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Ausländische Direktinvestitionen

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Geografie

Wenn man sich mit dem Thema Globalisierung beschäftigt, stößt man immer wieder auf den Begriff der Ausländischen Direktinvestitionen. Was das überhaupt ist und welche Rolle diese spielen, erfährst du in diesem Artikel. Das Thema gehört zum Fach Geographie und ist Teil des Themenbereichs der Globalisierung und gehört zu dem Unterthema Finanzzentren.


Was sind Ausländische Direktinvestitionen?


Ausländische Direktinvestitionen (ADI) bezeichnen Kapitalanlagen von einem Unternehmen oder von Staatsregierungen. Ziel ist die dauerhafte Beteiligung an einem Unternehmen im Ausland.


Ausländische Direktinvestitionen werden oft auch einfach als Auslandsinvestitionen bezeichnet. Sie sind das Hauptinstrument grenzüberschreitender Unternehmertätigkeit. Verstanden werden darunter Investitionen zur Gründung von Zweigbetrieben oder zum Erwerb und zur Beteiligung an Unternehmen im Ausland.


Im Jahr 2003 gab es in der EU Ausländische Direktinvestitionen in Höhe von 3.335 Mrd. US$, in den USA von 1.554 Mrd. US$, in Kanada von 275 Mrd. US$, in Südamerika & Karibik 647 Mrd. US$, in China 501 Mrd. US$, in Hongkong 375 Mrd. US$ und in Singapur in Höhe von 147 Mrd. US$.



Historische Entwicklung von Ausländischen Direktinvestitionen


In den 1980er Jahren begann die rasante Entwicklung Ausländischer Direktinvestitionen. Die Direktinvestitionen sind stärker gestiegen als die Exportzahlen oder andere Finanzgeschäfte. Der Anstieg der Ausländischen Direktinvestitionen kann als Indikator der Globalisierung angesehen werden. Deutlich ist hier die Dominanz der OECD-Länder und damit ein wirtschaftliches Machtgefälle auf globaler Ebene zu sehen.


Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist eine internationale Organisation, deren Ziel eine bessere Politik für ein besseres Leben ist. So sollen Wohlstand, Gerechtigkeit, Chancen und Lebensqualität für alle gesichert werden. Derzeit umfasst die OECD 38 Mitgliedsstaaten.


 

Ziele und Motive von Ausländischen Direktinvestitionen


Ziel der Ausländischen Direktinvestitionen ist es vor allem Einfluss auf die Strategien und die Aktivitäten der neu gegründeten bzw. erworbenen Unternehmen im Ausland auszuüben.  


Sie verfolgen unterschiedliche Motive. Dazu zählen:  


  • Erschließung/ Sicherung von Absatzmärkten 
  • Steuerliche Vorteile
  • Umgehen von Handelshemmnissen
  • Sicherung von Rohstoff- und Energiequellen
  • Nutzung günstiger Standortbedingungen   


Bei Ausländischen Direktinvestitionen liegt der Fokus auf der Standortwahl. Dabei können jedoch Risiken auftreten, die zu Einschränkungen oder zum Ausbleiben der ausländischen Direktinvestition führen. 

Beispiele dafür sind: 


  • Politische Risiken (z. B. Handeln der ausländischen Regierung)
  • Wirtschaftliche Risiken (z. B. Wechselkursrisiko, Absatzrisiko, Arbeitsmarktprobleme, Lagerrisiko, Zahlungsrisiko)
  • Soziale Risiken (z. B. Sprachschwierigkeiten)
  • Sonstige Risiken (z. B. klimatische Bedingungen)

 


Verteilung der Ausländischen Direktinvestitionen 


Wenn man sich anschaut, wie die Ausländischen Direktinvestitionen auf die Wirtschaftssektoren verteilt sind, dann ist zu erkennen, dass der Fokus auf dem Tertiären Sektor liegt. Im Tertiären Sektor liegt der Schwerpunkt vor allem auf Finanzdienstleistungen und Handelsunternehmen.


Betrachtet man den sekundären Sektor liegt der Fokus fast nur noch auf wissensintensiven Branchen. Zu diesen Branchen zählen die Elektronik-, Pharmazie-, Chemie- oder Datenverarbeitungsindustrie.


Zu den Wirtschaftssektoren findest du bei uns eigene Artikel. Hier kannst du alles zum Thema Primärer SektorSekundärer SektorTertiärer Sektor sowie Quatärer Sektor nachlesen.


Ausländische Großagrarinvestitionen


Ausländische Direktinvestitionen sind zunehmend auch Agrarinvestitionen. Kapitalkräftige Investoren, dazu zählen beispielsweise China oder Saudi Arabien, sichern sich große Flächen vor allem in Afrika. Das Ziel ist es, dort mit Hilfe von industrieller Landwirtschaft Nahrung und Bioenergie zu produzieren, um eigene nationale Defizite auszugleichen oder Gewinne zu erzielen.   


Solche Großprojekte sind oft intransparent und erfolgen meist ohne Beteiligung der Bevölkerung. Das Ergebnis sind immer häufiger Landnutzungskonflikte, welche die Lebensverhältnisse ansässiger Kleinbauern aber auch die allgemeine Ernährungssicherheit im betroffenen Land verschlechtern.

 


Kritik an Ausländischen Direktinvestitionen


Ausländische Direktinvestitionen sind extrem umstritten. Kritisiert werden dabei besonders die Auswirkungen in Entwicklungsländern. Für Entwicklungsländer können die Ausländischen Direktinvestitionen zwar große Wachstumschancen mit sich bringen, da enormes Wissen und das Know-how auf das Gastgeberlandes überspringen kann.  Dies hängt aber immer davon ab, wie sehr die Einwohner der betroffenen Landes mit einbezogen werden. Dieser Effekt wird Spill-Over-Effekt genannt.


Spill-over-Effekte sind Ausstrahlungseffekte. Es handelt sich dabei um über den eigentlichen Zielbereich einer Entscheidung hinausgehende Wirkungen. Viele Aktivitäten in der Unternehmung bringen auch Effekte mit sich, die sachlich, räumlich oder zeitlich vom Entscheidungsträger gar nicht gewollt sind oder für das Entscheidungsfeld gar nicht relevant sind. Sie können sowohl positive als auch negative Nebenwirkungen auf die Unternehmung haben.

 

Ausländische Direktinvestitionen stehen auch in der Kritik, weil sie Nachteile mit sich bringen. Zu diesen gehören:


  • Die negative Beeinflussung von Entscheidungsträgern in den Entwicklungsländern
  • Die negative Entwicklungseffekte, da Unternehmen gewinnorientiert handeln
  • Die Ausbeutung der Arbeitskraft, ohne dabei den Wohlstand zu erhöhen


Vorteile von Ausländischen Direktinvestitionen


Ausländische Direktinvestitionen bringen für die Unternehmen und Investoren auch Vorteile mit sich. Zu diesen zählen beispielsweise:


  • Produktionsverlagerung: die direkten Kosten der Produktion werden gesenkt und Skaleneffekte werden erzielt 
  • Steuervermeidung: der Besteuerungsunterschied zwischen verschiedenen Ländern wird als Kostenvorteil genutzt
  • Finanzmärkte: leichterer Zugang zu Finanzmärkten durch verbesserte Liquidität oder Fremdfinanzierung 
  • Globale Koordination: bestimmte Tätigkeiten werden zentral dort erfüllt, wo die Rahmenbedingungen für diese Tätigkeit optimal sind
  • Reduktion des politischen Risikos:  In Regionen relativer politischer Stabilität sind hohe Investitionen sicherer als in Regionen mit hoher Instabilität.

 


Insider Tipp! Dich hat das Thema Globalisierung gepackt und du möchtest mehr erfahren? Dann sieh dir unsere Artikel über die Ursachen der Globalisierung, die Global Player, die Gewinner und Verlierer der Globalisierung,  globaler Tourismus oder die Finanzzentren an.


Ausländische Direktinvestitionen - Das Wichtigste auf einen Blick

Ausländische Direktinvestitionen - Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Ausländische Direktinvestitionen (ADI) bezeichnen Vermögensanlagen
  • Das Ziel von Ausländischen Direktinvestitionen ist die dauerhafte Beteiligung an einem Unternehmen im Ausland
  • Beginn in den 1980er Jahren
  • Es sollten politische, wirtschaftliche und soziale Risiken beachtet werden
  • Fokus der ADI liegt auf dem Tertiären Sektor

Häufig gestellte Fragen zum Thema Ausländische Direktinvestitionen

Direktinvestitionen bezeichnen Kapitalanlagen von einem Unternehmen oder von Staatsregierungen.

FDI steht für Foreign Direct Investment. Gemeint sind damit  grenzüberschreitende Vermögensanlagen in Unternehmen. Das Ziel ist es, die Geschäftstätigkeit langfristig und maßgeblich zu beeinflussen.

ADI steht für Ausländische Direktinvestitionen. Diese bezeichnen Vermögensanlagen von einem Unternehmen oder von Staatsregierungen.

Ausländische Direktinvestitionen bringen Vorteile mit sich. Dazu zählt die Erschließung und Sicherung von Absatzmärkten, Nutzen steuerliche Vorteile, das Umgehen von Handelshemmnissen, die Sicherung von Rohstoff- und Energiequellen sowie die Nutzung günstiger Standortbedingungen.  

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