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Bodenbildung

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Geographie


In diesem Artikel geht es um das Thema Bodenbildung. Es gehört zu dem Fach Geographie und ist daher ein wesentlicher Aspekt der Physischen Geographie. Genauer zugeteilt wird es unter dem Thema Ökosysteme. Du lernst hier was genau Bodenbildung ist und was du sonst noch Wichtiges dazu wissen musst.


Grundsätzlich wird die Bodenbildung auch Pedogenese genannt und bezeichnet den Prozess der Entstehung von Böden.



Bodenbildung einfach erklärt

Pflanzen wachsen selten auf dem nackten Fels. Sie benötigen einen Boden, aus dem sie Nährstoffe ziehen und in dem sie Wurzeln bilden können. Damit sich ein solcher Boden entwickelt, ist Verwitterung nötig. 


Regen und Sauerstoff, Hitze und Kälte, Wasser und Wind zerreiben das Gestein und schleifen so selbst harten Granit zu immer kleineren Körnchen. Was dabei herauskommt, ist der sogenannte Verwitterungsschutt. 


Doch bis daraus ein lebendiger Boden wird, vergehen Jahrtausende:

  • Als Erste siedeln sich Bakterien, Pilze und Flechten auf dem Gestein an. Davon werden die ersten Bodentiere angezogen. 
  • Abgestorbene Pflanzenreste, Tierkadaver und Kot vermischen sich allmählich mit dem zerkleinerten Gestein
  • Aus diesem Mix entwickelt sich mit Hilfe von Pilzen und Bakterien die obere Bodenschicht aus fruchtbarem Erdreich, auf der Pflanzen gedeihen können. 
  • Darunter liegen weitere Schichten, zum Beispiel aus Sand oder Ton. Ganz zuunterst liegt das Gestein, aus dem sich der Boden entwickelt. 


Je nachdem welches Gestein verwittert, wie feucht es ist, welche Pflanzen wachsen und welche Temperaturen herrschen, entstehen verschiedene Böden mit unterschiedlichen Eigenschaften und Farben.



Faktoren der Bodenbildung

Allgemein werden in der Bodenkunde fünf Faktoren unterschieden, aus deren Einfluss die Bodenbildung resultiert. Bei diesem Vorgang kommen trotz unterschiedlicher Gewichtung immer alle Faktoren gleichzeitig zum Tragen:


  • Das Klima: Ihm kommt eine zentrale Stellung zu, denn viele Bodentypen sind in ihrer Verbreitung stark an Klimazonen gebunden. Schlüsselpositionen nehmen dabei der Niederschlag und die Temperatur ein.
  • Lebewesen: Sie nehmen durch ihre Aktivität auf und in dem Boden einen entscheidenden Einfluss, denn erst durch sie kommt es zur Ausbildung von Humus- oder Torfbildung oder der Durchmischung des Bodenmaterials.
  • Das Relief (Form der Erdoberfläche): ist vor allem für die Intensität der Wirkung von Wasser auf den Boden zuständig.
  • Das Ausgangsmaterial: Dies bestimmt über seine Körnung und chemische Zusammensetzung viele Eigenschaften des Bodens wie den pH-Wert, den Nährstoffgehalt oder die Wasserspeicherfähigkeit.. 
  • Die Zeit: Sie kann als übergeordneter Faktor angesehen werden, denn die Weiterentwicklung eines Bodens ist nie abgeschlossen.



Abb. 1: Faktoren der Bodenbildung
Quelle via Umweltbundesamt


Seit einiger Zeit wird zusätzlich zu diesen fünf Faktoren der Einfluss des Menschen als sechster Faktor angesehen. 



Bodenbildungsprozesse

Bei den folgenden Prozessen der Bodenbildung sind verschiedene Bodenbildungsfaktoren beteiligt.


Transformation

Hierbei handelt es sich vielmehr um aufbauende und abbauende Prozesse, die gegeneinander arbeiten.


  • Abbau und Aufbau von Mineralien: Allgemein überwiegt der Zerfall, also die Zerkleinerung von Ausgangsmaterial durch physikalische Einflüsse wie die Frostsprengung oder chemische Prozesse wie die Lösungsverwitterung. 
  • Abbau und Aufbau von organischer Bodensubstanz: Auf jungen, wenig entwickelten Böden überwiegt die Humusanreicherung.
  • Aufbau und Abbau der Bodenstruktur: Beschreibt die physikalischen und biologischen Prozesse, die zur Gefügebildung oder -auflösung führen.


Translokation

Bei der Translokation gehen Stoffe in Lösung über und ändern anschließend ihre Position.

  • Verlagerung: In der Regel handelt es sich um eine vertikale Verlagerung innerhalb des Bodenprofils. In feuchten Regionen werden die Stoffe aus dem Oberboden vom Sickerwasser in tiefere Bereiche verlagert, wo sie sich wieder absetzen. 
  • Auswaschung: Stoffe aus dem Bodenprofil gelangen ins Grundwasser und werden abtransportiert. In feuchten Regionen, wo die Niederschläge die Verdunstung übersteigen, ist diese Auswaschung und damit Verarmung ein wesentliches Charakteristikum der Böden.


Bodenentwicklungsreihen

Wenn die bodenbildenden Faktoren und Prozesse bekannt sind, kann nach genauer Betrachtung eines Standorts auch ohne nähere Untersuchung entschieden werden, welche Bodentypen in Frage kommen und höchstwahrscheinlich vorliegen. 


Abb. 2: Bodenentwicklung
Quelle via Ernst Klett Verlag


Da die Faktoren Klima, Relief, Ausgangsmaterial und Zeit in Kombination nur bestimmte Entwicklungen zulassen, wird von Bodenentwicklungsreihen (Sequenzen) gesprochen.


Zeitliche Entwicklungsreihen (Chronosequenzen)

Unter bestimmten Klimaverhältnissen machen Böden auf verschiedenen Ausgangsmaterialien immer eine vergleichbare Entwicklung durch, an deren Ende die Klimaxböden stehen.


Mögliche Beispiele hierfür sind:


  • Sandstein: Gestein → Syrosem → Ranker → Braunerde → Parabraunerde → Podsol
  • Sand: Sand → Lockersyrosem → Regosol → Braunerde → Parabraunerde → Podsol
  • Kalkstein (tonhaltig): Gestein → Syrosem → Rendzina → Terra fusca


Landschaftliche Entwicklungsreihen (Reliefsequenzen)

In Mitteleuropa finden sich je nach Landschaft typische Böden


Mögliche Beispiele hierfür sind:

Altmoränen-Landschaft

  • Siedlungsnähe: Plaggenesch (fast ausschließlich in Nordwestdeutschland)
  • Sander: Podsol
  • Geschiebesand: Braunerde (nährstoffarm)
  • Senken: Gley

Flusslandschaften der Auen

  • Oberlauf: Rambla
  • Mittellauf: Paternia und Kalkpaterina
  • Unterlauf: Tschernitza und Vega


Klimatische Entwicklungsreihen (Klimasequenzen)

Obwohl das Klima in Mitteleuropa insgesamt recht ähnlich ist, sind Einflüsse auf die Bodenentwicklung auch kleinräumig nachweisbar.


  • Kölner Becken (720 mm): Parabraunerde
  • Hildesheimer Börde (660 mm): (Schwarzerde)-Parabraunerde
  • Magdeburger Börde (600 mm): (Parabraunerde)-Schwarzerde
  • Regenschattengebiet des Harzes (450 mm): Schwarzerde


Im regenreichen Nordwesten Deutschlands ist der Prozess der Umlagerung bereits weit fortgeschritten. Ganz im Osten ist es deutlich trockener. Dort liegen auf gleich alten Sanden noch verstärkt Braunerden vor. 





Bodenbildung - Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bodenbildung wird auch Pedogenese genannt.
  • Bodenentwicklung bezeichnet den Prozess der Entstehung von Böden.
  • Klima, Relief, Ausgangsmaterial und Zeit sind die Faktoren für die Bodenbildung.
  • Bodenentwicklungsreihen unterscheidet man nach Klima, Zeit und landwirtschaftlichen Gegebenheiten.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Bodenbildung

Pflanzen benötigen einen Boden, aus dem sie Nährstoffe ziehen und in dem sie Wurzeln bilden können. Damit sich ein solcher Boden entwickelt, ist Verwitterung nötig: Regen und Sauerstoff, Hitze und Kälte, Wasser und Wind zerreiben das Gestein und schleifen so selbst harten Granit zu immer kleineren Körnchen.

Das Klima, die Zeit, das Relief, die Lebewesen, das Ausgangsmaterial und der Mensch sind bodenbildende Faktoren. 

Es gibt organische und mineralische Bodenhorizonte. 

Das Klima, die Zeit, das Relief, die Lebewesen, das Ausgangsmaterial und der Mensch haben einen Einfluss auf die Entstehung des Bodens. 

Finales Bodenbildung Quiz

Frage

Wie wird die Bodenbildung noch genannt?

Antwort anzeigen

Antwort

Pedogenese

Frage anzeigen

Frage

Welchen Prozess beschreibt die Bodenbildung?

Antwort anzeigen

Antwort

den Prozess der Entstehung von Böden

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Frage

Was ist nötig, damit sich ein Boden mit Nährstoffen bildet?

Antwort anzeigen

Antwort

Verwitterung


Frage anzeigen

Frage

Was ist der Verwitterungsschutt?

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Antwort

Das Ergebnis aus Regen und Sauerstoff, Hitze und Kälte, Wasser und Wind, die das Gestein zerreiben und so selbst harten Granit zu immer kleineren Körnchen schleifen.


Frage anzeigen

Frage

Wieso entstehen unterschiedliche Böden?

Antwort anzeigen

Antwort

Dies ist abhängig davon, welches Gestein verwittert, wie feucht es ist, welche Pflanzen wachsen und welche Temperaturen herrschen.


Frage anzeigen

Frage

Wie lange dauert es, bis sich ein Boden bildet?

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Antwort

Jahrtausende

Frage anzeigen

Frage

Welche Schritte werden benötigt, damit aus Gestein ein lebendiger Boden wird?


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Antwort

  • Bakterien, Pilze und Flechten auf dem Gestein, die die ersten Bodentiere anziehen
  • Abgestorbene Pflanzenreste, Tierkadaver und Kot vermischen sich allmählich mit dem zerkleinerten Gestein
  • mithilfe von Pilzen und Bakterien entwickelt sich daraus die obere Bodenschicht aus fruchtbarem Erdreich
  • darunter liegen weitere Schichten
Frage anzeigen

Frage

Wie viele Faktoren zur Bodenbildung existieren?

Antwort anzeigen

Antwort

5

Frage anzeigen

Frage

Was sind die fünf Faktoren der Bodenbildung?

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Antwort

  • Klima
  • Lebewesen
  • Relief
  • Ausgangsmaterial
  • Zeit
Frage anzeigen

Frage

Was wird als zusätzlicher sechster Faktor angesehen?

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Antwort

der Einfluss des Menschen

Frage anzeigen

Frage

Welche Bodenbildungsprozesse gibt es?

Antwort anzeigen

Antwort

  • Transformation
  • Translokation
Frage anzeigen

Frage

Was ist der Bodenbildungsprozess der Transformation?

Antwort anzeigen

Antwort

  • aufbauende und abbauende Prozesse, die gegeneinander arbeiten 
  • Abbau und Aufbau von Mineralien
  • Abbau und Aufbau von organischer Bodensubstanz
  • Aufbau und Abbau der Bodenstruktur


Frage anzeigen

Frage

Was ist der Bodenbildungsprozess der Translokation?

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Antwort

  • Stoffe gehen in Lösung über und ändern anschließend ihre Position 
  • Verlagerung: vertikale Verlagerung innerhalb des Bodenprofils
  • Auswaschung: Stoffe aus dem Bodenprofil gelangen ins Grundwasser und werden abtransportiert


Frage anzeigen

Frage

Welche Bodenentwicklungsreihen gibt es?


Antwort anzeigen

Antwort

  • Zeitliche Entwicklungsreihen (Chronosequenzen)
  • Landschaftliche Entwicklungsreihen (Reliefsequenzen)
  • Klimatische Entwicklungsreihen (Klimasequenzen)
Frage anzeigen

Frage

Was sind Beispiele für klimatische Entwicklungsreihen (Klimasequenzen)?

Antwort anzeigen

Antwort

Kleinräumige Einflüsse auf die Bodenentwicklung

  • Kölner Becken (720 mm): Parabraunerde
  • Hildesheimer Börde (660 mm): (Schwarzerde)-Parabraunerde
  • Magdeburger Börde (600 mm): (Parabraunerde)-Schwarzerde
  • Regenschattengebiet des Harzes (450 mm): Schwarzerde
Frage anzeigen

Frage

Was sind landschaftliche Entwicklungsreihen (Reliefsequenzen)?

Antwort anzeigen

Antwort

  • je nach Landschaft typische Böden
  • Beispiele: Altmoränen-Landschaft oder Flusslandschaften der Auen
Frage anzeigen

Frage

Was sind zeitliche Entwicklungsreihen (Chronosequenzen)?

Antwort anzeigen

Antwort

Unter bestimmten Klimaverhältnissen machen Böden auf verschiedenen Ausgangsmaterialien immer eine vergleichbare Entwicklung durch, an deren Ende die Klimaxböden stehen.

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