Wasser

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In dem Artikel über die Naturgeographischen Grundlagen hast Du bereits erfahren, dass das Wasser und auch das Klima zu den Geofaktoren zählen, welche die Erscheinung verschiedenster Landschaften bestimmen. Was genau aber die wichtigsten Informationen zum Thema Wasser sind, erfährst du in diesem Artikel!


Der Artikel zum Thema Wasser gehört ins Fach Geographie.



Der Wasserhaushalt 


Wir alle wissen: Ohne Wasser gäbe es auf der Erde kein Leben. Und sogar der unbelebte Teil der Natur hängt oft vom Vorhandensein des Wassers ab, denn zum Beispiel bestimmte Gesteine wie Kalkgestein gäbe es nicht ohne Wasser. Das liegt daran das diese Gesteinssorte vor allem im Meer entsteht. Um mehr über das Thema Gestein zu erfahren, findest du in einem separaten Artikel die wichtigsten Informationen zusammengefasst. 


Was ist nun der Wasserhaushalt? Vereinfacht gesagt, beschriebt der Begriff die Aufnahme und Abgabe von Wasser aus einer definierten Einheit. Das lässt sich ein bisschen mit den Geld- und Finanzströmen in der Wirtschaft vergleichen. 


Im Wasserhaushalt wird geregelt, wie viel Wasser da ist. Also bestimmt dieser auch die Basis, auf der wir eine intensivere kulturelle Nutzung des Naturraums betreiben können. Der Wasserhaushalt wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst: 


  • Die jahreszeitliche Menge von Niederschlägen 
  • Die Verteilung von Niederschlägen 
  • Grundwasserströme 
  • Oberirdischer Abfluss in Gewässern 
  • Die Fähigkeit und das Vermögen von Böden und Gesteinen, das Wasser zu speichern und verfügbar zu halten 


Betrachtet man den Wasserhaushalt langfristig, gibt es eine ausgeglichene Bilanz. Diese lässt sich folgendermaßen berechnen:


N (Niederschlag) = A (Abfluss des Wassers) + V (Verdunstung des Wassers)


Betrachtet man das Ganze kurzzeitig, sollten man Effekte wie Witterungsverläufe und die Zwischenspeicherung im Boden und im Grundwasser betrachten. Diese Effekte beeinflussen den Wasserhaushalt sehr stark, wodurch es zu Überschuss oder Defiziten von Wasser kommen kann. 


Folgen von Überschuss oder Defizit sind zum Beispiel Ernteausfälle oder Schädlingsbefall im Wald. Liegt zum Beispiel ein Defizit an Wasser vor und der Sommer in Deutschland ist besonders trocken, dann wächst die Population an Borkenkäfern so stark an, dass dies den Fichtenbeständen zusetzt. 



Der Wasserkreislauf 



via oceancampus.eu

 


Wie bereits erwähnt ist Wasser ein lebensnotwendiger Stoff, der die Existenz von Menschen, Tieren und Pflanzen auf der Erde ermöglicht und beeinflusst. Ungefähr 71% der Erdoberfläche bestehen aus Wasser. Das Volumen des Wassers der Erde beträgt umgerechnet ca. 1,4 Milliarden Kubikmeter. Die verschiedenen Kreisläufe halten die Verfügbarkeit von Wasser aufrecht, was sehr bedeutend für unsere Erde ist. 


Diese Zahl scheint groß, weshalb viele denken, dass die Wasserreserven unendlich sind. Das stimmt allerdings nicht ganz, da der Süßwasseranteil weniger als 3% beträgt. Nur dieser ist direkt für uns Menschen nutzbar. Dazu kommt, dass mehr als 78% dieses Süßwassers in Form von Eis oder Schnee gebunden sind. Daraus wird ersichtlich, dass nur ein geringer Teil des Wassers uns zur Verfügung steht. 


Was ist aber dann mit dem restlichen Wasser? Die genannte Menge an Süßwasser wäre in kurzer Zeit stark erschöpft, würde sie nicht ständig durch den Wasserkreislauf erneuert werden. 

Also ist ein Teil des Wassers immer in einem endlosen Kreislauf. Dieser Kreislauf befindet sich zwischen Atmosphäre, Land und dem Meer. 


Seine Form verändert das Wasser durch Verdunstung, atmosphärischen Wasserdampftransport, Niederschlag oder Abfluss. 


Somit ist der Wasserkreislauf ein riesiges Transportsystem, angetrieben von der Sonne. Die Atmosphäre fungiert außerdem als eine Art von Wärmekraftmaschine. Da ständig Süßwasser aus dem Salzwasser der Meere produziert wird, sagt man auch, dass man den Kreislauf auch als eine riesige Destillationsanlage betrachten kann. 



Das Vorkommen von Wasser auf der Erde 


Eben hast du erfahren, dass nur 3% des Wasservorkommens in Form von Süßwasser vorliegen. Wo befindet sich also das restliche Wasser und in welcher Form? 


  • 97,4% des Wassers befindet sich in den Weltmeeren 
  • 2% findet sich in Eis und Schnee wieder
  • 0,5% sind im Grundwasser
  • 0,014% der gesamten Wassermenge sind in Flüssen und Seen
  • 0,0001% befindet sich in der Atmosphäre 


Wie du sehen kannst ist der größte Teil des Wasservorkommens wie vermutet in den Weltmeeren.



Der genaue Prozess des Wasserkreislaufs 


Wie genau wandelt das Wasser seine Form? Beginnen wir in der Atmosphäre; dort ist Wasser in gasförmiger Form vorhanden. Deshalb sprechen wir auch von Wasserdampf. 

Dieser Anteil von gasförmigem Wasser vermehrt sich, wenn mehr Wasser verdunstet. Der Fachbegriff dafür ist Evaporation. 


Innerhalb dieser Prozesses steigt das Wasser im gasförmigen Zustand von der Erdoberfläche, wie z.B. aus Seen oder von Landoberflächen, und es bilden sich Wassertröpfchen oder Eiskristalle. Diese Tröpfchen oder Kristalle bleiben in Form von Wolken oder Nebel in der Atmosphäre


Durch Wind können die Wolken oder der Nebel große Strecken transportier werden. Wenn die Tropfen oder Kristalle eine bestimmte Größe erreichen, gelangt das Wasser in From von Niederschlag auf die Erdoberfläche zurück. Dieser Niederschlag kann fest oder flüssig sein, wie zum Beispiel Schnee, Hagel oder normaler Regen. 



Auf der Erdoberfläche angekommen kann ein Teil des Wassers durch die Decke von Pflanzen zurück gehalten werden (Interzeption)  oder in den nächsten Fluss abfließen. Dadurch kann das Wasser wiederum mit gewisser Verzögerung wieder ins Meer gelangen. Dies nennt man Oberflächen- oder Zwischenabfluss. 


Das Wasser kann außerdem in Form von Schnee oder Eis gespeichert werden, danach erneut verdunsten oder versickern. Dies nennt man Infiltration. Durch diesen Prozess werden zuerst alle Bodenwasserreserven aufgefüllt. Dies benötigen Pflanzen, beispielsweise für ihr Bodenwasser. Dieses Wasser können sie durch ihre Wurzeln aufnehmen und dann durch das Pflanzensystem zu den Oberflächen ihrer Blätter transportieren. Dort kann das Wasser dann erneut verdunsten (Transpiration). 


Wenn das Wasser tiefer in den Boden eindringt, gelang es ins Grundwasser zur Grundwasserneubildung. Später tritt es an die Oberfläche zurück. Man spricht dabei vom Grundwasserabfluss. 


Sollte das Wasser innerhalb der Prozesse wie Oberflächen-, Zwischen- oder Grundwasserabfluss auf einen sogenannten Vorfluter treffen, dann folgt das Wasser dem größten Gefälle zum Meer oder zu einem See hin. Als Vorfluter bezeichnet man beispielsweise Bäche oder Flüsse. Erreicht das Wasser das Meer oder einen See, steht es dann dem Kreislaufsystem wieder zur Verfügung.


Wichtig zu erwähnen ist jedoch, dass die größte Masse des Wasserumsatzes auf dem Meer erfolgt. Ein beachtlicher Teil des verdunsteten Wassers, gelangt in Form von Niederschlag wieder auf das Meer zurück. Der Teil des Wassers, der im Austausch mit dem Meer und dem Land steht, ist verhältnismäßig gering. 



Das Wasser im Kreislauf – Einflussfaktoren 


Der Kreislauf des Wassers wird von einigen Faktoren beeinflusst. Ein großer Teil dieser Faktoren sind natürlicher Art, wie zum Beispiel:

  • Geländegestaltung 
  • Neigung
  • Temperatur
  • Wind
  • Pflanzen dichte
  • Bodenfeuchte
  • Organismen 


Es gibt allerdings auch sogenannte anthropogene Faktoren, die durch Menschen verursacht werden. Davon gibt es so unzählig viele unterschiedliche Faktoren und Konsequenzen, dass hier nur wenige Beispiele genannt werden können: 


  1. Veränderungen des Gewässerbettes; dies geschieht durch das Begradigen von Flüssen, Uferbefestigung oder das Bauen von Stau- und Rückhaltebecken. Die Folge ist, dass die Flüsse ihr natürliches Rückhaltevermögen verlieren, viele Ökosysteme zerstört werden und es an Uferrändern zu mehr Erosion kommt.

    Erosion: der Begriff beschreibt die Abtragung bzw. die zerstörende Wirkung von fließendem Wasser, Eis und Wind an der Erdoberfläche

  2. Versiegelungsprozesse aufgrund von Beton und Asphalt: In urbanen Räumen gibt es einen hohes Vorkommen von Beton und Asphalt. Dadurch kann das Wasser kaum in den Boden versickern und trägt deshalb nicht zur Grundwasserneubildung bei. Außerdem gelangt das Wasser nur verzögert in einen Vorfluter.

  3. Abholzung von Waldflächen: Dadurch nimmt der Oberflächenabfluss zu und die Bodendecke wird anfälliger für Erosion. 



Wasser – Das Wichtigste auf einen Blick!


Nun weißt du schon so einiges über das Wasser, den Wasserhaushalt und den Kreislauf indem sich Wasser ununterbrochen befindet. Hier nochmal das wichtigste zusammengefasst:

  • Ohne Wasser gäbe es auf der Erde kein Leben. 
  • Auch der unbelebte Natur, wie zum Beispiel viele Gesteinsarten, sind vom Wasser beeinflusst. 
  • Circa 71% der Erdoberfläche bestehen aus Wasser.
  • Nur 3% des Wassers steht den Menschen zur Verwendung zur Verfügung. 
  • Durch Überschüsse oder Defizite im Wasserhaushalt kann es zum Beispiel zu Ernteausfällen oder Schädlingsbefall kommen. 
  • Wasser verändert ständig seine Form durch Verdunstung, atmosphärischen Wasserdampftransport, Niederschlag oder Abfluss. 
  • Der Wasserkreislauf wird durch natürliche Faktoren und anthropogene Faktoren beeinflusst. 
  • Die Liste von anthropogenen Faktoren ist deutlich länger und zeigt, dass wir stark in den natürlichen Kreislauf des Wassers eingreifen und in stören bzw. verändern. 
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