Rhetorische Mittel

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In diesem Artikel findest du alle üblichen Stilmittel. Rhetorische Mittel spielen meist beim Interpretieren von Texten eine wichtige Rolle und gehören somit zum Fach Deutsch. Doch nicht nur in der Schule solltest du dich mit rhetorischen Mitteln auskennen: auch im Alltag und in Gesprächen mit anderen, kommen sie sehr häufig zum Einsatz - deshalb solltest du sie erkennen können und wissen, was sie bedeuten.


Auch in Aufsätzen, Essays oder in Vorträgen kannst du deine sprachliche Kompetenz unterstreichen, indem du rhetorische Mittel an geeigneter Stelle gekonnt einsetzt. Aufgrund der verschiedenen Wirkungen auf Leser bzw. Zuhörer kannst du damit sogar bestimmte Reaktionen hervorrufen und deine Mitmenschen beeinflussen: oftmals sind rhetorische Mittel wichtiger Bestandteil vieler Reden, denn wenn sie auf eine bestimmte Art und Weise eingesetzt werden, können sie die Hörer z.B. provozieren oder manipulieren. 


Rhetorische Mittel haben also ein gewisses Maß an Macht - umso wichtiger, dass du weißt, wie man mit ihnen umgeht!

Welche Mittel du unbedingt kennen solltest und was genau sie bedeuten, lernst du hier:

 



Übersicht über alle wichtigen Stilmittel


Wir haben für dich die wichtigsten rhetorischen Mittel zusammengetragen: anhand von Beispielen und deren Wirkung, wollen wir dir die Bedeutung und Relevanz von Stilmitteln näherbringen.


Rhetorisches Mittel

Beispiel

Definition

Akkumulation

„Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder.“

Aneinanderreihung thematisch verwandter Begriffe

Alliteration

Veni, Vedi, Vici!

Mehrere Wörter mit dem gleichen Anfangsbuchstaben in einem Satz

Anapher

„Wer soll nun die Kinder lehren und die Wissenschaft vermehren?

Wer soll nun für Lämpel leiten seines Amtes Tätigkeiten?“

Wiederholung eines Wortes oder Satzteils am Anfang aufeinanderfolgender Sätze

Antithese

schön und hässlich; jung und alt

Gegenüberstellung gegensätzlicher Begriffe

Aposiopese

„Ich hätt‘ ihn -!“

Der wichtigste Teil eines Satzes wird verschwiegen bzw. absichtlich angebrochen

Assonanz

Herzensgrund, Schmerzenswund

Gleichklang von Vokalen

Asyndeton

„Stehlen, morden, huren, balgen –„

Aufzählung von mind. Drei Wörtern ohne Verwendung einer Konjunktion

Chiasmus

„Ich liebe die Sprache, die Sprache liebe ich.“

Kreuzstellung/ spiegelbildliche Anordnung von Satzelementen

Dysphemismus/ Kakophonie

„Hartzer“ statt Arbeitsloser

<=> Euphemismus
 „Schlechtreden“: Bewusstes Wählen abwertender Begriffe

Ellipse

„Ende gut, alles gut!“
„Wie du mir, so ich dir.“

Verknappung eines Satzes, indem Satzelemente ausgelassen werden

Enjambement

Osterqualm, flutend, mit

der buchstabenähnlichen

Kielspur inmitten

Zeilensprung

Euphemismus

„Seniorenresidenz“ statt Altersheim

<=> Dysphemismus

„Schönreden“/ Aufwertung: etwas besser darstellen, als es tatsächlich ist

Hyperbel

„Ich weinte ein Meer aus Tränen.“

Starke Übertreibung

Inversion

Glänzend sind deine Augen.“ statt „deine Augen glänzen.“

Umkehrung bzw. Umstellung der üblichen Wortfolge

Ironie

„Das hast du ja wieder großartig gemacht!“

Offensichtlich unwahre Behauptung, mit dem das Gegenteil ausgedrückt wird

Klimax

„Ich wartete einen Tag, einen Monat und noch ein Jahr.“

Stufenartige Steigerung

Metapher

„jemandem das Herz brechen“,
„eine Mauer des Schweigens errichten“

Sprachliches Bild, quasi ein Vergleich ohne „wie“

Hier bekommst du eine ausführliche Erklärung zu Metapher

Neologismus

„Smombie“ (= Smartphone + Zombie)

Wortneuschöpfung

Hier bekommst du eine ausführliche Erklärung zum Neologismus

Oxymoron

„Hassliebe“, „teuflisch gut“

Zusammensetzung gegensätzlicher Begriffe
Hier bekommst du eine ausführliche Erklärung zu Oxymoron

Palindrom

„Regallager“, „neben“, „Rentner“, „Hannah“

Ergibt rückwärts gelesen dasselbe Wort

Paradoxon

„Weniger ist mehr“

Scheinbar widersprüchliche Aussage bzw. überspitzte Formulierung einer tiefen Erkenntnis

Parallelismus

Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht.

Aufeinanderfolgen gleicher Satzarten/ Teilsätze

Pars pro Toto

„Ein Dach über dem Kopf haben.“ – Dach = Haus, Kopf = Mensch

Ein Teil beschreibt das Ganze.

Personifikation/ Allegorie

Mutter Natur

Verkörperung

Pleonasmus

Der weiße Schimmel

Wiederholung sinngleicher Wörter

Rhetorische Frage

„Ernsthaft?“, „Bist du verrückt geworden?“

Frage, die keine Antwort verlangt

Hier bekommst du eine ausführliche Erklärung zur rhetorischen Frage

Sarkasmus

„Echt bewundernswert, wie du dich immer selbst in den Vordergrund stellen willst.“

Bewusstes, indirektes Beleidigen/ Abwerten durch Verwendung von Ironie

Hier bekommst du eine ausführliche Erklärung zu Sarkasmus

Symbol

"Taube" als Symbol für Frieden

Symbolhafte Darstellung einer Sache
→ 
Hier bekommst du eine ausführliche Erklärung zum rhetorischen Mittel Symbol

Tautologie

„Spiel ist Spiel“, „nie und nimmer“

Besondere Art des Parallelismus, teils synonym zu Pleonasmus -> Wiederholung sinngleicher oder identischer Ausdrücke

Wiederholung/ Repetitio

„Ihr überrascht mich nicht, erschreckt mich nicht.

Mehrmalige Nennung desselben Wortes

Zynismus

„Eine Diktatur ist nicht das Schlimmste, wenn man sich anschaut, wer alles in einer Demokratie mitbestimmen kann.“

bewusstes „lächerlich machen“ von Normen und Werten der Gesellschaft

Hier bekommst du eine ausführliche Erklärung zum rhetorischen Mittel Zynismus

 



12 rhetorische Mittel, die man kennen sollte


Das wohl bekannteste Stilmittel - die Metapher


Bestimmt hast du bereits von der Metapher gehört: kein Wunder, dann sie findet sich sehr häufig in allen möglichen Sprachformen - tatsächlich nicht nur im Deutschunterricht.


Eine Metapher ist ein bildlicher Vergleich, jedoch ohne das Wort "wie" zu verwenden Gleichzeitig überträgt die Metapher die Bedeutung einer Sache auf eine andere.


Beispiele:


  • ein Meer aus Tränen
  • eine Glückssträhne haben


Die Metapher kommt zum Einsatz, wenn man den ursprünglichen Ausdruck deutlich, anschaulicher oder sprachlich reicher gestalten will, z.B. Wüstenschiff anstatt Kamel. Sie funktioniert nach dem Prinzip der Similarität.



Sarkasmus


Sarkasmus zu erkennen ist nicht nur im Deutschunterricht wichtig - falls man nicht in der Lage dazu ist, kann es schnell unangenehm werden! Damit dir das nicht passiert, lehren wir dich in diesem Abschnitt genau das: Sarkasmus identifizieren und anwenden können.


"Sarkasmus ist die Kunst, einen anderen zu beleidigen, ohne dass dieser es bemerkt."


Bitterer Spott oder Hohn - das ist der Inbegriff von sarkastischen Bemerkungen. Es handelt sich also um ein bewusstes Lächerlichmachen einer anderen Person, einer Gruppe oder deren Werte. 


Beispiele:


  • Der Mitarbeiter entspannt in seinem Bürostuhl, anstatt produktiv zu arbeiten. Sein Chef bemerkt sarkastisch:
    "Überarbeiten Sie sich bloß nicht!"




Alliteration


Veni vidi vici - eine der bekanntesten Alliterationen, die es gibt und mit das beste Beispiel: hier sieht man sehr gut, wie eine Alliteration aufgebaut ist und wie sie funktioniert. 


Bei der Alliteration besitzen die Stammsilben benachbarter Wörter denselben Anfangslaut oder denselben Anfangsbuchstaben.


Beispiele:


  • Mann und Maus
  • Milch macht müde Männer munter
  • Der frühe Vogel fängt...


Alliterationen unterstreichen die Zusammengehörigkeit miteinander verknüpfter Ausdrücke. Außerdem bewirken sie eine bessere Einprägsamkeit. Eine Alliteration strukturiert zudem Texte auf phonologischer und musikalischer Ebene.



Oxymoron

Ein Oxymoron ist die Zusammenstellung zweier Begriffe, die sich in ihrer Bedeutung widersprechen oder sich gegenseitig ausschließen.


Beispiele:


  • bittersüß
  • eile mit Weile
  • geflüchteter Gefangener
  • Doppelhaushälfte
  • Fruchtfleisch
  • Selbsthilfegruppe


Das Oxymoron kann Doppeldeutigkeit oder Mehrdeutigkeit darstellen und Pointen setzen. Oxymorons sind häufig in Lyrik und Prosa zu finden. Sie erweitern das sprachliche Bild und zählen damit zu rhetorischen Mitteln.




Hyperbel


Unter der Hyperbel versteht man eine starke Übertreibung. Häufig findet man Hyperbeln in Form von Vergleichen oder Metaphern vor.


Beispiele:


  • Schneckentempo
  • todmüde
  • Wenn ..., dann fresse ich einen Besen!



Ironie


Charakteristisch für die Ironie ist, dass genau das Gegenteil davon gesagt wird, was tatsächlich gemeint ist.


Beispiele:


  • "Na, super - draußen regnet es!"


Ironie ist eines der am häufigsten verwendeten rhetorischen Mitteln: sie gestaltet Sprache mit mehr Witz, Originalität und Abwechslung. Außerdem kann eine ironische Ausdrucksweise auch auflockernd auf den Gesprächsverlauf wirken.



Anapher


Eine Anapher definiert sich durch die Wiederholung von Worten oder Wortgruppen.


Beispiel:


  • Er weiß nichts,
    er will nichts wissen,
    er will seine Ruhe.


Anaphern verstärken die Bedeutung und Wirkung des gesagten, denn bestimmte Passagen werden durch die Anapher eindringlich betont.



Ellipse


Eine Ellipse ist eine Auslassung von Wörtern in einem Satz, sodass er entweder grammatikalisch nicht korrekt oder unvollständig ist. Dementsprechend verwendet man Ellipsen zur Verkürzung von Sätzen, was den Lesefluss jedoch meist nicht stört. Man findet sie häufig in Sprichwörtern.


Beispiele:


  • 'Was jetzt?' anstatt 'Was machen wir jetzt?'
  • 'Ohne Wenn und Aber' statt 'Ohne ein Wenn und ohne ein Aber' 
  • 'Keine Ahnung' statt 'Ich habe keine Ahnung'




Euphemismus


Beim Euphemismus werden Tatsachen oder Dinge beschönigt bzw. verherrlicht.


Beispiele:


  • 'Ihn segnete das Zeitliche.' statt 'Er starb.'
  • 'Freisetzung' für 'Entlassung'


Euphemismen können die Bedeutung eines Wortes verdrehen oder gar verbergen.



Tautologie

Von einer Tautologie ist die Rede, wenn sich zwei Begriffe derselben oder ähnlicher Bedeutung wiederholen.


Beispiele:


  • immer und ewig
  • nie und nimmer



Allegorie


Die Allegorie ist eine gesteigerte Form der Metapher. Meist haben Allegorien eine kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung.


Beispiel:


  • weiße Tauben für den Frieden




Palindrom


Palindrome sind Wörter (oder manchmal auch Sätze), welche vorwärts und rückwärts gelesen genau dasselbe ergeben. Sie grenzen sich insofern vom Anagramm ab, dass die Bedeutung hierbei keine Rolle spielt, d.h. es könnte sich bei einem Palindrom auch um ein Wort ohne tieferen Sinn handeln, z.B. Gnudung.


Beispiele:


  • Hannah
  • Rentner
  • Reliefpfeiler
  • Regallager



Tipp:

Nimm unsere Tabelle zur Hand, wenn du dich ans Analysieren von Texten machst. So erkennst du garantiert alle wesentlichen Stilmittel und deine nächste Interpretation wird zum Kinderspiel.

Viel Erfolg!


Finales Rhetorische Mittel Quiz

Frage

Akkumulation

Antwort anzeigen

Antwort

Anhäufung von Wörtern ohne
Nennung eines Oberbegriffs

Frage anzeigen

Frage

Anapher

Antwort anzeigen

Antwort

Wiederholung eines Wortes/
einer Wortgruppe zu Beginn
aufeinanderfolgender Sätze,
Verse oder Strophen

Frage anzeigen

Frage

Antithese

Antwort anzeigen

Antwort

Gegenüberstellung von gegen-
sätzlichen Gedanken/Aussa-
gen/Begriffen

Frage anzeigen

Frage

Chiasmus

Antwort anzeigen

Antwort

Überkreuzstellung von Satz-
gliedern

Frage anzeigen

Frage

Ellipse

Antwort anzeigen

Antwort

unvollständiger Satz durch Aus-
lassung eines Wortes oder Satz-
teils

Frage anzeigen

Frage

Euphemismus

Antwort anzeigen

Antwort

Beschönigung, Verschleierung

Frage anzeigen

Frage

Hyperbel

Antwort anzeigen

Antwort

Übertreibung

Frage anzeigen

Frage

Inversion

Antwort anzeigen

Antwort

Umstellung von Satzgliedern,
abweichend vom normalen
grammatikalischen Gebrauch

Frage anzeigen

Frage

Metapher

Antwort anzeigen

Antwort

sprachl. Bild, bei dem ein Aus-
druck durch einen anderen, meist
anschaulicheren Begriff mit ähnli-
cher Bedeutung ersetzt wird; oft
als verkürzter Vergleich, bei dem
zwei Vorstellungsbereiche ohne
„wie“ verbunden sind

Frage anzeigen

Frage

Neologismus

Antwort anzeigen

Antwort

Wortneuschöpfung

Frage anzeigen

Frage

Parallelismus

Antwort anzeigen

Antwort

gleichartiger Satzbau

Frage anzeigen

Frage

Personifikation

Antwort anzeigen

Antwort

Vermenschlichung eines Gegen-
standes

Frage anzeigen

Frage

Symbol

Antwort anzeigen

Antwort

bildhafter Ausdruck, der auf
etwas Abstraktes (einen Begriff,
eine Idee) verweist

Frage anzeigen

Frage

Vergleich

Antwort anzeigen

Antwort

Verknüpfung zweier Sachver-
halte oder Bildbereiche durch
Hervorhebung des Gemeinsa-
men (durch das Wort „wie“)

Frage anzeigen

Frage

Wie kann der sprachliche Ausdruck ausgerichtet sein?

Antwort anzeigen

Antwort

-informativ

-appellativ

-expressiv

kommunikativ


Frage anzeigen

Frage

Welche Charaktermerkmale kann eine Einzelfigur haben?

Antwort anzeigen

Antwort

-äußere Merkmale

-persönliche Einstellungen und Entwicklungen

-Verhaltensweisen

-soziale Beziehungen

Frage anzeigen

Frage

Was ist ein wesentliches Element eines Dramas?

Antwort anzeigen

Antwort

Konflikt

Frage anzeigen

Frage

Was für Ziele gibt es bei Gesprächen?

Antwort anzeigen

Antwort

-überzeugen

-überreden

-manipulieren

-vernichten

Frage anzeigen

Frage

Was ist eine Ode?

Antwort anzeigen

Antwort

ein reimloses Gedicht in strenger Strophenform (meist in anti-
kem Versmaß), das im pathetischen Stil etwas Feierliches und Erhabenes
zum Inhalt hat

Frage anzeigen

Frage

Was ist eine Hymne?

Antwort anzeigen

Antwort

aufgrund des feierlichen Inhalts mit der Ode verwandt, jedoch
ohne feste Form; ursprünglich religiöser Preisgesang; seit Klopstock Aus-
druck leidenschaftlicher Begeisterung und religiösen Gefühls; formale
Kennzeichen: freie Rhythmen: ungebundene, reimlose Verse von unter-
schiedlicher Länge; Versgruppen; sprachliche Kennzeichen: Inversionen,
Neologismen, Ausrufe, Symbole, expressive Sprache; inhaltliche Kennzei-
chen: feierlicher Inhalt, oft sprunghaft-assoziativ

Frage anzeigen

Frage

Was ist ein Lied?

Antwort anzeigen

Antwort

ein einfaches, sangbares Gedicht mit gleich gebauten und ge-
reimten Strophen; älteste lyrische Form; oft instrumental begleitet; große
Bandbreite (germanisches Heldenlied vs. moderner Schlager; Kunstlied vs.
Volkslied); im 20. Jahrhundert durch technische Tonträger verbreitete neue
Genres: Schlager, Protest-, Rock- und Popsongs; Beispiele: Aktuell gehören
zu den bekanntesten deutschen Liedermachern Künstler wie Mark Forster
oder Tim Bendzko.

Frage anzeigen

Frage

Was ist ein Sonett?

Antwort anzeigen

Antwort

zwei Quartette (je vier Verse) und zwei Terzette (je drei Verse)
mit unterschiedlichen Reimordnungen (häufig: abab abab ccd eed); oft anti-
thetische Gedankenführung und Pointierung; Alexandriner als dominieren-
des Versmaß im Barock (sechshebiger Jambus mit Zäsur in der Versmitte);
häufig antithetischer Inhalt

Frage anzeigen

Frage

Was gibt es für verschiedene Versmaße?

Antwort anzeigen

Antwort

-Jambus

-Trochäus

-Anapäst

-Daktylus

Frage anzeigen

Frage

Was gibt es für metrische Sonderformen?

Antwort anzeigen

Antwort

-Alexandriner

-Hexameter

Frage anzeigen

Frage

Was versteht man unter dem Rhythmus?

Antwort anzeigen

Antwort

Unter Rhythmus versteht man einen durch Betonung, Pausen, Sprechtempo
und Klangfarbe (z. B. durch Häufung von hellen oder dunklen Lauten) be-
stimmten Sprachfluss, der die inhaltliche Aussage unterstützt.

Frage anzeigen

Frage

Was versteht man unter einem Reim?

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Antwort

Unter einem Reim versteht man den Gleichklang von Wörtern vom letz-
ten betonten Vokal an.

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Frage

Für was steht ein Tor häufig?

Antwort anzeigen

Antwort

das Tor als Trennung zwischen Welten, das entlässt
(Döblin: Berlin Alexanderplatz, Beginn des ersten Bu-
ches) oder verwehrt (Kafka: Vor dem Gesetz),

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Frage

Für was steht ein Haus häufig?

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Antwort

das Haus (Schloss, Ruine, Wohnung) als Symbol für
Geborgenheit, aber auch Enge (Kafka: Das Schloss ),

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Frage

Für was steht ein Fenster häufig?

Antwort anzeigen

Antwort

• das Fenster als Grenze zwischen Beengung und Frei-
heit; vgl. die Beliebtheit des Motivs in der Romantik
(dazu im Gegensatz: Kafka: Das Gassenfenster),

Frage anzeigen

Frage

Für was steht ein Garten häufig?

Antwort anzeigen

Antwort

der Garten als Bereich zwischen menschlicher Zivilisa-
tion und freier Natur (Eichendorff: Aus dem Leben eines
Taugenichts, Schloß Durande, Das Marmorbild; Novalis:
Heinrich von Ofterdingen),

Frage anzeigen

Frage

Für was steht eine Stadt häufig?

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Antwort

die Stadt als positives Sinnbild menschlicher Zivilisation und als ne-
gativer Ort der Naturferne, Rastlosigkeit, Isolation und des Verbre-
chens (Raabe: Die Chronik der Sperlingsgasse, Der Schüdderump; Keller:
Der grüne Heinrich; Rilke: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids
Brigge; Döblin: Berlin Alexanderplatz; Doderer: Die Strudlhofstiege)

Frage anzeigen

Frage

Für was steht ein Feld häufig?

Antwort anzeigen

Antwort

Feld (Keller: Romeo und Julia auf dem Dorfe) und Wald (vgl. die
„Waldeinsamkeit“ bei den Romantikern) als Bereiche der Auseinan-
dersetzung, der Verflachung und Vertiefung,

Frage anzeigen

Frage

Für was steht ein Meer häufig?


Antwort anzeigen

Antwort

das Meer als Stimmungsträger (Th. Storm: Der Schimmelreiter)

Frage anzeigen

Frage

Für was steht eine Wanderung häufig?

Antwort anzeigen

Antwort

die Wanderung (auch in den Formen der Reise, Bildungsreise, Le-
bensfahrt; vgl. die Weg- und Bewegungsmotivik; das Sehnsuchts- und
Wandermotiv in der Romantik; Entwicklungs- und Bildungsromane),

Frage anzeigen

Frage

Für was steht der Staat häufig?

Antwort anzeigen

Antwort

der Staat, der oft den Einzelnen bedrängt (Sophokles: Antigone; Seg-
hers: Das siebte Kreuz; Exilliteratur; Herta Müller: Atemschaukel ),

Frage anzeigen

Frage

Für was steht ein Labyrinth häufig?

Antwort anzeigen

Antwort

das Labyrinth als Kennzeichen des Orientierungsverlustes (vgl.
Kafka: Der Proceß, Das Schloss ),

Frage anzeigen

Frage

Für was steht ein technisches Gerät häufig?

Antwort anzeigen

Antwort

technisches Gerät, z. B. in der Form des Autos, Schiffes und Flug-
zeugs (vgl. die „Super-Constellation“ in Frischs Homo faber).

Frage anzeigen

Frage

Zwischen welchen zwei Zeitkategorien muss man unterscheiden?

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Antwort

Erzählzeit und erzählte Zeit

Frage anzeigen

Frage

Was charakterisiert die Rahmenerzählung?

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Antwort

Bei der Rahmenerzählung trägt ein Erzähler eine von seinem Stand-
punkt aus in der Vergangenheit abgelaufene Geschichte vor (Binnen-
erzählung; vgl. Storm: Der Schimmelreiter). Die Distanz zu den
Ereignissen wird durch den zeitlichen Unterschied erhöht.

Frage anzeigen

Frage

Was charakterisiert die aufbauende Rückwendung?

Antwort anzeigen

Antwort

Die „aufbauende Rückwendung“ (Lämmert, S. 104) hat expositori-
schen Charakter. Der Erzähler bietet Informationen an, nimmt dem
Handlungseinsatz seine Isoliertheit, stellt Zusammenhänge klar und
lässt den Leser Ursachen späterer Handlungen verstehen (vgl. den
zweiten Abschnitt in Th. Manns Der Tod in Venedig).

Frage anzeigen

Frage

Was charakterisiert die auflösende Rückwendung?

Antwort anzeigen

Antwort

Die „auflösende Rückwendung“ (Lämmert, S. 108) bereitet den Schluss
der Erzählung vor. Sie deckt bislang verborgene Zusammenhänge auf,
macht so Handlungen und Geschehensabläufe dem Leser begreiflich
(vgl. Kriminalromane).

Frage anzeigen

Frage

Was charakterisiert die eingeschobene Rückwendung?

Antwort anzeigen

Antwort

An unterschiedlichsten Stellen in der Erzählung können „eingescho-
bene Rückwendungen“ (Lämmert, S. 112 ff.) eingesetzt werden. Diese
ermöglichen der Figur einen „Rückblick“ auf ihre Vergangenheit, die
Figur holt in einem kurzen „Rückgriff“ ein Erlebnis in die fiktive Ge-
genwart oder sie gibt in einem „Rückschritt“ ihre „besondere Ge-
schichte“ wieder, die sich vor ihrem Eintritt in die Handlung vollzo-
gen hat.

Frage anzeigen

Frage

Was ist eine Anekdote?

Antwort anzeigen

Antwort

Anekdote
Sie stellt einen Abschnitt aus dem Leben einer historischen Persön-
lichkeit dar oder erzählt von einer besonderen Begebenheit. Der kurze
Prosatext enthält einen auf den Schluss hin konzipierten Spannungs-
aufbau. Eine Pointe bringt die Lösung. Die Intention zielt auf Unterhal-
tung und Belehrung. An einem kurzen Wirklichkeitsausschnitt soll
Typisches deutlich werden.

Frage anzeigen

Frage

Was ist eine Fabel?

Antwort anzeigen

Antwort

Fabel
Die Fabel ist eine lehrhafte Erzählung in Versen oder Prosa, in der Tiere
als Handlungsträger auftreten, die aber auf menschliches Verhalten ver-
weisen. Die Struktur folgt dem Schema: Aufzeigen der Situation, span-
nungserzeugende Rede und Gegenrede, Ergebnis (Lösung, Pointe).
Ironie und Satire finden sich als häufige Gestaltungsmittel. Die Fabel
enthält Zeit- und Gesellschaftskritik: Machtträger sollen indirekt zur
Erkenntnis und damit zur Verhaltensänderung geführt werden.

Frage anzeigen

Frage

Was ist eine Kalendergeschichte?

Antwort anzeigen

Antwort

Kalendergeschichte
In der Kalendergeschichte werden im Gegensatz zur Anekdote Ereig-
nisse aus dem Leben des „kleinen Mannes“ dargestellt. In einem einfa-
chen, verständlichen und volkstümlichen Stil gibt sie dem Leser Verhal-
tensanweisungen und will unterhalten und belehren.

Frage anzeigen

Frage

Was ist eine Kurzgeschichte?

Antwort anzeigen

Antwort

Sie eignet sich mit ihrem geringen Umfang zur Aufnahme in Zeitun-
gen, Zeitschriften und Magazinen. Inhaltlich bietet sie einen unschein-
baren Lebensausschnitt von Durchschnittsmenschen, der aber mit
seiner symbolischen Bedeutung über das Alltägliche hinausweist.

Frage anzeigen

Frage

Was ist ein Märchen, Sage oder Legende?

Antwort anzeigen

Antwort

Während das Kunstmärchen das Werk eines bestimmten Dichters ist
(Höhepunkt: romantisches Kunstmärchen), sind die Volksmärchen
uralt und lassen sich nicht auf einen Autor festlegen. Der Aufbau des
Volksmärchens ist einfach: Auf eine einleitende Formel folgt die Ge-
schichte des Helden, der seine Heimat verlässt, (meist drei) Prüfungen
besteht und zum Erfolg kommt. Der glückliche Ausgang wird mit einer
Schlussformel beendet. Die auftretenden Kontrastfiguren sind typisiert
(arm – reich; jung – alt; schön – hässlich). Der Mensch erscheint wand-
lungsfähig, er kann Reifungsvorgänge durchlaufen und über sich hin-
auswachsen. Wesentliches Motiv ist das Wandermotiv.

Frage anzeigen

Frage

Was ist eine Parabel?

Antwort anzeigen

Antwort

Parabel
Die Parabel ist ein zu einer Erzählung ausgeweiteter Vergleich. Ein
dargestellter Vorgang (Bildebene) verweist auf einen anderen Vorstel-
lungsbereich (Sachebene); umgekehrt wird dieser im Ereignis veran-
schaulicht. Etwas Konkretes, Besonderes, dient also zur Verdeutlichung
von etwas Abstraktem, Allgemeinem. Der Leser wird zum Nachdenken
angeregt. Bei modernen Parabeln verschmelzen oft Bild- und Sachebe-
ne und müssen vom Leser enträtselt werden. Die auftretenden Figuren
sind typisiert. Die traditionelle Parabel hat einen didaktischen Aspekt
und häufig einen religiösen Bezug. In der Moderne kommt ihr verstärkt
die Funktion der Erkenntnissuche und Existenzdeutung zu.

Frage anzeigen

Frage

Was ist ein Schwank?

Antwort anzeigen

Antwort

Schwank
Beim Schwank handelt es sich um eine scherzhafte Erzählung in Prosa
(seit dem 19. Jh. auch als derb-komisches Schauspiel), die Alltagsnor-
men karikierend hinterfragt. Sie ist zielstrebig auf eine Pointe hin
aufgebaut. Oft wird die Ohnmacht des Mächtigen, die Fehlbarkeit des
vermeintlich Schlauen verspottet. Streiche und listenreiches Verhalten
lassen sich auf jede Zeit aktualisieren. Inhalt und Sprache arbeiten mit
den Mitteln des Gegensatzes, der Typisierung und Überzeichnung.
Beispiele: Eulenspiegel- und Schildbürgergeschichten.

Frage anzeigen

Frage

Was ist eine Novelle?

Antwort anzeigen

Antwort

Die Novelle ist eine Prosaerzählung (seltener: Verserzählung) von mitt-
lerem Umfang. Der auf Wesentliches verdichtete Inhalt zielt auf einen
zentralen Konflikt, einen Zusammenstoß von Mensch und Schicksal,
Realem und Außergewöhnlichem. Goethe spricht von einer „unerhör-
ten Begebenheit“.
Die Handlungsführung ist geradlinig konzentriert und weist eine der
geschlossenen Form des Dramas verwandte Architektur auf: geraffte
Exposition, Steigerung, pointierter (oft szenisch gestalteter) Höhe- und
Wendepunkt, Abfall und Ausklang. Die Geschlossenheit der Form wird
auch durch Leitmotive, Dingsymbole, Raffungen und Vermeiden brei-
ter Schilderungen bewirkt. Besondere Formen sind die zyklisch angeleg-
ten Novellen und die Rahmennovelle.

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