EU Handel: Außenhandel, Politik & Abkommen | StudySmarter
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Handelsströme der EU

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Geographie

dilek.oezyildirim@studysmarter.de

1. secondary keywords fehlen: Binnenmarkt, Emissionshandel, Handelsvolumen

2. FAQs fehlen 

18:13 26.11.2021

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Die EU ist eine der bedeutendsten Volkswirtschaften für die Weltwirtschaft. Gleichzeitig ist sie eine der Volkswirtschaften, die am stärksten nach außen orientiert sind. Dies bedeutet, dass die EU viel Außenhandel betreibt.


Diese Priorität war bereits bei der Gründung und dem Aufbau der EU ein Grundprinzip. Man wollte einen freien Handel zwischen den Mitgliedstaaten gewähren und gleichzeitig dazu beitragen, den Welthandel offener zu gestalten. 


Auf diesem freien und offenen Welthandel beruht auch der Wohlstand der europäischen Union. 

31 Millionen Arbeitsplätze in der EU sind allein vom Export abhängig.
Diese Zahl entspricht beinahe jedem siebten Arbeitsplatz in Europa


Die Position der EU


Die EU spielt also eine zentrale Rolle bei der Gestaltung des Welthandelssystems. Die wirtschaftliche Offenheit nach außen hat für die Europäische Union große Vorteile gebracht, wobei aber nicht alle Branchen gleichermaßen von der Öffnung der Märkte profitieren. 


Die Finanzkrise im Jahr 2009 wirkte sich zwar negativ auf die wirtschaftliche Leistung der Europäischen Union aus, jedoch konnte die EU ihre starke Position im Warenhandel erhalten. Außerdem war es der Union möglich, ihre führende Rolle im Dienstleistungsbereich auszubauen. 


Im Laufe der Jahre veränderten sich die Strukturen und Muster des internationalen Marktes und die Weltwirtschaft von heute ist stark miteinander verflochten. Dazu beigetragen haben neue wirtschaftliche Akteure und technische Innovationen, wie zum Beispiel die Digitalisierung


Heute wird nicht mehr herkömmlich mit Fertigwaren gehandelt, sondern an dieser Stelle stehen nun weltweite Lieferketten


Supply-Chain-Management


Dieses Prinzip wird auch Supply-Chain-Management genannt und bezieht sich auf mehrstufige Lieferketten. Eine Lieferkette ist der Prozess von der Bestellung eines Kunden bis zur Lieferung und Bezahlung des gewünschten Produkts. 


Heutzutage sind diese Lieferketten mehrstufige weltweite Prozesse. Dadurch werden sie und ihre Netzwerke immer komplexer. 



Die Handelspartner der EU 


Wie bereits erwähnt, ist die EU stark nach außen orientiert. Wer sind aber die wichtigsten Handelspartner? Also wer importiert am meisten Ware aus der EU?


Europa ist der weltweit größte Ausführer von Dienstleistungen und industriellen Erzeugnissen.


Im Jahr 2020 waren China, dicht gefolgt von den USA, die wichtigsten Handelspartner der EU. China importierte dabei 16,1 % des Gesamtanteils von Waren aus der EU und die USA 15,2 %. Betrachtet man nur den Handel mit Dienstleistungen, ist die USA der wichtigste Handelspartner der EU. 


Seitdem das Vereinigte Königreich kein Teil der Europäischen Union mehr ist, gehört es auch zu den wichtigsten Handelspartnern. Mit einem Anteil von 12,2 % des gesamten Warenhandels ist es der drittgrößte Handelspartner. 


Weitere wichtige Handelspartner der EU sind: 


  • Schweiz (6,9 %),
  • Russland (4,8 %),
  • Türkei (3,6 %),
  • Japan (3 %),
  • Norwegen (2,5 %),
  • Südkorea (2,5 %),
  • Indien (1,8 %).



Die Handelspolitik der EU


Die Handelspolitik der einzelnen EU-Länder fällt in den Zuständigkeitsbereich der Union. Diese handelt dann für ihre Mitglieder Abkommen mit Drittstaaten aus.


Genauer gesagt spricht die EU dabei mit einer Stimme und hat so bei internationalen Handelsgesprächen mehr Gewicht als die einzelnen Mitgliedstaaten. 


Bei der Gründung der EU vereinbarten die Mitgliedstaaten, ihre Hoheitsrechte zu bündeln und erteilten der Kommission das Mandat, sich in ihrem Namen äußern zu dürfen. Das bedeutet, dass die EU als eigene Rechtspersönlichkeit im Namen all ihrer Mitgliedstaaten über Handelsabkommen verhandelt.  


Handelsabkommen für faire Handelsbeziehungen


Bei den Abkommen handelt es sich um sogenannte Handelsabkommen. 

Ein Handelsabkommen ist ein völkerrechtlicher Vertrag zwischen zwei oder mehreren Staaten. Dieser regelt die zukünftigen Handelsbeziehungen des Außenhandels bei Importen und Exporten der Vertragspartner.


Jedes dieser Abkommen ist ein eigenes Vertragswerk, welches zum Beispiel Zollsenkungen, Vorschriften für Bereiche wie geistiges Eigentum und nachhaltige Entwicklung oder Menschenrechtsklauseln beinhalten kann.


Die Handelsabkommen helfen dabei, faire und geregelte Handelsbeziehungen mit anderen Teilen der Welt aufzubauen. Davon profitieren nicht nur Unternehmer, sondern auch Verbraucher. 


Den Unternehmen helfen die Abkommen neue Absatzmärkte zu finden, Gewinne zu steigern und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Dadurch profitieren wiederum die Verbraucher, da ihnen so eine breitere Produktpalette geboten werden kann oder sie weltweit in einer digitalen Warenwelt einkaufen können, um so den besten Preis für ein Gut zu finden.


Klassifizierung von Handelsabkommen 


Handelsabkommen können je nach ihrem Inhalt variieren. Man unterscheidet zwischen Wirtschaftspartnerabkommen, Freihandelsabkommen und Assoziierungsabkommen.


Wirtschaftspartnerabkommen 


Wirtschaftspartnerabkommen, oder kurz WPA, sollen die Entwicklung der Handelspartner aus Afrika, der Karibik und dem Pazifischen Ozean fördern. Dieses Abkommen wurde zwischen der EU und 78 Staaten geschlossen. 


Freihandelsabkommen


Freihandelsabkommen, abgekürzt FHA, sollen eine gegenseitige Marktöffnung ermöglichen, indem ein bevorzugter Zugang zu den Märkten gewährt wird. Die beiden Vertragspartner verzichten dabei untereinander auf Handelshemmnisse.


Assoziierungsabkommen


Bei diesen Abkommen bindet sich ein Vertragspartner an eine Zwischenstation oder supranationale Gemeinschaft. Der Partner wird nicht Mitglied der Gemeinschaft, ihm werden jedoch neue Rechte und Pflichten eingeräumt.  


Überblick über bedeutende Freihandelsabkommen 


Im Folgenden findest du eine Liste mit einigen bedeutenden Freihandelsabkommen der EU:


  • Die Europäische Union (EU),
  • Der Europäischer Wirtschaftsraum (EWR),
  • Zollunion EU - Türkei, 
  • Mitteleuropäisches FHA (CEFTA),
  • Großbritannien, 
  • Botswana, Lesotho, Namibia, Südafrika, Swasiland,
  • Kanada (CETA),
  • Vietnam,
  • Japan (JEFTA),
  • Südkorea,
  • Singapur (ESFTA),
  • Ukraine (DCFTA),
  • Moldau (DCFTA),
  • Ecuador, Kolumbien und Peru, 
  • Mercosur,
  • Australien und Neuseeland.  



Ziele der europäischen Handelspolitik 


Die Union vertritt das Ziel eines offenen und gerechten internationalen Handelssystems. Sie möchte dabei alle Länder in die Weltwirtschaft integrieren und Schritt für Schritt Handelshemmnisse abbauen


Handelshemmnisse sind Maßnahmen, welche den Austausch von Waren und Dienstleistungen erschweren oder ganz verhindern. 

Die EU möchte ihre eigenen ordnungspolitischen Verfahren im Rest der Welt verbreiten und bedient sich dazu an internationalen Handelsinstrumenten


Um faire Bedingungen für europäische Exporteure zu schaffen, fördert und verteidigt die EU die europäische Industrie und Wirtschaft. So soll der Zugang zu neuen Märkten leichter eröffnet werden und man unterstützt gleichzeitig ausländische Unternehmen dabei, Zugang zum EU-Markt zu erhalten. 


"Handel für alle"


Im Jahr 2015 stellte die Kommission eine neue Strategie mit dem Namen "Handel für alle" vor. Eine der Grundsäulen der Strategie war die "Förderung europäischer Werte". Dazu zählen unter anderem:


  • Menschenrechte,
  • nachhaltige Entwicklung,
  • verantwortliches Regierungshandeln,
  • Umweltschutz. 


Die neue Strategie soll die Standards aller Menschen verändern, sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU. Die weiteren Grundsäulen heißen "Transparenz" und "Wirksamkeit". 


Mithilfe der drei Säulen möchte man das Ziel verwirklichen, Wirtschaftswachstum mit sozialer Gerechtigkeit, Menschenrechtsstandards und Normen den Bereichen Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz und Sicherheit verbinden. 


Um diese Ziele zu verwirklichen, unternimmt die EU verschiedene Maßnahmen:


  1. direkter Kontakt zu Entwicklungsländern, 
  2. Vorschriften zur Korruptionsbekämpfung in zukünftigen Abkommen,
  3. Festlegung von Normen im Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz,
  4. Unterstützung ethischer und fairer Handelssysteme,
  5. Unterstützung von verantwortungsvollen Lieferketten.



Handelsströme der EU - Das Wichtigste


  • Die EU ist eine der bedeutendsten Volkswirtschaften für die Weltwirtschaft, welche auch mit am stärksten nach außen orientiert ist. 
  • 31 Millionen Arbeitsplätze in der EU sind allein vom Export abhängig.
  • Die Union profitiert von der wirtschaftlichen Offenheit. 
  • Europa ist der weltweit größte Exporteur von Dienstleistungen und industriellen Erzeugnissen.
  • Die wichtigsten Handelspartner der EU sind China und die USA.
  • Die Handelspolitik der einzelnen EU-Länder fällt in den Zuständigkeitsbereich der Union. Diese handelt dann für ihre Mitglieder Abkommen mit Drittstaaten aus.
  • Handelsabkommen helfen den Unternehmen neue Absatzmärkte zu finden, Gewinne zu steigern und neue Arbeitsplätze zu schaffen, wodurch wiederum die Verbraucher profitieren. 
  • Bei Handelsabkommen unterscheidet man zwischen Wirtschaftspartnerabkommen, Freihandelsabkommen und Assoziierungsabkommen. 
  • Die Union vertritt das Ziel eines offenen und gerechten internationalen Handelssystems. Sie möchte dabei alle Länder in die Weltwirtschaft integrieren und Schritt für Schritt Handelshemmnisse abbauen.
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