeanische und kontinentale Erdplatten unterscheiden sich hinsichtlich ihres Alters. Die Ozeanische Erdkruste wird aufgrund der Subduktion nur etwa 160 bis 190 Millionen Jahre alt. Im Gegensatz dazu gibt es Kontinentalplatten, die bereits 4 Milliarden Jahre alt sind.


Die Lithosphäre – Alles Wichtige auf einen Blick

  • Die Lithosphäre wird auch Gesteinssphäre genannt.
  • Sie beschreibt die bis zu 200 km dicke Erdrinde, also den äußeren Teil des Erdmantels und unterteilt sich in sieben große und mehrere kleinere Lithosphärenplatten.
  • Unter der starren Lithosphäre befindet sich die duktile, plastische Asthenosphäre. Auf ihr schwimmen die Lithosphärenplatten.
  • Plattentektonik besagt, dass sich die äußere Erdhülle in Platten unterteilen lässt, die auf dem Erdmantel aufliegen und sich bewegen.
  • Man unterscheidet hinsichtlich der Plattenbewegungen drei verschiedene Modi: die konvergierende, divergierende oder konservative Plattengrenzen.
  • Ozeanische Erdkruste ist meist jünger als die kontinentalen Platten, da diese oft subduziert werden.


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