Bevölkerung

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In diesem Kapitel betrachten wir die Bevölkerung in Europa. In Europa leben fast 750 Millionen Menschen und gehört damit zu den dichter besiedelten Regionen der Welt. Der Themenbereich Europa gehört zum Fach Geschichte.


Im folgenden Kapitel gehe wir zunächst auf natürliche Bevölkerungsbewegungen ein. Dies soll dir einen Überblick geben, welche Entwicklungen wir bezüglich der Bevölkerung auf der Erde zu erwarten haben und welche Rolle Entwicklungsstandards haben. Anschließend beleuchten wir die Bevölkerung Europas genauer. 

Am Schluss folgt noch eine Zusammenfassung, indem wir die wichtigsten Punkte auf einen Blick darstellen.


 


Natürliche Bevölkerungsbewegungen in Europa und auf den anderen Kontinenten


Von natürlicher Bevölkerungsbewegung spricht man, wenn sich die Zahl der Menschen in einem Raum allein durch Geburten- und Sterbefälle ändert. Weltweit überwiegt heute die Zahl der Geburten: Die Weltbevölkerung wächst. In der Vergangenheit war die Bevölkerungszahl vor allem an die Möglichkeiten der Nahrungsmittelproduktion geknüpft. 


Vor 10 000 Jahren lebten etwa 5 –10 Mio. Menschen als Jäger und Sammler auf der Erde. Der Übergang zu Ackerbau und Viehzucht ermöglichte eine beträchtliche Steigerung der Weltbevölkerung: Um Christi Geburt waren es bereits 200 – 400 Mio. Menschen. Bis ins 17. Jh. wuchs die Bevölkerung kaum: Zuwächse wurden durch Rückgänge z. B. infolge Hungerkatastrophen, Pestepidemien, Klimaschwankungen oder Kriegen weitgehend ausgeglichen. 


Erst danach kam es zu einem schnellen Wachstum der Erdbevölkerung, basierend auf neuen, wissenschaftlich begründeten Methoden in der Landwirtschaft, z. B. Fruchtwechselwirtschaft, Düngung, Pflanzenzucht, aber auch in der Medizin und anderen Bereichen.



Bevölkerungsentwicklung ab des 19. Jahrhunderts


Besonders im 19. und 20. Jh. hat die Weltbevölkerung rasant zugenommen. Während die Steigerung der Menschheit von einer auf zwei Mrd. mehr als 120 Jahre benötigte, dauerte die Steigerung von 4 auf 5 Mrd. nur noch 13 Jahre. Dieses sehr rasche Wachstum bezeichnet man auch als Bevölkerungsexplosion. Derzeit wächst die Weltbevölkerung jährlich um rund 82 Millionen, wöchentlich um mehr als 1,5 Mio., täglich um mehr als 220 000, minütlich um 156 Menschen. 


Allerdings gibt es Anzeichen dafür, dass das Bevölkerungswachstum nicht ungebremst weitergeht. So ist das durchschnittliche jährliche Wachstum, das zwischen 1960 und 1970 bei jährlich etwa 2 % lag, bereits deutlich zurückgegangen. Es gibt auch immer mehr Länder, in denen die Sterbeziffer die Geburtenziffer übersteigt, die natürliche Bevölkerungsbewegung also rückläufig ist. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um die Industrieländer mit relativ großem Wohlstand, deren Anteil an der Weltbevölkerung seit Jahrzehnten abnimmt.



Bevölkerungswachstum und -verteilung. Abitur-Training „Geographie 2 Bayern“ des Stark Verlags

 



Die Entwicklung der Bevölkerung in Europa und auf den anderen Kontinenten


Jahr

Asien

Afrika

Europa

Lateinamerika

Nordamerika

Ozeanien

1950

55,42

8,89

21,73

6,64

6,81

0,51

1975

58,80

10,21

16,58

7,92

5,98

0,52

2000

60,40

13,35

11,97

8,59

5,18

0,51

2025

59,81

17,01

8,95

8,81

4,91

0,52

2050

57,48

21,34

7,20

8,63

4,83

0,52



Die Bevölkerungsentwicklung der einzelnen Kontinente ist ein deutlicher Hinweis auf ihren Entwicklungsstand. Der Anteil des reichen Kontinents Europa an der Weltbevölkerung hat sich, von mehr als einem Fünftel ausgehend, prozentual zwischen 1950 bis 2000 fast halbiert und wird bis 2050 mit rund 7 % auf rund ein Drittel seines ursprünglichen Wertes zurückgehen. 


Auch die Bevölkerung Nordamerikas wird prozentual abnehmen; Zuwanderung aus anderen Kontinenten wird den Rückgang nur zum Teil ausgleichen. Dagegen wächst der Anteil des ärmsten Kontinents Afrika unaufhörlich und wird 2050 über ein Fünftel der Weltbevölkerung ausmachen. Asien – mit den absolut höchsten Bevölkerungsanteilen – zeigt langfristig eine leicht abnehmende Tendenz. Auch Lateinamerika, momentan noch mit steigendem Anteil, wird längerfristig schrumpfen. 


Das Hauptbevölkerungswachstum wird in Afrika erfolgen. Entsprechend weisen die meisten schwarzafrikanischen Staaten mit die höchsten Wachstumsraten weltweit auf. Umgekehrt haben die meisten Staaten Europas kein natürliches Bevölkerungswachstum, sondern im Gegenteil – ohne ausgleichende Wanderungsbewegungen – rückläufige Bevölkerungszahlen.



Bevölkerung in Europa


Europa hat einen sehr hohen Entwicklungsstand und dies beeinflusst die Bevölkerungsentwicklung des Kontinents. Im Folgenden werden wir nun die Gegenwart betrachten und Europa näher beleuchten.


Bevölkerung in Europa: Bevölkerungsdichte


Aufgrund der niedrigen Geburten- und der hohen Sterbeziffer erwarten wir in Europa rückläufige Bevölkerungszahlen. Derzeit wohnen in Europa ca. 750 Millionen Menschen. Damit ist es mit durchschnittlich 65 Einwohnern pro km² ein dicht besiedelter Kontinent. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Länder sind dennoch enorm. 


In Malta wohnen rund 1550 Menschen auf einem Quadratkilometer und in den Niederlanden 500 Menschen. In Finnland hingegen wohnen nur 18 Menschen auf der gleichen Fläche. In Deutschland leben ca. 240 Menschen auf einen Quadratkilometer und damit gehört es zu den dichter besiedelten Ländern Europas. Der Durchschnitt liegt bei 120 Menschen auf der Fläche eines Quadratkilometers.


Bevölkerung in Europa: Religionen


Rund 20% der europäischen Bevölkerung sind konfessionslos und ordnen sich somit keiner Religion zu. Außerdem gibt es derzeit in Europa ungefähr 1,3 Millionen Menschen mit jüdischem Glauben.


In Europa sind der Islam und das Christentum am weitesten verbreitet. Dreiviertel der Bevölkerung in Europa sind Christen (vor allem protestantisch, katholisch oder orthodox). Durch die Migrationsbewegung in den Jahren 2015/2016 sind in Europa außerdem viele Menschen sesshaft geworden, die dem syrischen Christentums zugehören.


Die meisten Musliminnen und Muslimen in Europa sind Nachkommen von eingewanderten Europäerinnen und Europäern mit muslimischen Glauben. Außerdem leben viele Musliminnen und Muslime auf dem europäischen Gebieten der Türkei und Russlands oder in Albanien und Bosnien und Herzegowina.



Bevölkerung in Europa: Sprachen


In Europa werden unterschiedliche Sprachen gesprochen. Auf Basis der Sprachen lassen sich insgesamt acht ethno-linguistische Gruppen (Russen, Deutsche, Briten, Italiener, Ukrainer, Spanier und Polen) mit mehr als 30 Millionen Menschen ausmachen. Unter anderem gibt es die deutschsprachige Gruppe, die in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Belgien, Luxemburg und Liechtenstein beheimatet ist. 

Diese Gruppe umfasst circa 93 Millionen Menschen. Die größte Gruppe ist die der russischstämmigen Menschen. Sie umfasst 100 Millionen Menschen. Die serbische, tschechische und magyarische Gruppe sind mit jeweils circa 10 Millionen Menschen die kleinsten.



Das Wichtigste zur Bevölkerung in Europa auf einem Blick!


In Europa und den anderen Kontinenten gibt es natürliche Bevölkerungsbewegungen. Das bedeutet, dass sich die Bevölkerung durch die Geburten- und Sterbefällen ändert. In Europa wird die Bevölkerungszahl sinken und dies ist ein Hinweis auf den hohen Entwicklungsstand des Kontinents. Europa ist stark besiedelt und weißt eine hohe Bevölkerungsdichte auf. 


Hier siehst du kurz und knackig die wichtigsten Punkte zu der Bevölkerung in Europa in einer übersichtlichen Liste zusammengefasst:


  • Von natürlicher Bevölkerungsbewegung spricht man, wenn sich die Zahl der Menschen in einem Raum allein durch Geburten- und Sterbefälle ändert.


  • In der Zukunft werden sich die Bevölkerungszahlen in Europa reduzieren.


  • Europa hat 750 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner.


  • Europa gehört zu den dichter besiedelten Kontinenten der Welt.


  • In Europa sind der Islam und das Christentum am weitesten verbreitet.


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