Vormärz

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Vormärz (1815-1848) 


In diesem Artikel geht es um die Literaturepoche Vormärz. Dieses Thema ist in das Fach „Deutsch“ einzuordnen und gehört zum Grundwissen.


Wir bringen dir den historischen Kontext, die typischen Merkmale, die Sprache und Motive und die wichtigen Vertreter der Literaturepoche näher.




„Vormärz“ – Um was geht’s? 


Die Literaturepoche Vormärz geht von 1815-1848. Sie befindet sich zwischen Klassik und dem Realismus. Parallel zum radikal-demokratischen Vormärz läuft der eher konservative Biedermeier


  • Die Literaturepoche entstand zwischen dem Wiener Kongress (1814/1815), sowie der Märzrevolution (1848)


  • Ein wesentliches Merkmal des Vormärz ist die zu dieser Zeit einsetzende Industrialisierung, wodurch soziale Missstände aufkommen


  • Der Vormärz fordert die Gleichbehandlung des Menschen und eine freie Presse


  • Das junge Deutschland, eine Strömung des Vormärz, kämpft gegen soziales Elend und Unterdrückung an, indem sie diese Themen thematisieren


  • Die Autoren wenden sich gegen das Verträumte und das Schweifen in die Ferne, was zuvor in der Romantik sehr charakteristisch ist. Sie bevorzugen das Hier und Jetzt und schreiben Texte, die sich auf die Gegenwart konzentrieren.


Quelle: Bundesarchiv, Bild 146-1974-177-03 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5418989




Hintergrund der Epoche 


Woher hat der Vormärz seinen Namen? 


Der Begriff geht aus der Märzrevolution im Jahr 1848 hervor und bezieht sich auf die Geschehnisse vor dieser Revolution. Die Literatur befasst sich mit allen politischen Verhältnissen vor dieser Zeit und wendet sich gegen diese ab.

Der Vormärz wird unterteilt in das Junge Deutschland, das vor allem 1830-1834 die Zeit prägt und in den eigentlichen Vormärz, der vor allem die Jahre vor der Märzrevolution beschreibt.



Der historische Kontext 


Der Sieg über Napoleon bringt nicht das von einer breiten Bevölkerungsschicht erhoffte Recht auf politische Mitbestimmung. Nach dem Wiener Kongress (1814/1815) erneuern konservative Kreise die absolutistischen Verhältnisse der vorrevolutionären Zeit. Die ursprüngliche Ordnung wurde wiederhergestellt und stößt bei sämtlichen Anhängern der vorherigen französischen Reform auf Abwehr, da ihre Hoffnungen, auf immer mehr Mitbestimmung nahezu vernichtet werden. 


Im Zuge der Restauration geht der Staat mit Pressezensur, Einschränkung der Lehrfreiheit an den Universitäten und Verbot von Studentenverbindungen vor. Die einsetzende industrielle Revolution bildet ein neues Besitzbürgertum, das nach gesellschaftlichem Einfluss strebt und sich von verarmten Arbeitern distanziert. 


Industriestaaten wachsen zu Großstädten heran und politische Hoffnungslosigkeit und wirtschaftliche Verarmung lösen gegensätzliche Reaktionen aus. Das Volk sehnt sich nach einer Ordnung und nach einer freien Meinungsäußerung.




Das literarische Leben 


Die wohl wichtigste Gruppe zu dieser Zeit sind die jungen Studenten, die sich gegen die Missstände im Zuge der Märzrevolution (1848) auflehnen. Mit dem Bildungsstand des Bürgertums wächst das Verlangen nach Unterhaltung und Information. Die Auflagen der Zeitungen nehmen zu und der journalistische Stil des Jungen Deutschland zeichnet sich durch Witz und Satire aus. Auf die politische Schikane antworten die jungen Schriftsteller und Journalisten aggressiv. 1840 verbietet der Frankfurter Bundestag ihre Werke.



Themen und Motive des Vormärz 


Im Gegensatz zu den Autoren des Biedermeier ziehen sich die Vertreter des Jungen Deutschland und des Vormärz nicht ins Private zurück, sondern fordern engagiert eine Änderung der Missstände. 

Die Literatur des Vormärz war vor allem politisch. Die Autoren nutzen ihre Werke für politischen Widerstand. 


Die kritische Auseinandersetzung mit der Aktualität wird bevorzugt und sie lehnen jeglichen Dogmatismus ab: die Autoren treten für verfassungsmäßig gesicherte politische Mitsprache, Presse- und Meinungsfreiheit, Frauenemanzipation und Sozialismus ein.




Sprache des Vormärz 


Die Sprache des Vormärz änderte sich stark zu dem sonst gewohnten Ausdrücken: die Epoche des Vormärz beschäftigt sich mit der Gegenwart und schreibt Werke vor allem für das breite Volk. Um dieses anzusprechen und sie ebenfalls über die politischen Missstände nachdenken zu lassen, beginnt man mit Dialekt zu schreiben. Damit werden auch soziale Unterschiede zwischen den Armen und den Reichen aufgezeigt. Der journalistische Stil des Jungen Deutschland zeichnet sich durch Witz und Satire aus.



Formen der Epoche 


Lyrik


Eine besonders wichtige Form im Vormärz ist die Lyrik. Die Autoren veröffentlichen politische Gedichte und Lieder, mit denen sie sich gegen die politischen Missstände auflehnen können. Es dominieren Texte, die sich durch starke Politisierung auszeichneten. Jedoch gab es auch Autoren wie beispielsweise Heinrich Heine, die sich der starken Politisierung widersetzen und solche Werke als gehaltslose Tendenzliteratur bezeichnen.



Epik  


Im Vormärz zeichnet sich die Epik vor allem durch sehr kurze Werke aus: Reiseberichte, journalistische Textsorten und Briefe waren in der Zeit des Vormärz sehr beliebt. Ähnlich wie im Biedermeier finden aber auch Novellen und Kurzgeschichten Anklang. Die Satire gewinnt auch immer mehr an Beliebtheit.



Drama 


Im dramatischen Bereich wird am deutlichsten, dass sich der Vormärz und das Junge Deutschland überlagern und inhaltlich durchdringen. Das Drama im Vormärz ist vor allem sozialkritisch und auch häufig wie in der Epik politisch satirisch. Georg Büchner war ein großer Vertreter des Dramas in der Zeit des Vormärz. Seine Werke thematisieren historische Geschehen, wie beispielsweise das Revolutionsdrama Woyzeck.




Bekannte Vertreter der Epoche des Vormärz 


Wichtige Autoren 


  • Heinrich Heine (1797 – 1856) 
  • Georg Büchner (1813 – 1837)
  • Friedrich Wilhelm Schulz (1797 – 1860)
  • Ferdinand Freiligrath (1810 – 1876)
  • Georg Herwegh (1817 – 1875)


Wichtige Werke 


  • Woyzeck (1879) - Georg Büchner
  • Dantons Tod (1835) - Georg Büchner
  • Gedichte einer Lebendigen (1841) - Georg Herwegh
  • Der Tod des Pfarrers Dr. Friedrich Ludwig Weidig (1843) - Friedrich Wilhelm Schulz
  • Unpolitische Lieder (1840/41) – August Heinrich Hoffmann von Fallersleben




Merkmale des Vormärz – Das Wichtigste auf einen Blick!


  • Vormärz läuft parallel zum Biedermeier

  • Hintergründe: Wiener Kongress (1815) und Restaurationspolitik, Märzrevolution 1848

  • Zunehmende Einschränkung von Freiheitsrechten, Zensur → verschiedene Strömungen

  • Rationale Haltung, Orientierung an Fakten, politische Stellungnahme →  Abkehr von der Romantik, Gegenwart stand im Fokus

  • Themen: soziale und politische Missstände → Kampf gegen soziale und politische Missstände und Unterdrückung als Aufgabe der Literatur

  • Veröffentlichungen in Zeitungen und Zeitschriften → vorwiegend kleinere literarische Formen

  • Lyrik als vorherrschende Form des Vormärz



Unser Tipp für Euch


Versuche die Jahreszahlen von wann bis wann eine Literaturepoche dominierte auswendig zu lernen. So kannst du schon mal grob einordnen, zu welcher Epoche das Werk gehört. 


!!Aber pass auf!! Manche Literaturepochen überschneiden sich ein paar Jahre. Der Vormärz läuft parallel zum Biedermeier und auch das Junge Deutschland fließt mit in den Vormärz ein. Hier musst du also auf den Inhalt und auf die Sprache schauen. Der Vormärz konzentriert sich vielmehr auf die politischen Missstände und steht dem Ganzen mit mehr Rationalität gegenüber.




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